Buchrezensionen, Rezensionen

Everlight – Das Buch der Unsterblichen von Avery Williams [Rezension]

[…] der Wind verstummt für ein paar Sekunden. Manchmal können Sekunden sehr lang sein. Und dann. Dann küsst er mich endlich […] S. 153, “Everlight – Das Buch der Unsterblichen” – Avery Williams © Knaur

Der Inhalt:

EverlightAls Sera Cyrus begegnet, glaubt sie, in ihm die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Als sie durch eine alchemistische Formel die Unsterblichkeit erlangen, scheint ihr Glück perfekt. Doch im Laufe der Zeitalter enthüllt Cyrus sein wahres Gesicht und Sera wird des Unterdrückt-Seins, des Leidens und Lebens überdrüssig. So plant sie ihre Flucht, nicht ahnend, dass sie dort Lebensfreude finden wird, wo sie sie niemals erwartete. Doch Cyrus wird nicht eher ruhen, bis er sie aufgespürt und bestraft hat. Kein Wunder also, dass er schon bald auf ihrer Spur ist und Sera alles verteidigen muss, was ihr lieb und teuer geworden ist…

Großes Potenzial nach anfänglicher Skepsis

Everlight – Das Buch der Unsterblichen” von Avery Williams verarbeitet den Wunsch nach ewigem Leben. Angesiedelt ist dies in einer kleinen, aber feinen Geschichte, die nach einer knappen Einführung die anfängliche Skepsis gegen eine Schema F Handlung vertreibt. Statt der nächsten platten Liebesgeschichte innerhalb eines Jahrhunderte andauernden Wechselbads der Gefühle, überrascht Avery Williams mit unvorhergesehenen Wendungen. Ich habe den 200 Seiten kein so großes Potenzial zugetraut, denn besonders der Beginn wirkte weder originell, noch “neu” auf mich.

Doch dann entblättert die Autorin zunehmend die Geheimnisse und Tücken von Seras Leben an der Seite von Cyrus. An diesem Punkt wird es besonders interessant. Sera verspürt das Bedürfnis, vor Cyrus zu fliehen, der eine Licht und Schattenseite zu besitzen scheint. Allerdings ist dies in meinen Augen nicht detailliert genug ausgefüllt worden. Die anfänglich vermittelte Verliebtheit oder Liebe, weicht einer tiefen Angst und schier grenzenlosem Hass. Das steht im Gegensatz zu ebenjener Liebe, so dass ich mich als LeserIn frage, wodurch sich die Gefühle so drastisch verändert haben könnten.

Zu wenig Atempausen und Augenblicke des Verweilens

Letztlich sind die beiden Figuren, die nicht immer zu hundertprozent überzeugen, dafür aber Reibungen erzeugen, lesenswert zu verfolgen, aber kein wahres Highlight. So begeht die Protagonistin auf ihrer Flucht sowohl dämliche als auch nachvollziehbare Fehler. In aller erster Linie klopft aber eine neue Liebe an die Tür, in der ich mich ebenfalls gerne verloren hätte. Nur entstehen hierbei heftige Gefühle innerhalb weniger Seiten, also viel, viel zu schnell.

Manchmal fehlte mir die Tiefe. Avery Williams schreitet insgesamt flott voran; an einigen Stellen hätten einige Atempausen und Augenbliche des Verweilens geholfen, die Atmosphäre so richtig auf sich wirken zu lassen und in sich aufzunehmen. Ansonsten habe ich es genossen, dass ich sowohl zauberhafte, schöne und prickelnde Momente erleben durfte als auch gleichzeitig eine von Spannungen durchtränkte Atmosphäre vorfand. Wobei hierbei kein richtiger Grusel oder gar rasendes Herzklopfen hervorgerufen wurde.

Ein klares Indiz für ebenjene fehlende Tiefe.

Wunderschöne Illustrationen und attraktive Poesie

Dafür besitzt “Everlight – Das Buch der Unsterblichen” einige Passagen, die mich in ihrer Poesie richtig anrühren konnten.

S. 121 "Everlight - Das Buch der Unsterblichen - Avery Williams (c) Knaur
S. 121 „Everlight – Das Buch der Unsterblichen – Avery Williams © Knaur

Leider, leider ist Avery Williams Roman dennoch kein Werk, das mich zu großen Jubelstürmen veranlassen würde. Einen Pluspunkt stellen wiederum die gezeichneten und gut platzierten Illustrationen dar. Sie unterstützen die Handlung und besitzen eine Bedeutung, da eine der Figuren ein künstlerisches Talent an den Tag legt.

Betrübt hat mich auch die Tatsache, dass wir es schon wieder mit einem Fortsetzungsband zu tun haben. Ich erwartete einen eindeutigen Schlussstrich, nachdem die Autorin recht schnell zum Punkt kam und mir teilweise zu knapp vorging.

Mein endgültiges Urteil:

Trotz der vielen Kritikpunkte genoss ich das Lesen und habe mich mit vielerlei Geschehnissen identifizieren können, sobald ich mich einmal auf die Machart dieses Jugendbuches eingelassen hatte. Liebeleien, die Suche nach einer ethischen Wahrheit rund um die Frage, welchen Wert das Leben noch haben kann, wenn es unendlich ist und eine Prise Spannung, bescherten mir eine verführerische Lesezeit, die zwar eher “endlich” in meinem Kopf verweilen wird, dennoch eine eigene Leseerfahrung wert ist! Ein lohnendes Buch für Zwischendurch!

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Kann es sein, dass ich glücklich bin? Ich vertraue dem Gefühl nicht genug, um es dauerhaft zu nennen. Doch jetzt, im Kreis dieser Menschen, umgeben von Lachen, ist es mir egal, wie flüchtig die Empfindung sein mag.  S. 143, “Everlight – Das Buch der Unsterblichen” – Avery Williams © Knaur

Thematik:

Alchemie

Liebe

Beziehungen

Sadismus

Obsessionen

Schach

Highschool

Familie

Identität

Unsterblichkeit

Verfolgung

Allgemeine Buchinformationen:

Hardcover, Knaur HC
Avery Williams
03.12.2012, 240 S.
ISBN: 978-3-426-65326-5
Diese Ausgabe ist lieferbar
€ 14,99
Zu “Everlight – Das Buch der Unsterblichen” bei Knaur
Zu “Everlight – Das Buch der Unsterblichen” bei Bücherkinder.de

Vielen Dank an Bücherkinder.de für dieses Leseexemplar!

 

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