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Zweite

Zweite
Du bist Zweite. Immer nur die Zweite.
Zweite sein ist doch gut, sagen sie.
Zweite sein ist gut, doch gut, ist nicht gut genug.
Als Zweite bist du unzureichend, dein Leben lang.
Die Ersten holen dich ein, überholen dich und ziehen triumphierend an dir vorbei.

Zweite sein heißt, wahrgenommen zu werden, behaupten sie.
Zweite sein heißt, von der Welt beim Scheitern beobachtet zu werden. Es bedeutet, die Niederlage vor aller Öffentlichkeit eingestehen zu müssen.
Zweite sein ist mehr, als die meisten jemals erreichen werden, meinen sie.
Zweite sein ist deprimierend und verletzend. Du erreichst nicht das, was du willst.
Zweite zu sein, sollte dich vor Stolz erglühen lassen, bekräftigen sie.
Zweite sein zu müssen, sollte dir niemand mehr zumuten. Du fühlst dich schlecht und hast es so satt, den Ersten verbittert hinterher zu starren.
Du möchtest dich von diesem Stigma befreien.
Hängst aber darin fest.
Du bist Zweite und wirst es immer sein.

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26 thoughts on “Zweite”

    1. Hey.
      Wie es dazu kommt? Hmm, manchmal sitze ich so da, dann habe ich eine Idee und schreibe sie mal schnell auf…
      Aber hier gab es wirklich einen klitzekleinen Auslöser. Obwohl sich der GANZ anders gestaltet als es in diesem kreativen Gedanken zunächst aussehen mag! 😉
      Liebe Grüße,
      Charlousie

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  1. Ich suche seit zwei Jahren eine Arbeit. Ich hatte neulich ein Gespräch, das richtig super lief. Ich wurde Zweite… Und alle sagen: „Toll, so viele Bewerber und du wurdest Zweite!“ So lange die Erste allerdings nicht abspringt oder stirbt oder sonstwas, heißt Zweite sein immer noch arbeitslos sein… Ich versteh dich deshalb echt gut!

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    1. DAS IST M I E S !!!
      So etwas hatte ich ja nicht einmal im Kopf und es stimmt schon, dass ein „bisschen“ von mir bzw. meinen Erfahrungen dadrin steckt, aber da ich noch Schülerin bin, habe ich da nicht einmal annäherungsweise dran gedacht. Oh mann.
      Das macht mich jetzt ganz traurig. Weißt du was? Ich drücke dir jetzt ALLE Daumen, die ich habe!!!!! Und zwar so lange, bis es mal geklappt hat. 🙂

      Aller sonnigste und (hoffentlich) frohe Zukunftsgrüße,
      Charlousie

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  2. Hallo Charlousie,

    ja da hast Du mal wieder ein „heißes Eisen “ angefasst!!

    Wenn man zum Beispiel Biancas Beitrag dazu ansieht. Klar, sind solche „zweiten Plätze“ keine Traumsachen, aber ich denke mir, dass auch wenn es auch in diesem Fall nicht von Erfolg gekrönt war doch eine positive Seite abgewinnen sollte….wie viele werden davon nicht mal Zweiter, Dritter usw.

    Für mich zeigt sich da klar, Bianca um bei meiner Vorgängerin zu bleiben ist auf einem guten Weg, dem aber noch etwas halt fehlt und daran..hoffe mal Ihr wurden da Gründe genannt , kann sie doch arbeiten…..

    Es sollte Ihr Mut machen, nicht aufgeben und weiter an sich zu arbeiten.

    Mir ist das in meinem Leben auch öftes passiert, leider deshalb kenne ich auch diese Zweifel an der eignen Person/Können, aber das Leben geht weiter und es gibt sicherlich weitere Möglichkeiten….

    LG..Karin..

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  3. @karin: Das Hauptproblem war sicherlich, dass ich erst in eine 500 km entfernte Stadt ziehen müsste für den Job, und da wolte man wohl doch lieber jemanden, der schon vor Ort ist. Man soll zwar flexibel sein bei der Jobsuche, aber wenn man es ist, trauen sie es einem dann doch irgendwie nicht zu… Ich konnte dem natürlich auch was Positives abgewinnen, aber nach 2 Jahren war das gerade mal der 1. Teilerfolg, und irgendwie hat man irgendwann keine Lust mehr. Ich bin schon 31, leichter wird’s nicht mehr. Aber Jobsuche heutzutage ist halt nochmal so ein ganz heißes Thema, das Charlousie zum Glück (noch) nicht betrifft.

    Aber zu Charlousie möchte ich noch sagen. Du bist noch wirklich jung, glaub mir, du hast noch ganz oft die Chance, auch mal die Erste zu werden! Und bei manchen Dingen ist es auch wirklich schon supermegageil, wenn man „nur“ Zweite wird. Weiß natürlich aber nicht, was genau bei dir los ist, dass du das geschrieben hast.

    LG, Bianca

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    1. Es ist nicht so lebenswichtiges oder existenzielles wie bei dir, liebe Bianca.
      Und ich bin auch schon Erste gewesen, aber das ist schon wieder eine Weile her, so dass mich „Rückschläge“ (und streng genommen sind es keine!) immer extrem deprimieren. Das ist auch so eine Sache:
      Ist man einmal Erste gewesen, begnügt man sich mit dem Zweiten nur noch schlecht. Denn man hat dann ja auch einen gewissen Anspruch und weiß, dass man es theoretisch noch einmal schaffen könnte…

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      1. Hm, schwierig. Aber ich glaube, dass du dich damit auch selbst stark unter Druck setzt und vielleicht Dinge dann nicht mehr so genießen kannst. In vielen Dingen ist der 2. Platz eine super Sache, und vielleicht verliert es ja auch irgendwann den Reiz, wenn du immer Erste wirst. Irgendwann wird es selbstverständlich und man kann es nicht mehr richtig schätzen.

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        1. Sofern man denn überhaupt 1. wird 🙂
          Ich denke auch, es kommt auf die Sachen an, um die es geht. Ich bin ja bspw. auch „nur“ 2. geworden, bei der Blogreporter-Aktion letztes Jahr, aber da bin ich mega, mega happy und glücklich drüber und habe kein Problem damit, dass ich nicht Erste war. (Habe mir da aber auch von Anfang an gewünscht, dass der Beitrag 1. wird, der es dann geworden ist, weil ich ihn so toll fand ! ;-))
          So ist das dann.
          Aber mit dem sich selbst unter Druck setzen, ist generell eine Lebenseinstellung/Frage: Ich neige teilweise dazu, mir zu viel aufzubauen, einfach, weil meine Maßstäbe dann höher sind, als sie es eigentlich sein müssten… Ehrgeiz und Perfektion eben…

          Liebe Grüße,
          Charlousie

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  4. Hallo Charlousie,
    ich weiß zwar nicht was Dich zu diesem Beitrag gebracht hat, aber sieh auch mal die Kehrseite. Klar in Biancas Situation vielleicht nicht ganz passend. Aber wer weiß das schon, könnte ja sein, dass ihr Job bei dem sie „nur“ zweite wurde ein ganz bescheidener ist mit vielen Neidern und unmöglichen Anforderungen. Anderes Beispiel, nehmen wir einen Wettkampf den Du gewinnst. Als erste stehst Du unter unglaublichem Druck Deine Leistung zu halten oder sogar zu verbessern. Als zweite kannst Du die Sache lockerer angehen. Noch ein blöderes Beispiel: Du gewinnst DSDS, jeder verlangt, dass Du Dich wie ein Superstar verhältst und alles mitmachst. Bist Du zweite, kannst Du Dir aussuchen, was Du machst, mit wem Du Musik machst und überhaupt. Man muss nicht immer gewinnen um stolz auf sich sein zu können. Verstehst Du was ich meine?

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Liebe Sandra,
      ich verstehe absolut, was du meinst!!
      So habe ich es auch noch nie betrachtet. (Außer beim Sport, aber den Leistungsdruck könnte ich mir eh nie antun auf Dauer bzw. generell)
      Deswegen: D A N K E!
      Echt. Ich denke, so kann ich manches vielleicht mal lockerer angehen lassen.

      Einen schönen Abend wünsche ich,
      Charlousie

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  5. Hallo Bianca,

    nun diese Tatsache ist schon der Hammer! Denn 500 Km sind wirklich kein Pappenstiel.

    Alle Beziehungen/Brücken kann man dann vergessen. Ich schreibe da aus Erfahrung, denn meine Familie wohnt 250 km entfernt und da entsprechend die Bande aufrecht zu erhalten ist wirklich sehr schwierig…

    Ich drücke Dir, trotzdem die Daumen, dass Du etwas in Deiner Nähe noch bekommen wirst .

    LG..Karin…

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    1. Danke dir! Das Tolle war, dass ich extra zu dem Gespräch fahren musste auf eigene Kosten, was schon hart ist, wenn man keinen Cent verdient… Ich hatte aber Glück, mein Freund hatte Urlaub und wir haben einen Kurztrip draus gemacht. Aber ich finde, dann sollen sie einen gar nicht erst einladen, wenn sie sich ja doch am Ende denken: „Ach nee, die muss ja erst herziehen, das ist uns zu blöd.“ Die wussten ja vorher schon, wo ich wohne. Aber so läuft es leider, die Leute auf eigene Kosten antanzen lassen und dann aber wegen er Entfernung doch nicht nehmen. Ein Freund von mir sollte sogar 2x für den gleichen Job auf eigene Kosten für Bewerbungsgespräche anfahren, das waren 200 € pro Fahrt! Da war er richtig froh, als er es nicht in die 2. Runde geschafft hat und wenigstens „nur“ 200 € in den Sand gesetzt hat… In Zeiten von Videokonferenzen sollte man meinen, dass man wenigstens das 2. Gespräch online führen kann…

      Ich sehe natürlich das Positive an der Sache: Ich muss keine Fernbeziehung führen und wohne nicht weit weg von meinen Eltern, die mittlerweile in ein Alter kommen, wo sie manchmal Hilfe brauchen. Von so weit weg ist das schwierig. Andererseits habe ich so gut wie keine Chancen, in meinem Fachbereich was zu kriegen, und das wäre eine der seltenen Chancen gewesen. Na ja, wer weiß, wozu es gut war?

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      1. Hallo Bianca,

        ja, dass ist schon wirklich hart, aber überall Usus. ..leider. Außer Dir hätte, dass Arbeitsamt die Stelle vermittelt/aufgedrängt.Dann hätten sie wohl bei so einer Strecke wohl einen Teil übernehmen müssen oder? Kenne mich da auch nicht aus, sorry.

        Sieh das Positive Du bist immer noch in der Nähe von Eltern/Freunden usw. Das sind Sachen, die sind selbst durch einen noch soo tollen Beruf nicht auszugleichen.

        Ich musste mir alles neu aufbauen, was wirklich sehr schwierig war und wie gesagt 250Km mit seinen Eltern usw. noch gut in Kontakt zu bleiben ist wirklich sehr schwierig..

        LG..Karin…

        PS: Lass den Kopf nicht hängen!

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      2. So ein SCH****!!
        Auch wenn ihr noch etwas Positives daraus ziehen konntet, so ist es doch wirklich ätzend, wie du das so schilderst :(.

        Ich denke mir auch manchmal: Wozu haben wir diese hochmodernen Technologien, wenn sie dann doch nicht verwendet werden?

        Aber wie du schon sagst: Wer weiß, wozu es gut war? Ich sage mir das dann zwar „immer“^^, aber manchmal stimmte das dann auch schon :D.
        Darf ich fragen, in welchem Fachbereich du denn dann arbeiten würdest? (Da meldet sich sofort meine Neugierde.)

        Genieß einfach – so gut das möglich ist – das Zusammensein mit Familie und Freunden!

        Schönen Abend noch,
        Charlousie

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  6. Hallo Charlousie, ja „heißes Eisen“ , denn jedes Ding hat zwei Seiten und wie man es betrachtet ist es gut oder weniger gut.

    Einen zweiten Platz in einem bundesweit ausgetragenem Mathewettbewerb ist zum Bespiel „immer noch sehr, sehr gut“ . Da braucht es , glaube ich keinen Neid auf den ersten Platz oder gar mögliches Versagen zu geben oder?

    Bei einer Bewerbung um eine Stelle schaut , die Sache schon ganz anderster aus oder?
    Da zählt nur der Erste…

    LG..Karin…

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    1. Sicherlich ist eine Zweitplatzierung in einem bspw. Mathewettbewerb (*Naserümpf*) nicht so existentiell wie die Bewerbung in einem Job, doch je nachdem, wie ehrgeizig man ist, kann auch das traurig machen. Nicht umsonst wollen wir Menschen immer weiter und immer höher hinaus. Man muss es auch nicht übertreiben, aber wenn das öfters vorkommt, erhöht sich das darin empfundene „Leid“. So ist das nunmal. Man kann sich da auch viel schönreden, aber Zweite ist Zweite ;-). Mathe ist aber auch ein schlechtes Beispiel. Nimmst du einen Schreibwettbewerb, dann weißt du, dass so etwas immer richtig hart vom subjektiven Empfinden abhängt, da sehe ich das dann auch schon wieder mehr ein. Aber bei Mathe gibt es nur eine Lösung und fertig 😀

      Abendliche Grüße,
      Charlousie

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  7. Hallo Charlousie,

    nun, ich sehe den Mathewettbewerb besonders den den ich meine Känguru schon als gutes Beispiel an, denn es machen so viele mit (freiwillig !!) und ein zweiter Platz ist da schon ein tolles Erfolg egal ob eigne Schule, Stadt, Land usw. und jeder der hat mit macht und einen Platz belegt kann stolz auf sich sein.

    Und da zählt alle Plätze gleich viel , genau wie bei „Jugend forscht“ . Hauptsache Du bist unter den ersten DRei!!

    LG

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    1. Bei Wettbewerben macht man i.d.R. aber auch freiwillig mit, oder??
      Ich glaube, das mit der Platzierung kann man dann sehen, wie man mag. Ich denke da immer noch, dass es auf die Art von Wettbewerb ankommt und auf die Ziele, die man hatte bzw. die Ansprüche, die man an sich selbst stellt…

      Wenn aber alle Plätze gleich viel zählen würden, dann gäbe es gar nicht erst die Unterscheidung von 1.2.3. Oder nehmen wir mal Olympia. Natürlich wollen alle Gold. Ich würde da zwar sagen: „WOW, BRONZE, ist ja klasse“. Aber es ist nun einmal nicht Gold 😉 !

      Liebe Grüße,
      Charlousie

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      1. Hallo Charlousie,

        nun da bist Du noch in Deinem Jugendwahn, dass nur der erste Platz der Beste ist. Ist jetzt nicht böse gemein.O.K. Aber wenn man älter ist, sieht man viele Dinge in einem anderen Licht und empfindet sie auch anderster….

        Auch bei Olympia gibt es Normen, die man erst einmal erfüllen muss um überhaupt daran teilnehmen zu können und somit kann man auch schon mit einer Teilnahme stolz auf seine Leistung sein….

        LG..Karin

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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