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Tschick ein Film von Fatih Akin [Filmbesprechung] + Gewinnspiel

Als Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ 2010 erschien, hat es mein Interesse zwar geweckt, aber gelesen habe ich immer andere Bücher. Umso neugieriger war ich auf die Buchverfilmung, die gestern, am 09.03., endlich auf DVD, Blu-Ray und als Digitalisat erschien.

Ein guter Grund, euch jetzt die Verfilmung von „Tschick“ vorzustellen. Dran bleiben lohnt sich, am Ende wartet nämlich ein kleines Gewinnspiel auf euch. ❤

Auf dem Weg in die Walachai (c) Studiocanal

es geht noch leselustig weiter…

Falling into you – Für immer wir von Jasinda Wilder [Rezension]

 

Aber wenn man sich nach jemandem so sehr sehnt, ihn so sehr braucht, dass es einen komplett ausfüllt, und wenn man für diesen Menschen alles tun würde, wirklich alles – das ist was anderes. Wenn einem jemand unter die Haut geht, man denjenigen in der Seele hat und mit der Luft einatmet und man irgendwann nicht mehr unterscheiden kann, wo man selbst aufhört und der andere anfängt – das ist Liebe. – S.223

es geht noch leselustig weiter…

Der Geschmack von Sommerregen von Julie Leuze [Rezension]

Der Neue schwappt himmelblau über mich hinweg, mit Spuren von Schwarz und glitzernden Funken aus tiefem, geheimnisvollem Gold– S. 7.

Der Geschmack von Sommerregen - Leuze»Der Inhalt«

Die 16-jährige Sophie ist eher in sich gekehrt. Ein stilleres Mädchen, das wenig aus sich herausholt und dadurch in ihrer Klasse nebenher dumpelt. Das hat auch einen guten Grund, denn Sophie trägt tagtäglich ein Geheimnis mit sich herum, dessen Entdeckung es unbedingt zu verhindern gilt.

Doch dann kommt der Neue, Mattis, in die Klasse. Sophie ist hin und weg von ihm. Wenn er sie anblickt, fühlt sie sich gesehen. Und zwar mit allem, was sie ausmacht, inklusive ihrem dunklen Geheimnis…

»Jugendbuch mit Aufklärungscharakter«

Der Geschmack von Sommerregen” bietet eine kurzweilige Geschichte, die an der Oberfläche kratzt und teilweise in die Tiefe dringt.

Julie Leuze spricht durch ihre Protagonisten Sophie (16) und Mattis (17) die Sprache zweier Jugendlicher, die sich treffen und gemeinsam ihre Persönlichkeiten und Körper erforschen.

Obwohl dieses Werk kein Aufklärungsbuch ist, habe ich es manchmal beinahe für eines gehalten.

Mutig und offensiv malt die Autorin – ohne abzuheben – die sexuellen Szenen der beiden bis ins kleinste Detail aus, beschreibt Fortschritte, Rückschläge und Erkundungen in den schillerndsten Farben, bis ich ein wahres Kopfkino durchlebte.

Diese Passagen haben mich positiv überrascht, mir gefallen und sich als unglaublich prickelnd herausgestellt.

»Ein schwarzes Geheimnis in bunten Farben«

Eine besondere Komponente von “Der Geschmack von Sommerregen” ist die “Abnormalität” Sophies, in Farben zu sehen. Sie schleppt ihre farbige Welt als dunkles und schwarzes Geheimnis mit sich herum und versäumt dadurch viele schöne Seiten, die das Leben für einen jungen Menschen ansonsten zu bieten hätte. Auch dieser Aspekt ist von der Autorin gut umgesetzt und meistens flüssig lesbar, ausgeschmückt worden. In diesem Zusammenhang habe ich die immer mal wieder poetisch anmutenden Beschreibungen genossen.

»Die Schlange beißt sich selbst in den Schwanz oder auch: Von Anfang bis Ende ein “Sich-im-Kreis-drehen”!«

Doch es gab auch viele Durststrecken in “Der Geschmack von Sommerregen”. Bei 300 Seiten mit vielen Absätzen und großer Schrift grenzt das tatsächlich an ein kleines und unerfreuliches Kunststück. Ungefähr die Hälfte der Geschichte fragte ich mich, wo die Handlung abgeblieben wäre. Ob wir auch irgendwann wieder aus dem “Beziehungssumpf” herausfinden würden. Das permanente “sich-im-Kreis” drehen innerhalb aller angeschnittenen Themen hat Julie Leuze unglücklicherweise ein paar Mal zu oft veranstaltet.

»Mein Fazit«

Der Geschmack von Sommerregen” entspricht der Stimme unserer Jugend. Es mag in vielen Augen gewagt sein, die Sexualität in einem Jugendbuch derart ausführlich zu schildern, doch ich bin der Auffassung, dass das absolut nicht schaden kann. In meinem Alter hätte ich mir genau das gewünscht.

Das immer früher einsetzende Sexualitätsbewusstsein beweist, dass die Jugend schon lange dafür bereit ist und die Literatur noch zu “bieder” ist bzw. zu lange braucht, um sich diesen Bedürfnissen anzupassen!

In dieser Hinsicht gebührt Julie Leuze also meine Hochachtung und ich sage Bravo!

Insgesamt holpert Julie Leuze in ihrer Umsetzung gelegentlich, so dass ich mich nicht komplett in den Charakteren verlieren konnte. Nichtsdestotrotz eine schöne Geschichte für den Sommer, die mit echten Gefühlen, purer Liebe, Lust und Verlangen überzeugt!

Leseprobe!

Wölkchen4

BibliografischeDaten

Der Geschmack von Sommerregen
Autor: Julie Leuze
Verlag: EGMONT INK
ISBN: 978-3-86396-062-9
Preis: € 14,99
Erscheint am 11. Juli 2013

Zu “Der Geschmack von Sommerregen” bei Bücherkinder.de

Vielen Dank an Bücherkinder.de für dieses Leseexemplar!

Girl Parts von John M. Cusick, gelesen von Chris Patton [HörBuchRezension]

Hörbuch Girl Parts

Allgemeine Hörbuchinformationen:
Autor: John M. Cusick
Sprecher: Chris Patton
Spieldauer: 05 Std. 32 Min. (ungekürzt)
Anbieter: Brilliance Audio
Veröffentlicht: 2010
Hörprobe: Girl Parts
Zu ‚Girl Parts‘- by John M. Cusick bei Audible.de!


Der Inhalt:

Davids Eltern haben genug Geld, um ihm eine Gefährtin zu kaufen. Denn David hat nichts unternommen, als er übers Internet live mitverfolgte wie ein Mädchen, das er kannte, sich das Leben nahm. Die Diagnose: Seine soziales Verhalten ist gestört bis gar nicht vorhanden. Seine Gefährtin soll ihn dazu bringen, erneut ein gesundes soziales Bewusstsein zu entwickeln.

David ist alles andere als begeistert von dieser Idee, doch dann steht seine Gefährtin Rose vor ihm. Eine Robotermaschine, die aussieht wie ein echtes Mädchen und seinen sehnsüchtigsten Fantasien entsprungen zu sein scheint. Man merkt Rose kaum an, dass sie kein Mensch ist. Nur manchmal, da versteht sie Redewendungen nicht oder weiß nicht wie sie auf neue und unbekannte Situationen reagieren soll. David kann fast vergessen, dass sie eine Maschine ist. Aber nur fast, denn eines Tages, als sie übers Küssen hinausgehen wollen entdeckt er, in welcher Form genau Rose sich von einem Menschenmädchen unterscheidet.

Doch da ist auch noch Charlie. Charlie, der Außenseiter, der keine Freunde hat und alleine mit seinem Bike durch die Gegend zieht. Als er Rose trifft, ist er begeistert von ihr, sogar dann, als er entdeckt, was unvollständig an ihr ist und eine schmerzhafte Emanze wider jeder Natur beginnt.

Ein „freakiges“-Hörbuch, was mit seinem kritischen Inhalt, verpackt in „seichtere“ Jugendlektüre, überzeugt!

Girl Parts“ hielt genau das, was ich mit dem ersten Blick auf dieses Cover verband und noch mehr!

Es ist etwas freakig, behandelt eine inzwischen absolut nicht mehr abwegige Entwicklung unserer Gesellschaft und regt stark zum Nachdenken an. Dabei sind diejenigen Inhalte die Besten, die das nicht „Auf-Teufel-Komm-Raus“ provozieren, sondern eine fiktionale Geschichte drumherum bauen, die durch romantische, gefühlvolle, witzige und sarkastische Parts überzeugt.

Anfangs konnte ich mit dem Titel „Girl Parts“ wenig verbinden, doch recht schnell wird deutlich, worauf John M. Cusick hinaus will.

Ist eine Maschine in der Lage „richtig“ zu fühlen, wenn ihr einprogrammiert wurde zu glauben, sie fühle?

Das beschriebene Szenario jagte mir einerseits Angst ein, andererseits fand ich es hoch faszinierend.

Die Frage, die uns in der Vergangenheit stark beschäftigt hat und weiterhin immer stärker umtreiben wird ist: „Wann ist ein Mensch ein Mensch“?- und was ist mit Maschinen, die darauf programmiert wurden „menschlich“ zu sein oder die wirklich wie Menschen fühlen und agieren?

Ist es nur das Gehirn, was einen Menschen ausmacht oder unser ganzer biologischer Apparat dazu?

-Ich kann diese Frage nicht beantworten, ebenso wenig wie John M. Cusick mit „Girl Parts“, aber das war sicherlich auch nicht seine Intention.

Seine Intention deutet vielmehr auf körperliche „Mängel“ hin und wie sich die Vollständigkeit eines menschlichen Organismus definieren lässt oder welche Folgen eine Unvollständigkeit in der Gesellschaft hat.

Drei Charaktere, die dem Ganzen den letzten, authentischen Schliff verleihen

Das mag alles sehr hochgestochen klingen, aber letztlich brachte der Autor dies alles auf ein recht normales Level und demonstrierte diesen beeindruckenden Hintergrund mit der Figur Rose und zwei – auf den ersten Blick – ganz normalen Teenagerjungen. David und Charlie.

Dass hier nichts wirklich vollkommen normal ist, dürfte sich für die HörerInnen schnell herausstellen und dass John M. Cusick trotz der Verwendung von blumiger Sprache indirekt nichts unangebrannt ließ ist ein wahres Kunststück. Indirekt ging er in die Vollen und es war eine wahre Freude „Girl Parts“ zu lauschen.

Wäre ich nach der Hörprobe nur nach dem Sprecher gegangen, hätte ich „Girl Parts“ nicht gehört. Doch da mich die Geschichte samt Cover so ansprachen, hörte ich es trotzdem und bin sehr froh darüber. Ich habe zwar einige Zeit gebraucht um mich an Chris Pattons Art zu lesen und zu betonen zu gewöhnen, aber danach war es super, weil seine Stimme perfekt zu zwei Jungen wie Charlie und David passten.

Mein endgültiges Urteil:

Gesellschaftskritik vom Feinsten, die sich für Jugendliche eignet, aber auch für Erwachsene und einfach alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind.

Wer zunächst genauso ratlos ist wie ich, was sich hinter den „Parts“ von „Girl Parts“ nun genau verbirgt, muss dieses Hörbuch unbedingt hören.

Da Chris Patton aber ziemlich schnell liest, empfehle ich es eher „Fortgeschrittenen“ Englischhörbuchhörern- und HörerInnen, denn wenn man anhand des Tempos nur die Hälfte versteht, ist es nur der halbe, bis gar kein Spaß.

Hört euch unbedingt dieses Hörbuch an, ich finde es genial und wenn es gar nicht anders geht, kauft euch die englische Buchausgabe und im ganz schlimmen Notfall, greift auf die Deutsche (neu erschienene) Ausgabe zurück; Hauptsache, ihr kommt in den Genuss dieser Geschichte!

Doch wenn ich ehrlich bin: Ein Buch kann niemals das ersetzen, was an Emotionen durch die Stimme eines Sprechers zusätzlich vermittelt wird und bei „Girl Parts“ kommt der Inhalt dadurch zusätzlich wunderschön zur Geltung!

Bewertung

Thematik:

Zukunft,

Sozialisierung

Gesellschaftskritik

Moral

Roboter

Jugendliche

Liebe

Gesellschaftsentwicklung

Internet

Sexualität


Vielen Dank an Audible.de für die Unterstützung!

Shade von Jeri Smith-Ready, gelesen von Khristine Hvam [HörBuchRezension]

Hörbuch Shade

Allgemeine Hörbuchinformationen:
Autor: Jery Smith-Ready
Sprecher: Khristine Hvam
Spieldauer: 08 Std. 49 Min. (ungekürzt)
Anbieter: Audible, Inc.
Veröffentlicht: 2011
Hörprobe: Shade
Zum Hörbuch bei Audible.de!

Der Inhalt:

Logan rockt mit seinen Brüdern öfters mal die Bühne. So auch an seinem 17. Geburtstag. Ein besonderer Tag und eine noch bedeutendere Nacht, denn seine Freundin Aura ist endlich bereit mit ihm zu schlafen. Sie schweben beide im siebten Himmel, doch als es zur Sache geht, versagt Logans wichtigster Teil für diesen Akt den Dienst. Der Grund: Er trank zu viel Alkohol. Als er das Zimmer verlässt, um eine kalte Dusche zu nehmen, damit es für die Beiden doch noch eine unvergessliche Nacht wird, bittet er Aura, auf ihn zu warten. Einige Minuten später ist er tot und erscheint Aura und allen, die sie sehen können, als Geist. Auras Leben liegt in Scherben und sie kann den Tod ihres geliebten Boyfriends nicht fassen. Doch an seine letzten Worte, die er als lebende Person an sie richtete, kann sie sich nur zu gut erinnern und sie weiß, dass sie auf ihn warten wird, solange es eben nötig ist. Bis sie den jungen Zach kennen lernt, der ihr gehörig den Kopf verdreht…

Besondere Vorlesekünste laden ein zum Verweilen und sorgen für reichlich Authentizität

Gemessen an meinen bisherigen „Ghost“-stories bot Jeri Smith-Ready mir außergewöhnliches. Doch zunächst zur Sprecherin Khristine Hvam. Nach der Hörprobe konnte diese Dame mich nämlich eher nicht überzeugen, doch ich wollte „Shade“ um der Geschichte willen so, so gerne hören. Die Stimme von Khristine Hvam ist sicherlich Geschmackssache und meinen traf sie leider nicht in dem Maße, dass ich mich vollkommen in ihrer Stimme verlieren konnte, doch an ihren Vorlesefähigkeiten gibt es nichts auszusetzen!

Sie wusste den verschiedenen Charakteren in einem gesteigerten Maße individuelle „Persönlichkeiten“ zu verleihen, so dass ich diese anhand ihrer Stimmen sofort zuordnen konnte und das ist grandios.

Sie las sogar so gut und brachte eine authentische Note in Jeri Smith-Readys Geschichte, dass es beinahe schon zu viel war. Denn mein Lieblingscharakter Zach ist Schotte. So weit, so gut, doch haben Schotten scheinbar einen extremen Akzent, wenn sie englisches Amerikanisch sprechen. Khristine Hvam hat diesen Akzent sehr, sehr gut nachgemacht und manchmal amüsierten mich Zachs Sprechparts, obwohl ich anfangs genervt war, weil ich ihn so schlecht verstand, doch manches habe ich bis zum Schluss einfach nicht heraushören können. Glücklicherweise fehlte mir nichts wichtiges, so dass ich den Kontext immer verstand.

Allerdings kann ich das Hörbuch von „Shade“ deswegen nur versierteren englischsprachigen Hörbuchhörern und Hörbuchhörerinnen empfehlen oder denjenigen, die keinerlei Verständnisprobleme von (ulkigen) Akzenten haben.

Auch die Musik am Anfang und am Ende der Vertonung verliehen dieser Produktion etwas Besonderes und eine schöne Note.

Gute“ und „böse“ Geister bilden einen hörenswerten Kontrast

Inhaltlich kreierte Jeri Smith-Ready eine abgefahrene Geistergeschichte, die mit komplizierten Verwicklungen, überlaufenden, emotionalen Gefühlen und mysteriösen Elementen ein breit gefächertes Spektrum bietet. So sei es nun der Umgang mit Drogen und Alkohol im Teenageralter, die Verantwortung, die eine Person zu tragen hat, wenn sie als Einzige etwas besonderes in einem noch unerforschten Gebiet kann und vor allen Dingen, wie eine Gesellschaft mit der Existenz von Geistern umgeht.

Denn da war Jeri Smith-Ready echt kreativ. Es gibt dort tatsächlich ganz normal und „legal“ existierende Geister, die allerdings nicht von allen gesehen werden können, sondern nur von denen, die nach dem „Shift“ geboren sind.

Auch in dieser Geschichte gibt es gute und böse Geister. Gute Geister sind die, die noch auf irgendetwas warten, um mit ihrem Tod, ihrer Vergangenheit oder ihrem ehemaligen Leben abzuschließen und dann „weiterzuziehen“. Damit sind sie aus der Welt dann nachhaltig verschwunden. Auch können sie keine Objekte oder Menschen berühren und sich nur an den Orten aufhalten, an denen sie zu ihren Lebzeiten gewesen sind. Und natürlich hält sie die Farbe rot auf.

Die Bösen hingegen sind zerstörerisch, voller Hass und Bosheit, unkontrollierbar.

Jeri Smith-Ready wusste mich mit ihren tollen Charakteren zu verzaubern und führte mich immer tiefer in diese „gespenstische“ (;)) Welt hinein.

Allerdings gab es Momente, in denen mir bestimmte Konflikte schon zum Halse heraushingen und ich das Gefühl hatte, sie würde sich teilweise wiederholen, so dass mir einiges doppelt und unnötig langatmig erschien.

Auch das (vorläufige) Ende sagte mir nicht so zu und erschien mir ein wenig zu künstlich unaufgelöst und dramatisch herbeigeführt, um dem ersten noch weitere Teile folgen lassen zu können.

Mein endgültiges Urteil:

Eine super Vertonung von Jeri Smith-Readys „Shade“, die Lust auf mehr macht und viel Potenzial besitzt. Neben neuen fantastischen Ideen, sorgt eine romantische Komponente für Abwechslung und Aufregung. Allerdings glaube ich, dass eine Steigerung noch möglich ist. Da es (wenige) Durststrecken gab, vergebe ich gute 4 Sterne und freue mich schon auf die Fortsetzung, die „Shift“ heißt.

Bewertung

Thematik:

Geister

Drogen und Alkoholkonsum

Schottischer Austauschschüler

Jugendliche

Selbstfindung

Gut und Böse

Paranormales

Vielen Dank an Audible.de für die Unterstützung!


Die Wonnen der Gewöhnlichkeit von Nick Burd [Rezension]

Ich übte mich darin allen möglichen Gegenständen im Haus zu sagen, ich sei schwul. Ich sagte es der Seifenschale in meinem Badezimmer, dem Deckenventilator über meinem Bett und dem blauen Trinkglas […]
„Ich bin schwul“, sagte ich zu diesen Gegenständen.
„Homosexuell.“
Anschließend wartete ich darauf, dass das verwaiste Trinkglas zersprang, der Ventilator von der Decke fiel oder die Seifenschale einen markerschütternden Schrei ausstieß. Doch nichts dergleichen geschah. Die Welt drehte sich weiter wie bisher.

S. 21

Inhalt:
Dade Hamilton ist mit sich und der Welt nicht ganz im Reinen. Er weiß schon lange, dass er schwul ist, doch sein Pseudo-Freund Pablo leugnet seine eigene Homosexualität und geht offiziell mit Judy. Seiner Alibifreunden. Denn Pablo hat viel zu verlieren. Seine Heterofreunde, seine Clique und sein Ansehen. Denn Pablo ist beliebt. Dade nicht, weswegen ihn viele auch einfach Dave nennen.
Dade braucht lange um zu merken, dass er auch ohne Pablo etwas wert ist, doch es ist gar nicht so einfach seine Gefühle davon zu überzeugen, dass ein Kerl schlecht für einen ist. Dann trifft Dade auf Alex Kingsky. Ein Dealer, der das Leben liebt und sich in gänzlich anderen Kreisen bewegt. Noch weiß Dade zwar nicht, ob Alex auch schwul ist, doch das hindert ihn nicht daran, von nun an in denselben Kreisen zu verkehren wie Alex, und sein Leben umzukrempeln.Vor allen Dingen aber eines: Erwachsen zu werden!

Meine Meinung:
Es war mir die reinste Wonne dieses Buch zu lesen. Ich kann es mir schwer erklären, denn zum Einen ist es eine gewöhnliche Geschichte, die durch wunderschöne Momente, die mich bewegten, bestechen konnte und zum Anderen hebt sie sich sehr von anderen Büchern ab.
Zum Beispiel erlebte ich eine große Überraschung, als ich feststellte, dass Dade, der Protagonist Homosexuell ist. Dadurch wurde es für mich aber nur noch einmal spannender.
„Die Wonnen der Gewöhnlichkeit“ erzählt eine einfühlsame Geschichte über einen jungen Mann, der seinen Platz in der Welt zu finden sucht, während sich sein Umfeld drastisch verändert und er endlich den Mut findet, seine Sexualität zu outen.
Dies alles geschieht in drei Monaten eines Sommers, bevor er ans College geht und ich kann Dade nur zustimmen, wenn er sagt, dass dies seine wichtigsten und schönsten drei Monate waren.
Nick Burd bewies in seinem Debüt (!) ein großes erzählerisches Talent, was poetisch angehaucht und sehr authentisch mein Herz gewann.
Eine famose Geschichte, die mich zum Nachdenken anregt und darüber, wie die Dinge auf der Welt laufen und ob alles seine Richtigkeit hat, so wie es ist.
Am Ende war ich sehr traurig und betroffen. Denn mit vielem rechnete ich, nur damit nicht. Nick Burd bedurfte keiner überkanditelten, fantastischen Elemente oder anderem „Schnick Schnack“. Er schrieb eine Geschichte über die Wirklichkeit, die sich genauso oder so ähnlich zugetragen haben könnte. Alleine mit der Kraft und Ehrlichkeit seiner Worte wusste er mich zu verzaubern und ich fühlte mich mit den Charakteren so verbunden, wie selten und der Abschied fiel mir sehr schwer. (Und jetzt vermisse ich sie).

Mein Fazit:
Wonniglich, köstlich, einmalig, lustig und einfach nur herrlich ehrlich, so denke ich an „Die Wonnen der Gewöhnlichkeit“ zurück und wünsche mir viele LeserInnen für dieses grandiose Werk. Denn dieser Autor hat es verdient, gelesen zu werden! Ein prägnanter Charakter, der seinen Weg zu finden sucht, wobei Nick Burd auf das Problem dieser Figur mit seiner Homosexualität sehr schön einging. Dade jammerte nicht in einer Tour herum oder zerfloss in Selbstmitleid. Er ließ die Dinge auf sich zukommen und am Ende arrangierte sich irgendwie alles.
Deswegen empfehle ich diesen Roman und bin schon gespannt, was uns dieser Autor weiterhin präsentieren wird. Denn für mich steht fest: Ich will mehr!

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
PREMIUM AUSGABE
Euro 14,90 [D] 15,40 [A]
SFR 21,90
Die Wonnen der Gewöhnlichkeit von Nick Burd
dtv premium
Aus dem Englischen von Wolfram Ströle
Deutsche Erstausgabe
320 Seiten
Ab 14
ISBN 978-3-423-24880-8
1. Auflage, Juni 2011
Zum Buch: Klick!

Davon, wie ich mich verliebte… [„Dichtkunst“] ?

Im Internet stolperte ich zum ersten Mal über dich,

erschrocken über deine Schönheit

versank in Träumen…

Der Kopf vernebelt, verrückt nach diesem einen Werk,

wagte zu suchen und zu suchen und zu suchen,

bis ich  fand, was ich begehrte.

Obgleich die Hoffnung doch eigentlich schon verloren war.

Eine Verbotene Hoffnung, dennoch überlebte,

denn es ist und bleibt nun einmal „Forbidden“

[Übersetzung für die miserable „Dichtkunst“]:

Seitdem ich dieses eine Buch zum ersten Mal gesehen habe, hat mich irgendetwas daran berührt und ich bekam es nicht mehr aus dem Kopf.

Die „Zeit des Wartens“ hatte begonnen. Täglich sah ich mir das Cover an, durchstöberte den Klappentext in der Hoffnung, er würde endlich ein wenig mehr preisgeben. Immer enthielt er dasselbe, doch ich gab nicht auf.

Gefangen in einer Faszination und Bewunderung für ein Buch, dass ich noch nie in der Realität gesehen hatte und was erst im August erscheinen sollte.

Bis ich über die englische Fassung stolperte. Zwar lange nicht so schön, wie die deutsche Gestaltung, dafür aber umso greifbarer für mich. Die Tagträume durften enden und so habe ich heute dieses Buch bestellt und kann es gar nicht mehr erwarten, bis es bei mir ankommt!

Eine große Liebe voller Leidenschaft und gegen alle Vernunft Die sechzehnjährige Maya und ihr ein Jahr älterer Bruder Lochan kümmern sich um ihre drei jüngeren Geschwister, während ihre Mutter sich dem Alkohol und ihrem Liebhaber zuwendet. Verzweifelt versuchen die beiden, ihre Familie zu erhalten und kommen sich dabei immer näher. Sie wissen, was der andere denkt und fühlt, geben sich Halt und sind sich gegenseitig Trost. Eines Tages wird mehr aus ihrer Beziehung. Maya und Lochan wissen, dass sie etwas Verbotenes tun, aber ihre Gefühle sind stärker und sie können nicht mehr ohne den anderen sein. Denn: Wie kann sich etwas Falsches so richtig anfühlen? Sensibel und eindringlich erzählt Tabitha Suzuma von einer bedingungslosen Liebe über alle Grenzen hinweg. Ein Tabuthema, dass bewegt, fesselt und lange nachklingt.

Seventeen-year-old Lochan and sixteen-year-old Maya have always felt more like friends than siblings. Together they have stepped in for their alcoholic, wayward mother to take care of their three younger siblings. As defacto parents to the little ones, Lochan and Maya have had to grow up fast. And the stress of their lives–and the way they understand each other so completely–has also also brought them closer than two siblings would ordinarily be. So close, in fact, that they have fallen in love. Their clandestine romance quickly blooms into deep, desperate love. They know their relationship is wrong and cannot possibly continue. And yet, they cannot stop what feels so incredibly right. As the novel careens toward an explosive and shocking finale, only one thing is certain: a love this devastating has no happy ending.

Und ja, ich weiß selbst, dass ich nicht dichten kann und vielleicht versteht es außer mir auch keiner, aber die Zeilen vom Anfang wollten einfach mal „raus“ 😉 und dieses Buch hat einfach etwas in mir entfacht…

Ich bin schon so G.E.S.P.A.N.N.T auf dieses WERK!!!!!

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