Killing Butterflies von M. Anjelais [Rezension]

Sphinx, du solltest nicht weinen“, sagte er. Bevor er es sagte, hatte ich gar nicht gemerkt, dass ich es tat. „Nicht wenn du kurz davor bist, etwas Bedeutsames zu tun.“

Das Messer zitterte in meiner Hand. S. 350

killing butterflies»Der Inhalt«

Sphinx verbringt viel Zeit mit ihrem besten Freund Cadence, den sie bereits kannte, als sie noch im Mutterleib war. Doch Cadence ist irgendwie anders. Immer bestimmt er, was sie spielen, immer wieder drängt er Sphinx zu Sachen, bei denen sie sich unwohl fühlt.

Irgendwann eskaliert ihr Spiel und Sphinx wird verletzt. Daraufhin zieht er mit seiner Mutter weg, so dass Sphinx keinen Kontakt mehr zu ihm hat, bis sie Jahre später von ihm hört. Er ist schwer krank und hegt den letzten Wunsch, noch einmal Zeit mit ihr zu verbringen. Also muss Sphinx sich entscheiden, welchen Weg sie gehen wird. Wird sie sich wieder auf die dunklen Pfade von Cadence begeben oder in ihrem hellen zu Hause bleiben?

»Tief verstörend?«

Killing Butterflies“ von M. Anjelais hat mich tief verstört. Verstört zum einen, weil ich diese Geschichte nicht nur als krank empfinde, sondern weil sie tatsächlich krank ist und zum anderen, weil ich nicht glauben kann, dass die Autorin das wirklich getan hat.

Prinzipiell ist die Idee dieses Romans gut und ich kann nicht leugnen, dass ich beim Lesen mit ambivalenten Gefühlen zu kämpfen hatte. Ich war gleichzeitig fasziniert UND verstört und geekelt.

»“Naivität, die wehtut“?«

Vielmehr war ich im Laufe der voranschreitenden Handlung jedoch verstört von der Naivität bzw. der Gedankenwelt der Protagonistin Sphinx. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Figur und sei es nur in einem Roman, dermaßen – verzeihung – „dumm“ sein kann. Ihre Naivität kann noch nicht einmal unter dem Deckmantel der Selbstlosigkeit oder Selbstaufopferung geführt werden. Nein, Sphinx scheint einfach nur vor sich hin zu leben, ohne Ziele und komplett gefangen in ihren wirren Gedanken um ihren einst besten und engsten Freund Cadence.

Mich hat also das Benehmen der Protagonistin, die angeblich NORMAL ist, mehr verstört als das Verhalten, des offiziell psychisch Kranken in diesem Roman. Denn die Handlungen des psychisch Kranken waren für mich erklärbar und damit auch nachvollziehbar. Ich wurde nicht überrascht, sondern habe die meisten seiner Taten sogar vorhergesehen, doch für das Verhalten der Protagonistin… Nein, dafür gibt es keine Entschuldigung.

Um Spoilerfrei zu bleiben, kann ich die Begründung für mein Urteil leider nicht näher ausführen, was natürlich schade ist, doch wer das Buch gelesen hat, wird mich verstehen.

»Lesen wie schmelzende Butter in der Sonne?«

Natürlich war ich von „Killing Butterflies“ gefesselt und natürlich lesen sich die Seiten mindestens genauso schnell weg wie Butter in der Sonne schmilzt und dennoch wusste ich die meiste Zeit nicht, ob ich nun weinen oder lachen, dieses Buch absolut bescheuert oder doch genial finden sollte.

»Wo die tiefen Einblicke (nicht) wohnen…«

Letztlich habe ich mich für die Tendenz „bescheuert“ entschieden, da meine Kritikpunkte siegen und die Ausarbeitung von M. Anjelais doch zu wünschen übrig ließ. Die „tiefen Einblicke“ in die menschliche Psyche fand ich nicht sonderlich besonders oder gar tief. Vielleicht wurden sie auch durch die Sichtweise der Protagonistin zerstört, denn – wie bereits am Rande erwähnt – diese verhält sich absolut unglaubwürdig. Bedauerlicherweise ist „Killing Butterflies“ aus ihrer Sichtweise in der Ich-Form geschrieben, so dass dieser Punkt SEHR schwer wiegt.

»Rosarotes und kleinmädchenhaftes Walt Disney?«

Die Grundidee der Handlung könnte auch direkt einem Walt Disney Film entsprungen sein, so rosarot und kleinmädchenhaft ist diese. Ich kann hinzufügen, dass zwei sehr junge Mädchen im Buch die Grundidee von der Autorin in den Mund gelegt bekommen, aber vielleicht war wiederum das eine schlechte Idee der Autorin…

Überhaupt werden „PLÄNE“ in „Killing Butterflies“ groß geschrieben. Diese Pläne sollen sich wohl direkt mit den ungeborenen Eiern all der noch nicht geborenen Kinder formen. Das lasse ich mal so stehen und unkommentiert.

»Mein Fazit«

M. Anjelais „Killing Butterflies“ behalte ich mit viel Skepsis im Hinterkopf. Ich kann es weder empfehlen noch nicht empfehlen, weil ich weiß, dass andere LeserInnen bestimmt mehr damit anzufangen wissen. Bei mir hat die Geschichte nicht so richtig funktioniert, dennoch war ich gefesselt und habe es schnell und mit Spannung gelesen.

Wölkchen2

BibliografischeDaten

übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Hardcover
Seiten 368
Alter ab 14 Jahren
ISBN 978-3-551-52071-5
D: 16,99
Zu „Killing Butterflies“ bei Chicken House

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Über Charlousie

Ich lebe · liebe · lese · Ich schreibe · Ich rezensiere · Ich blogge https://leselustleseliebe.wordpress.com/ Eine verrückte, bloggende, verträumte, Buchliebhaberin, die mit ihren Katzen zwischen den Worten wohnt. Wenn du mehr erfahren willst, folge mir auf Twitter, like me on facebook, teile Bilder mit mir via Instagram oder besuche mich auf LeseLust & LeseLiebe.

Veröffentlicht am 02/11/2014 in Buchrezensionen, Rezensionen und mit , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Du weißt ja, wie sehr ich das Buch gemocht habe xD Ich bin ja immer noch der Meinung, dass du die tiefere Bedeutung bzw den „psychischen Tiefgang“ überlesen hast xD

    Aber gut xD Das können wir irgendwann noch mal im Detail diskutieren xDD
    Ich bin fast enttäuscht, dachte du zerlegst das Buch jetzt richtig, weil du die „Eier“-Sache so schlimm fandest xD

    Naja, wie sagt man so schön: Andere Autoren haben auch schöne Bücher 😛

    Gefällt 1 Person

    • Das findest du NICHT zerlegt?? O.o
      Oooookeeee 😉
      Ja,wir hatten ja auch schonmal drüber geredet ^^
      Und so ganz unrecht hattest du nicht,aber wenn ich das beim Lesen nicht selbst gesehen habe,hilft es ja nichts 😉

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  2. Vielleicht informierst du dich mal über Psychopathen, die können Menschen nämlich gut manipuliert und beeinflussen, dann könntest du auch die verschiedenen Handlungen der Protagonisten verstehen….
    Einige andere Kritikpunkte kann ich nachvollziehen und du hast versucht deine Meinung gut zu formulieren.

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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