Archiv für den Monat März 2015

Über uns das Meer von Sabine Giebken [Rezension]

Ozeanwasser tropfte aus seinen Haaren und perlte seine Wangen hinunter wie salzige Tränen. Er sah mich nur an und schüttelte ganz leicht den Kopf. Irgendwo hinter uns schlugen Wellen gegen die Plattform, aber ich hörte es kaum, alles verschwamm, alles, bis auf die Angst. – S. 458.

überunsdasmeer»Inhalt«

Lou hat ihr Abi geschmissen und ist in das Haus ihrer Familie auf Elba geflüchtet. Sie will endlich ihr Leben leben, dass ihr keiner vorschreiben soll. Ohne wirklichen Plan, lebt sie nun auf der Insel vor sich hin, während ihre Familie nicht weiß, wo sie sich aufhält.

Lou schwimmt im Meer und lässt sich treiben. Doch kurz darauf begegnet sie Angel, einem Apnoetaucher, der sie schnell in die Welt unter dem Wasser hineinzieht. Der tiefer als alle anderen taucht, mehr Risiko als jeder andere eingeht und der dort unten für oder gegen – Lou weiß es nicht so genau – sein Leben schwimmt. Lou ist fasziniert und begibt sich mit Angel in die Welt unter der Meeresoberfläche, trainiert das Tauchen und stellt fest, dass sie in dieser Welt bleiben möchte. In der Welt, in der über ihnen das Meer liegt. Aber wie lange kann dieses Leben gut gehen?

»Ein Tanz auf Leben und Tod«

Über uns das Meer“ hat mich mit seinem Cover eingefangen. Bunt und wild und fröhlich und frei, das perfekte Buch zu meinem Blog LeseLust & LeseLiebe, dachte ich eigentlich. Äußerlich stimmt dies natürlich, doch inhaltlich nur bedingt. Inhaltlich stellt „Über uns das Meer“ einen Tanz auf Leben und Tod dar, der in der tiefen Dunkelheit der Meere ausgetragen wird – um es ganz grob herunterzubrechen. Dieser „Tanz auf Leben und Tod“ ist sehr vielfältig und facettenreich. Er behandelt spannende Themen wie die Identitätsfindung oder die Abnabelung von der Familie oder das Thema von Sehnsüchten im Allgemeinen. es geht noch leselustig weiter

Von den Höhen und Tiefen der Leipziger Buchmesse 2015

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Fontäne auf dem Messegelände

Vier Tage Leipziger Buchmesse gab es dieses Jahr für meine Bloggerkolleginnen, Freundinnen und mich. Wir reisten bereits am Mittwoch, Heffas Geburtstag!!, an und gründeten bei Anne unsere eigene Bloggerkommune. Wir waren Simone, Heffa, Caro, Fay und Anne (die aber ja schon dort wohnte^^) es geht noch leselustig weiter…

Mehr als das von Patrick Ness [Rezension]

In welcher Wirklichkeit leben wir?

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Mehr als das von Patrick Ness»Der Inhalt«

Er ist nur ein Junge und dennoch stirbt er. Er stirbt und wacht einige Zeit später wieder auf. Orientierungslos, ohne Erinnerungen, ohne einen Plan, was er jetzt tun soll.

Also rappelt er sich mühsam auf, merkwürdig geschwächt und am taumeln, erkundet die Gegend und sucht nach Wasser, nach Essen, nach Antworten.

Mit der Zeit erinnert er sich an seinen Namen und irgendwann stößt er auf ein Haus, das früher mal das seiner Familie gewesen sein könnte. Ein Haus, das viele Erinnerungen auslöst und die ihm klarmachen:
Wenn er wirklich gestorben ist: WARUM ist er dann immer noch da?

»Atemlos«

Mehr als das“ von Patrick Ness ist ein aufwühlender, spannender und vielschichtiger Pageturner, den ich niemals zu durchschauen vermochte. es geht noch leselustig weiter…

Fürsten der Dämonen I – Unsterblich von J.K. Bloom [eBook-Rezension]

9728_Bloom_FuerstenDaemonen.indd»Der Inhalt«

Leanne hat alles gegeben, um in ihrem Jahrgang die Beste zu werden. Am Ende liefert sie sich ein Kopf an Kopf Rennen mit dem neuen Schüler Jonathan Paine.

Doch nicht nur ihr Kopf an Kopf Rennen in Sachen Noten sorgt für Turbulenzen. Seit Jonathan aufgetaucht ist, passieren Leanne mysteriöse Dinge und ihre Welt gerät langsam aber sicher aus den Fugen.

»Charaktere mit eigenem Charme«

Der Siegertitel „Fürsten der Dämonen I – Unsterblich“ von J.K. Bloom des LYX Storyboards hat mich zeitweise in seinen Bann ziehen können. Die Handlung hält spannende Elemente bereit, von denen manche zwar vorhersehbar, im richtigen Moment dennoch ihre volle Wirkung entfalten.

Die Charaktere versprühen ihren eigenen Charme und ich bin ihrer Geschichte gerne gefolgt.

Die inhaltliche Stringenz lässt zwar teilweise zu wünschen übrig, doch so ganz den roten Faden verloren, hat J.K. Bloom zum Glück nicht, so dass ich mich eigenständig auf den richtigen Pfad der Handlung zurückdenken konnte.

»Mangelhaftes Lektorat«

Solch kleine Fehlerchen kann ich im Rahmen eines Talentwettbewerbs noch verzeihen, allerdings frage ich mich, ob die Geschichte überhaupt ein anständiges Lektorat erhalten hat? Unglücklicherweise habe ich sehr grobe Fehler im mehrstelligen Bereich gefunden, die sowohl auf einen schlechten Stil hindeuten, verbunden mit einer fragwürdigen Ausdrucksweise als auch auf eine sehr schluderige Rechtschreibung.

Auf der einen Seite steht also eine fesselnde Story, die mit durchaus gewieften und neuen Ideen glänzen kann und auf der anderen Seite wirklich holprige Schnitzer, die mich aus dem Lesefluss brachten und in mein Kopf große Fragezeichen malten.

»Zwischen Himmel und Hölle«

Inhaltlich hat J.K. Bloom mich in eine Welt zwischen Himmel und Hölle entführt, der sie mit eigenen Interpretationen und Auslegungen ihren eigenen Stempel aufdrückt. Nichts ist im ersten Moment so, wie ich es zu kennen glaubte; was einen zusätzlichen Leseanreiz darstellte.

»Wie ich mich am besten in Schwierigkeiten bringe«

Die Protagonistin Leanne war mir einerseits sympathisch, andererseits scheint sie unter dem allseits gefürchteten „ich bringe mich absichtlich in Schwierigkeiten“-Syndrom zu leiden. Dies birgt natürlich Spannung; allerdings etwas künstlich erzeugte Spannung, da sie mir als arge Wiederholungstäterin irgendwann wirklich dumm vorkam.

»Knielange Hotpants?«

Manchmal hat J.K. Bloom unfreiwillige Kontraste geschaffen. So bricht beispielsweise eine furchtbare Schlacht in „Fürsten der Dämonen I – Unsterblich“ aus und dennoch gehen die Figuren in ebenjener Welt locker lustig ins Theater. Obgleich dies erklärt wird, halte ich es dennoch für absoluten Nonsense.

So manches Mal irritierten mich auch kursiv hervorgehobene Wörter, die sich die Autorin in den beiden Fortsetzungen vielleicht auch sparen könnte. Sie stören zwar nicht enorm, aber etwas irritierend sind sie eben schon.

Ebenfalls für mich etwas irritierende und überflüssige „Styling- und Klamottendetails“ werden von der Autorin gerne aufgezählt. Das wiederum finde ich mehr amüsant, denn störend. Ich frage mich immer noch, wie es eine knielange Hotpants geben kann, wie man auf Pumps Verfolgern entkommt, was irgendwann am Ende erwähnt wird (und damit sinnfrei ist) oder wieso man meint erwähnen zu müssen, dass die Frau, die einem Klamotten leiht, zufällig die gleiche Brustgröße wie man selbst hat.

»Mein Fazit«

Das Debüt der Autorin J.K. Bloom ist alles andere als perfekt oder „der Newcomer“ schlechthin. Dafür habe ich mich stellenweise gut unterhalten gefühlt.

Fürsten der Dämonen I – Unsterblich“ braucht definitiv mindestens einen weiteren Überarbeitungsprozess, um sowohl inhaltlich logisch als auch im Satzbau, Ausdruck und Stil auf voller Länge überzeugen zu können. Manche Ausdrücke muteten wirklich gar zu gruselig an und oft fühlte ich mich auch dezent verhohnepiepelt!

Wer bei Rechtschreibfehlern und Schlimmerem lieber das Weite sucht, sollte es mit diesem Werk gar nicht erst versuchen. Wer da ein dickes Fell hat, wird eventuell glücklicher.

Insgesamt ist J.K. Blooms Werk etwas für alle, die prickelnde Gefühle, höllisch-himmlische Handlungen und nicht zu vergessen: äußerst heiße Engel und Dämonen mögen.

Somit bekommt das Werk aus dem Lyx Storyboard-Wettbewerb 2 sehr, sehr knappe Wölkchen von mir!

Wölkchen2

BibliografischeDaten

Preis: 4,99€

Zu „Fürsten der Dämonen I – Unsterblich“ bei LYX

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