Rezensionen

Teil III: Bloggertreffen in Stuttgart und Lesung mit Thomas Thiemeyer. Anschnallsixpacks, Reichtum, Leidenschaft und Business.

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»Delikate Sitzplatzprobleme«

Gemütlich bummelnd gehen wir einige Minuten im leicht tröpfelndem Nass in das Lokal Brauerei Schönbuch, indem Anka für Autoren und Blogger Tische reserviert hat.

Die Platzsuche gestaltet sich als etwas kompliziert, da sich ganz automatisch Autoren und Blogger je unter sich an den Tischen gruppieren. „So geht das aber doch nicht“, meint da der Rainer Wekwerth und setzt sich prompt an die Tischecke zu uns.

Nun beginnen Gespräche über Rezensionen, Leserunden und natürlich über Rainer Wekwerths Arbeit als Autor.

Genütliches Beisammensitzen :) © Jörg Weis
Genütliches Beisammensitzen 🙂 © Jörg Weis

»Nichts läuft mehr ohne Agenten«

Ich sage euch, ich habe viele wertvolle und unbezahlbare Tipps zur Buchbranche erfahren.

Nichts läuft mehr ohne Agenten“, ist Rainers Aussage. Trotzdem sei es heutzutage leichter zu publizieren, da man durch den Agenten als Zwischenstation bessere Chancen hätte.

Puuuuuuuuh, habe ich gedacht und gestanden, dass ich aber doch gar keine Ahnung davon hätte, was ich einem Agenten alles von mir vorlegen müsste, wie ein Anschreiben aussehen soll, etc.

"Lächelt doch mal :D" © Jörg Weis
„Lächelt doch mal :D“ © Jörg Weis

Praktisch, dass ich einen erfahrenen Autor als Gesprächspartner habe, der mir sofort die – absolut NICHT 😀 – geheimen „Tricks“ verrät.

Die Reihenfolge lautet in etwa so:

Der Agent liest sich dein Anschreiben durch. Überzeugt ihn das, guckt er in deinen Klappentext. Gefällt ihm der, liest er sich deine Vita durch. Gefällt sie ihm, liest er dein Exposé. Überzeugt ihn das, fordert er dein Manuskript an.“

»Und wer ist nun der Richtige, um dir das Schreiben beizubringen?«

Ich erzähle auch davon, dass ich mich für Kreatives Schreiben in Leipzig beworben hatte und abgelehnt wurde. Dafür findet Rainer die passenden Worte. Er vergleicht den Studiengang Kreatives Schreiben zunächst einmal mit dem in Amerika. Dort würden auch Autoren an den Universitäten lehren. Wie sähe das in Deutschland aus? Guckt man sich die Publikationsliste derjenigen an, handele es sich vordergründig um Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien, die keiner kenne.

"Warum guckt denn keiner? ;-)" © Jörg Weis
„Warum guckt denn keiner? ;-)“ © Jörg Weis

Nein, nein“, bekräftigt er. „Wie soll dir jemand beibringen Publikationsfähig zu werden, wenn er es selbst nicht gepackt hat?“

Klingt für mich einleuchtend, doch Rainer ist noch nicht fertig:

Ski-Unterricht bekommst du doch auch von jemanden, der Ski fahren kann. Was würde das für einen Sinn ergeben, wenn sie dir einen Fahranfänger vorsetzen?“

Stimmt, denke ich und schöpfe neuen Mut.

»Eine Fleischplatte für zwei«

Schwierig ist irgendwie die Speiseauswahl, wenn ich vor lauter Aufregung nicht weiß, woran ich zuerst denken soll. Es gilt so viel zu Fragen, die anderen wissen so viel Spannendes zu berichten und … schöner kann es nicht mehr sein, oder?

Caro und Rainer überzeugen mich letztlich, eine typisch, schwäbische Spezialität zu bestellen. Kaum sind nur noch Maultaschen und Spätzle im Rennen, sagt Rainer plötzlich: „Sag mal CharlieL, wollen wir uns nicht eine Fleischplatte zusammen teilen?“. (Der Name der Platte ist mir entfallen…)

Ich begutachte die Fleischplatte auf der Karte und stimme dem Vorschlag dann zu.

Zusammen mit einem Autor im Lokal essen, ist schon cool. Zusammen mit einem Autor eine Fleischplatte teilen? Obercool! 🙂 Ich muss strahlen wie eine kurz vor dem Durchbrennen begriffene Glühlampe!

Das ist eine verdammt schwierige Entscheidungsphase :) © Jörg Weis
Das ist eine verdammt schwierige Entscheidungsphase 🙂 © Jörg Weis

Die Platte fällt dann übrigens so üppig aus, dass wir sie nicht komplett vertilgen können, obwohl sie super, super lecker ist.

Bei gutem Essen, leckeren Getränken und einer stimmigen Atmosphäre gehen die Gespräche weiter. Autorin Christine Spindler plaudert Interessantes zu ihren Büchern und ihrer Tochter aus, das ich so nie vermutet hätte. 😉

Wir sitzen lange zusammen, bis wir irgendwann so wenige sind, dass Thomas Thiemeyer zu uns aufrutscht.

Plötzlich sitze ich dann zwischen diesen beiden „dutfen Kerlen“. Ich glaube, das ist beinahe zu viel für mich.

Nun wird es noch lustiger und noch interessanter. Rainer und Thomas werfen sich flachsend Ball um Ball zu, schildern Anekdoten, Erfahrungen und ganz wichtig: Schrille und famose Episoden aus ihrem „Club der fetten Dichter“. Ein wirklich spezieller Club. Zwei Aufnahmekriterien darf ich sicherlich verraten: Man muss mindestens ein Buch veröffentlicht haben und darf Wolfgang Hohlbein nicht mögen ! 😉

»So reich wie Harry Potter?«

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Thomas Thiemeyer, der Entertainer und Unterhalter 😉

Passend dazu schildert Thomas, wie die erste Frage von Kindern bei Lesungen ausfällt: „Sind Sie rei-h-eich?“

Erwachsene wollen wohl immer wissen, woher sie die Ideen nähmen.

Witzig ist der von ihnen beschriebene Kontrast der Lesungen für verschiedene Altersklassen. Wenn es den Kindern gefalle, säßen sie aufmerksam, mit offenem Mund und staunenden Augen vor ihnen, wenn es ihnen missfiele, wären sie ununentwegt am tuscheln und lärmen.

Bei Erwachsenen hingegen erwarte sie grundsätzlich eine Wand aus finster oder skeptisch dreinblickenden Gesichtern, die oft noch die Arme verschränkt hielten. Tz, tz, warum immer so „unfreundlich“ (wirkend) habe ich mir da gedacht.

»Wer träumt denn da von Anschnallsixpacks? :P«

Ich nehme an diesem Tag – generell während des gesamten Wochenendes – viele schöne Eindrücke mit, die mir so kostbar erscheinen, dass ich mich in den Hintern beißen würde, hätte ich diese Reise nicht angetreten.

Sooooo viel Spaß! © Jörg Weis
Sooooo viel Spaß! © Jörg Weis

Ich habe neue Gesichter und Bloggerinnen kennen gelernt. Endlich auch Bloggerinnen, die ich schon lange mal treffen wollte und Autoren, denen ich für ihre viele Zeit danke. Danke auch dafür, dass sie sich die viele Zeit für uns genommen haben, uns lehrten, dass sie auch „nur“ Normalsterbliche sind, von Anschnallsixpacks träumen können, sich mit Bloggerinnen im Restaurant mal eine üppige Platte zu zweit gönnen und ihre wertvollen Erfahrungen und Tipps aus dem Business mit uns teilen. (Sie sind und bleiben einfach etwas Besonderes ;-))

»Man muss etwas mit Leidenschaft tun«

Dann ist da noch dieser eine Satz von Rainer, der mir nie wieder aus dem Kopf gehen wird, denn er ist so unglaublich wahr und hilfreich. Gerade, da ich momentan in einer Lebensphase stecke, in der ich mich entscheiden muss zwischen meiner risikoreicheren Leidenschaft oder der „sichererer“ wirkenden Alternative. Einen Garant hat man am Ende nie, doch nach diesem Satz sollte mir die Entscheidung nicht mehr allzu schwer fallen.

Man muss etwas mit Leidenschaft tun. Geld ist notwendig, aber nur zweitrangig. Denn das brauchst du nur, wenn du dir die Freude kaufen musst, die dir dein Job nicht bringt.“ – Ist das ein wahnsinniges Zitat oder ist das ein super wahnsinniges Zitat???! (Besitzt Potenzial zum Einrahmen! :P)

Da es wahnsinniger und unerträglich schöner nicht mehr werden kann, verabschiedet sich allmählich auch die liebe Anka, so dass wir uns alle auflösen. Wir knipsen noch die letzten Erinnerungsfotos, verabschieden uns und sind uns alle einig, dass solch ein Tag gerne wiederholt werden darf. (Ich hoffe sehr darauf 😀 ) Diese beiden Fotos sind übrigens eins meiner Highlights, weil es sooooooooooooo schön war!!! ❤

DAS war aufregend!! :)
DAS war aufregend!! 🙂 © Anka Malterer
Augen zu und in Glückseligkeit schwelgen © Anka Malterer
Augen zu und in Glückseligkeit schwelgen © Anka Malterer

Caro und ich fahren euphorisch und beide ziemlich geplättet und auf irgendwelchen Wolken schwebend zu ihr nach Hause. Dort reden wir ihrem Freund erst einmal ein paar Knöpfe an die Wange und tauschen uns dann noch stunden, stunde, stundenlang aus.

Irgendwann um 02:00 Uhr siegt leider unsere Müdigkeit, wir genehmigen uns gute 4 Stunden Schlaf und quälen uns um 06:00 Uhr aus den Betten. (Es ist noch dunkel!)

»Die Heimreise. Stuttgart – Kassel. Oder: schlafen ist schön.«

Ich nehme meine sieben Sachen, Caro und ihr Freund fahren mich nettwerweise zum Bahnhof, ich kenne die Geschichte inzwischen und sitze eine halbe Stunde in der U-Bahn, bevor ich am Busbahnhof ankomme.

Inzwischen bin ich es gewöhnt, dass ein Fernbus, der um 08:00 Uhr starten soll, NICHT um 08:00 Uhr startet.

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Der Busbahnhof in Kassel

Die weitere Fahrt nutze ich, um Notizen zum Wochenende anzufertigen, doch die meiste Zeit schlafe ich.

Gegen 15:00 Uhr fahren wir in Kassel ein und ich erblicke sofort bunte, schrille und ausgefallene Kostümierungen. Das Wochenende ist vorbei, die Conichi, der ich den Rücken zukehrte, am Ausklingen und ich packe bereits für die nächste Reise…

~Ende Teil III~

Ich könnte noch mehr Seiten mit diesem Bericht füllen, noch mehr lobende und dankende Worte finden und gar nicht mehr aufhören mit dem Tippen.

Deswegen bleibt mir als letztes zu sagen:

Lasst uns das Wiederholen, ich freue mich, dass ihr alle dabei gewesen seid (auch diejenigen, die ich nicht namentlich erwähnte. Seht es mir bitte nach, der Bericht ist sowieso schon zu lang -.-) und ich bin auch besonders glücklich, Caro und ihren Freund kennengelernt zu haben!

Auf ein nächstes Mal,

Charlousie

Du hast Teil I oder II oder sogar beide verpasst? Das ist kein Beinbruch, denn wenn du auf die Banner klickst, wirst du zu den Artikeln weitergeleitet und kannst alles nachlesen! Viel Spaß!

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Weitere lesenswerte Berichte findet ihr hier aufgelistet!(Wenn ich jemanden vergessen habe, bitte laut schreien :)):

 

PS: Spätestens nach diesen drei Berichten könnte für manche nachvollziehbarer geworden sein, warum ich es LIEBE, Bloggerin zu sein!!!! 😉

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8 thoughts on “Teil III: Bloggertreffen in Stuttgart und Lesung mit Thomas Thiemeyer. Anschnallsixpacks, Reichtum, Leidenschaft und Business.”

  1. Tolle Beiträge!!! 🙂 Hat richtig Spaß gemacht, alle drei zu lesen!
    Ich hab mich auch meeega gefreut, dich kennenzulernen und hoffe wir sehen uns mal wieder 😉

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    1. Huhu Julia!
      Deinen Bericht fand ich auch sehr gelungen und es hat Spaß gemacht, ihn zu lesen. (Leider kann ich bei Blogspot irgendwie nicht kommentieren, sonst hätte ich dir das auch direkt mitgeteilt :/ )

      Auf ein nächstes Mal und liebste Grüße,
      Charlousie

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  2. richtig toller dritter Teil 🙂 und das Zitat ist wirklich genial und definitiv so was von wahr ❤
    Der Abend klingt auch so richtig schön, ich wäre gerne noch mit dabei gewesen. 😦
    Ich hoffe auch, dass sich so ein Tag ganz schnell wiederholt.

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    1. Hey Ally! 🙂
      Danke!!
      Wir hoffen einfach auf ein (schnelles) nächstes Mal!
      Und ja, dieses Zitat…. unglaublich … ❤
      Vielleicht klappt's ja auch schon auf der fBM? 😉

      Einen schönen Sonntag wünsche ich dir,
      Charlousie

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  3. Liebe süße Charlousie,
    was für ein Beitrag der mir Tränen in die Augen gezaubert hat vor Rührung. Wie schön du alles beschreibst. Ich fühle mich als ob ich dabei gewesen bin. Oh wie sehr hoffe ich das ich so einen Tag mit euch mal erleben darf. Ich weiß ich bin keine wirkliche Bloggerin da ich nicht so viele Rezensionen und Interessantes zu berichten habe, wie ihr alle zusammen, aber ich schreibe mit Leidenschaft und gebe mein Bestes. Vielleicht darf ich ja mal mit, wenn ihr mich für würdig befindet euch zu begleiten.
    Es herzt und knuddelt dich
    Deine Bettina

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    1. Huhu Bettina!
      Du schockierst mich ja doch ein bisschen. Was schreibst du denn da von würdig? Du musst nicht erst würdig WERDEN, das BIST du doch schon längst. Ich behaupte mal, dass jede/r willkommen ist bei diesen Treffen, nur wenn man nicht bloggt, fehlt ja doch meistens das Interesse daran! 🙂

      Wenn du Lust hast, komm beim nächsten Mal einfach. Es gibt ja keine Jury, die festlegt, dass nur diese Art von Blogger kommen darf mit so und so vielen Rezensionen. Nebenbei bemerkt: Dein Blog gefällt mir wirklich GUT!!! (Werde ihn noch in meiner Blogroll aufnehmen 😉 ) und ich freue mich, dass du bloggst und wir uns dadurch kennengelernt haben! ❤

      Und einen kleinen Moment bist du ja dabei gewesen! 😉
      UUUuuuuuuuuuuuuuuuuuuuund: DANKE! Ich freue mich enorm, dass dir meine Beiträge so zusagen! War EXTREM aufwendig, aber bei der tollen Resonanz, ist es das mehr als wert…

      Liebste Grüße und bis bald 😀
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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