Archiv der Kategorie: Flops

Der Messe-Mittwoch in Frankfurt – Tag 1

Ich war noch NIE an einem Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse!

SAMSUNG CSCHeute also eine richtige Premiere! 😉

Ich habe es sehr genossen. Ich bin gemütlich gegen 12:30 in Mainz gestartet und war schon um 13:30 Uhr ohne großen Aufwand, ohne Koffer, ohne schwitzen, ohne Panik vor verpassten oder streikenden Zügen in Frankfurt an der Messe.

SAMSUNG CSC

es geht noch leselustig weiter…

Tibor und ich von Stefan Müller [Rezension]

zitatgrünIch erkannte, dass Tibor auch nur ein Junge war, ein ganz normaler Junge, der erwachsen werden musste. S. 54

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© Schwarzkopf & Schwarzkopf

© Schwarzkopf & Schwarzkopf

»Der Inhalt«

Jan ist fünfzehn, als er den gleichaltrigen Tibor kennenlernt. Den unnahbaren Nachbarsjungen, der mit seinen Eltern in die freistehende Wohnung ihres Hauses einzieht. Tibor lehrt Jan, einen Zugang zur Literatur zu finden. Sie fühlen sich nahe und durchleben einen durch und durch perfekten Sommer. Mit dem Winter bricht allmählich auch eine Wende in ihrem Leben an. Beide verlieben sich in dasselbe Mädchen und sie merken schnell, dass einer sie auch tatsächlich bekommt. Doch zu welchem Preis für ihre Freundschaft?

»Ein “totgeschriebenes” Buch?«

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, dessen Idee so schön, die Umsetzung aber so formvollendet verhunzt war. Ein Roman über eine tiefgehende Freundschaft und die Liebe zum geschrieben Wort. Das müsste für jeden Bücherwurm ziemlich perfekt sein. Dieses müssen ist blöderweise keine Garantie. “Tibor und ich” wird aus der Ich-Perspektive Jans erzählt; ein Teenager und Außenseiter, ebenso wie der neue Nachbarsjunge Tibor.

Wie kann man nur so viele Worte verwenden und sich dabei dermaßen “totschreiben”?

Ihr wisst es nicht? – nun, ich auch nicht. Aber beispielsweise solche sinnlosen Fragen hat der Protagonist ständig gestellt. Nur begannen sie meistens so: “Kennt ihr das:”, S. 116. , es folgt eine lange Beschreibung. Nein, ich kenne das nicht!

»Erschlagen von meist unverständlichen Metaphern und sinnlosen rhetorischen Fragen«

Rhetorische Fragen sind tödlich, weil sie andeuten, man wüsste etwas, ohne das man sagt, WAS man eigentlich weiß, predigt meine Englischlehrerin schon lange. Ich habe ihr nie geglaubt, doch “Tibor und ich” zeigte mir, dass es stimmt. Ständig werde ich als Leserin gefragt, ob ich dieses oder jenes Gefühl kenne und dieses und jenes schon gespürt hätte?

Nein, habe ich jedes Mal gedacht. Ich war noch nie männlich und ich finde die Vergleiche nicht ansprechend. Ich fühlte mich von – meistens – unverständlichen Metaphern und Allegorien erschlagen.

Der nächste Stolperstein ist die Erzählweise. Das Verhältnis aus Beschreibung und Erzählung versus direkte Rede sieht ca. 90 zu 10 Prozent aus. Zu dieser Verteilung muss ich wohl nichts mehr hinzufügen.

»GrundsteinE, Pathetik über die Schmerzgrenze hinaus und der Rat: Lauft!«

Endloses Sinnieren über Freundschaft, dem Erwachsenwerden, welches Ereignis der Grundstein für den nächsten “Grundstein” gewesen ist, welche (oh tiefen Facetten) jener Moment der Freundschaft besessen hätte, wie alles zum anderen führte und sich dann in Scherben zersplitterte, ist zu viel. Ich selbst neige zur Pathetik, doch Stefan Müller hat sogar meine Schmerzgrenze ausgereizt und gesprengt.

Tibor und ich” wirkt auf mich wie eine autobiografische Reflexion eines Erwachsenen mit seiner eigenen Jugendzeit, in der man selbstredend über Gott und die Welt nachdenkt. In diesem Stil würde ich höchstens in mein Tagebuch schreiben, da es ein Lesepublikum wohl kaum ansprechen wird. Eine beispielhafte Überleitung, die ich mir „antun“ musste:

zitatgrün

.So, Leute, und jetzt fällt mir auch wieder ein, was ich eigentlich gerade erzählen wollte:

-S.122

Eventuell mögen andere LeserInnen Zwischentöne oder feine Schwingungen beim Lesen wahrnehmen oder irgendwo eine Kostbarkeit registrieren, die mir komplett verschlossen blieben.

Tibor und ich” ist vielmehr ein Buch, das mir von nun an zuruft, so schnell wegzulaufen, wie es mir möglich ist, denn ich habe keinen Bedarf, es noch einmal zu lesen, weiter zu empfehlen oder noch irgendeinen Gedanken daran zu “verschwenden”.

»Mein Fazit«

Tibor und ich” ist eines der wenigen Bücher, das für mich ein Buch mit sieben Siegeln bleibt. Ich honoriere die Arbeit des Autors, doch wie er seine Gedanken umsetzte, empfinde ich als schlecht und sehr unzureichend. Die Spannung gleicht einer Wüste, Höhepunkte mögen einer Fata Morgana ähneln und die Figur Tibor stellt gelegentlich die letzten Wassertropfen in der Dürre dar, die allzu schnell verdunsten. (Ob es am Namen selbst liegt?)

Für mich keine Empfehlung. Ich hoffe, dass diejenigen, die es trotzdem wagen, für ihren Mut belohnt werden und glücklicher mit Stefan Müllers Roman werden.

Wölkchen1

 BibliografischeDaten

Stefan Müller
TIBOR UND ICH
Jugendroman
ca. 200 Seiten | Klappenbroschur
ISBN 978-3-86265-249-5
Originalausgabe | 12,95 EUR (D)
Erscheint am 1.3.2013
Zu “Tibor und ich” bei Schwarzkopf & Schwarzkopf

Elfenblick von Katrin Lankers [Rezension]

Der Inhalt:

Mageli hat nur eine einzige Freundin. Doch die ist nie auf den Mund gefallen, wenn Mageli wie so oft von den Jungen in ihrer Klasse blöd angeraunzt wird. Angeblich würden die alle auf sie stehen, will Rosanna ihr weißmachen, aber Mageli weiß, dass das nicht stimmt.

Aber dann begegnet sie Erin. Wie aus dem Nichts taucht er auf und rettet sie vor zwei Angreifern. Doch so schnell wie er gekommen ist, ist er auch wieder verschwunden und Mageli weiß nichts, außer seinem Namen. Vergessen kann Mageli ihn nicht. Diesen Jungen mit den Zauberaugen…

Dann sieht sie ihn wieder, erneut unter diesen mysteriösen Bedingungen, bis Rosanna ihr klar macht, dass es sich bei Erin nur um einen Traum handeln kann. Mageli will ihr so gerne glauben, vor allen Dingen, als er beginnt etwas von Elfen zu erzählen, doch insgeheim spürt Mageli, dass Etwas wahres in seinen Worten steckt. Länger schon hegt sie den Verdacht, dass ihre Eltern gar nicht ihre eigenen sind und dass sie vielleicht selbst eine … sein könnte … ?

Geht schnell in Deckung, Mageli kommt!“- Oder eine typische, schon „tausendmal gelesene“ Geschichte

Wer kennt sie nicht, diese Geschichten über ein Mädchen, das sich seiner Fähigkeiten und Schönheit nicht bewusst ist? Sich in der Welt der Menschen überflüssig vorkommt und noch dazu von der Mutter wenig geliebt wird? Aber plötzlich stellt sich heraus, dass sie übernatürliche Fähigkeiten besitzt, dass sie vertauscht wurde und endlich findet sie gemeinsam mit ihren neuen Freunden zu der Stärke, die sie schon immer in sich trug.

Das in etwa passiert in „Elfenblick“. Nehmt noch ein paar weitere Variablen wie Liebe, Kitsch, Vorhersehbarkeit und Langeweile hinzu und ihr wisst, was euch erwarten wird. Bei einer guten Umsetzung, kann ich diesen grundlegenden „Fehler“ gerne übersehen, bzw. stört er mich erst gar nicht, aber bei „Elfenblick“ bezweifle ich, dass selbst eine „bessere“ Geschichte Spannung hätte erzeugen können.

Starr, unecht, unbeholfen, holprig und beinahe zum Einschlafen…

Ich wünschte mir wirklich, ich hätte keinen Blick in diese Geschichte werfen müssen. Die Protagonistin Mageli war mir von Beginn an unsympathisch. Der Schreibstil begann holprig und wirkte seltsam unnatürlich, sehr gezwungen. Leider blieb er konstant so. Die Geschichte selbst wurde dadurch sehr starr und dass ich absolut alles vorhersehen konnte, half dem Lesevergnügen auch nicht. Ich bin sogar ein paar Mal über dem Buch eingeschlafen und hätte mir ein paar ordentliche Kürzungen gewünscht. Die ausufernden Beschreibungen von Magelis Umgebung interessierten mich kein Stück und diese dramatisch schlecht entwickelte Geschichte zog sich unnötig in die Länge.

Ich bin maßlos enttäuscht, besonders da ich Großes von „Elfenblick“ erwartete. Denn nach Katrin Lankers „Der Zauber eines Augenblicks“ war ich begeistert wie selten und wenn ich auch keine Wiederholung erwartete, so doch eine lesenswerte und schöne Geschichte.

Die Figur Erin eine ausreichende Begründung „Elfenblick“ doch noch zu lesen?

– Nein!

Das Einzig halbwegs interessante waren ein paar Momente zwischen Mageli und Erin, denn Erin war die Einzige Person, die etwas Lebendigkeit versprühte, ohne künstlich oder falsch zu wirken.

Insgesamt fühlte sich das Lesen dieser Geschichte aber so an, als traute die Autorin ihren LeserInnen sehr wenig zu, so dass sie dementsprechend den Tonfall auf „kleines-naives-Mädchen“-Niveau anpasste.

Nach 100 Seiten hatte ich mich bereits mit dem unspektakulären Verlauf der Handlung abgefunden und die restlichen 300 Seiten irgendwie überstanden, indem ich mich von der Geschichte distanzierte, abschottete und dem Ganzen neutral entgegensah.

Mein endgültiges Urteil:

Was ursprünglich als entspannende Lesepause gedacht war, wurde zu einem Kampf, dieses Buch nicht abzubrechen. Eventuell ist „Elfenblick“ etwas für jüngere LeserInnen, die noch nicht viele Fantasy-Bücher gelesen haben, so dass sie nicht das Gefühl haben, in einer billigen Kopie abzutauchen. Andererseits könnte man ihnen mit solch einem Werk die Lust aufs Lesen aber auch ein für alle Mal nehmen.

Jede/r sollte das selbst entscheiden, ich rate nur, sich nicht von dem umwerfendem Cover und schönen Klappentext täuschen zu lassen, sondern einen Röntgenblick ins Buch zu werfen, um festzustellen, dass es Bücher gibt, die es sich lediglich zu meiden lohnt! Nur 1 Stern und die Freude über eine mögliche Fortsetzung wird ohne mich stattfinden müssen.

Thematik:

Wechselbalg

Elfen

Zwei Welten

Putsch

Falsche Berater

Selbstfindung

Liebe

(Übernatürliche) Fähigkeiten

Gefahren | Abenteuer

Allgemeine Buchinformationen:

Katrin Lankers
Elfenblick
Ab 12 Jahren / 448 S.
Folienprägung,
Leseband, Schutzumschlag
21,4 cm x 15,5 cm
19,99 € [D]
20,60 € [A]
ISBN 978-3-7607-7980-5
Zu „Elfenblick“ bei arsEdition

Vielen Dank an Bücherkinder für die freundliche Unterstützung!

Manche Mädchen müssen sterben von Jessica Warman [Rezension]

Highschooldramen, Pubertätskrisen, Mobbingopfer und Diven mit Dramagueen-Starallüren…! – Nein Danke!

Der Inhalt:

Elizabeth Valchar sieht auf ihre eigene Leiche herab und denkt an die schönen, weißen Stiefel, die sie trägt. Sie wehrt sich gegen den Gedanken, dass sie tot sein soll und falls es doch so ist, würde sie ihre neuen Stiefel gerne im Jenseits oder wo auch immer sie sich gerade befindet, behalten.

Die Sorge um ihr Schuhwerk ist schnell vergessen, als der ebenfalls Tote und nun vor ihr manifestierte Geist Alex auftaucht. Sie sind die Einzigen ihrer Art. Ihr Schicksal ist miteinander verbunden, weil sie in ihrem Leben Fehler begingen, auf die sie nun gemeinsam zurückblicken können; denn sie können sich durch ihren Tod nicht mehr eindeutig an alles erinnern. Elizabeth ist schockiert, als sie herausfindet, dass unter der Oberfläche ihres perfekten Daseins und dem Status einer der beliebtesten Mädchen zu sein, dunkle Geheimnisse ebenjene Oberfläche bedrohlich ankratzten.

Eine nervige Protagonistin mit uninteressanter Lebensgeschichte

Mir hat „Manche Mädchen müssen sterben“ nicht gefallen. In dem Versuch eine Geschichte zu schreiben, aus der wir alle vielleicht etwas lernen können, hat sich die Autorin extrem verrannt.

Das beginnt schon mit der Ausgangssituation.

Elizabeth ist ein schönes und beliebtes Mädchen, das sich nie anstrengen musste und immer das bekam, was sie wollte.

Doch nachdem sie gestorben ist und als „Geist“ auf der Erde verweilt, hat sie die Möglichkeit das aktuelle Leben ihrer noch lebenden Freunde und ihrer Familie mitzuverfolgen, während sie gleichzeitig auf alte Erinnerungen ihres Lebens zurückgreifen kann.

Sie stirbt und entdeckt zum ersten Mal, dass sie ein Gehirn hat, was sie sofort zur Selbstreflexion ihrer Taten und Gedanken einsetzt. Die Konsequenz: Die sonst so selbstsüchtig scheinende Elisabeth ist geläutert.

Eine schlechte Umsetzung einer ohnehin leicht überflüssigen „Schein“-Thematik

Ich habe inzwischen zu viele Romane dieses Schlages gelesen und bis auf den schönen Titel und der noch schöneren Gestaltung, kann ich diesem Buch so rein gar nichts abgewinnen. Der Inhalt erinnerte mich stark an „Wer schön sein will, muss sterben“ von Michele Jaffe und den ersten Band der „The Fury Trilogy“ von Elizabeth Miles. Wobei diese besser bis super sind, was ich von diesem Werk nicht behaupten kann. Er verlief unspektakulär und die Protagonistin hat mich von Beginn an genervt. Ich war gar nicht daran interessiert herauszufinden, warum sie so früh sterben musste. Die ständigen Einwürfe ihres Mitstreiters Alex, der ca. ein Jahr vor ihr starb und als Einziger ebenfalls so eine Art Geist ist, halfen der Spannung auch nicht. Immer wieder verlor er sich in pathetischen Aussagen über Puzzle-Stücke, Vergebung und dass man erst den richtigen Zeitpunkt abwarten müsse, um die wahre Bedeutung eines Sinnes zu verstehen.

Ich versank in einem Meer aus Langeweile und nirgends war Land in Sicht

Ich war stets versucht „Manche Mädchen müssen sterben“ einfach zuzuklappen. Allerdings hielt ich hartnäckig an meiner Hoffnung fest, die Autorin würde am Ende noch ihren Trumpf herausholen, denn aufgrund ihres schönen Schreibstils wollte ich nicht glauben, dass dieser Roman lediglich diese Pseudo-Thematik behandelt. Der einzige Pluspunkt beschränkt sich weiterhin auf den Schreibstil, weil für mich absolut keine Steigerung in irgendetwas zu erkennen war. Was mich zu Beginn an störte, setzte sich hartnäckig in den Seiten fest. Ich „antipathisierte“ mit den (wenig ausgearbeiteten) Figuren und fragte mich immer, wie Jessica Warman diese große Langeweile nur auf 400 Seiten breit treten konnte.

Zum Thema Figuren des Romans: Richie, der die inzwischen tote Elizabeth so sehr liebte, hat zu ihren Lebzeiten wirklich viel getan, um ihr das zu beweisen, wenn man bedenkt, dass er eine kleine Affäre hatte, weil er zu feige war Gerüchte und Indizien mit seiner Freundin zu klären. Manchmal ist Kommunikation eben doch der Schlüssel zu allen Lösungen.

Ein schöner Schreibstil ist wenig hilfreich, wenn alle anderen Faktoren enttäuschen, denn ehrlich gesagt: Schön schreiben, das können viele, jedoch wenige nur so, dass sie einen permanent unter Strom zu stellen scheinen.

Mein endgültiges Urteil:


Manche Bücher sollte man nicht lesen, weil sie in dem Versuch eine Oberflächlichkeit aufzudecken, selbst oberflächlich werden und nur mäßig interessant sind. Wer bisher noch keinen Roman in dieser Richtung gelesen hat, dürfte aber gefesselter sein als ich. Denn hinter den Beschreibungen über den Roman konnte ich nicht ahnen, dass sich ausgerechnet das Themenfeld verbirgt, gegen das ich inzwischen schon regelrecht allergisch bin.

Als einziges dürfte ich die Lehre gezogen haben, dass es sinnvoll ist, von Zeit zu Zeit über sein Leben und das seiner unmittelbaren Mitmenschen nachzudenken, sonst könnte es im ungünstigsten Fall passieren, dass dich jemand aus deiner direkten Umgebung gerne umbringen würde und das möchte man doch möglichst vermeiden, oder?

Bildet euch aber ruhig eine eigene Meinung, denn ich bin mir sicher, dieses Buch ist nur mein ganz persönlicher Flop und viele andere dürften begeistert sein!

 

Thematik:

Highschoolkrise

Eifersucht / Beliebtheit

Pubertät

Tod
„Sinn des Lebens“

Trauerbewältigung

Oberflächlichkeit

(Fehlende) Kommunikation

Lebensrückblicke aus dem „Nirwana“

Reines Gewissen

Allgemeine Buchinformationen:

Jessica Warman

Manche Mädchen müssen sterben

Roman

Originaltitel: Between

Originalverlag: Walker Books

Aus dem Amerikanischen von Andreas Kasprzak

Deutsche Erstausgabe

Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-7645-3069-3

14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90

Zu „Manche Mädchen müssen sterben“ beim Penhaligon-Verlag

(Bin dennoch der Meinung, dass es wesentlich bessere Lektüren in diesem Themengebiet gibt, wenn man es denn schon unbedingt lesen möchte!)

Dark Love von Lia Habel [Rezension]

In jedem Schatten lauerte die Gefahr, in Stücke gerissen zu werden. Das Komische daran war, dass ich mich allmählich daran gewöhnte. Alles nichts Besonderes mehr.

 S 404

Der Inhalt:

Im Jahr 2195:

Nora lebt mit ihrer Tante Gene in den Elysischen Gefilden unter der Erde und besucht eine vornehme Mädchenschule. Ihre Mutter starb vor einigen Jahren und ihr Vater vor genau einem Jahr. Endlich kann sie also ihre schwarze Trauerbekleidung abnehmen, wie ihre Freundin Pamela bemerkt. Doch im Grunde genommen würde Nora diese gerne behalten, denn sie ist noch nicht bereit, den Gedanken an ihren Vater loszulassen.

Eines Abends wird sie auf dem nach Hause weg von einem Fremden angesprochen, der sie bittet mit ihm zu kommen, da sie nicht mehr sicher ist.

Sie ignoriert seinen Rat.

Das bereut sie bitter, als schon kurz darauf wandelnde Leichen ihr Haus überfallen und sie mitnehmen wollen.

Mit einer Schrotflinte bewaffnet flüchtet sie aufs Dach und versucht diese Monster in Schach zu halten, doch wenn sie schießt und trifft, kommen sie einfach weiter auf sie zu, unbeeindruckt von den Kugeln.

Was sind das für Wesen?

– Nora soll es bald herausfinden, als der Fremde von einst ihr mit seinem Trupp zu Hilfe kommt und rettet.

 Ich wusste nicht, dass so viel Grauen in nur ein einziges Buch passt

Ich hegte große Erwartungen für „Dark Love“, weil es sehr angepriesen wurde und sich die Geschichte gut anhörte.

Doch was ich dann las, verschlug mir den Atem. Ich kam aus dem Grauen wirklich nicht mehr heraus.

Lia Habel erzählt ihre Zombie-Untoten-Geschichte aus den Sichtweisen verschiedener Figuren. Normalerweise gefällt mir das sehr gut, da es Abwechslung bietet und man die Ereignisse aus breit gefächerten Perspektiven wahr nimmt. In diesem Fall waren es mir zu viele Perspektiven, die meinen Lesefluss jedes Mal störten.

Der Fokus liegt auf den Mängeln von Zombies, die mich an Lepra-Kranke erinnerten und zu einer wachsenden Übelkeit beitrugen

 Der Inhalt befasst sich detaillierter mit dem Aufbau, der Verwesung und dem Verrotten von Zombies. Könnte spannend oder auch interessant sein, dann aber bitte in einem Sachbuch o.ä. und nicht in einem Versuch das Romantische mit dem Toten zu verknüpfen.

Manche werden zu recht sagen, dass Vampire doch auch nur Tote seien. Das kommt zum einen auf die Darstellung jener Vampire an und zum anderen wird bei diesen nicht beschrieben, wie sie sich abnutzen, verwesen und wie es sich anfühlt Hunger auf Menschenfleisch zu verspüren.

Sicherlich hat die Autorin das sehr authentisch aufgezogen und ihre LeserInnen mit einer erschütternden Wahrheit konfrontiert, aber ich war noch nie der Zombie-Typ.

Mir ist bewusst, dass meine negative Meinung über diese Geschichte hauptsächlich subjektiv eingefärbt ist, aber was soll ich anderes schreiben, wenn ich in meinem Hinterkopf ununterbrochen Bilder von wandelnden Lepra-Kranken vor Augen hatte und mir regelmäßig übel wurde?

Ich gebe zu, dass ich die Geschichte am Liebsten abgebrochen hätte.

Denn neben dieser leidigen Untoten-Affäre gab es noch einige andere Mängel. Die Zukunft wird unsere Vergangenheit sein.

 Das viktorianische Zeitalter als Vorbild für die Zukunft

 Sicherlich jeder kennt die Sittsamkeit und vornehmen Gebaren aus bspw. Jane Austen’s Romanen oder hat schon einmal den einen oder anderen Film über Schicklichkeit, Tugend und dergleichen Wertevorstellungen aus den feinen englischen Gesellschaften so im 19. Jhr. gesehen?

-Genau das wird uns laut Lia Habel erwarten, lediglich mit den praktischen Extras unserer Zeit ausgestattet. Auf die wollte die Autorin wohl nicht verzichten! (?) – Wieso auch?- Handys, Computer, Fernseher, Internet und elektrischer Strom sind ja auch viel komfortabler. Auf mich wirkten diese Elemente wie zwei gleich gepolte Magnete, die sich immer voneinander abstoßen werden.

 Zwei Hauptpersonen, die für damalige/Zukünftige Verhältnisse viel zu selbstbewusst und eigenständig auftreten

 Dann gibt es da noch die zwei Figuren Nora und Pamela. Beste Freundinnen und in einer Epoche gefangen, in der Mädchen nur dazu gut sind, in der Ecke zu sitzen, ihren Mund zu halten und gut auszusehen. (Welch Rückschritt). Wenn man jedoch in solch einer Zeit aufwächst, ist es äußerst selten gerade die zwei Exemplare jener Gattung anzutreffen, die rebellische Gedanken hegen, bzw. überhaupt denken und sich nicht in ihr Schicksal fügen. Wie praktisch, dass Pamela und Nora auch noch miteinander befreundet sind und unabhängig voneinander ihren Freigeist entwickeln. Entschuldigung, aber ich habe das den beiden Charakteren nicht abgenommen.

 Zu wenig Tiefe und Ausarbeitung bei dem Hintergrund der Entstehung von Zombies

 Der nächste Aspekt ist das „Zombie-Gen“. Da ich mich privat für Viren, Gene und Molekulargenetik interessiere, habe ich genau verstanden, welchen Prozess Lia Habel dort für Tote, die wieder auferstehen und umherwandeln ausgewählt hat. Leider habe ich so auch die ganzen Lücken bemerkt, die sie bestimmt für sich verstanden und im Hintergrund notiert hat, aber in der Geschichte kamen sie nicht zum Tragen. Mein Vorschlag: Wenn man es anreißt, dann richtig oder man lässt es bitte komplett.

Klar, sie könnte die Gewichtung auf diesem Aspekt als irrelevanter angesehen haben und ich bin mir sicher, dass alle verstanden haben, was sie ausdrücken möchte, aber wenn dieser Aspekt nun einmal die Ursache und Grundlage ihrer ganzen Geschichte ist, wirkt das auf mich viel zu schwach und unausgereift! Da fehlt die Tiefe und das „Gen“, was „Dark Love“ die Substanz verleiht!

Mein endgültiges Urteil:

Wären es nur die Zombies gewesen, die mich so anekelten, hätte ich „Dark Love“ noch drei Sternchen geben können, weil Lia Habel meinen Geschmack nicht getroffen hätte und alles andere „richtig“ gestaltet gewesen wäre.

Da sie aus meiner Sicht nur Logikfehler leistete, unglaubwürdige Charaktere und Szenen inszenierte und eine Handlung präsentierte, die lediglich mein Desinteresse zum Vorschein brachte, bekommt „Dark Love“ 1 Stern und wenn es weniger gäbe, lieber weniger.

Das Cover beispielsweise ist sehr schön, um nicht zu sagen atemberaubend, wenn man „Dark Love“ in der Hand hält, aber weder Titel, noch Covergestaltung haben auch nur irgendeine Funktion oder einen Bezug zum Inhalt. Da wäre man vielleicht lieber den Amerikanern gefolgt und hätte es beim Titel „Dearly, Departed“ belassen sollen oder direkt das ganze Werk dem deutschen Buchmarkt erspart.

Die Autorin fragte sich, warum bisher niemand eine Liebesgeschichte zwischen einem Untoten und einem Menschen schrieb?- Weil dabei schwerlich etwas gutes herauskommen kann und für mich ist das ein perverser Tabu-Bruch, den ich nicht empfehle und ganz tief aus meinen Gedanken verbanne. Eigentlich würde ich euch in diesem Fall raten, euch eure eigene Meinung zu bilden und uneigentlich sage ich: „Finger weg“, ich war noch nie so froh die letzte Seite eines Buches erreicht zu haben!

Thematik:

Zombies

Zukunft/Vergangenheit

Digitales Zeitalter V.S. Viktorianisches Zeitalter

Krieg

Konflikte

Allgemeine Buchinformationen:

Lia Habel

Dark Love

Roman

Erschienen: November 2011

Aus dem Englischen von Diana Bürgel

Originaltitel: Dearly, Departed

512 Seiten

Klappenbroschur

15,99 [D], € 16,50 [A], sFr 22,90

ISBN: 9783492702195

Zu „Dark Love“ beim Piper-Verlag

Black Dagger IX – Seelenjäger von J.R. Ward gelesen von Johannes Steck [HörBuchRezension]

Allgemeine Informationen:
Autor: J. R. Ward
Sprecher: Johannes Steck
Spieldauer: 05 Std. 13 Min. (gekürzt)
Audioinhalt: Hörbuch
Anbieter: Lagato Verlag
Veröffentlicht: 2011
Hörprobe: Black Dagger – Seelenjäger
Zum Hörbuch bei Audible.de

Inhalt:
Vishous fühlt sich alleine und leer. Um diese Leere auszufüllen, versucht er eine Ablenkung zu finden. Doch dabei funkt ihm sein Freund Butch dazwischen. Denn in Wahrheit braucht Vishous eine Ablenkung von Butch, der sein Herz schneller klopfen lässt und bei dessen Anblick er sich unbehaglich und rettungslos verloren fühlt. Vishous weiß, dass seine Gefühle nicht sein dürfen und unerwidert bleiben, denn Butch ist fest mit Marissa liiert.
Da enthüllt ihm die Jungfrau der Schrift einige Geheimnisse über seine Abstammung und gibt intime Details über sich selbst preis, um Vishous von ihren Plänen zu überzeugen. Schließlich gibt er nach und bereut es, als er mit einer lebensbedrohlichen Verletzung in ein menschliches Krankenhaus eingeliefert wird und Jane ihm gegenübersteht. Sie ist Ärztin und Vishous Gefühle zu Butch werden von denen zu Jane abgelöst. Einer Liebe, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Sie trennen nicht nur die Unterschiede ihrer Spezies, sondern das Versprechen, das Vishous der Jungfrau der Schrift gemacht hat.

Meine Meinung:
Die Black Dagger zeichnen sich unter anderem darin aus, dass sie einen beinahe schon ewig währenden Krieg ausfechten. Da ist es selbstredend, dass einige Kampfszenen die Handlung tragen und für viele Spannungen und Aktionen sorgen. Dementsprechend bin ich froh, dass sich J.R. Ward in diesem Teil damit ein wenig zurückgehalten hat. Denn brutale Action ist kein absolutes muss für mich. Manchmal ist sie erforderlich und wenn sie mal stärker auftritt, habe ich nichts dagegen, doch diese kleine Pause kam mir gerade gelegen. Leider verliert die Qualität dieser Hörbücher jedes Mal ein bisschen dadurch, dass sie mitten in der Geschichte enden, da der deutsche Verleger aus einer originalen Geschichte zwei machen musste. So kam mir auch „Seelenjäger“ mehr wie eine Einleitung, denn vollständige Weiterentwicklung der Geschichte vor.
Da ich nun schon seit einigen Bänden auf die tieferen Einblicke in Vishous Gedankenwelt gespannt bin, denn Vishous ist mit der speziellste Vampir der Brüder, hat sich das Warten gelohnt. Ich habe das bekommen, was ich wollte und sogar noch einiges mehr.
Denn nicht nur Vishous Motive und Vergangenheit werden transparenter, auch die bisher etwas nebulös gehaltene Gestalt „Die Jungfrau der Schrift“ erhält mehr Substanz.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass J.R. Ward in „Seelenjäger“ ihren Fokus auf die Verknüpfungen der einzelnen Charaktere und Geschichten gesetzt hat, sowie detailliertere Einblicke in die Materie: „Black Dagger“. So habe ich beispielsweise sogar Butch mal ein wenig mehr gemocht und habe wieder das Gefühl so richtig in der Handlung angekommen zu sein.
Die Beziehung, die sich zwischen Vishous und Jane entwickelt ist noch sehr am Anfang und beginnt, wie sollte es auch anders sein? – mit einer sexuellen Anziehung.
Das Frauenbild, dass J.R. Ward hier teilweise zeichnet ist nicht immer das Beste, doch ich hoffe, dass die LeserInnen erkennen werden, dass das bloß „Masche“ ist, um die Herzen der Frauen zum Schmelzen zu bringen. Denn bestimmende Vampire, mit Machogehabe, die ihre Frauen herumkommandieren, sogar wenn sie sie bis zum Umfallen lieben, spricht die Zielgruppe nun einmal mehr an, als ein Haufen emanzipierter Frauen.
Dem Können von Johannes Steck ist in diesem Teil nichts hinzuzufügen, doch ich sollte wenigstens einmal erwähnen, dass er sein Niveau gehalten hat und wie gewohnt seine reizvolle Stimme richtig einzusetzen wusste.

Mein Fazit:
Ich hoffe, dass mir Johannes Steck als Hörbuch Sprecher noch oft begegnen wird, denn wenn sich eines lohnt, dann dem Klang seiner Stimme zu lauschen. Gemeinsam mit J.R.Wards „Black Daggern“, die sich immer tiefer in ihren Sehnsüchten, Begierden und Kämpfen verlieren, hatte ich tolle Stunden, in denen mein Herz manchmal bis zum Ansatz klopfte, ich nicht ansprechbar war oder nur an diese Serie denken konnte. Ich hoffe auf eine gute Weiterführung von „Seelenjäger“, denn Vishous als Person ist etwas besonderes, dessen Schicksal mich mehr als das aller anderen anspricht. Das Hörbuch mag zwar gekürzt sein, doch es sagt mir zu, wie nichts anderes.

Bewertung

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Audible.de für die freundliche Unterstützung!

Gormenghast – Im Schloss von Mervyn Peake [Gastrezension]

~———Gastrezension von Anja von Anjas Bücherblog:———~

Inhalt (Klappentext):
Titus ist sieben. Sein Gefängnis: Gormenghast. Gewalt und Gesetzlosigkeit breiten sich wie eine Pest in den finsteren Kammern und den spinnwebverschleierten Dachböden des Schlosses aus. Doch wer steckt hinter den unerklärlichen Ereignissen?

Meine Bewertung:
Es gibt Bücher, auf deren ersten Seiten man erst einmal einige Steine aus dem Weg räumen muss, um den Zugang zur Geschichte zu finden. Und dann gibt es Bücher, bei denen räumt man Stein um Stein mühsam beiseite, und alles, was man dahinter findet, sind unzählige weitere Steine – noch schwerer, grauer und langweiliger als die ersten.

Leider gehört „Im Schloss“, der zweite Roman der Gormenghast-Reihe von Mervyn Peake, zu letzterer Kategorie. Das Buch erschien auf Englisch 1950, auf Deutsch 1982 und wurde 2010 neu durchgesehen nochmals herausgebracht.

Ein unheimliches Schloss, das viele Geheimnisse und skurrile Personen beherbergt, ist doch guter Stoff für eine fesselnde Geschichte – sollte man meinen. Auf dieses Buch trifft das jedenfalls nicht zu:

An kein Buch kann ich mich erinnern, das ich so gern abgebrochen hätte. Über kein Buch habe ich beim Lesen so geflucht, weil seine Geschichte zäh wie dickflüssige Gummimasse zwischen den Seiten klebte.

Was nützen „telling names“, wenn sie das einzig Interessante an den Figuren sind? Was nützt ein auf dem Cover angekündigtes Vorwort von Fantasy-Autor Tad Williams, wenn dessen meiner Meinung nach ungerechtfertigter, achtseitiger Lobgesang auf „Im Schloss“ bei Weitem besser geschrieben ist als das angepriesene Buch selbst?

Williams‘ Vorwort schließt mit den Worten: „Wir wollen wissen, was als nächstes geschieht, weil es eine Geschichte ist – eine großartige Geschichte.“

Für mich jedoch gilt: Ich will mit Sicherheit nicht wissen, wie die Geschichte in den nächsten beiden Bänden weitergeht, weil es eine langweilige Geschichte ist – eine furchtbar schlecht geschriebene Geschichte.

Mein Fazit:
Wäre dieses Buch kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es nach den ersten Kapiteln schon abgebrochen. Mervyn Peake – einmal und nicht wieder.

 

Bewertung

 

 

Vielen Dank, Anja für deine Gastrezension, auch wenn dir „Gormenghast“ nicht gefiel! – Charlousie

 
Buchinformationen:
Mit einem Vorwort von Tad Williams, aus dem Englischen von Annette Charpentier (Orig.: Gormenghast)
1. Aufl. 2010, 634 Seiten,
gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93922-4

Zum Buch: Klick!

Danke an den Klett-Kotta-Verlag für dieses zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

 

Fillory von Lev Grossman [Rezension]

Inhalt:
Quentin ist hochbegabt und vielen in seiner Altersklasse weit voraus. Ihm schwebt eine erfolgreiche Zukunft vor Augen, da er weiß, an einen der besten Universitäten der Welt studieren zu können. Dennoch ist er nicht glücklich, weil er das Gefühl hat, ihm würde etwas Entscheidendes fehlen, was er nicht zu definieren vermag. Doch dann passiert eines Tages Etwas völlig unvorhergesehenes. Quentin landet in einem verzauberten Gebiet, wo er einigen Prüfungen unterzogen wird, die er besteht. Die Professoren unterbreiten ihm das Angebot, ein Zauberer zu werden und am Brakebills College eine Ausbildung zu genießen. Lange überlegt Quentin nicht und kurz darauf nimmt er als Schüler am Brakebills College die ersten Unterrichtsstunden. Zunächst verläuft sein Leben dort gut, er konnte die alte Schwermütigkeit bis zu einem gewissen Grad abschütteln, doch dann muss er feststellen, dass auch diese Welt alles andere als freundlich ist und grausamer sein kann, als er zu denken wagte…
Quentins Abenteuer beginnt.

Meine Meinung:
Ich habe viel von „Fillory“ erwartet, trotz schlechter Kritiken, die ich dazu las. Deswegen tut es mir umso mehr leid, dass ich mich den anderen, schlechten Bewertungen anschließen muss, denn „Fillory“ war ein riesiger Kampf für mich und traurigerweise alles Andere als ein Vergnügen.
Ich muss dazu sagen, dass mir die ersten 50 Seiten noch richtig gut gefielen und ich mich über die schlechten Bewertungen wunderte, doch inzwischen kann ich das sehr gut nachvollziehen.
Es beginnt damit, dass die Handlung sehr stockend verläuft, durch viele, unwichtige und detailreiche Beschreibungen.
Einige Passagen waren so langatmig, dass sie auf mich wie „tot“ wirkten. Das kann ich zusätzlich mit fehlenden Dialogen begründen. Dialoge bringen in ein Buch Lebendigkeit, Abwechslung und auch Spannung hinein. Doch da hier sehr wenig gesprochen wurde und der Autor lieber seitenweise darüber schrieb, in welchen Winkel die Sonne stand, kam hier null Lebendigkeit herüber.
„Fillory“ erschien mir mehr wie eine schlecht abgekupferte Aufbereitung von „Harry Potter“ oder „Der Herr der Ringe“, die extrem fehlgeschlagen ist. Alleine schon die Aufteilung der Zaubererschüler am Brakebills College in verschieden benannten Gruppen, erinnerte doch sehr an die Aufteilung von Hogwarts und deren Häuser. Denn genauso wie dort, ist es Mitgliedern von anderen Gruppen nicht möglich oder ersichtlich, wo sich die Häuser oder auch Treffpunkte der anderen befinden und somit können sie diese auch nicht betreten.
In dem so genannten Kapitel „Lovelady“, cirka 20 Seiten lang, wird mindestens 10 mal das Gras beschrieben und 15 mal der Himmel. Ich habe mitgezählt, ehrlich, weil es mir irgendwann zu doof erschien.
Ich habe nicht einmal einen Zugang zu den Charakteren finden können. Denn sie werden kaum beschrieben. Lieber verzettelte sich der Autor (mal wieder) in Seitenlangen Beschreibungen über den Ort, an dem sie sich befanden, aber so konnte ich keine Beziehung zu den Figuren in „Fillory“ aufbauen. Das einzige, was mir als Leserin immer, beinahe sofort über eine weibliche Person offenbart wurde, war deren Busen. Wie: „Sie hatte einen recht üppigen Busen“, „Sie war recht flachbrüstig“ und so weiter und sofort. Mir kam es beinahe schon so vor, als ob der Autor einen leichten Busen Fetischismus hatte, denn die Busen von verschiedenen Frauen dermaßen oft zu erwähnen und auch andere Situationen damit zu assoziieren kam mir nicht mehr normal vor. Außerdem klassifizierte er die Frauen teilweise nach der Größe ihres Busens.
Nach 200 Seiten war ich echt verzweifelt noch weitere 400 Seiten von diesem Werk lesen zu müssen.
Zuletzt habe ich nicht einmal ganz genau verstanden, worum der Plot sich drehte, denn der ging in diesem ganzen Geschwafel leider unter. Ich weiß natürlich, wie sich die Geschichte entwickelte und was alles in allem passierte, doch an einigen Stellen fiel es mir echt schwer den Faden zu behalten und oft habe ich gedacht:

„Worum geht es jetzt eigentlich? Was soll das bitteschön sein, was die da machen?“

Das einzig positive war für mich noch die schöne und gelungene Gestaltung des Covers, das vielversprechendes erahnen ließ.

Mein Fazit:

Mir fehlten leider:
-Die Spannung,
-Das Tempo,
-Ein ersichtlicherer Plot,
-Mehr Tiefe, besonders bei den Charakteren,
-Und die Magie, die einen beim Lesen bezaubert.

Stattdessen bekam ich:
-Langatmigkeit,
-Flache Charaktere,
-Komplexe Satzkonstruktionen,
-Endlos lange Beschreibungen
-Und ein an den Nerven zehrender Plot.

Wenn ich dies nun alles miteinander vergleiche, bleibt da unterm Strich leider nicht mehr viel übrig. Das tut mir sehr leid, weil ich es nicht mag, Bücher zu verreißen, denn es ist wirklich schwer ein Buch zu schreiben und der Autor hat sich bestimmt viel Mühe gegeben und viel Zeit sowie Herzblut investiert, doch wenn mich dieses Buch nun einmal total kalt lässt und mir gar nicht gefällt, kann ich nicht anders, als es als einen Flop zu bewerten.
Wenn der Autor seine Beschreibungen um etwa die Hälfte reduziert hätte, so dass diese ganzen Detailverliebtheiten nicht mehr wären, hätten die Eckpfeiler der Handlung deutlicher werden können und wesentliche Dinge wären mir transparenter erschienen und „Fillory“ hätte zu einem schönen Zaubererbuch werden können, das mit fantastischen Elementen besticht. Leider hat Lev Grossman dies nicht geschafft, weswegen ich „Fillory“ nicht weiterempfehlen kann und auch nur einen Stern vergebe; denn ein schönes Cover reichte mir als Begründung nicht genug, um doch noch zwei Sterne zu erteilen. Wirklich schade um die investierte Lesezeit.

Bewertung

Vielen Dank an den Fischer-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Der Duft des Mangobaums von Jan Winter [Rezension]

Inhalt:
Der Roman „Der Duft des Mangobaums“ von Jan Winter erzählt die Geschichte der deutschen Alma Dillingham, die gemeinsam mit ihrem Sohn Albert von England nach Malaya zu ihrem Mann übersiedelt. In Malaya erwartet sie nicht das, was sie erwartet hat. Das Land ist für sie zwar ein einziges Abenteuer und mit der dortigen Mentalität kommt sie gut zurecht, allerdings verhält sich ihr Mann Howard abweisend, gereizt und wütend.
Alma findet heraus, dass er sie betrügt und kurze Zeit später wird er bei ihrer Kautschuk Plantage von einem Tiger angefallen und stirbt. Alma tut das zwar leid, doch zuletzt hat die Beiden keine Liebe mehr miteinander verbunden. Gemeinsam mit der Unterstützung ihres treuen Freundes Raymond übersteht sie diese Zeiten und erleidet eine Fehlgeburt. Tragischerweise verliebt sie sich in Samad einen verheirateten Malayen, den sie während der Schifsspassage kennenlernte und beginnt letztlich eine Affäre mit ihm. Doch allmählich beginnt sie zu begreifen, dass sie und Samad das falsche tun und sie ihre Freundschaft mit Raymond dadurch zerstört.
Dann bricht der zweite Weltkrieg aus und Alma als Deutsche muss sich verstecken, sonst wird sie als mögliche Verbündete der Deutschen festgenommen. Ist es bereits zu spät oder wird sie ihre Freundschaft zu Raymond noch retten und die Beziehung zu Samad beenden können?
Will sie nicht auch insgeheim mehr als Freundschaft von Raymond?

Meine Meinung:

Als ich die Leseprobe gelesen hatte, war ich gebannt und gefesselt und konnte es kaum erwarten, das Buch zu lesen, doch leider…
Leider entpuppte sich „Der Duft des Mangobaums“ zunehmend als Groschenroman. Zustimmend sollte ich sagen, dass das Niveau dieses Romans ein wenig höher und intelligenter als das eines Groschenromans war. Doch letztlich war es genau dasselbe, nur teurer, schöner verpackt und besser aufbereitet. Die Grundideen der Handlung sind sehr gut, aber die Umsetzung ist sehr subtil, naiv und langweilig gestaltet worden. Das waren über 400 Seiten Quälerei.
Alma ist ein einfältiger Charakter, der immer nur dasselbe denkt, etwas unintelligent herüberkommt und bereits nach 100 Seiten extrem nervt.
Was mir wiederum richtig gut gefiel war die Beschreibung des Landes Malaya. Vermutlich auch der einzige Grund, warum ich das Buch bis zum Schluss durchlas. Auf eine schöne Art und Weise bekommt man die Bräuche und Gepflogenheiten dieses Landes mit und das sind sehr wertvolle Eindrücke gewesen. Doch alles in allem reicht auch das nicht aus, um diesen Roman zu retten und spannend zu machen.
Ich habe nach den ersten Seiten gemutmaßt, dass sie sich eines Tages mit Samad und oder Raymond zusammen findet und in Beidem hatte ich recht. Die Handlung war genauso einfallsreich wie die Protagonistin Alma, nämlich gar nicht.
Als ich schon hoffte, dass durch den 2. Weltkrieg mal ein wenig Leben in die Geschichte kommen würde, wurde ich erneut enttäuscht, denn wie ich es erwartete, wendete sich alles zum Guten und ich habe nicht einen Moment lang um die Leben der Personen gebangt, weil ich wusste, dass sie sowieso überleben würden.
Der Schreibstil ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut und gemeinsam mit der spröden Handlung fiel mir das Lesen recht schwer.

Mein Fazit:
Ich kann diesen Roman absolut gar nicht empfehlen. LiebhaberInnen dieses Genre können es viellecht versuchen und die Magie darin entdecken, die ich nicht fand.
Denn für mich war das alles eine einzige große Enttäuschung. Nicht einem Charakter habe ich sein Verhalten abgenommen, entweder war es zu übertrieben, zu wenig ausgebaut oder einfach nur unglaubwürdig.
Schade eigentlich, denn ich hatte mich so auf das Lesen gefreut und habe nichts von diesem Roman mitnehmen können.
Dennoch vergebe ich 2 Sterne, statt nur einem, weil das Land Malaya und die Bedingungen der Arbeiter auf den Kautschukplantagen als einziges glaubwürdig waren und sich noch lesen liesen.

Warrior Cats Special Adventure – Feuersterns Mission von Erin Hunter [Rezension]

Das Buch „Warrior Cats Special Adventure – Feuersterns Mission“ von Erin Hunter handelt von einem Wald in dem vier verschiedene KatzenClans im Einklang miteinander leben. Feuerstern ist der Anführer des DonnerClans und eigentlich glücklich, wenn ihn nicht diese Träume von leidenden Katzen heimsuchen würden. Feuerstern wird im Traum von einem fremdem Artgenossen um Hilfe gebeten. So begibt er sich gemeinsam mit seiner Gefährtin Sandsturm auf eine gefährliche Reise. Am Ziel angelangt wird klar, dass es seine Aufgabe ist, einen ehemaligen fünften Clan des Waldes zu retten und neu ins Leben zu berufen, der sich im Laufe der Jahre zerstreut hat. Wie soll Feuerstern dieses aussichtslose Unterfangen gelingen, wenn nur noch eine einzige Katze dieses WolkenClans übrig ist? – Der ihm und Sandsturm zu allem Überfluss auch noch etwas wichtiges zu verschweigen scheint?

Das Buch ist ein Extra-Band der 6-teiligen „Warrior Cats“ Reihe. Er kann unabhängig von den anderen Büchern der Serie gelesen werden. Die Gestaltung des Buches ist mit einem Personenverzeichnis und einer Landkarte gut gelungen und aufwendig geschrieben. Dennoch konnte ich mich leider für „Warrior Cats Special Adventure – Feuersterns Mission“ so gar nicht erwärmen. Ich finde den Geschichten mangelt es an Herzblut, das die LeserInnen in eine unwiderstehliche Welt zieht! Ich musste mich zwingen, weiter zu lesen und hätte am liebsten abgebrochen. Die Handlung war „ganz nett“, schleppte sich aber größtenteils dahin, und Spannung habe ich ebenfalls nicht entdecken können. Ich frage mich, wie die drei Autorinnen so wenig Interessantes in satte 550 Seiten packen konnten. Die unzähligen, ständig wechselnden Namen, erschwerten das Lesen, weil ich keinen Überblick über die vielen Katzen-Charaktere gewinnen konnte. Ich kann mir vorstellen, dass jüngere LeserInnen ab 8-10 Jahren mehr Freude und Abenteuer an dieser Lektüre entdecken können; denn mir hat sie leider keinen Spaß bereitet!

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