Archiv für den Monat Januar 2013

Leaving Paradise von Simone Elkeles [Rezension]

Es gibt sie noch… die große Liebe!

Das letzte Jahr hat ihn verändert. Damals hat er sich nur knallhart gegeben, doch jetzt umgibt Caleb eine bedrohliche Aura. Sein Haar ist kurz geschnitten, sein Hemd steht offen und erlaubt einen Blick auf seinen muskulösen Oberkörper. In Kombination mit der engen Hose, die seine Oberschenkel umspannt, schreit das geradezu Gefahr! S. 52, „Leaving Paradise“ – Simone Elkeles © cbt

Der Inhalt:

Maggie Armstrong ist ein Krüppel, seitdem sie von dem Bruder ihrer besten Freundin und Nachbarin nachts angefahren wurde Leaving Paradise von Simone Elkelesund dieser auch noch Fahrerflucht beging. Ihr starkes Hinken sorgt für mitleidige, für verachtende und für böse Blicke. Sie hat Schwierigkeiten darin, sich mit ihrem neuen Leben anzufreunden. Ein Leben ohne Tennis, ein Leben, in dem ihr Traum geplatzt ist. Nach ihrer Erholungszeit soll sie nun wieder zurück in die Schule gehen. Angeblich soll ihr das gut tun, doch Maggie weiß, dass sie noch nicht bereit ist.

Caleb Becker sitzt jetzt beinahe seit einem Jahr im Jugendgefängnis. Wegen guter Führung wird er in wenigen Tagen freikommen und zurück in seine Heimatstadt gehen. Neben Sozialstunden, wird er wieder die Schule besuchen und als Senior seinen Abschluss machen. Doch er wird auch wieder der Nachbar von Maggie sein. Dem Mädchen, das er angefahren hat.

Als Maggie und Caleb aufeinander treffen, spüren beide durch ihre neue Außenseiterrolle eine Verbundenheit. Sie wollen das nicht spüren, denn die Vergangenheit löst tiefen Schmerz aus und könnte ein Geheimnis ans Licht zerren, das ihre Gegenwart und Zukunft komplett verändert. Bis das allerdings passiert, müssen sie herausfinden, was sie wollen und mit welcher Lebenseinstellung sie dem Leben begegnen wollen.

Tief, tiefer am Tiefsten! – Ein köstlich, delikater Roman, der gekonnt mit Opfer und Täter Rollen umzugehen weiß

Köstlich, delikat und einzigartig rasant. Simone Elkeles hat erneut ein Jugendbuch kreiert, das mich einige atemlose Stunden bannte.

Ich rechnete bereits mit einer Anspielung zu dem „Paradise“ im Buchtitel, der letztlich einen ganz anderen Bezug einnimmt als vermutet, doch welchen? – Das müsst ihr dann wohl nachlesen! 😉

Die Geschichte, die diese Autorin zeichnet, zeugt von einer kaum vorstellbaren Tiefe, welche bewirkte, dass ich mich von den Seiten nicht mehr lösen konnte. Hierbei beherrscht Simone Elkeles es perfekt, ein temporeiches und spannendes Spiel aus Aktion und Reaktion zwischen den beiden Protagonisten zu zaubern. Abwechselnd erzählen beide aus ihrer Sichtweise den Lauf der Dinge, so dass man beide Seiten nachvollziehen kann und versteht, gegen welche inneren Dämonen sie anzukämpfen haben.

Die Tiefe wird unter anderem durch Vielschichtigkeit hervorgerufen, die sich darin äußert, dass Simone Elkeles nicht nur das Klischee zweier Menschen aufgreift, die als Opfer und Täter miteinander verbunden sind. Vielmehr webt sie weitere Komponenten hinein, die erst im Laufe der Handlung enthüllt werden und beweisen, dass „Leaving Paradise“ viele Facetten besitzt, die es zu erforschen lohnt. Leider kann ich auf diese Facetten nicht näher eingehen, denn der große Reiz liegt beim Entdecken der einzelnen Offenbarungen während des Leseprozess. Doch auf eines kann man sich als LeserIn in “Leaving Paradise” verlassen: Simone Elkeles führt gerne auf falsche Fährten und streut Ideen, von denen ich direkt dachte, ich wüsste, wohin sie führten, um dann festzustellen, dass ich in die Falle getappt war und nur wenig besser war als die Figuren dieser Geschichte, die ich genau für so ein Verhalten und Denken verurteilt hätte. Das Motto von “Leaving Paradise” lautet also, dass das Hinterfragen jeglicher Sachverhalte nicht schaden kann.

Mehrdimensionale Protagonisten, die abwechselnd erzählen und ordentlich Stimmung machen

Die Protagonisten Caleb und Maggie haben mich durch ihre Mehrdimensionalität und Emotionalität sehr berührt. Sie sind keineswegs perfekt in dem, was sie tun; dennoch entwickeln sie sich weiter und beweisen ihre Stärke, von der ich überzeugt bin, sie könne auf die einen oder anderen LeserInnen übergehen, sofern man mit den beiden auf einer Wellenlänge liegt. Die Gefühle Calebs und Maggies waren häufig förmlich mit den Händen greifbar und obwohl sich eine eindeutige Romanze abzeichnet, ist sie doch völlig vom Kitsch enthoben und schlägt sich ihren eigenen, unvorhergesehen und intensiven Pfad.

Auch das Ende dieser geladenen Erzählung ist keineswegs so glücklich, wie ich es mir gewünscht hätte, doch auch das trägt zu der Genialität dieses Werks bei und ich kann noch immer auf den zweiten Band „Back to Paradise“ setzen.

Mein endgültiges Urteil:

Simone Elkeles Bücher sind so unschlagbar, weil sie authentisch sind und sich mit Themen auseinandersetzen, die auf die eine oder andere Weise jeden betreffen oder berühren könnten. Der Erkennungswert von „Leaving Paradise“ ist unermesslich. Es war, als hätte ich dieses Buch beim Lesen inhaliert. Wer sich nach einem Buch verzehrt, das ungeahnte Sehnsüchte hervorruft und ein Gefühlschaos auf jeder Seite auslösen kann, sollte seine Aufmerksamkeit diesem Buch widmen und lernen, was es bedeutet, eine literarische Kostbarkeit in den Händen zu halten.

Bewertung

Bewertung

Thematik:

Kleinstadt

Täter-Opfer

Liebe

Jugendgefängnis

Identitätsfindung

Ausgrenzung von Minderheiten

Behinderung im Alltag

Trunkenheit am Steuer

Vergangenheitsbewältigung

Allgemeine Buchinformationen:

Simone Elkeles
Leaving Paradise
Originaltitel: Leaving Paradise
Originalverlag: FLUX
Aus dem Englischen von Katrin Weingran
Deutsche Erstausgabe
Ab 13 Jahren
Taschenbuch, Broschur, 336 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
ISBN: 978-3-570-30793-9
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50
Verlag: cbt
Zu “Leaving Paradise” bei cbt

Davon, wie ich die Tauschgruppe meines Lebens fand und den Jackpot knackte!

Merkt euch dieses Bild, es ist DER Weg zum Glück! ;-)

Merkt euch dieses Bild, es ist DER Weg zum Glück! 😉

Wie lange hatte ich schon den Vorsatz, die Bücher, die ich auf jeden Fall mal vertauschen/verkaufen wollte, irgendwo einzupflegen, anzubieten oder was auch immer? Dann wusste ich nur nie genau wo, wie ich das im Einzelnen anstellen sollte und dann gab es doch immer noch Etwas, das wichtiger war als diese Bücher. Denn mal ehrlich. Sie stehen in meinem Buchregal und tun mir damit nicht weh. Und sie werden da vermutlich auch noch stehen und glücklich eingestaubt leben, wenn sie nicht gestorben sind! 😉

Am Samstag passierte „es“ dann. Irgendwer fügte mich auf Facebook einer Gruppe hinzu, in der zukünftig ein reger Tauschhandel entstehen sollte. Ich habe da nicht lange gefackelt und direkt meine dringendsten Gesuche und Wunschlistenbücher angegeben. Denn allem Anschein nach unterscheidet sich die Gruppe hauptsächlich von den anderen, in dem jede/r höchstens 3 GESUCHE abgibt. (Mir soll alles recht sein, solange es nur funktioniert! :D) Man schreibt also nicht: „Ich habe Buch XYZ anzubieten, wer hat Interesse?“.

Teile meiner Tauschen/Verkaufen-Bücher

Teile meiner Tauschen/Verkaufen-Bücher

Nein, andersherum. Wenn du Glück hast, meldet sich jemand bei dir. Im besten Falle mit seiner/ihrer Wunschliste und dann guckst du, ob du ein Buch von der Liste hast et voilá: 2 Menschen sind glücklicher 🙂

Und glaubt mir, ich HATTE Glück! Innerhalb von 4 Tagen habe ich ganze 4 (ich finde die Mehrzahl von Tausch nicht. Bestimmt gibt es gar keine…) TauschvorGÄNGE (ausgetrickst ;-)) abgeschlossen. Noch sind die Bücher bei mir nicht angekommen und ich habe auch noch nicht alles versendet, doch ich bin frohen Mutes, dass da alles klappt. Generell kann ja in jede/r Tauschbörse etwas schief gehen.

Jetzt haltet euch mal fest, welche Buchdiamanten ich mir da so ertauscht habe (bitte anschnallen!):

(Es fing schon bombastisch an)

Bei zwei der Bücher („Die Tiefen deines Herzens“ und „Für immer die Seele“) werde ich mich auch noch ein bisschen gedulden müssen, weil meine Tauschpartnerinnen die noch zu Ende lesen müssen, aber ob ihr es glaubt oder nicht: Die drei fett markierten Bücher waren ABSOLUTE Bomben auf meinem Wunschzettel! Ich fühle mich, als hätte ich im Lotto gewonnen!!! Natürlich werde ich dann noch einmal berichten, wenn ich die ersten TauschvorGÄNGE erfolgreich abgeschlossen habe!

~Fazit:~

Ich, Charlene alias Charlousie, der größte Tauschmuffel überhaupt – weil ich schon oftmals unzufrieden aus Tauschgeschäften hervorgegangen bin und mich auf Dauer nie mit den Tauschportalen etc. anfreunden konnte – werde noch zur (eigens ernannten)

T a u s c h q u e e n.

Ihr wollt mitmischen?

– Dann RENNT zu >>>FACEBOOK<<<, solange noch die guten Bücher vertauscht werden^^ 😀 Denn eigentlich wollte ich nur auf diese so feine Gruppe aufmerksam machen und werben. Aber wo bliebe der Spaß, wenn ich nicht zuerst „etwas“ aushole und das Wichtigste am Schluss folgt?

Ich habe den Titel dieses Artikels absichtlich übertrieben dramatisch gestaltet, doch wenn sich das wie der Jackpot anfühlt, dann fühlt es sich auch so an und ich möchte das entsprehcnd zum Ausdruck bringen! 😉

~Dankeschön an Cinema in my head für diese geniale Idee, die Gruppe zu eröffnen, die für mich schon so schön erfolgreich war!~

bloomoon… unendlich gut lesen … im Mondlicht – BdB-Aktion

Auf BloggDeinBuch überschlagen sich gerade die tollen Angebote. Gestern erst die Beltz & Gelberg Aktion, heute bloomoon und morgen? – Ich bin sicher, da wird noch einiges folgen! 😉

Die Aufgabe dieses Mal besteht darin, den Verlag vorzustellen, indem man unten Stehendes kopiert und einfügt und seinen „Wunsch“-Februar-Titel aus dem Verlagsprogramm vorstellt. Einladend wirken auf mich bereits die Willkommenssätze auf der Verlagswebseite:

Dieses Besondere präsentieren wir Ihnen mit Stolz, wünschen viel Vergnügen beim Stöbern und Lesen – und beim Durchschreiten von Türen in bisher in unbekannte Welten!

Nichts wie los:

buchcover

bloomoon ist das neue Imprint für Jugendliteratur aus dem Hause arsEdition für Preteens ab zehn Jahren sowie für Junge Erwachsene. Ob einfühlsame ‚Coming of Age‘-Geschichte oder Liebesroman mit Social Media-Bezug, Humoriges aus dem Jungenalltag oder mitreißender Thriller mit Gänsehaut-Effekt – bloomoon ist bewusst vielfältig. Unsere Autoren beschreiben die Dinge aus ihrer jeweils eigenen Perspektive und öffnen dem Leser damit Türen zu anderen Erfahrungswelten. Durch welche er geht, ist ihm selbst überlassen – er kann sich mit unseren Büchern wegträumen in entlegene und skurrile Welten oder hierbleiben, ganz nah dran an der Wirklichkeit. Denn sowohl atemberaubende Biografien, fesselnde Thriller, leise Töne oder lautes Herzklopfen haben im neuen Imprint von arsEdition Platz.

Mehr Informationen und tolle Aktionen findet ihr auf www.bloomoon-verlag.de und www.facebook.com/bloomoonVerlag !

Aus dem aktuellen bloomoon-Verlagsprogramm wünsche ich mir aus allen Februar-Titeln, dass „Titel“ demnächst bei Blogg dein Buch präsentiert wird.

__________________________________________________________

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, doch „Auracle“ von Gina Rosati hat das Kopf an Kopf-Rennen gegen „Das Haus am Abgrund“ „gewonnen“!Auracle (Die Entscheidung fällt bei so Top-Titeln wirklich schwer!)

Klappentext:

Ein Mädchen, zwei Seelen, eine Liebe

Zwei Seelen, ein Körper
Die 16-jährige Anna Rogan ist ein ganz normaler Teenager – hätte sie nicht die Gabe, unbemerkt ihren Körper zu verlassen. Astral besucht Annas Seele die entlegensten Winkel des Universums. Reisen, deren Schönheit Anna genießt, deren Gefahr sie jedoch übersieht – bis es zu spät ist.Als Taylor, Annas Klassenkameradin, bei einem dramatischen Unfall ums Leben kommt, kann Anna plötzlich nicht mehr zurückkehren: Denn die umherwandernde Seele der Verstorbenen hat ihren Körper besetzt – und weigert sich mit aller Kraft, ihn zu verlassen. Hilflos muss Anna zusehen, wie sie sich einen Spaß daraus macht, ihr neues „Revier“ mit Piercings und Tattoos zu markieren. Doch als Taylor sich auch noch daran macht, Annas besten Freund Rei zu verführen, entspinnt sich ein mörderischer Zweikampf: um Annas Körper – und um Reis Herz. –> Zum Buch: KLICK!

Was mich abschließend noch interessieren würde: Wofür steht denn „blOOmoon“ genau? Warum nicht „blUEmoon“? 😉

Habe bisher nirgends finden können, wie es zu dieser Namensgebung kam! 🙂

Viele Grüße und allen viel Glück!

Charlousie

Sam und Emily – Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls von Holly Goldberg Sloan [Rezension]

Ist es Schicksal oder Zufall,

wenn ein Augenblick entsteht,

der unvergesslich ist?

Der Inhalt:

Emily Bell glaubt an den Zufall. Das haben sie die Geschichten gelehrt, die sie von anderen sammelt. Sam & EmilyDoch in ihrem eigenen Leben fühlt sie sich etwas unausgefüllt. Bis zu jenem Tag, als sie diesem Jungen begegnet, der Zeuge ihres Kirchensolos wird, das sie nie hatte singen wollen.

Sam passt immer auf seinen kleinen Bruder Riddle auf. Seine Mutter hat er seit Jahren nicht gesehen, denn sein Vater fährt mit ihnen durch das Land. Immer gehetzt und immer auf der Flucht, denn er kann sich nicht in ein gewöhnliches Leben einfügen, weshalb er kriminellen Tätigkeiten nachgeht.

Sam kennt es nicht anders und hat Überlebensstrategien entwickelt, die bisher perfekt funktioniert haben. Bis zu dem Moment, als er dem  furchtbar schiefen Gesang dieses Mädchens in der Kühle einer Kirche lauscht.

Sam und Emily ahnen nicht, dass dies nicht ihre letzte Begegnung gewesen sein wird und so nimmt das kleine Glück des Zufalls seinen Lauf…

Ein mit nichts zu beschreibender oder zu vergleichender Schreibstil

Vom kleinen Glück des Zufalls, dass ich dieses Buch entdeckte und lesen durfte. Stellt euch darauf ein, dass ich in dieser Rezension mein Repertoire an Lobpreisungen bis zum Limit ausschöpfen werde!Sam und Emily – Kleine S&EGeschichte vom Glück des Zufalls” ist der Wahnsinn. In diesem Buch habe ich eine wunderschöne Geschichte gefunden, die durch Glanz- und Schattenseiten brilliert und sich dabei immer bemerkenswert authentisch und liebenswert präsentiert. Ein mehr als süßes Buch über große Leidenschaften, die versteckt in kleinen Gesten zum Ausdruck kommen und eine mehr als nur lesenswerte Botschaft transportieren.

Holly Goldberg Sloans Schreibstil kann man mit keinen sprachlichen Mitteln oder Aneinanderreihungen von Worten gerecht werden. Das liegt an der enormen Kraft der Sätze und Beschreibungen, die einem Bilder in den Kopf pflanzen, die dafür verantwortlich sind, dass die Geschichte von jedem anders und verschieden wahrgenommen wird.

Vollkommene Zufriedenheit und vollkommenes Glück

Ich schwebte während des Lesens und noch Stunden danach in einer Blase vollkommener Zufriedenheit und des unermesslichen Glücks. Gleichzeitig fühlte ich mich nach dem Ende genauso erschöpft wie die Figuren, die einige Strapazen auf sich nehmen mussten, bis sie ihre Ziele erreicht sahen.

S&E_1Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich habe in dieser Lektüre ein wahres Traumbuch gefunden, das durch seinen Schreibstil, die einmalige Geschichte und die gigantischen Charaktere lebt.SundE

Denn die Charaktere sind wie aus Fleisch und Blut; ihre Gefühle so unerträglich schön und echt nachgezeichnet wie unaushaltbar schmerzhaft. Eine Lesewolke der Empfindungen, die sich mitunter durch ihre Tiefe und Komplexität auszeichnet.

Die Gestaltung von “Sam und Emily – Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls” schmiegt sich an den Flair des modernen Märchens an, welche das Buch somit außen und innen verkörpert.

So gut, dass man weinen möchte

Wenn ich je die Gelegenheit hätte, in eine Geschichte zu schlüpfen und in ihr zu leben, wäre es diese.

Holly Goldberg Sloan hat sich eine Grundidee ausgedacht, wie ich sie vorher noch nie, nie, nie, nie gelesen oder gehört habe. Sie verzichtet auf die Tränendrüse und trotzdem ist Sam und Emilys Geschichte so emotional, dass man weinen möchte und oder sogar muss. S&E__

Die Autorin stellt die Dinge unbeschönigt als Fakten und Tatsachen dar; sagt hierbei nur, wie es den Charakteren damit geht, wie sie sich mit ihren Problemen auseinandersetzen und lässt Wertungen weg. Am Ende verpackt sie dies in den gruselig guten Schreibstil, so dass eine heimelige und verstörend gute Komposition entsteht. SundE_2

Die richtig großen (dramatischen) Wendungen bleiben aus. Jene Wendungen, die in anderen Werken teilweise künstlich wirken, weil man merkt, es wurde nur auf ebenjene Wendungen hingearbeitet, um die LeserInnen an irgendeiner Stelle noch einmal packen zu können, wenn es beim Rest schon nicht funktioniert hat. Stattdessen werden von Holly Goldberg Sloan sorgsame Zeichen gesetzt, die hintergründig wirken, dafür aber eine so dichte Atmosphäre erschaffen, dass ich mich kaum mehr lösen konnte. Ich habe es echt noch nie erlebt, mich so gefangen und gebannt zu fühlen. Mein Wunsch wäre es gewesen, dass dieses Buch noch “ewig” (und drei Tage) fortbesteht.

Mein endgültiges Urteil:

Wer vom Zauber des Leseaugenblicks mitgerissen werden möchte, darf Holly Goldberg Sloans Geschichte rund um Sam und Emily nicht verpassen. Eine Liebesgeschichte, die an die Nieren geht, dennoch nicht kitschig wirkt und sich ein gebührliches Maß an Respekt bewahrt. “Sam und Emily – Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls” ist ein Kraftspender, der kostbaren, der zarten, der sensiblen und der unvergesslichen Art.

Bewertung

Bewertung

S&E_3

Thematik:

Identitätsfindung

Überleben

Soziale Schichten

Menschlicher Zusammenhalt

Elterliche Gewalt

Zufall

Glück

Liebe

Schicksal

Allgemeine Buchinformationen:
Alter: ab 14 Jahre
ISBN 978-3-401-06518-2
Seitenzahl 432
Maße 210.00 mm / 144.00 mm / 48.70 mm
Einbandart gebunden
Ausstattung Mit UV-Lackierung
Erscheinungstermin 25.07.2012
Preis 17.99 €
Zu “Sam und Emily – Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls

Wie der Phönix aus der Asche [Kurzgeschichte]

19 Minuten

Denk. Immer. Daran: Wir haben die Magie um uns herum gespürt; in jedem Blatt, das herumwirbelt, in jedem Lüftchen, das unsere Nase kitzelt und jedem Gesicht, das uns heute angelächelt hat.“

Sie sieht aus dem Fenster, wie die Sonne ihre warmen Strahlen in alle Richtungen ausstreckt, ein seltener Zustand in diesen Tagen. Die liebliche Sonne steht damit im krassen Widerspruch zu ihrem aufgewühlten und von Zweifeln behafteten Gefühlszustand. Es hat sehr viel Training erfordert, damit sie sich endlich als überzeugtes Instrument in der Maschinerie begreift, die plant, die Welt vor sich selbst zu retten. Zweifel und Gefühle stehen dem im Weg, was sie als Gruppierung erreichen wollen.

Komisch, dass sie ausgerechnet jetzt an vergangene Zeiten zurückdenkt; an längst vergessene Auseinandersetzungen mit ihm. Doch nun, da sie sich endlich vor der Durchführung ihrer Mission sieht, wird sie von Bildern, Eindrücken, Gesprächen und Gefühlen überflutet, die sie schon lange besiegt geglaubt hatte.

Es gibt keine andere Möglichkeit!“, hatte er gebrüllt, so dass der Satz noch lange in ihrem Kopf widerhallte. „Es gibt keine andere Möglichkeit und du weißt es, sonst wärst du niemals der Gruppierung beigetreten. Der Gruppierung, die als einziges etwas verändern will, um die Welt zu retten und bereit ist, dafür alles zu opfern.“ „Aber wir retten sie doch gar nicht“, schrie sie beinahe schon hysterisch zurück. „Wir zerstören sie!“.

16 Minuten

Das war eines ihrer ersten Wortgefechte gewesen, nachdem sie sich seit so vielen Jahren wiedergetroffen hatten. Sie, zunächst geschockt von diesem perfiden Plan, fühlte sich mehr und mehr zu der Idee hingezogen, aber auch zu ihm…

Man kann die Welt nicht mehr retten, indem man Energieeinsparungen vornimmt. Du kannst nichts aufhalten, was sich schon vor Jahrzehnten zu einer Lawine entwickelt hat. Neben der Globalisierung und technologischen, wissenschaftlichen Errungenschaften haben sich exponentiell noch viele weitere Bereiche in immer kürzeren Zeitzyklen weiterentwickelt. Du kannst nichts mehr retten, indem du ein paar Atomkraftwerke abstellst. DAS hier“, er breitete die Arme aus und drehte sich um die eigene Achse, als wolle er die ganze Welt damit umfassen, dabei befanden sie sich nur in seiner kargen und spärlich eingerichteten Wohnung, „das ist kein Leben mehr, wie Gott es ursprünglich angedacht hat. Das ist…“, zornesfunkelnd hatte er die Fäuste gegen die Wand gerammt und in seiner revolutionären Rage vermutlich nicht einmal (mehr) gespürt, wie die Haut an den Knöcheln aufplatzte. „Wir sind wie triebgesteuerte Tiere! Gott. Hat. Das. Nicht. Gewollt.“

13 Minuten

Sie versucht sich zu konzentrieren, die Gedanken zu verdrängen, während sie als Mitarbeiterin in Europas einziger Nuklearschaltzentrale sitzt, die alle Atomkraftwerke Europas zentralisiert an diesem Ort verbindet und steuern kann. Vor einigen Jahrhunderten ist auf jedem Kontinent eine Nuklearschaltzentrale gebaut worden, nachdem durch den ersten länger anhaltenden Blackout beinahe die ganze Menschheit ausgelöscht worden war. Auch in den anderen Zentralen sind ihre Leute positioniert und warten auf den richtigen Zeitpunkt in wenigen Augenblicken.

10 Minuten

Hätte Gott denn gewollt, dass wir seine 10 Gebote mit Füßen treten und seine Schöpfung zerstören? Stellen wir uns nicht über ihn, indem wir uns anmaßen, die Entwicklung, die sein Werk genommen hat, als gescheitert und nicht lebenswert zu verurteilen?“ Kapitulierend senkte er den Blick und antwortete schlicht: „Ich weiß es nicht.“ Jetzt war da nur noch Trauer in seinem Ton, seinem Blick und seiner Haltung.

Ach, wie sie ihn vergöttert hat! Sie weiß noch genau, wie sie sich das erste Mal begegneten: als Jugendliche auf einem Konzert. Sie haben sich die ganze Nacht hindurch unterhalten. Er hatte diesen besonderen Glanz um sich gehabt und ihr etwas erzählt, was sie noch viele Jahre in ihrem Herzen tragen sollte.

Jetzt will ihr beim besten Willen nicht mehr einfallen, was genau er gesagt hat.

Jedenfalls waren sie damals noch fröhlichere Menschen gewesen. Einfach nur Menschen, die ein endliches Leben führten, mit normalen Zukunftsplänen und geregelten Bahnen. Damals hatte sie an ihn geglaubt.

Sie blickt auf die Zeiger ihrer Uhr – 7 Minuten noch – und würde dann am liebsten lachen bei dem Gedanken daran, dass ein einziger Befehl in ihrem Bedienungsfeld die Macht besitzt, ganz Europa auszulöschen, während andere aus der Gruppierung sich um den Rest der Welt kümmern.

Nach seinem Ausbruch ist sie zu ihm gegangen. Ganz langsam und bedächtig, wie bei einem wilden Tier, das man beruhigen und nicht verschrecken möchte. Vorsichtig hob sie die Hand und legte sie auf seine verkrampfte Schulter, drückte leicht, bis sich die Anspannung aus ihr löste. Fuhr mit dem Finger die Linie seines Schlüsselbeins entlang, setzte die Reise auf seiner Brust fort und kam schließlich auf seinem Nacken zum Erliegen. Dies, so schien es ihr, war das Zeichen für ihn, seine Starre zu lösen, sie ebenfalls an den Schultern zu fassen, seine Stirn an die ihre zu lehnen und schließlich zu sprechen: „Es ist wie der Phönix aus der Asche, weißt du? Wir retten die Welt. Wir müssen den Stand auf null zurücksetzen, damit sie von vorne beginnen kann.“ Sie gab keine Antwort. Zumindest nicht verbal. Lieber küsste sie zärtlich seine wunden Fingerknöchel. Es kam inzwischen so selten vor, dass er Nähe oder gar Berührungen zuließ.

Aber wir werden sterben“, raunte sie schließlich doch.

Du verstehst das, oder? Wir sind nicht wichtig genug, um unsere Bedürfnisse über die von der Welt oder Gott zu stellen.“

Wir werden dennoch sterben.“

Du musst es doch verstehen! Bitte, sag mir, dass du das tust. Dass wir beide das Richtige wollen, dass wir unseren Daseinszweck erfüllen.“

Sie sahen einander tief in die Augen und es war das einzige Mal, dass sie ihn nicht anlügen konnte. Zum ersten Mal, so dachte sie, sei die Lüge zu groß und zu schwer, um sie zu tragen; obwohl es im Grunde genommen gleichgültig war, da sie sowieso sterben würden. Bitte, schienen seine Lippen lautlos zu flüstern.

Nein“. Dieses schlichte und doch so bedeutungsschwere Wort hing zwischen ihnen in der Luft.

Ich weiß“, sagte er dann. „Ich auch nicht. Zumindest nicht, dass WIR es sein müssen. Ich wünschte, es bliebe uns erspart und wir wären eine Generation früher geboren. Es ist egoistisch, doch nur eine Generation früher und wir hätten zusammen glücklich werden können.“ Es ist das einzige Eingeständnis, das sie je von ihm bekommen hat.

3 Minuten

Er ist tot und sie sowieso alleine. Dennoch kann sie den mit Zweifeln gespickten Gedankenstrom nicht abstellen. Möchte sie die Welt wirklich zu einem qualvollen Ende verdammen?

Selbst eine parallel ablaufende atomare Verstrahlung wird die Welt nur langsam zu Fall bringen. Wie das Gift eines Tieres. Der Kugelfisch beispielsweise: Auch wenn man weiß, dass von ihm das zerstörende Gift stammt, so existiert dennoch kein Gegengift zur Rettung. Die Zweifel scheinen sie zu erdrücken. Möchte sie wirklich sterben und die Welt mit sich reißen? Nicht besser als Selbstmordattentäter? Ihr rechter Zeigefinger schwebt über dem Feld, um den Mechanismus auszulösen, ihre linke Hand umschließt fest die kleine Tablettenkapsel, die ihr einen schnellen Tod bescheren soll, so dass sie das „richtige“ Ende nicht mehr miterleben wird.

Da purzelt unverhofft die Erinnerung an die Worte, die sie kurz zuvor noch so händeringend gesucht hat, in ihr Gedächtnis.

1 Minute

Denk immer daran. Wenn die Welt noch so kalt scheint, du hast auf ihr gelebt und sie durch deine bloße Existenz beeinflusst und mit deinen Taten vielleicht sogar verändert. Denk immer daran, du hast im Gegensatz zu vielen anderen wenigstens gelebt. Denk. Immer. Daran: Wir haben die Magie um uns herum gespürt in jedem Blatt, das herumwirbelt, in jedem Lüftchen, das unsere Nase kitzelt und jedem Gesicht, das uns heute angelächelt hat.“ Und dann hatte er gelacht, den kurzen Abstand zwischen ihnen mit seiner Präsenz ausgefüllt und sie zum ersten Mal geküsst.

30 Sekunden

Niemand kann vorhersehen, welche finalen Konsequenzen ihr Handeln haben würde. Weder sie noch er noch die Gruppierung, in der sie beide nur ein winziges Rädchen im Getriebe dargestellt hatten. Vielleicht würde aus ihrer Idee ja tatsächlich ein Phönix auferstehen, der irgendwann, in weit entfernter Zukunft, irgendwem einen magischen Moment bescherte. Und wenn es nur einer wäre…

Wie der Phönix  aus der Asche _ 2

…es hätte sich gelohnt.

3. Lange Lesenacht! – Lesen, bis die Augen zufallen…

… oder der Arzt kommt! 😉

Spontan habe ich soeben beschlossen, dass Rezensionenschreiben für heute Abend gut sein zu lassen. (Kriege das heute sowieso nicht mehr gebacken ;-)) und stattdessen an der Langen Lesenacht von Ankas Geblubber teilzunehmen. Was  ist das? Man liest solange, bis einem die Augen zufallen und kann bei Interesse gelegentlich Updates geben und sich über Twitter per Hashtag #Lesenacht und oder über Facebook austauschen.

Hey, weil das hier meine erste Leserunde (Fehlerkorrektur um 02:05 Uhr, es soll Lesenacht heißen!!)ist und ich etwas verspätet bin, steige ich offiziell um 21:30 Uhr (Der Countdown läuft!) ein und stelle mir dann mal stündlich den Wecker, um ggf. über Fortschritte, Ablenkungen und dergleichen zu berichten! WAS werde ich lesen?

Lesenacht

Nachdem ich heute schon „Leaving Paradise“ von Simone Elkeles in einem Rutsch verschlungen habe, sehe ich „Back to Paradise“ als einen sehr guten Start an, in der Hoffnung mit Adrenalin bem Lesen wachgehalten zu werden! 🙂

„Liebesdienst“ von Howard Jacobson MUSS ich endlich mal beenden. Leider ist es so schwere Kost, dass Müdigkeitserscheinungen und Gähnattacken nicht auszuschließen sind. (Nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil es das Höchstmaß an Konzentration erfordert!)

Falls ich „Liebesdienst“ durchhalte, wäre es cool, noch „Im Wespennest“  von Bart Moeyaert dran zu hängen, aber da male ich mir weniger große Hoffnungen aus. Denn ich habe durchaus vor, Rezensionsnotizen nach Beenden eines Buches anzufertigen, sonst bekomme ich das später nicht mehr gebacken! 😉 Und eventuell werde ich mich zwischendurch auch noch einmal anderen Tätigkeiten zuwenden.

Zum guten Schluss habe ich noch etwas zum Naschen (extrem wichtig!!) und einen Rest Cola (zum Wachhalten super :)) gefunden!

Dann begebe ich mich Punk 21:30 Uhr mal auf meinen „Lesestuhl“, auf dem ich die Bücher fotografiert habe (dann werde ich nicht so schnell müde) und wünsche allen HAPPY READING! – Wenn alles gut läuft, melde ich mich an dieser Stelle wieder um 22:30 Uhr mit einigen Fortschritten! 😀

Charlousie

::::: 22:30 Uhr :::::

Nachdem ich doch erst um 21:45 Uhr startete, bin ich jetzt auf Seite 75 angelangt. Meine Güte, Band 2 geht direkt richtig zur Sache. Heiße Wortgefechte und Hallelujah, welch WEITERENTWICKLUNG beim Protagonisten Caleb! Ich habe mir ein paar witzige oder auch intensive/prickelnde Stellen markiert. (Packt die Streber-Abi-Post-It’s aus!! ;-)) Lesenacht_1

An Witzigem kann ich Folgendes Bieten: „Pupspolizei„, S. 19 und „Auszeichnung für das nervigste Mitglied der Truppe„, S. 35.

Der Satz ging ja so:

„Und wer bist du, die Pupspolizei?“, S. 19

Die neuerliche, erste Begegnung zwischen Maggie und Caleb hat richtig gefunkt!! Ich fühle mich beim lesen zwar etwas unter Zeitdruck, aber die Geschichte ist toll. Die Cola leider bereits leer und ein Snickers befinde sich auch schon in meinem Magen.

Übrigens: Hat jemand von euch schon „Leaving Paradise“ oder „Back to Paradise“ gelesen? Wie sieht eure Lesenacht bisher so aus!? 😀

Ich lese jetzt weiter!!!!

::::: 23:30 Uhr :::::

Die erste Hälfte war ich damit beschäftigt, alles auf den neuesten Stand zu bringen (wie witzig sinnfrei ;-)) und dann habe ich gelesen. (Das Snickers lebt noch!!)

Lesenacht_2Und: wow !!!, „Back to Paradise“ nimmt gerade eine dramatische Wendung und ist einfach nur unbeschreiblich mitreißend und fesselnd. Ich befinde mich auf S. 137 (wenn ich weiter so dahinkrieche, schaffe ich nicht einmal mehr das eine Buch durch! ;-)).

Schlammschlachten, böse Zungen, haarsträubende innere Konflikte. Simone Elkeles bietet hier die geballteste Ladung aller Ballungen an und ich bin mehr als nur begeistert. (Doch die Pupspolizei lässt sich so einfach nicht wiederholen! :)) Zumindest ist das Lesen bisher ziemlich „pfeffrig“ und überkanditelt (bestimmt falsch geschrieben, doch mir fehlt die Zeit, es nachzugucken UND es ist positiv gemeint!) gewürzt.

Dann habe ich noch eine Kerze angezündet und immerhin ein paar Minuten für das Suchen des Feuerzeugs opfern müssen. (Die Bedeutung der Kerze behalte ich mal für mich). Müde bin ich noch nicht so wahnsinnig, aber ich bin auch erprobte Nacht(Lese)Eule!

Ich gehe dann mal etwas kleines zu Essen suchen und danach stürze ich mich zurück ins Paradise!

::::: 00:30 Uhr :::::

Ich gebe es nicht gerne zu, aber ich bin versackt… im NETZ. (Oder auch im kollektiven Rausch des Austauschs! Pfui, ist das böse :D) Nein, aber es war so spannend, die ganzen anderen Fortschritte zu lesen, sich auszutauschen und, und, und, und… Dann hatte ich noch einen „Apfel-Unfall„. (Habe die Finger vom Snickers gelassen und mir einen

Lesenacht_3

Böser Apfel

Apfel geholt, was wiederum an andere „Schwierigkeiten“ gekoppelt war) Der Unfall sah so aus, dass mir der Apfel runterfiel und ich ihn an die 5 Minuten suchte und ums Verrecken nicht fand!!! >_< (was mich irgendwie ziemlich aufgeregt hat, weil es echt ein kompliziertes Unterfangen war, an diesen Apfel überhaupt heranzukommen!!!) Aus Wut habe ich dann in ihn hineingebissen und vergessen, dass das Foto noch fehlt. Das habe ich dann trotzdem geschossen. Hat was von Schneewittchen, gell? 🙂 Jetzt ist jedenfalls nichts mehr, bis auf den Stiel vorhanden.

Was schreibe ich noch neben den 0 Lesefortschritten und diesem zugegeben recht öden Apfel-Unfall? …

(Ein paar Überlegungen später) Ich weiß was: Die NAMEN der Protagonisten aus „Back to Paradise“:

Caleb ist ein Name, den ich gerne habe, weil ich ihn noch nicht so oft gehört habe und er in meinen Augen einen schönen „Klang“ besitzt. Dann spielt da noch etwas Verwegenes mit, das der Caleb in dieser Geschichte auch in sich trägt und ich versichere euch, er und seine BLAUEN Augen sind zum Schwärmen und Niederknien

Maggie bzw. Margaret (o. so ähnlich :/ ) ist zwar nicht meine 1. Wahl (Nach „Faust“ von Goethe und GRETCHEN erst recht nicht!!) aber es passt zu dieser Protagonistin, die sich nicht unterbuttern lässt, gelegentlich Schwäche zeigt und dennoch mit beiden Beinen immer wieder aufsteht…

Meine Fragen verhallen zwar im Leeren, nichts desto Trotz fühle ich mich „verpflichtet“ zu fragen: Wie findet ihr die Namen? 😉

Mein nächster Stand folgt, wenn ich entweder auf ca. S. 250 angelangt bin (dieses NICHT-Lesen kann ich nicht auf mir sitzen lassen) oder etwas ganz „dramatöses“ in der Handlung oder anderweitig passiert. Keine Sorge, so etwas wie mit dem Apfel zählt NICHT dazu und einschlafen werde ich so schnell auch nicht.

… Weg war ich … !!!

::::: 01:53 Uhr :::::

Die Nacht ist noch jung, hier bin ich! Konnte mich mühsam von „Back to Paradise“ losreißen, befinde mich auf Seite 267. Zu sagen, der Höhepunkt käme gerade, wäre gelogen, denn momentan fühlt sich da jede Seite, ach was, beinahe jeder SATZ wie ein Hoch- und Wendepunkt an! (Ja, die Mathematik hinterlässt schwere, traumatische Schäden bei mir!)

Hier sind 2 packendere Zitate:

Es ist sinnlich. So sinnlich, dass es schmerzt. S. 183

Leute, ich vergehe, weil es so ultra GUT ist!!

Oh Gott. Ich möchte auf der Stelle in seinen Armen zerfließen. S. 193

Oh Gott, ja! ICH auch! 😉

Neben diesen (offensichtlich) romantischen Szenen, die das Blut zum Kochen bringen, gibt es auch noch andere Thematiken, die alle so unglaublich ansprechend sind und harmonisch miteinander verknüpft, obwohl alles furchtbar kompliziert ist.

Die verbliebene Seitenzahl ist erschreckend geschrumpft und ich WILL NICHT, dass es schon vorbei ist. Bis „Nur ein kleiner Sommerflirt“ von Simone Elkeles erscheint, dauert es noch sooo lang! :/

Ich gebe jetzt auch zu, dass ich allmählich müde werde, aber „Back to Paradise“ wird mindestens noch durchgelesen. Ich ziehe jetzt aber auch in mein Bett um und in meinen Pyjama habe ich mich soeben geschmissen. Dann werde ich jetzt noch eine Runde das Versacken im kollektiven Leseaustausch fröhnen (sofern noch jemand wach ist! :)) und mich dann melden, sobald ich das Buch durchgelesen habe! Ach ja, und bisher genieße ich diese Lesenacht sehr und finde mein Lesen im Lesestuhl (tue ich seltener,  liege dabei meistens im Bett ;-)) sehr gemütlich!

::::: 02:12 Uhr :::::

Jaja, wenn man versackt, DANN aber richtig, oder? Außerhalb der Lesenacht habe ich gerade eine E-Mail bekommen, über die ich mich bald bekloppt freue! Verraten kann ich noch nichts, aber es hat etwas mit Literatur zu tun. Juchu!

::::: 03:18 Uhr :::::

Yayi, die 03:00 Uhr Marke ist geknackt! Hiermit habe ich es geschafft, meinen Rekord im Lesetrödeln und Kriechlesen aufzustellen! (Fanfaren und Gebläse bitte!) 317 Seiten in (aufgerundet) 5 Stunden? Mannometer, da habe ich echt ungefähr die Hälfte verquatscht, aber: Es war einfach zu schön mit euch! 😀 (Beim nächsten Mal, denn es WIRD bestimmt eins geben, übe ich mich in mehr Disziplin [Sir! *salutiert*] <– haha :), ich weiß schon, wenn ich mir das noch einmal durchlese, ist es mir peinlich. Genauso wie der Apfel und anderes. )

~Themenwechsel~

Lesenacht_5

Weil ich in diesem Artikel sowieso schon gemacht habe, was ich will und mich bis auf die Knochen blamierte, kann ich noch eins oben drauf setzen: Seht ihr das blaue Kissen? (Dämliche Frage, ich weiß, man kann es schließlich nicht NICHT sehen!) Die Frage diente also dazu, eure Aufmerksamkeit auf dieses Objekt zu lenken, WEIL …. das ein Dinkelkissen in Mondform (von DaWanda :)) ist und ich solche Kissen bestens empfehlen kann, denn ohne (Knistern der Dinkelspreu) kann ich gar nicht mehr schlafen. (Eine Information, die nie irgendjemand haben wollte :P)

Auftritt Lenny in „Back to Paradise“, wenn ihr das Buch noch lesen werdet, merkt euch diesen Namen. Der Kerl ist so der Knüller/Knaller, was auch immer. Insgesamt war das Buch genauso großartig wie sein Vorgänger. Vielleicht 1% weniger mitreißend, was wohl eher an meinen leselustigen Ablenkungen im Netz liegt, als am Buch selbst! 😉

Ein Fazit (ich meine, so ein „richtiges“) präsentiere ich dann morgen im Laufe des Tages. Wie man bemerkt haben könnte, neige ich zum Vielschreiben, egal, in welcher Verfassung ich mich befinde oder wie müde ich bin. Ich mag nicht riskieren, wegen des Fazits jetzt NOCH länger aufzubleiben! 🙂 Denn morgen stehen einige Stunden Mathematik (ich habe so Glück, dass wenigstens mein Bruder das Zeug versteht) auf der Tagesspeisekarte, gekrönt von einer delikaten Haube „Die Marquise von O.“ von Kleist zum ABI-Lernen. (Man kann ja sooooo viel Spaß damit haben *hust*!) Immerhin kann ich noch an die 7 erfrischenden Stunden schlafen. Ich begebe mich jetzt dorthin, wo „Back to Paradise“ schon so schön auf meinem Kopfkissen trhont und begebe mich ebenfalls in mein TRAUM-Paradies!

Wer noch wach sein sollte: Halte durch, du wirst den Preis im lang aufbleiben und sich nicht müde lesen gewinnen, ganz bestimmt und ich verleihe dir gedanklich sogar einen (selbstgebastelten) Pokal. (Der nicht schön sein wird, weil sich meine Fähigkeiten, so etwas herzustellen, leider sehr bedeckt halten!)

03:43 Uhr: Roger & out!

(Ganz vielleicht schnuppere ich ja doch noch ins erste Kapitel von „Wespennest“ hinein… mal sehen, denn es ist jetzt WIRKLICH schon spät!!)

GUTE NACHT, Charlousie

~Fazit~

Meine erste Lange Lesenacht ist also überstanden. Ich habe in (ziemlich genau) 6 Stunden

(<–so viel dazu, was ich mir da spät nachts gestern für einen Schrott zusammengerechnet habe!)

317 Seiten gelesen. Das war immerhin ein ganzes Buch angefangen und beendet: „Back to Paradise“ von Simone Elkeles. Lesetechnisch war die LESEnacht also weniger erfolgreich. Wenn ich einfach nur für mich im „stillen Kämmerchen“ lese, kommen mehr Seiten zusammen, doch der Austausch war dafür pompös und spaßig. Auch mit meinem Buch hatte ich Glück, es war sehr anregend, spannend, feurig und unterhaltsam. Ich bin dermaßen zufrieden, dass ich auf jeden Fall wieder während einer Lesenacht mitlesen werde! Eventuelle empfiehlt es sich, das etwas besser zu planen und vorzubereiten, seine Updates in kürzeren Zeitintervallen zu posten und dann die Labertasche zu Hause (oder beim Buch ;-)) zu lassen und sich aufs Wesentliche zu beschränken.

Habt ihr Tipps, was ihr anders gestalten würdet? Was würdet ihr während einer Lesenacht gerne erfahren, was interessiert euch? Würdet ihr (noch einmal) mitlesen wollen?

Buddha Boy von Jordan Sonnenblick [Rezension]

Schüchtern und doch mit einer gewissen Intelligenz vor mich hin pfeifend verließ ich das Gebäude. Meine Zehen hatten ein Date mit grauem Matsch. S. 27, „Buddha Boy“ – Jordan Sonnenblick © Carlsen

Buddha BoyDer Inhalt:

San Lee ist mal wieder umgezogen und schon wieder der Neue. Er hat schon alles ausprobiert: Nerd, Skater, Intellektueller oder Sportskanone. Bisher waren alle Typen, die er vorgegeben hat zu sein, nie der durchschlagende Erfolg. Doch an seinem ersten Tag fehlen ihm die Ideen für eine neue Identität. Und zu versuchen er selbst zu sein?

Das geht gar nicht. Denn er, San Lee, ist nur ein 17-jähriger mit durchlaufenen Sandalen im Winter, einer wenig warmen Jacke und langweiligem Image. Als er im Unterricht, passend zum Thema, einige buddhistische Weisheiten nennt, merkt er, dass alle fasziniert von ihm sind und tatsächlich annehmen, er sei ein echter Buddhist. Schließlich ist er chinesischer Herkunft und dort entstand der Buddhismus schließlich doch, oder? – Dann kann er gleich so tun als ob und damit nebenbei das Herz seines Schwarms Woody erobern!

Interessante Fragen, die sich mit der eigenen Identität und dem Erwachsenwerden auseinandersetzen

Buddha Boy“ ist eine kurzweilige, dafür sehr interessante und facettenreiche Geschichte.

Jordan Sonnenblicks Roman beschäftigt sich mit den einhergehenden Schwierigkeiten des Erwachsenswerdens, die im Fall des Protagonisten San Lee mit extra Komplikationen verbunden sind:

Wer bin ich? Wo stehe ich? Wie muss ich sein, damit die anderen mich akzeptieren? Was hält das Leben für mich bereit?

Buddha Boy“ gibt keine einschlägigen Antworten, dafür demonstriert es anhand eines Einzelschicksals, wie so etwas aussehen,, welche Fragen und Konflikte auf einen zukommen könnten und dass nicht immer alles so schrecklich sein muss, wie es zunächst scheint. Hierfür verwendet der Autor den Buddhismus als Ausgangslage der Geschichte. San Lees Verbindung zum Buddhismus hat sich per Zufall entwickelt, bewirkt aber letztlich einen Großteil des Charmes und des Witzes.

Witz und Humor in Maßen oder doch zu viel?

Denn Witz und Humor lassen sich in „Buddha Boy“ auf beinahe jeder Seite finden. Vieles fand ich wirklich witzig, einiges hat mich die Augen verdrehen lassen. So wirkt San Lee vor allen Dingen durch seine ständige Ernstlosigkeit ziemlich oberflächlich. Selbst in seinen Gedankengängen zu extrem wichtigen Themen, tut er alles mit Sprüchen und Albernheiten ab. Im Laufe der Handlung werden jedoch einige Hintergründe zu seiner Person enthüllt, die sein Verhalten erklären und ebenfalls zeigen, dass er ein liebenswerter Charakter mit Ecken und Kanten ist. Doch die durchgängige Komik, muss man mögen. Wer sich damit nicht anfreunden kann, wird keinen Spaß an „Buddha Boy“ haben. Wer eher rätselhafte und vom ersten Moment an tiefsinnige Storys sucht, wird das in „Buddha Boy“ nicht finden.

Generell ist „Buddha Boy“ ein Roman, der anfangs ziemlich tief stapelt, dafür aber auf einem höheren Niveau endet. Man sollte niemals vorschnell urteilen, auch dieses unterstreicht Jordan Sonnenblick mit dem Aufbau seines Romans.

Zu wenig Figurenauswahl

Weitere Figuren in dieser Geschichte werden nicht viel näher beleuchtet, da San Lee ein recht raumeinnehmender Charakter ist. Sie werden zwar durch die subjektive Sichtweise dieses Teenagers charakterisiert, doch viel Abwechslung gibt es in dieser Hinsicht nicht. Dafür glorifiziert San Lee seine große Liebe, Woody. So steht sie zwar im Fokus und San Lees Begeisterung und Faszination von ihr sind durchaus verständlich und nachvollziehbar, doch ist die Geschichte insgesamt einfach zu kurz, um Woody vollständig beurteilen zu können.

Mit einigen Aspekten von „Buddha Boy“ kann man sich durchaus intensiver auseinandersetzen. Das sind primär die buddhistischen Seiten, die einem zwar als Denkanstoß angeboten, aber niemals aufgezwungen werden.

Mein endgültiges Urteil:

Buddha Boy“ ist ein unterhaltsames, witziges, aber auch tiefschürfenderes Buch, mit einer exzentrischen Hauptfigur, das ich empfehlen kann. Älteren und jüngeren Leserinnen lege ich es nur nah, nur wenn man auf Highschool Geschichten steht, sich mit dem Thematiken rund ums Erwachsenwerdens auseinandersetzen möchte oder Interesse daran hat, einen Blick in den Buddhismus zu riskieren.

Bewertung

Bewertung

Thematik:

Erwachsenwerden

Buddhismus

Identität

Identitätsprobleme

Identitätsfindung

Religion

Erste Liebe

Schwere Familiensituation

Allgemeine Buchinformationen:
Übersetzerin Gerda Bean
Jordan Sonnenblick
Einband
Softcover, Klappenbroschur
Größe 14,60 x 21,50 cm
Seiten 208
Alter ab 12 Jahren
ISBN 978-3-551-58251-5
12 €
Zu „Buddha Boy“ bei CARLSEN

Blogg dein Buch und Beltz & Gelberg suchen den Buchblogger 2013 !

Auch dieses Jahr veranstalten BdB und Beltz und Gelberg wieder eine Aktion für den besten Buchblogger 2013. Dafür muss man lediglich einen Text und das Cover zu „Und keiner wird dich kennen“ einbinden. Da mich die Geschichte unheimlich anspricht und ich 2 von 3 Büchern von Katja Brandis wahnsinnig geliebt habe. (Zufällig „Ruf der Tiefe“ & „Schatten des Dschungels„, beides aus dem Beltz & Gelberg-Verlag ;-)) muss ich meine Chance auf eines der 20 Leseexemplare einfach wahrnehmen!

Beltz & Gelberg und Blogg dein Buch starten wieder ein neues Gewinnspiel. Diesmal wird der offizielle Buchblogger 2013 gekürt und dem Gewinner winkt eine Reise zur Leipziger Buchmesse.

buchcover

Gute Freunde, ein schönes Zuhause und den tollsten Jungen der Welt zum Freund: Nach Jahren der Angst ist Maja endlich glücklich. Bis zu dem Tag, als der Mann aus dem Gefängnis entlassen wird, der Majas Familie einst brutal terrorisiert hatte. Er schreckt auch jetzt vor nichts zurück. Die Familie muss untertauchen: neue Stadt, neue Identität, alles auf Null. Nicht mal zu Lorenzo, ihrem Freund, darf Maja, die nun Alissa heißt, Kontakt haben. Ein neuer Albtraum beginnt: Wie soll sie Freunde finden, wenn sie nur Lügen erzählen darf und schon das kleinste Partybild auf Facebook ihr Leben in Gefahr bringen kann? Und wie könnte sie Lorenzo je vergessen? Einsam, voller Wut und Sehnsucht trifft Maja eine verhängnisvolle Entscheidung …

Mehr zum Gewinnspiel erfahrt ihr über den folgenden Link:
>>>Teilnahmebedingungen<<<

Wie gesagt, für mich klingt der Plot höchst brisant und ich würde mich sehr geehrt fühlen, ihm näher auf den Zahn zu fühlen und innerhalb dieser Aktion eine 1A Rezension zu präsentieren! 😉

Viel Glück allen Teilnehmenden,

liebe Grüße,

Charlousie

Sternenfeuer – Vertraue Niemandem von Amy Kathleen Ryan [Rezension]

Sie haben dir alles genommen.

Aber du hast dich widersetzt.

Der zweite Angriff droht.

Doch ergreifst du die Flucht?

Niemals! 

© Droemer Knaur

(c) Droemer Knaur

SZ

 

Cover_SFDer Inhalt:

Ein Raumschiff auf der Mission, New Earth neu zu besiedeln, nachdem die Erde beinahe komplett „aufgebraucht“ wurde:

Obwohl Waverly die Mädchen vom Raumschiff der New Horizon gerettet hat, wird sie zunehmend zur Geächteten, weil es ihr nicht mehr gelang, auch noch die Eltern zu befreien. Während die rund 300 Kinder und Jugendlichen der Empyrean unter der recht zügellosen Führung von Waverlys Ex-Verlobtem Kieran außer Rand und Band zu geraten drohen, verwandelt dieser sich immer mehr in eine Kopie Waverlys größter Feindin und Peinigerin Anne Mather. Die Kinder wollen um jeden Preis das feindliche Raumschiff einholen, aber das fordert seinen Tribut. Körperliche Schmerzen und verschlissene Gelenke sind die Folgen jeder Beschleunigung im Weltall. Das werden allerdings ihre geringsten Sorgen sein, denn jemand scheint die Empyrean zu sabotieren. Unfälle und Störungen sorgen für Misstrauen und so bleibt es nicht aus, dass schnell jeder von jedem beschuldigt wird. Nur Waverly gerät in den Fokus der Mehrheit und muss sich gegen Anschuldigungen vermehrt zur Wehr setzen. Es geht um mehr, als nur um Waverlys Leben, denn die ganze Mission, New Earth zu besiedeln, ist in Gefahr…

Eine Delikatesse, die man sich „auf den Augen zergehen“ lassen sollte

Ich bin an „Sternenfeuer – Vertraue Niemanden“ mit verdammt hohen Erwartungen heran getreten und habe mir die Fortsetzung regelrecht bis zum letzten Moment aufgespart, um sie mir im richtigen Augenblick auf der Zunge zergehen zu lassen. Amy Kathleen Ryan hat meine Erwartungen übertroffen und dieses Leseerlebnis in eine tollkühne und bitterböse Achterbahnfahrt allerlei Emotionen verwandelt.

Sternenfeuer – Vertraue Niemanden“ lässt wirklich nichts anbrennen und setzt sich parallel mit vielen Thematiken auseinander, die sich unter anderen um die Machtgier der Menschen, der Religiosität, des Überlebens und um politische Belange drehen.SZ_2

Es ist erschreckend mitzuverfolgen, wie Heranwachsende ein komplett autarkes System ganz alleine befehligen, organisieren und regeln müssen und dabei in die gefahrvollen Griffe der Machtversuchungen geraten. Die ursprünglich edle Motivation den anderen zu helfen und das Beste für seine Mitmenschen durchzusetzen, gerät schnell in den Hintergrund, wenn Zweifel, Misstrauen und Furcht herrschen. 

Denkanstöße und der Spiegel zur Selbstreflexion

Amy Kathleen Ryan verbindet die unterschiedlichsten moralischen Denkanstöße miteinander, ohne dass es wie eine leidige Moralkeule wirkt. Doch was tut man, wenn man Menschenleben gegeneinander abwägen muss und gezwungen ist, um das Fortbestehen der ganzen Art zu feilschen? Gibt es dafür angemessene Kriterien, wonach solche Entscheidungen gefällt werden könnten?SZ_1

Amy Kathleen Ryan hält ihren LeserInnen den Spiegel der Selbstreflexion vor. Obwohl die Geschichte in einem authentischen, aber dennoch rein fiktionalen Rahmen spielt, lassen sich so einige Strukturen auf unsere Gesellschaft übertragen; sofern dies denn von einem gewollt ist.

Kritik wunderschön verpackt

Das wunderschöne und einfach atemberaubende Cover unterstreicht für mich die Exklusivität, die in den schier unendlichen Tiefen dieses Buches verborgen liegt. Amy Kathleen Ryan wandelt fern der Mainstreampfade und typischen Inhalte der Jugendbücher. Sie übt Kritik, verpackt sie in eine der rasantesten Geschichten, die ich bisher gelesen habe und krönt dies schließlich mit Emotionalitäten, die einen gar nicht kalt lassen können. Idee und Umsetzung sind dabei genial umgesetzt worden und harmonieren perfekt miteinander.Sternenfeuer

Der Schauplatz von „Sternenfeuer – Vertraue Niemandem“ ist ebenso selten wie imposant. Zwei Raumschiffe in den Weiten des Weltalls, verwickelt in einen Krieg, dem man nicht entfliehen kann. Dabei sind die Spannungen primär innerhalb der Empyrean zu finden, in das die New Horizon immer weiter sticht, um die Unsicherheit und die Wut anzutreiben. Dabei inszeniert die Autorin von Beginn an eine mörderische Spannung, von der ich beständig spürte, dass im Hintergrund eine Bombe tickte; welche früher oder später explodieren müsste.

Zum Versinken für Leib und Seele

Obwohl „Sternenfeuer – Vertraue Niemanden“ zum Nachdenken anregt und absolut keine leichte Kost fürs Gemüt ist, eignet es sich dennoch wunderbar zum Abschalten, gerade weil man mit Leib und Seele darin versinken kann und es vor Tiefsinnigkeit nur so strotzt.SZ_4

Die bereits erwähnten Machtränke und emotionalen Begebenheiten sind – teilweise durch die berührenden Charaktere – zur höchsten Intensität aufgelaufen. Die Figuren überzeugen nicht durch Sympathien oder Beschreibungen ihres edlen und sanftmütigen Charakters. Ein ums andere Mal geraten sie in innere Konflikte, die mich ebenfalls in einen Zwiespalt trieben, ob ich mein/en Held/in so noch mögen dürfte oder nicht. Doch gerade diese Ecken und Kanten gestalten „Sternenfeuer – Vertraue Niemandem“ so hochspektakulär.

Mein endgültiges Urteil:

Vielschichtigkeit, ohne zu kompliziert zu sein. Spannung, die permanent bis zum Zerreißen gespannt ist. Charaktere, die Mehrdimensionalität beweisen. Gefühle, die gefährlich nah am Abgrund balancieren. Rau und schonungslos. Ein zweiter Band, der einem Meisterwerk gleicht und einen für den finalen Band entflammt. Ein durch und durch fesselndes Highlight, das zum Verschlingen verführt und zum Abtauchen einlädt. Ein Roman, dem aufgrund solch literarischer Schönheit mein höchster Respekt gebührt.

4,5

Bewertung

Leseprobe

SZ_3

Sternenfeuer_Cover

Thematik:

Überleben

Weltall

Neubesiedelung

Populationsgröße

Vertrauen

Technik

Paniksituationen | Kontrollverlust

Gesellschaftsstruktur | Hierarchien

Zukunft

Ökologische Nische

Freundschaft

Liebe

Emotionen

Raumschiffe

Allgemeine Buchinformationen:

Hardcover,

Knaur HC,

432 S.

3.12.2012,

Originaltitel: Spark

ISBN 978-3-426-65327-2

16,99

E-Book (€ 14,99)

Zu „Sternenfeuer – Vertraue Niemanden“ bei Droemer Knaur

Vielen Dank an Fictionfantasy und Droemer Knaur für dieses Leseexemplar.

Alle Cover- und Zitatrechte liegen beim © Droemer Knaur Verlag

Verdammt wenig Leben von Ana Alonso & Javier Pelegrín [Rezension]

Verdammt wenig leben_CoverDer Inhalt:

Jason ist auf dem besten Wege ein Star zu werden. Er hat klein angefangen, doch jetzt lieben ihn die Produzenten und was noch wichtiger ist: die Zuschauer. Minerva, seine Drehbuchautorin, schreibt ihm die besten Dialoge und Texte, die er sich nur wünschen kann und Jason ist stolz auf das, was er erreicht hat. Problematischerweise verschwindet Minerva plötzlich und er muss in den Live-Übertragungen mehr als einmal improvisieren. Darin ist er nicht schlecht, aber er hasst das. Dann bekommt er urplötzlich verschlüsselte Bilder und Anweisungen von Minerva, die ihn auf eine tödliche Fährte in einigen Reality-Shows führen. Nicht alle Todesfälle in den Shows sind Unfälle. Vieles ist inszeniert und genauso gewollt. Jason muss eine Entscheidung fällen und zwar schnell, denn sein Leben hängt ebenfalls an einem seidenen Faden.

Schwer zu erkennende Zeichnungen, die nicht so recht mit der Geschichte harmonieren wollen

„Verdammt wenig Leben“ von dem Autorenduo Ana Alonso und Javier Pelegrín zeichnet ein Bild der gewollten Überwachung und beinahe ununterbrochenen Transparenz einiger Darsteller, die von einem Millionenpublikum über den Fernseher verfolgt werden.

S. 165, "Verdammt wenig Leben" - Alonso & Pelegrín, © Boje (Bastei Lübbe)

S. 165, (Ausschnitt des Bildes aus:) „Verdammt wenig Leben“ – Alonso & Pelegrín, © Boje (Bastei Lübbe)

Das Besondere an diesem Werk sind einige Zeichnungen, die teilweise comicartig in die Handlung integriert sind, manchmal

jedoch ziemlich unzusammenhängende Momentaufnahmen zeigen. Daher kann ich nicht mit allen Zeichnungen etwas anfangen und hatte oft Probleme, einige überhaupt zu erkennen und mit der Geschichte in Verbindung zu bringen. Der Protagonist Jason wird bildlich öfters schemenhaft umrissen und widerspricht extrem meinen Vorstellungen dieses Charakters, weshalb ich einige Zeichnungen als sehr störend empfinde. Nicht zuletzt driftet der Schreibstil durch die Bebilderung oft in eine Graphic-Novel-Manier ab, von der ich einfach kein Fan bin und die verhinderte, dass ich mich so richtig in „Verdammt wenig Leben“ einfinden konnte.

Fehlende Tiefe

Ana Alonso und Javier Pelegrín benutzen einen schlichten Schreibstil, wodurch Jason ziemlich naiv wirkt, was sich in einigen Momenten auch bewahrheitet. Als Leserin bin ich ziemlich schnell vorangeschritten und habe die Tiefe dieses Buches vermisst. Die Gedanken und Verknüpfungen rund um Jason werden gut beleuchtet, doch die Hintergründe zu „seiner Welt“, dem Zeitalter, dem Ort und dergleichen fehlt komplett. So bleiben auch die Hauptfädenzieher permanent im Hintergrund, was nicht schlecht sein muss, aber in meinen Augen „Verdammt wenig Leben“ an Glaubwürdigkeit verlieren lässt. Auch die Ahnlehnungen an „Big Brother is watching you“ kommt nicht richtig heraus. Entweder, so etwas wird richtig ausgearbeitet oder lieber komplett gelassen…

Mein endgültiges Urteil:

Zeichnungen und Inhalt ließen sich nicht immer vereinen, so dass dieses Werk viel an Wert verlor. Auch in der Umsetzung blieb mir das Autorenduo zu oberflächlich. Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, ist generell spannend und in einigen Momenten auch richtig gut umgesetzt worden. Diese Momente waren leider recht spärlich gesät. Deshalb erhält „Verdammt wenig Leben“ von mir 2,5 von 5 Sternen und die Empfehlung, einmal in das Buch hineinzublättern und sich dann zu überlegen, ob es einen direkt anspricht oder nicht.

Bewertung

2,5 Sterne

Thematik:

Transparenz

Star

Reality-Shows

Macht

Geld

Ununterbrochene Überwachung

Allgemeine Buchinformationen:

EUR 14,99
Downloadpreis: 11,99 EUR
Ab 14 Jahren
Boje Verlag
Hardcover, 288 Seiten
Ersterscheinung: 12.10.2012
ISBN: 978-3-414-82129-4
Zu “Verdammt wenig Leben” bei Boje

%d Bloggern gefällt das: