Rezensionen

Der 124. Jugendpressekongress in Kiel – die Journalisten von Morgen?

YL_Info

Am 21.September 2012, einem Freitagabend, folgte ich der Einladung der „young leaders“-Organisation und fand mich für den 124. Jugendpressekongress im Marinestützpunkt Kiel ein.

Auf dem abgesicherten und für Zivilisten normalerweise nicht zugänglichen Gelände der Marine bezogen wir rund 120 Jugendliche unsere Doppelzimmer, wagten noch am Abend erste vorsichtige Erkundungen und bekamen unsere jeweiligen Arbeitsbereiche Print, Film oder Webmag zugeteilt. Ich durfte in meinem Wunschgebiet, dem „Webmag“ arbeiten. Ziel des Kongresses stellte das Hineinschnuppern in unterschiedliche journalistische Tätigkeiten dar sowie das Kennenlernen verschiedener Berufsperspektiven bei der Marine.

Kiel_5Am nächsten Morgen ging es nach einem Frühstück um 08:45 Uhr direkt los. Unser Gruppenleiter, Christian Friedewald – ehemals beim MDR angestellt und inzwischen für BILD im Online-Bereich tätig – versorgte uns in einem Schnelldurchlauf mit Tipps und Tricks zum Recherchieren, Interviews-Führen, Artikel-Formulieren, Strukturieren, Präsentieren, Kurzclips-Drehen und verstand es dabei, die Aufmerksamkeit aller Beteiligten zu fesseln und uns dennoch kurz, knapp, knackig und prägnant zu „briefen“.

Um 11:00 Uhr referierte der Diplom-Psychologe Reinhard Werner über „Zukunftsstrategien des 21. Jahrhunderts“, die sich primär mit den Themen der Globalisierung, Beschleunigung der Entwicklung und Demografie auseinandersetzten.

Nach einem stärkenden Mittagessen ging es erstmals so richtig zur Sache. Die Marine wartete mit einer spektakulären Aufführung auf, während der aus einem Helikopter zwei Fallschirmspringer mit Deutschlandflagge sprangen, eine Roboterdrohne und Speedboote vorgeführt wurden und ein kleines Einsatzkommando ein Marineschiff per Helikopter stürmte und sicherte. Die Menge beobachtete fasziniert die vielseitige Einsatzsimulation. Längere Wartezeiten zwischen einzelnen Manövern und kalte Körperteile nahm man dafür gerne in Kauf. Kiel_3

Bevor die spannenden Impressionen verarbeitet werden konnten, mussten wir unsere Disziplin zusammennehmen und die Gehirnzellen anstrengen. Denn nun (um 14:30 Uhr) folgte die Medienbörse, auf der unser neu erworbenes Wissen von Christian Friedewald direkt Anwendung finden sollte. Unser Arbeitsteam führte fleißig Interviews mit Soldaten, redete sich den Mund fusselig (kämpfte mit Schreibkrämpfen ;-)) und bekam als Krönung schließlich die Gelegenheit, das Minenjagdboot DILLINGEN zu besichtigen und dort einen kleinen Clip zu drehen. Kiel_4Gesagt, getan, wenig später fand ich mich vor der Kamera wieder und berichtete in einigen Sätzen über die Einsatzgebiete des Bootes und seine Funktionen. Im Anschluss schrieben wir gemeinsam unseren begleitenden Artikel zum Clip, der als Aufhänger davon handelte, dass der kurioseste Fund der Dillingen einmal eine Bierkiste gewesen sei, die die Mannschaft tatsächlich noch getrunken hätte.

Das erste Ergebnis, einen Film über die Marine, bekamen wir noch am gleichen Abend präsentiert, der sich wahrlich sehen lassen konnte!

Zum Ausklang des Abends erwartete uns ein zweieinhalb-stündiger Presseabend auf der „MS Heikendorf“. Bei einem gemeinsamen Mahl tauschten wir Jungjournalisten unsere Eindrücke des Tages aus, knüpften Kontakte und genossen einfach nur den Abend im Kieler Hafen bei Wind und Wasser.

Am Sonntag bekamen wir nach der Präsentation der restlichen Ergebnisse noch die Gelegenheit, zwei erfahrenen Profijournalisten Fragen zu stellen, welche sich darum drehten, wie es in der Branche zugeht oder welche vielfältigen Berufsmöglichkeiten es generell gibt. Am interessantesten fand ich die Frage, ob eine Qualifizierung durch ein abgeschlossenes Journalismus-Studium oder eine Journalistenschule besser sei.Kiel_2

Einige Stimmen klagten in der Abschlussrunde zwar über den Zeitdruck beim Arbeiten, doch genau dies war einer der Hauptaspekte: Wir lernten am authentischsten unter den nur denkbar realsten möglichen Bedingungen, wie Journalisten meistens zeitlich unter Druck sind und souverän stressige Arbeitsphasen zu meistern haben!

Fazit des Tages:

Am Ende des Wochenendes waren wir alle um eine Teilnehmerurkunde, nützliche Erfahrungen, neue Kontakte, Details zur Marine und so manche journalistischen Fertigkeiten reicher.

Sicherlich sind nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Journalisten von morgen, doch ich habe engagierte und kompetente junge Menschen kennengelernt, die man in einigen Jahren in dieser Branche antreffen könnte. Denn wie wir während der „Infobörse Journalismus“ erfuhren, ist die Branche hart umkämpft und nur mit Herz, Durchhaltevermögen und Engagement zu erobern! Ich selbst habe durch den Kongress tiefere Einblicke in den Journalismusberuf bekommen und auch ein ganz neues Bild von der Marine.Kiel_1 Obgleich wir Werbung im Namen der Marine herstellten, haben wir dafür mit einigen Klischees aufräumen können und gelernt, dass die Bundeswehr weniger für den Kriegseinsatz, sondern vielmehr für die Friedenserhaltung gedacht ist. In diesem Sinne, „geht nicht gelassen in die gute Nacht“[1], sondern engagiert euch, dann seid ihr vielleicht die Journalisten, Bundeskanzler oder Chefärzte von morgen!

 Charlene Sander

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[1] Zitat von © Thomas Dylan

 

 

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3 Gedanken zu „Der 124. Jugendpressekongress in Kiel – die Journalisten von Morgen?“

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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