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Black Blade – Das eisige Feuer der Magie von Jennifer Estep [Rezension]

Mein gesamter Körper fühlte sich an, als sei er erst in eiskaltes Wasser geworfen worden, um dann in einem Wintersturm zu trocknen. In einer Sekunde schwitzte ich von der Anstrengung, in der stickigen Luft des Ladens mein Schwert zu schwingen. In der nächsten musste ich die Zähne zusammenbeißen, damit sie nicht klapperten, weil ich mich fühlte, als wäre das Blut in meinen Adern gefroren. Doch es war kein Eis, das meinen Körper erfüllte – es war Magie. – S. 53

produkt-11520»Inhalt«

Die 17-jährige Lila Merriweather ist als Vollwaise eine absolute Einzelgängerin. Sie verdingt sich als erfolgreiche Diebin und kommt irgendwie gut über die Runden. Bis sie dem Sohn eines mächtigen und reichen Clans bei einem Attentat das Leben rettet. Prompt wird sie als Leibwächterin engagiert. Das Problem: Lilas Welt und die ihrer neuen Arbeitgeber ist nicht normal. Sie wird beherrscht von Magie und magischen Kräften, die jeden unverzüglich von ganz oben nach ganz unten befördern können.

Lila kämpft also nicht nur für das äußerst attraktive Leben des Sohnes, sondern auch um ihres. Schnell gerät sie in moralische Gewissenskonflikte, in denen es um mehr, als nur ihr Leben geht…

»In einer finsteren und magischen Welt…« es geht noch leselustig weiter…

Das nachtblaue Kleid von Karen Foxlee [Rezension]

Nur ein Kleid hängt in dem Schrank. Es riecht nach Erde, denkt Rose, nach Erde und Regen und Himmel. Sie berührt das Kleid, wie es da hängt auf einem einfachen Holzbügel, es ist aus glänzendem, nachtblauen Seidentaft. Es macht ein sanftes Geräusch, als wäre es froh, nach so vielen Jahren berührt zu werden. – S. 65

Das nachtblaue Kleid»Der Inhalt«

Rose Lovell freundet sich nie mit anderen Teenagern an. Sie zieht mit ihrem Vater im Wohnwagen von Ort zu Ort. Immer ist das Geld knapp und immer bleiben sie nicht lange. Doch auf dem Campingplatz Paradise in Australien läuft es anders. Rose muss sich in der Schule anmelden und trifft dort Pearl. Ein Mädchen, das ununterbrochen plappert und wie schillerndes Licht alle anzieht. Auch Rose bleibt davon nicht unberührt und entwickelt stärkere Gefühle für Pearl, als es ihr lieb wäre. Überhaupt, dieser Ort, an dem sie gedrängt wird, sich für das Erntedankfest ein Kleid zu nähen, was sie wiederum zu der als okkult verschriehenen Frau Edie führt, verändert sie.

Rose freundet sich also mit Pearl an, besteigt die Wildnis und erbarmunglosen Berge hinter Edies Haus und muss schmerzhaft lernen, dass nur ein einziges Kleid ALLES verändern kann.

»Sanfte Atmosphäre, gewaltige Bildkulissen«

Mit „Das nachtblaue Kleid“ von Karen Foxlee habe ich mein erstes Kleid genäht. Ich bin träumend durch den tropischen Regenwald geflogen, habe wunderschöne Anblicke der Natur auf einem unergründlichen Felsen genossen, kleine und große Geheimnisse erkundet tiefgründige Charaktere kennengelernt und mit ihnen zusammen eine atemlose Geschichte erlebt.

Das nachtblaue Kleid“ ist ein Buch mit sanfter und ruhiger Atmosphäre. Konträr dazu sind die gewaltigen Bildkulissen, die die Autorin von der Wildnis, der Landschaft, aber auch vom Innenleben der Protagonistin Rose Lovell zeichnete. Rose selbst ist eine Figur, der mein ganzes Mitgefühl gehörte. Sie wächst in wirklich desolaten Verhältnissen auf und versucht dennoch das Beste daraus zu machen.

»Ein schwieriger Einstieg«

es geht noch leselustig weiter…

Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon [Rezension]

Die finstere Vergangenheit der Macht

Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon»Der Inhalt«

Canda freut sich auf ihre Vereinigung mit Tian. Dem Mann, mit dem sie aufwuchs und dem sie schon immer versprochen ist. Doch als sie am morgen der nächtlichen Zeremonie aufwacht, fühlt sie sich so, als sei sie gestorben, aber immer noch am Leben. Etwas an ihr stimmt nicht. Eine ihrer vier Gaben ist über Nacht irgendwie verschwunden. Ihr Glanz, der sie zu etwas Besonderem machte. Doch noch schlimmer: Tian soll angeblich geflohen sein. Canda kann das nicht glauben und spürt, dass er entführt worden sein muss, also folgt sie ihm im Auftrag der Mégana – die die Stadt regiert – und die ihr den Sklaven Amad zur Seite stellt.

»Die Spur aus Licht und Dunkelheit«

Ich habe mir wenig unter „Der dunkle Kuss der Sterne“ vorstellen können, dementsprechend wurde ich ins kalte Wasser geworfen, als Nina Blazon ihre Geschichte von der ersten Seite an aufblühen ließ.

Ich konnte mich dem funkelnden und strahlendem Kern der Protagonistin Canda nicht mehr entziehen.

Ständig schien etwas fast Greifbares zwischen den Zeilen zu liegen, das ich mir gerne gegriffen hätte. Also las ich beinahe ununterbrochen, weil ich hoffte, die richtige Spur aus Licht und Dunkelheit einfangen zu können.

»Hilfe! – Die Geschichte lebt!«

Der dunkle Kuss der Sterne“ vereint sowohl die Hitze der Wüste als auch die Kälte des Schnees in sich. Nina Blazon spielt gerne mit den Temperaturen, lässt einem beim Lesen die sandige Hitze auf der Zunge spüren, den Staub schmecken, die Hitze fühlen, das tanzende Flackern vor den Augen wahrnehmen. Wenn eine Geschichte aus den Seiten herauszukrabbeln scheint, finde ich das höchst faszinierend und schreibe: HUT AB!

»Zwischen Sehnsucht und Liebe«

Eine Geschichte, geboren aus Sehnsucht, Mut, Kraft, Stärke und der unabdingbaren Hoffnung an die Liebe. Die Geschichte von Canda, die mit jedem Umblättern tiefer in ein Kartenhaus aus Geschichten, wiederum verwoben in neuen Geschichten einzutauchen scheint. Ein Kartenhaus, auf dessen Zusammenbruch ich mit vor Spannung angehaltenem Atem wartete.

»Wenn die eigenen Gefühle explodieren«

Nina Blazon präsentiert in „Der dunkle Kuss der Sterne“ eine Palette der Vielfalt, die meine Fantasie zum Explodieren und Eskalieren brachte. Dabei folgten wir den Pfaden immer tiefer ins Kartenhaus hinein, erlebten Überraschung um Überraschung und erfuhren Hintergründe, die mich beinahe erzittern ließen.

»Mein Fazit«

„Der dunkle Kuss der Sterne“ ist eine anmutige, strahlend schöne und absolut magische Geschichte. Aus dem Stoff sind die Träume aus 1001 Nacht gewebt.
Ich kann gar nicht so recht greifen, wie diese Frau eine dermaßen ausgeweitete Geschichte so detailliert und intensiv beschreiben kann und dennoch immer wieder mit einem Ass im Ärmel zu überraschen weiß.
Ich müsste schon einen Krampf im Kiefer haben, weil der ständig vor ehrfürchtigem Staunen offen steht!

Eine starke Geschichte für mutige LeserInnen und entdeckerfreudige Geister!

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten

NINA BLAZON
Der dunkle Kuss der Sterne
ORIGINALAUSGABE
Ab 13 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
528 Seiten,
13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16155-5
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 24,50
Verlag: cbt
Zu „Der dunkle Kuss der Sterne“ bei cbt

Morgans Erwachen von Alex Epstein [Rezension]

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»Der Inhalt«

Frühmittelalterliches Britannien:

MorgansErwachenCoverIhr Name ist Anna und sie ist noch ein junges Mädchen, als sie im Traum beobachtet, wie ihr Vater Gorlois in der Schlacht hinterhältig getötet wird. Der Mörder ihres Vaters macht sich ihre Mutter Ygraine zu eigen, so dass Anna fliehen muss.

Sie wird über das Meer geschickt, ausgestattet mit dem neuen Namen Morgan. Sie gelangt nach Irland, ein Land, das ihr fremd und vertraut zugleich ist.

Jahrelang überlebt sie, lernt die Hoffnung, die Sehnsucht und die Liebe kennen und weiß dennoch: Sie lebt für nur ein Ziel: Sie will ihre Eltern rächen und den Mann töten, der ihr das Leben in Britannien nahm: Uther.

Doch wie kann sie gehen, wenn sie ihre Liebe gefunden hat und weiß, dass sie erneut ein Leben aufgeben muss, das sie hätte haben können?

»Tief berührend und fesselnd«

Morgans Erwachen” von Alex Epstein hat mich tief berühren und durchgängig fesseln können.

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Diesem Roman wohnt eine große Sehnsucht inne, die durch verschiedene Konflikte, jedoch vordergründig durch die Gedanken und Taten der Protagonistin Morgan transportiert werden.

Alex Epstein beschreibt bravourös die malerischen Landschaften Irlands, geht darüber hinaus und schildert, was in der Erde liegt, unter den Menschen. Welchen Zauber und welche Magie die Erde beherbergen kann. So magisch, wie der Plot durch Morgans Taten teilweise anmutet, so magisch gestaltete sich für mich auch das Lesen.

Voller Begeisterung habe ich mitverfolgt, wie Morgan ihre “Zauberkräfte” bzw. ihre Verbindung zur Erde entdeckte und in sich entfesselte.

»Glaubenskonflikte«

Morgans Erwachen” zieht nicht nur einen wunderschönen Bogen zwischen den persönlichen Gefühlen der Protagonistin, die primär von Rache genährt werden, sondern auch einen der Religionen.

MorgansErwachenZitatwolke2Alex Epstein gibt getreu wieder, wie sich Menschen einer bestimmten Glaubensrichtung fremden Glaubensrichtungen annähern. Meistens begegnet man diesen mit Skepsis und Misstrauen, im frühmittelalterlichen Zeitalter begegnet man anders denkenden Menschen sogar mit dem Tod.

Propheten, Druiden, Römer, Christen, Heiden, Hexen, all das thematisiert Alex Epstein und zwar auf eine Art und Weise, die mich selbst zum Nachdenken anregte und mir half, Religion noch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

»Starke Identifikationsmöglichkeiten mit den Figuren«

Ich habe selten kraftvollere Worte und Verflechtungen derer genießen dürfen.

Während von der Schönheit des Krieges die Rede ist, sträuben sich mir eigentlich die Nackenhaare, doch dieser Autor lässt mich diese Betrachtung nachvollziehen und ich bin

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erstaunt, welch grausamen Taten tatsächlich manchmal etwas Schönes innewohnen kann.

Alex Epsteins Schilderungen habe ich sogar als dermaßen intensiv empfunden, das ich stellenweise 

fürchtete, dieser Intensität nicht mehr gewachsen zu sein…

Überhaupt war es so, als wäre ich Morgan gewesen, wäre als Anna in Britannien geboren worden, um dann über das Meer zu kommen – mit einem neuen Namen – in der rauen Wildnis Irlands zu leben und mich in einer fremden Kultur zurechtzufinden.

Das ist ein großartiges Kompliment für den Autor, wenn ich mich als Leserin so fühlte, als sei ich dort gewesen.

»Mein Fazit«

Zwischen Rache, Liebe, Glaube und Hoffnung. Zwischen Krieg, Gewalt, Blut und Tod. Zwischen Natur, Schönheit, Magie und Stärke.

Morgans Erwachen” bewegt sich auf vielerlei Ebenen, die ich als Leserin mitfühlend verfolgte; und nur jedem nahelegen kann, die Reise, die Morgan antritt, ebenfalls anzutreten und sich entführen zu lassen, in eine Geschichte, aus der so viel Liebe, Gefühl und Poesie spricht, dass es mir das Herz zerreißen möchte.

 MorgansErwachenZitatwolke5WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten

ISBN-13: 978-3-8251-7870-3
Erscheinungsjahr: 2013
Auflage: 1
Extras: Umschlaggestaltung: Rothfos & Gabler, Hamburg / übersetzt von Michael Stehle
Einband: Gebunden
Seiten: 320
Verlag: Urachhaus
Altersstufe: ab 14 Jahren
Original Titel: The Circle Cast: The Lost Years of Morgan Le Fay
Original Verlag: Tradewind Books, Vancouver
Original Sprache: Englisch
Zu „Morgans Erwachen“ bei Urachhaus

Vielen Dank an BdB und Urachhaus für dieses Leseexemplar!

Riley Blackthorne – Die Dämonenfängerin 02. Seelenraub von Jana Oliver [Rezension]

»Zweiter Band der mitreißenden Serie – wer einmal anfängt, kann nicht mehr aufhören!«

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© S. 20 – “Riley Blackthorne – Die Dämonenfängerin 02. Seelenraub” – Jana Oliver

Ihrer Ansicht nach erübrigten sich die letzten beiden Punkte, falls das mit dem Dritten nicht klappte. – S. 21

SeelenraubDer Inhalt:

Riley Blackthorne ist 17 Jahre alt und immer noch auf der Suche nach dem Beschwörer, der den Leichnam ihres kürzlich verstorbenen Dads aus seinem Grab exhumierte und raubte. Ganz alleine auf der Welt, muss sie mehr denn je um ihr Leben fürchten, denn der mächtige Dämon von einst ist ihr noch immer auf den Fersen. Obwohl ihr Freund Simon dem Tod Dank ihres Paktes mit dem Himmel nur knapp entronnen ist, ist er plötzlich von der Idee besessen, sie sei mit dem Teufel im Bunde. Dann wäre da noch die Tatsache, dass sie eigentlich die Welt retten soll; von ihrem ständigen Aufpasser, Beck, dem ehemaligen Partner ihres Vaters, bewacht wird und immer wieder den heißen Typen namens Ori begegnet. Als der Vatikan einige Jäger in ihre Stadt schickt, ist die Katastrophe perfekt und Riley muss schon bald erkennen, dass sie lediglich ein Spielball im Kampf höherer Mächte ist. Doch nicht mit ihr; so nicht!

Ein vertracktes Spiel zwischen Himmel und Hölle – wie ein Spagat zwischen Ernst und Humor

Die Fortsetzung Jana Olivers steht ihrem Vorgänger in Humor und Charme nichts nach. Noch immer gibt es einige wackelige Stellen, so beispielsweise der Anfang, der sich gut lesen lässt, aber nicht die Spannung enthält, die ich mir zunächst gewünscht hätte. Manche Details scheinen gelegentlich unsauber, doch im Großen und Ganzen hat Jana Oliver mich an irgendeinem Punkt noch richtig zu packen gewusst.

Was seichter begann, entwickelt sich zu einem vertrackten Spiel zwischen Himmel und Hölle, indem für die LeserInnen die Fronten nie eindeutig geklärt sind, was den Reiz des Lesens schier ins Unermessliche steigen lässt steigert.

Die Balance zwischen Ernst und Witz lässt „Riley Blackthorne – Die Dämonenfängerin 02. Seelenraub“ zu einem wahren Lesemagnet mutieren, der sich flüssig lesen lässt, mir gelegentliche Schauder über den Rücken jagte und mir den einen oder anderen Lacher entlocken konnte.

Ein „Chili-scharfes-Story-Menü“ mit tiefgründigen Charakteren

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Mit und ohne Schutzumschlag

Die Charaktere nehmen an Tiefe gewaltig zu und offenbaren Facetten, die ich nach dem ersten Band nie erwartet hätte. Die Autorin holt ebenso einige neue Mitspieler ins Boot, welche die Komplikationen verstärken und (bildlich gesprochen) die scharfe Chili-Schote in diesem so gelungenen „Story-Menü“ darstellen. Dieses Feuer, das neben Biss aber auch von weichen und schwachen Momenten ergänzt wird, hat mir unheimlich zugesagt und dieses Werk so authentisch gestaltet.

Identifikation mit dem Prozess und Problemen des Erwachsenwerdens

Die Protagonistin Riley Blackthorne, 17 Jahre, ist zwar eine starke junge Frau, die durch ihren Mut oft in gefährliche Situationen gerät, doch sie kann auch Schwäche zeigen und ist oft gefangen in ihrem Prozess des Erwachsenwerdens, indem sie versucht, das Richtige zu wollen und dann auch umzusetzen. Aus diesem Grunde habe ich mich einerseits stets gut unterhalten gefühlt, aber dennoch etwas Tiefgründigeres geboten bekommen, das sich mit den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens auseinander setzt.

So schildert Jana Oliver „Riley Blackthorne – Die Dämonenfängerin 02. Seelenraub“ hauptsächlich aus der personalen Erzählsituation Rileys, die gelegentlich von Denver Beck abgelöst wird, ebenfalls einer Figur, die in der nächsten Fortsetzung weiterhin eine tragende Rolle spielen dürfte.

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Band 1 & 2

Der Schauplatz der Handlung ermöglicht diesem, zwischen Ernsthaftigkeit und Witz spielend zu wechseln; denn neben Friedhöfen, Kirchen, Hexen- und Nekromantenwohnungen, trifft man die sympathischen Buchbewohner auch in Coffeeshops, Autos, Ruinen, Kratern und Schulen an.

Abenteuerlich? Gewiss. Überraschend? Absolut. Empfehlenswert? Kein Zweifel!

Mein endgültiges Urteil:

Riley Blackthorne – Die Dämonenfängerin 02. Seelenraub“ ist ein Jugendbuch nach meinem Geschmack, das sich himmlisch gut und höllisch heiß gestaltet und gelesen werden will. Da der Anfang mich nicht komplett überzeugen konnte, kann ich leider „nur“ 4,5 Sterne vergeben!

Doch ich freue mich schon auf die im März erscheinende Fortsetzung, wenn es wieder heißt: Himmel und Hölle im Kampf entzweit, während die Dämonenfängerin Riley Blackthorne für reichlich Wirbel und Turbulenzen sorgt!

Leseprobe!

4,5

4,5

Covervorschau:

Höllenflüstern

Thematik:

Nekromantie

Dämonen

Liebe

Gefühlswelt

Luzifer

(Gefallene) Engel

Magie

Hexen

Erwachsenwerden

Allgemeine Buchinformationen:

Jana Oliver
Seelenraub
Riley Blackthorne – Die Dämonenfängerin 2
Roman
Hardcover
Preis € (D) 16,99 | € (A) 17,50 | SFR 24,50
ISBN: 978-3-8414-2111-1
Zu „Riley Blackthorne – Die Dämonenfängerin 02. Seelenraub“ bei FJB

>>>HINWEIS<<< auch ohne Vorkenntnisse lässt sich Band 2 spielend lesen. Eine kleine inhaltliche Zusammenfassung des 1. Bandes ermöglicht sofort jedwedes Verständnis!

Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern [Rezension]

Der Inhalt:

Der Cirque des Rêves hat nur nachts geöffnet und reist von Ort zu Ort, von Land zu Land und von Kontinent zu Kontinent. Er zieht die Menschen wie magisch an, so dass sich sogar eine Gemeinschaft namens „Rêveurs“ gründet, die sich gegenseitig über das Auftauchen des Zirkus‘ informieren und ihre Leidenschaft für diesen intensiven, sowie impulsiven Ort teilt.

Doch niemand ahnt, welche Illusion und Bedrohung unter diesem Schauspiel der Schönheit und Wunder verborgen liegt. Der Zirkus, einst geschaffen als Schauplatz eines Duells, kennt nur einen Sieger und kein Erbarmen. Zwei Zauberer haben sich unfreiwillig mit ihrem Leib daran gebunden und müssen ihn immer erweitern und immer die Oberhand gewinnen. Eine Zwickmühle, die niemand lösen kann. Irgendwann wird einer unterliegen und was passiert dann mit diesen Menschen anlockenden Faszinationen?- Möge der Bessere gewinnen!

Das gewisse ‚Etwas‘?

Wieso fühlen sich relativ viele LeserInnen von „Der Nachtzirkus“ bezaubert? Was beschreibt oder hat Erin Morgenstern, was anderen Autoren fehlt?

Die Antwort ist recht einfach. Sie mischt viele unbekannte Variablen, die sie sich wie zufällig immer wieder berühren lässt, und schafft mit zunehmender Handlung immer intensivere Verknüpfungspunkte, die LeserInnen hautnah eine Entwicklung spüren lassen. Versucht haben dies sicherlich schon viele Schriftsteller und einige sind gescheitert. Hingegen Erin Morgenstern überzeugt durch weitere Elemente: Sie kombiniert ihre vielen Charaktere, die in unregelmäßigen Zeitsprüngen aus verschiedensten Blickwinkeln wahrgenommen und durchleuchtet werden mit ihrem feingliedrigem Schreibstil, der dieser Erzählung das Leben einhaucht.

Es betreten nicht nur von Erin Morgenstern erschaffene Figuren den Zirkus. Die Autorin spricht ihre LeserInnen direkt an und das an sich wäre nicht einmal nötig gewesen, um sich dermaßen von der Atmosphäre verzaubert zu fühlen.

Gelegentlich wünschte auch ich mir mehr Klarheit und war diese vermeintliche „Hinhaltetaktik“ leid, doch am Ende ergibt alles einen Sinn und ordnet sich einer recht schlichten Lösung unter, die ich so niemals erwartete. Dieses subtile Finale stellt quasi den Gipfel der zuvor schon herrschenden Authentizität dar.

Der große Gewissenskonflikt

Welche Strategie verwendet diese talentierte Autorin außerdem?

Erin Morgenstern führt ihre LeserInnen in einen Gewissenskonflikt. Dieser äußert sich in den beiden Protagonisten Celia und Marco. Wie bereits erwähnt, werden sämtliche Charaktere aus allen nur erdenklichen Perspektiven gezeichnet und so fiebert man gleichermaßen mit Celia und Marco mit, obwohl das Wesen der Handlung darin liegt, dass die beiden in einem unvorstellbarem Rahmen ein Duell austragen und Feinde sind. Auf diese (manipulative) Art und Weise gibt es kein eindeutiges Abstecken/Eingrenzen von Gut und Böse.

Der Nachtzirkus“ lebt von seinen Nebenhandlungen mitunter stärker, als von seiner Haupthandlung. Wenngleich ich meistens das Gefühl hatte, dass die Haupthandlung noch peripher präsent wäre, sind es vor allen Dingen die einzelnen Geschichtchen, die verknüpft im größeren „Universum“ mein Leserherz höher schlagen ließen.

Die beste Zirkusgeschichte aller Zeiten?

Leider kann ich inhaltlich nicht „en detail“ schildern, was einen als LeserIn erwarten wird, denn die Wirkung dieses Romans muss sich Schicht für Schicht von selbst entblättern. Allerdings wird nichts Ihre Vorstellungen ausreichend ausfüllen können, was auch nur annähernd der realen Erzählung Erin Morgensterns nahe kommt. Ich erwartete Etwas komplett anderes und bin dennoch positiv überrascht. „Eine Zirkusgeschichte, so etwas langweiliges will mir jemand als spannend verkaufen?“- Ja, das will ich. Selbst Menschen mit Zirkusaversionen könnte dieses Buch gefallen. Denn solch einen Zirkus hat noch niemand betreten. Solch ein Zirkus passt in kein Fantasiereich hinein. Solch ein Zirkus ist einmalig und muss selbst erlebt werden, um das Wirken der gesamten Darbietung und ihre Wunder zu verstehen.

Mein endgültiges Urteil:

Viele autonome Nebenhandlungen, die wie kleine Geschichten ihrem eigenem Tempo folgen, eigenständige Pfade beschreiten und dennoch die Geschichte der Haupthandlung beständig weitertragen, unterfüttern, verzieren und verstehen helfen, bilden zusammen mit atmenden Figuren und einem zu Tränen rührendem Schreibstil einen Roman, der mich durchweg an den Seiten kleben ließ. Meisterhaft. Ich las im Rahmen einer Leserunde dieses Werk, durch die ich wiederum auf ein paar (eher unbedeutende) Logikfehler aufmerksam gemacht wurde. Mich störten sie kein Stück, doch es gibt immer LeserInnen, die so etwas gar nicht vertragen. Deswegen weiß ich auch, dass manche den Schreibstil und den Handlungsverlauf Erin Morgensterns eher als „speziell“ bezeichnen würden und nicht alle mit dieser Art des Geschichtenschreibens konform laufen. Doch eine Leseprobe sollte genügen, um dem Abhilfe zu schaffen.

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Magie

Liebe

Rêveurs

Zauberei

Duell

Sieger-Verlierer

Magiepraktiken

Erzählungen

Talente

Schwarz und Weiß

Uhren

19. und 20. Jahrhundert

Allgemeine Buchinformationen:

Erin Morgenstern
Der Nachtzirkus
Roman
464 Seiten, € 19,99 [D]
Erschienen: 15.03.12
Zu „Der Nachtzirkus“ bei ULLSTEIN

Vielen Dank an Lovelybooks und den Ullstein-Verlag für diese Leserunde und in diesem Rahmen dieses wundervolle Leseexemplar!!

Elfenmagie von Sabrina Qunaj [Rezension]

Der Inhalt:

Vanora glaubte immer ein ganz normales Mädchen zu sein. Nun ja, so normal, wie man es eben sein kann, wenn man gewisse Fähigkeiten unterdrücken muss, weil man sie weder beherrscht, noch versteht oder den Anderen offenbaren darf. Doch dann bekommen sie und ihr Vater Besuch von dem Fremden Glendorfil. Er unterrichtet Vanora und bringt ihr alles mögliche über das Volk der Elfen bei. Vanora ist begierig mehr von ihm zu lernen, denn seine Geschichten faszinieren sie und endlich findet sie ein Ventil für ihre ungezügelte Macht.

Doch ein Schatten liegt auf ihrer Existenz. Noch ist sie ein Kind und als solches ahnt sie nichts von dem Krieg, der fern in einer anderen Welt herrscht. Sie weiß nicht, dass ihre Vorfahren schreckliche Fehler begingen und dass nun sie an der Reihe ist, dass Schicksal ihrer Vorfahren zu erfüllen. Sie ist noch ein Kind und die Elfen sind für sie ein märchenhaftes Volk, aber die Zeit wartet nicht ewig und so wird auch Vanora in einen Abgrund aus Schmerz und Dunkelheit hinabgezogen, der nur wenig Licht durchlässt…

Ein vielschichtiges und überzeugendes Debüt

Sabrina Qunaj hat ein pompöses Debüt geschaffen, das besonders am Anfang durch ein zügiges Tempo und vielen Wechseln der Perspektiven zu bannen weiß.

Die Autorin gießt ihre Figuren in ästhetische Formen und obgleich das Volk der Elfen teilweise extrem verherrlicht wurde, ist es dennoch eine der besten Darstellungen von Elfen, die ich jemals gelesen habe.

Die Konflikte in dieser Geschichte sind vielschichtig und die einzelnen Emotionen, Verbindungen, Ränke und Schauplätze verlaufen teilweise parallel, überschneiden sich und finden an irgendeinem Punkt wieder zusammen. Besonders der Anfang von „Elfenmagie“ hat es mir sehr angetan, denn ich war für mindestens 300 Seiten nicht in der Lage, meine Augen von diesen packenden Worten zu lösen. Es entstanden reale Bilder in meinem Kopf, beinahe schon greifbare Gefühle und eine Welt, die mächtig ausbaldowert, einige Licht und Schattenseiten zu bieten hat.

Eine Welt, geteilt in zwei

Wer sich auf eine längere, komplexe Geschichte einlassen möchte und gerne in die Tiefen politischer Intrigen und reiner Gefühle abtauchen möchte, sollte dieser Erzählung mindestens eine Chance geben, denn am Ende wird man es nicht bereuen. „Elfenmagie“ ist zwar der Auftakt einer Trilogie, doch ich empfinde die Geschichte bereits als abgeschlossen und sehe momentan keinen Grund, unbedingt weiterlesen zu müssen, weil irgendetwas nicht aufgeklärt worden wäre. Viele Übergänge sind der Autorin grandios gelungen und durch die vielen abwechselnden Einsichten in verschiedene Charaktere wurden Bindungen ersichtlicher. In einer Welt sowohl den Elfen, als auch den Menschen ihren Auftritt zukommen zu lassen, gefiel mir sehr gut, denn aus dieser „Ausgangssituation“ entwickelten sich viele Fäden, die sowohl die starke Heldin der Geschichte Vanora prägten, als auch die Personen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Und ich muss einmal kurz erwähnen, dass mir Eamon am Stärksten ans Herz gewachsen ist!

Ziellos verloren in den mehr als 900 Buchseiten

Allerdings gab es auch eine kleine Durststrecke, die meinen ansonsten so strahlenden Eindruck von diesem Debüt etwas trübt. Die Liebe zweier Personen zueinander wurde ab einem gewissen Punkt reichlich übertrieben und trieb sich mehr und mehr auf die Spitze, bis ich es nicht mehr Ernst nehmen konnte. Auch andere Ereignisse schienen auf einmal ihre vorgeschriebenen Pfade verloren zu haben, weil sich manche Szenen ziellos im Nichts zu verlieren schienen und ich an manchen Stellen mit Verwirrungen kämpfte. Am Schluss muss ich zugeben, dass „Elfenmagie“ mich etwas übersättigt hat, da manche Darstellungen überstillisiert inszeniert wurden. Eine kleine Fantasy-Pause, zumindest von Elfen, wird mir nicht schaden, denn manchmal ist weniger mehr.

Mein endgültiges Urteil:

Elfenmagie“ ist auf jeden Fall nur etwas für Vielleser und Elfen-Liebhaber. Man kann sich gut und gerne vollkommen in den unzähligen Schichten dieses Werkes verlieren, das einige Überraschungen bietet, mit tollen Charakteren aufwartet und eine neue, prägende Magie beschreibt.

Viele Handlungen werden in „Elfenmagie“ mit Gefühlen begründet oder geschehen aus vermeintlich verletztem Stolz, verletzter Liebe oder simplem Hass.

Ich habe wahnsinnigen Respekt vor Sabrina Qunaj, die in ihrem Debüt auf 900 Seiten beinahe ununterbrochen diese intensive und brennende Atmosphäre erzeugen konnte und die nichts desto Trotz in zwei Fortsetzungen noch mehr zu sagen hat.

Merkt euch diesen Namen, denn ich bin mir sicher, dass wir auch nach dieser Trilogie noch einiges von dieser Frau lesen werden und das zu recht!

Bewertung

Thematik:

Elfen

Magie

Licht | Schatten

Dunkelheit

Seelen

Krieg

Gewalt

(Politische) Intrigen

Geteilte Welten

Macht(Wechsel)

Allgemeine Buchinformationen:
Sabrina Qunaj
Elfenmagie
Broschur, 976 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-2738-0
14,99 €
Zu „Elfenmagie“ bei atb!

Vielen Dank an die Autorin Sabrina Qunaj und Lovelybooks für diese herrliche Leserunde!

Eine Woche voller Neuzugänge

Ich schwebe einerseits im Bücherhimmel weil ich sooo schöne, neue Bücher habe und andererseits komme ich einfach nicht zum Lesen!! 😦 Langsam geht es wieder bergauf, aber mich nervt dieser aufgezwungene Leseentzug schon extrem. :/

Dann zeige ich euch mal die wundervollen Schätzchen:

  • Mercy 01 – Gefangen“ von Rebecca Lim habe ich ja bereits gelesen und rezensiert und weil es so großartig war, musste ich mir unbedingt die Fortsetzung „Mercy 02 – Erweckt“ kaufen. Und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Eine Reihe, die sich (bisher) ECHT lohnt!!

Die nächsten beiden Büchleins:

  • „Unsichtbare Blicke“ von Frank Maria Reifenberg habe ich für eine Leserunde bei (na, woooo wohl? :P) Lovelybooks bekommen. 50 Seiten habe ich bereits gelesen und wow… spannend und gruselig! – Nur ein Tipp: Wenn ihr eine WebCam auf eurem PC installiert oder in eurem Notebook integriert habt: Deinstalliert sie oder klebt sie ab, wenn ihr sie gerade nicht benutzt!!!!!!!!
  • Der zweite Kandidat ist „Dark Canopy“ von Jennifer Benkau. Boah, bin ich da SCHARF drauf! Nachdem MacBaylie mir davon so vorschwärmte… erwarte ich GROSSES!

Das letzte Bild, weil aller guten Dinge drei sind:

  • „Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen“ von Tabita Lee & Kristy Spencer. Das ist für die Jugendbuch-Challenge 2012 und durch die Blog-Tour und einige positive Rezensionen hege ich ebenfalls große Erwartungen!
  • „Elfenmagie“ ist das Debüt von Sabrina Qunaj und hat mehr als 900 Seiten, die ich (irgendwie) immer so in irgendwelchen Lücken und Pausen gelesen habe! War insgesamt sehr gut, meine Rezension wird (hoffentlich) nächste Woche folgen und zur Leserunde auf Lovelybooks kommt ihr, wenn ihr auf den Link klickt! 🙂
  • „Avalon 01 – Rosendorn“ von Jenna Black habe ich noch für die Jugendbuch-Challenge 2011 bekommen. Danke an Stephie!! Nachdem der PAN-Verlag ja „schließt“ und die Bücher („Falling Under“ und „Dreaming Awake“) von Gwen Hayes irgendwie LEIDER doch nicht erscheinen, zumindest zunächst nicht, gab es jetzt als „Ersatz“ eben dieses. Worüber ich mich beinahe genauso freue!!! 😀
  • Hinter den Büchern seht ihr so etwas hervorblitzen und ich sage nur, dass ich bisher reingelesen habe und es wirklich witzig war und mich auch nachdenklich gestimmt hat! Allerdings war mir nur nicht klar, welche Thematik genau behandelt wird, denn nach meinem letzten Fehlgriff mit „Dark Love“ wisst ihr ja, dass Zombies nicht so wirklich mein Fall sind!

Das war es dann auch soweit! Nun warte ich nur noch auf „Touched“ von Corrine Jackson und alles ist perfekt! 😉 Heute Abend gibt es entweder noch meine Rezension zu „Elfenblick“ (das war granatenmäßig schlecht) oder zu „Virtuosity“. Je nachdem folgt die jeweils andere dann Sonntag!

Euch noch einen schönen Samstag, was war bei euch so los?

Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards von Ivo Pala [Rezension]

Der Inhalt:

Svenya ist ständig auf der Flucht und das Leben als junges Mädchen auf der Straße ist hart. Sie muss knochenschwere Jobs bewältigen, oft hungern und unter kalten Brücken schlafen. Aber alles ist besser, als wieder in das Waisenhaus zu gehen, aus dem sie geflohen ist, denn dort wartet nur der perverse Charlie.

Aber in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages, soll Svenyas Schicksal eine unerwartete Wendung nehmen. Sie wird von Elben heimgesucht. Dunkelelben und Lichtelben. Beide wollen sie für ihre Seite gewinnen, aber auf welche gehört sie? Svenya bleibt skeptisch, denn als Straßenkind kann zu viel Vertrauen einem das Leben kosten. Doch als die Elben Svenya ihre Bestimmung offenbaren und sie so etwas wie eine Zuflucht findet, scheint sie endlich ein zu Hause gefunden zu haben. Aber die Gefahr ist nach wie vor ungebrochen, denn es wartet nach Svenyas Ausbildung eine schwierige Prüfung auf sie und nicht allen in ihrem neu entstehenden Freundeskreis ist zu trauen…

Willkommen im Reich der Elben!

Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ ist keine Durchschnittslektüre, sondern eine fantastische Geschichte, in der man unbedingt für einige Stunden abtauchen möchte.

Während sich die Handlung, die Charaktere und die Spannung meistens auf einem hohen Niveau befinden, entführt Ivo Pala seine LeserInnen in ein schon überirdisch anmutendes Reich, was sich direkt unter Dresden befindet.

Dabei ist der Hauptschauplatz gerade mal das provisorische Heim der Elben, denn eigentlich streben die verschiedenen Mächte – Dunkelelben und Lichtelben – dem Ziel entgegen, wieder in ihre richtige, noch paradiesischere Heimat zurückkehren zu können. Aus den verschiedensten Motiven hindern sie sich gegenseitig darin und sind in einem kleinen, schon Jahrtausende andauernden Kampf verstrickt, der auch das Schicksal der Menschheit beinhaltet; die natürlich mal wieder nichts davon ahnen.

Ein aus vielen Schichten bestehendes Elben-Abenteuer, das durch seine Schwächen Sympathie sammelt

Ich muss dem Autor zu Gute halten, dass er mit einem strategisch cleveren Aufbau seiner Handlung so einige fesselnde Momente und kleine Höhepunkte kreieren konnte. Der zentrale Konflikt, von dem ausgehend sich weitere Ränke, Intrigen und Krisenherde entwickeln, passt perfekt zu allen anderen Gegebenheiten des Romans. Ivo Pala schafft mehrere Ebenen, auf denen parallel wichtige Szenarien ihre Geschichte erzählen und verleiht einzelnen Momenten Tiefe, indem immer mal wieder fremde Kulturen, wie die nordische Mythologie, einbindet; gegenwärtige Momente auf 2000 zurückliegende Jahren aufbaut, und zu guter letzt: Einblicke in beide Lager der Elben gibt. Leider hielt die kribbelnde Spannung bei mir nicht ununterbrochen an und obgleich mir auch die weniger fiebrigen Lesemomente zusagten, sackte die Atmosphäre immer mal wieder etwas ab. Es wird, nebenbei bemerkt, unglaublich viel und für meinen Geschmack z.T zu ausführlich gekämpft.

Altmodische Elben sind im HighTech- Zeitalter des 21. Jahrhunderts angekommen

Ansonsten hat Ivo Pala einen starken Kontrast gezeichnet. Er vereint die bekannten Verhaltensweisen und Charakterzüge der Elben mit dem modernen Zeitalter des 21. Jahrhunderts. So musste ich oft schmunzeln, wenn in der Höhle der Elben plötzlich ein elektrischer Alarm losgeht und sowieso alles mit den technischen Komforts unserer Zeit ausgestattet ist. Diese Kombination ist eine der treibenden Kräfte, die diesen Plot so unwiderstehlich gestalten, trotz der Makel.

Auch in den Charakteren selbst meine ich wenige Male Widersprüche entdeckt zu haben. Hauptsächlich in der Protagonistin Svenya, die ansonsten wunderbar ausgearbeitet kein einzige Klischee erfüllt und eine steile Kurve nach oben bestreitet, dadurch dass sie Fehler macht, dazu lernt und sich erkennbar und nachvollziehbar weiterentwickelt.

Insgesamt leider ein Makel zu viel, die am Schluss das Gesamtbild etwas trüben

Zum Ende stieß ich auf vermehrte Rechtschreib- oder Druckfehler und in der gesamten Geschichte stolperte ich gelegentlich über Sätze, die ich mehrmals lesen musste, weil sie dermaßen unglücklich formuliert, im ersten Moment keinen Sinn ergeben oder dem Zuwiderliefen, was die Figuren in „Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ eigentlich anstreben.

Alles in allem sollte man sich von diesen Kleinigkeiten aber nicht vom Lesen abhalten lassen. Denn Ivo Pala hält ein großartiges Abenteuer bereit, was man sich nicht entgehen lassen möchte. Dieser Auftakt zu einer großartigen Saga hat die Macht zu verzaubern und durch tolle Komponenten zu bestechen.

Mein endgültiges Urteil:

Ich habe lange nicht all die Überraschungen enthüllt, die ihr in „Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ entdecken könntet.

Ich vergebe zwar ’nur‘ 4 Sterne, weil ich überzeugt bin, dass die Fortsetzung das hier noch nicht voll ausgeschöpfte Potenzial toppen kann, doch die Tendenz geht stark nach oben.

Für Fantasy-LeserInnen ist dieses Werk ein absolutes Lesemuss.

Eine Mischung aus (abstrusen und abwechslungsreichen) fantastischen Elementen, die eine starke Verbindung zur Realität besitzen und nicht ein einziges Klischee bedienen. „Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ ist endlich einmal etwas Anderes, was man nicht verpassen darf und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Elben

Traditionen

Mythologien

Innere Stärken, Selbstbewusstsein

Krieg

Widerstandsgeist

Realität und Fiktion verschmolzen

Zwei Welten

Pflichtbewusstsein

Flucht

Magie

Freundschaft | (Liebe? ;-))

Allgemeine Buchinformationen:
Ivo Pala
Elbenthal-Saga
Die Hüterin Midgards
Sauerländer
ISBN: 9783411809226
Gebunden
384 Seiten
Format: 220 x 153 x 48 mm
März 2012
19,99 € (D), 32,90 SFr (CH), 20,60 € (A)

Zur „Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ bei Sauerländer

Merci Beaucoup an den Sauerländer-Verlag für dieses Leseexemplar und die so schön begleitete Leserunde auf Lovelybooks!

Kampf der Druiden von Lara Connelly [Rezension]

Der Inhalt:

Sie lernt ihn kennen, als die Schleier der Welt während Samhain am dünnsten sind. Gwen Gordon geht mit ihrer besten Freundin auf eine Halloween-Party und begegnet dem Mann mit der außergewöhnlichsten Anziehungskraft und Ausstrahlung, die sie jemals erlebte. Auch ihre Freundin findet schnell gefallen an Conall Begleiter, aber dass Gwen durch diese gemeinsame Nacht ihr Schicksal verändert und einen sowieso unabänderlichen Stein ins Rollen bringt, hat sie nicht geahnt.

Denn bald schon sieht Gwen sich mit übermenschlichen Kräften konfrontiert und ihre Welt erweitert sich um einige Blickwinkel. Conall ist ein Druide und die Zukunft der Erde lastet auf seinen Schultern…


Ein Sog, dem ich mich nicht widersetzen konnte

Ich bin an das Werk „Kampf der Druiden“ recht neutral herangegangen und sofort von der präsenten Intensität überrannt worden. Mein anfänglicher Plan, nach einigen Kapiteln eine Pause einzulegen, löste sich in Luft auf und endete nach jedem Kapitel mit dem Gedanken, nur noch ein weiteres zu lesen und dann doch noch eines und noch eines und noch eines usw. usf. Obwohl „Kampf der Druiden“ ein paar kleine Makel hat, die sich besonders auf die grammatikalische Richtigkeit oder auch auf die Arbeit des Lektorats beziehen, bin ich inhaltlich beinahe komplett zufrieden und hocherfreut über dieses wirklich „knallende“ Debüt der Autorin Lara Connelly.

Ein breit gefächertes Spektrum an verschiedenen Elementen verlieh „Kampf der Druiden“ einen unwiderstehlichen Kick

Die Idee der Druiden in unserem Zeitalter, verknüpft mit keltischen, vergangenen Elementen und denen von Gottheiten ist etwas komplett Neues und zudem extrem spannend umgesetzt worden. Die Spannung wird hervorgerufen durch den temporeichen Handlungsaufbau, überraschenden Aspekten und überzeugenden Charakteren. Die LeserInnen verfolgen das Geschehen beispielsweise hauptsächlich aus Gwens Sichtweise, doch die Perspektive wechselt immer mal wieder zwischen den verschiedensten Akteuren. Wodurch ein guter Überblick der einzelnen Lager gegeben wird und es mir leichter fiel, Einzelheiten zu begreifen, miteinander zu verbinden oder auch einfach nur nachzuvollziehen. So war es der Autorin zusätzlich möglich immer wieder auf vergangene Momente, die aber Schlüsselszenen für die momentane Situation darstellten, direkt aufzugreifen. Die Charaktere brillieren in ihrer Vielschichtigkeit und tiefen Ausarbeitung. Bei jeder scheinbar noch so unwichtigen Nebenperson kamen gewisse Charakterzüge zum Tragen, ohne dass es zu übertrieben oder detailliert gewesen wäre. Das besitzt den Vorteil, dass mich das Schicksal jeder einzelnen Figur ansprach und interessierte, so dass ich ständig mitfieberte und bei jeder Perspektive ganz fest die Daumen drückte. Lara Connelly verstand sich außerdem vorzüglich darauf eine Atmosphäre aufzubauen, die mir beim Lesen die verschiedensten Gefühle und Emotionen vermittelte. Dazu trug sicherlich der bildreiche Schreibstil bei.

Allerdings hemmten kleinere Makel den Lesefluss gelegentlich

Teilweise war es mir zu sehr mit theoretischen Fakten angereichert. Am Ende löste Lara Connelly das geschickter und verband die Fakten mit Dialogen oder anderweitig, doch am Anfang hätte ich mir diese besser in der Handlung integriert gewünscht, weil das die einzigen Passagen waren, die mir zäh erschienen. Da das aber wirklich wenige waren, sind die nicht weiter tragisch. Bei manchen (wenigen) Dialogen erschien diese mir wiederum zu förmlich. Niemand sagt im normalen, umgangssprachlichen Wortgebrauch: „Dies wird dir nicht mehr passieren“, S. 112. Zumindest wirkt es sehr steif und obgleich solches ebenfalls sehr wenig vorkam, sind das in der Summe einige Kleinigkeiten, die manchmal meinen ansonsten rauschenden Lesefluss störten und beeinträchtigten. Das Tempo ansonsten war mitreißend und übte auf mich einen starken Sog aus, so dass ich „Kampf der Druiden“ verschlang, so schnell es mir möglich war.

Mein endgültiges Urteil:

Eine abwechslungsreiche Geschichte, die mit glänzenden Höhepunkten überzeugte und meinen Nerv vollkommen getroffen hat. Ich giere jetzt nach der Fortsetzung und muss sagen, dass man sich von dem schlichteren Cover nicht abschrecken lassen sollte, denn diese Autorin weiß genau, was sie wie zu schreiben hat, um ihre LeserInnen in einem dichten Netz einzuspinnen.

Verdiente 4 Sterne mit starker Tendenz nach oben!!

Bewertung

Thematik:

Druiden

Erbe (Vermächtnis)

Liebe

Magie

Magie-Ebenen

Natur

Irland

Schottland

Gottheiten

Krieg

Fluch

Allgemeine Buchinformationen:

Lara Connelly

ISBN: 978-3-942514-12-5

12,90 Euro

Zu „Kampf der Druiden“ beim Traumstunden-Verlag

Vielen Dank an die Autorin Lara Connelly für dieses Rezensionsexemplar!

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