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Schattenspieler von Michael Römling [Rezension]

Eine untergehende Welt. Ein verschollener Schatz. Ein Gegner ohne Gesicht.

Der Inhalt:

1945: Leo versteckt sich in Berlin bei Wilhelm als so genanntes U-Boot. Doch dann wird sein Versteck bombardiert und er muss fliehen. Diese überstürzte Flucht bringt ihn auf den Weg seines größten Abenteuers. Denn nachts beobachtet er einen Mord und wie ein Unbekannter wertvolle Kisten alleine durch Deutschland transportiert. Dann ist der Krieg plötzlich vorbei, doch die noch lange nicht die Gefahr für Leo. Während er sich mit Friedrich anfreundet, decken die beiden allmählich einen verbrecherischen Plan auf, der sich um unermesslich wertvolle Kunstgegenstände dreht. Die Zeit arbeitet gegen sie und so weihen sie Wilhelm ein und hoffen, die heiße Spur nicht zu verlieren.

Unbegründete Vorurteile

Durch die große Moralkeule der NS-Zeit hege ich oft Vorurteile gegenüber Literatur, die während dieses Zeitraums spielt. Aus diesem Grund schob ich Michael Römlings „Schattenspieler“ eine Weile vor mir her, was einen größeren Fehler darstellte. Denn dieser Roman hat mich trotz der eher prekären Thematik sehr von sich überzeugen können.

Der Fokus liegt nicht auf der Judenverfolgung, sondern auf der Spurensuche zweier Jungen, die zufällig mehr beobachteten, als sie sollten und damit in gefährliche Ereignisse verwickelt werden, die sich aber vordergründig direkt nach Kriegsende abspielen.

Ein kindgerechter Roman mit tiefer gehendem Inhalt

Durch die Perspektive dieser zwei Jungen, ist „Schattenspieler“ sehr kindgerecht und wird zusätzlich von weiteren Perspektiven unterstützt, die mächtig für Spannung sorgen und den LeserInnen so manches Mal Kopfzerbrechen bereiten werden. Doch nicht nur Jüngere dürfen sich am Mitdenken und Mitraten erfreuen. Auch erfahrene LeserInnen werden die leichte Sprache, die – teilweise komplizierte Sachverhalte verständlich in der Geschichte eingebettet – erklärt, zu schätzen wissen und „Schattenspieler“ nicht aus der Hand legen wollen.

Ein grandioser Balanceakt

Michael Römling ist eine hervorragende Balance zwischen kriminalistischen Elementen und der damaligen Kunstkomponente gelungen. So wird sich ausgiebig mit wertvollen, aber während des Krieges verschwundenen Kunstobjekten auseinandergesetzt. Spione oder machtgierige Männer versuchen ihren Weg zu finden und dazwischen steht ein außergewöhnliches Mädchen mit einer Liebe zur Musik, das ebenfalls einen nicht unerheblichen Charme zu dieser Lektüre hinzufügt.

Historische Details werden von Michael Römling ebenfalls kindgerecht mit der Handlung verflochten, so dass man nebenbei noch so allerlei lernen kann.

Die Aufmachung von „Schattenspieler“ ist sehr aufwendig und durch den transparenten Schutzumschlag samt darunter liegender Stadtkarte sehr hochwertig und ein wahrer Hingucker fürs Buchregal.

Mein endgültiges Urteil:


„Schattenspieler“ ist ein spannender Roman, der sich federleicht lesen lässt und mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Mich hat Michael Römling komplett überzeugt und es geschafft, dass ich meine leichte Aversion gegen Lektüren aus dem NS-Sektor abgelegt habe.

Für Kinder ein Lesemuss und für Erwachsene eine tolle Gelegenheit, um sich einige Stunden in einem Buch zu versenken und nicht mehr daraus hervorzutauchen.

Bewertung

Trailer:

 

Thematik:

Naziregime

Nachkriegszeit

Zweiter Weltkrieg

Kunstraub

Kunstschätze

Freundschaft

Überleben

Juden

Soziale Verantwortung

Allgemeine Buchinformationen:

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Coppenrath

ISBN-13: 978-3815753071
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 3,8 cm
Zu „Schattenspieler“ bei Coppenrath

Vielen Dank an den Coppenrath-Verlag für dieses Leseexemplar!”

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2 thoughts on “Schattenspieler von Michael Römling [Rezension]”

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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