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Der Sommer der silbernen Wellen von Amanda Howells [Rezension]

Ich war sechzehn, und ich erinnere mich an alles

Der Inhalt:

Bisher sind die 16-jährige Mia und ihre Cousine Corinne immer unzertrennlich gewesen, plötzlich aber hat sich das Verhältnis zwischen ihnen gewandelt. Zum ersten Mal seit einigen Jahren verbringen die beiden verwandten Familien wieder einen Sommer gemeinsam, doch Corinne hat neue, angesagtere Freunde, in deren Gegenwart Mia sich nicht wohl fühlt. Überhaupt scheint dieser Sommer einigen die Augen zu öffnen, denn Mia sieht zum ersten Mal, dass die Familie ihrer Tante nicht so idyllisch und perfekt ist, wie sie immer annahm.

Dann lernt sie noch einen Jungen kennen, der aus Freundschaft eine ganz neue Welt für Mia und sich zaubert und diesem Begriff ein ganz neues Gewandt schneidert. Ein schwieriger, ein wunderbarer und ein einzigartiger Sommer, der in seinem Ende von einem dunkeln Ereignis überschattet wird.

Durch die Macht der Wortgewalt

Der Sommer der silbernen Wellen“ besitzt die Macht, mich komplett zu bannen. Dabei hat Amanda Howells keine spektakulären Spannungsbögen oder unvorhergesehene Wendungen eingebaut, die ihre LeserInnen drängen, stetig weiterzulesen. Als Leserin folgt man einfach nur den Gedankengängen eines Teenagermädchens, das während eines Sommers merkt, dass es nicht so leicht ist, sich selbst treu zu bleiben oder überhaupt herauszufinden, wer man ist, wenn alle anderen einem etwas ganz Anderes vorzugeben versuchen.

Dabei jedoch verwendet Amanda Howells beinahe durchgängig eine dermaßen wortgewandte Sprache, dass man sich am Liebsten in ihr verlieren möchte und die Bilder wie in einem Film vor seinem inneren Auge ablaufen sieht.

Carpie Diem‘ in einer glaubwürdigen und tragischen Umsetzung

Amanda Howells spricht primär über den Augenblick des Lebens und dass man jeden Moment genießen sollte. Diese Botschaft, und daneben noch zig andere Themen, hat sie in der Geschichte eines Mädchens eingefangen, das aus der Ich-Perspektive seine eigenen Probleme offenlegt, aber auch die der anderen Menschen um sich herum.

Anfangs ist mir nicht so recht in den Sinn gekommen, was ich von dieser Lektüre halten soll und ich habe auch nicht verstanden, warum die Worte der Autorin mein Herz so fest und unnachgiebig umklammert hielten. Doch wenn man sich bis zum Ende vorgearbeitet hat, – was bedeutet, dass man teilweise auf poetischen Wolken voranschwebt, die auf lyrischen Ergüssen gründen und sich teilweise wünscht, es möge endlich mal etwas „Greifbares“ geschehen – dann kann man erkennen, wie schön es sein kann, ein Buch zu lesen, das nicht mit großen Geschützen auffahren muss, sondern mit einer subtilen Schlichtheit seine inhaltliche Botschaft noch unterstreicht:
Dass man nicht auf das Ende gespannt heischen soll, sondern auf der Seite, auf der man gerade liest, verweilen sollte, damit man diese richtig auskosten kann. Denn das Ende wird einen umhauen und ich habe mir die Tränchen verkneifen müssen.

Mein endgültiges Urteil:

Der Sommer der silbernen Wellen“ ist trotz des ‚Sommers‘ im Titel kein reines Sommerbuch. Für die kürzer werdenden Tage kann es einen perfekten Lichtblick formen und helfen, aus der Dunkelheit herauszufinden. Amanda Howells bietet keine Achterbahnfahrten oder sonstige explosionsgewaltige Gefühlsentladungen. Dafür schreibt sie eine Geschichte, die genauso passiert sein könnte oder noch passieren wird und das auf so wunderbare Art und Weise, dass man es mit diesem Buch wenigstens einmal versuchen sollte.

Bewertung

 

Thematik:

Erste Liebe

Sommer

Selbstfindung

Familienkrisen

High Society

Gesellschaftszwänge

Kunst

Meer

Allgemeine Buchinformationen:

Amanda Howells
Der Sommer der silbernen Wellen
Roman
Hardcover
Preis € (D) 17,99 | € (A) 18,50 | SFR 25,90
ISBN: 978-3-8414-2138-8
Zu „Der Sommer der silbernen Wellen“ bei FJB

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6 Gedanken zu „Der Sommer der silbernen Wellen von Amanda Howells [Rezension]“

  1. Eine wunderschöne Rezi! Ich sehe, uns ging es in vielen Dingen tatsächlich ähnlich und so kann ich deine anfängliche Suche nach dem Sinn/dem Besonderen sehr gut nachvollziehen. Ich fand es auch schön, wie sich die Geschichte entwickelt hat und Amananda Howells kann wirklich wundervoll schreiben. Vor allem zum Ende hin bekam ich eine richtige Gänsehaut. Und ja, beim Cover hast du recht! Ich muss zugeben, mir Blindfisch ist gar nicht aufgefallen, dass die Wellen in Natura bläulich unterlegt sind. Das geht auf dem Verlagsbild wirklich unter und hat schon was!

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende dir noch!
    Reni

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    1. Die Gänsehaut hatte ich auch. Das Ende ist zwar schrecklich (traurig), aber irgendwie so dermaßen in den Stil dieser Geschichte passend, dass ich Amanda Howells dafür schon wieder bewundern muss, weil ich damit nie gerechnet hätte. Oder nur damit, dass es bei einem „Unfall“ bleibt, der aber anders endet. *schnief, schnief*.

      Ich habe das mit der „Internetabbildung“ und dem richtigen Cover auch nur zufällig bemerkt, weil ich die Schriftfarbe meiner Überschriften immer den Covern anpasse und ich fand blau gut, sah dann aber auf dem Bildschirm, dass es nur mit MEINEM Buch so wirkte, wie ich mir das gedacht hatte… Tja, jaaa.
      Noch einmal herzliche Grüße und dir eine schöne Woche,
      Charlousie

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  2. Oh wow, was für eine wunderbare Rezi. Und was für ein schönes Cover. Danach muss ich mir das Buch jetzt ja fast zulegen – jedenfalls hätte ich gerade Lust darauf, es zu lesen! Hm, vielleicht wünsche ich es mir zu Weihnachten … 🙂

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    1. Eine gute Idee! Hoffentlich warst du schön artig, damit der Weihnachtsmann es dir dann auch bringen kann :P!
      Danke auch für dein Lob *freufreu*,
      auf bald (bei dir ;-))
      Charlousie

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      1. Ach, ich bin immer artig! Ich hab eher die Befürchtung, dass meine Buch-Wunschliste bereits so groß ist, dass der liebe Weihnachtsmann nicht alle in seinen Geschenke-Sack kriegt! ;P
        Bis bald (hier & bei mir, ich freu mich schon drauf!)
        Lucy

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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