Buchrezensionen, Rezensionen

Serafina – Das Königreich der Drachen von Rachel Hartman [Rezension]

Kann EIN Mädchen ZWEI Welten vereinen?

Zerreißt die Finsternis, zerreißt die Stille.

S. 172

serafinaDer Inhalt:

Serafina muss sich am Hof des Königs stets versteckt halten. Obwohl die Drachen und Menschen in Goredd seit 40 Jahren in Frieden zusammenleben, sind Vermischungen der beiden Arten auf das Strengste verboten. Dennoch war Serafinas Mutter ein weiblicher Drache, wovon die wenigen beschuppten Partien auf Serafinas Körper zeugen. Als kurz vor dem Friedensjubiläum Thronfolger Prinz Rufus ermordet aufgefunden wird, kochen die Hassgefühle und Vorurteile der Menschen gegenüber den Drachen wieder hoch. Serafina muss aufmerksam sein wie nie zuvor. Was gar nicht so leicht ist, seitdem sie mit dem Hauptmann der Garde, Prinz Lucian Kiggs, zusammenarbeitet, der den Mord an Rufus aufklären will und in Serafinas detailliertes Wissen über Drachen eine gute Quelle sieht. Serafina läuft in seiner Gegenwart nicht nur Gefahr entdeckt zu werden, ihre Gefühle scheinen in seiner Nähe auch noch verrückt zu spielen…

Ein lockendes Cover, hinter dem sich ein niederschmetternder Einstieg verbirgt

Serafina – Das Königreich der Drachen“ wird von einem Cover geziert, das ich als bombastisch und wunderschön empfunden habe. Dementsprechend waren meine Erwartungen gesetzt, die zu Beginn sofort in den Keller fielen. Nach 100 frustrierenden Seiten blieb wenig Hoffnung auf Besserung. Rachel Hartman hat sich zwar nicht „zu Tode geschrieben“, jedoch viele zähe Kapitel gefüllt, die stark an eine Einleitung erinnerten.

Nach dem Anfangssumpf ist Rachel Hartman auf einmal eine intensive Spannung gelungen, die mich dazu verführte, Kapitel um Kapitel ohne Unterbrechung zu lesen; obwohl ich mir immer sagte, nach dem nächsten Kapitel müsste ich aber mal aufhören, dann eben nach dem nächsten usw., usw.

Ein wunderbar spannender „Leseteppich“

Plötzlich ist aus den einleitenden Informationen ein Teppich aus den spannendsten und vertracktesten Verknüpfungen geworden, die jeden Moment aufzufliegen drohten, mehrere Höhepunkte versprachen und getragen von charismatischen Charakteren, einen unglaublichen Sog entwickelten.

Dabei ist der Schreibstil Rachel Hartmans weder außergewöhnlich hochtrabend noch besonders spektakulär, jedoch hat diese Autorin eine Art einen in die Gedankenwelt ihrer Protagonistin Serafina eintauchen zu lassen, dass man derart intensiv mitfühlt wie selten. Diese Art wird vermutlich hauptsächlich durch die beinahe permanent anhaltende, innere Zerrissenheit Serafins und den damit einhergehenden Konflikten verursacht.

Ausgrenzungen der Minderheiten durch Mehrheiten in einem Glanzstück eindrucksvoll demonstriert

Eine lesenswerte Komponente der Erzählung stellte die enge Bindung der Musik dar. Musik ist eine Fähigkeit, die Serafina als halbes Drachenmischwesen quasi in die Wiege gelegt wurde. Trotz ihrer brennenden Leidenschaft zu dieser, muss sie stets gut achtgeben, aufgrund von dieser nicht ihre wahre Natur zu enthüllen. Dieses ist nur ein Beispiel von vielen zweischneidigen Begebenheiten, die rasant von Spannungsmoment zu Spannungsmoment führen.

Gelungen ist Rachel Hartman vor allen Dingen die Umsetzung ihrer Idee, die nicht nur auf der fantastischen Ebene besticht, sondern gerade durch die Fantasy auf der realen Schiene ausdrückt, dass es keine Rolle spielt, in welcher Welt oder Gesellschaft man lebt; immer wird es Ausgegrenzte geben, die von der Mehrheit für alle „Sünden“ zur Verantwortung gezogen und somit verachtet werden. Diese Botschaft ist in „Serafina – Das Königreich der Drachen“ eindrucksvoll demonstriert und mit z.T. nichtigeren, z.T. ebenso lesenswerten Komponenten unterfüttert, versehen worden.

Mein endgültiges Urteil:

Eine drachenreiche Geschichte, die es in sich hat und einen spätestens ab der Mitte packt und auf eine wunderbare und unvergleichliche Reise ins Reich der Intrigen, Liebenden und Konfliktwütigen führt. Eine Empfehlung für LeserInnen mit Durchhaltevermögen, denn am Ende wird man reich beschenkt!

Bewertung
Bewertung

Trailer:

Thematik:
Intrigen

Hybridwesen

Mischlinge

Überleben

Frieden

Völker

Liebe

Musik

Mord

Allgemeine Buchinformationen:

Rachel Hartman
Serafina – Das Königreich der Drachen
Band 1
Originaltitel: Seraphina
Originalverlag: Knopf / RH US
Übersetzt von Petra Koob-Pawis
Deutsche Erstausgabe
Ab 12 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
ISBN: 978-3-570-15269-0
€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 25,90
Verlag: cbj
Zu „Serafina – Das Königreich der Drachen“ bei cbj

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6 Gedanken zu „Serafina – Das Königreich der Drachen von Rachel Hartman [Rezension]“

  1. Eine wirklich schöne Rezension und ein guter Tipp mit dem Durchhalten. Ich bin ca. auf S. 200 und bisher kommt das Ganze noch nicht so richtig in Gang aber wenn du meinst das es besser wird dann halte ich natürlich durch! 🙂

    LG Philip

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    1. So ist’s richtig! 🙂 Bei mir ging es cirka ab Seite 150 aufwärts. Deswegen müsste es bald besser werden bei dir. Drücke dir dafür natürlich die Daumen.
      Schönen Abend noch,
      Charlousie

      Gefällt mir

  2. Bei dem Buch bin ich etwas skeptisch. Das mit dem etwas steinigen Einstieg höre ich nicht zum ersten Mal und da ich gerne mal ein Buch abbreche, wenn ich mich langweile/das Buch mich nicht packen kann, sollte ich mir das wohl gut überlegen. Was du dann allerdings über den Rest der Story schreibst, klingt schon wieder vielversprechend. Ich gehe da mal in mich und hinterlasse „Serafina“ mal als Suchauftrag beim Tausch Ticket. Da kann ich dann nix falsch machen. Schöne Rezi!

    LG, Reni

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    1. Ich breche Bücher nur sehr, sehr ungern ab! Deswegen quäle ich mich auch durch so viele hindurch 😉
      Ich mache es meistens so, dass ich mindestens 100 Seiten eines Buchs am Stück lese, wenn ich es beginne UND die Zeit habe, denn dann fallen langwierigere Einstiege gleich schon viel weniger schwer UND fallen manchmal nicht einmal so richtig auf. Habe es schon so oft gehabt, dass ein Buch dann noch zur Wucht wurde, wie in diesem Fall. Allerdings genauso oft, dass es auch nur noch schlechter wurde.
      Naja.
      Überleg’s dir,
      alles Liebe,
      Charlousie

      Gefällt mir

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