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Ich habe gekündigt.

Ich habe gekündigt,

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ist ein Satz, von dem ich nicht dachte, ihn innerhalb der nächsten paar Jahre einmal denken oder gar aussprechen zu müssen.

Es ist ein Satz, der weniger dramatisch klingt, als ich ihn in der Situation empfunden habe.

.

Aber ja, ich habe gekündigt.

Meinen einjährigen Bundesfreiwilligendienst (BFD), der für August 2013-2014 vorgesehen war.

Verbunden damit war für mich ein richtig emotionaler Krimi, den ich euch nicht in all seinen Facetten schildern möchte. Jedoch so viel: Ich habe lange mit meiner Entscheidung gehadert, denn ich bin kein Mensch, der irgendetwas abbricht. Im Gegenteil. Als „Ja“-Sagerin, der es in den Genen liegt, sich für alles und jeden hilfsbereit aufzuopfern, wäre es mir normalerweise niemals in den Sinn gekommen. Wenn nicht der eigene Chef selbst mir so etwas nahe gelegt hätte (und plötzlich ganz überrascht von meiner Kündigung war und es gar nicht nachvollziehen konnte…) In einem unschönen Gespräch, nachdem ich mich fühlte, als seien all die Energie, all die Arbeit und all meine Mühen, die ich in diesen Job – der eigentlich nur ein BFD hätte sein sollen – gesteckt habe, vergebens und wertlos gewesen. Ich habe mich an mein BFD gekettet und gefangen gefühlt und es ging mir so schlecht, wie wirklich lange nicht mehr.

Bei dem Kündigungsgedanken tat sich ein kleiner Lichtschimmer in meinem rasenden und auch sehr schmerzenden Gedankenkarussell auf, der sich anfangs jedoch sehr verboten anfühlte. Ohne die unmittelbare Unterstützung meiner Familie, Freunde und auch von meinem Träger, hätte ich wohl noch länger durchgehalten und mich sehr kaputt gemacht.

 (ICH DANKE EUCH MEHR, ALS IHR AHNEN KÖNNT!)

Ich habe während meines Gedankenprozess auch angenommen, dass es feige wäre, zu kündigen, dann aber festgestellt, dass es eigentlich sogar ziemlich mutig ist, solch eine Entscheidung zu fällen und dann auch umzusetzen.

Entgegen meiner großen Angst, legte ich meine Kündigung auch nicht kommentarlos meinem Chef auf den Schreibtisch, sondern führte noch ein Gespräch. Im großen und ganzen verlief es sogar positiv, leider gab es im Nachgang trotzdem Komplikationen, die wirklich jedem hätten erspart werden können, aber gut, so ist das nun einmal und ich habe viele Erfahrungen – gerade im Kündigungsprozess – dazu gelernt.

Jedenfalls habe ich mich nach der Entscheidung und Umsetzung so befreit, gut und erleichtert gefühlt, wie ich es mir nie hätte träumen lassen.

Bis ich den unerträglichen Zustand erreicht hatte, der mich zur Kündigung trieb, war mir vorher noch nicht einmal bewusst gewesen, wie sehr ich tatsächlich gelitten und wie lange ich sogar durchgehalten hatte!!

Letztlich möchte ich nicht ins Detail gehen, sonst wird mir von irgendwem am Ende noch Diffamierung vorgeworfen, doch ich kann euch versichern, dass ich meine Kündigungsgründe hatte und glücklich bin, diesen Schritt gewagt zu haben.

Wie geht es nun weiter?

Ich breche meinen Bundesfreiwilligendienst nicht einmal ab. Ich werde nur in eine andere Einsatzstelle versetzt. Diese habe ich inzwischen kennen gelernt, den neuen Vertrag unterschrieben und der Dienst beginnt am Montag. Ein ganz neues und hauptsächlich unbekanntes Feld für mich, denn wir arbeiten mit Menschen mit Behinderung zusammen und bis Mitte August bin ich sehr gespannt, was mich alles in fest geregelten 8-Stunden-Tagen erwarten wird! 😀

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit in meiner rein privaten Angelegenheit 😉

Warum ich das überhaupt auf meinem Blog bekannt gebe?, dürften sich auch einige fragen. (Manche schütteln hierbei bestimmt mit dem Kopf à la, das gehört nicht hierher und ist leichtsinnig!), doch ich habe euch schon immer über die grobe Situation meines Lebens auf dem Laufendem gehalten, damit ihr nachvollziehen könnt, wer hinter den Aktionen, Rezensionen und Co. steckt. Mir ist das einfach wichtig, inzwischen ist es auch ein fester Bestandteil geworden und wen es nicht interessiert, der darf bspw. gerne in meinen 500 Rezensionen blättern :P!

eure Charlousie

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21 thoughts on “Ich habe gekündigt.”

  1. Respekt!
    Ich finde es sehr mutig von dir, dass du diesen Schritt gegangen bist. Ich selbst musste auch schon mal kündigen und ich weiss das dies keine leichte Sache ist. Zumal man sich immer vorhält: ich lasse andere irgendwie im stich. Doch im nachhinein ist es nicht so. Man sollte in aller erster Linie immer erst an sich und sein Leben denken.
    Liebe Grüße Jenny 🙂

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    1. Genau das trifft den Nagel auf den Kopf!
      Das war eines meiner größten Probleme, das ich natürlich auch aufs Butterbrot geschmiert bekam…
      So ist das leider. 😦

      Aber ja, wenn man dann anfängt, an sich selbst zu denken, fällt es gar nicht mehr so schwer!

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  2. Das klingt ja nicht so toll, von daher: Glückwunsch zu deiner Entscheidung. Ich kenne es leider nur zu gut, wenn man meint, durchhalten zu müssen, nicht aufgeben/scheitern zu dürfen, aber wenn es nicht glücklich macht, ist ein Schlussstrich einfach das beste. Ich habe deutlich länger gebraut, um das einzusehen ;).
    Jetzt kannst du in deinem BFD wenigstens auch noch was anderes kennenlernen und später vielleicht dann wenigstens auf den zweiten Teil mit viel besseren Erinnerungen zurückblicken.

    LG und viel Erfolg bei der neuen Stelle

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  3. Hallo Charlene!
    Zunächst finde ich persönlich es recht schön, Dich nicht nur als Bloggerin kennen zu lernen, sondern auch als den Menschen, der dahinter steckt, hinter allem hier! Und ich fühole mich ehrlich gesagt schon etwas geschmeichelt, dass Du mit uns Lesern so einen Teil Deines Lebens so teilst! Fühl Dich mal gedrückt!

    Im Leben gibt es Scheidewege, immer und immer wieder, man muss sich mit sich ganz allein auseinandersetzen, sich auch mal eingestehen, dass man einen falschen Weg eingeschlagen hat und ja, da hast Du recht, das ist verdammt mutig! Gibt genug Leute, die dazu nicht in der Lage sind und die landen dann auch gern mal am öffentlichen Pranger, Beispiele liest und hört man jeden Tag in der Presse 😉 Also ist es eine sehr erwachsene Entscheidung von Dir, da die Reißleine zu ziehen, mit allen Konsequenzen!

    Was jetzt vor Dir liegt, ist bestimmt nicht einfach, aber nicht minder spannend, aufregend, bereichernd! Und dafür wünsch ich Dir ganz viel Spaß, Erfolg und gute Erlebnisse!!!

    Also, tschacka! Es kann nur besser werden 🙂

    Liebste Grüße
    Bine
    (die sich mal in den Kopf gesetzt hatte, Erzieherin werden zu wollen und nach einem 3/4 Jahr im Vorbereitungsjahr ihren Irrtum eingesehen und „Lehrgeld“ gezahlt hat 😉 )

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    1. Da hast du natürlich vollkommen recht. Vermutlich wird es nicht das letzte Mal sein, dass ich vor einer sehr schwierigen Entscheidung stehe oder eine für mich schwierige Entscheidung ausfechten muss…

      Aber vielleicht gibt mir die Erfahrung die Kraft oder auch nur die Weisheit, das schneller zu erkennen und dann auch durchzuziehen.

      LIeben Dank auch noch einmal für deine Worte. Eher fühle ich mich geschmeichelt, dass es irgendjemanden interessiert bzw. es irgendjemand gelesen hat… <3!

      Alles Liebe und Gute, drücke dich zurück!!
      Charlousie

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  4. phuuuuuuu! :-/ Ich versteh dich ja so gut! Ich bin auch eine, die sich immer denkt: „Durchbeißen. Nicht aufgeben. Das wird schon… Augen zu und durch.“ Aber wenn einen etwas soooo unglücklich macht, die harte Arbeit nicht gewürdigt wird und man in dem ganzen Schmarrn einfach keinen Sinn sieht, dann ist wirklich das einzige was man machen kann, weiterzuziehen.
    Wenn die Arbeit zur Qual wird, ist es einfach nur mutig und gut, STOP zu sagen, anstatt sich das weiteranzutun. Ich wünsch dir ganz viel Erfolg und Freude bei der neuen Einsatzstelle und hoffe deine Arbeit dort ist interessant und deine zukünftigen KollegInnen super lieb! ❤

    Fühl dich umarmt! 🙂
    Deine Nana

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    1. Dann heißt es für uns beide für die Zukunft nur: Auch mal NEIN-Sagen können (und zwar rechtzeitig), auf sich selbst achtgeben und den Schneid zur Umsetzung besitzen 😉

      Meine zukünftigen Kollegen habe ich inzwischen kennen gelernt und bin schon jetzt recht angetan von ihnen. Zumindest bin ich zuversichtlich, sehr sogar!! 🙂

      Danke fürs Umarmengefühlt!

      Charlousie

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  5. Eine Kündigung zu schreiben ist immer mutig, denn nicht jeder traut sich auch, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
    Außerdem ist der BFD eine Art von Kennenlernen des Berufs und um zu sehen, ob es einem gefällt oder nicht.
    Die Gründe für die Versetzung kennen wir zwar nicht, aber du wars immerhin ehrlich zu dir selbst und bist glücklich mit deiner Entscheidung. Das ist die Hauptsache.
    Und wer weiß, vielleicht gefällt dir die andere Stelle ja viel besser? Die Zeit wird es zeigen.

    Ich selbst habe ja ebenfalls einen BFD absolviert und stand nicht vor einer solchen Entscheidung, kenne aber dennoch mehrere aus meiner Gruppe, die sich dazu entschieden haben, da es das Bessere für sie selbst war.

    🙂

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    1. Ja, eine hat bereits abgebrochen, weil sich ein Konflikt von Anfang an einfach nicht klären ließ und sie ziemlich stark darunter gelitten hat. Also unter dem Aspekt: Prima!

      Ich möchte ungern abbrechen, weil ich in dem einen Jahr Erfahrungen sammeln wollte und das Gefühl habe, ich würde mich da um welche betrügen, wenn ich das nicht durchziehe. Außerdem habe ich das Abitur geschafft und wenn das ging in einem Jahr… sollte ein BFD eigentlich kein Problem mehr sein 😉 !
      Denke ich mir. Sicherlich, da kommen immer unerwartete Komponenten hinzu, aber was soll’s.Gehört zu den Erfahrungen eben auch dazu.

      Ich bin gespannt auf den weiteren Verlauf in einem komplett neuen Bereich.

      Viele Grüße,
      Charlousie

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  6. Ein sehr mutiger Schritt, den ich ähnlich auch vor ein paar Jahren hinter mich gebracht habe und es nicht bereut habe! Man darf sich nicht von solchen Menschen kaputt machen lassen und muss immer das eigene Wohlbefinden im Blick haben.
    Es gibt auch in der Arbeitswelt nicht nur rosige Zeiten, aber wenn man beispielsweise täglich mit Bauchweh zur Arbeit kommt, läuft einfach was schief! Ich wünsche dir viel Erfolg für deine neue Stelle und hoffe, du wirst dort glücklich! 🙂

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  7. Ich kann Dich nur zu gut verstehen – ich habe fünf Jahre lang einen ungeliebten Job gemacht – ohne Anerkennung des Arbeitgebers. Daher war es für mich auch eine Genugtuung, als dieser Ausbeuter-Betrieb eines Tages in Konkurs ging. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gekündigt. Es waren Betriebsferien, ich hatte meine ganzen Sachen mit nach Hause genommen und mir einen anderen Job gesucht. Im Urlaub gekündigt und bin dann auch nicht mehr dort aufgetaucht, schließlich hatte ich noch massenhaft Ürlaub übrig, weil der mir oft verweigert wurde.

    Meine Eltern waren damals entsetzt über meinen Entschluss, doch das war mir egal, weil ich kurz danach mit meinem damaligen Freund und jetzigem Mann zusammengezogen bin. Wenn man sich sonntags schon vor dem Montag fürchtet – das kann nicht gut sein. Ich bin mit Angst zur Arbeit gegangen. Und als ich einen neuen Job hatte, das war für mich wie ein neues Leben. Wir stehen auch hinter unserer Tochter, die demnächst ihre Gesellenprüfung macht und dann eigentlich auch einen neuen Weg einschlagen möchte.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Spaß mit Deinem neuen Aufgabengebiet.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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    1. Das klingt heftig und fünf Jahre… Eine echt elendig lange Zeit… !!

      Man darf einfach nie vergessen, wie viele Stunden vom Leben und wie viel Leben tatsächlich der Job ausmacht, ob man das nun wünscht oder nicht und wenn man ihn fürchtet… schwieriges Überleben oder gar GUTES Leben. :/

      Aber es freut mich, dass ihr da eure Tochter unterstützt und dass du dich trotz allen Entsetzens aus deinem Umfeld durchgesetzt hast!

      Herzliche Grüße,
      Charlousie

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