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Renegade – Tiefenrausch von J. A. Souders [Rezension]

Mein Leben ist absolut perfekt.

Jeden Morgen lässt mich Mutter um Punkt zehn Uhr von den Dienstmädchen wecken. Dann nehme ich ein leichtes Frühstück ein, anschließend folgt der obligatorische Besuch bei meinem Therapeuten. Es ist so schön, jemanden zu haben, mit dem man reden kann.

S. 7

Der Inhalt:

Evelyn ist die Tochter der Herrscherin Elysiums, die von allen nur als „Mutter“ betrachtet wird. Ihr Leben ist perfekt. Sie wird regelmäßig geweckt und geht obligatorisch zum Therapeuten, weil es gut ist, ab und zu jemandem zum Reden zu haben. Doch irgendwas trügt den Frieden in Elysium. Evelyn sieht immer wieder merkwürdige Erinnerungsfetzen, die sie an dem zweifeln lassen, was Mutter ihr erzählt. Dann dringt ein Oberflächenbewohner in Elysiun ein und entgegen aller Predigten Mutters, erweist er sich während des Verhörs durch sie als nett und gar nicht als so ungehobelt. Es geschieht sogar das Unmögliche: Evelyn möchte nicht, dass er exekutiert wird und beginnt, alles zu riskieren, nur um ihn zu retten.

Ein genialer Anfang, der sich bald zerschlägt

Renegade – Tiefenrausch“ hat mich die ersten Seiten begeistern können, so dass sich eine meterhohe Welle an Erwartungen auftürmte, die im Laufe der Handlung mehr und mehr in sich zusammenfiel.

J. A. Souders schafft es, einen ziemlich hinterlistigen Einstieg in ihr Debüt zu kreieren, was für die LeserInnen so wasserdicht ist, dass ich vor lauter Spannung und Freude darüber nur staunen konnte.

Leider zerstört hauptsächlich die Handlungsentwicklung meine Begeisterung für „Renegade – Tiefenrausch“. Der Hauptteil des Buches besteht aus einer Flucht und so mitreißend diese an vielen Stellen auch ausgeschmückt sein mag, irgendwann wurde es doch sehr, sehr langweilig. Diese Langeweile rührt ebenfalls von den Charakteren her, denen ich ihre Rollen weniger abnehmen konnte, so dass sie diese nie so recht auszufüllen schienen.

Mangelhafte Charaktere, die sich mit der gleichförmigen Handlungsentwicklung nicht gut vertragen

Eigentlich sollte das Konzept J. A. Souders perfekt sein, denn sie spielt viel mit manipulativen und eingepflanzten Elementen und den Schwierigkeiten der Protagonistin Evelyn, die herauszufinden versucht, was nun von ihr stammt und was ihr von außen nur eingegeben wurde.

Ich habe Evelyn diese Suche nach sich selbst nicht immer abnehmen können, da die Beschreibungen in diesen Momenten und die Gedankengänge Evelyns zu unausgereift und brüchig sind.

Gestört hat mich ebenfalls, dass sich die Geschichte auf nur so wenige Personen konzentriert. Gavin und Evelyn stehen neben der „Mutter“ im Mittelpunkt. Es gibt zwar noch einige Akteure, aber die sind von der Autorin eher wie Werkzeuge und Schachfiguren nach Belieben ein und ausgesetzt worden.

Trotz allem eine geniale (Handlungs)idee

Die Idee ist generell wirklich genial und so hatte ich trotz der beschriebenen Mankos nie Probleme „Renegade – Tiefenrausch“ weiterzulesen. Ich hätte mir sicherlich mehr Spannungen und Überraschungen gewünscht und gegen eine insgesamt runde Geschichte nichts auszusetzen gehabt, doch wenn ich bedenke, dass dies J. A. Souders erstes Werk ist, gehe ich vielleicht auch zu hart ins Gericht mit ihr.

Positiv hervorheben möchte ich unbedingt die wunder, wunderschöne Aufmachung dieses Debüts und den außergewöhnlichen Schreibstil von J. A. Souders, der besonders zu Beginn bestialisch gut anmutet und mich richtig auf „Renegade – Tiefenrausch“ einstimmte.

Mein endgültiges Urteil:

Wer schon immer mal eine verzwickte Geschichte über manipulative Genexperimente unter dem Meer lesen wollte, dürfte in „Renegade – Tiefenrausch“ seinen passenden Kandidaten gefunden haben. Wer noch an die unzerstörbare Macht der Liebe glaubt, wird in J. A. Souders Werk das Herz gewärmt.

Wer einfach mal etwas Anderes beschnuppern möchte, kann mit diesem Debüt wenig falsch machen. Obwohl mir einiges nicht zugesagt hat, kann ich nicht bestreiten, dass ich „Renegade – Tiefenrausch“ sehr gerne las, auch wenn es keinen ultimativen Kick besaß.

Bewertung

 

Thematik:

Gene|Genmanipulationen

Autarke Lebensform

Oberflächenbewohner

Elysium|unter der Meeresoberfläche

Macht

Mutter

Identitätskrise

Konditionierung

Allgemeine Buchinformationen:

J. A. SOUDERS
RENEGADE
TIEFENRAUSCH
368 Seiten · Gebunden
Übersetzung: Aus dem amerikanischen Englisch von Charlotte Lungstraß
€ 16.99 (D) / € 17.50 (A) / sFr 24.90
ERSCHEINT AM 20.08. 2012
ISBN 978-3-49270281-2
Zu „Renegade – Tiefenrausch“ bei ivi

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1 thought on “Renegade – Tiefenrausch von J. A. Souders [Rezension]”

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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