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Tschick ein Film von Fatih Akin [Filmbesprechung] + Gewinnspiel

Als Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ 2010 erschien, hat es mein Interesse zwar geweckt, aber gelesen habe ich immer andere Bücher. Umso neugieriger war ich auf die Buchverfilmung, die gestern, am 09.03., endlich auf DVD, Blu-Ray und als Digitalisat erschien.

Ein guter Grund, euch jetzt die Verfilmung von „Tschick“ vorzustellen. Dran bleiben lohnt sich, am Ende wartet nämlich ein kleines Gewinnspiel auf euch. ❤

Auf dem Weg in die Walachai (c) Studiocanal

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Jeden Tag ein bisschen mehr von Louisa Reid [Rezension]

Ich hustete ein paar Brocken Wahrheit aus, glänzend und hart, wie Kieselsteine, und spuckte sie vor Leos Füße. All die Geheimnisse. Die Türen in meinem Geist knarzten und schwangen auf. Doch ich schlug jede einzelne von ihnen wieder zu. Dann ließ ich kurz den Kopf hängen, mir war schwindelig. Ich würde Leo niemals alles erzählen können, sonst würde er mich hassen. – S. 211

u1_978-3-8414-2229-3»Inhalt«

Audrey ist krank. Sehr krank. Psychisch krank, wie ihre Mutter sagt, sich liebevoll um sie kümmert und alles tut, damit Audrey wieder gesund wird. Also wagen sie einen Neuanfang. Neue Stadt, neues Haus, neue Leute. Alles neu. Audrey soll schließlich wieder gesund werden. Doch im neuen Haus lauert wieder das Ding. Das Ding, dass Audrey wehtut und dafür sorgt, dass sie sich verletzt. Audrey weiß sich nicht zu helfen oder zu wehren. Da lernt sie Leo kennen. Leo, der hartnäckig daran interessiert zu sein scheint, sie kennenzulernen. Obwohl er merkt, dass sie krank ist und etwas mit ihr nicht stimmt. Jeder Tag in ihrem Leben ist ein Kampf und die Frage ist, wie lange wird sie ihn noch durchhalten?

»Dunkel und ungeheuerlich«

Jeden Tag ein bisschen mehr“ hat mich bewegt. Mit jeder Seite ein bisschen mehr. Ich bin der Protagonistin Audrey in einen sehr, sehr dunklen Sog gefolgt und konnte mich kaum noch retten. Hilflos habe ich die Worte in mich eingesaugt, die vielen Emotionen auf mich einprasseln lassen. Meinte manchmal zu ahnen, was in diesem Roman eigentlich abgeht und wollte und konnte es doch nicht so ganz fassen, weil es zu dunkel und zu ungeheuerlich schien. es geht noch leselustig weiter…

Falling into you – Für immer wir von Jasinda Wilder [Rezension]

 

Aber wenn man sich nach jemandem so sehr sehnt, ihn so sehr braucht, dass es einen komplett ausfüllt, und wenn man für diesen Menschen alles tun würde, wirklich alles – das ist was anderes. Wenn einem jemand unter die Haut geht, man denjenigen in der Seele hat und mit der Luft einatmet und man irgendwann nicht mehr unterscheiden kann, wo man selbst aufhört und der andere anfängt – das ist Liebe. – S.223

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Mein Sommer nebenan von Huntley Fitzpatrick [Rezension]

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Mein Sommer nebenan von Huntley Fitzpatrick»Inhalt«

Samantha Reed hat ihre Nachbarn schon immer beobachtet. Fasziniert von der gut 10-köpfigen, chaotischen und fröhlichen Großfamilie lebte sie gedanklich mit ihnen ein Leben, das ihrem eigenen komplett widerspricht.

Doch dann klettert Jase Garrett plötzlich ihr Blumenspalier hinauf und sie lernt ihn kennen. Einen der Garretts, die ihre Mutter so verabscheut. Ihre Mutter bemerkt davon leider nur nichts mehr, weil sie so sehr mit ihrer Kandidatur als Senatorin für den Staat Connecticut beschäftigt ist. Einerseits gut für Sam, denn dadurch wird sie von der Zuschauerin zur Beteiligten. Andererseits furchtbar kompliziert, denn wenn sie mit Jase zusammen ist, bekommt sie unmögliches Herzklopfen und Gedanken übers Küssen…

»Ehrliche und echte Gefühle«

Mein Sommer nebenan” ist ein wunderbares Buch der ehrlichen und echten Gefühle. Fern der Mainstream Geschichten spart sich Huntley Fitzpatrick sämtliches “Hick Hack” und konzentriert sich stattdessen auf die wichtigen Themen in einer zarten, ersten und jungen Beziehung.

Wie ist das mit dem Verhüten, was muss alles beachtet werden, sind wir zu schnell, über was können wir reden?

Bspw. solche Fragestellungen werden – einmalig und atemberaubend genial verpackt – in “Mein Sommer nebenan” behandelt.

Die Verpackung hat die Autorin dabei kompliziert, gleichzeitig spannend und zum Ruckzuck-lesen gestaltet.

Neben der ersten Liebe, steht ein politisches Geflecht im Vordergrund, in das sich Samanthas Mutter zunehmend verstrickt, so dass allmählich auch Samantha und ihre Freunde eingesponnen werden. Dann sind da noch die kleinen und großen Dramen in einer Mädelsfreundschaft und prinzipiell unendlich scheinende Punkte, die beleuchtet, kritisiert oder einfach nur als Anreiz zum selbstständigen Nachdenken, gegeben werden, die mich dieses Buch nie vergessen machen lassen.

»Unmöglich perfekt«

Mein Sommer nebenan” hat mich also thematisch schon komplett begeistert. Doch mit der fantastischen und überauß galaktisch grandios scheinenden Wortwahl Huntley Fitzpatricks, greift sie wahrlich nach den Sternen. Ich habe mich immer und immer wieder mit den Figuren, ihren Aussagen, Verflechtungen und Problemen identifizieren können und mit jedem Mal geglaubt, jetzt sei aber Schluss, noch einmal könnte das der Autorin unmöglich gelingen.

Unmöglich ist ein Wort, das “Mein Sommer nebenan” nicht kennt. Denn es ist unmöglich perfekt.

»Figuren, die ich schon mein ganzes Leben lang kenne«

Die Figuren leben. Wirklich, das tun sie. Sie sind erschreckend normal und durchschnittlich. Sie erfüllen ihre Klischees, doch dies auf eine gute Art und Weise, die es mir ermöglichte, sie zu verstehen und die Reibereien, die sich erst allmählich aufbauen und entwickeln, zu verstehen.

Sommerlich und leicht navigiert Huntley Fitzpatrick zunächst durch viele Seiten, die wenig Aufregendes zu vermitteln scheinen und mich dennoch an den Sätzen kleben ließen. Wie sie das geschafft hat?

– Indem sie authentisch geschrieben hat und ich das Gefühl bekam, Samantha, Jase und die restlichen Garretts schon mein Leben lang zu kennen!

»Lobeshymnen«

Wäre ich ein reimender und singender Barde, würde ich eine Siegeshymne für Lagerfeuerabende schreiben. So muss “Mein Sommer nebenan” sich mit dieser Rezension zufrieden geben und hoffen, dass dies reicht, um in die Hallen der ewigen Jagdgründe einziehen zu können.

»Mein Fazit«

Huntley Fitzpatrick hat einen wuchtigen und den Atem raubenden Roman verfasst.

Mein Sommer nebenan” eignet sich für Jugendliche, die schon einmal vorfühlen wollen, sich mitten in der Phase zum Erwachsenwerden befinden, aber auch für Erwachsene, die noch einmal mit nostalgischen Gedanken zurückkehren wollen.

Ein Buch, das verführt.

Tolle Charaktere wohnen in “Mein Sommer nebenan”, die mit ihrer Schlichtheit die wirklichen und einzig wahren Helden im Universum der Buchwelten sind.

Ein Buch für den Sommer, das egal zu welcher Jahreszeit ein Highlight darstellt und von keinem verpasst werden sollte!

Leseprobe!

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten
Huntley Fitzpatrick
Mein Sommer nebenan
Originaltitel: My Life Next Door
Originalverlag: Dial Press / Penguin US
Aus dem Englischen von Anja Galić
Deutsche Erstausgabe
Ab 12 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-15572-1
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 24,50
Verlag: cbj
Zu “Mein Sommer nebenan” bei cbj

Zu “Mein Sommer nebenan” bei Bücherkinder

Vielen Dank an Bücherkinder.de für dieses WUNDERSCHÖNE Leseexemplar!

Buddha Boy von Jordan Sonnenblick [Rezension]

Schüchtern und doch mit einer gewissen Intelligenz vor mich hin pfeifend verließ ich das Gebäude. Meine Zehen hatten ein Date mit grauem Matsch. S. 27, „Buddha Boy“ – Jordan Sonnenblick © Carlsen

Buddha BoyDer Inhalt:

San Lee ist mal wieder umgezogen und schon wieder der Neue. Er hat schon alles ausprobiert: Nerd, Skater, Intellektueller oder Sportskanone. Bisher waren alle Typen, die er vorgegeben hat zu sein, nie der durchschlagende Erfolg. Doch an seinem ersten Tag fehlen ihm die Ideen für eine neue Identität. Und zu versuchen er selbst zu sein?

Das geht gar nicht. Denn er, San Lee, ist nur ein 17-jähriger mit durchlaufenen Sandalen im Winter, einer wenig warmen Jacke und langweiligem Image. Als er im Unterricht, passend zum Thema, einige buddhistische Weisheiten nennt, merkt er, dass alle fasziniert von ihm sind und tatsächlich annehmen, er sei ein echter Buddhist. Schließlich ist er chinesischer Herkunft und dort entstand der Buddhismus schließlich doch, oder? – Dann kann er gleich so tun als ob und damit nebenbei das Herz seines Schwarms Woody erobern!

Interessante Fragen, die sich mit der eigenen Identität und dem Erwachsenwerden auseinandersetzen

Buddha Boy“ ist eine kurzweilige, dafür sehr interessante und facettenreiche Geschichte.

Jordan Sonnenblicks Roman beschäftigt sich mit den einhergehenden Schwierigkeiten des Erwachsenswerdens, die im Fall des Protagonisten San Lee mit extra Komplikationen verbunden sind:

Wer bin ich? Wo stehe ich? Wie muss ich sein, damit die anderen mich akzeptieren? Was hält das Leben für mich bereit?

Buddha Boy“ gibt keine einschlägigen Antworten, dafür demonstriert es anhand eines Einzelschicksals, wie so etwas aussehen,, welche Fragen und Konflikte auf einen zukommen könnten und dass nicht immer alles so schrecklich sein muss, wie es zunächst scheint. Hierfür verwendet der Autor den Buddhismus als Ausgangslage der Geschichte. San Lees Verbindung zum Buddhismus hat sich per Zufall entwickelt, bewirkt aber letztlich einen Großteil des Charmes und des Witzes.

Witz und Humor in Maßen oder doch zu viel?

Denn Witz und Humor lassen sich in „Buddha Boy“ auf beinahe jeder Seite finden. Vieles fand ich wirklich witzig, einiges hat mich die Augen verdrehen lassen. So wirkt San Lee vor allen Dingen durch seine ständige Ernstlosigkeit ziemlich oberflächlich. Selbst in seinen Gedankengängen zu extrem wichtigen Themen, tut er alles mit Sprüchen und Albernheiten ab. Im Laufe der Handlung werden jedoch einige Hintergründe zu seiner Person enthüllt, die sein Verhalten erklären und ebenfalls zeigen, dass er ein liebenswerter Charakter mit Ecken und Kanten ist. Doch die durchgängige Komik, muss man mögen. Wer sich damit nicht anfreunden kann, wird keinen Spaß an „Buddha Boy“ haben. Wer eher rätselhafte und vom ersten Moment an tiefsinnige Storys sucht, wird das in „Buddha Boy“ nicht finden.

Generell ist „Buddha Boy“ ein Roman, der anfangs ziemlich tief stapelt, dafür aber auf einem höheren Niveau endet. Man sollte niemals vorschnell urteilen, auch dieses unterstreicht Jordan Sonnenblick mit dem Aufbau seines Romans.

Zu wenig Figurenauswahl

Weitere Figuren in dieser Geschichte werden nicht viel näher beleuchtet, da San Lee ein recht raumeinnehmender Charakter ist. Sie werden zwar durch die subjektive Sichtweise dieses Teenagers charakterisiert, doch viel Abwechslung gibt es in dieser Hinsicht nicht. Dafür glorifiziert San Lee seine große Liebe, Woody. So steht sie zwar im Fokus und San Lees Begeisterung und Faszination von ihr sind durchaus verständlich und nachvollziehbar, doch ist die Geschichte insgesamt einfach zu kurz, um Woody vollständig beurteilen zu können.

Mit einigen Aspekten von „Buddha Boy“ kann man sich durchaus intensiver auseinandersetzen. Das sind primär die buddhistischen Seiten, die einem zwar als Denkanstoß angeboten, aber niemals aufgezwungen werden.

Mein endgültiges Urteil:

Buddha Boy“ ist ein unterhaltsames, witziges, aber auch tiefschürfenderes Buch, mit einer exzentrischen Hauptfigur, das ich empfehlen kann. Älteren und jüngeren Leserinnen lege ich es nur nah, nur wenn man auf Highschool Geschichten steht, sich mit dem Thematiken rund ums Erwachsenwerdens auseinandersetzen möchte oder Interesse daran hat, einen Blick in den Buddhismus zu riskieren.

Bewertung

Bewertung

Thematik:

Erwachsenwerden

Buddhismus

Identität

Identitätsprobleme

Identitätsfindung

Religion

Erste Liebe

Schwere Familiensituation

Allgemeine Buchinformationen:
Übersetzerin Gerda Bean
Jordan Sonnenblick
Einband
Softcover, Klappenbroschur
Größe 14,60 x 21,50 cm
Seiten 208
Alter ab 12 Jahren
ISBN 978-3-551-58251-5
12 €
Zu „Buddha Boy“ bei CARLSEN

Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht von C. C. Hunter, gelesen von Anke Kortemeier [HörBuchRezension]

SFC_CoverDer Inhalt:

Die 16-jährige Kylie ist am Boden zerstört, weil ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat. Dann ist sie geschockt, weil ihre Eltern sich im Streit plötzlich scheiden lassen. Noch geschockter allerdings ist sie von der Idee ihrer Mutter, sie im Sommer in ein Camp zu schicken. Sie, die brave und vorbildliche Kylie. Sie fügt sich und bemerkt schon im Bus, der die Teilnehmer ins Camp bringt, dass diese Jugendlichen alles andere als normal sind. Sie fühlt sich angestarrt und begafft, denn alle scheinen etwas zu wissen, was man nur ihr verschwiegen hat. Wird Kylie hinter das Geheimnis des mysteriösen Sommercamps kommen?

Eine großartige Idee, die durch viele Oberflächlichkeiten auf der Strecke bleibt…

Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht“ lässt mich ziemlich zwiegespalten zurück. Da sind einmal die ziemlich oberflächlichen Elemente, die gut 70% der Geschichte ausmachen und sich um Jungs, Jungs und noch mehr Jungs drehen. Dann wäre da das beinahe schon unerhört offene Ende, das nach einer Fortsetzung schreit und vermuten lässt, dass C. C. Hunter das nun nach jedem Band so handhabt.

Auf der anderen Seite steht die spannende Idee des Sommercamps, das mich trotz der Oberflächlichkeiten oft gut unterhalten konnte und in mir den Wunsch erweckte, mehr zu erfahren. Die letzte CD bewies endlich ein wenig Handlungsfortschritt und ein leichtes Kratzen an der Oberfläche. Einige offene Fragen wurden geklärt, leider ebenso viele unbeantwortet gelassen. Dennoch ergab vieles plötzlich einen Sinn und einmal hätte ich

Innenteil

Innenteil

vor lauter Rührung beinahe weinen müssen, weil eine Auflösung so tragisch anmutete. Für eine (oder mehrere) Überraschung(en) muss man bei „Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht“ gewappnet sein. Die Frage, ob diese Überraschungen nun gut oder schlecht sind, muss jede/r für sich selbst beantworten. Je nachdem, was man von seiner Lektüre gerade erwartet, bietet dieses Hörbuch eine teilweise amüsante Geschichte, die sogar richtig verzaubern kann, insofern man über einige Unzulänglichkeiten bzw. Oberflächlichkeiten hinwegsehen kann; und solange man bereit ist, bis zum Ende durchzuhalten und sich viele pubertäre Heulattacken und allerhand Kussszenen anzutun.

Zu viel männliche Auswahl rückt die Rahmenhandlung zu sehr in den Hintergrund

Die Protagonistin Kylie löste in mir ein ums andere Mal Anti-Sympathien aus, da ich ihre Gefühlswelt so gar nicht nachvollziehen konnte. Erst ist sie scheinbar in ihren Ex-Freund Trey verliebt. Kaum ist er aus den Augen, ist er auch aus dem Sinn und sie findet Derek mit den Goldsprenkeln in den Augen wunderbar. Dummerweise hat der sich nach ihrer kleinen Zurückweisung bereits eine Freundin angelacht, weswegen sie es dann mit dem sexy, verwegenen Lucas probiert und nach einem heißen, erwachsenen, wilden Kuss sofort Gefallen an ihm findet. Dieses hin und her beansprucht einen Großteil der Handlung und ist viel zu oft ohne Übergänge oder Erklärungen dargestellt.  Gerade diese ewigen Unentschiedenheiten dürften einem jüngeren Hörpublikum mehr munden.

Eine manchmal lasche Darbietung, ansonsten eine angenehme Hörbuchsprecherin

Die Sprecherin Anke Kortemeier, die in Deutschland die deutsche Stimme der Lindsay Lohan spricht, hat mich manchmal verwirrt. Pausen, wo sie überflüssig scheinen, manchmal wurde etwas zu lahm gelesen, verwechselte Stimmfarben, so dass man hinterher doch nicht mehr so ganz sicher war, wer nun was gesagt hatte. -Fairerweise muss ich ergänzen, dass Letzteres nur etwa zwei Mal vorgekommen ist. Insgesamt hatte Frau Kortemeier nämlich eine äußerst angenehme Stimme, für die ich zwar etwas Zeit zum Einhören benötigte, ihre Darbietung dann jedoch beinahe durchgängig genießen konnte.

Interessant sind C. C. Hunters Darstellungen der einzelnen Fabelwesen. Zusammen in einem einzigen Camp befinden sich Werwölfe, Hexen, Feen und noch allerlei weitere Bewohner der fantastischen Welt. Dieser bunt gemixte Haufen sorgt ordentlich für Trubel und Turbulenzen.

Mein endgültiges Urteil:

Ganz überzeugt bin ich von „Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht“ noch nicht, jedoch hat C. C. Hunter eine Geschichte mit Potenzial kreiert, die mir in der Hörbuchfassung – trotz der Makel – zusagte. So werde ich auf jeden Fall noch Band 2 hören und darf mich glücklich schätzen, dass dieser schon erschienen ist.

Liebhaber von fantastischen Wesen, komplizierten und ulkigen – um nicht zu sagen pubertären – Beziehungsverwicklungen dürften sich in dieser Geschichte wie zu Hause fühlen und sollten sich eine Hörprobe dieses Werks einmal anhören!

3,5 Sterne

3,5 Sterne

Thematik:

Camp

Fantastische Wesen

Erwachsenwerden

Sich selbst finden

Jugendliche Probleme

Pubertät

Allgemeine Hörbuchinformationen:
Hunter, C.C. »
Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht
Erscheinungsdatum: 01.07.2012
ISBN: 978-3-86231-148-4
6 CD(s) – 445 min.
Kids
EUR 19,99
Zu „Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht“ bei Der Audio Verlag

Die Rose von Arabien von Christine Lehmann [Rezension]

Eine Welt zwischen Sand und Träumen

Rose_Arabien_Coverumschlag

Du bist die Kerze, Finja, und ich dein Nachtfalter“, S. 447

 Der Inhalt:

Rose_Arabien_CoverDie 16-jährige Finja lernt den 24-jährigen Chalil auf dem Weihnachtsmarkt kennen. Er ist der Auslandsstudent ihres Vaters und der Erstgeborene Sohn eines Scheichs aus Dubai. Ihre Kulturen könnten nicht unterschiedlicher sein und doch hat es zwischen ihnen gefunkt. Als Finja dann wenig später wie geplant ihren Vater rund um die Weihnachtszeit in Dubai besuchen fährt, trifft sie Chalil wieder und lernt seine ganze Familie kennen. Finjas Gefühle wachsen mit jedem Blick, jeder Berührung und jeder Begegnung. Doch fühlt Chalil überhaupt dasselbe? Chalil, der Unnahbare, dem die Frauen, genauso wie allen anderen Männern in Dubai, nie widersprechen. In Arabien prallen zwei Welten aufeinander, wie Finja zunehmend begreifen muss. Sie hat Schwierigkeiten sich den Gepflogenheiten unterzuordnen. Dennoch ist da dieses Band, das sie zu zerreißen droht, wenn sie ihm nicht nachgibt. Wird es eine Zukunft für Finja und Chalil geben?

Eine liebreizende, wie gefährliche Geschichte im fernen Orient

Christine Lehmanns Jugendroman handelt von der magischen Zeit der ersten Liebe, die gezwungen durch eine fremde Kultur und ein ganz anderes Verständnis des Zusammenlebens und der Familienbande, ihren Weg scheinbar nicht finden kann.

In “Die Rose von Arabien” liegt eine ganze Welt, die einen mitnimmt auf eine malerische, bunte, liebreizende und gleichzeitig gefährliche, bedrängende, und einfach nur unglaublich fantastische Reise. Wie ein Märchenbuch aus „Eintausendundeine Nacht“ vermengt Christine Lehmann die Rahmenhandlung mit weiteren Kurzgeschichten, die eine unerträgliche Süße und Vielfalt schaffen.

Ich habe selten ein wirkungsvolleres und fesselnderes Buch gelesen, das ohne Fantasy und mit scheinbar ganz wenig Zutaten solch eine große Wirkung ausübt.

Unvereinbare kulturelle Unterschiede verflochten mit einer packenden Liebesgeschichte

Ein Hauptaspekt sind die kulturellen Unterschiede der westlichen und der arabischen Welt. Spannend und wie selbstverständlich hat die Autorin unzählige Sachinformationen über die muslimische Religion, ihre Traditionen und Kultur eingestreut, dies aber so, dass diese Informationen stets mit einer bewundernswerten Leichtigkeit in der Handlung integriert waren. Ein ums andere Mal bekam ich große Angst aufgrund der Regeln dieses so fernen und schwer zu verstehenden Landes Arabien. Doch nicht alles, was einem dort fremd erscheint, ist zwingend schlecht. So hat Christine Lehmann nebenbei mit einigen

Innengestaltung

Innengestaltung

Vorurteilen aufgeräumt.

Ich würde mir nach dieser Lektüre niemals anmaßen zu behaupten, ich hätte diese Kultur verstanden oder könnte beispielsweise nachvollziehen, weshalb es den Männern erlaubt ist, 3 Ehefrauen gleichzeitig zu haben. Jedoch hat „Die Rose von Arabien“ mein Bewusstsein erweitert und mich gelehrt, dass man offen bleiben sollte. Denn in der morgenländischen Kultur steckt man nicht drin, solange man sich dort nicht länger aufhielt oder sogar mit ihr aufwuchs.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, was Christine Lehmann da alles recherchiert oder anderweitig getan haben muss, um so eindringlich, intensiv und sensationell die Liebesgeschichte zweier Individuen aufzugreifen, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen und aus diesem Grund einander so fern bleiben müssen wie Tag und Nacht.

Ein authentisches Portrait zweier Charaktere, die sich selbst finden müssen

Christine Lehmann hat mit bösen Vorahnungen gespielt, indem die Protagonistin Andeutungen aus der Zukunft heraus abgab und so quasi eine Rückblende entstand. Manchmal erschien mir die Ausgangslage der Handlung ziemlich unrealistisch: Ein 16-jähriges Mädchen, dass schon nach weniger als 7 Tagen davon überzeugt ist, ihren Traummann gefunden zu haben und ihn heiraten zu müssen. Bar jeder Komplikationen, die da durch die arabische Kultur noch auf sie zukommen könnten und um die sie in vielen Aspekten schon weiß. Andererseits ist genau das wieder realistisch: Wenn nicht mit 16, wann glaubt man dann an eine so aussichtslos erscheinende Liebe für die man bereit ist, alles über Bord zu werfen?

Obwohl die Autorin in ihren Werken „Der Ruf des Kolibris“, „Eukalyptusmond“ und „Die Rose von Arabien“ immer dasselbe Schema zugrunde legt, gibt es dennoch nicht eine Wiederholung. Die Hauptfiguren sind jedes Mal verblüffend tiefgründig und authentisch ausgearbeitet, weisen aber nicht eine Parallele zu anderen Figuren ihrer Werke auf. Sich in seinen Geschichten jedes Mal aufs Neue so bravourös neu zu erfinden, ist eine Glanzleistung.

Mein endgültiges Urteil:

Die Rose von Arabien“ ist ein kaum zu toppender Pageturner, der trotz seines Umfangs schnell verschlungen ist. Die Geschichte ist unerträglich süß, schmerzhaft, abwechslungsreich und so hochbrisant wie aufregend. Für mich stellt dieses Werk den hellen Wahnsinn dar und ich bin überzeugt, dass man sie lesen muss. Sei es, weil man gute Lektüren schätzt, seinen Blick erweitern möchte oder sich gerne von Liebesgeschichten mitreißen lässt.

Bewertung

Bewertung

Wir Europäer haben die Uhren und die Araber haben Zeit,

S. 459

 

Leseprobe!

Alle Werke auf einen Blick:

  • Der Ruf des Kolibris”
  • Die Rose von Arabien”

Thematik:

Abendland

Morgenland

Kulturen

(Erste) Liebe

Wüstengefahren

Scheich

Religion

Tradition

Erwachsenwerden

Selbstbestimmung

Emanzipation

Allgemeine Buchinformationen:

Gebunden mit Schutzumschlag, mit Lesebändchen und UV-Spotlackierung
576 Seiten
Ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-522-50217-7
Preis: 19,90 €
Österreich: 20,50 €, Schweiz: 28,90 sFr
Erscheinungstermin: 20.10.2010
Zu „Die Rose von Arabien“ bei Planet-Girl

Eukalyptusmond von Christine Lehmann [Rezension]

Eine Liebe im Land der Traumfänger

Eukalyptusmond_Ausschnitt

So hatte mich noch keiner geküsst. Seine Lippen fragten nicht, sie verlangten. […] „Sorry, Lena. […] Nimm es mir nicht übel, […] aber ich bin nichts für dich. Mehr als eine Affäre würde es nicht werden. Und dafür bist du zu jung und zu […] unerfahren.,   S. 73

Der Inhalt:

Eukalyptosmond_CoverLena hat ihre Schule im Abijahr geschmissen, um mit ihrer gut betuchten Freundin Hannah ein Jahr in Australien zu verbringen. Um ihre alleinerziehende Mutter zu beruhigen, hat sie sich auf einer Farm zum Arbeiten angemeldet, plant aber nicht, dort auch hinzugehen. Hannah wird sie am Flughafen abholen und dann heißt es: Party, Party, Party. Doch leider wird Lena von Hannah versetzt und von den erwachsenen Kindern der Farmbesitzerin Ulla abgeholt. Also landet sie doch da, wo sie nicht hinwollte: Auf einer Farm zum Arbeiten. Aber eigentlich macht ihr das gar nicht so viel aus, denn Bran, der Sohn von Ulla, ist nicht nur sehr attraktiv, sondern auch noch unverschämt frech. Das kann Lena sich nicht bieten lassen. Obwohl sie Mühe mit der schweren Arbeit hat, lebt sie sich immer besser ein und muss schon bald einige, schwerwiegende Entscheidungen über ihre Zukunft treffen…

Ein Traum von einem Buch

Auch ohne die Vorkenntnisse der beiden Bücher „Der Ruf des Kolibris“ und „Die Rose von Arabien“ von Christine Lehmann kann man „Eukalyptusmond“ in den vollsten Zügen genießen.

Die Autorin hat erneut eine brisante Geschichte gestrickt, die trotz mancher Macken ein Traum von einem Buch darstellt.

EUkalyptusmond

Innengestaltung

Dies sowohl inhaltlich, als auch in der Umschlaggestaltung und dem Layout im inneren des Buches.

Manchmal benahm sich die Protagonistin Lena etwas naiv und nervig, was aber notwendig war, um ihre Weiterentwicklung und inneren Konflikte verfolgen und nachvollziehen zu können.

Ein spannungstragendes Familiengeheimnis

Christine Lehmann hat in „Eukalyptusmond“ keinen expliziten Fokus gewählt, sondern eine breite Auswahl an Themen geboten. So wird der Konflikt zweier Kulturen unaufdringlich aber höchst genial umgesetzt. Geschickt beleuchtet Christine Lehmann beide Standpunkte; die der Eingeborenen und die der Weißen. Letztere haben im historischen Kontext Australien erst besiedelt, als die Einheimischen bereits dort waren. Des Weiteren wird man mit einem gut gehüteten Familiengeheimnis konfrontiert, das sich erst im Laufe der Handlung entblättert und für ordentlich Furore sorgt. Der Einblick in die Traditionen und die Kultur Australiens ist Christine Lehmann auf eine fesselnde und lesenswerte Art gelungen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man in Australien gewesen sein muss, um das so richtig beurteilen zu können, hat mir „Eukalyptusmond“ dennoch das Gefühl gegeben, ich sei den Erfahrungen, die man dort machen kann, unglaublich nahe gekommen.

Trotz teilweise vorhersehbarer Handlung ein kaum auszuhaltender Lesesog

Manchmal ist die Handlung sehr vorhersehbar oder scheint es zumindest, denn an einigen Punkten bin ich von den Wendungen auch ehrlich überrannt worden. Das stachelte jedoch nur den sowieso schon kaum auszuhaltenden Lesesog an und ließ mich beinahe mit dem Buch verschmelzen.

Eukalyptusmond“ wartet mit mehr als nur einer Liebesgeschichte auf: Zwischen den beiden Protagonisten entspinnen sich zwar intensive Gefühle, die ein gelegentliches Prickeln und Gänsehaut auslösen, aber zu diesem perfekten Rundumpaket tragen auch die Atmosphäre, die Spannungen der beiden Kulturen und dieser so gute Einblick in die australischen Besonderheiten bei.

Gekrönt wird das Ganze von Christine Lehmanns Schreibstil, der mich ununterbrochen bei Laune hielt.

Das Ende mutet wiederum etwas kitschig an, andererseits habe ich genau das gebraucht und nichts anderes erwartet. Die Entwicklungskurve der Protagonistin Lena ist deutlich erkennbar und entschädigt im Nachhinein für so manch dämliche Tat. Dennoch bleibt Lena einem sympathisch, denn sie ist nicht auf den Mund gefallen und wirbelt ihre LeserInnen und Bran, den großen Schwarm dieses Buchs, unentwegt auf.

Mein endgültiges Urteil:

Ich bin erstaunt, welche tiefschürfenden Hintergründe sich mir in „Eukalyptusmond“ trotz der grundlegend recht normalen Liebesgeschichte präsentierten. Aufgeladene Gefühle, Vergangenheitesbewältigungen, Vertrauen, Respekt und der Zauber eines verlockenden wie gleichermaßen gefährlichen Landes.

Dieses Buch ist ein Muss für alle Australienfans, Fans von Liebesgeschichten,  und diejenigen, die beides werden wollen!

Bewertung

Bewertung

Leseprobe!

Alle Werke auf einen Blick:

  • Der Ruf des Kolibris”
  • Eukalyptusmond”

Thematik:

Erwachsenwerden

Kultur

Familiengeheimnis

Besitzsprüche

Erste Liebe

Zukunftsperspektiven

Alleinerziehende Mutter

Liebe zum Land

Allgemeine Buchinformationen:

Gebunden mit Schutzumschlag, mit Lesebändchen
512 Seiten
Ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-522-50287-0
Preis: 19,95 €
Österreich: 20,60 €, Schweiz: 28,90 sFr
Erscheinungstermin: 15.11.2012

Christine Lehmann

Zu „Eukalyptusmond“ bei Planet-Girl

Der Sommer der silbernen Wellen von Amanda Howells [Rezension]

Ich war sechzehn, und ich erinnere mich an alles

Der Inhalt:

Bisher sind die 16-jährige Mia und ihre Cousine Corinne immer unzertrennlich gewesen, plötzlich aber hat sich das Verhältnis zwischen ihnen gewandelt. Zum ersten Mal seit einigen Jahren verbringen die beiden verwandten Familien wieder einen Sommer gemeinsam, doch Corinne hat neue, angesagtere Freunde, in deren Gegenwart Mia sich nicht wohl fühlt. Überhaupt scheint dieser Sommer einigen die Augen zu öffnen, denn Mia sieht zum ersten Mal, dass die Familie ihrer Tante nicht so idyllisch und perfekt ist, wie sie immer annahm.

Dann lernt sie noch einen Jungen kennen, der aus Freundschaft eine ganz neue Welt für Mia und sich zaubert und diesem Begriff ein ganz neues Gewandt schneidert. Ein schwieriger, ein wunderbarer und ein einzigartiger Sommer, der in seinem Ende von einem dunkeln Ereignis überschattet wird.

Durch die Macht der Wortgewalt

Der Sommer der silbernen Wellen“ besitzt die Macht, mich komplett zu bannen. Dabei hat Amanda Howells keine spektakulären Spannungsbögen oder unvorhergesehene Wendungen eingebaut, die ihre LeserInnen drängen, stetig weiterzulesen. Als Leserin folgt man einfach nur den Gedankengängen eines Teenagermädchens, das während eines Sommers merkt, dass es nicht so leicht ist, sich selbst treu zu bleiben oder überhaupt herauszufinden, wer man ist, wenn alle anderen einem etwas ganz Anderes vorzugeben versuchen.

Dabei jedoch verwendet Amanda Howells beinahe durchgängig eine dermaßen wortgewandte Sprache, dass man sich am Liebsten in ihr verlieren möchte und die Bilder wie in einem Film vor seinem inneren Auge ablaufen sieht.

Carpie Diem‘ in einer glaubwürdigen und tragischen Umsetzung

Amanda Howells spricht primär über den Augenblick des Lebens und dass man jeden Moment genießen sollte. Diese Botschaft, und daneben noch zig andere Themen, hat sie in der Geschichte eines Mädchens eingefangen, das aus der Ich-Perspektive seine eigenen Probleme offenlegt, aber auch die der anderen Menschen um sich herum.

Anfangs ist mir nicht so recht in den Sinn gekommen, was ich von dieser Lektüre halten soll und ich habe auch nicht verstanden, warum die Worte der Autorin mein Herz so fest und unnachgiebig umklammert hielten. Doch wenn man sich bis zum Ende vorgearbeitet hat, – was bedeutet, dass man teilweise auf poetischen Wolken voranschwebt, die auf lyrischen Ergüssen gründen und sich teilweise wünscht, es möge endlich mal etwas „Greifbares“ geschehen – dann kann man erkennen, wie schön es sein kann, ein Buch zu lesen, das nicht mit großen Geschützen auffahren muss, sondern mit einer subtilen Schlichtheit seine inhaltliche Botschaft noch unterstreicht:
Dass man nicht auf das Ende gespannt heischen soll, sondern auf der Seite, auf der man gerade liest, verweilen sollte, damit man diese richtig auskosten kann. Denn das Ende wird einen umhauen und ich habe mir die Tränchen verkneifen müssen.

Mein endgültiges Urteil:

Der Sommer der silbernen Wellen“ ist trotz des ‚Sommers‘ im Titel kein reines Sommerbuch. Für die kürzer werdenden Tage kann es einen perfekten Lichtblick formen und helfen, aus der Dunkelheit herauszufinden. Amanda Howells bietet keine Achterbahnfahrten oder sonstige explosionsgewaltige Gefühlsentladungen. Dafür schreibt sie eine Geschichte, die genauso passiert sein könnte oder noch passieren wird und das auf so wunderbare Art und Weise, dass man es mit diesem Buch wenigstens einmal versuchen sollte.

Bewertung

 

Thematik:

Erste Liebe

Sommer

Selbstfindung

Familienkrisen

High Society

Gesellschaftszwänge

Kunst

Meer

Allgemeine Buchinformationen:

Amanda Howells
Der Sommer der silbernen Wellen
Roman
Hardcover
Preis € (D) 17,99 | € (A) 18,50 | SFR 25,90
ISBN: 978-3-8414-2138-8
Zu „Der Sommer der silbernen Wellen“ bei FJB

Funkensommer von Michaela Holzinger [Rezension]

Der Inhalt:

Hannah hat nie jemand gefragt, ob sie auf einem Bauernhof leben möchte und trotzdem wächst sie auf einem auf. Das alleine wäre nicht so schlimm, wenn nicht seit einigen Monaten ihr großer Bruder Raphael als Hilfe ausgefallen wäre, der plötzlich auf das Getreide und die ganzen Körner allergisch reagiert. Während es Raphaels Traum war, den Hof eines Tages zu übernehmen, muss Hannah jetzt für zwei schuften und hasst es. Dabei sehen ihre Eltern nicht einmal, wie Raphael sich mehr und mehr verändert und seine Ausschweifungen auch Hannahs Seelenglück gefährden. Denn Hannah ist verliebt, aber das … darf niemand wissen …

Poesie, die beflügelt

Funkensommer“ von Michaela Holzinger ist für mich ein sehr besonderes Buch. Es ist nicht immer perfekt, aber es ist erstaunlich kraftvoll und wunderbar poetisch.

Die Autorin webt eine ganz zarte Geschichte um eine Jugendliche, die einen ganz einzigartigen Sommer erlebt, indem sie nach vielen Höhen und Tiefen sich selbst findet, wofür die Autorin in jedem Kapitel magische Worte zu finden scheint.

Ein Märchengeflecht für den Sommer

Die Gestaltung unterstreicht den Inhalt und bewirkt, dass „Funkensommer“ zu einem wahren Märchengeflecht für den Sommer heranreift. Ein gelber Buchschnitt, eine sommerliche Blume ziert jeden Kapitelanfang und der Einband ist in einem mittelblau gehalten, das an den Himmel erinnert, welcher wiederum in der Geschichte immer wieder eine kleinere Rolle spielt.

Die unstillbare Sehnsucht

Ich weiß nicht, wie es der Autorin gelungen ist, aber sie hat es geschafft, mit bloßen Worten die Sehnsucht einzufangen und diese Sehnsucht, die eigentlich zur Protagonistin Hannah gehört, zu meiner eigenen zu machen.

Dabei dürfte eher die Minderheit der Jugendlichen auf einem Bauernhof aufwachsen und sich mit Konflikten konfrontiert sehen, die sich um das bäuerliche Leben drehen. Dabei kann man auch gerade diese Konflikte auf „allgemeinere“ Haushalte übertragen und auch die Suche Hannahs nach ihrem Glück ist so bewegend und bildreich beschrieben, dass sich viele damit identifizieren dürften.

Manchmal war mir der Schreibstil zu viel (bzw. etwas „schmalzig“), wenn beispielsweise in nur einem Absatz das Verb „verbrannt“ und weitere Variationen dieses Wortes in Form von Adjektiven und Nomen verwendet wurden. Doch das sind die wenigen Ausnahmen.

Zart und fesselnd

Insgesamt findet man in dieser Lektüre eine zarte und fesselnde Geschichte, deren wunderschönes Aussehen den noch fragileren und atemberaubenden Inhalt wiederspiegelt. Stille Wasser sind bekanntlich tief, denn ich habe zuvor weder ein Buch aus dem Verlag „Freies Geistesleben“ gelesen, noch etwas von der Autorin Michaela Holzinger gehört.

Wer aber so schreiben kann, wird die Leserherzen im Sturm erobern können, denn „Funkensommer“ besitzt eben diesen einen Funken, der mich entzündet hat, so dass ich jetzt für dieses Buch brenne.

Mein endgültiges Urteil:


So schwer „Funkensommer“ durch den Klappentext vielleicht zu ergründen ist, desto besser ist es am Ende. Wer sich unsicher ist, sollte die ersten paar Seiten dieses Buch lesen, denn in meinen Augen reichen die aus, um in der Geschichte gefangen zu sein.

Wer dieses Buch irgendwo entdeckt, sollte mindestens zwei Blicke dafür übrig haben, denn es ist ein wahnsinniger Fehler, „Funkensommer“ unbeachtet zu lassen. Dieser Autorin gebührt mein höchster Respekt, denn sie hat mit einer eigentlich schlichten Geschichte, tiefe Gefühle in mir hervorgerufen und eine permanente Spannung kreiert, die ich bisher nur selten erleben durfte!

Bewertung

 

Thematik:

Erste Liebe

Ein Sommermärchen

Allergien

Drogen

Teenagerprobleme

Bauernhof

Freundschaft

Liebe

Leben

Erwachsenwerden (sich durchsetzen)

Allgemeine Buchinformationen:
Michaela Holzinger
Funkensommer
Verlag Freies Geistesleben
15,90 €
253 Seiten
Sonderausgabe mit gelbem Farbschnitt
Zu „Funkensommer“ bei Freies Geistesleben

Vielen Dank an BdB und den Verlag Freies Geistesleben für dieses brillante Leseexemplar!
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