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Sternenstaub von Kim Winter [Rezension]

Zitatwolke_Sternenstaub

Sternenstaub_Cover»Der Inhalt«

Mias Welt droht auseinander zu fallen. Obwohl sie ihren Vater David wiedergefunden hat, findet der nicht einmal die Zeit, um auf ihrer Verbindungsfeier mit Iason dabei zu sein.

Doch nicht nur das. Das wichtigste Ereignis in Mias Leben wird von einem bösen Zwischenfall des Feindes unterbrochen. Lokondra gibt keine Ruhe und möchte Mia für sich gewinnen, um seinen Sinn zu erfüllen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht und dann soll Iason auch noch gehen und Mia weiß, dass sie durch den Krieg bald vielleicht mehr als nur Planeten voneinander trennen werden. Also trifft sie eine Entscheidung, die möglicherweise so vorherbestimmt war, jedoch über das Schicksal beider Planeten bestimmen wird. Ob dieses sich zum guten oder schlechten wenden wird, bleibt abzuwarten…

»Herzinfarkte, Schreckmomente und große Überraschungen«

Der finale Abschlussband “Sternensturm” der “Sternen”-Trilogie von Kim Winter entführt erneut in ein rasantes Abenteuer in die Welt der Zukunft und in die von der jungen Erwachsenen Mia Wiedemann.Sternenstaub_Zitatwolke2

Weil der letzte Band ein wenig zurücklag, hatte ich anfangs ein paar Schwierigkeiten, mich erneut in die Welt hineinzufinden bzw. die ganzen Namen den jeweiligen Personen zuzuordnen. Vor allen Dingen, da dort zwischen Loduunern und Menschen unterschieden werden muss.

Obwohl Kim Winter ihren LeserInnen keine Rückblenden gibt, habe ich mich schnell wieder eingefunden und es fühlte sich richtig wie ein “nach Hause” kommen an.

Die ersten herzinfarktfördernden Situationen, Schreckmomente und großen Überraschungen blieben nicht lange aus und ich durfte mich auf eine rasante Achterbahnfahrt der Gefühle begeben.

»Wahnsinnige Verflechtungen und Gefühle der exquisiten Art und Weise«

Zitatwolke_Sternenstaub3Denn gerade die Gefühle sind es, die in dieser Trilogie, also natürlich auch in “Sternenstaub” bestechen. Kim Winter schreibt eine überragende Liebeserklärung an unser Leben, an den Frieden und über die Dinge, auf die es wirklich ankommt im Leben. Dabei verliert sie nie den Plot oder dessen spannende Entwicklung aus den Augen.

Sie hat sich in “Sternenstaub” einen großen Stamm aus Charakteren aufgebaut, die ich alle lieben, schätzen und kennenlernen durfte.

Es ist wahnsinn, was ein paar Worte und deren präzise Verflechtung alles anstellen können. “Sternenstaub” ist nämlich eine ebenso wahnsinnige Verflechtung von Worten, die sich mehr als würdig erweist, das abschließende Krönchen dieser Trilogie zu bilden.

Obwohl “Sternenstaub” in aller erster Linie schön ist, schön, weil ich es literarisch als unglaublich wertvoll erachte und es – sofern man dies als LeserIn annehmen möchte – viele Weisheiten und wichtige Werte auf den Weg mitbekommt, beschreibt es auch die hässlichen, gewaltsam und schmerzhaften Seiten des Lebens.

»Und ein Krieg fordert Opfer…«

Da ist ein Krieg, der die Grundlage für “Sternenschimmer” bot, in “Sternensturm” immer präsenter wurde und in “Sternenstaub” nun ausgefochten werden muss. Ein Krieg kommt nicht ohne Verluste aus und wie Kim Winter diesen Verlauf und alle damit zusammenhängenden Erzählstränge verknüpft hat, ist bewundernswert und mehr als nur spannend zu lesen gewesen.Sternenstaub_Zitat4

Dieser Trilogie liegt eine Genialität inne, an der ich mich einfach erfreuen muss.

Wie oft wahr ich kurz davor zu weinen und habe es dann tatsächlich auch getan? Wie oft dachte ich, gleich lachen zu müssen und habe dies dann getan?

Wie oft hätte ich am Liebsten in die Seiten gebissen, weil das von Kim Winter erzeugte Kopfkino zu erschütternd und Herzrasen erzeugend war?

Solche Fragen könnte ich noch viele stellen, was beweist, wie sternenhaft und gar nicht staubig “Sternenstaub” eigentlich ist! 😉

»Mehr als Schwarz oder Weiß. Aber auch nicht grau, sondern bunt!«

Selbst das Böse und das Abscheuliche ist bei Kim Winter nicht getreu dem Muster Sternenstaub_iPodSchwarz oder Weiß. Es hat auch seine verletzlichen und schwachen Seiten, die es menschlicher (bzw. loduunischer) erscheinen lassen und Nachvollziehbarkeit gewähren. Das führte zu inneren Konflikten mit mir selbst, denn dann beginne ich, mich zu fragen, was man opfern darf für “höhere” Ziele, was nicht und wie weit solch eine Moral gehen darf.

Ich ziehe also auch moralische Werte aus “Sternenstaub”, die nie mit erhobenem Zeigefinger gepredigt werden, sondern als ein Angebot, das angenommen werden kann, aber eben nicht muss.

»Mein Fazit«

Ich nehme “Sternenstaub” zum einen als überzeugende, herausragende und tief bewegende Übertragung auf unsere Gesellschaft(sform) wahr, gleichzeitig als fiktionales Werk, das unabhängig von unserer Gegenwart und Vergangenheit zu prickeln und zu kitzeln weiß und gleichzeitig zu eigenen emotionalen Achterbahnfahrten einlädt.Sternenstaub_iPod2

Eine Trilogie, deren Ende ich sehr herbeigesehent habe, das mich keine Sekunde enttäuschte, dessen Ende aber auch traurig ist, weil ich die Protagonisten Iason, Mia sowie alle anderen Bewohner aus dem Tulpenweg und weitere Randfiguren unglaublich vermissen werde.

Sternenstaub” habe ich mit großem Genuss gelesen, viele Kapitel mit Pausen auf mich einwirken lassen und mich so richtig in diese gigantische Welt, gespickt mit vielen, vielen überraschenden Wendungen, liebenswerten Charakteren und atemberaubenden Schauplätzen fallen gelassen.

Eine Trilogie und ein Abschlussband den ich nicht nur empfehle, sondern jedem aufs Auge drücke, der weiß, was gelesen werden muss und gut für ihn/sie ist!! 🙂 Suchtfaktor und Lesemuss!

Leseprobe!

WölkchenMond(Favourite)

 BibliografischeDaten

Gebunden
Inklusive E-Book
592 Seiten
Ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-522-50380-8
Preis: 19,95 €
Österreich: 20,60 €, Schweiz: 28,90 sFr
Erscheinungstermin: 19.08.2013
Zu “Sternenstaub” bei Planet-Girl

Sternenschimmer-Trilogie

Band 1: “Sternenschimmer”

Band 2: “Sternensturm”

Band 3: “Sternenstaub”

Mein unendlich großer Dank gilt der Autorin Kim Winter, die uns LeserInnen nicht nur das grenzenlose Glück bescherte, diese Trilogie zu schreiben, sondern sich auch noch dem direkten, lustigen und so viel gebenden Austausch von “Sternenstaub” in der Leserunde auf Lovelybooks zu stellen. Danke natürlich auch für das Leseexemplar innerhalb dieser Leserunde und an all die anderen Teilnehmerinnen für den lustig, fröhlichen Austausch!

Liebe Kim, ich danke dir für alles, auch dafür dass du mich in der Danksagung erwähnt hast, das hat mich zu Tränen gerührt, auf das deine weiteren Werke kommen! ❤

Assassino von Gerd Ruebenstrunk [Rezension]

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Assassino»Inhalt«

Kati und Chris besitzen einen hohen IQ, so dass es nicht verwunderlich ist, dass sie im Auftrag von Katis Vater auf der Suche nach der s.g. Fibelscheibe sind. Blöderweise sind sie nicht die einzigen, die sich für dieses Objekt interessieren. Blut säumt den Weg, den sie gehen müssen, um die Fibelscheibe zu lokalisieren.

Leichter werden die Dinge mit dem Auftauchen des mysteriösen Ilyas nicht gerade. Er scheint sich an nichts zu erinnern und wirkt wie aus einer anderen Zeit gefallen.

Während Kati und Chris sich diesen Herausforderungen stellen, offenbaren sich zunehmend die Zusammenhänge zwischen der Fibelscheibe und dem Jungen, Ilyas.

Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt.

»Verloren in wirren, parallelen Erzählungen, die plötzlich Hauptschauplätze sind.«

Mit dem Buch “Assassino” von Gerd Ruebenstrunk bin ich vorne und hinten nicht warm geworden.

Die ersten Seiten überraschten mich positiv, dieser Eindruck verflüchtigte sich allerdings nach nur wenigen Seiten. Die Figuren wurden immer unglaubwürdiger, nervender, widersprüchlicher und wenig lesenswert. Anfangs nahm ich an, dass der Plot früher oder später wieder Fahrt aufnehmen würde, ging relativ unkritisch an die weiteren Kapitel heran, was sich nach spätestens der Hälfte komplett änderte.

Viele Handlungsstränge und parallele Erzählungen führen auf einen vermeindlich großen Showdown hin, der natürlich einiges auflöst, aber nicht so brillant oder packend daherkommt, wie ich es mir gewünscht hätte.

Gerd Ruebenstrunk hat in meinen Augen nie so ganz die Prioritäten seiner Figuren festlegen können. Mal ist die Suche nach der Fibelscheibe – die gleichzeitig der Auslöser und die Grundlage für “alles” ist – am wichtigsten, dann tritt sie in den Hintergrund und es wird über Details in einer undurchsichtigen Bruderschaften aus der Vergangenheit gefachsimpelt.

»Vergeudetes Potenzial und Kleinigkeiten, die zu Störfaktoren heranwachsen.«

Eine Verbindung zu diesen Bruderschaften oder auch Auftragsmördern – genannt Assassinen – gibt es durch die Figur Ilyas, jedoch ist das darin enthaltene Potenzial kaum ausgeschöpft worden. Verbindungen und Übergänge, Zusammenhänge und Entwicklungen verkümmern im Laufe des Lesens immer wieder erneut auf halbem Wege.

Meistens sind es nur Kleinigkeiten und normalerweise stören mich Kleinigkeiten nicht weiter. Bei “Assassino” summierten sich die Kleinigkeiten vielfach und mutierten, gespickt von kleinen Logikfehlern, zu großen Störfaktoren, die mich den Lesespaß kosteten. Einige Situationen wirkten extrem künstlich und auch die Handlungen zwischen den Figuren gestellt und unnatürlich. “Gab es da eine Liste, die der Autor abgehakt hat, bevor er sich dem nächsten Abschnitt zuwenden konnte?”, habe ich mich ein ums andere Mal gefragt.

»Lesetief und Abbruch-Gedanken!«

Nein, Gerd Ruebenstrunk konnte mich mit “Assassino”, im Gegensatz zu “Rebellen der Ewigkeit” nicht überzeugen. Das Buch balancierte knapp an dem Punkt, an dem ich Bücher gerne abbrechen würde. Wäre es nicht für eine Leserunde gewesen, hätte ich dies vielleicht sogar getan, denn so bin ich in ein kleines Lesetief geschlittert.

Assassino” besitzt positive Ansätze, die ich ein einziges Mal prima umgesetzt sah.

Eine Hauptfigur schildert unter Hypnose seine Geschichte. Während dieser (zu seltenen) Momente war ich gefesselt und hätte mich über eine Vertiefung in dieser Richtung gefreut.

Stattdessen bleibt die Handlung relativ offen und eine Fortsetzung ist zu erwarten, auf die ich getrost verzichten kann!

»Mein Fazit«

Assassino” ist eine Geschichte mit viel Potenzial, das zu cirka achtzig Prozent in den Sand gesetzt wird. Ich kann kaum ein positives Haar an diesem Buch lassen. Trotz wunderschöner Gestaltung in schimmernder metallic-Optik, weiß der Inhalt in wenig schimmernder Manier einen bitteren Nachgeschmack zu hinterlassen. Durststrecken, Charaktere, mit denen ich nicht warm wurde, Ungereimtheiten und kaum Spannung, verleideten mir das Lesen, trotz flüssigem Schreibstil.

Vielleicht waren meine Ansprüche zu hoch und meine Erwartungen für ein reiferes Buch gingen in eine zu verkehrte Richtung.

Mag sein, dass jüngere LeserInnen mit “Assassino” mehr Vergnügen haben als ich, doch ich werde keine Empfehlung aussprechen.

Eventuell klappt es mit meinem nächsten Gerd Ruebenstrunk-Buch besser!

Leseprobe

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BibliografischeDaten

Gerd Ruebenstrunk

Assassino

Ab 14 Jahren / 384 Seiten
21,4 cm x 15,5 cm

16,99 € [D], 17,50 € [A], CHF 24,90

ISBN: 978-3-7607-8681-0
Erschienen am 05.03.2013

Zu “Assassino” bei bloomoon

Vielen Dank an den bloomoon-Verlag und Lovelybooks für das Leseexemplar und die damit verbundene Leserunde! 😉

 

Neues Lesefutter im Buchregal

Stille?

– Ja, Stille. Auf LeseLust & LeseLiebe ist momentan ein bisschen Ruhe eingekehrt. Das wird auch noch einige Wochen so bleiben. Momentan ziehen bei mir (metaphorische) Stürme auf und da bin ich froh, wenn ich die überstehe und dabei noch die Aktionen sowie Rezensionen gebacken bekomme.

Ich bin zuversichtlich, dass für mich alles gut ausgeht, doch das kann letztlich nur die Zeit zeigen. Da ich mich aber weigere, komplette Stille hier Einzug halten zu lassen, präsentiere ich euch hier mal meine Neuzugänge! 🙂

Futter

Von links nach rechts:

  • Mein Sommer nebenan” von Huntley Fitzpatrick. Das hat mich vom ersten Augenblick an, als ich es in der Verlagsvorschau gesehen habe, fasziniert.
  • Ich fürchte mich nicht” von Tahereh Mafi ist ein Tauschbuch. Leider ist es dasselbe Cover wie von “Carrier of the Mark”. Ich mag das Cover, aber blöd finde ich diese Dopplung schon…
  • Soul Beach – Frostiges Paradies” von Kate Harrison ist der Auftakt einer Trilogie. Das wusste ich leider erst, als ich es schon hatte -.-. Ist aber ein tolles Buch, habe es gestern ausgelesen und die Rezension folgt… bald! 😉 Übrigens, unten am Buch seht ihr andeutungsweise den schwarzen Buchschnitt. Klasse, oder?!
  • Assassino” von Gerd Ruebenstrunk habe ich für eine Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und mich riesig gefreut, denn “Rebellen der Ewigkeit” des Autors war richtig schööööön! Dabei lagen noch eine nette Karte und sogar ein AUTOGRAMM des Autors o.O Wow, meine Freude ist da immer noch ungetrübt und groß, groß, groß!!

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Das war es von mir, ich hoffe, ihr habt ein schönes Wochenende! In Kassel ist gerade Hessentag und ziemlich viel Trubel und Turbulenzen auf den Straßen! 😉

Ach ja, hier kommt ihr noch zu meinem kleinen und mega unkomplizierten Gewinnspiel 😀 !

Logo-Gewinnspiel

Liebste Grüße,

Charlousie

Über uns Stille von Morton Rhue [Rezension]

Mir läuft es kalt über den Rücken. Bis vor Kurzem  ist meine größte Angst noch gewesen, dass Dad mich zur Strafe für irgendetwas, was ich getan habe, verhauen könnte. Dann ist plötzlich die Angst vor einem Angriff der Russen da gewesen. Und jetzt habe ich Angst vor diesen Erwachsenen, die sich darüber streiten, wer von uns leben darf und wer sterben muss.

S. 131-132

 

Der Inhalt:

Scott hat sich mit seinem besten Freund Ronnie geprügelt, weil der behauptet hat, sein Vater sei ein Trottel, da der als einziger im Ort einen Bunker gebaut hat. Doch die Bedrohung des Atomkriegs rückt immer näher und die Vorkehrung einen Bunker zu bauen scheint immer weniger lächerlich. Und dann kommt der Abend, an dem sie alle in den Bunker flüchten müssen. Aber die Berechnungen von Scotts Dad gehen nicht auf. Denn der hat den Bunker nur für seine Familie, also vier Personen gebaut, jetzt aber sind sie mehr, denn die anderen haben um ihr Leben gekämpft, als es darum ging, in den Bunker zu kommen oder zu sterben…

Wenn die Welt in nur einem Augenblick zerstört wird

Über uns Stille“ ist ein Werk, das so ganz anders ist, als ich es erwartet habe. Morton Rhue versetzt seine LeserInnen zurück in das Amerika der 60er Jahre zum Zeitpunkt der Kubakrise. Es gibt einige Werke, die sich mit Szenerien beschäftigen, in denen es um verseuchtes Land durch atomare Strahlungen geht und darum, wie fragil unsere Existenz doch scheint, wenn alles, was wir kennen, innerhalb eines Augenblicks ausgelöscht werden kann.

Vermutlich hatte ich zu sehr die Bilder von „Die Wolke“ im Kopf, denn Morton Rhue ist in meinen Augen recht ungewöhnlich an dieses Thema herangeschritten, so dass es mir gelegentlich schwer fiel, mich auf den Inhalt angemessen zu konzentrieren. Da wäre einmal der Zeitraum und dann wählt er zudem die Sichtweise eines cirka 12-jährigen Jungen, dessen Perspektive kapitelweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Als LeserIn wird man direkt mit der Extremsituation konfrontiert, in der Scott mit seiner Familie in den Bunker flüchten muss, da der Krieg zwischen Amerika und den Russen beginnt. Im weiteren Handlungsverlauf wird nach und nach deutlich gemacht, weshalb Scotts Familie überhaupt einen Bunker gebaut hat und wieso es wohl soweit kommen konnte.

Dafür ist die von Morton Rhue gewählte Perspektive wiederum recht pfiffig, weil sie es ihm – als Geschichteninitiator – und den LeserInnen erlaubt, die Themen unvoreingenommen zu betrachten, sich leichter eine eigene Meinung zu bilden und die ganzen Geschehnisse subtiler, dafür aber genauso wirkungsvoll umrissen werden.

Eine einfache Haupthandlung, die vertracktere Randthemen streift

So beschränkt sich das Themengebiet nicht nur auf die Krise eines bevorstehenden Atomkriegs. Morton Rhue greift ebenso weitere amerikanische, gesellschaftliche Konflikte auf, die zu der Zeit herrschen. Beispielsweise die Rassentrennung von Schwarzen und Weißen.

Über uns Stille“ ist also ein gleichzeitig einfaches Buch, das dennoch auf einer sehr komplexen Ebene wirkt.

Allerdings hat es mich nicht immer vollständig packen können. So schön es auch geschrieben war, so viel Wahrheit und ungeschminkte Momente es auch besitzt, der letzte Funke fehlte mir. Ich verspürte nicht den Drang, es in einem Stück lesen zu müssen, obwohl es mit 240 Seiten, kurzen Kapiteln und einer recht großen Schrift gerade die richtige Länge für jüngere LeserInnen hat.

Außerdem spukt seit Jahren in meinem Hinterkopf Morton Rhues „Boot Camp“, was mir von ihm bisher am Besten gefallen hat und das mich bis heute nicht mehr los gelassen hat, so dass „Über uns Stille“ im Vergleich eventuell einfach nur verlieren konnte.

Mein endgültiges Urteil:

Über uns Stille“ ist ein altersgerechter Roman für Jugendliche, weil er präzise die wichtigsten Kernpunkte aufgreift und trotz manch unlogisch erscheinender Passagen wichtige Aspekte anspricht, die ich wärmstens empfehlen kann. Es ist nie verkehrt sich in Erinnerung zu rufen, wie kostbar jeder Augenblick des Friedens ist und dass jedes Atomkraftwerk und jede Atomwaffe auf der Welt, eine zu viel ist, denn diese könnten unseren Frieden von Jetzt auf Gleich beenden!

Bewertung

Thematik:

Atomkrieg

Segregation (Rassentrennung)

Kommunismus

Atombunker

Überleben

Leben

Allgemeine Buchinformationen:


Preis: 14,99 € (D), 15,41 € (A)
Alter: Junge Erwachsene
Größe: 14,3 x 21,5 cm
Einband: Gebunden
Autor: Morton Rhue
Seitenzahl: 256
Zu „Über uns Stille“ beim Ravensburger Buchverlag

Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für dieses Leseexemplar innerhalb der Leserunde bei Lovelybooks, also auch mein Dank an Lovelybooks! 🙂

Nachwuchs im Sommerbuchregal

Mein Koffer ist wieder da!!! 🙂

Er kam schon heute um 08:30 Uhr an und soweit ich es gesehen habe, ist auch alles noch da!

Nun zu meinen Neuzugängen. Drei schöne Bücher haben mich während meiner Abwesenheit erreicht.

Ihr seht dort „Wunder wie diese“ von Laura Buzo. Erinnert mich an den Titel von „Tage wie diese„. Mir sagt hier das Cover so zu.

Daneben steht „Über uns Stille“ von Morton Rhue, was ich für eine Leserunde auf Lovelybooks bekommen habe und auch schon gelesen habe. Morgen dürfte meine Rezension erscheinen!

Zuletzt seht ihr „Funkensommer“ von Michaela Holzinger. Das habe ich bei BloggDeinBuch gewonnen und die Gestaltung ist atemberaubend. Der Buchschnitt ist komplett Gelb, so ein richtig schönes Sonnengelb und innen ist jeder Kapitelanfang auch so schöööön und der Inhalt bisher… Formidable!

Was hattet ihr so an neuen Bucherrungenschaften?

Sieben Tage ohne von Monika Peetz [Rezension]

Der Inhalt:

Der Stress hat die Dienstagsfrauen eingeholt. Jede ertrinkt in ihrem eigenen Berg von Problemen, so dass die regelmäßigen Treffen am Dienstag immer kleiner und sporadischer werden. Doch wie können sich die so verschiedenen Freundinnen unterstützen, wenn sie alle für sich alleineleben?

-Genau, nämlich gar nicht! Deswegen haben sie eine Idee, die sich zu einer ihrer besten herausstellen soll. Zumindest bewirkt der Plan – für sieben Tage wegzufahren und in einem professionellen Kurs gemeinsam mit anderen zu fasten – einige Veränderungen, die die Frauen sich in einem anderen Licht sehen lassen.

Ein schwieriger Anfang und wenig abwechslungsreicherRoman

Sieben Tage ohne“ ist für mich ein Ausflug in ein anderes Genre und zeitgleich ein Experiment gewesen, das zum Teil glückte und zum Teil missglückte.

Denn gerade am Anfang hatte ich erhebliche Schwierigkeiten mich in die Geschichte hineinzufinden und überhaupt Interesse für die fünf verschiedenen Frauen aufzubringen. Das liegt an den sich zu Beginn zu sehr gleichenden Frauentypen, obwohl Monika Peetz verschiedene soziale Hintergründe und Familienstände wählt, um ihre Charaktere „auszustatten“. Hinzukommt, dass die Figuren restlos stereotypisiert werden. Folglich lässt es dieser Roman stark an Charme, Esprit, einer guten Atmosphäre und den spannenden Rahmenbedingungen fehlen, die dieser Erzählung ansonsten zum notwendigen Pepp verholfen hätten. Diese Schwierigkeiten mögen mit den mir fehlenden Kenntnissen zum Vorgänger „Die Dienstagsfrauen“ zusammenhängen. Obgleich ich das für keinen prägnanten Hinderungsgrund halte, wenn ich bedenke, dass „Sieben Tage ohne“ im Aufbau, der Struktur und der Handlungsentwicklung sehr dem Film „Männerherzen“ ähnelt, lediglich mit dem Unterschied, dass Monika Peetz aus der „Frauenperspektive“ erzählen lässt und damit ein recht niedriges Niveau anpeilt.

Ein schier unüberwindbar scheinender „Seitenberg“, der nach dem Erklimmen doch noch Positives enthüllte

Ich betone vor allen Dingen das „Anfangs“, da besonders diese eben genannten Umstände daran Schuld tragen, dass ich eine lange Lesepause einlegen musste.  Trotz der extrem kurz gehaltenen Kapitel, sah ich einen riesen „Seitenberg“ vor meinem inneren Auge aufziehen. Dieser „Seitenberg“ schien aus langweiligen Figuren mit einem plumpen und vorhersehbaren Plot zu bestehen, der wenig attraktiv eine Leseflaute hervorrief.

Als ich mich endlich mal zum Weiterlesen durchringen konnte, sah ich lange Zeit meine Befürchtungen bestätigt. Tatsächlich entwickelt sich die Handlung gleichförmig, flach und plätschert ohne einen nennenswerten Höhe- oder Wendepunkt dahin.  

Eine recht große Auswahl an verschiedenen Charaktertypen, die sich zur Identifikation eignen

Irgendwann hat Monika Peetz mich dann doch gefangen genommen. Ich würde nicht sagen, dass „Sieben Tage ohne“ viel von seinen LeserInnen fordert und diese Lektüre dementsprechend höchstens zur Unterhaltung oder Ablenkung dienen kann, allerdings ist der Ausgang (ausgehend von diesem Niveau) recht komplex und gut ineinander verflochten gestaltet. Ein wirklicher Höhepunkt stellt sich auch dort nicht ein, zumindest aber besaßen die einzelnen Frauen im „Finale“ verschiedene Merkmale, die sich zur Identifikation bei der Leserschaft eignen.

Gefallen hat mir außerdem, dass verschiedene Konfliktzonen und Problembereiche des Lebens angesprochen werden und damit gezeigt wird, dass Glück sehr relativ und subjektiv ist, da jede/r eine andere Lebensweise hat, die sie/ihn glücklich oder wiederum unzufrieden macht.

Leider wird das positive Bild am Ende direkt wieder zerstört, indem Monika Peetz ein kitschiges Ende serviert, das vor glücklichen (für die Handlung sehr unglücklichen) Fügungen nur so trieft und mir die Lektüre dann doch wieder verleidete.

Mein endgültiges Urteil:

Es hat lange gebraucht, bis ich mit „Sieben Tage ohne“ halbwegs warm geworden bin und auch dann ist Monika Peetz‘ Werk keines derjenigen, das ich niemals vergessen werde. Diese Geschichte ist recht kurzweilig, gelegentlich amüsant und manchmal auch spannend. Hauptsächlich bleibt es aber eine recht schlichte Unterhaltungslektüre, die wenig Pfeffer und viel Altbekanntes in sich vereint und dennoch einige mitreißende Momente besitzt.

Empfehlen kann ich dieses Buch eher denjenigen, die sowieso in diesem Literaturbereich auf Beutezug gehen und lesen. Oder vielleicht bin ich auch einfach noch zu jung, um mich für „Probleme“ solcher Art in Romanform ausreichend zu interessieren, als dass es mich so richtig packen würde, weswegen ich auch nur 2 Sterne vergeben kann. Wenn ich es genau nehme, empfehle ich dieses Werk aber nicht, nur dann, wenn gerade wirklich NICHTS anderes zum Lesen zur Hand ist!

Bewertung

Thematik:

Fasten

Mutterstress

Identitätskrise

Selbstentfaltung

Beziehungsstress

Eheprobleme

Erholen

Lebenskrise

Wurzeln (Vergangenheit)

Allgemeine Buchinformationen:

Monika Peetz
Sieben Tage ohne
Roman
ISBN: 978-3-462-04410-2
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2012
336 Seiten, Paperback
KiWi 1260
Lieferbar
Euro (D) 9,99 | sFr 14,90 | Euro (A) 10,30
Zu „Sieben Tage ohne“ bei KiWi

Vielen Dank an Lovelybooks und den KiWi Verlag für diese Leserunde und das darin enthaltene Leseexemplar

Die Fälscherin von Julia Freidank [Rezension]

Stark wie der Tod ist die Liebe. Ihre Strahlen sind von Feuer, mächtige Wasser sind nicht in der Lage, die Liebe auszulöschen, und Ströme schwemmen sie nicht fort.

S. 176

Der Inhalt:

Blanka ist ein kleines Mädchen, als sie vom Aussatz für ihr ganzes Leben gezeichnet wird. Eine Narbe verunstaltet ihre Wange. Manche flüstern, sie sei vom Teufel berührt, während ihr Herr, der Bischof Otto von Freising, eine Heilige in ihr sieht. Da kommt es ihm gerade recht, dass Blanka ein großes Talent beim Kopieren von Schriften besitzt. Denn Otto von Freising führt einen Kampf gegen die weltlichen Herrscher, die der Kirche immer mehr Macht zu entreißen versuchen. So kann er Blanka ausgerüstet mit Wort und Feder in diesen Kampf ziehen lassen. Sie fälscht für ihn im Verborgenen Urkunden. Was Otto nicht ahnt, dass jemand Blanka auf die Spur gekommen ist, der Geliebter und Feind zugleich ist. Am Ende wird Blanka sich entscheiden müssen, wem ihre Loyalität gilt und sie sollte weise wählen, denn ihr Leben hängt davon ab.

Die Welt des 16. Jahrhunderts mit gänzlich anderen Moralvorstellungen

Der historische Roman „Die Fälscherin“ zeichnet sich durch besonders dreierlei aus:

Julia Freidanks Werk schildert unverschleiert sowie brillierend die mittelalterlichen und aus heutiger Sicht grausamen Verhältnisse des 16. Jahrhunderts, die ganz andere Moralvorstellungen beinhalten, in welchen Frauen wie Besitzgüter behandelt werden. Deutlich werden diese Verhältnisse durch wechselnde Perspektiven, in denen glaubwürdige Haupt- und Randfiguren gleichermaßen in verschiedenen Richtungen interagieren und letztlich doch in dieser starren Weltordnung gelähmt wie determiniert sind.

Historische Ereignisse sind geschickt in einer fiktiven Handlung eingebunden

Als zweiter Punkt hat mich die unglaubliche Genauigkeit und Vielfältigkeit der historischen Fakten in diesem Roman beeindruckt. Viele Bücher schwächeln gerade in diesem Punkt, weil es scheinbar schwer ist, reale Fakten in eine fiktive Handlung einzubinden, so dass bei den LeserInnen zum Schluss immer noch eine Balance zwischen den verschiedenen Komponenten ankommt.  Die Autorin hat sich für mein Empfinden geradezu darin überschlagen auf eine realistische und spannungsfördernde Art und Weise eine temporeiche Geschichte zu kreieren, die als Hauptmerkmal durch schlaues Wissen zu überzeugen weiß. Julia Freidank verband ihren Erfindungsreichtum mit deutscher Geschichte, die unbedingt gelesen werden will.

Ein authentischer Roman, der eine große Zeitspanne umfasst und dadurch tiefer blickt

So spielt der dritte lobenswerte Hauptfaktor von „Die Fälscherin“ in den zweiten mit hinein, insofern er durch seine Figuren wie lebendig wirkte, eine realistische Atmosphäre vermittelte, die bewirkte, dass ich mich bei einigen Grausamkeiten ekelte oder das Gesicht verzog und daraus resultierend (und insoweit ich es mir überhaupt anmaßen kann, dies zu beurteilen) ein authentischer historischer Roman vorliegt!

Die Fälscherin“ ist gegliedert in vier Abschnitte, die in der Kapitelzählung jeweils von vorne beginnen und durch diese z.T abrupten Enden, eine große Zeitspanne umfassen und beleuchten können. So wirkt die Geschichte tiefer, weil sie sich nicht nur auf wenige Jahre beschränkt, sondern mit den Hauptfiguren Blanka, Ortolf und Bischof Otto von Freising weit gefächerte Lebensphasen dieser Charaktere durchläuft.

Die Figuren durchwandern große und nachvollziehbare Entwicklungen

Dabei ist die Entwicklungskurve der einzelnen Charaktere wie ein roter Faden gut mit dem Ende des jeweils letzten Abschnitts verbunden, so dass trotz der Brüche ein flüssiger Inhalt entstanden ist, der durch seinen eindringlichen Schreibstil nach nur wenigen Seiten zu fesseln weiß.

Julia Freidank hat für mich einen wahren historischen Pageturner ins Leben gerufen, der vielseitig besticht und dermaßen viele Vorzüge besitzt, dass ich niemals alle aufzählen könnte.

Ein attraktiver Handlungskern

Man könnte meinen, die Liebesgeschichte würde die Geschichte dominieren, doch ist dies nicht zwangsläufig der Fall, da Julia Freidank die Liebe zwar oft als Motivation ihrer Figuren einsetzt, damit sie in einer bestimmten Richtung handeln, aber nie den Handlungskern aus den Augen verliert.

Diesen gilt es selbst zu entdecken. Um ihn grob zu umreißen, würde ich als Handlungskern das möglichst getreue Widerspiegeln der damaligen Machtverhältnisse und Entwicklungen, sowie nähere Einblicke in historische Figuren, definieren. Das und noch viel mehr sickert bis zu den LeserInnen durch, die spüren werden, welch ein kombinatorisches Genie hinter diesen Seiten steckt.

Mein Fazit:

Wer eine anspruchsvollere Lektüre sucht und mit detaillierten, zum Teil blutigen oder lediglich grausamen Beschreibungen zurechtkommt, wird in „Die Fälscherin“ ein Werk finden, was hohen Ansprüchen mehr als nur gewachsen ist.

Ein historischer Roman zum Abtauchen, der nicht nur fordert, sondern viel zu geben hat und in seinen bildreichen Beschreibungen ein einmaliges Werk für mich bleiben wird!

Bewertung

Thematik:

Ritter

Lehnsverhältnisse

Machtverhältnisse –und Streitereien

Entwicklungen zwischen Kirche (Ministerialen) und weltlichen Herrschern

Ständegesellschaft

Unterdrückte Frauen

Krankheitsbilder (wie Aussatz)

Verbotene Liebe

Affären

Fälschungen

Allgemeine Buchinformationen:

Julia Freidank
Die Fälscherin
Historischer Roman
432 Seiten, € 14,99 [D]
Erschienen: 09.03.12
Zu „Die Fälscherin“ bei Marion von Schröder

Vielen Dank an den Verlag, Lovelybooks und die Autorin Julia Freidank für diese Leserunde und das dafür gesponserte Leseexemplar!

Geliebte der Ewigkeit – Kriegerinnen der Fiannah 01 von Beth Cillian

Der Inhalt:

Quinns Auftrag ist es, die Sceathrach ausfindig zu machen und zu eliminieren. Als er sie unerwartet in der menschlichen Hülle Morrighans findet, erwartet er nicht den Widerstand, der ihm begegnen soll. Vor allen Dingen rechnet er aber nicht damit, dass dieser Widerstand von ihm selbst ausgeht. Aus einem ihm unerfindlichen Grund, ist es Quinn gefühlsmäßig unmöglich, die Sceathrach, die Ausgeburt des Bösen, zu töten.
Auch Morrighan bleibt von Quinns Charme nicht unberührt. Während sie sich damit abzufinden versucht, bald an einem tödlichen und unheilbaren Tumor zu sterben, kommen sich die beiden immer näher, bis die Funken sprühen und ihre Liebe zueinander geweckt wird. Doch haben solche Gefühle eine Zukunft, wenn alle Wesen in der Welt gegen ihre Verbindung sind und sich eine böse Macht von Morrighan bemächtigen will?

Wankelmütige Figuren, die eine schöne Idee etwas zerstörten

Geliebte der Ewigkeit – Die Kriegerinnen der Fiannah“ – ein verheißungsvoller Titel, mit einer noch verheißungsvolleren Covergestaltung, entpuppte sich als eine mittlere bis große Enttäuschung.
Der Anfang war nicht berühmt, versprach jedoch Besserung, die leider ausblieb, sich vielmehr ins Gegenteil verkehrte.

Die Figuren verstricken sich in widersprüchlichen Gefühlen, die sie wie ein launisches Aprilwetter immer den Gegebenheiten anpassen.

Von Pflichtgefühl, bis Tötungsdrang, über Hass und unüberbrückbarer Liebe ist alles dabei.
Die Grundidee, die Beth Cillian mit irländischen und gallischen Elementen zu etwas Besonderem auszubauen versuchte, gefiel mir sehr gut. Manchmal, wenn man sich als LeserIn Mühe gibt, ist das deutlich ersichtlich, oft eher weniger, was hauptsächlich an diesen wankelmütigen Figuren liegt.

Diese füllen eine grundsätzlich schöne Idee so gar nicht aus und glänzen stattdessen mit künstlich wirkenden Szenen, in denen sie starr gefangen wirken und sich jedes Kapitel so anfühlt, als wäre endlich noch ein weiterer Punkt abgehandelt worden, um dem großen Finale entgegenzutreten. Doch der Weg bis dahin ist steinig und schwer.

Kein befriedigendes Finale

Immer wieder wird in der Handlung sehr blutig und brutal gekämpft, die unbekannten Begriffe und Worte aus einer fremden Sprache fliegen einem nur so um die Ohren, Wissen wird schlecht verpackt in steifen Dialogen übermittelt, im letzten Drittel fällt dann auch mal der Begriff „Fiannah“ und lohnen sich diese Mühen bis zum Ende? Unglücklicherweise „nein“. Denn das Finale ist so gesehen gar kein Finale, weil jegliche Spannungspunkte, die „Geliebte der Ewigkeit“ zwischendurch durchaus besitzt, vorher verpulvert werden, so dass der Ausgang im Vergleich recht lasch daherkommt.

In einigen Passagen entstehen dennoch vereinzelt spannende Momente, die sich im Gesamteindruck nicht durchsetzen können.

Immerhin gibt es eine Figur, die für mich große Lesemotivation barg und auf das „Hin-und-her-Spiel“ der Protagonisten verzichtete, so dass wenigstens ein kleiner Anreiz blieb, weiterzulesen. Wer außerdem ein Shakespeare oder „Hamlet“ Liebhaber ist, wird in einigen Passagen seine Freuden finden, wenn die Autorin auf berühmte Zitate oder versteckte Anspielungen in dieser Richtung zurückgreift.

Liebesschmerz und kein Ende in Sicht

Der Hauptkonflikt dieser Handlung wird bis zur Schmerzgrenze ausgereizt und in kreativen, verschiedenen Variationen immer wieder thematisiert. Dabei gestaltet sich ebenjener recht subtil. Im Grunde genommen wollen zwei „Wesen“ für immer zusammen sein, sind aus den unterschiedlichsten Gründen jedoch an andere Pakte und dergleichen gebunden, so dass man sich auf cirka 300 Seiten Liebesschmerz mit ordentlichem Hin und Her freuen darf. Es mag sein, dass mir das Tempo durch das recht unhandliche und schwer zu lesende Format langsamer vorkam, als es eigentlich war, dennoch kann es nicht als Entschuldigung für jegliche Negativkritik dienen.

Mein endgültiges Urteil:

Letztlich ist Beth Cillians Werk ein typischer Kandidat für das subjektive Geschmacksempfinden. Was mir nicht zusagte, mag andere begeistern. „Geliebte der Ewigkeit“ entfaltet beispielsweise durchaus seinen Reiz, wenn die Autorin fantastische Elemente gemischt mit Wissen aus der Pathologie in die Handlung mit einfließen lässt. So brilliert die Geschichte außerdem durch seine gehobene mit Fremdwörtern gespickte Sprache.

Deswegen und weil die Mühe und die Liebe, die sich die Autorin beim Erschaffen dieses Werkes gegeben hat, durchaus zu spüren sind, vergebe ich 2,5 Sterne und verzichte aber auf die Fortsetzung.

Bewertung

Thematik:
Krieg

Krigerinnen

Fiannah

Wurzeln

Herkunft

Kampf

Innerer Feind

Zwei Wesen in einem

Gut und Böse“

Allgemeine Buchinformationen:

Geliebte der Ewigkeit
Kriegerinnen der Fiannah 01
Beth Cillian
Erschienen: Apr. 2012
Ausgabe Broschiert
Seiten 360
ISBN 978-3-864430-51-0
Preis 19,50 EUR
Zu „Geliebte der Ewigkeit – Die Kriegerinnen der Fiannah“ beim SIEBEN VERLAG

Vielen Dank an den Verlag, Beth Cillian und Lovelybooks für die Leserunde und das Freiexemplar innerhalb dieser!

Süße Versuchungen in Buchform…

… haben mich auch in der letzten Zeit erreicht :):

Von links nach rechts:

  • Die Wildrose“ ist nach „Die Teerose“ und „Die Winterrose“ nun der dritte (und ich glaube) abschließende Teil von der Autorin Jennifer Donnelly. Wenn ihr was RICHTIG gutes lesen wollt: Band 1 und 2 zumindest sind atemberaubend!
  • Frostkuss“ von Jennifer Estep hat ziemlich gute Rezensionen bekommen und da mich „Ascheträume“ so enttäuschte und ich ursprünglich zwischen diesen beiden schwankte, HOFFE ich mal das Beste!! 🙂
  • Geliebte der Ewigkeit – Kriegerinnen der Fiannah“ von Beth Cillian lese ich gerade. (Für eine Leserunde auf Lovelybooks). Leider geht es momentan inhaltlich immer mehr bergab. Ich bin schon über die Hälfte der Handlung hinaus und immer, immer genervter 😦 Ein tolles Aussehen, aber die Story… Nun gut, es ist schon vertauscht 😀
  • Daneben steht „Team Zero 02 – Heißkaltes Verlangen“ von Eva Isabella Leitold. Der erste Band „Team Zero 01 – Heißkaltes Spiel“ war recht vielversprechend, aber steigerungsfähig!
  • Zuletzt seht ihr noch „Ein Lied aus der Vergangenheit“ von Aminatta Forna. Das ist auch für eine Leserunde gewesen und am Freitag habe ich es auch schon rezensiert. Eine ernste, aber auch SEHR empfehlenswerte Lektüre!!

Kennt ihr eines der Bücher oder habt selbst etwas Zuwachs im Regal bekommen?

Ich wünsche euch eine schöne Woche, wusstet ihr, dass morgen der 21. Mai in der (jetzt kommt’s!!! :P) 21. Woche dieses Jahres ist? 😉

Letztes Jahr war das nicht so, da war der 21. Mai in der 20. Woche und dieses Jahr ist er durch das Schaltjahr sozusagen „in die nächste Woche gehüpft“.

Viele Grüße,

Charlousie

Ein Lied aus der Vergangenheit von Aminatta Forna [Rezension]

Der Inhalt:

Sierra Leone,

Adrian Lockheart lässt ein komfortables Leben und eine Familie in England zurück, als er für eine zeitlich begrenzte Periode nach Afrika reist, um dort seiner Arbeit als Psychiater nachzugehen.
Sein Ziel ist es, den Menschen zu helfen und eine bessere Welt zu kreieren. Doch in Afrika prallen verschiedene Kulturen aufeinander und Adrian spürt, dass dieses Volk viele Schrecken hinter sich gelassen hat und noch immer in einem tiefen Sumpf lebt, den ein einzelner Mann nicht überbrücken kann.

Während er sich mit dem jungen afrikanischen Kai anfreundet, der bis an sein Limit kranke Menschen operiert, erzählt Elias Cole, ein im Sterben liegender Mann, Adrian seine Geschichte und es entsteht eine Verbindung zwischen den dreien, derer sie sich vielleicht zu spät bewusst werden…

Der Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Ein Lied aus der Vergangenheit“ ist ein Roman, der tief unter die Haut geht und sowohl durch poetische Beschreibungen eines Landes zu überzeugen weiß, als auch durch realistische und dunkle Betrachtungen desselben.

Sicherlich erwartete ich keinen rosaroten Unterhaltungsroman, doch der Inhalt war ein härterer Tobak als ich es mir je vorstellte.

So behandelt dieser Roman zwei gegensätzliche Seiten eines Landes und stellt verschiedene Positionen anhand unterschiedlicher Figuren gegenüber. Hässliches und Schönes beschreibt die afrikanische Autorin Aminatta Forna in ihrem Roman und nimmt ihre LeserInnen mit in eine Geschichte, auf der man die schwüle, dörrende Hitze Afrikas beim Lesen zu spüren glaubt und wunderschöne Momente genießen kann, während das Land gleichzeitig von vergangenen, militärischen Schrecken heimgesucht wird und in Grausamkeit versinkt.

Ein gigantisches „Puzzle-Bild“

Dieser Roman hat mich unglaublich beeindruckt. Drei Hauptfiguren erzählen ihre Geschichte und repräsentieren dabei sowohl jeweils eine andere Gesellschaftsschicht als auch ein anderes Alterssemester. Die Beziehungen der Figuren untereinander sind lange Zeit nicht klar, ebenso wenig der Zusammenhang, indem man als LeserIn etwas über ihre Erzählungen und Berichte erfährt. Nach und nach bastelt Aminatta Forna ein Bild, das sich aus unzähligen Puzzle-Teilchen zusammensetzt, die sich im Laufe der Handlung anfügen und immer neue Anknüpfungspunkte bieten. Aminatta Forna hat drei Individuen geschaffen, deren Leben sich um einen gemeinsamen Mittelpunkt dreht, von dem sie gegenseitig nicht wissen, dass dieser überhaupt existiert. Als LeserIn wusste ich, dass es ihn gibt, ansonsten war ich mit den Charakteren dieser Geschichte auf derselben Wissensstufe.

Durch diese Methodik entstand ein enormes Spannungsgefälle, das für sich genommen eine gewaltige Leseerfahrung bedeutet hätte. Doch diese Autorin schuf mehr interessante, lesenswerte und reichlich spannende Nebenhandlungen, große Schauplätze und vergangene Momente, die auf die Auflösung in der Gegenwart hinarbeiteten und jedes Mal aufs Neue in ihrem eigenem Höhepunkt gipfelten.

Realistische Schilderungen von Härte und Realität

Mir fehlen die Worte, denn die Härte, die diese Autorin ihren Personen andichtet, ist dermaßen schrecklich und überraschend, dass es seine Zeit braucht, um die beim Lesen heraufbeschworenen Gefühle und Bilder zu verdauen. Noch schrecklicher ist allerdings die Tatsache, dass die Inhalte dieses Romans nicht ausschließlich auf der Erfindungsgabe einer Schriftstellerin fußen, sondern durchaus der Realität entsprechen könnten und somit tiefe Betroffenheit auslösen.

Mein endgültiges Urteil:

Ich bin genauso zerrissen, wie es die Figuren in dieser Handlung sind. Es sind zu viele Eindrücke, die so eng miteinander verwoben wurden, dass sie nicht mehr auseinanderzuhalten sind.

Etwas Dichteres und Komplexeres aufeinander aufbauendes habe ich selten gelesen.

Die Schönheit, die diese Autorin in poetischem Stil mit den realen Grausamkeiten eines Landes vereint, sind gleichermaßen niveau- und stimmungsvoll, sowie abstoßend und schwer verdaulich.

Die Figuren erleben enorme Weiterentwicklungen, die sich wiederum nachvollziehbar gestalteten und den Eckpunkten des Romans Halt bieten.

Einige Stellen waren mir etwas zu langatmig und der letzte Teil der Handlung behandelte beinahe ohne Vorwarnung alle Gräueltaten, die diese Erzählung zu bieten hatte, so dass diese den Ausgang sehr dominierten und ich beim Gedanken an dieses Buch einen bitteren Geschmack auf der Zunge habe. Jedoch nicht, weil er so schlecht gewesen wäre, sondern weil er zu gut, zu traurig und zu „abgefahren“ war.

Bewertung

Thematik:

Afrika

Traditionen

Unterentwicklung

Schicksale

Liebe

Militärgewalt

Aufstände

Rebellionen

Erpressungen/Druck

Tagebuch

Allgemeine Buchinformationen:

Aminatta Forna
Ein Lied aus der Vergangenheit
Roman
Originaltitel: The Memory of Love
Originalverlag: Bloomsbury
Aus dem Englischen von Giovanni Bandini, Ditte Bandini
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
656 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-421-04522-5
€ 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 35,50
Verlag: DVA Belletristik
Zu: „Ein Lied aus der Vergangenheit“ bei DAV

Vielen Dank an DAV für dieses Leseexemplar innerhalb dieser aufschlussreichen und schön geleiteten Leserunde auf Lovelybooks!
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