Buchrezensionen, Rezensionen

Verdammt wenig Leben von Ana Alonso & Javier Pelegrín [Rezension]

Verdammt wenig leben_CoverDer Inhalt:

Jason ist auf dem besten Wege ein Star zu werden. Er hat klein angefangen, doch jetzt lieben ihn die Produzenten und was noch wichtiger ist: die Zuschauer. Minerva, seine Drehbuchautorin, schreibt ihm die besten Dialoge und Texte, die er sich nur wünschen kann und Jason ist stolz auf das, was er erreicht hat. Problematischerweise verschwindet Minerva plötzlich und er muss in den Live-Übertragungen mehr als einmal improvisieren. Darin ist er nicht schlecht, aber er hasst das. Dann bekommt er urplötzlich verschlüsselte Bilder und Anweisungen von Minerva, die ihn auf eine tödliche Fährte in einigen Reality-Shows führen. Nicht alle Todesfälle in den Shows sind Unfälle. Vieles ist inszeniert und genauso gewollt. Jason muss eine Entscheidung fällen und zwar schnell, denn sein Leben hängt ebenfalls an einem seidenen Faden.

Schwer zu erkennende Zeichnungen, die nicht so recht mit der Geschichte harmonieren wollen

„Verdammt wenig Leben“ von dem Autorenduo Ana Alonso und Javier Pelegrín zeichnet ein Bild der gewollten Überwachung und beinahe ununterbrochenen Transparenz einiger Darsteller, die von einem Millionenpublikum über den Fernseher verfolgt werden.

S. 165, "Verdammt wenig Leben" - Alonso & Pelegrín, © Boje (Bastei Lübbe)
S. 165, (Ausschnitt des Bildes aus:) „Verdammt wenig Leben“ – Alonso & Pelegrín, © Boje (Bastei Lübbe)

Das Besondere an diesem Werk sind einige Zeichnungen, die teilweise comicartig in die Handlung integriert sind, manchmal

jedoch ziemlich unzusammenhängende Momentaufnahmen zeigen. Daher kann ich nicht mit allen Zeichnungen etwas anfangen und hatte oft Probleme, einige überhaupt zu erkennen und mit der Geschichte in Verbindung zu bringen. Der Protagonist Jason wird bildlich öfters schemenhaft umrissen und widerspricht extrem meinen Vorstellungen dieses Charakters, weshalb ich einige Zeichnungen als sehr störend empfinde. Nicht zuletzt driftet der Schreibstil durch die Bebilderung oft in eine Graphic-Novel-Manier ab, von der ich einfach kein Fan bin und die verhinderte, dass ich mich so richtig in „Verdammt wenig Leben“ einfinden konnte.

Fehlende Tiefe

Ana Alonso und Javier Pelegrín benutzen einen schlichten Schreibstil, wodurch Jason ziemlich naiv wirkt, was sich in einigen Momenten auch bewahrheitet. Als Leserin bin ich ziemlich schnell vorangeschritten und habe die Tiefe dieses Buches vermisst. Die Gedanken und Verknüpfungen rund um Jason werden gut beleuchtet, doch die Hintergründe zu „seiner Welt“, dem Zeitalter, dem Ort und dergleichen fehlt komplett. So bleiben auch die Hauptfädenzieher permanent im Hintergrund, was nicht schlecht sein muss, aber in meinen Augen „Verdammt wenig Leben“ an Glaubwürdigkeit verlieren lässt. Auch die Ahnlehnungen an „Big Brother is watching you“ kommt nicht richtig heraus. Entweder, so etwas wird richtig ausgearbeitet oder lieber komplett gelassen…

Mein endgültiges Urteil:

Zeichnungen und Inhalt ließen sich nicht immer vereinen, so dass dieses Werk viel an Wert verlor. Auch in der Umsetzung blieb mir das Autorenduo zu oberflächlich. Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, ist generell spannend und in einigen Momenten auch richtig gut umgesetzt worden. Diese Momente waren leider recht spärlich gesät. Deshalb erhält „Verdammt wenig Leben“ von mir 2,5 von 5 Sternen und die Empfehlung, einmal in das Buch hineinzublättern und sich dann zu überlegen, ob es einen direkt anspricht oder nicht.

Bewertung
2,5 Sterne

Thematik:

Transparenz

Star

Reality-Shows

Macht

Geld

Ununterbrochene Überwachung

Allgemeine Buchinformationen:

EUR 14,99
Downloadpreis: 11,99 EUR
Ab 14 Jahren
Boje Verlag
Hardcover, 288 Seiten
Ersterscheinung: 12.10.2012
ISBN: 978-3-414-82129-4
Zu “Verdammt wenig Leben” bei Boje

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1 thought on “Verdammt wenig Leben von Ana Alonso & Javier Pelegrín [Rezension]”

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