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Die Alltagsmaske I

Die Alltagsmaske

W i r  t r a g e n  al l e  e i n e  M a s k e.

Freie Emotionen geraten außer Kontrolle, doch gelenkte, die bekommen wir in den Griff.

Also streifen wir sie uns nach Belieben an und ab. Nehmen Masken zur Hand, wie wir sie gerade brauchen.

Du wirst verletzt? – Nichts leichter als das. Du legst dir Bosheit an und wendest die Angriffe ab.

Du fürchtest dich vor der Wahrheit? – Die Lüge ist so viel simpler und einfacher zu verwenden und trägt sich mit wesentlich mehr Eleganz als Wahrheit.

Du kannst dich nicht wehren? – Warum nicht mit Aggressivität kontern?

Du weißt nicht, wie du dich mit unangenehmen Situationen auseinandersetzen sollst? – Wird doch auch völlig überbewertet, wenn Verrat nur darauf wartet, sich verführerisch an deine Gestalt zu schmiegen.

W i r  t r a g e n  al l e  e i n e  M a s k e.

Schuld sind die anderen.

W i r  t r a g e n  al l e  e i n e  M a s k e.

Der Alltag zwingt uns dazu.

W i r  t r a g e n  al l e  e i n e  M a s k e.

Ehrlichkeit ist selbstzerstörerisch.

Wir maskieren die Realität, legen Schicht auf Schicht und Lage auf Lage. Unfähig, unser wahres Gesicht zu zeigen, verstecken wir es hinter Scheinwahrheiten, die bequem und leicht austauschbar sind. Verschanzen uns hinter einer Abgrenzung aus Sicherheit. Ein hoher Preis. Unbemerkt wird die Sicherheit zum Gefängnis. Zarte Maskenschichten verhärten sich. Werden schwieriger und schwieriger abzustreifen. Doch wollen wir das überhaupt?

Die Verhärtungen passen sich unseren Silhouetten an, werden anschmiegsam, wieder dünner, bilden eine zweite, atmungsfähige Haut. So zart, so fein und so schön dunkel maskierend.

Wir werden zur Maske, versäumen, sie uns herunterzureißen, und sind gefangen in unserem selbst erschaffenen und ewigen Kreislauf der Verhüllungen, Scheinwahrheiten, falschen Freundlichkeiten und geheuchelten Ehrlichkeit. Bis zum Höchstmaß perfektioniert, so dass wir ihren Trug nicht einmal mehr selbst wahrnehmen.

W i r  t r a g e n  al l e  e i n e  M a s k e,

die zu unserer wahren Identität geworden ist.

Wenn wir das erkannt haben, werden wir warten.

Warten auf die Person, die hinter die Maskerade blickt, unseren verletzlichen Kern wahrnimmt und der Farce ein Ende bereitet.
Doch noch t r a g e n  w i r  a l l e  e i n e  M a s k e.

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3 thoughts on “Die Alltagsmaske I”

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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