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Zwischen uns nur der Himmel von Laura Johnston [Rezension]

„Komm, wir schließen einen Pakt“, sagte er, und ich komme mir vor, als wäre ich wieder sieben und würde mich mit meiner besten Freundin verbünden. „Lass uns diesen Augenblick in unserer Erinnerung bewahren,ja? […] Und wenn mal harte Zeiten kommen“, sagte er „dann können wir uns diesen Augenblick ins Gedächtnis rufen und uns daran erinnern, was für ein wunderbarer Tag das war.“ S. 35

 

Zwischen uns nur der Himmel»Inhalt«

Als Sienna am ersten Urlaubsabend alleine die River-Street entlang spaziert, wird sie plötzlich von fremden Männern angesprochen und bedrängt. Sie weiß sich nicht zu wehren und dann wird ihr schwindelig und sie sackt weg. Geht an einen Ort, an dem ihr Vater noch lebt und mit ihr einen Pakt schließen möchte. Sienna will nicht mehr aufwachen, sie möchte bei ihrem Dad bleiben. Als sie schließlich erwacht, liegt sie in den Armen dieses Jungen, der unverschämt gut aussieht, unglaublich nett zu sein scheint und sie auch noch gerettet hat. Sienna ist hin und weg von ihm und Austin auch von ihr. Aber ihr Welten sind zu verschieden so einfach oder gar so schnell sollen sie nicht zusammen kommen…

»Zu detailliert?«

Zwischen uns nur der Himmel“ ist ein Buch, mit dem ich trotz seiner Stärken leider nie so richtig warm wurde.

Obgleich ich emotionale Texte sehr mag und Laura Johnston äußerst gefühlvoll zu schreiben vermag, hat die Magie bei mir nicht so recht gegriffen. Auch das Bild der Charaktere ist sehr detaillert gezeichnet. Vielleicht auch zu detailliert? Sie verlieren sich oft, wirklich oft in Gedankengängen, die sich teilweise wiederholen, so dass das Tempo herausgenommen wurde.

Es wird den Leserinnen in „Zwischen uns nur der Himmel“ leicht aggressiv unter die Nase gehalten, tendenziell ist der Unterschied zwischen „Arm und Reich“ aber gut herausgekommen. Auch ist es ein wenig klischeehaft, aber die Botschaft, dass Geld nicht alles ist, um glücklich zu sein, ist im Laufe der Handlung deutlich geworden.

»Trauerbewältigung und Konfliktsituationen«

Was Laura Johnston wirklich schön geschrieben hat, ist die Trauerbewältigung über den Tod des Vaters. Die Protagonistin leidet – verständlicherweise – immer wieder aufs Neue darunter. In diesem Punkt hat die Autorin alles richtig gemacht und die Elemente der Trauer immer wieder kunstvoll aufgegriffen.

Insgesamt haben mir die wiederkehrenden Elemente gut gefallen, weil sie der Handlung einen roten Faden und mehr Lebendigkeit verliehen.

Für Heranwachsende mag „Zwischen uns nur der Himmel“ eine gute Orientierungshilfe darstellen, da man in diesem Alter öfter in Konfliktsituationen mit der Familie und seinen Freunden gerät und die Zeit kommt, die ersten ernsthaften Entscheidungen unabhängig von den Eltern zu treffen.

»Football zur Auflockerung?«

Subbjektiv gesehen hat es mir gefallen, dass Laura Johnston Football als Sport in den Vordergrund rückte, denn ich finde Football einfach cool und habe gerne darüber gelesen. Zumal Football nicht einfach nur als cooler Sport auftaucht, sondern stark mit der Identitätsfindung des Protagonisten zusammenhängt, so dass die Bedeutung noch immenser wird und beide Komponenten stark voneinander profitierten.

»Zwischen Nachdenken und Einfühlen«

Der Perspektivenwechsel der beiden Charaktere stellt einen eindeutigen Pluspunkt dar. So fiel es mir leichter, mich in beide hineinzufühlen, auch wenn beide viel zu oft nachdachten.

Liebesdreiecke können Spannung erzeugen und wenn sie richtig eingebaut werden, finde ich sie auch klasse, keine Frage, aber in diesem Fall störte das Liebesdreieck enorm. Durch die Innenansicht beider Protagonisten, die wie gesagt recht ausgewalzt ist, ist sofort die Spannung raus, weil jeder sofort weiß, wie das ausgehen wird!

»Zu viel gewollt, zu wenig gekonnt?«

Insgesamt hätte Laura Johnston sich vielleicht auf weniger, dafür aber zentralere Punkte beschränken sollen, die sie dafür dann aber richtig und ausführlich bearbeitet. Mir hat es nicht zugesagt, dass sie weitaus mehr als die von mir in dieser Rezension aufgegriffenen Punkte angeschnitten hat und dadurch einiges zu kurz kam. Nicht zuletzt war gefühlt jedes Thema überhäuft mit schicksalshaften Schlägen und Wendungen, irgendwann wurde es unrealistisch und ich neigte zum Augenverdrehen.

Dadurch hat die Handlung ihre Zähigkeit bekommen, lose Fäden, die sich nicht richtig entwirren und das Gefühl, dass „Zwischen uns nur der Himmel“ etwas Entscheidendes fehlt.

»Fazit«

Zwischen uns nur der Himmel“ ist für Heranwachsende vermutlich ganz gut geeignet, da Laura Johnston viele Themen aufgreift, mit denen sich Jugendliche direkt identifizieren können. Für Ältere oder auch erfahrenere Leser dürfte ein wenig die Spannung fehlen und die Kritik überwiegen, da die Geschichte nie so ganz rund wird. Insgesamt jedoch ein ganz nettes Buch, das eine Chance verdient hat. Knappe 3 Wölkchen hat es sich damit geangelt.

Leseprobe!

Wölkchen3

BibliografischeDaten

TASCHENBUCH
Euro 9.95 [D] 10.30 [A]
Zwischen uns nur der Himmel
Aus dem Amerikanischen von Kattrin Stier
Deutsche Erstausgabe
416 Seiten
Ab 14
ISBN 978-3-423-71647-5
Zu „Zwischen uns nur der Himmel“ bei dtv!

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2 thoughts on “Zwischen uns nur der Himmel von Laura Johnston [Rezension]”

  1. Hallöchen,
    Ich habe ende 2015 genau das gleiche Buch rezensiert und finde es total interessant, wie anders unsere Meinugen sind. Ich fand das Buch nämlich ziemlich gut, was ich eigendlich auch nicht gedacht hätte. Könnte aber auch am Altersunterschied liegen 😉
    Lg

    Gefällt 1 Person

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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