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Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder von Lin Hallberg [Rezension]

Du musst ans Leben glauben, Jóhanna”, sagt Papa.

Ich weiß nicht, wie man das macht”, antworte ich.

S. 214, “Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder” – Lin Hallberg © Kosmos

Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder»Der Inhalt«

Johanna hat die Gedanken an Island aus ihrem Kopf verbannt. Zu qualvoll scheinen die Erinnerungen an ihren Papa, ihre Großeltern und das kleine Islandpferd Sunna, das einmal ihr gehören sollte, sobald sie groß ist. Jetzt wohnt sie mit ihrer Mutter in Schweden und hat ihr Herz an Kasper gehängt. Ein Pferd in ihrem Reitstall, um das sie sich alleine kümmern darf. Kasper macht sie glücklich. Die Schule und ihre Mutter, einfach alles andere sind ihr egal. Johanna lebt nur noch für Kasper, doch dann geht der Reitstall allmählich bankrott und Johanna ahnt, dass ihr fröhliches Leben mit Kasper bald vorbei sein könnte. Was sie noch nicht ahnt ist, dass auch Island noch nicht für sie gestorben ist und ihr vielleicht eine neue Chance gewähren kann und sie endlich einmal das finden könnte, was sie die ganze Zeit über sucht.

»Von Wut, Trauer, Qualen, Schmerz und Schwermütigkeit«

Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder” ist ein Jugendbuch, das von den Abgründen erzählt, die in uns Menschen lauern – einer bodenlosen Trauer einer tief verzweifelten Wut – und davon, wie man vergessen kann, dass man lebt. Lin Hallberg verknüpft jene Abgründe mit der Liebe zu Pferden und mit den wilden weiten eines Landes, das ich nach dieser Lektüre zu gerne einmal sehen würde: Island.

Zu Beginn dachte ich, “Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder” würde sich ausschließlich um Pferde drehen. Dagegen habe ich nichts, denn ich mag Pferde, sehr gerne sogar.

© http://bit.ly/10zoddv

Doch ich war noch nie eines derjenigen Mädchen, das sich Pferdeposter an die Wand hängt und von nichts anderem spricht. Stattdessen hat Lin Hallberg die Pferde als roten Pfaden benutzt oder als Symbol dafür, was man alles “verlieren” kann: Die Liebe zu anderen, aber auch die Liebe zu sich selbst.

Die Geschichte erzählt vom Abschiednehmen (in allen Lebenslagen), vom Ungleichgewicht, das man empfinden kann und von der Angst loszulassen und sich an Dinge zu klammern, die verhindern, dass man lebt. Es ist außerdem die Geschichte eines Mädchens, das nie den Kummer überwinden konnte, im Kleinkindalter ihre Heimat Island samt Vater, Großeltern und Pferden zu verlassen.

»Von Freiheit, Freude, Hoffnung und Lebenshunger«

Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder” erzählt in dem nüchternen Tonfall einer jungen Frau, die ihre Lebensfreude verloren hat, was es bedeutet, sich selbst verloren zu haben; und was es bedeutet, sich wiederzufinden. Obwohl Lin Hallberg keine besonderen Wendungen in die Handlungen einwebt, weit entfernt von einer Liebesgeschichte ist und auch Action sehr kurz kommt, habe ich diese sanfte, aber eindringliche Geschichte sehr genossen. Denn sie steht dafür, dass das Leben selbst dann noch etwas bedeutet, wenn man schon nicht mehr daran glaubt. Sie steht dafür, dass das Leben immer wieder Kurven und Wendungen nimmt. Sie steht dafür, dass es frei, wild und einzigartig sein kann!

»Mein Fazit«

Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder” ist ein wunderschönes Buch, das in eine ruhige und zugleich aufgewühlte Welt entführt und dabei eine zarte sowie einringliche Botschaft transportiert, die man annehmen kann, wenn man möchte, aber nicht muss. Es entfacht eine Sehnsucht und demonstriert, dass menschliche Beziehungen nicht immer einfach sind. Selbst dann nicht, wenn es sich um Mutter und Tochter oder Vater und Tochter handelt. Ein berauschendes Werk und eine klare Leseempfehlung von mir!

Wölkchen5

Allgemeine Buchinformationen:

Alter: ab 12 Jahren
256 Seiten
laminierter Pappband
220 x 143 mm (LxB)
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-440-13539-6
Art.-Nr.: 13539
Zu “Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder” bei Kosmos

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6 thoughts on “Verlass dich auf mich, morgen komme ich wieder von Lin Hallberg [Rezension]”

  1. Eine sehr schöne Rezension! ♥
    Ich hab‘ das Buch Anfang der Woche beendet und fand es auch sehr schön. Am Anfang freute ich mich auch auf ein „normales“ Pferdebuch, was sich allerdings daraus entwickelt hat, fand ich echt super. 🙂
    Mir hat es auch echt gut gefallen. 🙂

    Lieben Gruß,
    Jessica

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    1. Hast du es auch schon rezensiert? (Rhetorische Frage, ich suche einfach mal bei dir :))
      Ja, genau so sieht’s aus. Aber schade, dass vielleicht manche genau das auch denken und es DESWEGEN nicht kaufen/lesen :/.
      Aber dafür gibt es ja die lieben Rezensionen! 😀

      Viele Grüße,
      Charlousie

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  2. Nun, Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern sind nie einfach, denn es gibt immer Phasen wo Eltern und die Jugendlichen unterschiedlicher Meinung/Ansichten sind .

    Man muss dann versuchen wieder eine gemeinsame Basis zu schaffen….

    LG..Karin…

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    1. Das sicherlich auch. Doch in diesem Buch geht es auch hauptsächlich um die Annäherung, die stattfindet, wenn man sich zuletzt vor zig Jahren gesehen hat und sich somit komplett fremd ist…

      Also nicht die „normalen“ Eltern-Teenager-Probleme ;-).
      LG

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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