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Tschick ein Film von Fatih Akin [Filmbesprechung] + Gewinnspiel

Als Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ 2010 erschien, hat es mein Interesse zwar geweckt, aber gelesen habe ich immer andere Bücher. Umso neugieriger war ich auf die Buchverfilmung, die gestern, am 09.03., endlich auf DVD, Blu-Ray und als Digitalisat erschien.

Ein guter Grund, euch jetzt die Verfilmung von „Tschick“ vorzustellen. Dran bleiben lohnt sich, am Ende wartet nämlich ein kleines Gewinnspiel auf euch. ❤

Auf dem Weg in die Walachai (c) Studiocanal

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Atemnot von Ilsa J. Bick [Rezension]

Und dann haben wir uns geküsst. Oder ich habe ihn geküsst. Oder er hat mich geküsst. Ich weiß es nicht. Aber ich hab ihn geküsst, und er hat mich geküsst, fest, sehr fest, so fest, als würde er mich aufsaugen, und dann war es, als wäre ein ins Wackeln geratener Damm endlich gebrochen, und wir konnten uns nicht nah genug sein. – S. 216

U_064_1A_INK_ATEMNOT.indd»Inhalt«

Jenna weiß, was Schmerz bedeutet. Jenna weiß, dass es viele Arten von Schmerz gibt. Den Schmerz von physischen und von psychischen Verletzungen. Doch Jenna hat mit dem Schmerz aufgehört. Mit dem Ritzen, um zu spüren, dass sie noch lebt.

Obwohl sie davon nicht begeistert ist, hat ihr Vater sie nach ihrem Psychiatrieaufenthalt an einer neuen Schule angemeldet. An einer neuen Schule, an der ihr schnell klar wird, dass sie auch hier weiterhin Probleme haben wird, als ’normal‘ durchzugehen. So lebt sie immer an der Grenze zur Selbstverletzung und wird nur noch durch den Mailkontakt zu ihrem im Iran stationierten Bruder aufrechterhalten. Denn ihre Familie, die bricht schon seit Längerem auseinander.

Doch Jenna ist nicht alleine. Denn Mr Anderson kümmert sich um sie. Er will ihr helfen, sich richtig einzugliedern.

Aber warum eigentlich?

»Wenn dich die Atemnot packt!« Lies den Rest dieses Beitrags

Mein Herz und andere schwarze Löcher von Jasmine Warga [Rezension]

Die Sonne spiegelt sich in dem polierten Holzfußboden, und ich frage mich, wo meine Mitschüler mit ihrem ganzen Hass, mit ihrer Wut und ihrer Angst hingehen werden, wenn sie mich nicht mehr haben.

Ich kann es kaum erwarten, bis sie mich endlich nicht mehr haben. – S. 31

u1_978-3-7373-5141-6»Inhalt«

In Aysels Innerem wohnt eine schwarze Qualle. Eine Qualle, die all ihre schönen Gefühle, die sowieso schon recht selten sind, aufsaugt. Außerdem lebt Aysel mit einer tiefen Schuld. Ihr Vater hat etwas Unverzeihliches getan und sie spürt, dass auch bei ihr der Wahnsinn in irgendeiner Ecke lauert und nur darauf wartet, die Kontrolle zu übernehmen. Aysel hält ihre Gleichgültigkeit, ihre Angst, ihre Verzweiflung und den angestauten Kummer nicht mehr aus.

Also meldet sie sich im Internet auf einer Seite an, um einen Partner zu finden, damit sie endlich ihr Leben beenden kann. Aysel möchte sterben und der User FrozenRobot ist derjenige, der sie bis in den Tod begleiten wird.

»Wie das Leben« es geht noch leselustig weiter…

Jeden Tag ein bisschen mehr von Louisa Reid [Rezension]

Ich hustete ein paar Brocken Wahrheit aus, glänzend und hart, wie Kieselsteine, und spuckte sie vor Leos Füße. All die Geheimnisse. Die Türen in meinem Geist knarzten und schwangen auf. Doch ich schlug jede einzelne von ihnen wieder zu. Dann ließ ich kurz den Kopf hängen, mir war schwindelig. Ich würde Leo niemals alles erzählen können, sonst würde er mich hassen. – S. 211

u1_978-3-8414-2229-3»Inhalt«

Audrey ist krank. Sehr krank. Psychisch krank, wie ihre Mutter sagt, sich liebevoll um sie kümmert und alles tut, damit Audrey wieder gesund wird. Also wagen sie einen Neuanfang. Neue Stadt, neues Haus, neue Leute. Alles neu. Audrey soll schließlich wieder gesund werden. Doch im neuen Haus lauert wieder das Ding. Das Ding, dass Audrey wehtut und dafür sorgt, dass sie sich verletzt. Audrey weiß sich nicht zu helfen oder zu wehren. Da lernt sie Leo kennen. Leo, der hartnäckig daran interessiert zu sein scheint, sie kennenzulernen. Obwohl er merkt, dass sie krank ist und etwas mit ihr nicht stimmt. Jeder Tag in ihrem Leben ist ein Kampf und die Frage ist, wie lange wird sie ihn noch durchhalten?

»Dunkel und ungeheuerlich«

Jeden Tag ein bisschen mehr“ hat mich bewegt. Mit jeder Seite ein bisschen mehr. Ich bin der Protagonistin Audrey in einen sehr, sehr dunklen Sog gefolgt und konnte mich kaum noch retten. Hilflos habe ich die Worte in mich eingesaugt, die vielen Emotionen auf mich einprasseln lassen. Meinte manchmal zu ahnen, was in diesem Roman eigentlich abgeht und wollte und konnte es doch nicht so ganz fassen, weil es zu dunkel und zu ungeheuerlich schien. es geht noch leselustig weiter…

Selbst wenn du mich belügst von Jessica Alcott [Rezension]

Ich hatte schon vorher ab und an für jemanden geschwärmt, aber das hier stellte alles, was ich bislang empfunden hatte, in den Schatten. Es fing im Bauch an und war bald überall, breitete sich aus wie eine Infektion. Es raubte mir die Konzentration, überdeckte meine anderen Interessen, verschlang ganze Tage, die ich normalerweise mit Lesen verbracht hätte. Ich kam mir vor wie eine Stimmgabel, die ständig auf seiner Frequenz vibrierte. – S. 86.

selbst wenn du mich belügst»Inhalt«

Charlotte, genannt Charlie fühlt sich unattraktiv. Bis auf Lila hat sie keine richtigen Freundinnen, was ihre Mutter sehr betrübt. Die immer wieder versucht, Charlie dazu zu überreden, etwas mehr aus sich zu machen. Aber Charlie will und kann nicht. Charlie liebt Bücher. Und als der neue Englischlehrer Mr Drummond an die Schule kommt, entfacht er eine nie gekannte Leidenschaft in Charlie. Nicht nur für die Literatur, sondern auch für seine Person. Doch er ist ihr Lehrer. Wie nett, sexy, charmant und witzig er ihr gegenüber auch sein mag. Für Charlie und Mr Drummond beginnt ein bewegender und gefährlicher Tanz aus Nähe und Distanz.

»Ekstatisches Fieber« es geht noch leselustig weiter…

Eleanor & Park von Rainbow Rowell, gelesen von Julian Greis und Franziska Hartmann [HörBuchRezension]

Eleanor hatte Recht. Sie sah nie schön aus. Sie sah aus wie ein Kunstwerk. Und Kunst musste nicht schön sein, Kunst sollte etwas in einem auslösen.

CD 3, Track 12, Minute 4,26-4,37.

Eleanor und Park»Inhalt«

Eleanor ist wieder zu Hause. Oder wenigstens ist sie dort, was einem zu Hause am nächsten ist. Sie lebt bei ihrer Mutter, ihren Geschwistern und bei ihrem Stiefvater. Der unberechenbar und cholerisch auf engstem Raum die Herrschaft über ihre Familie übernommen hat. Manchmal weiß Eleanor gar nicht, wie sie das überleben soll. Doch dann freut sie sich einfach wieder auf die Schule. Auf die Busfahrt neben Park. Dem komischen asiatischen Jungen, der ihr, für alle anderen verborgen, Comic-Hefte zusteckt und ihr auf seine eigene Art und Weise zu verstehen gibt, dass er sie nicht ausgrenzt. Nicht so, wie die anderen es tun.

Park hat Angst, dass die anderen bemerken könnten, dass er Eleanor eigentlich ganz nett findet. Gleichzeitig schämt er sich für diesen Gedanken sofort. Er findet sie sogar mehr als nett. Interessant irgendwie. Faszinierend.

Beinahe täglich sitzen die beiden im Bus nebeneinander und teilen kleine köstliche Geheimnisse. Sie reden nicht miteinander. Nie. Doch eines Tages soll sich das ändern…

»Hörbuch mit Seele«

Eleanor & Park“ ist eine einmalig tolle, süße und bezaubernde Geschichte. Obwohl sie sehr dunkle Schattenseiten besitzt, strahlt sie dennoch solch einen Optimismus aus, dass ich total hilflos und glücklich in ihr versunken bin. Am Liebsten hätte ich mich gänzlich in ihr aufgelöst. Dank der Performance der beiden Hörbuchsprecher Julian Greis und Franziska Hartmann konnte mir das zeitweise sogar fast gelingen. es geht noch leselustig weiter…

#rausmitderdicken von Sophia Bennett [Rezension]

Sie hat gesagt, Rose wäre zu dick. Das war der Grund.“

Ich mustere ihre Gesichter, um zu sehen, ob sie auch so überrascht sind wie ich, aber das sind sie nicht. Sie sehen nicht im Entferntesten überrascht aus.

Wir dachten, das ist dir klar“, sagt Jodie und grinst mich schief an. „Ich meine, es war doch mehr als merkwürdig, dass Linus gesagt hat, Rose soll gehen, wo sie die beste Sängerin von uns ist. Findest du nicht?“

– S. 121

#rausmitderdicken»Inhalt«

Irgendwer hat ohne Sasha zu fragen von ihrem Handy ein privates Video bei einem Wettbewerb eingereicht. Sie und ihre Freundinnen sind geschockt, denn sie sind lächerlich verkleidet und albern herum, während sie einen selbst geschriebenen Song performen. Doch irgendwie scheinen den Leuten ihr Video zu gefallen, denn sie erhalten viele Klicks und Likes und plötzlich stehen sie im Rampenlicht und gehören zu denjenigen Bands, die vom Wettbewerbsveranstalter eingeladen werden, um sich im direkten Battle durchzusetzen. Was allerdings keine von ihnen ahnt: Plötzlich droht ihre Freundschaft zu zerreißen, denn das Geschäft ist hart, sie sind unerfahren und jung und so sind sie das perfekte Ziel für eine Katastrophe, die mit dem Hashtag #rausmitderdicken endet.   

»#rausmitderdicken stellt für mich eine totale Wucht dar!«

Ich habe mit einer von vielen Mobbing und „Das-Internet-ist-ja-so-böse“-Geschichte gerechnet. Erwartungen hatte ich keine hohen und dann hat Sophia Bennett mich von Anfang bis Ende in eine unsagbar spannende und wunderschön poetische Geschichte hineingezogen. es geht noch leselustig weiter…

Was ich dich träumen lasse von Franziska Moll [Rezension]

Das Morgenlicht sieht nirgends so schön aus wie auf seinem nackten Körper. Es formt Hügel und Täler. Er ist gemalt.

Vielleicht sollte ich zurückgehen, nur noch für einen Moment. […]

Ich gehe nicht zurück. Ich verschiebe es auf morgen. S.11

Was ich dich träumen lasse»Der Inhalt«

Als Elena und Rico sich vor der Schule voneinander verabschieden, fordert Elena nur noch einen letzten Kuss von ihm ein. Während er die Straße überquert, zieht sie ihre Hose ein Stück hinunter, weil sie weiß, dass er dann zu ihr zurückkommen wird.

Doch beim Umkehren erreicht Rico nie sein Ziel. Ein Auto erfasst ihn und er fällt ins Koma.

Rico, der immer lächelte, immer lustig war und so abgründig rein, dass sein Innerstes von innen nach außen leuchtete.

Rico, der für Elena schon immer viel zu gut gewesen war.

Elena erinnert sich und versucht alles, um ihn mit ihren gemeinsamen Erinnerungen zurück zu holen, allerdings wird sie dabei von ihrer Vergangenheit eingeholt und muss nun etwas verarbeiten, dass sie für immer vergessen wollte.

»Zu gut, zu schön und zu unglaublich, um wahr zu sein!«

Was ich dich träumen lasse“ ist eines jener Bücher, die zu schön sind, um die wahren Worte zu finden und die geschockt und sprachlos zurücklassen.

Franziska Molls Werk ist sogar zu gut, zu schön und zu unglaublich, um wahr zu sein.

Die Autorin gibt der Protagonistin Elena eine den ganzen Körper durchdringende Stimme, in einer Geschichte, die so zerbrechlich ist, dass ich fortwährend glaubte, der Roman würde in meinen Händen zu Staub zerfallen.

Dabei ist ihr Stil nicht nur poetisch. Er ist viel mehr. Aus der Ich-Perspektive schildert Elena ihr Leben in der Gegenwart. Dies ist durchwachsen von Rückblenden, die sie (überwiegend) mit Rico erlebt hat. Rückblenden, die einen Stil aufweisen, den ich nicht umschreiben kann und der so besonders ist, dass es mir eine Gänsehaut beschert hat.

»Von Gefühlen durchtränkt?«

So entsteht beim Lesen nach und nach ein buntes, sich automatisch (selbst) zusammen setzendes Bild.

Franziska Moll besitzt dabei die irre Gabe, dass sie das relativ nüchterne Wesen Elenas einfängt, dadurch wenig emotional schreibt, sich an die Fakten hält und dennoch dermaßen intensive Gefühle transportiert, dass ich glaubte, die Buchseiten würden mich komplett mit ihren Gefühlen durchtränken und auf alles abfärben, das ich in die Finger bekomme.

Sanfte Fäden, brutale Fakten, grausame Realität und eine Liebe, die mir schier das Herz zu zerreißen drohte, laufen alle unaufhaltsam zusammen. Ich wollte beben, zittern, weinen, lachen, glücklich und traurig zugleich sein.

Wie kann Franziska Moll es wagen, etwas beinahe unantastbar Schönes zu kreieren, dieses in eine realistische Schiene zu packen, bei der ich ahnte, wie es endete und dennoch wusste, dass es nicht anders ginge?

Franziska Moll war mutig, hat es gewagt, mit der Realität zu konfrontieren und mein Beeindruckt-Sein nimmt noch immer kein Ende.

»So kostbar, wie jeder einzelne Moment«

Die Grundlage von „Was ich dich träumen lasse“ ist erschreckend banal und zeigt einmal mehr auf, wie kostbar der Moment ist, wie wichtig es ist, jeden Augenblick zu leben und so viel wie möglich zu genießen;
das ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Moralpredigt oder dass es sich auch nur ansatzweise wie ein vorgehaltener Spiegel anfühlte.

Die Autorin hat mich mitträumen lassen, mir eine facettenreiche, mehrschichtige Welt gezeigt, die zwar schwarz ist und in die dennoch immer wieder tausend Lichtstrahlen einfallen.

Sie hat Kontraste aufgezeigt und ihren Figuren eine Seele eingehaucht, die ich immer mit mir herumtragen möchte.

»Mein Fazit«

Was ich dich träumen lasse“ ist ein moderner, pulsierender und unheimlich kraftvoller Roman über die Leichtigkeit, aber auch die Schwere des Lebens.

Über das Fliegen, über Träume, über Verlust, Trauer und Schmerz.

Über das, was im Leben wichtig ist und beweist nicht zuletzt, dass das Lesen eines der größten Schätze ist.

Ein Buch zum Leiden und Lieben, in dessen Virtuosität ich mich verloren habe.

Eine hammerharte Empfehlung. Für mehr reichen mir einfach nicht die Worte.

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten

Franziska Moll
Was ich dich träumen lasse
ab 14 Jahren, erscheint am 20.01.2014
256 Seiten, 14.0 x 21.5 cm
ISBN 978-3-7855-7845-2
Hardcover mit Schutzumschlag
14,95 € (D)
15,40 € (A)
14.95 € (D)
Zu „Was ich dich träumen lasse“ bei Loewe

 

Sehnsuchtsschimmern von Johanna Samt [Rezension]

WS.

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»Der Inhalt«

SehnsuchtsschimmernAva bewundert die neue Kellnerin Saskia, die für all ihre lustigen Freunde einen bunten Lebensmittelpunkt darstellt. Überraschenderweise scheint Saskia an ihr, der schüchternen und aufs Germanistikstudium konzentrierte Mädchen, einen Narren gefressen zu haben. So wird Ava von Saskia in das Ferienhaus ihrer Eltern am See eingeladen. Dem See, in dessen Mitte die Schwaneninsel mit einer besonderen und unglücklichen Liebesgeschichte thront. Es versprechen schöne Ferien zu werden, bis Ava Saskias Bruder kennenlernt. Den einen, auf den sie schon immer gewartet hat, der aber bereits seit Jahren in festen Händen ist. Avas Liebe scheint genauso unglücklich zu enden, wie die der Schwaneninsel…

»Nette Buchfiguren, eine langweilige Handlung«

 „Sehnsuchtsschimmern” ist ein süßes, kleines Buch für Zwischendurch, das mich manches Mal erstaunt hat und für die Zielgruppe (Mädchen ab 12) schöne Momente bereithalten wird.

Die Autorin Johanna Samt hat mich mit dem Alter der Buchcharaktere sehr überrascht. Mit plus/minus 20 Jahren konnte ich mich mit der Protagonistin Ava, die Germanistikstudentin ist, sehr gut identifizieren. Ob das jüngeren Mädchen ebenfalls so geht, kann ich nicht sagen.

Widersprüchlich zu den Buchfiguren, die (meistens) ihrem Alter entsprechend handeln, ist der Handlungsplot. Sehr vorhersehbar, wenig ausgefeilt und oft eine herbe Enttäuschung. Für die Zielgruppe wird es da nichts auszusetzen geben, aber weshalb dann dermaßen reif agierende Charaktere in einen unreifen Plot gesetzt werden, kann ich nicht nachvollziehen.

»SEX – mehr als ein Tabuwort? -Auch ein Tabuthema?«

Das Hauptthema ist die Liebe. Ava wartet auf den richtigen, so dass sie trotz ihrer zwanzig Jahre zwangsläufig ihre erste Liebe erlebt, die durchaus prickelnd und spannend zu verfolgen ist. WS2Denn mit Avas Tante Katja, einer Wahrsagerin, ist eine leicht mystische Ebene in die Geschichte gewebt, die gemeinsam mit der Sage von den Schwänen, die sich nur einmal verlieben und dann auf ewig binden, eine aufregende Komponente gegeben.

Sehr schwach erwiesen sich die Höhepunkte ebenjener prickelnden Liebesszenen. Anstatt schöner Umschreibungen oder sanfter Andeutungen, wurde ich mit unromantischen Endsätzen abgespeist wie: “Sie schliefen miteinander”. Und das soll es dann gewesen sein? Auch Jüngere dürfen ruhig schon lesen, dass das Miteinanderschlafen nicht im Dunkeln, im Keller oder im Geheimen stattfinden muss…! Mit dem Küssen, Knutschen und alles weitere davor klappte es noch gut, doch dann schloss Johanna Samt plötzlich die Gardinen.

»Ein typisches Mädchenbuch mit geringem Spannungsbogen«

Sehnsuchtsschimmern” ist eines dieser typischen Mädchenbücher, das einem begleitend zum Erwachsenwerden helfen kann und auf manche Dinge eine etwas andere Perspektive bietet.

Der Spannungsbogen ist gering gehalten, da das Thema des gesamten Romans direkt zu Beginn konkretisiert wird und dann klar ist: Ava bekommt sowieso ihren Prinz Charming und klappt es mit dem einen nicht, klappt es mit dem anderen

Jüngere Mädchen dürften sich hier noch mehr hineinsteigern können und unter Umständen sogar wahnsinnige Befürchtungen hegen, dass Ava am Ende mit dem Falschen zusammenkommt…

»Mein Fazit«

Sehnsuchtsschimmern” ist ein rosarotes Mädchenbuch mit pfiffigen Charakteren, die etwas ausgetretenen Pfaden folgen. Für Mädchen ab 12 könnte es jedoch eine sehr empfehlenswerte Lektüre sein, die sich passend zum Sommer (sofern es jemals wieder warm werden sollte!) gemütlich am See, im Garten oder bei Regentagen in die Leseecke kuscheln können.

Insgesamt gesehen ist Johanna Samts Roman nicht aufregend genug, so dass ich, unter Berücksichtigung der richtigen Altersgruppe 4 Wölkchen vergebe, ansonsten wären es weniger geworden!

Leseprobe

Wölkchen4

BibliografischeDatenBroschur
192 Seiten
Ab 15 Jahren
ISBN: 978-3-522-20145-2
Preis: 9,95 €
Österreich: 10,30 €, Schweiz: 14,90 sFr
Erscheinungstermin: 22.04.2013
Zu “Sehnsuchtsschimmern” bei Thienemann

Zu “Sehnsuchtsschimmern” bei Bücherkinder.de

Vielen Dank an Bücherkinder.de für dieses Leseexemplar!

Liebe lange leichte Tage von Bodil Bredsdorff [Rezension]

Die Wellen zeigten Zähne. Schaumstreifen leckten sich den Strand hinauf. Die Wolken rasten über den Himmel. S. 91, “Liebe lange leichte Tage” – Bodil Bredsdorff © Urachhaus

LiebelangeleichteTageDer Inhalt:

Dot freut sich auf ihren Urlaub, denn dann sieht sie endlich Balthasar wieder. Ihr Spielgefährte von Kindesbeinen an. Sie haben sich immer gut verstanden und sind sich mit jedem Sommer näher gekommen. Doch seit einiger Zeit scheint es intensiver und prickelnder zwischen ihnen zu werden und Dot ist sich sicher, dass er sie einmal geküsst hätte, wenn sie nicht gestört worden wären.

Seine Geburtstagsparty steht an und Dot macht sich mit bangem und hoffnungsvollem Gefühl auf, die Wahrheit zwischen ihnen zu entdecken.

Wenn Freundschaften sich verlieren und die Liebe unerwidert bleibt

Liebe lange leichte Tage” spielt hauptsächlich in der Vergangenheit. Ich war unglücklicherweise mehr an den Ereignissen der Gegenwart interessiert und hoffte ständig, dass die Autorin mich nun endlich ausführlicher dort hingeleiten würde.

Andererseits skizzierten die vielen Rückblenden aus der Gegenwart heraus, den manchmal schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens, der auch beinhaltet, dass Freundschaften sich verlieren und Gefühle unerwidert bleiben.

Der Titel dieses Romans zeigt genau auf, bzw. beschreibt, wie die Kindheit der Protagonistin Dot gewesen ist und sich angefühlt haben mag.Denn das ist die Haupthandlung: Die Geschichte von Dot und Balthasar während ihrer Kindheit mit detailreichen Ereignissen und dergleichen.

Trotz Poetik, fehlte der Funke

Ich habe mit Dot stets mitgefühlt, da der Schreibstil bildreich und somit gut vorstellbar war. Auch die Gefühle schienen mir immer wieder poetisch, allerdings hegte ich an der Handlung der Vergangenheit nur dieses große Desinteresse, so dass mir auch die schönen Beschreibungen nichts nutzten und der letzte Funke stets fehlte.

Bodil Bredsdorff arbeitet mit einigen Andeutungen und lässt vieles offen, wodurch die LeserInnen zum Nachdenken aufgefordert werden. Eine Rechnung, die aufging und mir daher gut gefiel. Denn so war trotz meines manchmal herrschenden Desinteresses nie eine Langeweile vorhanden, bei der ich vom Buch genervt gewesen wäre.

Mein endgültiges Urteil:

Liebe lange leichte Tage” ist ein kurzlebiges Sommerbuch, das mit fortschreitender Handlung Tiefe beweist, die mich dennoch nie so richtig zu packen vermochte. Nichtsdestotrotz bietet “Liebe lange leichte Tage” Jugendlichen eine klare, geradlinige und mit Wünschen und Sehnsüchten angefüllte Protagonistin, die sich wunderbar als Identifikationsmöglichkeit anbietet.

Letztlich hatte ich von Bodil Bredsdorffs Werk einfach nur etwas komplett Anderes erwartet, so dass das Buch nicht schlecht war, aber eben auch keine Spannungsbombe.

Deswegen sollte man sich eine eigene Meinung bilden, denn Potenzial besitzt es allemal!

Leseprobe!

3,5 Sterne

3,5 Sterne

Thematik:

Urlaub

Sommer

Jugendliebe

Erwachsenwerden

Kindheit

Allgemeine Buchinformationen:
ISBN-13: 978-3-8251-7833-8
Erscheinungsjahr: 2012
Auflage: 1
Einband: Gebunden
Seiten: 95
Verlag: Urachhaus
Altersstufe: ab 12 Jahren
Original Titel: Kaptajnen i blommetræet
Original Verlag: Høst & Søn, Rosinante & Co, Kopenhagen
Original Sprache: Dänisch
Zu “Liebe lange leichte Tage” bei Urachhaus

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