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Was ich euch nicht erzählte von Celeste Ng [Rezension]

Wie hatte alles angefangen? Wie alles: mit Müttern und Vätern. Mit Lydias Mutter und Vater, mit deren Müttern und Vätern. Weil vor langer Zeit ihre Mutter verschwunden war und ihr Vater sie zurückgeholt hatte. Weil ihre Mutter sich sehnlichst gewünscht hatte, aus der Menge herauszuragen, und weil ihr Vater sich sehnlichst gewünscht hatte, ein Teil der Menge zu sein. Beides war nicht möglich gewesen. S. 33

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1977: Lydia, die Tochter einer chinesischen Einwandererfamilie ist verschwunden. Es stellt sich schnell heraus, dass sie tot ist. Warum? Das versuchen die Familienmitglieder jeder für sich nun herauszufinden und beginnen über die Vergangenheit zu reflektieren. Was lief schief in ihrer Familie, wie sind sie in die USA damals gekommen, könnte Lydia Geheimnisse gehabt haben oder traurig gewesen sein? Während sie nachdenken und trauern, drohen sie weitere Fehler zu begehen, die weitere Tribute fordern könnten.

»Ein kleines Meisterwerk?«

Der Roman „Was ich euch nicht erzählte“ kann für mich am besten mit dem Wort betörend charakterisiert werden. Der Erzählstil der Autorin ist überwältigend, sanft und dennoch irgendwie aufbrausend: betörend eben.

Die Geschichte gestaltet sich im Grunde genauso. Obwohl der Fokus auf einem Tod liegt, wirkt die Handlung ruhig. Doch dieser Eindruck täuscht. Celeste Ng entführt ihre Leserinnen in der personalen Erzählsituation in die tiefen Schichten einer Familie. Tiefer als man es sich vorstellen könnte, dringt sie in die Köpfe der einzelnen Familienmitglieder ein und spinnt dadurch ein dichtes Bild, von dem ich mich als Leserin fast erstickt fühlte. Das stetige Weiterlesen wurde für mich zum Ventil, um mich nicht unter den Schichten ihrer erschreckend eindringlichen Erzählung begraben zu fühlen. Ich kann nicht die richtigen Worte dafür finden, um zu beschreiben, wie Celeste Ng dieses kleine Meisterwerk aufgebaut hat.

»Der Wunsch nach Gleichheit und das Bestreben nach Individualität«

Oberflächlich gesehen beschäftigt sich „Was ich euch nicht erzählte“ mit einer Familie mit Migrationshintergrund, die alles unter den Wunsch der Anpassung stellt. Zumindest einige von ihnen. Andere wollen genau das Gegenteil. Anders sein und aus der Menge stechen. Zwei Wünsche, die sich gegenseitig abstoßen, dennoch meiden die Protagonisten Konflikte aller Art und implodieren stattdessen innerlich. Die Botschaft des Romans mag bekannt und simpel klingen: Kommunikation ist der Schlüssel für zwischenmenschliche Beziehungen; Doch Celeste Ng widerlegt dieses Credo durch „Was ich euch nicht erzählte“ meisterhaft.

»Das Puzzle eines traurigen Todes«

Das Porträt, das die Autorin von ihren Charakteren zeichnet, ist bestechend scharf und sehr intensiv. Inzwischen habe ich mich sehr an die Ich-Perspektive gewöhnt und war schon in meiner Meinung festgefahren, dass diese Emotionen viel besser transportieren könnte und dem Leser damit wesentlich näher ist. Celeste Ng hat mich eines besseren belehrt. Durch die personale Erzählsituation fächerte sich vor mir eine breite Illustration aller Protagonisten auf, das durch dreidimensionale Intensität besticht. Dabei entstammen die Charaktere aus unterschiedlichen Generationen und tragen entsprechend ganz andere Sehnsüchte und Wünsche.

Die Handlung verläuft nicht linear. „Was ich euch nicht erzählte“ beginnt in der Gegenwart, springt mal zurück mal vor und verliert dennoch nicht eine Sekunde das Ziel aus den Augen. Ein Roman, der aus verschiedenen Perspektiven und Zeiten das Puzzlebild eines traurigen Todes aufschlüsselt.

»Fazit«

Celeste Ng scheint mühelos die großen Themen des Lebens aus der Luft zu pflücken. Die Angst vor Verlusten. Der Wunsch, von anderen akzeptiert und geliebt zu werden. Nicht in Kategorien eingeteilt oder vorverurteilt zu werden. Mit einer unheimlichen Leichtigkeit verwebt die Autorin in den verschiedenen Figuren ihres Buches diese Sehnsüchte und schafft damit einen atemlosen Stoff, den ich innerhalb eines Nachmittags verschlungen habe. Darüber hinaus regt diese Lektüre an, ganz unkompliziert und ohne komplizierten Druck, über das eigene Leben und Personenkonstellationen zu reflektieren. Ein Roman, den ich alleine aufgrund seiner literarischen (Schreib)Größe jedem ans Herz legen würde.

–> Leseprobe!

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten

EUR 19,90 € [DE], EUR 20,50 € [A]
dtv Literatur
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit
Deutsche Erstausgabe, 288 Seiten
ISBN 978-3-423-28075-4
27. Mai 2016
Zu „Was ich euch nicht erzählte“ bei dtv!

Was ist bloß mit Mama los? Wenn Eltern in seelische Krisen geraten. Mit Kindern über Angst, Depression, Stress und Trauma sprechen von Karen Glistrup [Rezension]

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Als ich ein Kind war, war das Thema psychische Krankheiten, insbesondere Depressionen und Angststörungen mehr als verpönt. Man hat nicht mit anderen darüber gesprochen. Warum auch? Damit die Lehrer und die anderen Kinder bemerken würden, dass man schlecht ist? So schlecht, dass die eigene Mutter schon depressiv geworden sei? Denn irgendwas muss man schließlich verbrochen haben, wenn man so bestraft wird. Nein, darüber spricht man nicht. Und schon gar nicht mit den Freunden und den Lehrern. Manchmal redet man mit seiner Mutter darüber. An Tagen, die mal gut sind. Aber meistens ist man traurig und hilflos und fragt sich im Rückblick, warum nie jemand geholfen hat. Denn obwohl man nicht darüber sprach, haben es doch alle mitbekommen. Eine Tatsache, die man als Kind ausgeblendet hat. Denn als Kind wollte man nicht, dass die Welt diesen Mangel bemerkt. Bemerkt, dass man irgendwie schlecht ist.

»Fühlen Kinder sich schuldig?«

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Ich. Bin. So. Glücklich. von Jessica Knoll [Rezension]

Ich bin die rostige, bakterienverseuchte Messerschneide, die Lukes ordentlich versäumtes Leben als Star-Quarterback bedroht. Er mag das, die Vorstellung, dass ich ihm gefährlich werden kann. Doch er will nicht wirklich sehen, was ich alles anrichten, was für hässliche Löcher ich reißen kann. Die längste Zeit unserer Beziehung habe ich nur an der Oberfläche gekratzt, ein bisschen mit Druck gespielt. Wie fest kann ich, wie fest muss ich drücken, bis Blut kommt?
– S. 16.

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TifAni FaNelli hat es geschafft. Sie hat jahrelang darauf hingearbeitet die Version von sich zu sein, die ihr Verlobter Luke Harrison von ihr haben möchte. Sie wird die Frau eines erfolgreichen Adeligen und niemand kann sie vom Thron stoßen. Sie ist unverwundbar, denn sie hat es geschafft. Und das obwohl die Vergangenheit hin und wieder an ihre Tür klopft und obwohl sie spürt, dass sie sie einholen wird. Doch TifAni FaNelli wehrt sich. Sie hat gewonnen und diesen Sieg wird sie nicht kampflos aufgeben. Schließlich ist sie doch nun endlich glücklich, oder nicht?

 

»Ein komplexes Persönlichkeitsbild«

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Dschihad Calling von Christian Linker [Rezension]

Kennst du die Matrix?, hatte Adil mich neulich gefragt. Genau so sei es hier in dieser Gesellschaft, meinte er. Du hältst das alles für real, dabei ist es nur Schein und Verblendung. Narkose. Irgendwann kommt Allah und zieht den Stecker. Plötzlich siehst du alles klar. – S. 135

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Jakob ist seit Neuestem Student. Eigentlich auch nur, weil Plan A scheiterte. Nun wohnt er zusammen mit seiner Freundin in einer fremden Stadt und fühlt sich auch sich selbst gegenüber fremd. Ziellos lebt er vor sich hin, bis er einer jungen, verschleierten Frau in einer Unterführung zu Hilfe eilen will, die von Rechtsradikalen bedrängt wird. Doch sie befreit sich auch ohne seine Hilfe und prompt ist Jakob von ihr fasziniert. Zumindest von ihren Augen, denn die sind das Einzige, das er von ihr sehen kann. Er beginnt zu recherchieren und kann kurz darauf ihre Identität ausfindig machen. Ihr Name ist Samira und sie leitet die Frauenhotline in ihrer islamischen Gemeinde. Jakob weiß nicht genau warum, aber er kann nicht anders, als dorthin zu fahren und sie noch einmal zu sprechen. Jakob ahnt nicht, dass er damit den ersten Schritt für eine neue Zukunft und ein neues Leben geht…

»Der Wunsch nach einer freieren und friedlicheren Welt«

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Zwischen uns nur der Himmel von Laura Johnston [Rezension]

„Komm, wir schließen einen Pakt“, sagte er, und ich komme mir vor, als wäre ich wieder sieben und würde mich mit meiner besten Freundin verbünden. „Lass uns diesen Augenblick in unserer Erinnerung bewahren,ja? […] Und wenn mal harte Zeiten kommen“, sagte er „dann können wir uns diesen Augenblick ins Gedächtnis rufen und uns daran erinnern, was für ein wunderbarer Tag das war.“ S. 35

 

Zwischen uns nur der Himmel»Inhalt«

Als Sienna am ersten Urlaubsabend alleine die River-Street entlang spaziert, wird sie plötzlich von fremden Männern angesprochen und bedrängt. Sie weiß sich nicht zu wehren und dann wird ihr schwindelig und sie sackt weg. Geht an einen Ort, an dem ihr Vater noch lebt und mit ihr einen Pakt schließen möchte. Sienna will nicht mehr aufwachen, sie möchte bei ihrem Dad bleiben. Als sie schließlich erwacht, liegt sie in den Armen dieses Jungen, der unverschämt gut aussieht, unglaublich nett zu sein scheint und sie auch noch gerettet hat. Sienna ist hin und weg von ihm und Austin auch von ihr. Aber ihr Welten sind zu verschieden so einfach oder gar so schnell sollen sie nicht zusammen kommen…

»Zu detailliert?«

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Dich tanzen zu sehen von Maggie Shipstead [Rezension]

Ihre Knöchel zittern. Sie hat gemeint, das Hübsche, Wohlbedachte abstreifen zu können und etwas übrig zu behalten, das sich instinktiv leicht anfühlte, aber sie ist die Freiheit im Tanz nicht mehr gewohnt. Ihre Ellbogen und Knie sind eckig. Alles wird auf der Spitze getanzt kleine Trippelschritte und Hüpfer, die Füße sind immerzu in Bewegung, unentwegt stoßen und stechen sie auf die Bühne. […] sie hat das Gefühl, sie mitzuschleppen. Sie stolpert und landet flach auf den Füßen, streckt die Arme aus, um ihr Gleichgewicht zu halten. […] Ihr wird schwindelig, aber sie fällt nicht. Die Coda muss noch getanzt werden. S. 316-317

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Joan Joyce tanzt. Leider nicht gut genug, um die Welt wirklich zu bewegen oder den Atem anhalten zu lassen. Dann bekommt sie ein Kind von ihrem Jugendfreund, der immer ein wenig in sie verknallt war und die beiden heiraten. Harry, ihr Sohn, ist ihr ganzer stolz und dass sie ihn ebenfalls zum Ballett führt, ist mehr Zufall als wirkliche Absicht. Damit hat Joan Fallstricke geschaffen, die sie alle irgendwann in der Zukunft einholen werden. Dabei wird sich ihrer aller Leben wie eine Bühne präsentieren und die Welt wird dabei zusehen, wie das Ballett Menschen in die Luft erhebt, aber auch zum Fallen bringt.

»In jeder einzelnen Facette«

Dich tanzen zu sehen“ ist ein atemberaubendes Buch, das die verschiedensten Gefühlsfacetten beleuchtet und sich sowohl sprachlich als auch tänzerisch vor einem auffächert. es geht noch leselustig weiter…

Ich sehe was, was niemand sieht von Tim O’Rourke [Gastrezension]

Diese Gastrezension ist von Lurchi von Leselurchs Bücherhöhle!

LeseLust & LeseLiebe bedankt sich sehr ❤ für den Gastauftritt!

Worum geht’s?

9783551520746Charley hat Visionen. In kurzen, heftigen Blitzen sieht und hört sie Dinge, die sie nicht zuordnen kann: Das angsterfüllte Gesicht eines Mädchens. Schreie. Das Rattern eines Zuges. Charley ist sich sicher, dass ihre Blitze ihr eine schreckliche Wahrheit zeigen, doch niemand glaubt ihr. Niemand – bis auf ihre beste Freundin Natalie, die vor wenigen Tagen durch ein Zugunglück starb. Als kurze Zeit später erneut ein Mädchen auf den Gleisen umkommt, ermittelt der junge Police Officer Tom Henson an dem Fall. Zufällig treffen er und Charley aufeinander. Als Charley Tom von ihren Blitzen erzählt, kann er es zunächst nicht fassen. Doch er glaubt ihr. Zusammen machen sich Charley und Tom auf die Suche nach der Wahrheit. Eine Wahrheit, die grausamer kaum sein könnte…

Meine Meinung:

Mit „Ich sehe was, was niemand sieht“ feiert Tim O’Rourke sein deutschsprachiges Debüt. Es handelt sich um einen Mystery-Thriller für Jugendliche, der von der Idee her ein wenig an die „Bodyfinder“-Serie von Kimberly Derting erinnert: Ein Mädchen mit einer besonderen, übersinnlichen Gabe ist die einzige, die einen vermeintlichen Serienmörder zur Strecke bringen kann. Unterstützend steht ihr ein gutaussehender, wohlerzogener junger Mann zur Seite, der schon bald mehr für sie sein soll. Morde, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, und eine Liebesgeschichte, die einem zugleich das Herz erwärmt – eine Mischung, wie sie ein guter Jugendthriller für mich haben sollte. es geht noch leselustig weiter…

YOU – Du wirst mich lieben von Caroline Kepnes [Rezension]

Ich lasse zu, dass du zwischen den Regalen verschwindest – Romane, Abschnitt F-K. […] Du flirtest, und wäre ich einer von diesen Vollidioten, die auf Instagram Bilder hochladen, würde ich das F-K-Schild fotografieren, eine Menge Filter darüber jagen und drunter schreiben: Oh F-K, ja, ich habe sie gefunden. – S. 8

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Joe Goldberg arbeitet in einem Buchladen. Nichts besonderes. Bis zu dem Tag, als Beck seine Buchhandlung betrifft. Sie flirtet mit ihm, da ist er sich sicher. Sie gibt ihm versteckte Zeichen, die ihn auffordern sollen, sie zu erobern. Also findet er heraus, wo sie wohnt und beobachtet ihre Wohnung, hackt sich in ihre E-Mails und findet alles heraus, was er wissen muss, um ein Treffen zu arrangieren. Er wird ihr Becks Kumpel und ihre Beziehung könnte immer so weitergehen, wenn Joe nicht mehr wollte. Wenn Joe nicht alles aus dem Weg räumen würde, was zwischen ihm und ihr steht.

»Nähe«

YOU – Du wirst mich lieben“ ist ein durch und durch provokativer Roman aus der Sichtweise eines intelligenten Stalkers. Obwohl ich den Protagonisten Joe Goldberg die meiste Zeit nicht verstand, wollte ich doch meistens wissen, wie es weitergeht und was Joe als nächstes plant. Durch seine Handlungen und innere Gedankenwelt kam ich Joe näher als je einer Figur zuvor. Ein äußerst verstörender Prozess. Denn durch die Nähe begann ich zunehmend seine Motivation zu verstehen, während sich gleichzeitig das Grauen und der Ekel vor ihm verstärkt aufbauten.

»Du…« es geht noch leselustig weiter…

Dein eines, wildes, kostbares Leben von Jessi Kirby [Rezension]

Doch manchmal bietet uns das Leben diese seltenen Momente, in denen wir das Schicksal wahrnehmen, während es uns widerfährt. In diesen Augenblicken haben wir die Wahl. Manchmal müssen wir ein Risiko eingehen und das ist beängstigend. Es macht uns verletzbar. Aber ich weiß jetzt, dass es das wert ist. – S. 284

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Parker Frost weiß, was sie will. Sie will in Stanford Medizin studieren. Die Zusage vom College hat sie bereits. Nun fehlt nur noch das Vollstipendium, für das sie nun in die engere Auswahl gekommen ist. Sie hat ihr ganzes Leben lang darauf hingearbeitet. Um Anerkennung von ihrer Mutter zu erfahren und ihre Ziele auszuleben. Doch dann entdeckt sie das Tagebuch einer ehemaligen Schülerin ihrer Highschool, die bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Nie hat sie etwas gewagt, immer alles richtig gemacht. Einmal muss sie etwas Verbotenes tun und so beginnt sie zu lesen. Und zu zweifeln, an ihren Plänen, an ihren Zielen und an der Nacht, die zwei Teenagern vor zehn Jahren das Leben nahm.

»Dein Leben leben«

‚Sag mir, was hast du vor mit deinem einen, wilden und kostbaren Leben?(S.43) zitiert der Englischlehrer Mr Kinney Mary Oliver jedes Jahr und gibt die Frage an seine Abschlussklasse weiter. es geht noch leselustig weiter…

Atemnot von Ilsa J. Bick [Rezension]

Und dann haben wir uns geküsst. Oder ich habe ihn geküsst. Oder er hat mich geküsst. Ich weiß es nicht. Aber ich hab ihn geküsst, und er hat mich geküsst, fest, sehr fest, so fest, als würde er mich aufsaugen, und dann war es, als wäre ein ins Wackeln geratener Damm endlich gebrochen, und wir konnten uns nicht nah genug sein. – S. 216

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Jenna weiß, was Schmerz bedeutet. Jenna weiß, dass es viele Arten von Schmerz gibt. Den Schmerz von physischen und von psychischen Verletzungen. Doch Jenna hat mit dem Schmerz aufgehört. Mit dem Ritzen, um zu spüren, dass sie noch lebt.

Obwohl sie davon nicht begeistert ist, hat ihr Vater sie nach ihrem Psychiatrieaufenthalt an einer neuen Schule angemeldet. An einer neuen Schule, an der ihr schnell klar wird, dass sie auch hier weiterhin Probleme haben wird, als ’normal‘ durchzugehen. So lebt sie immer an der Grenze zur Selbstverletzung und wird nur noch durch den Mailkontakt zu ihrem im Iran stationierten Bruder aufrechterhalten. Denn ihre Familie, die bricht schon seit Längerem auseinander.

Doch Jenna ist nicht alleine. Denn Mr Anderson kümmert sich um sie. Er will ihr helfen, sich richtig einzugliedern.

Aber warum eigentlich?

»Wenn dich die Atemnot packt!« Lies den Rest dieses Beitrags

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