Rezensionen

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen von Sarah J. Maas [Rezension]

rUnd einen Augenblick lang wünschte ich mir, ich könnte Mitleid mit dieser toten Kreatur haben. Aber das hier war die Wildnis. Und es war Winter. – S. 17

»Inhalt«

Es ist bitterkalt, als das Menschenmädchen Feyre im Wald nach Nahrung sucht. Seit Tagen haben sie und ihre Familie nichts Richtiges mehr gegessen. Ihnen droht der Hungertod, als sie plötzlich ein schrecklich schönes Raubtier in Form eines Wolfes erblickt. Mehr Biest als Tier, zögert sie nicht und tötet das Wesen mit ihrem Eschenpfeil. Sie hasst die schönen und besonderen Fae aus Prythian und diese Kreatur ist ohne Zweifel ein Fae. Was Feyre nicht weiß, dass dieser Tod nicht nur ihr Leben verändern, sondern ihre ganze Welt vernichten könnte.

 

»Sarah J. Maas begeistert mich mit ihrer Geschichte zu 101%.«

Gute Fantasy begegnet mir inzwischen häufig. Doch überwältigende Fantasy, die ist und bleibt eine kostbare Seltenheit. Der Trilogieauftakt „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ ist solch eine seltene Perle.

Da das Werk im englischsprachigen Raum stark gehyped wird und mir in sozialen Netzwerken beinahe täglich Zitate aus „A Court of Thorns and Roses“, wie es im Englischen heißt, sowie Liebeserklärungen begegnen, lag meine Messlatte wirklich, wirklich hoch.

Ich versuche nun also in Worte zu fassen, warum „Dornen und Rosen“ für mich ein so vollkommenes Leseerlebnis war.

»Stark, wild und unperfekt«

Maas entführt nicht nur in eine atemberaubend schöne und spannende Welt, die sich sehr schnell als Gefährlich erweist. Maas kreiert Charaktere, von denen manche vermutlich noch nicht einmal träumen können. Irgendwie – und da muss Magie im Spiel sein – haucht sie ihren Figuren eine Seele ein. Die Heldin der Geschichte heißt Feyre. Feyre ist stark und wild. Feyre ist herrlich unperfekt, doch getrieben von ihrem Willen, „das Richtige“ zu tun, beweist sie Mut, begeht Fehler, entdeckt ihre Grenzen und wächst doch ständig über sich hinaus. Vermutlich nennt man das Charakterentwicklung und die kommt bei Maas, stets nachvollziehbar, nicht zu kurz.

Natürlich können auf rund 450 Seiten nicht alle Figuren in jeder Facette durchleuchtet werden und dennoch weiß Maas ihren Nebencharaktere ein Höchstmaß an Tiefe und Authentizität zu verleihen. Keinen, aber wirklich keinen möchte man zurücklassen oder missen. Die für mich spannendsten Wesen in „Dornen und Rosen“ sind mit Abstand die High Fae. Besonders Tamlin, Lucien (kein High Fae) und Rhysand haben es mir angetan (wer hätte es gedacht, nachdem auf diesen Dreien der Fokus liegt?). Um euch die Freude für das Lesefestmahl nicht zu verderben, möchte ich auf diese Figuren nicht näher eingehen, nur so viel sei gesagt: sie bieten ganz, ganz köstliche Abenteuer, prickelnde Momente, unerwartete Wendungen und jede Menge Potenzial für die Fortsetzung.

»Badass meets Paradise«

„Dornen und Rosen“ besticht durch so unglaublich viel, doch mein absolutes Highlight dieses Buches ist die Stimmung. Wirklich gut lässt sie sich nicht beschreiben, mit „Badass meets Paradise“ komme ich ihr für mein Empfinden so nah wie nur möglich. Es ist unglaublich spannend, wie das dustere, rohe und wilde in dieser Geschichte mit der grenzenlosen Schönheit um die Vorherrschaft ringt.

Maas scheut sich nicht davor, sehr grausamen und sehr bösen Ereignissen in ihrer Geschichte eine Plattform zu geben. – Und das schreibe ich, obwohl mich bei Game of Thrones nur noch wenig schocken kann. Doch gleichzeitig habe ich nie von einem schöneren Ort gelesen. Diese Gegensätze sind es, die ein Höchstmaß an Spannung gewähren. Der Kampf zwischen Licht und Dunkelheit reibt die Figuren auf, enthüllt Abgründe, birgt Unerwartetes und lässt das Feuer beständig brennen.

Logisch, dass ich selbst für dieses bezaubernde Wunderwerk entflammt bin, oder?

„Dornen und Rosen“ beschert mir zwar ein bis zwei kleine Fragezeichenmomente, die ich als nicht wirklich logisch oder nachvollziehbar empfinde, doch im Gesamtzusammenhang sind diese so unbedeutend, dass ich sie eigentlich genauso gut unerwähnt lassen könnte.

 

Er lächelte mich noch einen Herzschlag lang an. Mir war noch nie ein so gut aussehender Mann begegnet – und noch nie hatten beim Anblick eines Mannes meine sämtlichen Alarmglocken dermaßen laut angeschlagen. – S. 216

»Langsamer Genuss«

Wochenlang habe ich immer mal wieder ein Stück von „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ gelesen, weil ich nicht wollte, dass diese Geschichte endet. Abschied nehmen? Niemals! Letztlich habe ich den Kampf verloren und die letzte Seite doch umgeblättert und bin noch immer sehr traurig, dass es schon vorbei ist. Zum Glück ist Band zwei (notfalls auf Englisch!) nicht weit. Für die anti Cliffhanger-Fraktion habe ich eine gute Nachricht: „Dornen und Rosen“ endet gleichermaßen offen und abgeschlossen und hat (dennoch) bereits die Weichen für weitere Spannung sehr geschickt in diesem Auftakt gestellt.

»Fazit«

Für all diejenigen, die träumen möchten. Für all diejenigen, die mitleiden möchten. Für all diejenigen, die seufzen möchten. Für all diejenigen, die wütend sein möchten. Für all diejenigen, die sich empören möchten. Für all diejenigen, die ein Feuerwerk im Kopf erleben möchten. Für all diejenigen, die sich verzaubern lassen möchten: Sarah J. Maas’ „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ wartet auf euch.

–> Leseprobe!

 

EUR 18,95 € [DE], EUR 19,50 € [A]
dtv Junior
Aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst
Deutsche Erstausgabe
480 Seiten
ab 14
ISBN 978-3-423-76163-5
2. Auflage 2017
Zu „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ bei dtv!

Advertisements

2 thoughts on “Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen von Sarah J. Maas [Rezension]”

  1. Ich hab die Reihe auf Englisch gelesen und bin einfach nur vollkommen verknallt in diese wundervolle Welt, die tollen Figuren, das geniale Setting. Ja, und Rhysand, ich geb’s zu. ♥

    Wundervolle Rezension und tolle Bilder, du Liebe!

    Viele Grüße aus Krakau,
    Nana

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu Nana,
      lieben, lieben Dank für dein Feedback! Ich fürchte, ich werde – wenigstens den dritten Teil – auch auf Englisch verputzen. Das heißt aber ja nicht, dass man dann nicht auf Deutsch den Abschluss nochmal genießen kann 😉
      Hab ein schönes Wochenende in Krakau
      Charlousie

      Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s