Buchrezensionen, Rezensionen

Ein Skandal in Schottland von Maggie Robinson [Rezension]

Haben Sie Schmerzen, Lord Raeburn?“

Ja, meine Gute, in der Tat. Ich sollte lieber blind sein.“

Ich weiß, dass ich etwas derangiert bin, Sir“, sagte sie mürrisch. „Daran sind Sie schuld.“

Sie werden mich noch ins Grab bringen. Gott gib mir Kraft“, brummelte er. – S. 120

cover_9783802597671-205x300»Inhalt«

Alec Raeburn wendet sich mit einem heiklen Anliegen an die Vermittlungsagentur, die Mary Evensong stellvertretend für ihre kranke Tante leitet. Leider weiß nur niemand, dass Mary seit vier Jahren einspringt, da sie sich verkleidet als ihre ältere Tante ausgibt.

Obwohl Alec Raeburns Anliegen heikel ist, so ist doch ein Todesfall in die Sache verwickelt, kann Mary es sich nicht nehmen lassen, den Auftrag anzunehmen. So fährt sie gemeinsam mit einem Mitarbeiter und ihrer Tante nach Schottland in ein Wellness Hotel der Entspannung, um dem Feind Lord Raeburns eine Falle zu stellen. Um seinen Ruf zu ruinieren und Lord Raeburn vielleicht ein bisschen Seelenfrieden zu verschaffen.

Hätte sie denn ahnen sollen, dass Lord Alec Raeburn ohne ihre Verkleidung Interesse an ihr zeigt und sie nur zu willig ist, endlich einmal von den verbotenen Früchten der Leidenschaft zu naschen?

Ob das alles so gut endet?

»Amüsant«

Ein Skandal in Schottland“ ist bei mir aufgrund seines Aussehens, seines Titels und der Beschreibung eingezogen. Er ist der zweite Band innerhalb einer Reihe, doch das habe ich beim Lesen gar nicht gemerkt.

Als ich mit dem Lesen begann, konnte Maggie Robinson mit ihrer Geschichte meinen Erwartungen sehr gerecht werden. Ich war verteufelt müde und konnte mich die ersten 200 Seiten dennoch nicht von der Geschichte abwenden.

Die Idee einer Vermittlungsagentur für besondere Dienste ist an sich schon sehr lustig. Vor allen Dingen, wenn das mit der Epoche um 1900 herum kombiniert wird. Dieses dann noch mit Trickidentitäten zu ergänzen und ein Katz-und-Maus-Spiel zu integrieren, war einfach zu betörend gut. Unterhaltsam, lustig und mit einer Portion Leidenschaft wurde ich so durch gut die Hälfte des Romans geführt. Der Schreibstil ist weder außergewöhnlich hervorstechend noch bodenlos schlecht. Für eine Unterhaltungslektüre durchschnittlich und hervorragend zum Versinken und schnellem Lesen geeignet.

»Langeweile«

Nach diesen 200 Seiten hat Maggie Robinson den ‚Skandal‘ in Schottland leider etwas einschlafen lassen. Es schien mir, die Handlung müsse nur irgendwie in die Länge getrieben werden und das auf besonders schlechte Art und Weise. Nicht nur, dass ich ganz genau wusste, was die nächsten Seiten bis zum Ende noch passieren würde. Nein, die Umsetzung dieses Wissens gestaltete sich leider sehr platt und oberflächlich. Nach dem steilen Anfang hatte ich mir ein klügeres und spannenderes Ende gewünscht.

»Marionetten in der Künstlichkeit«

Die Charaktere handeln wie Marionetten in einer billigen Seifenoper und brauchen ein geschlagenes Drittel, bis sie den Mut aufbringen, ihre Erkenntnisse auch endlich mal zu verbalisieren.

Die Bedrohung, die im Hintergrund schwebt, ist lange nicht mehr so bedrohlich wie zu Beginn, da sie zwischenzeitlich locker endgültig hätte eliminiert werden müssen.

Stattdessen ließ Maggie Robinson die ‚Bedrohung‘ noch einmal laufen, um sie wenige Seiten später wieder aufkreuzen zu lassen, was besagte Künstlichkeit erzeugte.

Kurzum: Die Handlung ist von Anfang bis Ende wenig gut durchdacht und schwächelt gewaltig.

»Pulver verschossen«

Das bedeutet nicht, dass „Ein Skandal in Schottland“ nun nicht mehr lesenswert wäre. Allerdings sollte man damit rechnen, dass das heiße Pulver eher zu Beginn geschossen wird und dann keine großen Ansprüche mehr stellen.

Die Figuren Mary und Alec erzählen abwechselnd die Geschichte, ein Wechsel, der mir gut gefallen hat.

»Ungewöhnliche Heldin«

Wie ich es von einem „Schmachtroman“ erwarte, gab es genug Momente, die Herzklopfen erzeugten, Seufzer und Schmachten entlockten und mir eine diebische Freude bereiteten.

Überhaupt ist Mary Evensong eine eher unübliche Heldin für die damalige Zeit. Da sie sich für Naturwissenschaften interessiert, viel arbeitet und mit 29 Jahren noch nicht verheiratet ist. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass dies hin und wieder zu lustigen Situationen führt?!

»Fazit«

Ein Skandal in Schottland“ ist zwar keine perfekte Wahl innerhalb der Unterhaltungslektüren, doch kann ein Versuch auch nicht schaden. Maggie Robinsons Roman ist etwas für Schottland- und Highlandfans, für Schwärmerinnen, für witzige Dialoge, für selbstbewusste Frauen und für einige Stunden der Ablenkung und Unterhaltung.

Leseprobe!

Wölkchen3

BibliografischeDaten

Autorin: Maggie Robinson
Übersetzerin: Ursula Prawitz
Erschienen am
03.09.2015
Seiten
384
ISBN
978-3-8025-9767-1
Ausgabe
kartoniert
Zu „Ein Skandal in Schottland“ bei LYX!
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