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Tag 2 der “Dark Destiny”-Blogtour mit Jennifer Benkau: Die Percents & Neél

Blogtour

»ich bin nicht stark.

ich habe das aufgeben nie gelernt.«

S. 15, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

 Ich habe die ruhmvolle Ehre, den 2. Tag der Blogtour zu gestalten. Dafür habe ich “Dark Canopy” und “Dark Destiny” als Vorbild für eine kleine, kreative Szene genommen. Vieles entspringt meiner künstlerischen Freiheit, doch die meisten Aussagen stammen von den Antworten, die ich Jennifer Benkau zu den Percents und Neél fragte. Wenn ich den genauen Wortlaut der Autorin übernommen habe, dann sinnigerweise nur in den Antworten. Doch was von wem ist? – Ist eigentlich unwichtig, 😛 weil es auf den Inhalt ankommt, den ihr nun rund um die Welt aus der “Dark”-Dilogie erfahren könnt.

Weitere Informationen zur Tour und rund ums Gewinnspiel gibt es am Ende des Artikels. Ich wünsche euch nun ein spannendes Abtauchen in die Welt der Percents!vorhangauf

»vor langer zeit kämpften wir um unsere freiheit. und nachdem wir sie gewannen, vergaßen wir sie.« S. 71, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

 

Ich bin ein Soldat. Ein Percent.

Ich kenne keine Angst. Ich muss die meinen beschützen. Ich muss stark sein. Kämpfen. Kriegen. Morden.

Auf meinen Hauptmann hören. Die Truppe schützen.

Ich kenne keine Angst.

Kämpfen. Verteidigen. Töten.

Ich kenne keine Angst.

Trainieren. Beherrschen. Reagieren.

Ich kenne keine Angst. Und doch verspüre ich sie.

Mein Hauptmann ist unfähig. Nein, er ist ein mitleidiger Soldat. Genau genommen verdient er die Bezeichnung Soldat nicht einmal. Aber Hauptmann? Das ist der Hohn.

Er trainiert uns nicht richtig. Er trainiert uns gar nicht. Er führt uns in den Tod.

Soldaten… Die Welt scheint sich aufzulösen. Damals haben wir für die Freiheit gekämpft und gesiegt. Damals liegt wie in einer unerreichbaren Welt begraben. Ich möchte das gerne begreifen. Ich möchte mein Schicksal verstehen.

P e r c e n t … was bedeutet das? Abgesehen von den physischen Merkmalen unserer olfaktorischen Haut und unserer Lichtempfindlichen Augen; worin unterscheiden wir uns von den kleinen und bedeutungslosen Menschen? Unserer Stärke. Unserer Überlegenheit. Wir sind Percents. Soldaten. Krieger. Gewinner.

»Die Gefahr, wenn man Fragen stellt, besteht darin, dass man Antworten bekommt, die man nicht hören will.«

S. 457, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

Ich möchte Antworten auf meine Fragen. Verstehen. Nur verstehen. Sie haben da diese Wissenschaftlerin bei den Rebellen gefangen genommen. Sie hat damals mitgeforscht, sagen sie. Sie war dabei, als sie uns “kreierten”, behaupten sie. Wenn ich Glück habe, kann sie mir mehr über uns erzählen. Doch nicht nur über uns. Auch über Neél. Vor allen Dingen über Neél. Neél, der sich für etwas Besseres hält.

Die Wissenschaftlerin kann mich kaum wahrnehmen, schließlich ist der Raum stockfinster. Sie ist alt. Solch eine runzlige und von Falten durchzogene Haut habe ich noch nie gesehen.

Ich lasse mich auf einen Stuhl gleiten und schrecke sie durch meinen schnell bewegenden Schemen auf. Ihr Blick erhebt sich und ich kann erkennen, wie stumpf und glanzlos er ist.

Darum beginne ich mit einer leichten Frage: “Dein Name ist Neiraj Unnkefeb, ist das richtig?”

Ihre Stimmte zittert nur ganz leicht, als sie das eine Wort herauspresst: “Ja”.

Das wird ein leichtes Spiel. Ihre Angst hängt so schwerfällig und dick im Raum, dass ich sie in Scheiben schneiden könnte. Ich fixiere die Wissenschaftlerin mit meinen Augen. Sie kann es nicht sehen, doch sie scheint es zu spüren.

Weshalb der Name P e r c e n t? Was soll er bedeuten?

Ihr heißt so, weil ihr zu Anfang der 100er-Chargen hergestellt wurdet. Ein einzelner von euch war also einer von Hundert, ein Prozent. Eine schlichte Bedeutung. Niemand hat damit gerechnet, dass ihr euch derart menschlich und gleichzeitig “unmenschlich” entwickeln würdet…”

Dass sie es überhaupt wagt, uns als annähernd menschlich zu bezeichen. Ich muss mich beherrschen und Ruhe bewahren, während ich die nächste Frage stelle.

Verrate mir, wie genau unterscheiden sich unsere Gene von den euren?”

Darauf kann ich keine Antwort geben.” Als mir ein tiefes Grollen entweicht, spricht sie hastig weiter.

Beim endgültigen Durchbruch bin ich nicht dabei gewesen. Ich half lediglich beim Klonen von Tieren. Wir begannen mit Schafen, Hunden und Pferden. Dann gelang der erste Menschenklon. Die genaue Zusammensetzung ist mir nicht bekannt. Doch als ich das Forscherteam verließ, begannen sie mit den Experimenten, Menschenklone mit Tiergenen zu kreuzen. So muss eure Nachtsicht und die olfaktorische Haut, die man bei Amphibien findet, entstanden sein.”

Du weißt genauso gut wie ich, dass unser Genmaterial begrenzt ist. Unsere bisherigen Versuche, das ursprüngliche Genmaterial, mit dem wir” – das nächste Wort widert mich an – “kreiert wurden zu rekonstruieren sind gescheitert. Wenn dir dein Leben lieb ist, solltest du dir vielleicht überlegen, wie man das Problem lösen kann!”

Sie wird blass und reißt die Augen auf. Genugtuung erfüllt mich.

Ich weiß es nicht. Ich wusste nicht einmal, dass eure Versuche fehlschlugen. Ich wusste nicht, dass das möglich ist. Das, das, das heißt doch, dass ihr aus…”

Ich WEISS, was das heißt”, fahre ich ihr ruppig über den Mund.

Ich bin enttäuscht. Ich würde nachhaken, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass sie tatsächlich unwissend ist. Schließlich geht es um unseren Fortbestand. Doch das Gestammel und ihre größer werdende Angst haben mich überzeugt.

Die nächste Frage stelle ich ungerne, weil ich durch laut aussprechen muss, dass wir das Ergebnis von diesen Nichtsnutzen sind. “Zu welchem Zweck habt ihr uns erschaffen”?

Ihr basiert auf unseren wissenschaftlichen Experimenten. Die unterschiedlichen Regierungen zeigten Interesse an euch, da ihr euch ideal als Soldaten geeignet habt. Ganz ohne … MENSCHENrechte…”. Ich balle die Fäuste und löse sie sogleich wieder.

Sie kann mir weniger verraten, als ich hoffte. Doch vielleicht kann sie mir erklären, was an Neél anders ist. “Besser”.

»Neél schüttelte den Kopf und mich beschlich das Gefühl, dass er mich bemitleidete. Für meine Hoffnung vielleicht oder weil ich nicht einsehen wollte, dass wir verloren hatten.« S. 25, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

Es gibt da einen Percent. Sein Name ist Neél”, nur widerwillig spucke ich seinen Namen aus. “Er ist einer menschlichen Leihmutter eingepflanzt worden und auf “natürlichem Wege” geboren worden. Sag mir, warum ihn das anders macht. Weshalb verändert ihn das so?”

Obgleich ich ihn nicht persönlich kenne, gibt es dafür eine einfach und allgemeingültige Erklärung: Genetisch entspricht Neél sicherlich allen anderen Percents. Seine Gene verändern sich nicht, weil er als Embryo in eine Gebärmutter eingepflanzt wurde, statt in einen Tank. Seine Veränderungen betreffen mutmaßlich allein die emotionale Ebene: Besagter Percent bekam im Leihmutterleib die Anreize und Empfindungen, die euch normalen Percents verwehrt bleiben. Wir Menschen wussten schon damals, wie wichtig für Ungeborene die Ansprache der Eltern ist: Sie erkennen unmittelbar nach der Geburt ihre Mutter am Geruch und Bekannte anhand der Stimme wieder und haben allein durch die Reize, die ein normales Leben mit sich bringt, viel gelernt. Es ist für uns Menschen ganz selbstverständlich, dass sich ein natürlich im Mutterleib gewachsenes Kind anders entwickelt als es eines tut, das abgeschottet von jeglichen natürlichen Reizen, Ansprache und körperliche Nähe heranwächst”

Ihre Antwort befriedigt mich nicht. “Aber WAS genau unterscheidet ihn nun von mir?!”

Er kann Lieben und Nähe empfinden, denn das lernt man durch die Bindung zur Mutter und die Reize bereits vor der Geburt. Künstliche Percents”, sie stockt kurz. Meine Haut kribbelt von ihrer Angst. “haben da massive Defizite.”

Wenn du von Liebe und dergleichen sprichst, heißt das, dass Neél in irgendeiner Weise von seiner Mutter beeinflusst wird?” Ich frage dies mit Ironie.

Oh ja. Er war hautnah mit ihr verbunden. Natürlich besteht da nach wie vor ein Band, das er spürt. Viele Menschen glaubten schon immer an die grenzenlose Macht der Liebe, die nicht zu unterschätzen ist. An deiner Reaktion erkenne ich, dass dir das fremd ist. Du hältst die Bindung jenes Percents zu seiner Mutter für einen Witz.”

Natürlich tue ich das. Aber ich behalte es für mich. Ein Schweigen entsteht, das sie dazu veranlasst, eine zögerliche und vorsichtige Frage zu formulieren:

Ich habe mich schon immer gefragt, wie ihr Percents aufwachst. Ihr seid Soldaten. Eine behütete Kindheit. Kennt ihr das? ”

Ich weiß nicht, was sie mit einer behüteten Kindheit meint.

Nun. Alle Percents werden nach ihrer Geburt oder sobald sie im Tank fertig gereift sind, um ihn zu verlassen, im Krankenhaus von Kinderpflegerinnen versorgt bis sie etwa vier bis fünf Jahre alt sind. Dann werden sie an ihre Mentoren aufgeteilt, wo sie aufwachsen und ausgebildet werden.“

Interessant“, höre ich sie murmeln.

»Ob er in der Triade finden würde, wonach er suchte?« 

S. 75, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

Wer regiert?“, möchte sie wissen.

Ich bin neugierig, ob sie auf etwas bestimmtes hinauswill. Deswegen und nur deswegen antworte ich ihr noch einmal:

In unserer Stadt und ganz Großbritannien regiert eine Triade; ein Zusammenschluss von drei mächtigen Percents. Alle drei Jahre wird einer dieser drei gegen einen neuen Mann ausgetauscht. Die Wahl trifft die Triade dabei allein.“

Ihre Knochen müssen müde sein und schmerzen. Dennoch glimmt ein Lebensfunke in ihrem Gesicht auf, als sie die Möglichkeit hat, mehr über uns zu erfahren.

Eure Hierarchie ist doch so geregelt, dass ihr durch das Chivvy euren Rang in der Gesellschaft erstreitet. Gibt es danach noch Aufstiegs- oder Abstiegsmöglichkeiten für euch?“

Allerdings. Ich werde alles an Neél Degradierung setzen.

Laut sage ich: „Die gibt es, natürlich. Wer sich bewährt, steigt auf. Wer seine Arbeit schlecht macht, steigt ab. Das Chivvy schafft eine erste Hierarchie, die danach aber beweglich ist. Für jemanden, der im Chivvy versagt hat, ist es allerdings enorm schwer bis unmöglich, sich sehr weit hochzuarbeiten. Wie überall im Leben: Nach oben zu kommen ist schwierig, nach unten dagegen geht es leichter, da reicht unter anderem ein falscher Schritt.“

Wie…“, hebt sie an, aber ich schneide ihr das Wort ab.

Genug.“ Ich muss es wie ein Donnerschlagen ausgesprochen haben, denn sie zuckt zusammen. Wortlos verlasse ich den Raum. Ich weiß genug. Und auch wieder nicht. Neél auszuschalten, bin ich keinen einzigen Schritt weitergekommen.

Doch ich bin ein Percent. Skrupellos und stets kampfbereit. Mein ganzes Leben lang zum Kampf ausgebildet.

»Freiheit bedeutete nichts mehr. Die Freiheit war im Krieg gefallen.«

 S. 76, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5Vorhang

Ich hoffe, ihr habt ein paar lesenswerte Neuigkeiten rund um Neél und die Percents erfahren!

(Feedback immer gerne!) Irgendwo im Text versteckte sich ein roter Buchstabe. Du hast ihn gefunden? Dann notier‘ ihn schnell für das Gewinnspiel! Denn es gibt “Dark Destiny” gleich 2x zu gewinnen! Der 1. Platz erhält ein signiertes und der 2. ein unsigniertes Exemplar. Das Lösungswort könnt ihr am Ende der Tour bis zum 14.04.13 an storytimeblog[at]gmx[Punkt]de senden.

Morgen stoppt die Blogtour bei Sarahs Welt der Bücher. Seid dabei, wenn Hintergründe zu den Rebellenclans offenbart werden.

Auf bald, Charlousie

Mein Dank gilt der Autorin Jennifer Benkau und dem Script5-Verlag, die uns bei der Blogtour tatkräftig unterstützten und ohne die sie nicht möglich gewesen wäre!!

»Da waren nur Monster. Auf jedem Stuhl, an jedem Tisch, vor jedem Krug und jedem Glas.

Und ich?«

S. 297, “Dark Destiny” – Jennifer Benkau © Script5

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16 thoughts on “Tag 2 der “Dark Destiny”-Blogtour mit Jennifer Benkau: Die Percents & Neél”

  1. Also „olfaktorische Haut“ finde ich jetzt schon als furchtbar seltsames Wort.^^
    aber die ersten beiden Tage der Blogtour machen extrem Lust auf die Bücher!!
    lg Aki

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        1. Ach soooo! Hast du mal „Das Parfum“ gelesen? Da heißt es dann im Schulunterricht ständig: „Grenouille – das olfaktorische Genie“. Ich habe mich deswegen schon extrem daran gewöhnt, so dass es mir kaum noch aufgefallen ist! 🙂

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        2. lol. „Das Parfum“ ist nicht schlecht, aber es ist auch wirklich nicht mein Liebling! Wenn, dann ließ lieber „Dark Canopy“ und dann direkt „Dark Destiny“ 😛

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  2. Nur mal ganz schnell: Toller Text und vor allem tolle Idee – absolut klasse gemacht mit den Fragen und den Antworten sowie dem interessanten Grundgerüst! Ich bin gespannt, ob das noch übertroffen werden kann 😉

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    1. Hallo Sonne.
      Hehe, wir haben ja keinen Konkurrenzwettbewerb eröffnet hier! 😉
      Aber ich bin natürlich richtig, richtig froh, dass dir mein Beitrag gefällt !!
      Aber ich bin ebenfalls auf die weiteren Beiträge gespannt.

      Leselustige Grüße,
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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