Mein Geständnis

Präsentation1

Deine Worte haben mich verzaubert.

Da habe ich sie genommen, ohne dich zu fragen.

Habe sie etwas verdreht, verschönert, kaschiert und retuschiert, bis sie in mein Gebilde passten.

Denn deine Worte, die haben mich fasziniert.

Ich habe sie mir angeeignet, besaß nicht den Mut, dich zu fragen.

Sollte mich entschuldigen, denn mein Recht ist das nicht, oder?
Andererseits, würdest du es nie merken.

Habe sie schließlich verändert. Im Kern und in der Botschaft noch deine Handschrift, aber ich bin einmal durchgelaufen, habe meine Fußabdrücke hinterlassen. Unkenntlich? Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Du weißt nicht, dass ich Wortsammlerin bin. Immer auf der Suche, wandere ich durchs Leben, pflücke mir die Teile zusammen, die sich mir in den Weg stellen, sich anbieten, die in meinen Ohren ihren unvergleichlichen Klang hinterlassen. Worte, die duften, beinahe greifbar sind.

Sind es dann deine oder meine Worte?

Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, ich habe mir deine Worte genommen.

Soll ich dir das gestehen oder schnell zum nächsten gehen?

Weiter suchen, weiter pflücken, weiter Fußabdrücke durch die Leben der anderen ziehen. Handschriften verfälschen. Oder ist es doch nur ein verändern, vielmehr eine Bereicherung?

Darf ich, was ich tue?

Der Drang bleibt. Ich muss mich entschuldigen. Habe dich deiner Worte beraubt.

Du hast es nur so dahingesagt. Seicht, leicht und flockig rollte es zart schmelzend von deiner Zunge, hinein in meine Fänge.

Ich pflücke sie nur. Das ist ganz leicht.

Ich gestehe, ich könnte selbst dann nicht aufhören, wenn du mich darum bätest.

Ich bin die Wortsammlerin und dies ist mein Geständnis.

Wo ich gehe, wo ich stehe. Wo ich atme, wo ich lebe. Deine Worte sind nicht sicher vor mir. Ich kann sie nicht verklingen lassen, muss sie bewahren, muss ihnen neue Kleider nähen, ihnen Flügel geben, um andere zu beflügeln.

Ob nun der Weg das Ziel ist oder der Weg nur ein Mittel zum Zweck. Darüber dürfen sich Philosophen gerne noch weitere tausend Jahre den Kopf zerbrechen.

Ich habe (m)eine Glück und Leid Kalkulation aufgestellt und bin mir sicher:

Mein Verweben der Worte rechtfertigt es, dass ich dich beklaue. Immer und immer wieder.

Wenn du das weißt, tut es mir leid.

Doch ich kann nicht anders.

Verzeih mir, dies ist mein Geständnis, gewürfelt alleine aus meinen Worten.

Nur meine Fußabdrücke. Du könntest deine daneben setzen…

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Über Charlousie

Ich lebe · liebe · lese · Ich schreibe · Ich rezensiere · Ich blogge https://leselustleseliebe.wordpress.com/ Eine verrückte, bloggende, verträumte, Buchliebhaberin, die mit ihren Katzen zwischen den Worten wohnt. Wenn du mehr erfahren willst, folge mir auf Twitter, like me on facebook, teile Bilder mit mir via Instagram oder besuche mich auf LeseLust & LeseLiebe.

Veröffentlicht am 03/05/2014 in Aktionen, SchreibEcke und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Wortsammlerin. Ein schönes Wort. 🙂

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  1. Pingback: Auslosung³ zum Welttag des Buches – Blogger schenken Lesefreude |

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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