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Wut und ihre Formen – Bloggeraktion zu Anna Seidls „Es wird keine Helden geben“

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Im Rahmen einer großen Bloggeraktion möchte ich euch heute einen kleinen Aspekt des Buches “Es wird keine Helden geben” von Anna Seidl nahe bringen.

Anfang der Woche habe ich die Rezension veröffentlicht, in der ihr gerne nachlesen könnt, warum ich den Roman trotz seines ernsten und bedrückenden Themas weder besonders gut noch besonders prächtig oder spektakulär umgesetzt fand.

Nichtsdestotrotz gibt es etwas, dass mich an an Anna Seidls Buch beschäftigt hat und das werde ich euch im Folgenden vorstellen…

Als Verständigungsstütze: Die Protagonistin der Geschichte heißt Miriam und ich empfehle euch die Rezension vorher zu lesen. Ein Muss ist es jedoch nicht ;-).

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Es gibt da ein Gefühl.

Es umfasst drei popelige, kleine Buchstaben und drückt dennoch eine unglaubliche Komplexität aus.

Es ist dieses Gefühl, das über das hinausgeht, was diese drei Buchstaben aussagen.

Die interessantesten Formen kann dieses Gefühl annehmen, wenn es von außen ganz nüchtern und rational betrachtet wird.

In vielen Facetten und Taten kann es sich ausdrücken, wild und wie eine Bestie tobend hervorbrechen.

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Wut.

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Auf der einen Seite ist es nur ein Gefühl. Auf der anderen Seite ist es so viel mehr.

Es ist die Wut, die manche Menschen zu bösen Taten antreibt. Sie ungewollt zur Eskalation zwingt.

Jemandem rutscht die Hand aus. Prügeleien. Manchmal bis in den Tod.

Wut kann negativer und positiver Motor sein.

Die Wut, die dich dazu bringt, nicht aufzugeben und weiterzumachen.

Die Wut, die da ist, damit du sie als Sprungbrett benutzen kannst, deine Flügel ausbreitest, abspringst und dem nächsten (hoffentlich besseren) Abschnitt entgegen siehst.

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Wut.

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Nur drei kleine Buchstaben. Oder?

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Warum die Wut? Spielt sie eine Rolle für “Es wird keine Helden geben”?

Allerdings, das tut sie.

Es ist die Wut, die Miriam braucht, um den Amoklauf zu verarbeiten.

Es ist die Wut, die den Amokläufer antreibt, seine Tat zu begehen.

Die Wut. Sie kann endlos sein. Brennen und brennen und brennen. Du stehst in Flammen und merkst noch nicht einmal, dass dich das Feuer sogar schon selbst verzehrt hat. Abgebrannt.

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Wut, Wut, Wut. Überall. Blinde Wut, kontrollierte Wut, ausgelebte und unterdrückte. Immer wieder begegnet sie uns. Sowohl in “Es wird keine Helden geben” als auch im realen Leben.

Wie sieht deine Wut aus? Wie gehst du mit ihr um?

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Meine Wut kann ich manchmal mehr, manchmal weniger zügeln. Ich breche nie in Gewalt aus, doch neige ich dazu, vieles mit mir selbst auszumachen. Die Wut in meinem Inneren, anstatt sie in die Freiheit zu entlassen.

Wenn ich bspw. an Eltern denke, die nicht für ihre Kinder da sind, werde ich wirklich zum kleinen Berserker. Leider hilft mir das nicht weiter. Für das, was mir helfen könnte, gehören allerdings zwei Menschen dazu, so dass ich in diesem Segment sehr hilflos bin.

Zusammengefasst könnte ich an meinem wütenden „Eltern“-Zustand arbeiten oder auch daran, dass ich dazu neige, meine Wut in mir brennen zu lassen.

Meistens schränkt mich meine Wut nicht dauerhaft ein (abgesehen davon, dass ich selten wirklich wütend bin) in einigen Fällen belastet und behindert sie mich aber doch länger als sie es sollte. 

Doch es gibt auch genug Menschen, die mit ihrer Wut wirklich überfordert sind. Sie wissen nicht, wohin mit dieser. Neigen zu Aggressivität oder fressen alles so schlimm in sich hinein, dass sie gesundheitliche Beeinträchtigungen davontragen.

Diese Menschen sollten sich Hilfe holen. Oft reicht es schon, wenn man enge Vertraute/Freunde einweiht, die für einen da sind, wenn man mal wieder nicht weiß, wohin mit seinen Gefühlen oder was man machen soll, weil irgendwie alles zu viel ist und einen zu übermannen droht.

Teilweise braucht es aber auch professionelle Unterstützung.

Dann gibt es bspw. Die Möglichkeit, sich bei seinem Hausarzt nach guten PsychotherapeutInnen oder Psychologen/in zu erkundigen.

Heutzutage sollte das kein großer Schritt mehr sein, da die meisten wissen, dass keine ausschließlich “Bekloppten” und “hoffnungslosen Fälle” eine solche Therapie in Anspruch nehmen.

Sicherlich, es gibt auch genug, die Ärzte für die Psyche skeptisch betrachten, doch ob diese “Lösung” für einen selbst in Betracht gezogen werden kann, kann man nur selbst herausfinden…

Vielleicht ist Anna Seidls Lektüre “Es wird keine Helden geben” kein schlechter Anfang, um sich an das Thema Wut und ihre Ausformungen heranzutasten!

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7 thoughts on “Wut und ihre Formen – Bloggeraktion zu Anna Seidls „Es wird keine Helden geben“”

  1. Harriet Goldhor Lerner hat einen Titel geschreiben: Wohin mit meiner Wut. Es ist eines der Bücher, mit denen ich immer wieder umziehe, auch wenn ich es sicher 20 Jahre nicht mehr gelesen habe. Aber es ist einfach gut!

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  2. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Du in letzter Zeit mal über irgendwelche Neuerscheinungen gestolpert wärst .. da dachte ich hole ich das mal nach, falls es dramatischer Weise an die vorbei gegangen sein sollte: als du „Wie ein Flügelschlag“ von Jutta Wilke damals verlost hattest, war ich die glückliche Gewinnerin und du konntest mich mit deiner Begeisterung anstecken. Nun erscheint ihr Jugendbuch „Dornenherz“ und falls du davon noch nichts gehört hast .. ich bin auf Seite 62 von 217 und zwar noch nicht so angetan wie von ersterem Roman .. Aber es gefällt mir schon sehr gut.
    Es wäre jedenfalls schade, wenn du dieses Leseabenteuer verpassen würdest 😉
    LG Jimmy

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    1. Huhu Jimmy 🙂

      Das ist wirklich äußerst lieb von dir!! 😀
      Also, von dem Buch habe ich sogar schon gehört und es auch schon auf meine Wunschliste gepackt! 😉
      Aber bspw. „Schwarz wie Schnee“ fand ich im Vergleich zu „Wie ein Flügelschlag“ auch nicht soooo toll.
      Aber richtig cool, dass du „Wie ein Flügelschlag“ auch so gut gefunden hast!! ❤ ein wirklich großartiges Buch!

      Alles Liebe,
      Charlousie

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      1. Hi Charlousie 🙂
        Dann war meine Sorge ja ganz unberechtigt. „Schwarz wie Schnee“ kenne ich nicht. Aber wenn es eh nicht sooo der Hit war, tuts ja nicht weh. In „Dornenherz“ stecken auf jeden Fall wieder viele schöne Zitate und eine tolle doppelbödige Story, auch wenn sie stellenweise recht durchsichtig ist .. ich lese eifrig weiter und bin morgen fertig.

        LG Jimmy

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        1. Du machst mich aber schon SEHR, SEHR neugierig auf „Dornenherz“ 🙂 Schäm dich! 😀

          Ich sehe schon, ich muss mich damit ein wenig mehr ranhalten 😉

          Hoffe, dass der Endspurt noch gut war, wird!

          Wünsche dir einen fantastischen Freitag!!

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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