Archiv der Kategorie: Interviews

Miriam Bach und Philipp Andersen erzählen, über geistiges Pingpong und die im Kopf stattfindenden Abenteuer [Interview + Gewinnspiel]

BachuAndersenerzählen

WarteaufmichIm Mai habe ich den großartigen Roman “Warte auf mich” von Miriam Bach und Philipp Andersen verschlungen, rezensiert und zum TOP des Monats gekürt. Es ist mir daher eine Ehre, die beiden Autoren heute – exklusiv 🙂 – auf LeseLust & LeseLiebe begrüßen zu dürfen!

Ich bin mir sicher, dass ihr nach diesem Interview unbedingt das Buch lesen wollt.

Da trifft es sich gut, dass ihr am Ende die Chance erhaltet, 3 EXEMPLARE

des Romans „Warte auf mich“ zu gewinnen!!

Nutzt also die einmalige Gelegenheit, denn DIESES Buch ist besser, als ihr euch auch nur ansatzweise vorstellen könnt!

.Kurzvita

Miriam Bach:

Geboren 1972, Studium der Germanistik und Anglistik, anschließend Volontariat und Ausbildung zur Drehbuchautorin. Veröffentlichte zahlreiche Romane, schrieb mehrere TV-Filme und arbeitet darüber hinaus als Journalistin.

© Piper-Verlag

Philipp Andersen:

Geboren 1955, Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie. Promotion. Tätigkeit als Übersetzer, freier Verlagslektor, Drehbuchautor, Werbetexter und Unternehmensberater. Verfasste unter Pseudonym Fach- und Sachbücher sowie Ratgeber zur Persönlichkeitsentwicklung.

© Piper-Verlag

Auf Facebook gibt es eine Fanseite, wer mal reinschauen mag… 🙂

Interview

.

.

.

.

.

.

Legende_BachAndersen

.

.

C: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, ein paar Fragen für LeseLust & LeseLiebe zu beantworten!

M: Wir freuen uns über das Interview, das machen wir doch gern!

P: Ja, es ist doch schön, wenn die Leute sich für uns und unser Buch interessieren!

»Schreiben. ”Weil die wirklichen Abenteuer im Kopf stattfinden”«

C: Die erste Frage ist immer dieselbe. Wie seid ihr zum Schreiben gekommen?

M: So genau kann ich das gar nicht sagen. Vermutlich wie viele: Erst übers Tagebuchschreiben, und irgendwann habe ich dann angefangen, mir eigene Geschichten auszudenken. Dann habe ich schon während der Schulzeit angefangen, für die örtliche Tageszeitung zu schreiben, und ab da war klar, dass ich mal Journalistin bzw. Autorin werden möchte.

Philipp AndersenP: Ich habe als Übersetzer mein Studium verdient. Das war eine gute Übung, wie Etüdenspielen für einen Klavierspieler. Man übt Kreativität – wenn auch an kurzer Leine. Und irgendwann wollte ich es dann selber wissen.

C: Gibt es Orte, die euch inspirieren, aus denen ihr Ideen zieht?

M: Da gibt es keinen bestimmten Ort, denn mein gesamtes Leben inspiriert mich. Egal, wo ich gerade bin oder was ich gerade erlebe, Ideen finde ich überall.

P: Thomas Mann hat mal gesagt, „Der Stoff liegt auf der Straße“. Entscheidend ist, ob ich ihn sehe. Das aber hängt davon ab, ob der Stoff etwas mit mir selber zu tun hat. Ist das der Fall, zündet die Idee.

C: Habt ihr eine feste Schreibroutine?

M: Leider nein, obwohl ich immer wieder versuche, daran zu arbeiten, dass ich morgens ab neun Uhr am Schreibtisch sitze. Aber meistens kommt dann ständig etwas dazwischen, so dass ich vor nachmittags eigentlich nie in die Gänge komme.

P: Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich schreibe eher in der Frühe. Das hat mir oft einen Vorsprung gegenüber Miriam verschafft, wenn sie anfing, war mein Kapitel schon da – wie beim Hase- und Igelspiel.

C: Lasst ihr euch beim Schreiben von Musik berieseln?

Miriam BachM: Absolut! Musik kann mich wunderbar in verschiedene Stimmungen versetzen, also suche ich häufig Stücke aus, die zu der Szene passen, die ich gerade schreiben will. Allerdings muss die Musik dann instrumental sein, sonst lasse ich mich zu sehr vom Text ablenken.

P: Musik höre ich gerne beim Autofahren, beim Kochen – oder einfach um der Musik willen. Aber wenn ich schreibe, brauche ich Ruhe. Damit ich die inneren Stimmen höre.

C: Wie geht ihr mit Schreibblockaden um?

M: Dann fange ich an, die Wohnung aufzuräumen, Wäsche zu waschen, zu kochen, gehe mit Freundinnen einen Kaffee trinken … und hoffe darauf, dass der Knoten bald wieder platzt.

P: Oft mache ich den Fehler, dann am Schreibtisch sitzen zu bleiben – aus Angst, ich würde sonst kneifen. Ist aber falsch. Auch wenn man den Schreibtisch verlässt, das Unterbewusstsein arbeitet weiter. Und genau deshalb erwischen einen die besten Ideen eben dann, wenn man scheinbar was ganz anderes macht.SpotlightBachAndersen

C: Wenn ihr keine Autoren geworden wärt, was wäre euer nächster Wahlberuf geworden?

M: Ich wäre gern ins Hotelfach oder in die Gastronomie gegangen. Musik hätte mich auch interessiert.

P: Wenn Miriam in die Gastronomie wechselt, brauche ich keinen zweiten Beruf. Dann werde ich ihr professioneller Dauergast.

C: Euer Tipp für angehende AutorInnen!

M: Werdet was anderes! 😉 Nein, ernsthaft, ich weiß nicht, was für einen Tipp ich geben soll. Es ist ein harter Beruf, der viel Disziplin erfordert. So romantisch, wie viele sich das vorstellen, ist es leider nicht.

P: Stellt Euch nur eins vor: Ihr sitzt den ganzen Tag allein am Schreibtisch mit Euch rum – acht, zehn, manchmal zwölf Stunden Konversation mit nur einem einzigen Menschen. Wenn Ihr das aushaltet, dann seid Ihr bereit.

C: Vervollständigt bitte den folgenden Satz:

Ich bin Schriftsteller, weil…

M: … ich es liebe, Geschichten zu erzählen und Leser damit zu fesseln. Und weil ich beim Schreiben immer wieder etwas Neues über mich selbst lerne, denn dabei kann ich wunderbar meine eigenen Gedanken sortieren.“

P: … die wirklichen Abenteuer im Kopf stattfinden.“

»Über das Buch. “Es war ein geistiges Pingpong.”«

ZitatWarteaufmichC: “Warte auf mich” ist die Geschichte zweier Schriftsteller, die sich ineinander verlieben, obwohl 1000 Gründe dagegen sprechen.

Zufällig” tragen die Charaktere des Buches dieselben Namen, wie ihr als Schriftsteller. Dennoch bin ich unsicher, was nun Fiktion und was autobiographisch ist. Dürft ihr vielleicht verraten, welcher Anteil überwiegt?

M: Diese Antwort überlasse ich Philipp, der kann das besser erklären!

P: Das ist einfach: Alles ist genau so passiert, wie wir es uns ausgedacht haben!

C: Wie seid ihr auf die Idee für “Warte auf mich” gekommen?

M: Wir sind beides Autoren, die eine enge Verbindung zueinander haben – da lag es auf der Hand, einfach mal etwas zusammen auszuprobieren.

C: Warum das Schreiben zu zweit?

M: Na ja, die Geschichte wird aus seiner und aus ihrer Sicht erzählt.

P: Genau das war der Reiz. Männer sind anders, Frauen auch. Darum haben wir beide Perspektiven, die der Frau und die des Mannes, strikt eingehalten. Um ein und dieselbe Geschichte von beiden Seiten her zu erzählen.

C: Waren damit besondere Schwierigkeiten verbunden?

M: Ja, sicher. Immer dann, wenn wir nicht einer Meinung waren, haben wir teilweise ganz schön heftig diskutiert. Mal hat sich der eine, mal der andere durchgesetzt.

P: Außerdem war es für uns beide eine Herausforderung. Schließlich wollte keiner von uns beiden hinterher hören, die Passagen des anderen seien aber viel schöner als die eigenen. So haben wir uns doppelt angestrengt.

C: Wie können eure LeserInnen sich den Schreibprozess vorstellen?

P: Es war ein geistiges Pingpong. Wir haben wirklich abwechselnd geschrieben, jeder musste auf das Kapitel des anderen reagieren und etwas Neues daraus machen. So wie wir es alle im wirklichen Leben auch tun müssen.

C: Weshalb tragen die Autoren des Romans (also ihr) dieselben Namen, wie die Charaktere im Buch? Das sorgt manchmal doch für etwas Verwirrung, vor allen Dingen wenn es darum geht herauzufinden, ob die Geschichte nun wahr ist oder nicht… 😉

M: Das genau ist doch der Witz daran, das haben wir natürlich mit Absicht gemacht.

P: Was an der Geschichte nun wahr ist und was nicht … das bleibt Miriams und mein süßes Geheimnis 🙂

Warte auf mich” weist besonders darauf hin, wie schmerzhaft manche Gefühle sein können, das diese aber besser sind, als vorsichtshalber in einem Glashaus zu verweilen. Hat “Warte auf mich” somit eine bestimmte Intention, die ihr der Welt nahe legen wolltet?warteaufmichW

M: Eine Botschaft oder Intention? Nein, ich würde sagen, eher nicht. Was meinst du, Philipp?

P: Du hast sie im Buch doch selber genannt: „Kein Himmel ohne Hölle.“ Nichts kann uns mehr verletzen als die Liebe. Aber auch nichts mehr beglücken. Eine ewige Wahrheit, in unserer Gegenwart erzählt.

C: In “Warte auf mich” spielt der Altersunterschied der beiden Liebenden eine große Rolle. Seid ihr der Auffassung, dass in unsere Gesellschaft Altersunterschiede (in beiden Richtungen) immer noch kritisch und missgünstig beäugt werden?

M: Na ja, vor allem werden Frauen, die einen jüngeren Partner haben, misstrauisch beäugt. Das finde ich nicht gerade emanzipiert. Und vor allem: Es ist doch die Privatsache der Betroffenen, alle anderen sollten sich da raushalten.

P: Liebe macht bekanntlich blind – auch für die Falten im Gesicht der geliebten Person. Nein, ich glaube, Liebe kennt kein Alter. Goethe hat sich noch mit 65 Jahren in eine blutjunge Frau verliebt. Und dabei heraus gekommen ist einer der schönsten Gedichtzyklen der deutschen Literatur, „Der west-östliche Diwan.“

C: Miriam und Philipp durchleben im Roman ein Wechselbad der facettenreichen Gefühle. Eines setzt sich mit den Gewissensbissen rund um das Fremdgehen auseinander. Würdet ihr sagen, dass Fremdgehen unter gewissen Umständen und Bedingungen moralisch nicht mehr verwerflich ist; oder bleibt immer eine gewisse Restschuld – und sei es die des eigenen Gewissens?

M: Uff, schwierige Frage. Ich denke, dass muss jeder für sich selbst entscheiden, ich persönlich halte Treue nicht unbedingt für das Wichtigste in einer Beziehung. Das Leben ist bunt und geht überraschende Wege, und jeder kann in einer Situation geraten, in der er oder sie sich „unmoralisch“ verhält. Ich finde Offenheit und Ehrlichkeit wesentlich wichtiger. Und Zusammenhalt, dann kann eine Partnerschaft auch Fehltritte überstehen. Wir sind doch alle nur Menschen!

CoverAusschnittWarteaufmichP: Fremdgehen ist ein scheußliches Wort. Ich glaube, es kann Situationen im Leben geben, da muss man „fremdgehen“ – um sich selber treu zu bleiben.

C: Das Buch schließt mit einem realistischen Ausgang (spoilerfrei), ob das als Happy End anzusiedeln ist oder nicht, muss jede/r selbst entscheiden. Doch wie steht ihr zur Liebe? Glaubt ihr, dass es ‚die‘ eine Liebe gibt oder sogar mehrere oder dass die Möglichkeit besteht, ihr nie zu begegnen?

M: Ja, sicher kann jeder mehrere Lieben haben. Und bestimmt ist es auch möglich, dass man ihr NIE begegnet. Wobei ich das eine sehr traurige Vorstellung finde!

P: Die eine große Liebe, die ein Leben lang hält, ist eine so schöne Illusion, dass man einfach an sie glauben muss. Wie man eben immer an das Unmögliche glauben sollte, um das Mögliche zu erreichen.

C: Kann eine (Liebes)-Beziehung mit mehreren Personen funktionieren?

M: Ich denke schon. Aber es ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung, vor allem, weil unsere Gesellschaft diese Lebensform nicht wirklich anerkennt.

P: Natürlich kann das funktionieren. Es gibt ganze Kulturen, in denen das sogar die Norm ist oder war. Ob man das in unserer Gesellschaft leben kann, ist vermutlich vor allem eine Frage der emotionalen Kraft.

C: 5 Adjektive, die “Warte auf mich” am besten umfassen:

M: Sehnsuchtsvoll. Verzweifelt. Hoffnungsvoll. Verspielt. Leidenschaftlich. Traurig. Verrückt.

P: Weil das jetzt sieben waren, die Miriam nannte, streiche ich die letzten zwei.

C: War das Zusammensetzen der einzelnen Nachrichten in die abwechselnde Dialogform eine besondere Herausforderung für euch?

M: Nein, das schrieb sich fast wie von selbst, wir haben noch nie einen Roman so schnell geschrieben.

P: Mir geht es immer so, dass ich in Briefen oder anderen persönlichen Zeugnissen meiner Protagonisten ihnen am nahsten komme. Und je näher ich einer Figur innerlich bin, umso weniger muss ich beim Schreiben denken. Dann äußern die Figuren sich gleichsam selber, benutzen mich nur als eine Art lebende Schreibmaschine.

C: Habt ihr eine Lieblingspassage im Buch?

M: Für mich ist das eindeutig das erste Treffen in Hamburg, bei dem Miriam Philipp erst einmal unter die Dusche schickt!

P: Wie unromantisch. Für mich ist es die erste Nacht der beiden, in der scheinbar nichts, tatsächlich aber alles passiert.

C: Habt ihr bereits konkrete Pläne für weitere Schreibprojekte? Alleine oder noch einmal zusammen?

M: Momentan arbeiten wir jeder wieder an einem Solo-Roman, aber wir werden im nächsten Jahr ganz sicher wieder ein Buch zusammenschreiben. Wieder ein Liebesgeschichte, aber konkreter wollen wir da noch nicht werden.

P: Mehr KÖNNEN wir auch noch gar nicht sagen. Weil auch unser nächster Roman wieder im Pingpong entstehen wird.

»Leben. “Niemals aufhören, etwas Neues anzufangen.”«

C: Wenn man eure Namen bei Google eingibt, finden sich nur spärliche Informationen zu euren Personen. Habt ihr trotzdem Lust, ein bisschen etwas über euch zu verraten?

M: Viel mehr gibt es da gar nicht zu verraten, als man im Netz findet, wir Autoren sind nicht sonderlich spektakulär 🙂

P: Alles, was es über uns zu sagen gibt, findet sich in dem Roman. Mehr wäre weniger.

C: Habt ihr einen Lebenstraum, Wunsch oder Ziel, das ihr noch unbedingt erreichen möchtet?

M: Viele, viele, VIELE! Ich möchte noch ganz viel von der Welt sehen und irgendwann die Freiheit haben, ganz viel reisen zu können.

P: Niemals aufhören, etwas Neues anzufangen.

C: Negative Kritik wird selten gerne gesehen. Wie geht ihr mit solcher um?CoverWarteaufmich

M: Nun, natürlich schmerzt negative Kritik, aber sie gehört auch dazu, wenn man sich in die Öffentlichkeit begibt. Ich persönlich lese sie mir durch und frage mich dann ganz ehrlich, ob die Kritik berechtigt ist oder nicht. Wenn ja, versuche ich, aus ihr für die Zukunft zu lernen.

P: Ein Lob glaubt man immer, so absurd oder übertrieben es auch sein mag – Kritik hingegen stimmt nie! 😉

C: Was denkt ihr bei positiver Kritik zu euren Werken? Weist ihr den anderen gelegentlich auf eine bestimmte Besprechung oder einen Artikel hin?

M: Klar mailen wir uns gegenseitig, wenn einer von uns eine schöne Rezension entdeckt hat, das ist doch normal! Und darüber freuen wir uns selbstverständlich auch sehr!

P: Siehe oben.

C: Wenn ihr die Möglichkeit bekämt, eine Romanfigur zu besuchen, in welches Buch würdet ihr da schlüpfen?

M: Puuuuuh. Ich glaube, ich würde gern mal „Dorian Gray“ von Oscar Wilde besuchen. Stelle ich mir interessant vor!

P: Mit achtzehn Jahren habe ich den „Zauberberg“ von Thomas Mann gelesen. Damals habe ich mich täglich mit einer der Hauptfiguren des Romans unterhalten, Herrn Settembrini, über alle möglichen Fragen, die gar nichts mit dem Buch zu tun haben. Das mache ich auch heute noch, wenn mich ein Roman richtig packt.

C: Habt ihr eine/n Lieblingsautor/in?

M: Eigentlich sind es zu viele, um einen einzigen zu nennen. Aber ich finde die Bücher von Ursula Poznanski extrem gut und spannend. Und Charlotte Link mag ich auch sehr gern.

P: Das geht kreuz und quer: Von den älteren Autoren Thomas Mann, Flaubert, Guy de Maupassant, von den zeitgenössischen besonders Nick Hornby.

C: Was ist das skurrilste oder witzigste, das euch im Zusammenhang mit Büchern oder Lesereisen passiert ist?

M: Ich habe mal in der U-Bahn einer Frau gegenüber gesessen, die gerade ein Buch von mir las. Und die dabei weinte. Das war schon unglaublich!

P: Was wirklich skurril ist: In „Warte auf mich“ haben wir ein paar Dinge geschrieben, die dann erst später GENAU SO eingetreten sind. Welche, verrate ich jetzt nicht, aber das war schon … irre. Life imitates art, um auch mal auf Oscar Wilde zurück zu kommen!

C: Zum Schluss: Möchtet ihr euren LeserInnen noch etwas auf den Weg mitgeben?

P: Sterbt nicht aus!

M: Dem schließe ich mich an!

 C: Ich bedanke mich für eure ausführlichen und interessanten Antworten!

BuchBeschreibung

Gewinnspiel

 

.
.
.
.

.

.

Wer aufmerksam mitgelesen hat, wird nun in der Lage sein, folgende Aufgaben zu lösen, um in den Lostopf für EINES VON DREI Büchern zu landen!Cover2Warteaufmich

– Viel Glück! 😉

BITTE LEST ALLES SORGFÄLTIG DURCH. WENN IHR EINE ANWEISUNG NICHT ERFÜLLT, KÖNNT IHR LEIDER NICHT FÜR DIE VERLOSUNG BERÜCKSICHTIGT WERDEN!

  • Beantwortet mir in einem Kommentar eine der folgenden Fragen, die ich bereits den Autoren stellte (bitte schreibt dazu, ob ihr 1. oder 2. beantwortet!):

  1. Würdet ihr sagen, dass Fremdgehen unter gewissen Umständen und Bedingungen moralisch nicht mehr verwerflich ist; oder bleibt immer eine gewisse Restschuld – und sei es die des eigenen Gewissens?

  2. Wie steht ihr zur Liebe? Glaubt ihr, dass es ‚die‘ eine Liebe gibt oder sogar mehrere oder dass die Möglichkeit besteht, ihr nie zu begegnen?

  3. Kann eine (Liebes)-Beziehung mit mehreren Personen funktionieren?

  • Schreibt eine E-Mail mit dem Betreff: “Interview-Gewinnspiel” an leselustleseliebe[Punkt]info[at]ymail[Punkt]com, die folgendes beinhaltet:

1. Den Kommentar, den ihr geschrieben habt, zusammen mit eurem Nicknamen und eurer Postadresse

2. + Die ANTWORT auf folgende Frage:

Welche Romanfigur würde Miriam Bach gerne einmal besuchen?! (Die Antwort NICHT in den Kommentaren posten, wer dies tut, wird automatisch von der Verlosung ausgeschlossen!)

  • Mit dem Absenden der E-Mail seid ihr damit einverstanden, dass ich eure Adressen an den Verlag weitergebe, der diese ausschließlich dazu verwendet, euch im Falle eines Gewinns das Buch zuzusenden!

  • Das Gewinnspiel läuft vom 17.08.13 bis zum 26.08.13 um 23:59 Uhr!

WICHTIG:

Ihr könnt nur mit einem Wohnsitz in Deutschland an der Verlosung teilnehmen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei den beiden Autoren und dem Piper-Verlag, die dieses Interviewspecial möglich gemacht haben!!

BibliografischeDaten

Warte auf mich

Philipp Andersen, Miriam Bach

Roman

Erschienen am 14.05.2013

320 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag

ISBN: 978-3-86612-357-1

16,99 [D], € 17,50 [A], sFr 24,90

Rainer Wekwerth erzählt! Über ‚das Eine‘, sein labyrinthischstes Werk und den alltäglichen Autoren-Spagat [Autoreninterview]

RWERainerWekwerth3

Meine lieben LeserInnen!

Durch die „Damian“-Bücher bin ich schon lange ein großer Fan von Rainer Wekwerth und präsentiere euch daher voller Stolz ein großartiges Interview, nachdem theoretisch jede/r neugierig auf seine Bücher werden sollte! 😉 Viel Spaß beim Lesen, ich zumindest habe mehrmals gelacht und schmunzeln müssen!!

Kurzvita

Rainer Wekwerth, Jahrgang 1959,
hat zahlreiche Bücher, teilweise unter Pseudonym veröffentlicht und dafür Preise gewonnen.

Er ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt in der Nähe von Stuttgart.

Mehr Infos unter www.wekwerth.com

.

legende...

.

.

.

C: Lieber Rainer. Ich freue mich sehr, dich heute auf LeseLust & LeseLiebe begrüßen zu dürfen.

R: Hallo Charlousie, danke für die Einladung.

.

»Schreiben. Wie aus vielem ‚das‘ Eine wurde«

.

C: Beginnen wir mit einer typischen Standardfrage: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Hast du vorher etwas anderes gemacht?

R: Geschrieben habe ich schon seit meinem 7. Lebensjahr, aber bis zur ersten Veröffentlichung im Jahr 1996 musste ich ja irgendwie die Zeit totschlagen, also habe ich als Fotolaborant, Drucker, Versicherungsvertreter, Autolackierer, Landschaftsgärtner, Grafik Designer und Journalist gearbeitet. Zudem war ich professioneller Break Dancer, Tae Kwon Do Trainer, Spieleerfinder und nicht genug damit, ich hatte eine eigene Werbeagentur, einen berühmten Videospielladen und eine wunderschöne Buchhandlung. Klingt als hätte ich drei Leben gelebt. Heute bin ich nur noch Autor und Coach für Kreatives Schreiben.

C: Wo findest du deine Ideen?

R: Wenn ich das wüsste. Ideen blitzen auf. Ständig. Manche sind flüchtig, andere beschäftigen dich über Jahre. Irgendwann weiß du, welches Buch du schreiben willst.

LabyrinthC: Hast du eine Schreibroutine?

R: Ja, ich schreibe täglich außer am Wochenende von 8.00 – 10.00 Uhr. Mindestens 1000 Worte, vorher stehe ich nicht auf.

C: Hörst du Musik beim Schreiben? – Um vielleicht sogar Inspiration zu bekommen?

R: Nein, da brauche ich totale Ruhe, Musik würde mich ablenken.

C: Hast du ein persönliches “Geheimrezept” gegen Schreibblockaden, das du anderen auch empfehlen würdest?

R: Schreibblockaden tauchen nur auf, wenn man die Vorarbeit zum Roman nicht sorgfältig geleistet hat. Ich rate jedem Autor ein vollständiges Konzept und eine komplette Figurenbeschreibung entwickelt zu haben, bevor man den eigentlichen Roman beginnt.

C: Wenn du dir unabhängig von deiner jetzigen Berufung jeden Beruf der Welt aussuchen dürftest, welcher wäre das?

R: Friedhofsgärtner oder Bundeskanzler. Bei dem einen Job hätte ich wunderbar viel Zeit und Ruhe, beim anderen würde ich dafür sorgen, dass einige Größen in Politik und Wirtschaft keine Ruhe mehr finden.

C: Was hat sich seit dem Beginn deiner Autorenkarriere für dich verändert?

R: Sehr viel. Ich lebe ein Leben von dem die meisten Menschen träumen. Ich kann meiner Leidenschaft nachgehen und jeden Tag Abenteuer erleben, auch wenn sie zumeist nur in meinem Kopf stattfinden.

C: Kannst du Schreiberlingen, die selbst vom Schreiben träumen, einen Tipp geben?

R: Gib niemals auf und hole dir jede Hilfe, die du kriegen kannst. Lerne das Handwerk und schreibe, schreibe, schreibe…

C: Vervollständige bitte den folgenden Satz:

Ich bin Schriftsteller, …

R: … weil in mir Geschichten leben, die erzählt werden wollen.“

.

»Werke. “Das Labyrinth erwacht” im Fokus«

.

C: Mit “Das Labyrinth erwacht” hast du den Startschuss für eine neue Serie im Arena-Verlag

gegeben. Nach deiner Dilogie “Damian” rund um einen himmlisch-höllischen Krieg mitten in Berlin, begeisterst du deine LeserInnen nun mit einem ganz anderen Setting: Dem Labyrinth.

Weshalb ist das Labyrinth in deiner Geschichte (bisher? ;-)) so wenig “klassisch” labyrinthisch?

R: Das eigentliche Labyrinth steckt in uns selbst, in jedem von uns. Wir müssen jeden Tag darum kämpfen, wir selbst zu sein und uns nicht im Labyrinth des Lebens zu verlieren.

C: Was ist deiner Meinung nach die Hauptaussage von “Das Labyrinth erwacht”?

R: Freundschaft und Liebe ist größer als alles, ist größer als der Tod.

C: Woher hast du die Idee zum Roman genommen?

R: Das weiß ich nicht. Viele Menschen denken James Dashners Roman „Die Auserwählten im Labyrinth“ hätte mich inspiriert, ich habe aber den Vertrag zur Labyrinth Trilogie ein Jahr zuvor unterschrieben und Band 1 war kurz vor der Fertigstellung als Dashners Buch herauskam.

C:Weshalb diese Vielfalt an Charakteren?

R: Es braucht diese sieben Charaktere um die Geschichte zu erzählen. Jeder von ihnen trägt seinen Teil zur Story bei.

C: In welcher Hinsicht war diese Charaktervielfalt vielleicht eine Herausforderung für dich?

R: Ich habe das nicht als Herausforderung empfunden, sondern als Glück, die Geschichte aus vielen Perspektiven erzählen zu können.

C: Gibt es einen Charakter, den du bevorzugst und einen, der dir beim Schreiben die größte Mühe bereitete?

R: Ich liebe Léon, aber eigentlich sind sie alle meine Kinder. Tian war ein wenig schwierig, da er sehr zurückhaltend ist.

DasLabyrintherwachtC: Spätestens nach dem ersten Band ist klar, dass es noch weitere Teile geben wird. Wie viele sind geplant?

R: Zwei weitere. „Das Labyrinth jagt dich“ und „Das Labyrinth kennt keine Gnade“.

C: Sollte “Das Labyrinth erwacht” von Anfang an ein Mehrteiler werden?

R: Ja, von Anfang an war die Story auf drei Bände geplant. Weniger war einfach nicht möglich, ohne die Geschichte zu verstümmeln.

C: Hast du bereits jetzt den sich über mehrere Bände erstreckenden Plot bis zum Ende und kleinstem Detail durchgeplant?

R: Ja, das Konzept dazu umfasst über sechzig Seiten, aber inzwischen hat die Geschichte teilweise einen anderen Verlauf genommen und wurde überarbeitet.

C: Gibt es eine Szene, von der du findest, dass sie dir am Besten gelungen ist?

R: In Band 1 ist es Kathys Tod, als sie sich vom Dach fallen lässt. In Band zwei gibt es gleich zwei Szenen, auf die ich ganz besonders stolz bin. Meine Probeleser hatten Tränen in den Augen, mehr geht nicht. Mehr kannst du mit Worten nicht erreichen.

C: Gibt es auch eine Szene, bei der dir das Schreiben sehr schwer fiel?

R: Nein. Manchen Szenen sind aufregender als andere, aber mir ist nichts daran schwer gefallen.

C: Was oder wie viel von dir steckt in deinen Werken? – Speziell in “Das Labyrinth erwacht”?

R: Sehr viel. Die Aussagen meiner Bücher, sind meine Aussagen über das Leben und wie man es leben sollte.LZ

C: 5 Adjektive, die dein Werk am treffendsten beschreiben.

R: Spannend, gnadenlos, berührend, unvorhersehbar und vielfältig.

C: Darfst du uns schon eine Kleinigkeit aus der labyrinthischen Fortsetzung verraten?

R: In Band 2 wird alles noch viel dramatischer und Mary entdeckt etwas in sich, von dem sie nicht wusste, dass es da ist.

C: Gibt es bereits konkrete Pläne, die du nach dieser Serie gerne umsetzen würdest?

R: Nein noch nicht. Ich selbst bin noch tief im Labyrinth.

.

»Leben. Ein Spagat zwischen Privatem und Beruflichem«

.

C: Inzwischen gibst du seit einiger Zeit online kreative Schreibkurse. Vieles kann man auf deiner Webseite nachlesen. Trotzdem möchte ich dich bitten, kurz zu erzählen, wie, wann und wo 🙂 du zu dieser ungewöhnlichen Idee gekommen bist.

R: Als ich meinen Buchladen hatte, war ich schon veröffentlichter Autor und es kam oft vor, dass mich Nachwuchsautoren um Rat fragten. Viele meinten, ich solle doch Schreibkurse geben und mein Wissen teilen. Da ich keine regionale Begrenzung wollte, bot sich das Internet als Plattform für diese Kurse an.

C: Wie ungefähr kann sich jemand Außenstehendes den Ablauf eines solchen Kurses vorstellen?

RZitatRW: Alle meine Kurse haben nur ein Ziel: den Roman des Schreibschülers Wirklichkeit werden zu lassen. Dementsprechend bauen alle Aufgaben aufeinander auf, bis man sein fertiges Romankonzept in Händen hält. Für die jeweiligen Aufgaben hat man 6 Tage Zeit, dann kommt mein Feedback. Wenn beide Seiten zufrieden mit der Lösung sind, geht es weiter, ansonsten arbeiten wir an der aktuellen Aufgabe bis das Ergebnis passt.

C: Wie meisterst du den Spagat zwischen dem Schreiben, Lehren und natürlich dem Privaten aus Familie und Freunden?

R: Das frage ich mich auch manchmal. Es geht aber tatsächlich nur mit viel Arbeit und viel Selbstdisziplin.

C: Hast du einen Lebenstraum, Wunsch oder Ziel, das du noch unbedingt erreichen möchtest?

R: Ich möchte eines meiner Bücher auf der großen Kinoleinwand sehen.

C: Wie gehst du mit negativer Kritik um?

R: Wenn sie sachlich ist, akzeptiere ich sie. Ist sie unsachlich, ärgere ich mich ganz unsachlich.

C: Wenn du eine Romanfigur in ihrer Geschichte besuchen könntest, wen würdest du da begrüßen?

R: Emily aus dem Buch „Emilys wundersame Reise ins Land der Träume“. Dieses Buch habe ich unter dem Namen Jonathan Abendrot veröffentlich. Ich verdanke Emily meine schriftstellerische Karriere und ich würde ihr gern ‚Danke’ sagen.

C: Hast du zurzeit ein(en) Lieblingsbuch(autor)?

R: John Green „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Ein unglaubliches Buch.

C: Was ist das skurrilste oder witzigste, das dir im Zusammenhang mit deinen Büchern oder Lesereisen passiert ist?ZitatRainerWekwerth2

R: Auf der Leipziger Buchmesse 2013 war mein Buch schon am zweiten Messetag ausverkauft. Sonntags hatte ich dann eine Signierstunde zu der nur wenige Leute kamen, weil es keine Bücher mehr gab, die ich hätte signieren können.

C: Möchtest du zum Abschluss noch etwas an deine LeserInnen loswerden?

R: Danke für die Zeit, die ihr meiner Arbeit schenkt.

C: Vielen Dank, für deine spannenden, abwechslunsgreichen und zum Lachen bringenden Antworten 😉 ! und dass du dir die Zeit genommen hast!

R: Danke für die tollen Fragen

RWE

.

.

.

.

.

Alles kommt einmal zum Ende, so auch dieses gelungene Interview, von dem ich hoffe, dass es euch genauso begeistern konnte wie mich!!

Und für alle, die schon sehnlichst auf die Fortsetzung von “Das Labyrinth erwacht” warten: Im Juli ist es schon soweit und zwar mit “Das Labyrinth jagt dich!”

Wer nach diesen Antworten nicht sofort zuschlägt! – Bei dem weiß ich auch nicht weiter… 😉

.

Ihr habt noch nicht genug?! dann findet ihr auf dieser Seite weitere Interviews!

Interview_Banner

.

BibliografischeDaten„Das Labyrinth erwacht“

Preis: 16,99 €

Seitenzahl: 408

Maße: 215.00 mm / 160.00 mm / 46.20 mm

Einbandart: gebunden

Erscheinungstermin: Januar 2013

Microsite: http://www.wekwerth-labyrinth.de

Leseprobe:

Wekwerth_Labyrinth.pdf

Cover-Download:

978-3-401-06788-9.tif

Anna Palm erzählt! Über die Kreativität, ihre Dystopie und das Leben jenseits des Schreibens [Autoreninterview]

BannerInterview2Liebe LeserInnen!

Autorin Anna Palm © Stefanie Brandenburg

Autorin Anna Palm © Stefanie Brandenburg

Gestern erschien meine euphorische Rezension zu Anna Palms “Schmetterling aus Staub”. Heute bin ich ganz stolz, euch das Interview mit dieser facettenreichen Jungautorin präsentieren zu dürfen!

Kurzvita:

Anna Palm wurde 1995 in Aachen geboren und ist Schülerin an einem Gymnasium in Neuss. Nach ihrem humorvollen Debütroman »Ellen, Schutzengel« und der Dystopie »Die Selbstvergessenen« erscheint nun ihr drittes Buch im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag.

Legende:

A: – Anna Palm

C: – Charlousie

C: Liebe Anna. Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst und einige Fragen beantwortest!

.

»… über die Kreativität. Fragen zu deinem Leben als Autorin«

 

C: Du bist noch 18 Jahre jung und hast bereits 3 Bücher veröffentlicht. Da entsteht automatisch die Frage, wie du zum Schreiben gekommen bist und ob du schon immer diesen Wunsch hegtest?

Selbstvergessenen

© Schwarzkopf & Schwarzkopf

A: Also, ich habe mir mit drei Jahren mithilfe eines Buchstabenplakats der Mayersche das Alphabet beigebracht. Ich fand diese „seltsamen Zeichen“ damals einfach wahnsinnig faszinierend. Mit fünf habe ich dann ungefähr angefangen Geschichten zu schreiben, auch recht schnell am Computer. Damals ging mir jeglicher roter Faden abhanden – und ich wollte ihn mir auch nicht einreden lassen ;-). Aber ich wollte schon damals Autorin werden. Ich weiß noch, wie stolz ich war, als ich das erste Mal 40 Din A4 Seiten hatte. Naja, auf jeden Fall habe ich immer still und leise weitergeschrieben, hunderte an Ideen zu Papier gebracht. 2010 habe ich dann den Kurzgeschichtenwettbewerb „Frühlingsflattern“ vom Schwarzkopf & Schwarzkopf gewonnen. Ich hab mich so gefreut – ich hätte einfach nie damit gerechnet. Da ist wirklich ein Traum wahr geworden. Bei diesem Verlag sind dann auch meine drei Bücher „Ellen, Schutzengel“ (2011), „Die Selbstvergessenen“ (2012) und „Schmetterling aus Staub“ (2013) erschienen.

C: Was hat sich seit deinem 1. Buch verändert?

A: Ich denke, ich habe gelernt, besser zu strukturieren. Eine meiner Lektorinnen hat mal gesagt: „Jede Textstelle muss eine Funktion haben.“ Das versuche ich immer kritisch zu untersuchen. Außerdem bemühe ich mich, mich in den Leser hineinzuversetzen und überlege, womit er in einer Geschichte garantiert nicht rechnet. Denn das werden dann immer die großen Überraschungen. Meine Bücher sind wohl mit der Zeit unvorhersehbarer geworden.

C: Hast du schon Pläne für weitere Veröffentlichungen?

A: Auf jeden Fall! Ich habe super viele Ideen und würde am liebsten fünf Bücher gleichzeitig schreiben. Meine Lektorin und ich überlegen im Moment, was die beste Idee ist.

C: Darfst du aus diesen Ideen vielleicht eine Kleinigkeit verraten?

Ellen

© Schwarzkopf & Schwarzkopf

A: Es ist wahrscheinlich, dass es eine realistische Geschichte wird.

C: Wie vereinbarst du als Schülerin Familie, Freunde, Schule, Hobbies und deine Arbeit miteinander?

A: Das funktioniert irgendwie ganz wunderbar. Man muss halt Prioritäten setzen. Wenn ich lernen muss, geht das vor. Wenn einer meiner Freunde mich braucht, kann ich halt grad nicht schreiben. Wenn bald Manuskriptabgabe ist, dann schreibe ich täglich manchmal acht Stunden. Das lässt sich gut ausbalancieren, es hat sich noch nie jemand beschwert. Alles hat seinen Platz, und meine Arbeit ist auch keine Pflicht, sondern macht einfach nur unglaublich viel Spaß. Das heißt, ich schreibe auch mal, nachdem ich lange gelernt habe, einfach, um mich zu entspannen.

C: Wie kommst du auf neue Ideen, woraus ziehst du Inspiration?

A: Die Muse versteckt sich garantiert in Bus und Bahn. Mit Kopfhörern auf, einfach ein paar Gesichtsausdrücke musternd, manchmal ein Wort aufschnappend, das ist als würde jemand in meinem Kopf eine neue Welt auf Papier pinseln. Zum Beispiel hatte ich letztens eine (glaube ich) ganz gute Idee, als ich im Bus „Radioactive“ von „Imagine Dragons“ gehört habe. Man muss aber sagen, das eigene Leben kann auch eine Wundertüte an Inspiration sein, und man kann beim Schreiben so wunderbar verarbeiten. Mit Elementen aus dem eigenen Leben wird es ein kleines bisschen authentischer. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich etwas Krasses geträumt habe, was ich dann verwenden konnte.

ANNA PALM 2012 - Stefanie Heider - 4500 - Highres

Autorin Anna Palm © Stefanie Brandenburg

C: Wie sieht deine Schreibroutine aus?

A: Hmm, morgens koche ich mir eine Tasse Kaffee mit Milchschaum, ist es Abend, dann lieber einen Karamell- oder türkischen Apfeltee. Dann klicke ich meine Youtube Playlist an. Wenn ich noch Ideen sammele, kritzele ich sie in ein riesiges, unordentliches Spinnennetz aus Stichworten und werde dabei ganz ungeduldig, weil ich schon richtig schreiben möchte. Dann fange ich an, und wenn zehn Lieder vorbeigehen, ohne dass ich es bemerke, dann hab ich diese Welt mal wieder kurz verlassen und mich in Buchstaben verloren. Wenn ich noch Zeit habe, suche ich mir anschließend einen Testleser – meistens Mama! 😉

C: Dein Tipp gegen Schreibbblockaden?

© Schwarzkopf & Schwarzkopf

© Schwarzkopf & Schwarzkopf

A: Ohjeee, ich habe nie welche, ich weiß auch nicht wieso. Nicht so viel nachdenken, einfach in die Tasten hauen, Musik hören, die unter die Haut geht. Hilfreich ist es auch immer, vorher ein Exposé und eine Gliederung zu verfassen, dann hat man Orientierungspunkte.

C: Du hast bereits den Autorentraum ausgelebt und realisiert, von dem viele andere Jugendliche noch träumen. Welchen Tipp kannst du diesen Jugendlichen geben?

A: Ein guter Tipp ist, glaube ich, beim Schreiben mehrdimensionale Charaktere zu schaffen. Menschen sind selten nur „gut“, oder nur „böse.“ Ich finde zum Beispiel die Schwächen der „Bösen“ immer wahnsinnig interessant. Außerdem sollte man sich immer bemühen, ein Gleichgewicht aus Handlung, Dialog und Beschreibung zu finden.

lm..

»… über ihre Dystopie. Dein drittes Werk >Schmetterling aus Staub<«

.

C: Die Grundstimmung in Alemania – der Welt in “Schmetterling aus Staub” – ist eine recht düstere, wenn man einmal hinter die Fassade der Harmonier blickt. Glaubst du, unsere Welt könnte sich einmal in eine ähnliche Richtung entwickeln?

A: Ich denke, es wäre möglich, man schaue nur einmal in unsere nähere Vergangenheit. Wir müssen unheimlich gut aufpassen, dass es nicht wieder ein einziger Mensch schaffen wird, Millionen andere zu manipulieren. Das ist doch faszinierend und gruselig, man braucht nur einen einzigen Wahnsinnigen, um unser Wertesystem einmal umzudrehen. Technischer Fortschritt ist gut – aber man sollte immer die Konsequenzen berücksichtigen.

C: Weshalb hast du ausgerechnet die vier Wesenszüge SchmetterlingausstaubZitat

 Macht,

 Ehrgeiz,

 Harmonie und

 Risiko

als die vier fundamentalen Eigenschaften der Menschen gewählt?

A: Ich muss sagen, „Harmonie“ ist mir als erstes eingefallen, wahrscheinlich weil es am meisten auf mich selbst zutrifft. Danach kommt aber auch schon der „Ehrgeiz“, ich habe schon immer das Bedürfnis, irgendetwas Außergewöhnliches zu schaffen. Dann habe ich ein bisschen weiter überlegt und bin bei meinem Bruder angelangt – der hat seine Kindheit auf Baumhäusern verbracht und sammelt Abenteuer. Da war das „Risiko“ geboren. 😉 Schließlich habe ich noch überlegt, wie das Kontrastprogramm zu mir aussieht. Ich selbst bin nicht dominant genug, um „mächtig“ zu sein. Ein bisschen mehr Durchsetzungsvermögen wäre manchmal nicht schlecht. So ist dann die vierte Eigenschaft entstanden.

C: Siehst du diese Eigenschaften in unserer Gesellschaft auch hauptsächlich vertreten?

Autorin Anna Palm © Stefanie Brandenburg

Autorin Anna Palm © Stefanie Brandenburg

A: Harmonie: Da habe ich das Gefühl, dass sie uns in unserer ja doch recht materialistischen und konsumorientierten Gesellschaft manchmal abhanden geht. Deswegen mache ich auch manchmal das iPhone aus und gehe einfach mal im sonnigen Wald spazieren.

Ehrgeiz: Ich glaube, der Ehrgeiz wird erst so richtig im Berufsleben geweckt. In der Schulzeit haben die meisten andere Interessen, allerdings sind natürlich viele junge Leute sportlich sehr ehrgeizig.

Risiko: Das findet man wahrscheinlich gerade bei jungen Leuten sehr häufig, und es gehört ja auch auf jeden Fall zur Jugend dazu, solange es nicht zu waghalsig und exzessiv wird. Im richtigen Maß macht Risiko Spaß, und wer sagt nicht gerne mal mit roten Wangen: „Puh, das war knapp.“?

Macht: Diese Eigenschaft ist meiner Meinung nach zu häufig in unserer Gesellschaft vertreten. Menschen stellen sich zu gerne über andere, statt neben sie.

C: Wie viel aus deinem Leben steckt in “Schmetterling aus Staub”?

A: Wenn man sich bloß die Figuren und Beziehungen anschaut und den futuristischen Zusammenhang außer Acht lässt, kann man schon einige Kontexte erkennen. Ich selbst beispielsweise verhalte mich sicherlich in einigen Situationen, wie Mika es tun würde. Ich kenne Verhältnisse wie das zwischen Mika und Janna, und ich kenne ein wenig zu selbstbewusste Typen wie Aaron.

C: Welche Passage oder Buchfigur hat dir beim Schreiben am meisten Schwierigkeiten/Probleme bereitet?

!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!

(Wenn du das Buch schon kennst, markier‘ das leere Feld, um die Antwort zu lesen!)

A: Am schwierigsten war es wohl, Aleyna sterben zu lassen. Am Anfang habe ich mir das selbst gar nicht zugetraut. Ich kam mir so grausam vor und habe mich wirklich gefragt, ob ich überhaupt das Recht dazu habe. Ob ich jemanden beim Schreiben töten dürfte. Nun ja, Aleynas Tod ist glaube ich elementar für die Geschichte, weil er Caesars Grausamkeit einmal genau offenlegt und die vier Protagonisten verbündet. Trotzdem… :-/

C: Was ist dein Lieblingsmoment im Buch oder was ist dir deiner Meinung nach am Besten gelungen?

A: Ich glaube, die Szene, wo Mika und Janna Aleyna etwas opfern wollen, ist gut geworden. Die beiden Mädchen, die sich vorher gehasst haben, werden vereint. Mikas roter Zopf, ihre Haare, die so viel von ihr ausmachen und hinter denen sie sich immer verstecken konnte, haben genauso viel Wert wie Jannas Träne, die Träne eines Mädchen, was eigentlich niemals weint.

C: In “Schmetterling aus Staub” werden deine LeserInnen mit vielfältigen, aber auch gegensätzlichen Figuren konfrontiert. Hast du einen Charakter, den du favorisierst?

A: Ich liebe Mika, ich liebe Janna, ich liebe sie beide, auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich liebe Mika, weil sie gutherzig, naiv und selbstlos ist, weil sie es nicht schafft, ein Kaninchen zu essen, auch wenn sie Hunger leidet, und weil sie lernt zu verstehen, was es bedeutet, mutig zu sein.

Autorin Anna Palm © Stefanie Brandenburg

Autorin Anna Palm © Stefanie Brandenburg

Und ich liebe Janna, nun gut, es ist wahrscheinlich eine Hassliebe. Viele Dinge, die sie tut, sind entsetzlich falsch, aber ich finde sie ist ein faszinierender Charakter. Ich liebe sie, weil sie schamlos, spontan und bissig ist, weil sie keine Angst vor obszönen Worten hat, weil sie von Aleyna lernt, was es bedeutet jemandem zu vertrauen, weil sie zuletzt mit ihrem Vater abschließt, der sie zu dem gemacht hat, was sie ist.

Das bedeutet auf keinen Fall, dass ich die anderen und gerade Aaron und Finn nicht liebe, aber ich glaube, Mika und Janna sind mir am besten gelungen und kontrastieren sich gegenseitig.

C: Was hoffst du, kommt von “Schmetterling aus Staub” bei deinen LeserInnen an?

A: Erstens, dass man einen Menschen nicht mit einem Merkmal benennen (hahaha, Herder, Sprachursprung, sorry, Deutschabi) und diese Schublade für immer verschließen kann. Ein Mensch ist ganz viel auf einmal und man sollte ihm die Chance geben, so sein zu dürfen, wie er möchte. Heute harmonisch, morgen riskant. Und sicherlich gibt es noch viele andere Eigenschaften. Zweitens, dass gerade Menschen, die sich deutlich voneinander unterscheiden, faszinierend ergänzen können. Zwei unterschiedliche Menschen können einiges schaffen. Und ja, vielleicht verträgt man sich nicht immer. Aber jeder verdient Respekt.

.

»… aus dem Leben. Anna Palm jenseits des Schreibens«

.

.C: Was hat sich seit deinen drei Veröffentlichungen in deinem Leben (Familie, Freunde, Schule) verändert?

A: In den Grundzügen ist es gleich, und das ist gut so. Meine Familie und meine Freunde unterstützen mich in jeder Hinsicht und freuen sich mit mir – das ist supersüß. Einige aus meiner Schule erkundigen sich nach meinen Büchern, geben mir Rückmeldungen dazu, bitten um eine Signierung. Letztens wollte die kleine Schwester von einem Kumpel auf seiner Party ein Foto mit mir machen, das war echt total niedlich.

zitatPalmC: Hat jemand komisch oder bemerkenswert reagiert?

A: Ich finde es ziemlich bemerkenswert, wieviele Jungen mir mit leuchtenden Augen erklären, dass sie ziemlich preisgünstig mein persönlicher Manager werden können, sie wollen nur 86 % oder so, da muss man wirklich zuschlagen. 😉

C: Gibt es einen Berufswunsch, den du neben dem Schreiben hättest oder anstrebst?

A: Ich möchte Journalistin werden. Mein Studium hätte ich am liebsten an der TU Dortmund, drückt mir die Daumen!

C: Hast du noch Hobbies neben dem Schreiben?

A: Klar, ich gehe ins Fitnessstudio, verreise gern, schwimme, höre Musik, analysiere Menschen, spiele Klavier, schauspielere manchmal…

C: Wenn du die Möglichkeit hättest in ein Buch zu schlüpfen, welches wäre das und warum?

A: Kreative Frage! Das ist sooo schwer. In „Rubinrot“ von Kerstin Gier vielleicht, mit durch die Zeit reisen (und das in so tollen Kleidern!) wäre wirklich gigantisch.

C: Hast du ein Lieblingsbuch und Lieblingsautor?

A: Eindeutig „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins!

C: Gibt es eine Anekdote über etwas Witziges/Außergewöhnliches, das dir beim Recherchieren/Schreiben oder während deiner Lesungen passiert ist?

A: Oh, nach einer Lesung hat mich ein elfjähriger Junge um meine E-Mail-Adresse gebeten und später vollkommen seriös nach Tipps für einen guten Liebesroman gefragt. Er wolle nämlich demnächst einen verfassen und habe schon erste Ideen. ZitatAnnaPalm

C: Vervollständige bitte die folgenden zwei Sätze:

Ich bin Schriftstellerin, weil…

A: … ich das Glück habe, dass ich Erfolg mit dem habe, was ich schon immer so sehr liebe.

C: „… muss man gelesen haben, weil…“

A: „City of Bones“ von Cassandra Clare muss man gelesen haben, weil es niemanden gibt, der so viele bekannte fantastische Elementeauf einer noch nie da gewesenen Ebene verschränkt, und weil Jace Wayland einer der lustigsten Buchmachos überhaupt ist.

C: Möchtest du deinen Fans oder BuchliebhaberInnen noch etwas mit auf den Weg geben?

A: Ein ganz dickes Dankeschön an alle, die hinter mir stehen, an mich glauben oder sich in meinen Büchern wiederfinden. Ihr seid die Besten!

-x-

C: Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute und drücke die Daumen, dass du deinen Wunschstudienplatz ergattern kannst!

BannerInterview2

Damit geht dieses wunderschöne Interview zu Ende und ich hoffe, dass ich euch ein bisschen neugierig auf die Geschichte in „Schmetterling aus Staub“ machen konnte und ihr beim Lesen des Interviews vielleicht genauso schmunzeln musstet wie ich.

Ich empfehle euch außerdem, mal auf der  Verlagswebseite vorbei zu schauen! -Dort gibt es tolle Infos rund um Anna Palms Romane. Unter den Stichworten „TV TOTAL“ und „ANNA PALM“ gibt es außerdem ein schönes Video, das man sich mal anschauen sollte! 🙂 Bis zum nächsten Interview,

Charlousie

.

Bibliografische Daten zu „Schmetterling aus Staub“:

Anna Palm
SCHMETTERLING AUS STAUB
Fantasy-Roman
344 Seiten | Hardcover
ISBN 978-3-86265-251-8
Originalausgabe | 14,95 EUR (D)
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Berlin 2013

„Dark Destiny“-Blogtour: Splitterinterview mit Jennifer Benkau

BlogtourAuf der Leipziger Buchmesse haben die beiden Köpfe hinter Storytime Dark-Dilogieein Live-Interview mit Jennifer Benkau geführt. Die Fragen kamen von uns und von euch Lesern. Auf jedem Blog findet ihr einen Teil bzw. vielmehr “Splitter” des Interviews, das in seinen Fragen und Antworten sehr vielfältig ist. Vergesst auch nicht, dass ihr noch bis zum 14.04.13 an unserem Gewinnspiel teilnehmen könnt. Informationen dazu erhaltet ihr >>hier<<.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Abgrenzungen

»Beginnen wir mit Fragen zu deiner Dilogie«

»Wie entwickelst du deine Geschichten im Allgemeinen? Machst du dir einen genauen Plan? Wie viel entsteht spontan beim Schreiben?«

Also tatsächlich ist es so, dass der Verlag vorher den Ablauf der Geschichte ziemlich genau wissen möchte. Also plane ich jetzt, da ich einen Verlag habe, schon sehr ausführlich. Eigentlich schreibe ich aber lieber ins Blaue hinein, und hoffe darauf, dass sich irgendwann alle Handlungsstränge verbinden werden. Oft merke ich beim Schreiben auch, dass der Plan vorher zwar nett war, dass ich jetzt aber bessere Ideen habe. Und dann ist es manchmal wirklich so, trotz Plan, dass ich keine Ahnung habe, was auf der nächsten Seite passieren wird. Da macht das Schreiben am meisten Spaß.

»War das im Fall von Dark Canopy auch so, dass du einfach ins Blaue geschrieben hast?«

Ja, ja! Dark Canopy habe ich komplett ohne Plot angefangen, da war gar nichts. Ich hab 150 Seiten geschrieben und wusste noch überhaupt nicht, worauf es hinauslaufen wird. Erst danach kristallisierte sich so langsam heraus, in welche Richtung ich es gehen lassen will.

»Woher kam die Idee?«

Das ist ganz schwer zu sagen … zum einen ist es der Titel gewesen. Ich habe irgendwann einmal das Wort Canopy gehört, was mich aufgrund seiner zwei Bedeutungen sehr fasziniert hat. Zum einen heißt es nämlich ganz poetisch das Firmament, das Himmelszelt, zum anderen heißt es dann aber auch Ab-deck-haube. Und da hab ich mir gedacht: „Oh, daraus musst du unbedingt etwas machen! Das gehört dir!“

Und dann kamen noch so ein paar kleine Inspirationen dazu, wie beispielsweise eine verrostete Cola-Dose im Regen. Daraus entwickelte sich dann eine Welt, die zwar auf unserer basiert, aber eben nicht mehr gepflegt ist; die einfach so vor sich hinrottet.

»Inwiefern unterscheidet sich Dark Canopy/Destiny von deinen bisherigen Werken? «

Leser haben mir schon oft gesagt: „Oh, jetzt schreibst du ja etwas ganz anderes als sonst!“ Aber ich sehe da eigentlich keinen großen Unterschied, ob ein Werk in der Vergangenheit, Gegenwart oder der Zukunft spielt. Eigentlich schreibe ich bis jetzt FANTASY, romantische Fantastik/fantastische Romantik. Und ob das jetzt gestern, heute oder morgen spielt, das ist für mich kein großer Unterschied.

»Wie konnten sich die Percents auflehnen, wenn sie doch von Menschen erschaffen wurden?«

Die Percents verfügen über menschliche Intelligenz. Sie stellten nach und nach fest, dass sie von den Menschen nur ausgenutzt wurden. Das klassische Motiv für eine Rebellion. Wie genau es ihnen gelungen ist, sich mit anderen Percent, die für unterschiedliche Länder kämpfen mussten, zu verbinden, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, nachdem ja jegliche überregionale Kommunikation vernichtet wurde. Vielleicht fanden und organisierten sie sich ja übers Internet ;-).

Fakt ist: Während die Menschen sich im Krieg bekämpften, nutzten die Percents das allgemeine Chaos und den Terror, den ein Krieg mit sich bringt, um sich freizukämpfen.

Ausblick auf “Dark Destiny”:

Kannst du schon eine Kleinigkeit von Néel verraten, die uns in “Dark Destiny” erwarten wird, aber aus “Dark Canopy” noch nicht bekannt ist?«

Hmm. Wer sehr genau liest, wird von Graves einen Hinweis auf Neéls Mutter erhalten.

»Nun ein paar Fragen zu Dir«

»Was sind deine Hobbys? Was Ausgefallenes dabei, was Gefährliches, was Exotisches?«

Meine Hobbys sind total langweilig. Wir haben zwei Hunde, mein Mann hat einen und ich habe einen und das ist schon unser größte Hobby. Hin und wieder gehen wir auch ganz gerne einmal in den Klettergarten.

»Welches ist dein liebstes Reiseziel?«

Ich muss sagen, ich bin noch nicht so viel rumgekommen. Wir fahren relativ oft nach Holland, weil es sich anbietet als Familie und weil es nicht so weit von uns Zuhause weg ist. Aber ich mit 10 Jahren einmal in Schottland und dort hat es mir so gut gefallen, dass das unbedingt irgendwann noch einmal sein muss.

»Buch oder e-Book?«

Beides. Es gibt natürlich so tolle Cover, die möchte man Zuhause im Regal stehen haben, aber ich liebe meinen e-Reader über alles. Bevor ich mir ein Taschenbuch kaufe, kaufe ich mir meist doch lieber ein e-Book.

»Wie stehst du zu Buchverfilmungen?«

Buchverfilmungen finde ich super! Würde ich auch nichts dagegen haben, wenn eines meiner Bücher verfilmt werden würde.

»Was sind deine Wünsche für die Zukunft?«

Viele Bücher zu verkaufen!

Und das Übliche, wie dass die Familie gesund bleibt und solche Dinge.

»Vielen Dank, dass du dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast!«

Abgrenzungen

darkdilogie

Du bist jetzt neugierig auf die Bücher geworden?

Dann versuche entweder dein Glück bei unserem Gewinnspiel oder schau beim Scrip5-Verlag vorbei!

– Nicht neugierig genug? Vielleicht können dir meine Rezensionen eine Hilfe sein:

Morgen erwartet euch noch ein toller Outtake aus „Dark Destiny“, bevor die Blogtour dann ein Ende findet… Ich hoffe, wir konnten euch entweder für die Dilogie begeistern oder eurer Sucht nach dieser Geschichte (mir ergeht es da bspw. so) ein wenig vertiefen und mit Hintergründen nähren! 😉

Bis morgen, Charlousie

 

Hier sind noch einmal die einzelnen Stationen der Blogtour im Überblick!

01.04., Sonne: Back down to earth – Hintergrundinformationen über den 3. Weltkrieg
02.04., Charlousie: LeseLust & LeseLiebe – Hintergrundinformationen zu den Percents & Neél
03.04., Sarah: Sarahs Welt der Bücher – Hintergrundinformationen zu den Rebellen
04.04., Lurchi: Leselurchs Bücherhöhle – Charakterinterviews
05.04., Izzy & Lucy: Storytime – Mini-Lesung
06.04., alle – einen Teil des Interviews mit Jennifer Benkau
07.04., alle – Outtake von „Dark Destiny“

Tag 2 der “Dark Destiny”-Blogtour mit Jennifer Benkau: Die Percents & Neél

Blogtour

»ich bin nicht stark.

ich habe das aufgeben nie gelernt.«

S. 15, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

 Ich habe die ruhmvolle Ehre, den 2. Tag der Blogtour zu gestalten. Dafür habe ich “Dark Canopy” und “Dark Destiny” als Vorbild für eine kleine, kreative Szene genommen. Vieles entspringt meiner künstlerischen Freiheit, doch die meisten Aussagen stammen von den Antworten, die ich Jennifer Benkau zu den Percents und Neél fragte. Wenn ich den genauen Wortlaut der Autorin übernommen habe, dann sinnigerweise nur in den Antworten. Doch was von wem ist? – Ist eigentlich unwichtig, 😛 weil es auf den Inhalt ankommt, den ihr nun rund um die Welt aus der “Dark”-Dilogie erfahren könnt.

Weitere Informationen zur Tour und rund ums Gewinnspiel gibt es am Ende des Artikels. Ich wünsche euch nun ein spannendes Abtauchen in die Welt der Percents!vorhangauf

»vor langer zeit kämpften wir um unsere freiheit. und nachdem wir sie gewannen, vergaßen wir sie.« S. 71, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

 

Ich bin ein Soldat. Ein Percent.

Ich kenne keine Angst. Ich muss die meinen beschützen. Ich muss stark sein. Kämpfen. Kriegen. Morden.

Auf meinen Hauptmann hören. Die Truppe schützen.

Ich kenne keine Angst.

Kämpfen. Verteidigen. Töten.

Ich kenne keine Angst.

Trainieren. Beherrschen. Reagieren.

Ich kenne keine Angst. Und doch verspüre ich sie.

Mein Hauptmann ist unfähig. Nein, er ist ein mitleidiger Soldat. Genau genommen verdient er die Bezeichnung Soldat nicht einmal. Aber Hauptmann? Das ist der Hohn.

Er trainiert uns nicht richtig. Er trainiert uns gar nicht. Er führt uns in den Tod.

Soldaten… Die Welt scheint sich aufzulösen. Damals haben wir für die Freiheit gekämpft und gesiegt. Damals liegt wie in einer unerreichbaren Welt begraben. Ich möchte das gerne begreifen. Ich möchte mein Schicksal verstehen.

P e r c e n t … was bedeutet das? Abgesehen von den physischen Merkmalen unserer olfaktorischen Haut und unserer Lichtempfindlichen Augen; worin unterscheiden wir uns von den kleinen und bedeutungslosen Menschen? Unserer Stärke. Unserer Überlegenheit. Wir sind Percents. Soldaten. Krieger. Gewinner.

»Die Gefahr, wenn man Fragen stellt, besteht darin, dass man Antworten bekommt, die man nicht hören will.«

S. 457, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

Ich möchte Antworten auf meine Fragen. Verstehen. Nur verstehen. Sie haben da diese Wissenschaftlerin bei den Rebellen gefangen genommen. Sie hat damals mitgeforscht, sagen sie. Sie war dabei, als sie uns “kreierten”, behaupten sie. Wenn ich Glück habe, kann sie mir mehr über uns erzählen. Doch nicht nur über uns. Auch über Neél. Vor allen Dingen über Neél. Neél, der sich für etwas Besseres hält.

Die Wissenschaftlerin kann mich kaum wahrnehmen, schließlich ist der Raum stockfinster. Sie ist alt. Solch eine runzlige und von Falten durchzogene Haut habe ich noch nie gesehen.

Ich lasse mich auf einen Stuhl gleiten und schrecke sie durch meinen schnell bewegenden Schemen auf. Ihr Blick erhebt sich und ich kann erkennen, wie stumpf und glanzlos er ist.

Darum beginne ich mit einer leichten Frage: “Dein Name ist Neiraj Unnkefeb, ist das richtig?”

Ihre Stimmte zittert nur ganz leicht, als sie das eine Wort herauspresst: “Ja”.

Das wird ein leichtes Spiel. Ihre Angst hängt so schwerfällig und dick im Raum, dass ich sie in Scheiben schneiden könnte. Ich fixiere die Wissenschaftlerin mit meinen Augen. Sie kann es nicht sehen, doch sie scheint es zu spüren.

Weshalb der Name P e r c e n t? Was soll er bedeuten?

Ihr heißt so, weil ihr zu Anfang der 100er-Chargen hergestellt wurdet. Ein einzelner von euch war also einer von Hundert, ein Prozent. Eine schlichte Bedeutung. Niemand hat damit gerechnet, dass ihr euch derart menschlich und gleichzeitig “unmenschlich” entwickeln würdet…”

Dass sie es überhaupt wagt, uns als annähernd menschlich zu bezeichen. Ich muss mich beherrschen und Ruhe bewahren, während ich die nächste Frage stelle.

Verrate mir, wie genau unterscheiden sich unsere Gene von den euren?”

Darauf kann ich keine Antwort geben.” Als mir ein tiefes Grollen entweicht, spricht sie hastig weiter.

Beim endgültigen Durchbruch bin ich nicht dabei gewesen. Ich half lediglich beim Klonen von Tieren. Wir begannen mit Schafen, Hunden und Pferden. Dann gelang der erste Menschenklon. Die genaue Zusammensetzung ist mir nicht bekannt. Doch als ich das Forscherteam verließ, begannen sie mit den Experimenten, Menschenklone mit Tiergenen zu kreuzen. So muss eure Nachtsicht und die olfaktorische Haut, die man bei Amphibien findet, entstanden sein.”

Du weißt genauso gut wie ich, dass unser Genmaterial begrenzt ist. Unsere bisherigen Versuche, das ursprüngliche Genmaterial, mit dem wir” – das nächste Wort widert mich an – “kreiert wurden zu rekonstruieren sind gescheitert. Wenn dir dein Leben lieb ist, solltest du dir vielleicht überlegen, wie man das Problem lösen kann!”

Sie wird blass und reißt die Augen auf. Genugtuung erfüllt mich.

Ich weiß es nicht. Ich wusste nicht einmal, dass eure Versuche fehlschlugen. Ich wusste nicht, dass das möglich ist. Das, das, das heißt doch, dass ihr aus…”

Ich WEISS, was das heißt”, fahre ich ihr ruppig über den Mund.

Ich bin enttäuscht. Ich würde nachhaken, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass sie tatsächlich unwissend ist. Schließlich geht es um unseren Fortbestand. Doch das Gestammel und ihre größer werdende Angst haben mich überzeugt.

Die nächste Frage stelle ich ungerne, weil ich durch laut aussprechen muss, dass wir das Ergebnis von diesen Nichtsnutzen sind. “Zu welchem Zweck habt ihr uns erschaffen”?

Ihr basiert auf unseren wissenschaftlichen Experimenten. Die unterschiedlichen Regierungen zeigten Interesse an euch, da ihr euch ideal als Soldaten geeignet habt. Ganz ohne … MENSCHENrechte…”. Ich balle die Fäuste und löse sie sogleich wieder.

Sie kann mir weniger verraten, als ich hoffte. Doch vielleicht kann sie mir erklären, was an Neél anders ist. “Besser”.

»Neél schüttelte den Kopf und mich beschlich das Gefühl, dass er mich bemitleidete. Für meine Hoffnung vielleicht oder weil ich nicht einsehen wollte, dass wir verloren hatten.« S. 25, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

Es gibt da einen Percent. Sein Name ist Neél”, nur widerwillig spucke ich seinen Namen aus. “Er ist einer menschlichen Leihmutter eingepflanzt worden und auf “natürlichem Wege” geboren worden. Sag mir, warum ihn das anders macht. Weshalb verändert ihn das so?”

Obgleich ich ihn nicht persönlich kenne, gibt es dafür eine einfach und allgemeingültige Erklärung: Genetisch entspricht Neél sicherlich allen anderen Percents. Seine Gene verändern sich nicht, weil er als Embryo in eine Gebärmutter eingepflanzt wurde, statt in einen Tank. Seine Veränderungen betreffen mutmaßlich allein die emotionale Ebene: Besagter Percent bekam im Leihmutterleib die Anreize und Empfindungen, die euch normalen Percents verwehrt bleiben. Wir Menschen wussten schon damals, wie wichtig für Ungeborene die Ansprache der Eltern ist: Sie erkennen unmittelbar nach der Geburt ihre Mutter am Geruch und Bekannte anhand der Stimme wieder und haben allein durch die Reize, die ein normales Leben mit sich bringt, viel gelernt. Es ist für uns Menschen ganz selbstverständlich, dass sich ein natürlich im Mutterleib gewachsenes Kind anders entwickelt als es eines tut, das abgeschottet von jeglichen natürlichen Reizen, Ansprache und körperliche Nähe heranwächst”

Ihre Antwort befriedigt mich nicht. “Aber WAS genau unterscheidet ihn nun von mir?!”

Er kann Lieben und Nähe empfinden, denn das lernt man durch die Bindung zur Mutter und die Reize bereits vor der Geburt. Künstliche Percents”, sie stockt kurz. Meine Haut kribbelt von ihrer Angst. “haben da massive Defizite.”

Wenn du von Liebe und dergleichen sprichst, heißt das, dass Neél in irgendeiner Weise von seiner Mutter beeinflusst wird?” Ich frage dies mit Ironie.

Oh ja. Er war hautnah mit ihr verbunden. Natürlich besteht da nach wie vor ein Band, das er spürt. Viele Menschen glaubten schon immer an die grenzenlose Macht der Liebe, die nicht zu unterschätzen ist. An deiner Reaktion erkenne ich, dass dir das fremd ist. Du hältst die Bindung jenes Percents zu seiner Mutter für einen Witz.”

Natürlich tue ich das. Aber ich behalte es für mich. Ein Schweigen entsteht, das sie dazu veranlasst, eine zögerliche und vorsichtige Frage zu formulieren:

Ich habe mich schon immer gefragt, wie ihr Percents aufwachst. Ihr seid Soldaten. Eine behütete Kindheit. Kennt ihr das? ”

Ich weiß nicht, was sie mit einer behüteten Kindheit meint.

Nun. Alle Percents werden nach ihrer Geburt oder sobald sie im Tank fertig gereift sind, um ihn zu verlassen, im Krankenhaus von Kinderpflegerinnen versorgt bis sie etwa vier bis fünf Jahre alt sind. Dann werden sie an ihre Mentoren aufgeteilt, wo sie aufwachsen und ausgebildet werden.“

Interessant“, höre ich sie murmeln.

»Ob er in der Triade finden würde, wonach er suchte?« 

S. 75, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

Wer regiert?“, möchte sie wissen.

Ich bin neugierig, ob sie auf etwas bestimmtes hinauswill. Deswegen und nur deswegen antworte ich ihr noch einmal:

In unserer Stadt und ganz Großbritannien regiert eine Triade; ein Zusammenschluss von drei mächtigen Percents. Alle drei Jahre wird einer dieser drei gegen einen neuen Mann ausgetauscht. Die Wahl trifft die Triade dabei allein.“

Ihre Knochen müssen müde sein und schmerzen. Dennoch glimmt ein Lebensfunke in ihrem Gesicht auf, als sie die Möglichkeit hat, mehr über uns zu erfahren.

Eure Hierarchie ist doch so geregelt, dass ihr durch das Chivvy euren Rang in der Gesellschaft erstreitet. Gibt es danach noch Aufstiegs- oder Abstiegsmöglichkeiten für euch?“

Allerdings. Ich werde alles an Neél Degradierung setzen.

Laut sage ich: „Die gibt es, natürlich. Wer sich bewährt, steigt auf. Wer seine Arbeit schlecht macht, steigt ab. Das Chivvy schafft eine erste Hierarchie, die danach aber beweglich ist. Für jemanden, der im Chivvy versagt hat, ist es allerdings enorm schwer bis unmöglich, sich sehr weit hochzuarbeiten. Wie überall im Leben: Nach oben zu kommen ist schwierig, nach unten dagegen geht es leichter, da reicht unter anderem ein falscher Schritt.“

Wie…“, hebt sie an, aber ich schneide ihr das Wort ab.

Genug.“ Ich muss es wie ein Donnerschlagen ausgesprochen haben, denn sie zuckt zusammen. Wortlos verlasse ich den Raum. Ich weiß genug. Und auch wieder nicht. Neél auszuschalten, bin ich keinen einzigen Schritt weitergekommen.

Doch ich bin ein Percent. Skrupellos und stets kampfbereit. Mein ganzes Leben lang zum Kampf ausgebildet.

»Freiheit bedeutete nichts mehr. Die Freiheit war im Krieg gefallen.«

 S. 76, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5Vorhang

Ich hoffe, ihr habt ein paar lesenswerte Neuigkeiten rund um Neél und die Percents erfahren!

(Feedback immer gerne!) Irgendwo im Text versteckte sich ein roter Buchstabe. Du hast ihn gefunden? Dann notier‘ ihn schnell für das Gewinnspiel! Denn es gibt “Dark Destiny” gleich 2x zu gewinnen! Der 1. Platz erhält ein signiertes und der 2. ein unsigniertes Exemplar. Das Lösungswort könnt ihr am Ende der Tour bis zum 14.04.13 an storytimeblog[at]gmx[Punkt]de senden.

Morgen stoppt die Blogtour bei Sarahs Welt der Bücher. Seid dabei, wenn Hintergründe zu den Rebellenclans offenbart werden.

Auf bald, Charlousie

Mein Dank gilt der Autorin Jennifer Benkau und dem Script5-Verlag, die uns bei der Blogtour tatkräftig unterstützten und ohne die sie nicht möglich gewesen wäre!!

»Da waren nur Monster. Auf jedem Stuhl, an jedem Tisch, vor jedem Krug und jedem Glas.

Und ich?«

S. 297, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

Ein paar Fragen an Christine Lehmann [Autoreninterview]

Christine Lehmann lässt seit 2009 mit ihren vielseitigen Jugendbüchern Herzen höher schlagen, in denen die Liebe scheinbar alle Grenzen überwindet und jedweden Hürden trotzt. Voller Stolz darf ich euch heute ein Interview mit der Frau präsentieren, die hinter diesen fabulösen Geschichten steckt und deren Bücher ich im Dezember zu meinen TOP’s kürte! Ich hatte die Ehre der Autorin ein paar Fragen über ihre Arbeit, ihr Selbstverständnis als Schriftstellerin und über ihre Jugendbücher zu stellen.

© Christine Lehmann (FB)

© Christine Lehmann (FB)

Ein paar biografische Daten zur Autorin!

Christine Lehmann, geboren 1958 in Genf, lebt seit 1962 in Stuttgart, schreibt Krimis, Romane und Jugendromane und arbeitet als Nachrichtenredakteurin beim SWR. Hat einen zweiten Wohnsitz in Wangen im Allgäu. Lehmann veröffentlicht seit Mitte der 90er Jahre Krimis mit der Kult-Serien-Figur Lisa Nerz, die in immer wieder anderen gut recherchierten Milieus Morde aufklärt und seit 2011 auch bloggt und eine eigene Facebookseite hat. Um die Jahrtausendwende kamen Liebeskomödien dazu – Der Bernsteinfischer wurde 2005 mit Heiner Lauterbach und Sonsee Neu in den Hauptrollen für die ARD verfilmt -, dann Liebesromane für jugendliche Mädchen. Außerdem verfasst Lehmann Kimi-Hörspiele für den SWR im Rahmen der Reihe ARD-Radio-Tatort.  Text von © Christine Lehmann

Legende_

.

.

 

C: Beginnen wir mit Fragen zu Ihrem Berufsfeld:

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

L: Wahrscheinlich, weil ich gern gelesen habe. Irgendwann gab es nicht mehr die Bücher, die ich gerne gelesen hätte. So habe ich angefangen, mir meine Geschichten zu schreiben.

C: Was ist für Sie beim Schreiben das Wichtigste?

L: Die Neugierde auf die neue Welt, die entsteht, die vorher nicht da war, nun aber nicht mehr wegzudenken ist.

C: Wie lange haben Sie insgesamt an einem Roman wie „Der Ruf des Kolibris“, „Die Rose von Arabien“ und „Eukalyptusmond“ gearbeitet? (Recherche, Schreibprozess, Lektorat, etc.)

L: ungefähr ein Jahr

C: Wie viele Wörter schreiben Sie ungefähr an einem Tag?

L : keine Ahnung. Zwischen 8 und 12 Seiten.

C: Haben Sie einen Tipp für angehende AutorInnen oder diejenigen, die es werden wollen?

L: Üben. Nicht glauben, dass das erste Buch schon druckreif ist. Schreiben kann man zwar, aber Geschichten erzählen muss man genauso üben wie ein Pianist übt, bis er Konzerte geben kann: Ungefähr zehn Jahre lang. Und dann muss man eine sehr hohe Frustrationstoleranz haben. Denn die ersten Romane werden abgelehnt. Nur wer trotzdem immer wieder neu anfängt, wird auch eine Schriftstellerin oder ein Schrifsteller.

C: Wovon lassen Sie sich inspirieren, woher nehmen Sie Ideen für neuen Buchstoff?

L: Oft sind es Verlage, die eine Buchidee vorschlagen. Aber die Ideen, wie es erzählt wird, muss ich selber haben. Da hilft Lebenserfahrung enorm. Wie die Ideen kommen, kann ich nicht sagen. Oft unverhofft. Ich brauche einen Zustand entspannter Konzentration.

C: Sie schreiben inzwischen seit mehr als einem Jahrzehnt. Hat sich seitdem für Sie etwas in der Buch/Verlagsbranche oder in Ihrer Arbeit geändert?

L: Am Anfang will man nur einen Verlag. Hat man den, wünscht man sich Leser/innen. Später wünscht man sich Käufer/innen. Am Anfang war ich nicht so frei in dem, was ich mache, wie jetzt. Ich habe ein Buch pro Jahr geschrieben, und das war mir zu wenig. Jetzt wird es mir mit zwei (oder drei) Büchern manchmal zuviel.

C: Nun möchte ich näher auf Ihre drei Jugendbücher („Der Ruf des Kolibris“, „Die Rose von Arabien“,

„Eukalyptusmond“) eingehen:

Gibt es eine der drei Protagonistinnen aus den gerade genannten Romanen, die Ihnen am meisten am Herzen liegt oder von der Sie meinen, dass Sie Ihnen am ähnlichsten ist?

L: Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Ähnlich ist mir keine, wenngleich alle auch etwas von mir haben. Am liebsten mag ich Lena aus „Eukalyptusmond“, weil sie kämpfen muss, bis sie weiß, wer sie ist und was sie will.

C: In Ihren Jugendromanen entdecken die Heldinnen fremde Kulturen und überwinden für die Liebe jegliche kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Barriere. Sie kommen mit einer Liebe zusammen, die eigentlich unmöglich ist und nicht sein darf. Glauben Sie, dass so etwas auch im richtigen Leben möglich ist und dann eine Zukunft besitzt?

L: Nein, ehrlich gesagt nicht, oder eben nur ganz selten. Man muss sehr viel Einfühlungsvermögen, Respekt und Verständnis haben und den anderen mitsamt seiner Kultur immer so sein lassen, wie er ist. Und das fällt uns ja schon in einer Beziehung innerhalb des eigenen Kulturkreises schwer. Aber ich schreibe das, weil ich für Neugierde, Offenheit und Toleranz werben möchte.

C: Welcher der drei Romane stellte für Sie beim Recherchieren und oder Schreiben die größte Herausforderung dar und warum?

Eukalyptus_1L: „Die Rose von Arabien.“ Der Islam ist halt auch mir sehr fremd, und verlässliche Informationen gibt es nicht. Über die Herrscherhäuser in Dubai ist auch nur wenig herauszubekommen.

C: Gibt es schon Pläne für ein weiteres Jugendbuch bei Thienemann/Planet-Girl?

L: Es wird wieder eines geben. Aber wir haben noch nicht angefangen zu planen.

C: Hatten Sie bei der Gestaltung der Romane ein Mitspracherecht, sind Sie mit dem Resultat zufrieden?

L: Umgekehrt, ich gestalte, der Verlag hat Mitspracherecht. Schreiben kann es nämlich nur ich. Da kann mir keiner reinreden. Tut auch keiner. Aber selbstverständlich gibt es ein Lektorat, und wenn die Lektorin findet, dass etwas zu lang geraten ist oder nicht einleuchtet, dann bin ich dankbar und denke noch einmal darüber nach. Beim Cover ist es wiederum so, dass der Verlag die Gestaltung übernimmt. Ich kann aber nein sagen, wenn mir etwas gar nicht gefällt.TOPS

C: Mir sind Namen in Romanen immer sehr wichtig. Ich habe schon öfters gelesen, dass man als AutorIn manchmal die Namen seiner Figuren ändern muss, weil bspw. gerade ein Roman mit genau diesen Namen publiziert wurde oder der Verlag diese Namen als unansprechend empfindet. Ist Ihnen das auch schon passiert?

L: Nein, ist mir noch nicht passiert. Aber die richtigen Namen zu finden, ist tatsächlich nicht immer so einfach. Und manchmal ändere ich einen dann mitten im Roman, weil ich auf einen gestoßen bin, der mir besser gefällt.

C: Zu guter Letzt noch ein paar allgemeinere Fragen:

In welchem Genre sind Sie selbst lesetechnisch unterwegs?

L: Ich lese gerne Bücher auf Spanisch, Krimis aus professionellen Gründen, um zu wissen, was die Kollegen machen, und zur Erholung und zum Vergnügen, wenn ich dazu komme, beispielsweise Christa Wolf oder Arno Schmidt, also Literatur. Die ist so schön gemächlich.

C: Vervollständigen Sie bitte die folgenden zwei Sätze:

Ich bin Schriftstellerin, weil…

L: .”..weil ich manchmal wütend bin und es mir Spaß macht zu schreiben.“

C: „… muss man gelesen haben, weil…“

L: “…Nichts muss man gelesen haben, weil man überhaupt nichts muss. Nicht einmal lesen.“

C: Gibt es eine Anekdote über etwas Witziges/Außergewöhnliches, das Ihnen beim Recherchieren/Schreiben passiert ist?

L: Eigentlich sind es die Kleinigkeiten, die Leute, die man trifft, die Orte, an denen man zufällig zum richtigen Zeitpunkt ist, die Informationen, die sich einem anbieten, wenn man nicht damit gerechnet hat, die ich genieße.

C: Gibt es etwas, das Sie Ihren LeserInnen noch mitgeben möchten oder ein Wort zum Abschluss?

L: Nein, mitgeben möchte ich nichts. Ich mache nur Angebote.

C: Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für meine Fragen genommen haben!!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Für alle, die Christine Lehmanns Werke noch nicht kennen, in meinen Rezensionen könnt ihr einen kleinen Eindruck gewinnen:

Auf Facebook ist die Autorin auch zu finden!

Ein kleiner Tipp: Bis zum 16.01.13 könnt ihr euch auf Buchbotschafter für ein kostenloses Rezensionsexemplar von “Die Rose für Arabien” bewerben!

::: Geburtstagsjubiläum mit Interview :::

Diese Woche bin ich auf Paperblog am 02.07. nicht nur die Autorin des Tages geworden, sondern wurde auch gefragt, ob ich anlässlich zum 2-jährigen bestehen der deutschen Paperblog-Seite, ein paar Interview-Fragen beantworten würde. Das habe ich mir nicht nehmen lassen und stoße heute, am 08.07.2012 ganz doll auf Paperblog an und wünsche der Seite zukünftig noch ein munteres Fortbestehen.

Ich präsentiere:

1.) Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?

Ich habe schon sehr früh mit dem Lesen begonnen. In der Grundschule hatte ich das Glück, eine fantastische Deutschlehrerin zu bekommen, die mich entsprechend meiner Interessen förderte. Durch sie lernte ich, wie man Rezensionen schreibt. Dann habe ich in der 8. Klasse ein Praktikum in einer Buchhandlung gemacht und seitdem immer mal wieder für diese Buchhandlung Leseexemplare gelesen und durch Rezensionen bewertet. Dann entdeckte ich die Buchcommunity (*Schleichwerbung* ;-)) Lovelybooks, auf der man Rezensionen veröffentlichen konnte. So habe ich immer mal wieder welche geschrieben und eingestellt. Irgendwann reichte mir das nicht mehr aus. Ich entdeckte die große, weite, vielfältige und Buchbunte Bloggerwelt. Da beschloss ich, mal mein Glück zu versuchen und freute mich vor allen Dingen auf den Austausch mit anderen und erhoffte mir mehr Möglichkeiten meine Buchsucht zu „dokumentieren“.


2.) Welches war das beste Buch, das Sie in letzter Zeit gelesen haben?

Eine solch Buchliebhaber-unfreundliche-Frage muss sich erst einmal jemand ausdenken! 😉 Einen Bücherwurm kann man quasi gar nicht nur nach EINEM Buch fragen. Am Stärksten im Gedächtnis geblieben sind mir in diesem Jahr „Als die Liebe zu Elise kam“ von Natasha Solomons, weil es authentisch und eindringlich eine wunderschöne Geschichte erzählt. Etwas ganz anderes, aber nicht weniger Gutes stellt „By the time you read this, I’ll be dead“ von Julie Anne Peters dar. Dort wird das Thema Mobbing richtig gut umgesetzt, so dass es betroffen macht und zum Handeln bewegt. Da aller guten Dinge drei sind, noch eines: Der fünfte Band der Sommerlicht-Serie von Melissa Marr. („Aus dunkler Gnade“) Für alle Fantasy-Fans ein Muss und eine Serie, mit der ich groß geworden bin.Im Grunde genommen gibt es noch viele, viele andere Favoriten und wer nach Empfehlungen sucht, darf sich in meinen Rezensionen gerne gütlich tun!

3.) Wo informieren Sie sich über Nachschub für Ihren ganz persönlichen SUB?  In welchen Blogs stöbern Sie dabei am liebsten?

Ich mische das. Mal gucke ich bei Amazon, mal bei der (berüchtigten) Buchcommunity, ich gehe auch immer noch viel in Buchläden und notiere mir spannend klingende Titel, wenn ich sie nicht sowieso schon mitnehme. Wenn es speziell um Blogs geht, schaue ich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer mal auf die Blogs in meiner Blogroll. Ich vertraue allerdings BLIND den Urteilen von der Bücherphilosophin, Reni & Sandy + Damaris. Es gibt aber noch viele, viele andere lesenswerte Blogs und wen ich nicht genannt habe, ich habe trotzdem an euch gedacht, nur kann ich euch schwerlich alle auflisten!

4.) Was macht Ihrer Meinung nach „ein gutes Buch“ aus?

Ein gutes Buch“ ist für jeden etwas anderes. Das hängt nicht nur mit den subjektiven Geschmäckern zusammen, sondern damit, dass eben schon dieses „gut“ immer anders definiert wird. „Gut“ ist für mich, wenn das Buch mich fesseln kann, ansprechende Charaktere besitzt, deren Geschichte mich so bannt, dass ich die Welt um mich herum vergesse und beim Zuklappen gedanklich noch lange bei den Figuren und ihren Abenteuern verweile. Das ist für mich (etwas heruntergebrochen und grob gesprochen) ein gutes Buch.

5.) Wie sind Sie auf Paperblog aufmerksam geworden?

Das ist eine gute, aber gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. Ich schätze mal, dass ich über einen anderen Blog gestolpert bin, der das Paperblog-Logo integriert hatte und neugierig, wie ich war, habe ich mir Paperblog näher angesehen und das als gute Sache gesehen, weswegen ich mich sofort registrierte.

6.) Was gefällt Ihnen besonders an Paperblog?

Besonders schön finde ich, dass Paperblog so vielfältig ist. Es sind ja nicht nur Blogs aus dem Literaturbereich vertreten, sondern auch aus vielen anderen Bereichen. So findet man schnell etwas, wenn man speziell sucht oder kann auch mal ganz unkonkret ein bisschen herumgucken.

Im Literaturbereich finde ich es toll, dass durch Paperblog eine kleine „Übersicht“ gegeben wird und ich schon Blogs und Artikel entdeckt habe, die ich sonst nie im Leben entdeckt, geschweige denn gelesen hätte.

Vielen Dank für dieses Interview! Damit verabschiede ich mich auch von euch und gratuliere am Strand liegend oder Unfug treibend im Meer, abschließend noch einmal ganz herzlich Paperblog! HAPPY BIRTHDAY!

Sommerliche Sonnengrüße,

alles Liebe,

Charlousie

[ANMERKUNG: DIESER ARTIKEL IST AUTOMATISCH WÄHREND MEINER ABWESENHEIT ONLINE GEGANGEN!]

Nachgefragt bei Nina Nell [Interview]

Hallo meine lieben Leserinnen und Leser. Heute gibt es eine Premiere! Und zwar in Sachen Interview. Ich hatte die große Ehre, folgende Autorin zu interviewen und dies euch nun zu präsentieren:

Nina Nell, eine unabhängige Frau und Autorin, die neben dem Schreiben und kreativem Ausleben ihrer Kunst einen Weg zum Glücklichsein suchte und fand. In jedem ihrer Worte schwingt etwas positives mit und ich finde, man spürt, dass sie den Euphoria-Pfad verinnerlicht hat. Zu finden ist sie, wie jeder andere buchbegeisterte Mensch wohl auch, in Buchhandlungen, Bibliotheken und anderen Orten, wo die Inspiration und Muse zu Hause ist. Als Schöpferin der „Euphoria“-Werke hat sie mich tief beeindruckt und sicherlich dem einen oder anderen Menschen sehr damit geholfen. Doch dieser kreative Kopf steht niemals still, so ist auch die ursprüngliche Trilogie doch noch nicht beendet und es stehen weitere, fantastische Projekte vor der Tür. Welche? Lest es in diesem Interview nach ich finde es sehr aufschlussreich und bedanke mich ganz herzlich bei dir, Nina, dass du dir die ganze Zeit dafür genommen hast!

Liebe Nina, wenn du dich bitte kurz einmal vorstellen würdest:

Gern. Mein Name ist Nina Nell, wobei Nell aber ein Künstlername ist, den ich mir schon früh als Modellierkünstlerin zugelegt habe. Diesen Namen habe ich dann auch als Autorin übernommen. Ich bin schon sehr lange als Künstlerin tätig, aber mein Traumberuf war immer die Schriftstellerei. Ich habe mir schon als Kind fantastische Geschichten ausgedacht und diese aufgemalt oder aufgeschrieben. Die Kunst war zunächst eine Möglichkeit einen Teil dieser Geschichten in die Wirklichkeit zu holen, aber erst das Schreiben hat mich wirklich erfüllt, denn hier konnte ich meiner Fantasie wirklich freien Lauf lassen und jedes Detail einbringen, wohingegen ich beim Modellieren nur eine Figur, also einen Charakter Wirklichkeit werden lassen konnte.

Was ist das überhaupt? „Das Gesetz der Anziehung“? (Kurzform) – Welches Ziel wird damit verfolgt?

Das Gesetz der Anziehung ist kurz erklärt nichts Anderes, als eine natürliche Gesetzmäßigkeit im Leben, die besagt, dass man das anzieht und erlebt, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet. Es ist nichts Magisches und meiner Meinung nach auch nichts Spirituelles, sondern ganz normal. Richtet man seine Aufmerksamkeit ständig auf das Negative, wird man auch ständig Negatives erleben. Seit Büchern wie »The Secret« und diversen anderen, versucht man dieses Gesetz bewusst zu nutzen, indem man seine Aufmerksamkeit auf das richtet, was man sich wünscht, um es schließlich anzuziehen. Bei der Umsetzung gibt es aber diverse Stolpersteine, weil dieses Gesetz viel präziser wirkt, als man gemeinhin annimmt. So zieht man z.B. nur wieder Wünsche an und nicht deren Erfüllung, wenn man sich auf seine Wünsche konzentriert. Deshalb wünscht man bei »Euphoria« nicht, sondern nutzt dieses Gesetz spielerisch, weil erfahrungsgemäß durch diese spielerische Leichtigkeit die Wirkung viel schneller einsetzt.
Ich denke, man kann das Gesetz der Anziehung mit einem einfachen Satz auf den Punkt bringen: Gleiches zieht Gleiches an.

Wie bist du darauf gestoßen? Gab es ein konkretes Ereignis, wie du es entdecktest?

Wie jeder Mensch hatte ich natürlich auch Wünsche und habe nach Wegen gesucht, mir diese zu erfüllen. So bin ich als Teenager auf Bücher von Bärbel Mohr, Joseph Murphy, Kurt Tepperwein usw. gestoßen und habe das Thema seit dem intensiv studiert, weil es mich einfach fasziniert hat, dass man über sein Leben selbst bestimmen kann – es also allein mit seinen Gedanken in gewünschte Bahnen lenken kann. Ich habe seither die unterschiedlichsten Methoden ausprobiert, bin tief in die Materie eingetaucht und bin vor ein paar Jahren schließlich zu dem Schluss gekommen, dass es viel einfacher ist, als ich angenommen hatte. Aber ich habe auf diesem Weg sehr viel gelernt. Über mich und über das Leben. Und ich bin sehr froh, dass ich dieses Studium angetreten habe, weil ich jetzt Vieles besser verstehe und mit Dingen anders und besser umgehen kann. Es hat mich also nicht nur meinen Wünschen näher gebracht, sondern (und das finde ich viel wichtiger) es hat mich als Mensch glücklicher gemacht. Und das war auch meine Intention (und ist meiner Meinung nach auch die Intention aller Menschen), als ich mich auf die Suche gemacht habe: Ich wollte glücklich sein.

Wie kamst du zum Schreiben? Ein spontaner Versuch oder von langer Hand geplant?

Das Schreiben war schon immer eine Leidenschaft von mir. Schon in der Grundschule habe ich mich in den Aufsätzen verloren und ganze Welten erschaffen. In meinem Kopf spielen sich immer irgendwelche Handlungen ab, verweben sich mit verschiedenen Charakteren, Orten und Abenteuern und fügen sich schließlich zu einer vollständigen Geschichte zusammen. So war es schon immer und deshalb musste es irgendwann so kommen, dass ich mich zu den Schriftstellern geselle – zumal es schon als Kind mein Traumberuf war und ich an der Schreibmaschine getippt habe, während die anderen Kinder draußen gespielt haben.

Wie entstand die Idee aus dem Gesetz der Anziehung einen Roman zu schreiben? – War von Anfang an eine Trilogie/Serie geplant?

Geplant war eigentlich zunächst nur ein Sachbuch, in dem ich meine Erkenntnisse zum Gesetz der Anziehung kundtun wollte, weil ich der Meinung war, dass die Methode, die ich für mich entdeckt hatte, auch anderen Menschen helfen könnte.
Da ich aber an lebensnahen Beispielen die Umsetzung viel besser erklären kann, kam ich auf die Idee, das ganze Prinzip auch noch in eine Geschichte zu verpacken. Hierfür habe ich mir eine Geschichte ausgesucht, die ich schon sehr lange im Kopf hatte. Wie gesagt, spielen sich ständig Geschichten in meinem Kopf ab und viele davon schreibe ich mir in Kurzform auf, um die Idee vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt aufzugreifen. Die Geschichte rund um Lucy und Nikolas ist also schon viel früher entstanden. Ich glaube, es war 2000 oder 2001. Diese Geschichte passte einfach perfekt zu dem Thema »Gesetz der Anziehung« und so habe ich sie damit verknüpft. Auch hier war zunächst nur ein einziges Buch geplant. Aber die Geschichte hat sich in meinem Kopf weitergesponnen und so kam dann das zweite und schließlich das dritte Buch. Und es spielen sich auch weiterhin Euphoria-Handlungen in meinem Kopf ab. Vermutlich bin ich eine von den Schriftstellern, die nicht aufhören können. 🙂 Wie viele Bücher es noch werden, kann ich wirklich nicht sagen. Ich lasse mich überraschen.

Arbeitest du vorm eigentlichen Schreibprozess ein Konzept aus, an dass du dich hältst oder lässt du dich von Augenblick zu Augenblick inspirieren?

Bevor ich schreibe, habe ich eine grobe Handlung im Kopf und weiß ungefähr in welche Richtung es geht. Ich arbeite kein Konzept aus, sondern lasse es einfach geschehen, während ich schreibe. Manchmal mache ich mir Notizen, was im nächsten Kapitel geschehen soll, oder welche Ereignisse noch unbedingt in die Geschichte eingebunden werden müssen. Um diese Eckpfeiler herum entsteht dann die Geschichte quasi von allein. Wenn ich eine Schreibpause einlege, spielen sich die Handlungen weiter in meinem Kopf ab und ich gehe gedanklich verschiedene Möglichkeiten durch. Das heißt, ich brauche immer und überall einen Notizblock, damit ich nichts vergesse. Meistens kann ich es dann gar nicht mehr abwarten, mich wieder an den Computer zu setzen und weiterzuschreiben.

Gibt es inzwischen ein weiteres Schreibprojekt von dir?

Ja, es gibt mehrere Schreibprojekte. Zur Zeit arbeite ich an einem zweiten Sachbuch zu Euphoria, das hauptsächlich auf die Umsetzung des Spiels eingeht. Dann wird es bald noch ein Kinderbuch geben, das sich zu 99%iger Wahrscheinlichkeit auch zu einer Serie ausweiten wird.
Und dann gibt es noch ein ganz großes Projekt, an dem ich schon seit ca. 10 Jahren arbeite. Das heißt, dass ich schon sehr lange an der Handlung feile, nicht, dass ich schon so lange daran schreibe. Das ist wohl das erste Mal, dass ich eine Geschichte gründlich vorbereite, Informationen sammle und den Ablauf komplett im Kopf habe. Das Buchprojekt wird wieder mehrere Teile haben, denn die Handlung ist im Laufe der Jahre sehr komplex geworden. Es wird ein actionreicher Abenteuerroman, eine Mischung aus Fantasy und Realität, aber dieses Mal mit mehr Fantasyelementen, wie Vampiren und Dämonen. Allerdings werden auch hier Erkenntnisse aus dem LOA-Bereich verpackt sein. Das Buch wird hoffentlich noch vor Weihnachten erscheinen, da ich aber auch noch an anderen Buchprojekten schreibe, kann ich das nicht mit Sicherheit sagen. Mehr Informationen dazu wird es auf jeden Fall bald auf meiner Webseite geben.

Hast du ein Vorbild oder eine/n LieblingsschriftstellerIn?

Ich habe sehr gern die Bücher von J.K. Rowling und Cornelia Funke gelesen. Aber ich lese auch gern Andreas Eschbach und Stephenie Meyer. Allgemein lese ich überaus gern Phantastik-Romane und in diesem Bereich gibt es sehr viele gute Schriftsteller. Deshalb fällt es mir schwer einen einzigen herauszupicken. Aber die oben genannten gehören auf jeden Fall zu meinen Vorbildern.

Gibt es etwas was du total liebst oder im Gegenteil verabscheust? (Bsp: Essen, Jahreszeiten, Film, Mode oder etwas ganz, ganz anderes…)

Ich liebe natürlich gute Geschichten. Ob in Form von gut gemachten Filmen, Büchern oder Musicals … darin gehe ich total auf. Ich kann mich im Kino, im Theater oder in einem guten Buch völlig verlieren und vor Begeisterung regelrecht abheben, stundenlang darüber reden und mich in diese Freude richtig hineinsteigern.
Ansonsten liebe ich die Natur sehr und halte mich dort auch am liebsten auf. Was ich gar nicht leiden kann, sind überfüllte, laute Städte und Hektik.

Wie sieht dein Alltag neben dem Schreiben aus?

Neben dem Schreiben ist die Kunst mein Beruf und so modelliere ich viel. Ansonsten bin ich viel für meine Bücher unterwegs, um mir z.B. Inspiration zu suchen oder zu recherchieren. Ansonsten findet man mich oft in Büchereien, Buchläden, im Kino, im Theater oder wo es sonst noch gute Geschichten gibt. 😉

Hast du einen Tipp für deine LeserInnen? – Wie eine Lebensweisheit, einen Spruch oder gar etwas hilfreiches zum Thema Schreiben?

Zum Thema Schreiben kann ich sagen: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man seinen eigenen Schreibrhythmus, seinen eigenen Stil und seine eigenen Schreibrituale finden muss. Es hilft nicht, sich nach Anderen zu richten oder sich an Vorgaben zu halten. Es gibt viel hilfreiche Literatur zum Thema Schreiben, aber letzten Endes muss man seinen eigenen Flow finden. Erst dann macht das Schreiben erst richtig Spaß.

Magst du noch ein abschließendes Wort aussprechen oder gibt es etwas, was du gerne loswerden möchtest?

Ja. Glaubt an euch selbst! Egal, wie die Situation aussieht, oder was die anderen Leute sagen. Wichtig ist immer, was man selbst über sich, seine Träume und sein Leben glaubt. Das musste ich in meinem Werdegang auch lernen. Hätte ich auf so manches Wort gehört, hätte ich mich nie getraut, meinen Traum wahr zu machen, oder meinen eigenen ungewöhnlichen Weg zu gehen.

Dann bedanke ich mich zum Schluss ganz doll bei dir für deine Geduld und ich bin jetzt schon sehr auf weitere Abenteuer von Lucy und Nick gespannt, sowie auf das schon so lange vor sich hin reifende Fantasybuch und bis dahin könnt ihr euch ja die Zeit mit ihrer Trilogie und ihrer Euphoria – Spielanleitung vertreiben! Eine sehr schön gestaltete Website hat die Autorin außerdem zu bieten, schaut doch mal rein!!

Euphoria -Das Spiel der Götter

Euphoria – Der Tanz der Götter

Euphoria – Die Welt der Götter

Euphoria – Die Spielanleitung

%d Bloggern gefällt das: