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Die Sache mit der Selbstliebe.

Anfang Mai habe ich eine Liebeserklärung an meine Katzen geschrieben. Ursprünglich als kurzer Beitrag auf Instagram und Facebook gedacht. Schnell wurde daraus mehr. Heute habe ich ein Déjà-vu: ich stehe gerade vor derselben Situation. Doch dieses Mal ist der Text bereits im Vorfeld zu lang für Instagram: der wurde glatt um die Hälfte gekürzt. Dann bietet es sich wohl an, einen Blogpost daraus zu kreieren, auch wenn das ursprünglich so gar nicht geplant war.

Vorhang auf für die Sache mit der Selbstliebe.

Normalerweise zeige ich auf diese exponierte Art und Weise nicht so gerne Fotos von mir. Heute mache ich eine Ausnahme, da diese Bilder für mich persönlich einen Meilenstein oder auch Schlüsselmoment darstellen. Seit Jahren weiß ich, dass die meisten (oder alle??) Körper in Werbungen nachbearbeitet sind und wir eigentlich in einer geplatzten Photoshopblase leben. Ich weiß das und hänge trotzdem noch mit einem Fuß in dieser Blase drin und bin selbst meine größte Kritikerin. Sehe überall mein Doppelkinn als Erstes hervorstechen, finde meinen Mund schief und krumm, meine Augen viel zu klein, wenn ich lache und meine Nase ist – gefühlt – mindestens so groß wie der Mond.

 

TIPP: Mit Klick aufs Bild vergrößerst du die Ansicht


(-By the way, kennt ihr diese Fragen bei Bewerbungen oder so Tests, welche die größten Schwächen von einem sind? Bei mir ist es auf jeden Fall meine Selbstkritik. Nicht nur den Körper betreffend, sondern auch alle anderen Bereiche. Ich bin selten wirklich zufrieden, meine Rezensionen sind kaum gut genug für meine Ansprüche, meine Texte nie ausgereift genug, was ich alles schon geschafft habe im Leben, ist im Angesicht einer neuen Aufgabe, die vielleicht nicht ganz so reibungslos lief, häufig ein Scheitern und Versagen.)

Als ich diese Bilder hier im Artikel sah, war ich erst einmal ziemlich schockiert. In meinem Selbstbild von mir war ich irgendwie schlanker. Hatte zum Beispiel nicht diese Speckröllchen am Rücken hinten. Doch dann habe ich mich gefragt: bin ich gestern, heute oder morgen ein anderer Mensch gewesen, weil ich 100 Gramm weniger wog oder 1 Kilo zugenommen habe? Hat sich die Kassiererin an mich erinnert, weil ich ein Doppelkinn habe oder vielleicht eher, weil wir uns kurz nett unterhalten haben? Denken meine Freunde genauso abwertend über meinen Bauch wie ich oder bleiben ihnen vielleicht eher die Momente, die unsere Freundschaft ausmachen, in Erinnerung? Sehen Kommilitoninnen bei Referaten wirklich meine Winkearme oder achten sie eher mehr auf das, was ich sage oder ignorieren sowieso alles, weil sie nur nach Hause wollen?
Die Antwort lautet: Nein, ich bin noch derselbe gute oder auch schlechte Mensch wie vorher. Ich habe dieselben Macken, Eigenheiten, Probleme, Sorgen, Ängste, Wünsche, Träume und Ziele wie vorher. Ob nun mit 60, 80, 100 oder mehr Kilo auf den Rippen.

Zugegeben, das sage ich mir seit Jahren, aber wann habe ich das das letzte Mal so richtig gefühlt? – Genau, als ich schlank wie nie zuvor war, viel Sport trieb und mich sowieso rundum wohlfühlte. Das soll heißen, das war nicht die allergrößte Kunst damals. Bereits im Alter von neun Jahren begann ich, mich dick zu fühlen und versuchte in den folgenden Jahren zunehmend, einem (nicht erreichbaren) Schönheitsideal nachzujagen. Dass ich mit 12 Jahren gehänselt wurde, weil ich angeblich zu dick gewesen sei (glaubt mir, war ich nicht, ich hatte nur das Pech als erstes Mädchen im Jahrgang Kurven zu bekommen!), hat diese Bodyshaminggrütze in meiner Pubertät nur unterstützt. Natürlich ist das auch einer der Gründe, warum es mir selbst heute, als reflektierte Frau, die es besser weiß, so schwer fällt, von diesen Gedankenmustern und Mechanismen loszukommen.

Am Montag sind also diese Bilder an einer (wie ihr seht) wunderschönen Wiese am Rhein entstanden. Direkt nach dem Betrachten hatte ich diese Schockmomente über meine Breite, die mich desillusionierten. Doch je öfter ich mir die Bilder in den Folgetagen ansah, desto besser gefielen sie mir. Das Doppelkinn rückte in den Hintergrund, meine Henna Haare (ich liebe Henna so unglaublich), stachen mehr in den Vordergrund und auch das Grün meiner Augen, einfach das harmonische Gesamtbild. Ich begann, mich zu akzeptieren. Nicht nur auf diesen Bildern (die noch immer wahnsinnig hilfreich sind), sondern auch meinen lebenden und atmenden Körper, der gerade diese Zeilen hier tippt.
Diese Akzeptanz ist in Zeiten wie diesen jedoch etwas ganz Besonderes für mich und auch der Anlass, warum ich das in aller Ausführlichkeit auf diesem Blog thematisiere. (Nicht, dass ich plötzlich „geheilt“ wäre, die Zweifel werden sicherlich wiederkommen, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung!)

Innerhalb der letzten 1,5 Jahre habe ich nämlich rund 20kg zugenommen. Das Zwicken heißbeliebter Outfits lügt leider nie, da hilft es auch nichts, sich nur alle paar Monate zu wiegen. Die Gewichtszunahme liegt bei mir an einer Mischung aus Ernährung, die nicht ausgewogen genug sein mag, zu wenig Bewegung und der fehlenden Disziplin, wenn es ums Naschen geht. Ich LIEBE Schokolade und Eis einfach unendlich. Aber auf der anderen Seite ist da auch eine Schilddrüse, die nicht so funktioniert, wie sie soll und ein Körper, der jeden Moment hingebungsvoll daran arbeitet, genau diese zu zerstören. Aber eigentlich ist es egal, ob ich mich die letzten 1,5 Jahre nur von Schokolade ernährt habe oder aus gesundheitlichen Gründen zunahm: Die Kilos, die da sind, bleiben dieselben. Das Ergebnis, das ist das gleiche. Vielleicht könnt ihr jetzt nachvollziehen, warum ich von diesen Bildern irgendwie so begeistert bin. Es war wie eine Art „aufwachen“. Der erste Schritt das Erkennen, dass ich tatsächlich schon so „dick“ bin und der zweite Schritt, dass das eigentlich egal sein sollte. Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben so viel gewogen wie jetzt und denke trotzdem plötzlich, dass das okay ist. Nein, besser, ich FÜHLE, dass das okay ist. Könnte auch daran liegen, dass ich die Fotos, trotz meines hohen Gewichts einfach selbst mal in Ordnung bis schön finde! ❤

Beim nächsten Abschnitt könntet ihr nun denken, dass ich mir widerspreche, aber nö:
ja, ich akzeptiere meinen Körper JETZT, dennoch möchte ich meine Ernährung umstellen und mich mehr bewegen und Gewicht reduzieren. Erstens ging es mir viel besser, als ich regelmäßig Sport trieb (Glückshormone und so) und zweitens ist es auch gesünder, wenn man sich Gewichtsmäßig im normale(re)n Rahmen bewegt. Außerdem vermisse ich ein paar meiner Klamotten sehr! 😉

Ich bin niemand, der Diäten macht (alleine beim Wort gruselt es mich), das führt nur zu Rückfällen und hat selten einen Effekt. Lieber esse ich bewusster, mehr Gemüse und Obst statt Schokolade und dergleichen und treibe mehr Sport. (Ohje, die arme Lese- und Letteringzeit!)

Mal sehen, wie gut oder schlecht ich noch abnehmen kann, möglicherweise macht mir die Schilddrüse da einen Strich durch die Rechnung, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht halte ich euch auf dem Laufenden, vielleicht aber auch nicht! 😉

Mein Abschlussplädoyer, damit es hier nicht ausschließlich um mich geht und auch wenn das inzwischen schon so oder so ähnlich zigfach breit getreten wurde: egal, ob ihr dünn oder dick, schwarz oder weiß, klein oder groß seid: versucht, euch so zu nehmen, wie ihr seid. Ich weiß, wie schwierig das ist und auch, dass es Tage gibt, da funktioniert das ganz wunderbar (vielleicht auch, weil uns ein super cooles Teil gerade passt 😉 ) und Tage, da fühlen wir uns wie die größte Hanswurst im Sandwichbrötchen (da brauchen wir uns gar nichts vormachen!).
Und wenn dir partout keine Selbstliebe gelingt, dann taste dich vielleicht langsam heran. Blende alles aus, was dich an dir stört und sage dir eine Sache, die dir gut an dir gefällt. Dass es jetzt nichts gibt, glaube ich dir nicht. Mindestens eine Sache an dir magst du, da bin ich mir sicher! Bei mir sind es beispielsweise meine Haare. Die mag ich immer.
Selbstliebe ist so unfassbar wichtig. Auch wenn ich primär das Optische thematisiert habe, gilt die Selbstliebe natürlich für alle Bereiche. Akzeptiert auch eure Schwächen, versucht nicht so hart zu euch zu sein, wenn ihr doch schon wisst, dass euch gewisse Dinge nicht so leicht fallen. Und akzeptiert auch die Tage, an denen ihr euch nicht besonders gut leiden könnt. Akzeptiert die Dinge, die ihr nicht ändern könnt und ändert die Dinge, die ihr nicht akzeptieren, aber ändern könnt. 😉 (Langsam wird es verwirrend, ich weiß!) Und bevor ich es vergesse: gebt diesen Zweifeln und negativen Gedanken zum Thema #Selbstliebe nicht zu viel Raum.Es gibt schließlich noch mehr im Leben als Size XYZ! Positive Gedanken zur #Selbstliebe – ohnehin rarer – könnt ihr ruhig voll und ganz auskosten! ❤

 Deshalb fast zum Abschluss hier noch ein Lied, das mir manchmal unglaublich hilft, meine innere Balance zu finden und mich neu zu orientieren!

Wie geht es euch: habt ihr auch Probleme vom künstlich erzeugten Schönheitsideal der Industrie wegzukommen oder bereiten euch andere Dinge in dieser Hinsicht Probleme?

Habt ihr eine Schwäche – wie ich mit meiner hohen Selbstkritik – an der ihr gerne mehr arbeiten möchtet?

Noch eine Sache, vor einigen Monaten habe ich diesen wunderbaren Artikel gelesen, den ich euch auch gerne ans Herz legen möchte. Ich habe ihn im Anschluss an diesen noch einmal gelesen und finde ihn genauso genial wie damals!

Vielen Dank, dass ihr bis hierher gelesen habt ❤

Charlousie

PS: Bei manchen Bildern habe ich etwas an der Belichtung und der Farbgebung geschraubt. Nachträglich habe ich nichts dazu gemogelt, weggemogelt, die Lippen- oder Augenfarbe nicht nachbearbeitet (ich kann das noch nicht einmal ;)) und auch Hautunreinheiten sind alle noch komplett so zu sehen, wie sie an diesem Tag waren! – Mehr als Mascara hatte ich auch nicht aufgetragen. 😉 Kurzum: Natürlicher gehts kaum 😀

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19 thoughts on “Die Sache mit der Selbstliebe.”

  1. Diese Bilder sind super schön und deine Augenfarbe ist toll! Ich bin ein Albino, heißt ein Auge ist grün, das andere halb blau halb grün, aber trotzdem ist mein grün nicht so toll. Die Augenfarbe sticht wirklich hervor ❤
    Ich zweifel auch immer an mir selbst wegen dem Gewicht, aber dann denke ich immer, dass ich in den 80ern dem perfekten Frauenbild entsprochen hätte und heute sowieso alles bearbeitet wird, wer weiß denn schon, wie die alle in echt aussehen

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    1. Liebe Xobooksheaven,

      du wirst lachen, als Kind und Jugendliche fand ich zwei unterschiedliche Augenfarben immer total toll und hätte selbst gerne welche gehabt. Habe sogar mal eine Geschichte geschrieben, in der der Protagonist zwei verschiedene Augenfarben hatte 😉 Ich glaube, die Figur hieß Amaro. Vielen Dank für deine Rückmeldung auf jeden Fall, ich habe mich sehr über deine Worte gefreut und mit dem Frauenbild hast du natürlich vollkommen recht. Ist vielleicht wie mit den Klamotten: mit der Zeit kommt alles wieder in Mode 😀

      Liebste Grüße
      Charlousie

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  2. Du bist ein Typ und bleibst im Gedächtnis!
    Ich finde es erschreckend, dass viele Menschen auf der Straße heute tatsächlich so perfekt aussehen wie aus der Vakuum-Verpackung, dass jeder trainiert und auch der letzte Trottel ein Zahnbleaching hinter sich hat. Gerade junge Frauen unseres Alters sind heute so perfekt geschminkt, rank und schlank, dass man gar nicht darüber nachdenken möchte, wieviel Kraft sie in dieses Auftreten investieren.
    Aussehen ist nicht unwichtig, jeder hat Augen im Kopf und ich könnte meinen Spiegel oft genug zerschmeißen, aber Zufriedenheit und Glück strahlt man aus und wirkt dadurch gleich schöner, weil andere Leute wirklich nicht so sehr auf die blöden Details achten. Alles Gute!

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    1. Huhu Letternwald,

      da kann ich dir nur zustimmen. Alleine die Zeit, die manche täglich fürs Makeup auflegen und dann wieder entfernen brauchen…. Hui. Das wäre nichts für mich. Zahnbleaching… könnte ich so gesehen mal gebrauchen, aber ich sterbe auch nicht, wenn ich es nicht mache 😉

      Klar, natürlich zählt immer noch der erste Eindruck eine Menge, aber ich denke, dass man auch da – unter gewissen Bedingungen – die Leute auch noch nachträglich von sich überzeugen kann. Oder eben einfach durch die „richtige“ Ausstrahlung direkt am Anfang.

      Viele Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar
      Charlousie

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  3. Liebe Charlousie,
    vielen Dank für diesen tollen Blogpost.
    Ich habe dieselben Probleme und hadere immer wieder mit mir selbst. Meine Zahnlücke, mein Gewicht und gefühlt tausend andere Sachen.
    Ich glaube, man wird durch die ganze Perfektion, die man durch die Medien eingetrichtert bekommt, total eingeschüchtert und rennt nur noch mit Scheuklappen durch die Gegend. Jeder Mensch ist auf seine ganz eigene Art und Weise schön ❤

    Liebe Grüße
    Ramona

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    1. Liebe Ramona,
      ich danke dir für deinen Kommentar. Anhand der Resonanz dieses Artikels kann ich sehen, dass sich vermutlich sehr viele mit meinen Worten – oder auch mit mir – identifizieren können. Erst habe ich mich darüber gefreut (wer freut sich nicht über hohe Leserzahlen, davon ernähren sich Blog und Blogger ja gewissermaßen 😉 ), aber inzwischen macht es mich auch ein wenig traurig, weil ich merke, dass es viel zu vielen Frauen da draußen so geht und die Konsequenz daraus ist eigentlich, dass sich etwas ändern muss, damit Artikel wie solche, nicht mehr so „wichtig“ sind. Ich dachte auch, ich brauche dazu nichts sagen, weil das ja schon millionenmal geschrieben wurde und tat es dann jetzt auch nur, weil ich selbst diesen „Schlüsselmoment“ hatte. Niemals hätte ich gedacht, dass es den Leserinnen so „gut tut“ und das ist einerseits total schön, aber auch sehr bedrückend.
      Um an dieser Stelle abzuschließen (sonst wird das ein eigener Artikel ;)): Ich kenne dich zwar nicht, aber trotzdem kann ich aus voller Überzeugung sagen, dass du so bleibst wie du bist, weil eine Zahnlücke und auch „andere tausend Sachen“ nicht verbergen kann, was du wirklich für ein Mensch bist – aber das weißt ja bestimmst selbst 😉
      Ich hoffe, dass du dir auch glauben kannst! ❤
      Liebste Grüße
      Charlousie

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  4. Liebe Charlousie,
    ich mag deinen Post und deine Bilder sind toll! Ich glaube, jeder kennt diese Probleme. Ich habe Vitiligo und es gibt kaum Menschen in den Medien, die so eine Haut haben wie ich. Hast du den Film Embrace schon gesehen? Den lege ich dir unbedingt ans Herz, weil es da auch um Selbstliebe geht und auch darum, dass es in den Medien viel mehr Diversität geben sollte, wen es um Schönheitsideale geht. Hat mich zumindest sehr zum Nachdenken gebracht. Vor allen Dingen, weil so viele (junge) Frauen so viel Zeit u Energie in ihr Aussehen investieren. Wenn man überlegt, was man mit dieser Energie alles noch anfangen könnte 😉
    Herzliche Grüße, Eva

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    1. Liebe Eva,
      bitte wundere nicht, da du dich selbst schon korrigiert hattest, habe ich mir herausgenommen, dass „Fingen“, in „Dingen“ zu ändern und den anderen Kommentar zu löschen. Aber ich habe das auch nur getan, weil du dich bereits korrigiert hast, sonst hätte ich natürlich die Finger davon gelassen 😉

      Sooooo, nun zum eigentlichen: in den letzten Tagen habe ich mir – aus gegebenem Anlass – nochmal sehr viele Artikel zu der Thematik durchgelesen und gerade im Hinblick auf GNTM (uargs) habe ich sehr viel gefunden und auch Embrace wurde seeeeeeeehr häufig erwähnt. Ich hatte ihn zwar auch schon durch deinen Tipp auf dem Schirm – herzlichen Dank dafür! – werde ihn mir auch definitiv noch ansehen. Und ja, Diversität, finde ich nicht nur einen schönen Begriff, um das zu umschreiben, was wir uns wünschen und wo wir hinmöchten, sondern ist auch ein Begriff, der erklärt, wo man ansetzen muss, um nachhaltig etwas zu verändern. Wie ich im Artikel selbst bereits andeutete: ich sage mir seit Jahren, dass alles mit mir okay ist, habe mir aber nie glauben können. Wenn die Medien diese Diversität so breit gefächert zeigen und propagieren würden, wie das seit Jahrzehnten herrschende Schönheitsideal, dann hätten vermutlich Millionen von Frauen nicht das Problem, dass sie sich nicht glauben würden.
      Aber vielleicht wäre es auch ein – womöglich noch wichtigerer – Schritt, aufzuhören auf die Art und Weise für Produkte zu werben, wie man es tut. Das geht mir bspw. auch total auf den Keks!
      Man verknüpft Produkte mit Eindrücken, schönen Menschen, Gefühlen, Emotionen, Augenblicken und was weiß ich nicht noch was, damit die Leute manipuliert denken: wenn ich auch so ein hippes Leben haben möchte, brauche ich das. Oft haben die Produkte mit der vorangegangenen Werbung so gar nichts zu tun. Ich hab dann oft ein Fragezeichen im Gesicht, weil ich während der Werbung denke: wow, das klingt ja alles toll, ich bin gespannt, für was die werben und dann kommt das: aaaah, Zigaretten??? WTF, ergibt doch gar keinen Sinn, widerspricht sich sogar.
      In Bezug auf ein falsches Schönheitsideal, werden „schöne Produkte von schönen Menschen“ gezeigt, damit sich die hässlich fühlende Bevölkerung das Produkt kauft, um einen Bruchteil des schönen Glanzes zu bekommen, der auf dem Model liegt, bescheuert.
      Tatsächlich sollten die Firmen weniger aggressiv und bescheuert für ihre Produkte werben und das viele Geld lieber sinnvoller in nachhaltige Produktion und oder qualitativ hochwertige Produkte stecken. – Das artet an dieser Stelle gerade ein wenig aus und wo ich so darüber nachdenke, sollte ich dazu auch noch einmal einen Artikel schreiben! – doch eine Sache noch: das beste Beispiel ist Katzenfutter. Sobald du das Katzenfutter aus der Werbung kennst (zumindest grob gesagt, zu sehr verallgemeinern möchte ich auch nicht), taugt es nichts mehr. Wie sollen die berühmten Futter, die bspw. mit F und W anfangen, noch gute Inhaltsstoffe haben, wenn die Werbekosten das Budget für die Herstellung und die Zutaten übersteigt? Bedeutet: begegnen dir Futter, von denen du in der herkömmlichen Werbung noch nieeeeeee etwas gehört hast, lohnt sich eine nähere Begutachtung. Anders herum, zeigt sich meist, dass das Futter wirklich viel zu teuer ist im Verhältnis zum schlechten Inhalt, den du auch für einen Bruchteil beim Discounter bekommst.

      Liebe Grüße Eva und herzlichen Dank für deine Worte
      Charlousie

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  5. Hallo du liebe,
    ich fand deinen Artikel sehr schön und ansprechend! Ich selber bin dick, aber mir wird oft gesagt, dass ich von innen heraus strahle und zufrieden wirke. Bin mehr oder weniger am Abnehmen seit 6 Monaten ( 12 kg hab ich jetzt „erst“) aber nicht wegen der Optik, sondern wegen der Gesundheit. Und auch um nicht immer Übergrößen tragen zu müssen…behalte dein Strahlen und wenn du willst geht alles andere von selbst. Der Gesundheit zuliebe. Denn HÜBSCH bist du schon.
    Alles liebe für dich
    Micha

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    1. Liebe Michaela,

      wow, ich bekomme fast eine Gänsehaut bei deiner Rückmeldung und freue mich total, wenn Menschen es schaffen abzuspecken. Und zwar vor allen Dingen, aus der richtigen Motivation heraus! 😉 – sprich der Gesundheit wegen und nicht, weil andere oder man selbst sich aus optischen Gründen hässlich findet.
      Dass du von den Übergrößen wegkommen möchtest, kann ich auch nur zu gut verstehen! Ein ganz humaner Wunsch, so ist die Auswahl dort doch sehr begrenzt und ich finde, der Modegeschmack von denjenigen, die Übergrößen designen ist oft… „interessant“, zumindest von dem, was ich neulich bei C & A sah und was ich regelmäßig bei T. K. Maxx sehe 😉

      Liebste Grüße und weiterhin ganz, ganz viel Erfolg,12kg sind bereits ganz wunderbar!
      Charlousie

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  6. Liebe Charlousie
    Wow, was für ein schöner Beitrag! Die Bilder sind genauso schön und du wirkst total sympathisch 😊
    Das Problem mit der Selbstliebe kennen wir doch alle, leider. Ich war nie wirklich zufrieden mit mir, fand meine Nase zu gross, meine Brüste zu klein, meine Haare zu dunkel und man sieht meine Handgelenkknochen(?) zu stark. Irgendwann begann ich mich auf das positive zu konzentrieren und inzwischen bin ich am Punkt angekommen, wo ich den Spiegel schaue und mir denke „Ja, sieht ganz okay aus“. Klar manchmal seh ich aus wie eine Vogelschäuche, aber selbst dann halte ich mir das positive vor Augen. Das wichtigste ist diese kleinen Details die man an sich mag nicht zu vergessen. 😊
    Liebste Grüsse
    Julia

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    1. Liebe Julia,
      ganz genau, du sagst es. Handgelenksknochen? – ohje, wenn ich das lese, denke ich sofort: das ist wie bei einer Freundin, die keine Tops anzieht aus der festen Überzeugung heraus, dass ihre Arme „teigig“ wären und sie das der Umwelt nicht zumuten könne. Aber ehrlich, sie ist normal gebaut, um nicht zu sagen schlank und hat ganz normale Arme. Eigentlich sollte man selbst darauf kommen, wie abstrus so etwas ist 😉 Zumal du ja gerade an so Dingen wie den Knochen, nicht wirklich etwas verändern kannst 😀
      Gut zu hören, dass du den Spieß inzwischen umgedreht hast. Vermutlich wird es eine Weile dauern, bis aus „ganz ok“ ein „schön“ wird, zumal die Industrie uns täglich mit der „richtigen Schönheit“ – bitte stelle dir an dieser Stelle ein Augenrollen vor! – bombardiert.
      Hach ja, vielen Dank, dass du den Artikel gelesen und deine Meinung hier gelassen hast!
      Alles Liebe für dich wünsche ich dir
      Charlousie

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  7. Hey,

    ich habe deinen Text über Facebook gefunden, also erstmal danke fürs Teilen in der Bloggergruppe. Bei deinem Text kam mir eins sofort in den Sinn, nämlich der grade anlaufende Film „Embrace“, der sich mit Themen wie Bodyshaming, Schönheitsidealen und medialem Druck beschäftigt. Ich bin noch nicht dazu gekommen, den Film zu sehen, aber falls du noch nicht davon gehört hast, guck dir mal den Trailer an – ich bin sicher, dieser Film ist einfach großartig. Ich glaube, selbst wenn wir uns bewusst machen, wie sehr wir beeinflusst und unter Druck gesetzt werden – so ganz klar wird es einem trotzdem nicht, und sich davon zu lösen, ist wirklich unheimlich schwer.
    Die Fotos auf der Wiese sind sehr hübsch geworden, und das ganz ohne Filter 🙂
    Was den zweiten Punkt angeht, auch ich esse lieber Schokolade, als mit knurrendem Magen schlechtgelaunt durch die Gegend zu laufen. Was ich tatsächlich hilfreich fand, war das Buch „Fettlogik überwinden“. Es ist kein Diätbuch, sondern handelt einfach nur von „Mythen“, die man rund um die Ernährung so kennt. Das allein ist eine wahnsinnige Hilfe. Ich z. B. habe nicht wirklich Lust auf Kalorien zählen. Aber ich habe mich motiviert, wenigstens mal meine Standardportionen abzuwiegen – einfach, um mal zu sehen, wie sehr man sich verschätzt. Auch das: Sehr hilfreich, auch wenn man nicht jede kleinste Mahlzeit überwacht.
    So, jetzt habe ich fast den Faden verloren. Also: Ein schöner Text, auch das mit dem „sich bewusst machen, was man an sich mag“ finde ich immer wieder einen guten Tipp.

    Liebe Grüße, N.

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    1. Liebe Naemi,

      danke für dein Feedback und deine Tipps! Den Film Embrace habe ich bereits auf dem Schirm und möchte ich unbedingt sehen, auch ohne den Trailer zu kennen! 😉
      Vom Abwiegen der Portionen habe ich auch schon gehört. Das war innerhalb einer bestimmten Ernährungsweise. Ich habe das nie gemacht, da ich nicht weiß, ob ich diese Ernährungsweise ausprobieren möchte, aber abwiegen kann vermutlich nicht schaden.
      „Fettlogik überwinden“ klingt auch interessant, das muss ich mir auch mal genauer ansehen und dann vielleicht lesen 😉

      Schön, dass du hier warst, beste Grüße
      Charlousie

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  8. Liebe Charlene,
    erst mal Chapeau zu dem ganzen Artikel, den Fotos und überhaupt! Du hast unsagbar recht!!!

    Ganz nebenbei, Deine Haare sind ein Traum 😉

    Ich war immer moppelig, von klein auf, das wuchs mit, ich hab auch gern gegessen, mach ich auch immer noch! Irgendwann mit Anfang 20 kam der Moment, wo ich nicht mehr so sein wollte. Das hatte zur Folge, dass ich 50 kg abgenommen habe, in 2 Jahren. War super, viel schwerer war dann auch das Halten. Bis heute klappt das mehr oder weniger gut.

    Mit Mitte 30 kam dann die Erkenntnis hinzu, dass ich irgendwie es allen andren recht mache, nur nicht mir. Das waren die Haare, die ich lang hatte, immer noch, weil mein Mann das so toll fand, ich allerdings gar nicht mehr. Erster Schritt: Haare ab 😉

    Dann kam das Tattoo, hat mein Mann mir allerdings dann geschenkt 😉

    Und irgendwann wurde ich auch viiiiel entspannter, was meinen Körper anging. Die ersten Fältchen, Flügelchen an den Armen, durchs Abnehmen, was mit Sport allein auch nicht wegzustraffen war. Und?

    Ich hab dann wo gelesen, mit Mitte 30 sind Frauen in ihrer absoluten Blüte. Und das fühlte sich dann für mich auch so an! War wirklich toll! Ich musste niemandem mehr was beweisen, eine Therapeutin hat mir geholfen, nicht mehr Everybodys Darling sein zu wollen und schwups, war ich wieder ICH 🙂

    Dass mein Körper dann gemeint hat, hey, ich häng mal lustig eine Autoimmunerkrankung der Frau an. Super, nun meint mein Körper, die Gallenwege in meiner Leber sind böse, eine Entzündung und macht mir die Leber damit kaputt….

    Medis helfen etwas, ich muss aber durch Ernährung die Leber pampern, damit sie mir noch länger erhalten bleibt. Auf Transplantation hätte ich jetzt nicht so die Lust… Ganz nebenbei sind noch mal 23 kg gepurzelt, es geht aber auch mal wieder was drauf. Aber wichtiger sind mir und den Ärzten mittlerweile, dass meine Werte gut sind und bleiben!

    Mehr Sport fänd ich jetzt auch gut, als Büropflanze auch wirklich sinnvoll, aber Bandscheibenvorfälle, die in naher Zukunft operiert werden müssen, hindern mich gerade am so richtig was tun zu können (der Rehasport und Spritzen haben leider nicht das gebracht, was ich mir erhofft hatte..). Ich muss Geduld haben…

    Das alles hat mir aber auch gezeigt, wie wichtig jeder Tag ist und wie unwichtig eine Speckrolle hier oder eine Delle da sein können!

    Vielleicht ist auch ein wenig das Alter beteiligt, die Schwelle, an der ich stehe (Horrormone…), aber ich hab mich auch so akzeptiert, wie ich bin und wenn ich nöckel, dann ist das eine Momentaufnahme und hat keine tiefere Wirkung 🙂

    Ich wünsch Dir auf alle Fälle, dass Du Deinen Weg für Dich findest und gehst und einfach glücklich bist!

    Liebst
    Bine
    (die grad einen Roman geschrieben hat 😉 )

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  9. Liebe Charlousie,

    der Artikel ist wirklich wunderbar! Es ist einfach eine reine Verschwendung, dass tolle Frauen wie du sich wegen ihres Körpers verrückt machen. Dich zeichnet viel mehr aus als die Tatsache, ob dein Körper in eine gesellschaftliche Schablone passt.

    Ich habe übrigens im Gegensatz zu vielen anderen den Film „Embrace“ nicht gesehen und habe daran auch kein Interesse. Ich kann es nur schwer erklären, aber ich wehre mich, mir von den Medien ein Körperbild vorgeben zulassen, ganz egal in welche Richtung. Dennoch finde ich es natürlich gut, wenn der Film so vielen Menschen wie möglich, schließlich betrifft das Thema nicht nur Frauen, auch tatsächlich hilft.

    Im Endeffekt sollten wir unseren Körper erst einmal jeden Tag danken. Während wir uns den Kopf darüber zerbrechen, wie unser Hintern in einer Jeans aussieht, verrichtet er jeden Tag Meisterleistungen, die uns selbstverständlich scheinen – bis er vielleicht irgendwann einmal streikt. genau aus diesem Grund ist es wichtig, den eigenen Körper stets gut zu behandeln. Er hat es verdient.

    Liebe Grüße
    Kat

    Gefällt 1 Person

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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