Tschick ein Film von Fatih Akin [Filmbesprechung] + Gewinnspiel

Als Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ 2010 erschien, hat es mein Interesse zwar geweckt, aber gelesen habe ich immer andere Bücher. Umso neugieriger war ich auf die Buchverfilmung, die gestern, am 09.03., endlich auf DVD, Blu-Ray und als Digitalisat erschien.

Ein guter Grund, euch jetzt die Verfilmung von „Tschick“ vorzustellen. Dran bleiben lohnt sich, am Ende wartet nämlich ein kleines Gewinnspiel auf euch. ❤

Auf dem Weg in die Walachai (c) Studiocanal


Besetzung Tristan Göbel, Anand Batbileg, Nicole Mercedes Müller, Uwe Bohm, Anja Schneider · Regie Fatih Akin · Drehbuch Hark Bohm, Lars Hubrich, Fatih Akin · Kamera Rainer Klausmann · Produzent Susa Kusche, Marco Mehlitz · Genre Drama, Komödie

»Inhalt«

„Tschick“ ist die gefühlvolle Geschichte zweier Außenseiter, die sich finden und ein grenzenloses Abenteuer suchen. Ihre Geschichte beginnt allerdings damit, dass sie sich nicht leiden können. Zumindest kann Maik Andrej Tschichatschow, kurz Tschick, nicht leiden, der als neuer Klassenkamerad betrunken in der Schule erscheint. Die Schule ist für Maik Klingenberg sowieso ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird er nicht gesehen, weil er sich zu unauffällig benimmt, andererseits ist da Tatjana, das schönste Mädchen der Schule, in das er sich bis über beide Ohren verliebt hat. Doch Tatjanas Geburtstagsparty zu Beginn der Sommerferien, trübt Maiks Gedanken. Da taucht urplötzlich Tschick bei ihm zu Hause auf. Gekommen ist der Vierzehnjährige mit einem hellblauen Lada. Das Eis zwischen den beiden ist gebrochen und sie stellen fest, dass sie sich sogar doch ganz gut verstehen. Kurzerhand fahren sie mit dem Lada auf Tatjanas Party und legen damit den ersten Stein für ein großes Abenteuer, in das sie kurz darauf zusammen aufbrechen. Bewaffnet mit Schlafsack, Konservendosen, Tiefkühlpizza und dem Soundtrack Ballade Pour Adeline von Richard Clayderman.

Maiks große Liebe Tatjana (Aniya Wendel) (c) Studiocanal


»Spannender Aufbau«

Eines vorweg, „Tschick“ ist eine geile Geschichte, die (richtig) spitze umgesetzt wurde.

Zunächst ist da der Aufbau, der mich direkt abgeholt und mitgenommen hat. Jetzt wird es ernst, habe ich gedacht und war überrascht, dass der Film fortwährend die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Humor halten kann.

Die beiden Protagonisten stammen aus grundverschiedenen Verhältnissen, scheinen aber beide ihre eigenen Probleme zu besitzen. So ganz wird Tschicks Charakter, der sich selbst als Russe bezeichnet, aber überall auf der Welt Verwandte hat, nicht durchleuchtet, aber das ist vermutlich auch besser so, weil es sein rätselhaftes Wesen nur unterstützt.

Der Regisseur Fatih Akin arbeitet in vielerlei Hinsicht mit Brüchen. So rasen wir Zuschauer mitten hinein ein (unerwartetes) Ende und wollen natürlich sofort wissen, wie das Sirenen-Blitzlicht-Ende zustande kommt. Das schürt ordentlich Spannung. Doch dann geht es zurück auf Anfang und Maik erzählt ganz unaufgeregt von seinem Leben und wie er Tschick kennenlernte.

Maik (Tristan Göbel) und Tschick (Anand Batbileg) (c) Studiocanal


»Skurriler Roadtrip«

Die klare und ausdrucksstarke darstellerische Leistung der beiden Jungschauspieler Tristan Göbel (Maik) und Anand Batbileg (Tschick) möchte ich besonders betonen, weil mich gerade diese beiden sehr überzeugt haben. Wenn man anhand des DVD-Bonusmaterials um die manchmal harten Drehbedingungen weiß, erstaunt das umso mehr.
Anand Batbileg gibt als Tschick sogar sein Debüt, wer hätte das nach der Darbietung gedacht?
Die Emotionen, die die beiden auf die Leinwand gebracht haben, ließen mich eine Zeitlang vergessen, dass ich eigentlich gerade zu Hause sitze. Und manchmal war es so, als säße ich zusammen mit Maik und Tschick im Lada auf einem skurrilen Roadtrip durch Deutschlands Osten.

Ebenso überzeugend ist die Umsetzung. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass so etwas in Büchern meist einfacher zu handhaben ist. Ein Paradebeispiel ist die Art und Weise, wie Maik seinen Klassenkameraden den Aufsatz „Beauty Farm“ über seine Mutter vorliest. Natürlich liest er nicht nur vor, klar, dass wir Zuschauer sofort alles sehen, was Maik da vorliest. So erfahre ich als Zuschauerin auch direkt, was in Maiks Familie eigentlich im argen liegt. Vermutlich ist dieses Stilmittel relativ simpel, empfunden habe ich es als sehr effektvoll und geschickt.

Der beste Sommer von allen! Tschick und Maik (c) Studiocanal

 


»Klasse Kombination aus Ernsthaftigkeit, Humor, Spaß und Spannung«

Inhaltlich wird einem eine breite Themenpalette geboten. „Tschick“ zeigt, wieso es gut ist, wenn junge Menschen manchmal die Regeln brechen; weil es ihnen dabei hilft, sich selbst zu entdecken, über sich hinauszuwachsen und zu erkennen, dass in ihnen noch so viel mehr steckt. – Bitte trotzdem nicht nachmachen.
Darin enthalten ist auch die kleine Rebellion gegen die Gesellschaft. Gegen das, was Tschick und vornehmlich Maik in seinem Leben belastet. Dabei bemerken sie auch, dass man vieles, aber eben nicht alles ändern kann. Vieles lernt man zu akzeptieren oder wie man das Leben trotzdem schön finden kann.
Tschick und Maik begeben sich zusätzlich noch in das knisternde Feld der Sexualität und lernen, mit ihren Gefühlen etwas besser umzugehen. Hierbei offenbart sich die ein oder andere Überraschung.
Bei all diesen Themen behält „Tschick“ den erhobenen Zeigefinger in der Tasche. Der Film zeigt zu Beginn eine Ist-Situation. Während der Geschichte wachsen die beiden Protagonisten aus ihrem alten Ich hinaus und stellen sich selbst gewählten und neuen Herausforderungen.
Obwohl nicht alle Themen gleichermaßen intensiv behandelt werden können, wirkt die Umsetzung dennoch nicht oberflächlich. Vielleicht auch deshalb, weil „Tschick“ nicht belehren will, sondern den „Ernst des Lebens“ mit Humor, Spaß und Spannung verpackt.

Maik und Tschick (c) Studiocanal


»Ein Soundtrack zum Verlieben«

Zu großartigen Erzählungen gehört immer auch ein großartiger Soundtrack. Dieser hat den Nerv der Handlung zu jeder Zeit gut getroffen und unterstützt; arbeitet auch hierbei mit Brüchen und kontrastiert so einmal mehr die Unterschiedlichkeit der zwei Jugendlichen.

Die DVD selbst beinhaltet ein nutzerfreundliches Wendecover (wie ich diese Teile liebe) und bietet dem Zuschauer in der Sektion Bonusmaterial vielseitige Einblicke zu den Dreharbeiten. Neben den obligatorischen Trailern gibt es Interviews, Deleted Scenes, ein Musikvideo und sogar eine Lesung des Autors Wolfgang Herrndorf, der 2013 leider verstarb.

Die  Aufmachung der DVD spiegelt sofort die Farbgebung des gesamten Films wider. Ein harmonischer Mix aus – primär – Gelb, Blau und Grün. So kann man richtig in einzelnen Bildern und Aufnahmen versinken, die einfach nur zum Niederknien schön anzusehen sind.

Kevin Kuranyi? Nein, Tschick mit aufgeklebtem „Bart“ (c) Studiocanal


»Fazit«

„Tschick“ ist ein Geniestreich von einem Film. Für mich passt alles zusammen: die Geschichte, die Emotionen der Schauspieler, der Soundtrack und die Farbgebungen.
Ich habe mich für 89 Minuten sehr gerne in dieser abenteuerreichen Komödie verloren, der besonders für Heranwachsende interessant ist und ebenso älteren Altersklassen einen sehr hohen Unterhaltungswert bietet. „Tschick“ spielt mit Heiterkeit, mit Melancholie, zeichnet ohne Sinn das pure Leben nach und spendet Kraft, dadurch dass er vermittelt, wie zwei Außenseiter zu sich selbst finden.
Wer skeptisch ist, weil sich deutsche Filme gerne mal als Griff ins Klo erweisen, kann bei Fatih Akins Film nicht viel verkehrt machen.
„Tschick“ weiß durch seinen Humor sowohl kurzweilig zu unterhalten, kann aber aufgrund der ernsteren Elemente genauso gut tagelang nachklingen.
Facettenreiche Filme wie „Tschick“ würde ich gerne öfter sehen.
Daumen hoch für die Verfilmung von Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“, ich möchte ihn euch bedenkenlos empfehlen und finde, dass er ganz viele Zuschauer finden sollte, denn er zeigt das Leben bunter.

Tschick und Maik auf Tatjanas Party (c) Studiocanal


Wer als kleine Entscheidungshilfe noch den Trailer benötigt, braucht nur noch Play zu drücken!

Damit auch ihr in den Genuss dieser wunderbaren Geschichte kommt, verlose ich mit der freundlichen Unterstützung von Entertainment Kombinat eine niegelnagelneue DVD des Films.

»Teilnahmebedingungen«

Pflicht: Beantwortet mir als Kommentar unter diesem Post, was euch nach meiner Vorstellung zu „Tschick“ ganz besonders an der Verfilmung reizt.
Freiwillig: Ihr folgt mir auf Instagram, Facebook und Twitter.

Teilnehmen kann jeder…
mit einem Wohnsitz in Deutschland
der über 18 Jahre alt ist oder die Erlaubnis seiner Eltern hat
bis zum 17.03.2017, 18 Uhr hier kommentiert.

In den Folgetagen lose ich den Gewinner aus.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel ist der Gewinner damit einverstanden, dass seine Adresse, ausschließlich für das Versenden des Gewinns, an Entertainment Kombinat weitergeleitet wird.

Jetzt drücke ich euch ganz fleißig die Daumen und bin gespannt auf eure Kommentare!

 

Liebste Grüße
Charlousie

 

 

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Über Charlousie

Ich lebe · liebe · lese · Ich schreibe · Ich rezensiere · Ich blogge https://leselustleseliebe.wordpress.com/ Eine verrückte, bloggende, verträumte, Buchliebhaberin, die mit ihren Katzen zwischen den Worten wohnt. Wenn du mehr erfahren willst, folge mir auf Twitter, like me on facebook, teile Bilder mit mir via Instagram oder besuche mich auf LeseLust & LeseLiebe.

Veröffentlicht am 10/03/2017 in Gewinnspiel, Rezension, Rezensionen und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Mir gefällt der Facettenreichtum des Films, den ich mir nach dieser tollen Vorstellung gerne anschauen möchte.

    Liebe Grüße
    Thea

    Gefällt 1 Person

  2. Ich kenne das Buch schon und fand es großartig. Jetzt bin ich gespannt wie die Verfilmung geworden ist und wie sich die beiden Jungdarsteller schlagen.

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo,

    mir gefällt an dem Film vor allem die Beziehung zwischen den beiden Figuren sehr und ich bin auf ihre Abenteuer sehr gespannt 🙂
    Ich folge per bloglovin.

    LG

    Gefällt mir

  4. Hallo,

    ich finde es besonders toll, dass der Film offenbar Humor hat, aber dennoch ernst zu nehmen ist.

    LG
    SaBine

    Gefällt mir

  5. O.k., das Buch hab ich IMMER NOCH NICHT gelesen und schäme mich…eigentlich wollt ichs, dann wieder nicht… es interessiert mich schon sehr, nach wie vor! Aber ich bin auch ein Filmjunkie und ich hab jetzt nicht nur bei Dir gelesen, wie toll er sein soll.

    Mich triggern immer so Worte wie Außenseiter… ich hab mich lange lange selbst so empfunden, manchmal tu ich das auch heute noch! Von daher schlägt mein Herz eben für die Außenseiter! Und wenn diese dann in einer so offensichtlich sehr facettenreichen Geschichte eine Rolle spielen, bin ich sofort dabei!

    Und deswegen mag ich auch noch flugs im Lostopf Platz nehmen 🙂

    Liebst
    Bine

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  6. Ich kenne Tschick noch gar nicht, weder als Buch, noch als Film. Das scheint mir mittlerweile eine richtige Bildungslücke zu sein…
    Meine Enkelin hat jetzt gerade sogar eine Klassenarbeit über das Buch geschrieben. Den Film kennt sie auch noch nicht, den würde ich dann sehr gerne mit ihr zusammen sehen, das wäre eine prima Gelegenheit.

    Lieben Gruß, Silvia

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  1. Pingback: Tschick ein Film von Fatih Akin – Die Auslosung |

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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