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Schwarz wie Schnee von Jutta Wilke [Rezension]

SchwarzWieSchneeDer Inhalt:

Sie erinnert sich nicht an ihren Namen, woher sie kommt oder wer ihre Familie ist. Doch als ihre angebliche Mutter ihr erzählt, dass sie einen Autounfall hatte und die Ärzte sagen, dass sie Zeit bräuchte, um sich zu erinnern, spürt sie, dass etwas an diesen Aussagen falsch ist.
Denn so verzweifelt sie sich zu erinnern sucht, sie bekommt keinen Eindruck von ihrer Vergangenheit oder der Persönlichkeit, die sie gewesen ist. Wichtiger ist jedoch, dass sie gelegentliche Bilder von ihrer Unfallnacht sieht und genau weiß, dass sie gezielt verfolgt wurde. Die Zeit des Erinnerns drängt, denn wer auch immer sie ist, ihre ihr unbekannte Vergangenheit droht sie zu überrennen. Jemand möchte sie tot sehen und setzt nach dem missglückten Unfall alles daran, sie zu beseitigen.
Also begibt sie sich auf die Suche und findet, neben mehr als einer Identität ihrer selbst, einen unverhofften Mitstreiter, der auch noch ihr Herz höher schlagen lässt …

Nicht ganz so gut wie Jutta Wilkes andere Werke, dennoch schön zu lesen

 Für dieses Werk von Jutta Wilke kann ich meine Begeisterung leider nicht ganz so stark teilen wie für „Holundermond“ und für „Wie ein Flügelschlag„. Allerdings bewegt sich „Schwarz wie Schnee“ immer noch in der oberen Liga und weiß zu begeistern.
Jutta Wilke spielt vordergründig mit den Erinnerungsfetzen ihrer Protagonistin Kira, die nach einem Unfall unter Amnesie leidet. Dabei bewährt sich der lockere und jugendlichere Tonfall der Autorin, der zu fesseln weiß und „Schwarz wie Schnee“ eine tiefer gehende Glaubwürdigkeit verleiht.

 Flashbacks und eine geheimnisvolle Perspektive zur Spannungserzeugung

Spannung wird durch verschiedene Aspekte erzeugt, wie einmal die eingeschobene Perspektive, die man zunächst nicht zuordnen kann; die aber durch ihre kurzen Einwürfe gerade so viel Kick besitzt, dass man an der Geschichte festkleben möchte und genug Dunkelheit für Spekulationsspielraum lässt. Ein anderer Spannungsurpunkt sind die wenigen Flashbacks Kiras zu ihrer Unfallnacht, die so gestückelt gestreut sind, dass sie verknüpft mit den gegenwärtigen Ereignissen in Kiras Alltag für ein Mitfiebern sorgen. Leider bleibt die Intensität dieser Spannung nicht immer auf dem gleichen Level, so dass ich die Leselust gelegentlich zu verlieren drohte. Glücklicherweise blieb ich am Ball, denn nach gelegentlichen Talfahrten zog Jutta Wilke das Tempo erneut an, indem sie neues Licht ins Dunkel brachte oder eine weitere Facette ihrer Hauptakteure offenbarte.

Amnesie und Identitätsfindung als raffinierte Thematik

Besonders gelungen fand ich die implizierte Thematik der Identitätsfindung, die Jutta Wilke durch Kiras Unfall und ihre Amnesie in diesem Zuge anspricht. Was ist es, was einen Menschen ausmacht? Seine Taten im „Hier und Jetzt“ oder seine Erinnerungen, die seinen Charakter bis dato prägten? Antworten wird die Autoren sicherlich nicht geben können. Dafür findet man in „Schwarz wie Schnee“ einige Anregungen, die sich verknüpft mit Gebieten wie Drogenproblemen und sozialen Unterschieden lesenswert gestalten und somit an der Oberfläche kratzend viel Stoff zum Nachdenken bereitstellen.

Gekonnt zeichnet die Autorin einen Bogen zu ihrem Romantitel, dessen sich gegenseitig ausschließende Bedeutung von „Schwarz“ und „Schnee“ durch den Inhalt deutlich wird. So ist auch das Cover gut gestaltet, denn es spiegelt im wahrsten Sinne des Wortes einen Konfliktpunkt der Handlung wider und gibt bereits einen ersten Eindruck in die Richtung des Handlungsverlaufs.

Mein endgültiges Urteil:

Obgleich „Schwarz wie Schnee“ nicht mein persönliches Highlight der Autorin ist, da es gelegentlich etwas holprig und leicht unsauber zugeht, ist es dennoch ein Jugendbuch, das mal ein erfrischendes und lange nicht umgesetztes Thema bereithält.
Jutta Wilke arbeitet auf mehreren Ebenen, die meistens eine intensive Atmosphäre garantieren; vor allen Dingen aber trifft sie den Ton der Jugend, weswegen dieser Roman sich bestens für Heranwachsende eignet und einen zweiten Blick mehr als wert ist.

Bewertung
Bewertung

Thematik:

Familie

Gene

Identitätsfindung

Soziale Bevölkerungsschichten

Amnesie

Unfall

Mordversuche

Allgemeine Buchinformationen:
Schwarz wie Schnee
Autor: Jutta Wilke
ISBN: 978-3-411-81141-0
256 Seiten
Format: 14,0 x 21,3 cm
Marke: Sauerländer
Zu “Schwarz wie Schnee” bei Sauerländer

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1 thought on “Schwarz wie Schnee von Jutta Wilke [Rezension]”

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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