Rezensionen

Rainer Wekwerth erzählt! Über ‚das Eine‘, sein labyrinthischstes Werk und den alltäglichen Autoren-Spagat [Autoreninterview]

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Meine lieben LeserInnen!

Durch die „Damian“-Bücher bin ich schon lange ein großer Fan von Rainer Wekwerth und präsentiere euch daher voller Stolz ein großartiges Interview, nachdem theoretisch jede/r neugierig auf seine Bücher werden sollte! 😉 Viel Spaß beim Lesen, ich zumindest habe mehrmals gelacht und schmunzeln müssen!!

Kurzvita

Rainer Wekwerth, Jahrgang 1959,
hat zahlreiche Bücher, teilweise unter Pseudonym veröffentlicht und dafür Preise gewonnen.

Er ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt in der Nähe von Stuttgart.

Mehr Infos unter www.wekwerth.com

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C: Lieber Rainer. Ich freue mich sehr, dich heute auf LeseLust & LeseLiebe begrüßen zu dürfen.

R: Hallo Charlousie, danke für die Einladung.

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»Schreiben. Wie aus vielem ‚das‘ Eine wurde«

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C: Beginnen wir mit einer typischen Standardfrage: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Hast du vorher etwas anderes gemacht?

R: Geschrieben habe ich schon seit meinem 7. Lebensjahr, aber bis zur ersten Veröffentlichung im Jahr 1996 musste ich ja irgendwie die Zeit totschlagen, also habe ich als Fotolaborant, Drucker, Versicherungsvertreter, Autolackierer, Landschaftsgärtner, Grafik Designer und Journalist gearbeitet. Zudem war ich professioneller Break Dancer, Tae Kwon Do Trainer, Spieleerfinder und nicht genug damit, ich hatte eine eigene Werbeagentur, einen berühmten Videospielladen und eine wunderschöne Buchhandlung. Klingt als hätte ich drei Leben gelebt. Heute bin ich nur noch Autor und Coach für Kreatives Schreiben.

C: Wo findest du deine Ideen?

R: Wenn ich das wüsste. Ideen blitzen auf. Ständig. Manche sind flüchtig, andere beschäftigen dich über Jahre. Irgendwann weiß du, welches Buch du schreiben willst.

LabyrinthC: Hast du eine Schreibroutine?

R: Ja, ich schreibe täglich außer am Wochenende von 8.00 – 10.00 Uhr. Mindestens 1000 Worte, vorher stehe ich nicht auf.

C: Hörst du Musik beim Schreiben? – Um vielleicht sogar Inspiration zu bekommen?

R: Nein, da brauche ich totale Ruhe, Musik würde mich ablenken.

C: Hast du ein persönliches “Geheimrezept” gegen Schreibblockaden, das du anderen auch empfehlen würdest?

R: Schreibblockaden tauchen nur auf, wenn man die Vorarbeit zum Roman nicht sorgfältig geleistet hat. Ich rate jedem Autor ein vollständiges Konzept und eine komplette Figurenbeschreibung entwickelt zu haben, bevor man den eigentlichen Roman beginnt.

C: Wenn du dir unabhängig von deiner jetzigen Berufung jeden Beruf der Welt aussuchen dürftest, welcher wäre das?

R: Friedhofsgärtner oder Bundeskanzler. Bei dem einen Job hätte ich wunderbar viel Zeit und Ruhe, beim anderen würde ich dafür sorgen, dass einige Größen in Politik und Wirtschaft keine Ruhe mehr finden.

C: Was hat sich seit dem Beginn deiner Autorenkarriere für dich verändert?

R: Sehr viel. Ich lebe ein Leben von dem die meisten Menschen träumen. Ich kann meiner Leidenschaft nachgehen und jeden Tag Abenteuer erleben, auch wenn sie zumeist nur in meinem Kopf stattfinden.

C: Kannst du Schreiberlingen, die selbst vom Schreiben träumen, einen Tipp geben?

R: Gib niemals auf und hole dir jede Hilfe, die du kriegen kannst. Lerne das Handwerk und schreibe, schreibe, schreibe…

C: Vervollständige bitte den folgenden Satz:

Ich bin Schriftsteller, …

R: … weil in mir Geschichten leben, die erzählt werden wollen.“

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»Werke. “Das Labyrinth erwacht” im Fokus«

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C: Mit “Das Labyrinth erwacht” hast du den Startschuss für eine neue Serie im Arena-Verlag

© http://www.damian-dasbuch.de
© http://www.damian-dasbuch.de

gegeben. Nach deiner Dilogie “Damian” rund um einen himmlisch-höllischen Krieg mitten in Berlin, begeisterst du deine LeserInnen nun mit einem ganz anderen Setting: Dem Labyrinth.

Weshalb ist das Labyrinth in deiner Geschichte (bisher? ;-)) so wenig “klassisch” labyrinthisch?

R: Das eigentliche Labyrinth steckt in uns selbst, in jedem von uns. Wir müssen jeden Tag darum kämpfen, wir selbst zu sein und uns nicht im Labyrinth des Lebens zu verlieren.

C: Was ist deiner Meinung nach die Hauptaussage von “Das Labyrinth erwacht”?

R: Freundschaft und Liebe ist größer als alles, ist größer als der Tod.

C: Woher hast du die Idee zum Roman genommen?

R: Das weiß ich nicht. Viele Menschen denken James Dashners Roman „Die Auserwählten im Labyrinth“ hätte mich inspiriert, ich habe aber den Vertrag zur Labyrinth Trilogie ein Jahr zuvor unterschrieben und Band 1 war kurz vor der Fertigstellung als Dashners Buch herauskam.

C:Weshalb diese Vielfalt an Charakteren?

R: Es braucht diese sieben Charaktere um die Geschichte zu erzählen. Jeder von ihnen trägt seinen Teil zur Story bei.

C: In welcher Hinsicht war diese Charaktervielfalt vielleicht eine Herausforderung für dich?

R: Ich habe das nicht als Herausforderung empfunden, sondern als Glück, die Geschichte aus vielen Perspektiven erzählen zu können.

C: Gibt es einen Charakter, den du bevorzugst und einen, der dir beim Schreiben die größte Mühe bereitete?

R: Ich liebe Léon, aber eigentlich sind sie alle meine Kinder. Tian war ein wenig schwierig, da er sehr zurückhaltend ist.

DasLabyrintherwachtC: Spätestens nach dem ersten Band ist klar, dass es noch weitere Teile geben wird. Wie viele sind geplant?

R: Zwei weitere. „Das Labyrinth jagt dich“ und „Das Labyrinth kennt keine Gnade“.

C: Sollte “Das Labyrinth erwacht” von Anfang an ein Mehrteiler werden?

R: Ja, von Anfang an war die Story auf drei Bände geplant. Weniger war einfach nicht möglich, ohne die Geschichte zu verstümmeln.

C: Hast du bereits jetzt den sich über mehrere Bände erstreckenden Plot bis zum Ende und kleinstem Detail durchgeplant?

R: Ja, das Konzept dazu umfasst über sechzig Seiten, aber inzwischen hat die Geschichte teilweise einen anderen Verlauf genommen und wurde überarbeitet.

C: Gibt es eine Szene, von der du findest, dass sie dir am Besten gelungen ist?

R: In Band 1 ist es Kathys Tod, als sie sich vom Dach fallen lässt. In Band zwei gibt es gleich zwei Szenen, auf die ich ganz besonders stolz bin. Meine Probeleser hatten Tränen in den Augen, mehr geht nicht. Mehr kannst du mit Worten nicht erreichen.

C: Gibt es auch eine Szene, bei der dir das Schreiben sehr schwer fiel?

R: Nein. Manchen Szenen sind aufregender als andere, aber mir ist nichts daran schwer gefallen.

C: Was oder wie viel von dir steckt in deinen Werken? – Speziell in “Das Labyrinth erwacht”?

R: Sehr viel. Die Aussagen meiner Bücher, sind meine Aussagen über das Leben und wie man es leben sollte.LZ

C: 5 Adjektive, die dein Werk am treffendsten beschreiben.

R: Spannend, gnadenlos, berührend, unvorhersehbar und vielfältig.

C: Darfst du uns schon eine Kleinigkeit aus der labyrinthischen Fortsetzung verraten?

R: In Band 2 wird alles noch viel dramatischer und Mary entdeckt etwas in sich, von dem sie nicht wusste, dass es da ist.

C: Gibt es bereits konkrete Pläne, die du nach dieser Serie gerne umsetzen würdest?

R: Nein noch nicht. Ich selbst bin noch tief im Labyrinth.

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»Leben. Ein Spagat zwischen Privatem und Beruflichem«

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C: Inzwischen gibst du seit einiger Zeit online kreative Schreibkurse. Vieles kann man auf deiner Webseite nachlesen. Trotzdem möchte ich dich bitten, kurz zu erzählen, wie, wann und wo 🙂 du zu dieser ungewöhnlichen Idee gekommen bist.

R: Als ich meinen Buchladen hatte, war ich schon veröffentlichter Autor und es kam oft vor, dass mich Nachwuchsautoren um Rat fragten. Viele meinten, ich solle doch Schreibkurse geben und mein Wissen teilen. Da ich keine regionale Begrenzung wollte, bot sich das Internet als Plattform für diese Kurse an.

C: Wie ungefähr kann sich jemand Außenstehendes den Ablauf eines solchen Kurses vorstellen?

RZitatRW: Alle meine Kurse haben nur ein Ziel: den Roman des Schreibschülers Wirklichkeit werden zu lassen. Dementsprechend bauen alle Aufgaben aufeinander auf, bis man sein fertiges Romankonzept in Händen hält. Für die jeweiligen Aufgaben hat man 6 Tage Zeit, dann kommt mein Feedback. Wenn beide Seiten zufrieden mit der Lösung sind, geht es weiter, ansonsten arbeiten wir an der aktuellen Aufgabe bis das Ergebnis passt.

C: Wie meisterst du den Spagat zwischen dem Schreiben, Lehren und natürlich dem Privaten aus Familie und Freunden?

R: Das frage ich mich auch manchmal. Es geht aber tatsächlich nur mit viel Arbeit und viel Selbstdisziplin.

C: Hast du einen Lebenstraum, Wunsch oder Ziel, das du noch unbedingt erreichen möchtest?

R: Ich möchte eines meiner Bücher auf der großen Kinoleinwand sehen.

C: Wie gehst du mit negativer Kritik um?

R: Wenn sie sachlich ist, akzeptiere ich sie. Ist sie unsachlich, ärgere ich mich ganz unsachlich.

C: Wenn du eine Romanfigur in ihrer Geschichte besuchen könntest, wen würdest du da begrüßen?

R: Emily aus dem Buch „Emilys wundersame Reise ins Land der Träume“. Dieses Buch habe ich unter dem Namen Jonathan Abendrot veröffentlich. Ich verdanke Emily meine schriftstellerische Karriere und ich würde ihr gern ‚Danke’ sagen.

C: Hast du zurzeit ein(en) Lieblingsbuch(autor)?

R: John Green „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Ein unglaubliches Buch.

C: Was ist das skurrilste oder witzigste, das dir im Zusammenhang mit deinen Büchern oder Lesereisen passiert ist?ZitatRainerWekwerth2

R: Auf der Leipziger Buchmesse 2013 war mein Buch schon am zweiten Messetag ausverkauft. Sonntags hatte ich dann eine Signierstunde zu der nur wenige Leute kamen, weil es keine Bücher mehr gab, die ich hätte signieren können.

C: Möchtest du zum Abschluss noch etwas an deine LeserInnen loswerden?

R: Danke für die Zeit, die ihr meiner Arbeit schenkt.

C: Vielen Dank, für deine spannenden, abwechslunsgreichen und zum Lachen bringenden Antworten 😉 ! und dass du dir die Zeit genommen hast!

R: Danke für die tollen Fragen

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© http://www.arena-verlag.de/artikel/das-labyrinth-jagt-dich-978-3-401-06789-6
© http://www.arena-verlag.de/artikel/das-labyrinth-jagt-dich-978-3-401-06789-6

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Alles kommt einmal zum Ende, so auch dieses gelungene Interview, von dem ich hoffe, dass es euch genauso begeistern konnte wie mich!!

Und für alle, die schon sehnlichst auf die Fortsetzung von “Das Labyrinth erwacht” warten: Im Juli ist es schon soweit und zwar mit “Das Labyrinth jagt dich!”

Wer nach diesen Antworten nicht sofort zuschlägt! – Bei dem weiß ich auch nicht weiter… 😉

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Ihr habt noch nicht genug?! dann findet ihr auf dieser Seite weitere Interviews!

Interview_Banner

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BibliografischeDaten„Das Labyrinth erwacht“

Preis: 16,99 €

Seitenzahl: 408

Maße: 215.00 mm / 160.00 mm / 46.20 mm

Einbandart: gebunden

Erscheinungstermin: Januar 2013

Microsite: http://www.wekwerth-labyrinth.de

Leseprobe:

Wekwerth_Labyrinth.pdf

Cover-Download:

978-3-401-06788-9.tif

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15 Gedanken zu „Rainer Wekwerth erzählt! Über ‚das Eine‘, sein labyrinthischstes Werk und den alltäglichen Autoren-Spagat [Autoreninterview]“

  1. Hach, ich kann es kaum erwarten, den zweiten Labyrinth Band zu lesen. Teil 1 hat mich umgehauen!
    Das Interview ist richtig toll geworden. Rainer scheint ja ein richtiger Workoholic zu sein! Und dass sein Lieblingsbuch momentan ‚Das Schicksal ist ein mieser Verräter‘ ist, macht ihn noch sympathischer, als er sowieso schon ist 🙂

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    1. Hey Lena!
      Ich fand Band 1 auch toll, obwohl ich nicht restlos überzeugt gewesen bin.
      Ja, ich habe zwar einiges gewusst, doch diese Details nicht und dass mit dem vielen Arbeiten oder was er alles schon ausprobiert hat, war mir auch nicht bekannt…
      Ha! „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ habe ich immer noch nicht beendet, weil ich mich vor dem Ende fürchte…

      Viele Grüße,
      Charlousie

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  2. Bei mir ist eher noch der Wunsch, etwas von ihm zu lesen, da, aber ich finde dieses Interview absolute Klasse! Da macht das Lesen beim Frühstückskaffee echten Spaß 🙂

    Liebe Grüße
    Bine

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    1. 🙂 Als ich den Kommentar (am 28.06.) las, musste ich bei dem Kommi echt schmunzeln und habe mich gefreut!! (:
      Freut mich auch sehr, sehr, sehr, dass dir das Interview gefällt. Meinen Auftrag habe ich somit also erfüllt 😀

      Sonnige Grüße,
      Charlousie

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  3. Hallo Charlousie! Ein tolles Interview. Auch ich habe den ersten Labyrinth-Band gelesen und ich habe mein neues Buch im Online-Schreibkurs mit Rainer geplant. Eine ganz tolle Erfahrung! Nun schreibe ich fleißig an dem neuen Jugendthriller. Ohne Rainer hätte ich das Buch nicht vorher planen können. Ein toller Schriftsteller und Coach! 🙂
    Liebe Grüße,
    Sylvia

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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