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Obsidian – Schattendunkel von Jennifer L. Armentrout [Rezension]

Mein Blick flackerte, als ich in sein Gesicht sah und schließlich an seinen Augen hängenblieb. Sie waren riesig und leer. […] In diesen Augen erkannte ich, dass es noch etwas Schlimmeres gab, als ausgeraubt zu werden, etwas Schlimmeres, als erniedrigt und missbraucht zu werden. Ich sah den Tod darin – meinen Tod – ohne ein Fünkchen schlechten Gewissens. –S. 111

Obsidian - Schattendunkel Cover

»Der Inhalt«

Buchbloggerin Katy wollte nie aus Florida wegziehen. Dort war ihr an Krebs verstorbener Dad noch in ihren Erinnerungen lebendig. Dort fühlte sie sich ihm näher, als jetzt in West Virginia.

Doch auf Dauer kann sie ihrem Frust über den Umzug nicht nachgehen, denn ihre Nachbarn sind nicht nur auffällig gutaussehend und werden von allen merkwürdig angegafft, sie scheinen auch etwas zu verbergen zu haben.

Nichtsdestotrotz findet Katy in dem Nachbarsmädchen Dee bald eine gute Freundin. Nur aus Dees sexy Bruder Daemon wird sie einfach nicht schlau.

Irgendetwas Gefährliches geht in West Virginia vor sich, denn es verschwinden immer mehr Mädchen und rätselhafte Ereignisse sorgen für Turbulenzen. Turbulenzen, die Katy auf ihre wunderschönen Nachbarn zurückzuführen meint.

»Lebendiger Schreibstil«

Jennifer L. Armentrouts fantastischer Auftakt mit „Obsidian – Schattendunkel“ besticht auf den ersten Blick nicht nur mit einem wunderschön schimmernden Cover, sondern auch mit einer Story, die durch einen lebendigen Schreibstil sofort ihre volle Wirkung zu entfalten weiß.

Katy erzählt aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte, die bedingt durch ihren Umzug in das relativ kleine Nest West Virginia ziemlich aufregend zu werden verspricht.

Denn Katy muss sich als waschechte Buchbloggerin so einigen Komplikationen stellen. Beispielsweise bekommt sie keine Post mehr nach Hause, sondern muss für ihre Leseexemplare extra mit dem Auto in den nächsten Ort fahren. Immerhin hat sie Nachbarn – zu meinem Leserglück, denn so kommt die Handlung in Schwung – doch die sind anders, als erwartet.

Diese Andersartigkeit brach beim Lesen immer mal wieder sachte hervor, ließ sich von mir aber nie ganz durchdringen. So wurde permanent ein durchgängiger Spannungspunkt aufgebaut, dem ich mich nicht entziehen konnte.

»Ein Protagonist zum Lieben und Hassen?«

Katys mehr als heißer Nachbar Daemon ist eine Figur, bei der ich zwischendurch auch nie wusste, ob ich ihn jetzt lieben und anhimmeln oder hassen und in den Hintern treten sollte. Gefühlsschwankungen, die in etwa denen der Protagonistin gleichen.

Durch ebenjenen lebendigen Schreibstil der Autorin, wirkten auch die Dialoge auf mich sehr authentisch. „Obsidian – Schattendunkel“ lebt nicht ausschließlich, aber hauptsächlich von seinen Dialogen, die genial anmuten und mich mit hitziger Bissigkeit zum Schmunzeln und Lachen brachten.

»Bloggen verbindet«

Katy selbst beschreibt sich nach außen hin wie eine Zuckerpuppe wirkend, ist in Wahrheit aber ein offener, vorurteilsfreier Charakter mit Warmherzigkeit, Mut und spontan überraschenden Aktionen, die bravourös unterhaltsam durch die Handlung führen.

Eine große Parallele zu mir selbst besteht in Katys Leidenschaft für Bücher und dem Bloggen, in welchem ich häufig kleine Macken und Altvertrautes wiederfand.

Daemon offenbart sich als eine nicht zu knackende und undurchdringliche Nuss, die allerdings so heiß und frech daher kommt, dass sie verboten werden müsste. Ich meine, manchmal befürchtete ich schon, dass mir die Seiten unter den Fingern wegbrennen würden, als so gutaussehend begegnet er Katy!

»Gefährliche Nähe?«

Entgegen aller Klischees jongliert Jennifer L. Armentrout nicht mit dem Schema, der Junge will das Mädchen, sie ihn aber nicht oder andersherum, nein, in „Obsidian – Schattendunkel“ wird mal etwas Anderes versucht.

Was sich neckt, das liebt sich? – Habe ich häufig bei dem Katy-Daemon-Duo gedacht. Gegensätzlichkeiten prallen aufeinander, Krallen werden ausgefahren und allerlei verbale Waffen auf den Tisch gelegt, bis ich nicht mehr wusste, was die beiden noch wollen und was nicht. Unterbrochen wird das ganze von gelegentlich sentimentalen Momenten, in denen sie sich näher kommen und eine Nähe aufgebaut wird. Eine äußerst gefährliche Nähe, wie Jennifer L. Armentrout gekonnt vermittelt und im Hintergrund stetig brodeln lässt.

Überhaupt brodelt es im Hintergrund gewaltig.

»Das Feuer im Hintergrund«

Ein erst kleines Feuer beginnt zu wachsen, dann zu schwelen, gewinnt an – irgendwann – schier unerträglicher Hitze, Druck und Spannung, deren explosionsartige Entladung ich gleichermaßen ersehnte wie fürchtete.

Obsidian – Schattendunkel“ haut dann tatsächlich noch Schocker um Schocker raus.

Trotz der unglaublichen Schocker habe ich mich in Jennifer L. Armentrouts Geschichte permanent gut aufgehoben gefühlt. Anspielungen auf uns bekannte Filme und vieles mehr halfen, das ganze sowohl normal als auch außergewöhnlich zu gestalten. Ein Buch, das mir so vorkommt, als könnte das tatsächlich passieren. Obwohl da gewisse Wesen vorkommen, dessen Kern ihr beim Lesen lieber selbst ergründen solltet…

»Mein Fazit«

Fiebriges Seitenumblättern, aufkeimende Sabberattacken, wildes Herzrasen und ein Angriff auf die Lachmuskeln ist bei Jennifer L. Armentrouts „Obsidian – Schattendunkel“ garantiert. Eine verflixt rasante und tief gehende Geschichte, die mit mehrdimensionalen Figuren, einem mit Überraschungen gespickten Handlungspfad und einer einzigartig kribbelnden Atmosphäre ein wahrer Pageturner und damit meine absolute Empfehlung ist!

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDatenHardcover
Einband Gebunden mit Schutzumschlag
Größe 15,00 x 22,00 cm
Seiten 400
Alter ab 14 Jahren
ISBN 978-3-551-58331-4
D: 18,90 €
Zu „Obsidian – Schattendunkel“ bei Carlsen

 

Vielen Dank an bittersweet.de für das Leseexemplar!

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2 Gedanken zu „Obsidian – Schattendunkel von Jennifer L. Armentrout [Rezension]“

  1. Hallo liebe Charlousie,
    ich habe das Buch noch auf dem SuB. Finde es ganz witzig, dass es da ums Bloggen geht 🙂 Viele sind begeistert, auch wenn die Story an sich gar nicht so neu und teils klischeebehaftet ist. Macht mir gar nichts … solange das Buch sich so pageturnerig liest, wie du es beschrieben hast. Ich liebe Humor in Büchern (und Sabberattacken auch, hihi).
    Grüß dich lieb!
    Damaris

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    1. Heyhey! 🙂

      Na, dann bin ich ja jetzt mal umso gespannter auf deine Meinung!!!!

      Hoffe, dass es auch für dich ein Pageturner mit Sabberattacken wird, aber es ist wahrlich schwierig, sich Daemon Black zu entziehen!! 😉 *gg*

      Wünsche dir ein schönes Wochenende,
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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