Buchrezensionen, Rezensionen

Mondtänzerin von Frederica De Cesco [Rezension]

Eine geheimnisumwobene Insel,

vier unzertrennliche Freunde

und eine große Liebe.

Der Inhalt:

Als Alessa, Viviane, Peter und Giovanni auf Malta in den unterirdischen Katakomben eine Tonfigur finden, erscheint Viviane die Göttin Persea, die die Figur Giovanni übergibt und darauf besteht, dass er sie behalten müsse. Viviane leidet unter Epilepsie und sieht häufiger solche Gestalten und Szenen vor sich und die Freunde sind felsenfest davon überzeugt, dass ihre Visionen stimmen. Also schließen sie einen geheimen Bund. Sie vier sind die ‚Kinder der schlafenden Göttin‘. Jahre später, nachdem sich alles verändert hat, und Giovanni verschwunden war, kehrt er zurück und ihr Schwur von einst gewinnt erneut an Bedeutung, als er in verbrecherische Machenschaften verwickelt ist.

Worte, die höhere Sphären zu beschreiben scheinen

Der „Mondtänzerin“ haftet etwas Skurriles und Anrüchiges an und ist mein erstes Werk der Autorin Frederica De Cesco. Neben kleinen Drogengeschichten wird die Religion, die Liebe und noch vieles anderes in diesem Roman thematisiert.

Frederica De Cesco ist zweifelsfrei eine Autorin, die ihr Handwerk mit kaum geahnter Größe und Kunst beherrscht. Sie findet Worte für Gedankengänge, die in höheren Sphären zu schweben scheinen und die einem ohne diese Frau vermutlich auch nie in den Sinn gekommen wären. Mit großer Dramaturgie und unabwendbaren Effekt, äußerst sie nüchterne Tatsachen, die sich wenig erklären und mit unerklärlicher Mystik arbeiten.

Gemeinsamkeiten und Gegensätze in einem

Im Zentrum von „Mondtänzerin“ stehen vier Figuren, die sich seit ihrer Kindheit kennen und durch das von der Autorin gezeichnete Bild Gemeinsamkeiten und Gegensätze bilden, der dieser Geschichte ihren Charme verleiht. Dieses Buch ist sehr ernst und greift Grausames auf, das oft nicht leicht zu lesen ist und es einem schwer machte, sich von den Seiten zu lösen. Dabei verliert Frederica De Cesco nie das Ganze aus dem Blickwinkel, so dass „Mondtänzerin“ trotz des Fokus auf die vier Hauptfiguren „universell“ wirkt.

Der Roman birgt eine solche Komplexität in sich, dass es schwer ist, den Geist dieser Geschichte in einer kleinen Rezension einzufangen. Zumindest erzählt Alessa, eine der weiblichen Hauptfiguren, die Geschichte aus ihrer Sichtweise und greift dabei oft die Gedankengänge der anderen auf und wechselt zwischen Gegenwart, Vergangenheit und gibt immer wieder dunkle Vorahnungen zu dem, was bald noch sein wird. Die Verschmelzung dieser drei Zeiten erzeugte eine Spannung, die immer unterschwellig wirkte und zudem bewirkte, dass meine Gedanken sich während des Lesens auf große Wanderschaft begaben.

Teilweise zähe Passagen

Nicht zuletzt greift Frederica De Cesco auf alte Sagen zurück und verwebt einige historische Aspekte, die dieser Geschichte unter anderem, diesen skurrilen Touch verleiht. Auch Malta, der Hauptschauplatz der Handlung, wird näher beleuchtet und fügt dem, was die vier Freunde erleben, Lebendigkeit hinzu.

Einen größeren Kritikpunkt habe ich allerdings noch: Und zwar lasen sich für mich einige Passagen, trotz der so oftmals zutreffenden Worte der Autorin, ziemlich langatmig und zäh. Die Geschichte unternimmt viele Ausflüge zu Nebenschauplätzen, die zwar interessant, unterm Strich allerdings ziemlich zäh anmuten und mich extrem störten.Viele dieser Passagen münden in übertriebenen Metaphern oder sind schlicht und einfach überflüssig.

Mein endgültiges Urteil:

Mondtänzerin“ vereint in sich die rohsten Bedürfnisse der Menschen von Liebe, Lust, Sehnsucht, Lebenssinn und Schmerz. Breit gefächert in vier markanten Charakteren packt Frederica De Cesco ihr Repertoire aus und entführt ihre LeserInnen in eine Geschichte der ganz anderen Art, von der man nichts anderes erwarten sollte, als sich überraschen zu lassen.

Bewertung

 

Thematik:

Mafia

Insel

Gesellschaft

Sitten

Anstand

Freundschaft

Liebe

Sehnsucht

Lust

Drogen

Macht

Geld

Religion

Allgemeine Buchinformationen:

Federica de Cesco
Mondtänzerin
Roman
Originalausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0323-9
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50
Verlag: Blanvalet
Zu „Mondtänzerin“ bei blanvalet

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4 thoughts on “Mondtänzerin von Frederica De Cesco [Rezension]”

  1. Also das Buch habe ich jetzt schon mit 1 und 5 Sterne Bewertungen wahrgenommen. Da scheinen sich die Leser doch mehr oder weniger angesprochen zu fühlen.
    Aber was mich anspricht ist der Handlungsplatz Malta (habe ich letztes Jahr erst besuchen dürfen) und eine Geschichte die Dramatik und verschieden Zeitzonen beinhaltet. Also ich glaube das kommt nun doch auf meine Wunschliste 🙂

    Tolle Rezi wie immer! ♥

    LG Morgaine

    Gefällt mir

    1. Ah, in Malta bin ich noch nie gewesen. Ich kann sehr schwer einschätzen, ob dir „Mondtänzerin“ zusagen würde oder nicht. Ich fand die Sprache der Autorin schön, an einigen Stellen jedoch zu abgehoben und es war schon auch schwieriger, manchmal, sich zu konzentrieren und dabei zu bleiben, weswegen ich Kritiken dieser Art bestens nachvollziehen kann…

      Die verschiedenen Zeiten sind wirklich SEHR gut und ansprechend gemacht, also: Guck es dir einfach mal an und auf dem Wunschzettel ist es keinesfalls schlecht aufgehoben ;-)!!
      Viele Herbstgrüße,
      Charlousie

      Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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