Der Vormesseblues der #fbm15

Nach der Messe ist vor Messe. Das werden wir ab spätestens Sonntag wieder öfter lesen. Wie schön es doch war, wie enthusiastisch jetzt alle (noch) seit Tagen sind.

Was folgt nach der Ekstase? Der Absturz. Alle sitzen zu Hause, gucken aus dem regenbeschlagenen Fenster, mit der Decke auf dem Schoß und dem Teepott in der Hand, der die Finger wärmt. Die Uhren werden bald umgestellt und wir sitzen da und seufzen und denken an die magischen Messetage zurück. Die zwar anstrengend, aber auch unsagbar geil waren.

Wir werden daran denken (nicht zwangsläufig vor einem Fenster sitzend, während es auch noch regnet 😉 ) und während wir so daran denken, freuen wir uns bereits auf die nächste Messe und wünschen uns, wir könnten nochmal ganz kurz die Zeiger, ja wirklich nur, ganz, ganz kurz und dann zurück und…

Tagträume. Vergeblich.

Und mit was komme ich JETZT an? Mit dem VORmesseblues? Jup. Ein Vertipper ausgeschlossen!

Also, ja, ich rede vom Vormesseblues und ich habe ihn!

Ich freue mich seit Monaten, ach was, seit letztem JAHR auf diese Buchmesse. Hier in Frankfurt, direkt vor der Mainzer Haustür quasi, ein Heimspiel. Die Buchmesse, bei der ich viele meiner Freundinnen sehen werde. Und zwar die besonders Buchdurchgeknallten, die nichts, aber auch wirklich nichts verstörend finden, das im Zusammenhang mit Büchern steht! 😀

Ich schwelge seit Wochen in Hochstimmung, wenn ich an die Messe denke. Die Freude wird größer und größer und größer und dann… hat sie den Gipfel erreicht und seit letzter Woche ebbt die Freude stetig ab. Weil ich weiß, dass die Messe nicht nur endlich bald da ist, sondern dann auch fast schon wieder vorbei. (Ich weiß, das sind die wirklich weltbewegenden Probleme.)

Ich bin der festen Überzeugung, dass die nächsten fünf Tage wunderschön sein werden. Doch meine Stimmung ist bereits ein wenig getrübt. Eine Freundin kommt leider gar nicht. (Äußerst unverschuldet, sie ist das Opfer ihrer Ausbildung geworden in diesem Fall.) Eine andere hat sich versehentlich für das Wochenende für einen Sportworkshop angemeldet und wird uns „nur“ drei Tage beehren können und eine andere Freundin sagte einfach spontan komplett ab.

Vermutlich sollte ich das alles positiver sehen und mich über diejenigen freuen, die kommen (was ich auch absolut tue!!!!) und die Zeit genießen, die wir gemeinsam zwischen Büchern, Autoren, Verlagen und dem unübertrefflich tollen Messeflair verbringen werden.

Was ich damit nur sagen will: Manchmal ist es einfach schwierig zu akzeptieren, dass die Dinge sich verändern. Das manche Menschen plötzlich andere Prioritäten setzen und jeder gelegentlich in neue Lebensphasen eintritt und nicht mehr so kann, wie er/sie will oder auch nicht mehr möchte.

Das bedeutet: Vielleicht sollte jeder für sich selbst die Zeit solange genießen, wie er oder sie dabei sein kann. Und wenn sich das Gefüge mal ein wenig verschiebt, muss das nicht gleich der Weltuntergang sein. Denn dann machen wir hoffentlich das Beste daraus!

Eine sehr, sehr positive Verschiebung gibt es beispielsweise bei einer weiteren Freundin,die nun quasi „auf der anderen Seite“ ist und die ich als Volontärin bei einem Verlag bei einem Bloggertreffen sehen darf, das SIE organisiert hat!! ❤ (Manche betreiben Fremdschämen, ich hingegen Fremdfreuen!)

Diese Messe ist für mich auch mit einer persönlichen Premiere verbunden. Ich werde von der Uni aus an einer Aktion vom Businessclub teilnehmen und weiß noch nicht so recht, was mich da eigentlich erwartet… Nervös und aufgeregt bin ich deswegen schon.

Das ist zwar kein Vergleich zu dem Vorstellungsgespräch für ein Praktikum, das ich haben werde, doch ich habe so das Gefühl: Meine Nerven dürften spätestens ab Morgen Purzelbäume schlagen!

Mittwochs habe ich übrigens zwei Schichten an unserem Buchwissenschaftsunistand (Halle 4.1,  B 91 von 11.00-13.00 Uhr und 17.00-18.30 Uhr 😀 – könnt mich ja gerne mal besuchen! ;-))

Während ich das hier so schrieb, hat sich das mulmige Gefühl, das ich vor den nächsten Tagen verspürte, zum Glück auch ein wenig gelegt, weil ich jetzt weiß, worin mein Problem bestand. Und mich durchs Schreiben selbst therapierte, indem ich mir mal selbst ordentlich den Kopf geraderückte.

Falls noch jemand das Problem des Vormesseblues hat, veröffentliche ich diesen Artikel – mit zugegeben doch eher etwas privateren Gedanken – denn manchmal ist es auch schön zu wissen, dass man in den seltensten Fällen mit irgendetwas wirklich alleine ist!

Auf die kommenden fünf Tage, auf die Begegnungen, ein Hoch auf die Bücher und ich freue mich darauf, so viele wie möglich von euch zu sehen!! ❤

PS: Kennt ihr schon meinen Guide?! 😀

How to sorvive a bookfair

PPS: Werdet ihr auch immer wieder von Nicht-Buchsüchtigen (ja, die solls auch noch geben!) gefragt, was an der Messe so toll ist? Oder: WAS MAN DA GAR DEN GANZEN TAG TUN WÜRDE?!

Meine Freundin sagte heute zu mir: „Ich würde mir da vielleicht einen Tag etwas angucken, aber dann? Was mache ich denn dann? Das ist doch total langweilig!“

Meine begeisterten Erklärungen über die Messe konnte sie teilweise nachvollziehen und gab zu, dass es als Bloggerin vielleicht noch einmal etwas anderes wäre.

Von signierten Büchern oder Autoren hält sie leider auch nicht so viel. Also, die Autoren sind ihr eigentlich egal, möchte ich damit sagen. Sie möchte die Bücher lesen, aber wer hinter diesem oder jenem Buch steckt? Uninteressant für sie! 😉

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Über Charlousie

Ich lebe · liebe · lese · Ich schreibe · Ich rezensiere · Ich blogge https://leselustleseliebe.wordpress.com/ Eine verrückte, bloggende, verträumte, Buchliebhaberin, die mit ihren Katzen zwischen den Worten wohnt. Wenn du mehr erfahren willst, folge mir auf Twitter, like me on facebook, teile Bilder mit mir via Instagram oder besuche mich auf LeseLust & LeseLiebe.

Veröffentlicht am 13/10/2015 in Aktionen, Frankfurter Buchmesse und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Ich wünsche Dir/Euch allen eigentlich eine wundervolle Zeit ❤ :*

    Irgendwann, ich weiß es, klappts auch für mich!

    Liebste Grüße
    Bine

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  2. Hach das hast du aber schön geschrieben! Ich habe bis vor kurzem ähnlich gedacht wie deine Freundin, aber dann war ich zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse und gerade die Lesungen haben mich so mitgerissen! Ich bin wahrscheinlich nicht ganz so „verrückt“ wie manch anderer, mein Blog ist kein reiner Buchblog und ich kenne kaum andere Blogger (außer vom Sehen^^), aber so das ganze Messeflair finde ich großartig!
    Allerdings fahre ich auch nur nach Leipzig, Frankfurt ist dann doch zu weit weg für mich 😉

    LG Steffi E.

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    • Das mit dem nicht so viele Blogger kennen, außer vom sehen… Kann man ändern 😉 mit der Zeit wird sich da sicherlich was entwickeln. War bei mir auch so. Bin ja nun seit 5 Jahren dabei und so richtig „eng“ wurde das mit anderen bei mir auch erst seit 2 maximal 3 Jahren 😉 anfangs war ich viel zu unsicher und wusste immer nicht, was wie wo und überhaupt!
      🙂

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  3. Oh, Du nimmst am Business Club teil. Chapeau! Ich hatte die E-Mail auch bekommen aber muß ehrlich sein – ich habe es mir nicht zugetraut, obwohl es bestimmt wahnsinnig interessant sein wird. Ich wünsche Dir ganz viel Freude und eine Menge neuer Erkenntnisse!

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    • Ich hab es nicht richtig verstanden und habe dann nachgefragt. War also die eine, besagte Person, die Interesse bekundete!! 😉 😂
      Verstanden habe ich es bis heute eigentlich nicht. War auch gar nicht so schlimm, war total interessant und hat Spaß gemacht. Gut, alles auf Englisch war nicht das einfachste für mich, aber ging auch 🙂 manchmal muss man getreu dem Motto „no risk no fun“ ins kalte Wasser springen 😀

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      • Ich wollte schon fragen, ob Du diese eine warst 😀 Ich meine, ich kann ja verstehen, daß er enttäuscht war, daß sich so wenige meldeten, aber ich denke, viele hatten beim Anschauen des Veranstaltungsplans (und wahrscheinlich viele schon beim Klang des Namens »Business Club«) ein Kribbeln im Magen. Ich bin da bis heute sehr ambivalent eingestellt. Zum einen wäre ich wirklich gern, zum anderen schien mir das (noch) eine Nummer zu groß. Ich bewundere Dich da wirklich für den Risikowillen ^^. Aber es gab doch auch Vorträge auf Deutsch, oder?

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        • Möglicherweise ja, von Storydrive glaube nein und ich hab nur Englische besucht ^^
          Ich wollte mir den mal angucken, also hat sich das irgendwie so ergeben! 😉

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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