Archiv für den Monat Oktober 2012

Mein Tag auf der Frankfurter Buchmesse als Blogreporterin

Am Messesamstag, dem 13.Oktober 2012 konnte die von BloggDeinBuch organisierte und

Wer von den beiden wohl den stärkeren Muskelkater am Ende des Tages hatte?

heiß ersehnte Blogtour auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse endlich loslegen. Ab 09:00 Uhr trudelten die BloggerInnen und ihre BegleiterInnen nach und nach ein, bis wir gegen 09:30 Uhr mit cirka 30 TeilnehmerInnen starteten. Den ganzen Tag folgten wir der BdB-Broschüre als Erkennungszeichen, die in den Massen auch bitter nötig war.

Wen belehrt Herr Sonderhüsken denn da gerade?

Den Anfang wagte dotbooks, ein relativ neuer eBookverlag, der uns mit gleich zwei Autorinnen (Stefanie Maucher, Katja Piel) und drei VerlagsmitarbeiterInnen die Aufwartung machte.

Besonders interessant und lustig wurde es, als der quirlige Lektor Timothy Sonderhüsken, der vielen durch den Pan-Verlag bekannt sein dürfte, von der Idee hinter dotbooks erzählte und mit großer Begeisterung einige eBook-Romane näher beschrieb. Da machte das Zuhören Laune und solch entflammenden Leidenschaften steckten an.

dotbooks Mitarbeiter Dennis Schmolk (links) und Sarah Mirschinka (rechts) während der Begrüßung

So fiel meine anfängliche Scheu recht schnell ab und gemeinsam mit anderen BloggerInnen vertieften wir uns mit der mehr als sympathischen Autorin Stefanie Maucher sofort in ein Gespräch über ihr eBook „Kalte Berechnung„.

Am Ende waren wir alle um einen dotbooks- und GRIN-Button reicher und bekamen sogar einen kleinen Schreibblock, der mir im Laufe des Tages noch einen guten Dienst erweisen sollte.

Stefanie Maucher (links) und ich (rechts). Na, wer findet den kleinen, grünen GRIN-Button im Bild?

Weiter ging es…

„Marsch! Alle hinterher“

„Bitte, noch eine Pose, Greg!“
Greg (links) und Tina Pfeifer (rechts), Online-PR bei Bastei Lübbe

… im Gänseschritt zum Verlagsstand von Bastei Lübbe.Während Greg, von Greg’s Tagebuch, der Verlagsmitarbeiterin Tina Pfeifer fast schon die Show stahl, nutzten wir die Gelegenheit, um allerhand Fragen zu stellen. So plauderte Tina Pfeifer aus dem Nähkästchen, dass für sie trotz Menschenmassen die Messewochenenden entspannter seien, als die Wochentage unter der Woche und dass ihr diesjähriges Highlight „Er ist wieder da“ von Timur Verdes sei. Eine Satire, in der Hitler im Jahre 2011 wieder erwacht. Sie hob besonders das „minimalistische und dabei so geniale Cover“ hervor. – Wo ich ihr nur zustimmen kann. Wenn ihr euch wundern solltet, weshalb Eichborn unter Bastei Lübbe erscheint, liegt das daran, dass Eichborn von Bastei Lübbe gekauft worden ist, wie wir ebenfalls von Tina Pfeifer erfuhren. BloggDeinBuch sei außerdem eine gute Möglichkeit, die Rezensionsexemplarsaugabe an Blogger zu kanalysieren.

Lediglich die angekündigte Eva Völler konnten wir nicht mehr treffen, deren Terminplan es letztlich nicht zuließ, zum geplanten Zeitpunkt zu erscheinen.

Auf dem Weg zum Thienemann-Verlag sah ich diese menschengroße und beeindruckende Legofigur:

„Lego!- Wie ist das schön…“

Bei Thienemann selbst erzählte uns Heinke Schöffmann vom großen Traum eines jeden Schriftstellers. Wer hätte gedacht, dass Michael Ende sein Manuskript rund um „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ 12 mal bei verschiedenen Verlagen eingesendet hat und abgelehnt wurde?

Frau Schöffmann von Thienemann beim Erzählen und die Bloggermeute um sie herum

Thienemann hat „Jim Knopf“ beim 13. Versuch schließlich angenommen und aus einem dicken Manuskript, zwei dünnere Bücher gemacht. So einfach kann’s gehen und wer könnte sich diese beiden Charaktere aus der heutigen Buchlandschaft noch wegdenken?

Außerdem hat sie uns verraten, was einen Blog als Rezensent für den Thienemann-Verlag mit seinen zwei Imprints (Gabriel/Planet-Girl-Verlag) attraktiv macht. Bei täglich mehreren Dutzen Anfragen zähle der optische Faktor und das Gefühl, dieser Blog habe das gewisse Etwas, „einen Mehrwert“, wie Frau Schöffmann sagte, damit sich das wirtschaftliche Interesse des Verlages auch auszahle. Doch nicht nur die PR-Abteilung hat mit den Blogs und die zu betreuenden Social Media Networks viel zu tun. Auch die Lektoren dürften mit rund 2000 Manuskripten jedes Jahr, aus denen sie im Schnitt zwei herausfischen, viel um die Ohren haben. Zuletzt berichtete Frau Schöffmann von verschiedenen Klassikern, die Thienemann immer wieder neu inszeniere, „um jemanden hinterm Ofen hervorzulocken“.

Nach diesen vielen Informationen und ersten spannenden Eindrücken hatten wir uns die Pause von 11:30-12:00 Uhr redlich verdient, in der wir uns (was wohl?) Bücher, Buchplakate, wieder Bücher, Autoren und noch mehr Bücher (!) ansahen:

Joss Stirlings Fortsetzung „Saving Phoenix – Die Macht der Seelen“

Ein Buchtisch bei arsEdition

Ich bekam sogar die Gelegenheit, dem äußerst talentierten Hörbuchsprecher Rainer Strecker von u.a. „Reckless“ live zu lauschen.

Gänsehautpotenzial bei der Stimme von Rainer Strecker

Wer hat schon einmal dem „Donald Duck“-Zeichner über die Schulter schauen dürfen?

So also wird einer Zeichentrickfigur Leben eingehaucht! Comiczeichner Daan Jippes umringt von fotowütigen Menschen!

-Oder sogar Uli Stein!!:

Ulli Stein beim Zeichnen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lang die Schlange war…

Die Menschenmassen durften natürlich auch nicht fehlen! Wo bliebe denn da der Spaß des gegenseitigen „Auf-Die-Füße-Tretens“ und des „Ellbogen-In-Die-Rippen-Bekommens“?:

Was es da wohl zu sehen gibt?

Nach der Pause begrüßte uns Anna Beckmann vom moses. Verlag, der Accessoires zu allem herstellt, was das Bücherherz sich nur erträumen kann.

Verlagsmitarbeiterin Anna Beckmann stellt sich netterweise für ein Foto zur Verfügung

Zwischen Brillenputztüchern mit literarischen Sprüchen, ausgefallenen Lesezeichen, Buchstempeln und Buchstützen tummeln sich vor allen Dingen die s.g. „Black Stories„,

die ein großes Zugpferd des Verlages seien. So ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade in diesem Sektor einige Veränderungen bevorstehen.

Freut euch auf eine App zu den „Black Stories“ und damit die Möglichkeit, vielleicht selbst

Leselicht „Lumi„, der Renner im moses. Verlag

kreativ an der einen oder anderen Black Story mitzuarbeiten, denn diese App basiert überhaupt erst auf den Stories der Fans!

Bei neuen Spielen des moses. Verlags wird unter den MitarbeiterInnen und Kollegen ausgiebig getestet, erzählt Anna Beckmann. Es hieße dann für alle, sich einen Nachmittag zusammenzusetzen und ausgiebig zu spielen und gleichzeitig zu testen. Wichtig dabei sei, dass das Spiel simpel funktioniere und ohne ewiges Spielanleitunglesen gespielt werden könne.

ExLibris-Aufkleber

 Als ich fragte, was sich momentan am besten unter den Buchaccessoirs des moses. Verlags verkaufe, hielt Frau Beckmann zunächst eine Leselampe hoch. Dann fügte sie hinzu, dass auch Buchhüllen, die den Einband verdeckten, gut liefen, da man vermutlich so unterwegs ohne Peinlichkeiten oder ungewollte Blicke Bücher wie „Fifty Shades of Grey“ ungestört lesen könne. Auf die Frage nach Anna Beckmanns persönlichem Highlight, bot ich zufällig die Überleitung für das unglaublich nette, wie gleichsam wunderschöne Präsent an uns BloggerInnen von moses.:

Ein Blick ins Innere gefällig?

  Selbstklebende ExLibris-Aufkleber für Bücher. Während wir uns dankbar verabschiedeten, nahmen sich Lena, Jessi und ich noch die Zeit für ein kleines Erinnerungsfoto:

Ja, wir hatten sehr viel Spaß!
Jessi (links), Ich (Mitte), Lena (rechts)

Dann führte uns unsere ‚Erkennungsbroschüre‘ zum blanvalet/Penhaligon/Limes-Verlag, wo uns Herrn Sebastian Rothfuss erwartete, durch den ich überhaupt erst auf die Blogreporter-Aktion aufmerksam geworden bin!

Sebastian Rothfuss gestikulierend am Erzählen

Rezensionstaschen standen bereit und wurden von zwei Damen des Verlages tapfer in der Ecke verteidigt, während wir uns um Herrn Rothfuss positionierten, der offen erzählte und mit Spaß an der Sache geduldig Fragen beantwortete. Als Buchhändler muss man freundlich auf andere zugehen können und überzeugend wirken. Genau das hat Herrn Rothfuss uns elegant demonstriert. Denn ursprünglich arbeitete er mal als Buchhändler, bevor er neben einem Studium über Buchwissenschaft, seinen jetzigen Presseberuf ergriff.

Die sehr enge Zusammenarbeit mit Bloggern sei für den Verlag deswegen wichtig, weil Blogger als LeserInnen viel näher und zielorientierter an der Leserschaft dran seien, als herkömmliche Journalisten, die Rezensionen im Feuilleton-Bereich der Zeitungen veröffentlichen.

Eine Rezensionstasche mit Glücksschweinchen

Dennoch ist es erstaunlich, dass Herr Rothfuss mit weit über 500 Bloggerinnen und Bloggern mal enger und mal weniger enger zusammenarbeitet und bei all der erforderlichen Jonglage nie den Überblick zu verlieren scheint!

Als jemand fragt, ob er alle Bücher von blanvalet/Penhaligon/Limes für seine Pressearbeit lese, gibt Sebastian Rothfuss lächelnd preis, dass er keinesfalls jede Neuerscheinung lesen könne, da die drei Imprints blanvalet, Penhaligon und Limes des Randomhouse-Verlages jeden Tag mindestens eine Neuerscheinung veröffentlichten; er sich aber bemühe, alle Romane der deutschsprachigen Autoren zu lesen, mit denen er arbeitsbedingt intensiv zusammenarbeiten würde. Er könne schlecht zugeben, dass er keine Ahnung habe, worüber der Autor nun geschrieben hat und manche Bücher, so schließt er die Frage, seien einfach Pflicht.

„Oink, oink“: Nebst Schweinchen gab’s den super praktischen Notizblick und dieses schmucke Leseexemplar.

Auch zum Thema Datenschutz und Abmahnwelle drängen sich einige besorgte Fragen auf, die Herr Rothfuss beschwichtigen kann. Es seien alle Texte und Abbildungen zum Kopieren und Hochladen auf Blogs freigegeben, sofern man sie nicht komplett entfremdete und für Rezensionszwecke o.ä. verwende.

Dann neigte sich der informative Besuch bei blanvalet/Penhaligon/Limes auch schon dem Ende zu. Ein Paar Getränke wurden nebenher zur Stärkung angeboten und Herr Rothfuss verriet uns noch sein persönliches Highlight der Buchmesse, was sich zufälligerweise bereits in unseren Rezensionstaschen befand: „Jake Djones – Hüter der Zeit“ von Damian Dibben, der Auftakt einer Serie. Übrigens eine richtig süße Rezensionstasche, die neben praktischen Zusätzen, sogar mit einem Kuscheltierschweinchen als neuem Schmuser aufwartete!

Sylvia M. Dölger und ich beim Bücherwürmertreffen der Buchcommunity Lovelybooks

Bevor wir uns dem Residenz-Verlag zuwandten, der den wenigsten unter uns ein

wirklicher Begriff war, gab es erneut eine halbstündige Pause bis 14:00 Uhr.  Doch auf einer Buchmesse verstreichen selbst „Pausen“ nicht ungenutzt.

Eselsohr

So machten sich einige von uns auf zum Lovelybooks-Bücherwurmtreffen und sahen das eine oder andere bekannte Gesicht.

Ich traf beispielsweise Autorin Sylvia M. Dölger, die ihr eBook „Hinter deiner Tür“ jetzt auch stolz als Printversion vorzeigen kann.

Daniela Möhrke, einer der Köpfe hinter dem Buchportal Lovelybooks, verteilte fleißig Eselsohren.

Aller guten Dinge sind drei: Attilan Zoltan (Mitte) mit zwei Kolleginnen im Stand des Residenz-Verlages

Angelangt beim Stand des ältesten, österreichischen Verlags, dem Residenz-Verlag, erzählte uns Herr Attilan Zoltan einiges zur Entstehungsgeschichte und den verschiedenen Bereichen des Verlages. So gibt es inzwischen eine Unterteilung in Sachbuch, Bilderbuch und Literatur. Anfangs sei der Verlag ein reiner Literaturverlag gewesen. „Wirklich keine herkömmliche Belletristik, sondern Literatur“, betont Herr Zoltan an dieser Stelle ausdrücklich.

Hängen geblieben ist vor allen Dingen der Satz: „Unsere Bücher gelten als schön, aber unverkäuflich“. Bei den Schilderungen über Schwierigkeiten Bilderbücher mit vom Mainstream

Drachen in Aktion

abweichenden Illustrationen zu verkaufen, wird diese These mehrfach unterstrichen. Es wird aber auch deutlich, dass diesem Verlag etwas Besonderes innewohnt. So zeugen die einzelnen Cover, die alle sehr speziell, aber dafür einzigartig wirken, von einem Verlag, der sich einmal nicht den Massen unterordnet, sondern es schafft, sich ein gewisses Maß an Autonomie zu bewahren. Und ich kann nur beteuern, dass die Bilderbücher dieses Verlages äußerst gelungen sind und eine noch größere Leserschaft verdient hätten.

Ich habe mir das Bilderbuch „GUTER Drache & BÖSER Drache“ von Christine Nöstlinger, illustriert von Jens Rassmus, ausgesucht. Eine gute Wahl!

Doch ganz ohne Anpassung kann es natürlich auch nicht gehen, weswegen auch der eBook-Bereich kontinuierlich ausgearbeitet wird. Da ist es nur gut, dass der Verlag, laut Herrn Zoltan, seinen Blickwinkel erweitert hat und manche Bücher, sowie einen Krimi an Rowohlt, auch an andere Verlage weiterverkauft.

Nach einem sehr aufschlussreichen Briefing über die unterschiedlichen Tätigkeiten von Presse und Vertrieb und dem großzügigen Geschenk, dass wir uns alle ein Buch aussuchen durften, wanderten wir erneut dem BdB-Wegweiser hinterher und landeten so bei unserer vorletzten Verlagsstation: Dem Fischerverlag!

Lysann Kurpiela (links) und Mareike List (rechts) im angeregten Gespräch mit uns

Begrüßt wurden wir von Lysann Kurpiela und Mareike List, die den Spieß einfach herumdrehten und UNS, nach kurzen allgemeinen Infos zum Verlag, Fragen stellten. Interessiert waren die beiden an unseren Meinungen zu verschiedenen Aktionen im Social Media Network Bereich (Facebook) und an Blogtouren (bspw: „Die Flucht“ von Ally Condie“). Es entstand ein angeregtes Gespräch, indem beidseitig Tipps, Verbesserungsvorschläge und Anforderungen für Blogger als Rezensenten, ausgetauscht wurden. Dabei legten die zwei sympathischen Damen nicht ausschließlich wert auf die Meinung der Blogger, sondern auch auf die unserer Begleiter und Begleiterinnen als „normaler“ Leserkreis. Zu Neuerscheinungen wie „Dustlands 02“, „Daughter of Smoke and Bones“ oder auch

„Sturz in die Zeit“ von Julie Cross!- Wer hat es schon gelesen?

„Die Ankunft“ wurde sich hingegen noch recht bedeckt gehalten. Allerdings darf man gespannt sein, welche Aktion für Ally Condie-Fans im Frühjahr aufwartet, denn leichte Andeutungen sind bereits gefallen.

Und bis dahin kann man sich die Zeit bestens mit anderen Fan-Schmankerls vertreiben. Am 01. Dezember dieses Jahr soll es eine Überraschung zu P.C. Casts „House of Night“-Serie geben.

Zum Abschluss bekamen wir alle ein kleines Kärtchen,indem sich drei Codes für je ein Rezensionsexemplar unserer Wahl befanden. Das nenne ich mal eine gelungene und super tolle Überraschung!

Eine kleine, aber feine „Rezensionskarte“. Eine ausgefallene Idee des Verlages!- Vielen Dank.

Nächster Halt?- ArsEdition! Dieser Verlag war unsere letzte Station, bei der wir alle leider dermaßen geschafft waren,

ArsEdition thront hoch über unseren Köpfen

dass die Fragen sich in Grenzen hielten und sich die Aufmerksamkeit vermehrt auf die kleinen Snacks am Tisch richtete. Das Bloomsbury inzwischen zu ArsEdition gehört und ArsEdition selbst auf Geschenkbücher und Nonbook-Artikel spezialisiert ist, haben wir dann aber doch noch mitbekommen.

Geschaffte Gesichter, benutzte Trinkbecher, gemeinsames Ausatmen: So müssen sich Reporter fühlen, die den ganzen Tag auf den Beinen sind…

Und zum letzten Mal folgten wir an diesem Tag dem BdB-Team:

„Aufgepasst, es geht weiter!“

Gegen 16:00 Uhr begaben wir uns ins Gourmet-Zentrum, wo wir dem Gründer von BdB, Thanh Cao Nguyen, persönlich gegenübertraten und auch ihn noch einmal mit allerlei Fragen beschoßen. Über 140 Verlage und 3500 Blogger sind mittlerweile im System von BdB etabliert. Es stehen einige Umbauarbeiten der Seite bevor, die stark nach Verbesserungen riechen und eine stärkere Amazon-Konzentration sowie einen Punktescore beinhalten.

Thanh Cao Nguyen stellt sich unseren Fragen

Wer da sofort „Nein!“ denkt, sollte erst einmal abwarten, denn die Ideen von Thanh Cao Nguyen sind gut und bieten viel Potenzial für BdB, das mal klein als EPIDU-Verlag anfing und momentan mächtig am Wachsen ist.

Geschäftsführer Thanh Cao Nguyen betont die Unabhängigkeit seines Unternehmens gegenüber Verlagen und dass BdB, wie es im Namen bereits enthalten ist, in erster Linie eine Anlaufstelle für Blogger und Bloggerinnen bieten soll; ohne die das alles nicht möglich wäre. Auch die Einführung eines neuen zu rezensierenden Genres auf der Plattform wird erwogen. Allerdings bedarf auch dieses einer vorherigen Umstellung, die ähnlich wie das Empfehlungssystem auf Amazon funktionieren würde. Denn das in manchen Augen vielleicht etwas anrüchige Genre, ist nicht für jedes Alter bestimmt. (Wer kommt auf das „spezielle“ Genre?)

Zum großen Abschluss gab es von allen ‚Blogtourern‘ noch eine kleine Fotosession. Fotos von jedem, mit jedem. Unser kleines Blitzlichtgewitter wurde von spontanen Zuschauern, die mit Kameras ausgerüstet waren, begeistert aufgenommen. Sie fotografierten einfach mal mit.

Ein Gruppenfoto von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Blogtour. Danke, dass ihr da ward! Es war schön mit euch!!

Die Herren und Frauen der Schöpfung durften dann auch noch einmal auf dem Sofa Platz nehmen und sich in demselben Ruhm sonnen, den wir Augenblicke zuvor noch genossen hatten.

„Bitte, einmal Lächeln!“: Thanh Cao Nguyen (links), Teresa Schmidt (daneben), Ann-Catrin Dornauer (Mitte), Miriam Beckers (rechts)! D-A-N-K-E-S-C-H-Ö-N, dass ihr diesen Tag möglich gemacht habt!

Unsere letzte Tat des Tages sollte ein kleines Autogramm auf der BdB-Broschüre sein:

Beweis Nummer 1 für unsere Anwesenheit auf der Premieren BlogTour von BloggDeinBuch!!

Wirklich unsere letzte Tat des Tages? Ein Programmpunkt sah eigentlich noch ein Meet & Greet mit der Autorin  von Sternenschimmer und Sternensturm Kim Winter vor. Unglücklicherweise dauerten unsere Fragen an Herrn Thanh Cao Nguyen länger als eingeplant, so dass das Treffen mit Kim Winter schon vorbei war.

Ein bisschen Musik gefällig? – Auf dem Weg zum Thienemann-Stand

Nachdem sich unsere Blogtourgruppe aufgelöst hatte, bin ich gemeinsam mit meiner Freundin nur noch einmal so zum Thienemann-Stand gegangen und was für eine

Ein vollbepackter Tisch mit Autogrammkarten, Snacks, Getränken und Allerlei

Überraschung ich dort vorfand. Kim Winter saß in gemütlicher Runde am Rande und bot uns sogleich an, sich zu ihr und den anderen zu gesellen! Ich war so perplex und glücklich, da das Treffen mit Kim Winter eines meiner Highlights dieses Tages dargestellt hätte, dass ich nur noch wenige Worte herausbrachte.

Dafür erfuhr ich witzige Anekdoten über ihr Büro und dass sie zum Schreiben ihrer Bücher zwei Laptops benutzt. Kim Winter schenkte mir sogar noch einen signierten Sternenschimmer-Wallscreen und ein signiertes Sternensturmplakat:

Sternenschimmer-Wallscreen und Sternensturm-Plakat haben ein neues zu Hause in meinem Zimmer gefunden

Ein Foto von uns beiden durfte selbstverständlich auch nicht fehlen:

Kim Winter und ich vor einem „Sternensturm“-Regal

Fazit des Tages:

Ob in schicken Anzügen, adretten Kostümen oder legerer Alltagskleidung: Eines hatten alle AutorInnen, BdB- und VerlagsmitarbeiterInnen gemeinsam: Ihre Leidenschaft zum geschriebenen Wort, ihr Engagement, Bücher einem breiten Lesepublikum zugänglich zu machen und ihre Offenheit, uns alle Fragen geduldig zu beantworten. Liebe BuchliebhaberInnen und BloggerInnen, ihr habt zu diesem gelungenen und einmaligen Tag beigetragen. Vielen Dank, dass ihr da gewesen seid!

Die Ausbeute des Tages!

In diesem Sinne, ein Dankeschön an die teilnehmenden Verlage, BdB und natürlich an die Frankfurter Buchmesse, dass wir so großzügig und exklusiv hinter die Kulissen blicken durften!

-Vielleicht auf ein nächstes Mal?

Charlousie

Lost Land – Die erste Nacht von Jonathan Maberry [Rezension]

Menschen, die von Freiheit und Zukunft träumen.

In einer Welt, die zerstört ist.

Der Inhalt:

Benny Imura verachtet seinen älteren Bruder Tom für seine Feigheit, obwohl dieser Kopfgeldjäger ist. Aber noch mehr hasst er die Zombies, die für den Tod seiner Eltern verantwortlich sind. Er weiß um die tapferen und ruhmreichen Geschichten der anderen Kopfgeldjäger, die per Auftrag Zombies im Leichenland erledigen. Nur sein Bruder Tom, der ist ein Feigling. Das war er schon damals, in der ersten Nacht, als die ersten Zombies aus dem Nichts heraus entstanden und auch seine Eltern plötzlich infiziert wurden. Doch dann ist Benny fünfzehn Jahre alt und in diesem Alter wird von ihm erwartet, sich neben der Schule einen Job zu suchen, um weiterhin seine volle Essensration zu bekommen. Er guckt sich alle verfügbaren Arbeitsbereiche an, aber keiner weckt sein Interesse und sind entweder langweilig, zu anstrengend oder beides. Tom hingegen bietet Benny an, bei ihm zu lernen und sich irgendwann ebenfalls als Kopfgeldjäger zu verdingen. Benny ist alles andere als erfreut darüber, am Ende bleibt ihm aber keine andere Wahl. Was Tom ihm dann im Leichenland zeigt, verändert Bennys Sichtweise auf seinen Bruder für immer und er merkt, dass ‚da draußen‘ neben Gesetzeslosigkeit nur eine Sache am meisten zählt: Irgendwie zu überleben, egal wie.

Ein fesselnder Einstieg, der den folgenden Ereignissen direkt die richtige Atmosphäre verleiht

Jonathan Maberry beginnt seine Erzählung recht charmant und humorvoll, was einen flotten Einstieg ermöglicht, der Lust auf mehr macht. Trotz der ernsten Rahmenbedingungen, in denen sich die Figuren dieser mutigen Geschichte befinden, vermittelt der Autor zunächst einen fröhlicheren, teilweise sarkastischen Eindruck eines Teenagers, der die Welt so sieht, wie er sie bisher kennenlernte. Doch „Lost Land – Die erste Nacht“ zupft ebenfalls an ernsteren Saiten und verdeutlicht an dem Beispiel zweier Brüder, die nur noch sich haben und vertrauensmäßig dennoch so weit wie es nur geht voneinander entfernt leben, wahre Gefühle, starke Familienbande und die Willensstärke beim Kampf des Überlebens.

Denn in der zukünftigen Welt, in der die Brüder Benny und Tom Imura leben, verwandeln sich verstorbene Menschen seit jener ‚ersten Nacht‘ in Zombies. Das hat zur Folge, dass das meiste Gebiet Leichenland ist und sich bis auf wenige Ausnahmen niemand hinaus zu den Zombies traut. Denn ein Biss infiziert ebenfalls.

Eine recht objektive und dennoch zum Nachdenken anregende Version von Zombies, die sich sehr lohnt!

Der Aspekt rund um die Zombies ist sehr gut umgesetzt. Weder verherrlicht Jonathan Maberry diese, noch stellt er sie als gefühllose, böse Monster da. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder Tom, ist Benny Imura recht unaufgeklärt, so dass er gemeinsam mit den LeserInnen eine andere Perspektive auf die nun bestehende Weltordnung und die Rolle der Zombies in ihr bekommt. Dabei hat es mir sehr imponiert, dass dieser Autor es nicht darauf anlegte alleine durch Zombies, die irgendwann einmal ‚vom Himmel fielen‘ Spannung zu erzeugen, sondern sie instrumentalisiert und gezielt mit einer dichten und recht intensiven Geschichte verwebt, die sich unter anderem mit „Gut und Böse“ in der Welt auseinandersetzt und ebenfalls verdeutlicht, dass vieles eine Sache des Standpunktes, bzw. der jeweiligen Sichtweise ist.

Ein Mittelteil, der vom Anfang leider überholt wird und meine Aufmerksamkeit leider dazu veranlasste, sich teilweise zu verflüchtigen

Während der Beginn von „Lost Land – Die erste Nacht“ ein rasantes Tempo vorlegt und mich in einen Lesesog zog, ließ dieser im Mittelteil etwas nach. Sicherlich ist das Geschmackssache, aber ab einem gewissen Punkt war ich leicht von den verschiedenen, zum Teil sehr ausgeprägten Kampfszenen, übersättigt und auch das Leichenland, was einst in verschiedenen Facetten zu ‚Erkundungen einludt‘, wurde mir zu ausführlich beschrieben. So schlich sich manchmal eine leichte Langatmigkeit ein, die ich angesichts der ansonsten so großen und philosophisch angehauchten Geschichte als sehr schade empfinde.

Die Brüder und ihr Konflikt bringen diesen Roman so richtig zum Aufleben und erstaunlicherweise stieß ich immer wieder auf Sätze des Autors, die wirklich überirdisch weise wirkten.

Das Allerbeste ist aber die Vielschichtigkeit dieses Buches, so dass sowohl Jungen als auch Mädchen an verschiedenen Stellen auf ihre Kosten kommen. Allerdings würde ich es generell eher in der männlichen Region ansiedeln, da sich Jungen eventuell besser mit einem der Hauptcharaktere identifizieren könnten.

Mein endgültiges Urteil:

Jonathan Maberry ist einer jener Autoren, deren Schreibstil und damit gelegentlich aufblitzenden Erleuchtungen ich überaus bewundere. Mit solch einer Eleganz, gleichzeitig Sachlichkeit, die dennoch tiefe Emotionen vermittelt, muss man erst einmal zu jonglieren wissen und das hat er definitiv vom Anfang bis zum Ende geschafft.

Leider war ich nicht immer so gefesselt wie ich es mir gewünscht hätte und hatte in der Mitte ein kleines „Lesetief“. Letztlich spricht „Lost Land – Die erste Nacht“ für sich, denn es ist ein großartiges Buch, was viele Fragen aufwirft, eine Zukunft mit mittelalterlichen Verhältnissen suggeriert und Werten wie Freundschaft, Zusammenhalt, Liebe und Familienbanden eine große Wichtigkeit zumisst.

Bewertung

Thematik:

Zombies

Familienzusammenhalt

Trauerbewältigung

Überleben

Waise

Abgründe der Menschheit

Kämpfen

Allgemeine Buchinformationen:

Aus der Reihe: Lost Land
Gebunden mit Schutzumschlag
528 Seiten
Ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-522-20151-3
Preis: 16,95 €
Österreich: 17,50 €, Schweiz: 24,90 sFr
Erscheinungstermin: 24.09.2012
Zu „Lost Land – Die erste Nacht“ bei Thienemann

Renegade – Tiefenrausch von J. A. Souders [Rezension]

Mein Leben ist absolut perfekt.

Jeden Morgen lässt mich Mutter um Punkt zehn Uhr von den Dienstmädchen wecken. Dann nehme ich ein leichtes Frühstück ein, anschließend folgt der obligatorische Besuch bei meinem Therapeuten. Es ist so schön, jemanden zu haben, mit dem man reden kann.

S. 7

Der Inhalt:

Evelyn ist die Tochter der Herrscherin Elysiums, die von allen nur als „Mutter“ betrachtet wird. Ihr Leben ist perfekt. Sie wird regelmäßig geweckt und geht obligatorisch zum Therapeuten, weil es gut ist, ab und zu jemandem zum Reden zu haben. Doch irgendwas trügt den Frieden in Elysium. Evelyn sieht immer wieder merkwürdige Erinnerungsfetzen, die sie an dem zweifeln lassen, was Mutter ihr erzählt. Dann dringt ein Oberflächenbewohner in Elysiun ein und entgegen aller Predigten Mutters, erweist er sich während des Verhörs durch sie als nett und gar nicht als so ungehobelt. Es geschieht sogar das Unmögliche: Evelyn möchte nicht, dass er exekutiert wird und beginnt, alles zu riskieren, nur um ihn zu retten.

Ein genialer Anfang, der sich bald zerschlägt

Renegade – Tiefenrausch“ hat mich die ersten Seiten begeistern können, so dass sich eine meterhohe Welle an Erwartungen auftürmte, die im Laufe der Handlung mehr und mehr in sich zusammenfiel.

J. A. Souders schafft es, einen ziemlich hinterlistigen Einstieg in ihr Debüt zu kreieren, was für die LeserInnen so wasserdicht ist, dass ich vor lauter Spannung und Freude darüber nur staunen konnte.

Leider zerstört hauptsächlich die Handlungsentwicklung meine Begeisterung für „Renegade – Tiefenrausch“. Der Hauptteil des Buches besteht aus einer Flucht und so mitreißend diese an vielen Stellen auch ausgeschmückt sein mag, irgendwann wurde es doch sehr, sehr langweilig. Diese Langeweile rührt ebenfalls von den Charakteren her, denen ich ihre Rollen weniger abnehmen konnte, so dass sie diese nie so recht auszufüllen schienen.

Mangelhafte Charaktere, die sich mit der gleichförmigen Handlungsentwicklung nicht gut vertragen

Eigentlich sollte das Konzept J. A. Souders perfekt sein, denn sie spielt viel mit manipulativen und eingepflanzten Elementen und den Schwierigkeiten der Protagonistin Evelyn, die herauszufinden versucht, was nun von ihr stammt und was ihr von außen nur eingegeben wurde.

Ich habe Evelyn diese Suche nach sich selbst nicht immer abnehmen können, da die Beschreibungen in diesen Momenten und die Gedankengänge Evelyns zu unausgereift und brüchig sind.

Gestört hat mich ebenfalls, dass sich die Geschichte auf nur so wenige Personen konzentriert. Gavin und Evelyn stehen neben der „Mutter“ im Mittelpunkt. Es gibt zwar noch einige Akteure, aber die sind von der Autorin eher wie Werkzeuge und Schachfiguren nach Belieben ein und ausgesetzt worden.

Trotz allem eine geniale (Handlungs)idee

Die Idee ist generell wirklich genial und so hatte ich trotz der beschriebenen Mankos nie Probleme „Renegade – Tiefenrausch“ weiterzulesen. Ich hätte mir sicherlich mehr Spannungen und Überraschungen gewünscht und gegen eine insgesamt runde Geschichte nichts auszusetzen gehabt, doch wenn ich bedenke, dass dies J. A. Souders erstes Werk ist, gehe ich vielleicht auch zu hart ins Gericht mit ihr.

Positiv hervorheben möchte ich unbedingt die wunder, wunderschöne Aufmachung dieses Debüts und den außergewöhnlichen Schreibstil von J. A. Souders, der besonders zu Beginn bestialisch gut anmutet und mich richtig auf „Renegade – Tiefenrausch“ einstimmte.

Mein endgültiges Urteil:

Wer schon immer mal eine verzwickte Geschichte über manipulative Genexperimente unter dem Meer lesen wollte, dürfte in „Renegade – Tiefenrausch“ seinen passenden Kandidaten gefunden haben. Wer noch an die unzerstörbare Macht der Liebe glaubt, wird in J. A. Souders Werk das Herz gewärmt.

Wer einfach mal etwas Anderes beschnuppern möchte, kann mit diesem Debüt wenig falsch machen. Obwohl mir einiges nicht zugesagt hat, kann ich nicht bestreiten, dass ich „Renegade – Tiefenrausch“ sehr gerne las, auch wenn es keinen ultimativen Kick besaß.

Bewertung

 

Thematik:

Gene|Genmanipulationen

Autarke Lebensform

Oberflächenbewohner

Elysium|unter der Meeresoberfläche

Macht

Mutter

Identitätskrise

Konditionierung

Allgemeine Buchinformationen:

J. A. SOUDERS
RENEGADE
TIEFENRAUSCH
368 Seiten · Gebunden
Übersetzung: Aus dem amerikanischen Englisch von Charlotte Lungstraß
€ 16.99 (D) / € 17.50 (A) / sFr 24.90
ERSCHEINT AM 20.08. 2012
ISBN 978-3-49270281-2
Zu „Renegade – Tiefenrausch“ bei ivi

Mondtänzerin von Frederica De Cesco [Rezension]

Eine geheimnisumwobene Insel,

vier unzertrennliche Freunde

und eine große Liebe.

Der Inhalt:

Als Alessa, Viviane, Peter und Giovanni auf Malta in den unterirdischen Katakomben eine Tonfigur finden, erscheint Viviane die Göttin Persea, die die Figur Giovanni übergibt und darauf besteht, dass er sie behalten müsse. Viviane leidet unter Epilepsie und sieht häufiger solche Gestalten und Szenen vor sich und die Freunde sind felsenfest davon überzeugt, dass ihre Visionen stimmen. Also schließen sie einen geheimen Bund. Sie vier sind die ‚Kinder der schlafenden Göttin‘. Jahre später, nachdem sich alles verändert hat, und Giovanni verschwunden war, kehrt er zurück und ihr Schwur von einst gewinnt erneut an Bedeutung, als er in verbrecherische Machenschaften verwickelt ist.

Worte, die höhere Sphären zu beschreiben scheinen

Der „Mondtänzerin“ haftet etwas Skurriles und Anrüchiges an und ist mein erstes Werk der Autorin Frederica De Cesco. Neben kleinen Drogengeschichten wird die Religion, die Liebe und noch vieles anderes in diesem Roman thematisiert.

Frederica De Cesco ist zweifelsfrei eine Autorin, die ihr Handwerk mit kaum geahnter Größe und Kunst beherrscht. Sie findet Worte für Gedankengänge, die in höheren Sphären zu schweben scheinen und die einem ohne diese Frau vermutlich auch nie in den Sinn gekommen wären. Mit großer Dramaturgie und unabwendbaren Effekt, äußerst sie nüchterne Tatsachen, die sich wenig erklären und mit unerklärlicher Mystik arbeiten.

Gemeinsamkeiten und Gegensätze in einem

Im Zentrum von „Mondtänzerin“ stehen vier Figuren, die sich seit ihrer Kindheit kennen und durch das von der Autorin gezeichnete Bild Gemeinsamkeiten und Gegensätze bilden, der dieser Geschichte ihren Charme verleiht. Dieses Buch ist sehr ernst und greift Grausames auf, das oft nicht leicht zu lesen ist und es einem schwer machte, sich von den Seiten zu lösen. Dabei verliert Frederica De Cesco nie das Ganze aus dem Blickwinkel, so dass „Mondtänzerin“ trotz des Fokus auf die vier Hauptfiguren „universell“ wirkt.

Der Roman birgt eine solche Komplexität in sich, dass es schwer ist, den Geist dieser Geschichte in einer kleinen Rezension einzufangen. Zumindest erzählt Alessa, eine der weiblichen Hauptfiguren, die Geschichte aus ihrer Sichtweise und greift dabei oft die Gedankengänge der anderen auf und wechselt zwischen Gegenwart, Vergangenheit und gibt immer wieder dunkle Vorahnungen zu dem, was bald noch sein wird. Die Verschmelzung dieser drei Zeiten erzeugte eine Spannung, die immer unterschwellig wirkte und zudem bewirkte, dass meine Gedanken sich während des Lesens auf große Wanderschaft begaben.

Teilweise zähe Passagen

Nicht zuletzt greift Frederica De Cesco auf alte Sagen zurück und verwebt einige historische Aspekte, die dieser Geschichte unter anderem, diesen skurrilen Touch verleiht. Auch Malta, der Hauptschauplatz der Handlung, wird näher beleuchtet und fügt dem, was die vier Freunde erleben, Lebendigkeit hinzu.

Einen größeren Kritikpunkt habe ich allerdings noch: Und zwar lasen sich für mich einige Passagen, trotz der so oftmals zutreffenden Worte der Autorin, ziemlich langatmig und zäh. Die Geschichte unternimmt viele Ausflüge zu Nebenschauplätzen, die zwar interessant, unterm Strich allerdings ziemlich zäh anmuten und mich extrem störten.Viele dieser Passagen münden in übertriebenen Metaphern oder sind schlicht und einfach überflüssig.

Mein endgültiges Urteil:

Mondtänzerin“ vereint in sich die rohsten Bedürfnisse der Menschen von Liebe, Lust, Sehnsucht, Lebenssinn und Schmerz. Breit gefächert in vier markanten Charakteren packt Frederica De Cesco ihr Repertoire aus und entführt ihre LeserInnen in eine Geschichte der ganz anderen Art, von der man nichts anderes erwarten sollte, als sich überraschen zu lassen.

Bewertung

 

Thematik:

Mafia

Insel

Gesellschaft

Sitten

Anstand

Freundschaft

Liebe

Sehnsucht

Lust

Drogen

Macht

Geld

Religion

Allgemeine Buchinformationen:

Federica de Cesco
Mondtänzerin
Roman
Originalausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0323-9
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50
Verlag: Blanvalet
Zu „Mondtänzerin“ bei blanvalet

Novitäten der letzten Wochen auf LeseLust & LeseLiebe

Ich möchte euch mal wieder meine Neuzugänge vorstellen, da das letzte Mal einige Zeit her ist.

  • Heute bekam ich überraschend das äußerst schöne Buch „Serafina – Das Königreich der Drachen“ von Rachel Hartmann zugesandt. Es ist ein Debüt und bis heute habe ich auch noch nichts davon gehört, es klingt aber vielversprechend.
  • Auf dem Stapel obenauf liegt von Katja Brandis „Libellenfänger“ aus dem ivi-Verlag.
  • Darunter ist (endlich) das Buch von BloggDeinBuch angekommen: „An und für dich“ von Ella Griffin, auf das ich mich wie eine Wahnsinnige freue!
  • Als nächstes seht ihr „Als die Welt zum stillstand kam“ von Gina Mayer zum Rezensieren für Bücherkinder.de
  • Auf der Buchmesse gab es bei blanvalet durch die BloggDeinBuch-Tour „Jake Djones und die Hüter der Zeit “ von Damian Dibben. Ein ausführlicherer Bericht dazu wird noch folgen und am Ende natürlich die Rezension ;-).
  • Ganz unten liegt „Der Kater, meine Nachbarn und ich“ von Maria Ernestam
  • Rechts steht „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce.
  • Als letztes ist „Lost Land – Die erste Nacht“ von Jonathan Maberry zu sehen. Das habe ich bereits gelesen, so dass in wenigen Tagen die Rezension dazu hier erscheint.

Mit diesen beiden Schätzen setze ich mich gerade auseinander:

  • „Grischa – Goldene Flammen“ von Leigh Bardugo, gelesen von Cathlen Gawlich, ist bisher richtig spannend und gänsehautmäßig zu hören. Noch 2 von 5 CD’s liegen vor mir.
  • „Verdammt wenig leben“ ist von demselben Autordenduo, das auch das im Arena-Verlag veröffentlichte „Vision – Das Zeichen der Liebenden“ schrieb: Ana Alonso und Javier Pelegrin.

Was gibt euer Bücherstapel aktuell so her?

Der Sommer der silbernen Wellen von Amanda Howells [Rezension]

Ich war sechzehn, und ich erinnere mich an alles

Der Inhalt:

Bisher sind die 16-jährige Mia und ihre Cousine Corinne immer unzertrennlich gewesen, plötzlich aber hat sich das Verhältnis zwischen ihnen gewandelt. Zum ersten Mal seit einigen Jahren verbringen die beiden verwandten Familien wieder einen Sommer gemeinsam, doch Corinne hat neue, angesagtere Freunde, in deren Gegenwart Mia sich nicht wohl fühlt. Überhaupt scheint dieser Sommer einigen die Augen zu öffnen, denn Mia sieht zum ersten Mal, dass die Familie ihrer Tante nicht so idyllisch und perfekt ist, wie sie immer annahm.

Dann lernt sie noch einen Jungen kennen, der aus Freundschaft eine ganz neue Welt für Mia und sich zaubert und diesem Begriff ein ganz neues Gewandt schneidert. Ein schwieriger, ein wunderbarer und ein einzigartiger Sommer, der in seinem Ende von einem dunkeln Ereignis überschattet wird.

Durch die Macht der Wortgewalt

Der Sommer der silbernen Wellen“ besitzt die Macht, mich komplett zu bannen. Dabei hat Amanda Howells keine spektakulären Spannungsbögen oder unvorhergesehene Wendungen eingebaut, die ihre LeserInnen drängen, stetig weiterzulesen. Als Leserin folgt man einfach nur den Gedankengängen eines Teenagermädchens, das während eines Sommers merkt, dass es nicht so leicht ist, sich selbst treu zu bleiben oder überhaupt herauszufinden, wer man ist, wenn alle anderen einem etwas ganz Anderes vorzugeben versuchen.

Dabei jedoch verwendet Amanda Howells beinahe durchgängig eine dermaßen wortgewandte Sprache, dass man sich am Liebsten in ihr verlieren möchte und die Bilder wie in einem Film vor seinem inneren Auge ablaufen sieht.

Carpie Diem‘ in einer glaubwürdigen und tragischen Umsetzung

Amanda Howells spricht primär über den Augenblick des Lebens und dass man jeden Moment genießen sollte. Diese Botschaft, und daneben noch zig andere Themen, hat sie in der Geschichte eines Mädchens eingefangen, das aus der Ich-Perspektive seine eigenen Probleme offenlegt, aber auch die der anderen Menschen um sich herum.

Anfangs ist mir nicht so recht in den Sinn gekommen, was ich von dieser Lektüre halten soll und ich habe auch nicht verstanden, warum die Worte der Autorin mein Herz so fest und unnachgiebig umklammert hielten. Doch wenn man sich bis zum Ende vorgearbeitet hat, – was bedeutet, dass man teilweise auf poetischen Wolken voranschwebt, die auf lyrischen Ergüssen gründen und sich teilweise wünscht, es möge endlich mal etwas „Greifbares“ geschehen – dann kann man erkennen, wie schön es sein kann, ein Buch zu lesen, das nicht mit großen Geschützen auffahren muss, sondern mit einer subtilen Schlichtheit seine inhaltliche Botschaft noch unterstreicht:
Dass man nicht auf das Ende gespannt heischen soll, sondern auf der Seite, auf der man gerade liest, verweilen sollte, damit man diese richtig auskosten kann. Denn das Ende wird einen umhauen und ich habe mir die Tränchen verkneifen müssen.

Mein endgültiges Urteil:

Der Sommer der silbernen Wellen“ ist trotz des ‚Sommers‘ im Titel kein reines Sommerbuch. Für die kürzer werdenden Tage kann es einen perfekten Lichtblick formen und helfen, aus der Dunkelheit herauszufinden. Amanda Howells bietet keine Achterbahnfahrten oder sonstige explosionsgewaltige Gefühlsentladungen. Dafür schreibt sie eine Geschichte, die genauso passiert sein könnte oder noch passieren wird und das auf so wunderbare Art und Weise, dass man es mit diesem Buch wenigstens einmal versuchen sollte.

Bewertung

 

Thematik:

Erste Liebe

Sommer

Selbstfindung

Familienkrisen

High Society

Gesellschaftszwänge

Kunst

Meer

Allgemeine Buchinformationen:

Amanda Howells
Der Sommer der silbernen Wellen
Roman
Hardcover
Preis € (D) 17,99 | € (A) 18,50 | SFR 25,90
ISBN: 978-3-8414-2138-8
Zu „Der Sommer der silbernen Wellen“ bei FJB

Legend – Fallender Himmel von Marie Lu [Rezension]

Wenn Liebe zur Legende wird

Der Inhalt:

Day ist der meistgesuchte Verbrecher der Republik. Er unternimmt vieles, um die Republik mit geschickten Sabotageakten zu schwächen. Doch eigentlich ist er nur ein Straßenjunge, der gemeinsam mit seiner Begleiterin jeden Tag auf der Straße um sein Überleben kämpft. Eines Tages rettet er während eines Straßenkampfes ein Mädchen. Obwohl er immer misstrauisch ist und auch ihr Gegenüber Vorsicht walten lässt, gestattet er dem Mädchen, sie zu begleiten. Was er nicht ahnt: hinter der Fassade des unschuldigen Mädchens steckt June. Eine Legende der Republik, die bestens ausgebildet, das Ziel verfolgt Day zu finden und an die Regierung auszuliefern. Doch noch weiß auch sie nicht, wer ihr Retter ist und so werden die Würfel neu gemischt, als sie sich auf gleicher Höhe begegnen und gemeinsam das Schicksal der gesamten Republik verändern könnten. Werden sie ihre Macht erkennen und zu nutzen wissen?

Ein leichter zu durchschauender Plot

Legend – Fallender Himmel“ hat mich nicht zu großen Begeisterungsstürmen veranlasst. Zum einen bekam ich keinen Zugang zu der dystopischen Welt, die Marie Lu kreiert. Diese mag einwandfrei und in sich schlüssig sein, mir fehlt jedoch der „Kick“ oder auch das Einfühlungsvermögen, mich in diese Welt hineinzuversetzen. „Legend – Fallender Himmel“ wird vielen LeserInnen gefallen und das aus guten Gründen. Ein Grund davon wird die Handlungsidee sein. Die Handlung selbst habe ich unglücklicherweise direkt durchschaut und sah in ihr deshalb eine große Hürde für mich. Marie Lu hat den Plot nicht etwa zu vereinfacht aufgebaut, allerdings ihre Hinweise dermaßen blinkend in den Weg gestellt, dass ich direkt wusste, was hinter dem Kernpunkt und somit den Motivationen einiger Figuren und in diesem Sinne auch hinter der gesamten Fassade steckte. Kurzum: Ich wurde sehr, sehr wenig überrascht und war hauptsächlich davon genervt, dass ich tatsächlich in jedem einzelnen Punkt Recht behalten sollte.

Puppentheater“?

Handwerklich kann ich der Autorin ebenso wenig vorwerfen. Sie beschreibt in nüchternem Tonfall abwechselnd aus Junes und Days Ich-Perspektive die Geschichte. Auch die Figuren haben nur schwerlich mein Gefühl oder gar Herz erreichen können. Dadurch, dass ich alles durchschaute, konnte ich ihnen ihr „Puppentheater“ so gar nicht abkaufen, obwohl ich es mir sehr gewünscht hätte. Denn ich weiß sehr wohl, dass Marie Lu eine neue Idee recht schön umgesetzt hat und für andere genau das Richtige sein könnte. Nur bei mir hat es so gar nicht gefunkt und neben der wunderschönen und schlichten Covergestaltung, habe ich bis auf das Finale von „Legend – Fallender Himmel“ wenig Positives zu berichten.

Kein schlechtes, aber auch kein überzeugendes Werk

Allerdings habe ich dieses Werk zu keinem Zeitpunkt für schlecht befunden. Ich habe es neutral betrachtet und gemerkt, dass es mir persönlich zu einfach herging und das von Marie Lu ersonnene Los Angeles nicht so überzeugend war, wie ich es mir von einem so hoch angepriesenen Buch versprochen hatte.

Auch die einzelnen Entwicklungen innerhalb des Romans sind in meinen Augen zu keiner Zeit miteinander verschmolzen. Man hat zu sehr das Gerüst und das Konzept dahinter gesehen und weniger die atmende und pulsierende Geschichte davor.

Mein endgültiges Urteil:

Marie Lu ist ein Debüt gelungen, dass ich unter der Kategorie „nett“ verbuche und als ebenso „netten“ Zeitvertreib empfehlen kann. Tiefe habe ich weniger gefunden, da einige Aspekte, die Interesse versprachen, ziemlich plötzlich mit der bereits existierenden Handlung verwoben wurden und spontan in den Fokus rückten, nur weil es gerade mal so passte.

Den Rest konnte ich nie so richtig ernst nehmen, auch wenn einige schöne Passagen dabei waren, besonders während des Endes.

3,5 Sterne bekommt Marie Lu mit „Legend – Fallender Himmel“ deswegen von mir und eine Leseempfehlung für Jüngere, die noch nicht solche Szenarien ausprobierten und leichter sowohl zu überraschen als auch zu begeistern sind.

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Leistung (des Individuums)

Straßenkinder

Überleben

Versuchskaninchen

Korruption

Intrigen

Macht

Krieg

Allgemeine Buchinformationen:
Marie Lu
Legend, Band 1
» Legend – Fallender Himmel «
Aus dem Amerikanischen von Sandra Knuffinke, Jessika Komina
ab 14, Erstmals erschienen 2012, 2. Auflage 2012
368 Seiten, 15.0 x 22.0 cm
ISBN 978-3-7855-7394-5
Hardcover
17,95 € (D)
18,50 € (A)
Zu „Legend – Fallender Himmel“ bei Loewe

Die Besessene von S. B. Hayes [Rezension]

»Ich bin all das, was du nicht bist, und werde Besitz von deinem Leben ergreifen.«

Der Inhalt:

Katy genießt ihr Leben, seitdem sie mit ihrem Traumtypen zusammen ist. Bis Genevieve auftaucht. Eine Schönheit, die ihr verblüffend ähnlich sieht und ankündigt, Katys Leben zu zerstören. Katy kann es nicht glauben, denn von diesem seltsamen Mädchen fühlt sie sich schon länger verfolgt. Grüne Augen, die hinter Ecken hervorspähen, ein Amulett, das sie nicht mehr los wird und Träume, in denen ihr zugeflüstert wird, dass die andere sich ihr rechtmäßiges Leben zurückholen wird.

Katy ahnt noch nicht, wie weit Genevieve bereit ist zu gehen, denn in ihrer beider Vergangenheit schwelt ein dunkles, unaussprechliches Geheimnis…

Eine Steigerung innerhalb der Geschichte, trotz z.T. anstrengender Protagonistin

Die Besessene“ hat im Laufe der Handlung meinen ersten recht schlechten Eindruck verbessert. Die Protagonistin Katy schien mir in ihren Gedanken von Beginn an ziemlich einfältig, naiv und kleinmädchenhaft. Diese Charakterzüge werden sich überwiegend halten, allerdings sprechen ihre Taten für eine ziemlich schlaue Protagonistin, bei der es mit der Zeit Freude bereitet, ihre Geschichte näher zu erforschen.

So verwischt die Autorin S.B. Hayes die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Die Anzeichen – sowie der Titel ‚Die Besessene‘ – lassen auf fantastische Elemente schließen, doch die Begebenheiten sind immer gerade so haarscharf im Unklaren, dass man sie weder der einen noch der anderen Seite zweifelsfrei zuordnen kann.

Leider störte mich die penetrant dümmlich wirkende Art Katys, die eine große positive Wandlung erfährt, sich aber nie komplett von ihrem Ursprungsbild lösen kann. Sie schien nie so richtig mit dem kompatibel, was ansonsten in diesem Roman geschieht. Beispielsweise sind die anderen Figuren sehr gelungen und unterstreichen den höhepunktvorbereitenden Aufbau der Geschichte. Zum einen spielt S. B. Hayes mit einigen Klischees, die sie jedoch so durcheinanderwirft und verwebt, dass sie unvorhergesehen kommen und eine gruselig spannende Wirkung entfalten können. So ist Katy bereits von der ersten Seite an mit ihrem Freund zusammen. Normalerweise wird das schnell langweilig, wenn sich keine „typischen“ Beziehungsprobleme einstellen. In diesem Fall allerdings liegt die Konzentration auf anderen Punkten, die vordergründig mit der Besessenheit und den Drohungen eines anderen Mädchens umgehen, das Katy sehr ähnlich sieht.

Kein Lieblingswerk, aber lesenswert

Dieses von der Norm abweichende Konzept hat mich am Ende doch noch überzeugen können. Ebenso wie der Handlungsverlauf letztendlich, der sich überraschende Wege bahnt und in einem Finale endet, das äußerst schlüssig, gar nicht abgehoben und sehr passend ist.

Schön ist auch, dass einiges unaufgeklärt bleib und S. B. Hayes nie deutlich macht, was nun real ist und was nicht und ob da am Ende nicht doch irgendetwas den Einbildungen von jemand anderem entsprungen ist.

Nichts desto trotz ist S.B. Hayes Werk keines meiner Lieblingswerke. Dafür hat es zu lange gebraucht, um mich zu begeistern und mich auch nicht über den Roman hinaus zu weiteren Gedankengängen angeregt.

Mein endgültiges Urteil:

Die Besessene“ ist durchdrungen von einer soggleichen Mystik, die nicht durchgängig wirkt, dafür aber andere Reize entwickelt. Die Geschichte ist nicht besonders hochtrabend, noch wird sie wohl länger im Gedächtnis haften bleiben. Doch wer Verwechslungsgeschichten, gepaart mit einer gekonnten Gruselatmosphäre, welche mit gelegentlichen Horrorschüben gewürzt wird, mag, der darf „Die Besessene“ gerne lesen und sollte sich unbedingt ein eigenes Urteil bilden.

Bewertung

Trailer:

 

Thematik:

Besessen

Leben

Freunde

Selbstvertrauen

Erwachsenwerden

Selbstfindung

Hexen

Allgemeine Buchinformationen:
Aus dem Englischen von Barbara Lehnerer
Hardcover
Deutsche Erstausgabe
420 Seiten
Ab 14
ISBN 978-3-423-76061-4
1. Auflage, September 2012

Zu „Die Besessene“ bei dtv

Schattenspieler von Michael Römling [Rezension]

Eine untergehende Welt. Ein verschollener Schatz. Ein Gegner ohne Gesicht.

Der Inhalt:

1945: Leo versteckt sich in Berlin bei Wilhelm als so genanntes U-Boot. Doch dann wird sein Versteck bombardiert und er muss fliehen. Diese überstürzte Flucht bringt ihn auf den Weg seines größten Abenteuers. Denn nachts beobachtet er einen Mord und wie ein Unbekannter wertvolle Kisten alleine durch Deutschland transportiert. Dann ist der Krieg plötzlich vorbei, doch die noch lange nicht die Gefahr für Leo. Während er sich mit Friedrich anfreundet, decken die beiden allmählich einen verbrecherischen Plan auf, der sich um unermesslich wertvolle Kunstgegenstände dreht. Die Zeit arbeitet gegen sie und so weihen sie Wilhelm ein und hoffen, die heiße Spur nicht zu verlieren.

Unbegründete Vorurteile

Durch die große Moralkeule der NS-Zeit hege ich oft Vorurteile gegenüber Literatur, die während dieses Zeitraums spielt. Aus diesem Grund schob ich Michael Römlings „Schattenspieler“ eine Weile vor mir her, was einen größeren Fehler darstellte. Denn dieser Roman hat mich trotz der eher prekären Thematik sehr von sich überzeugen können.

Der Fokus liegt nicht auf der Judenverfolgung, sondern auf der Spurensuche zweier Jungen, die zufällig mehr beobachteten, als sie sollten und damit in gefährliche Ereignisse verwickelt werden, die sich aber vordergründig direkt nach Kriegsende abspielen.

Ein kindgerechter Roman mit tiefer gehendem Inhalt

Durch die Perspektive dieser zwei Jungen, ist „Schattenspieler“ sehr kindgerecht und wird zusätzlich von weiteren Perspektiven unterstützt, die mächtig für Spannung sorgen und den LeserInnen so manches Mal Kopfzerbrechen bereiten werden. Doch nicht nur Jüngere dürfen sich am Mitdenken und Mitraten erfreuen. Auch erfahrene LeserInnen werden die leichte Sprache, die – teilweise komplizierte Sachverhalte verständlich in der Geschichte eingebettet – erklärt, zu schätzen wissen und „Schattenspieler“ nicht aus der Hand legen wollen.

Ein grandioser Balanceakt

Michael Römling ist eine hervorragende Balance zwischen kriminalistischen Elementen und der damaligen Kunstkomponente gelungen. So wird sich ausgiebig mit wertvollen, aber während des Krieges verschwundenen Kunstobjekten auseinandergesetzt. Spione oder machtgierige Männer versuchen ihren Weg zu finden und dazwischen steht ein außergewöhnliches Mädchen mit einer Liebe zur Musik, das ebenfalls einen nicht unerheblichen Charme zu dieser Lektüre hinzufügt.

Historische Details werden von Michael Römling ebenfalls kindgerecht mit der Handlung verflochten, so dass man nebenbei noch so allerlei lernen kann.

Die Aufmachung von „Schattenspieler“ ist sehr aufwendig und durch den transparenten Schutzumschlag samt darunter liegender Stadtkarte sehr hochwertig und ein wahrer Hingucker fürs Buchregal.

Mein endgültiges Urteil:


„Schattenspieler“ ist ein spannender Roman, der sich federleicht lesen lässt und mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Mich hat Michael Römling komplett überzeugt und es geschafft, dass ich meine leichte Aversion gegen Lektüren aus dem NS-Sektor abgelegt habe.

Für Kinder ein Lesemuss und für Erwachsene eine tolle Gelegenheit, um sich einige Stunden in einem Buch zu versenken und nicht mehr daraus hervorzutauchen.

Bewertung

Trailer:

 

Thematik:

Naziregime

Nachkriegszeit

Zweiter Weltkrieg

Kunstraub

Kunstschätze

Freundschaft

Überleben

Juden

Soziale Verantwortung

Allgemeine Buchinformationen:

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Coppenrath

ISBN-13: 978-3815753071
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 3,8 cm
Zu „Schattenspieler“ bei Coppenrath

Vielen Dank an den Coppenrath-Verlag für dieses Leseexemplar!”

In deinen Augen von Maggie Stiefvater, gelesen von Annina Braunmiller, Max Felder, Johannes Raspe, Gabrielle Pietermann und Stephanie Kellner[HörBuchRezension]

Der Inhalt:

Die Wölfe sind bedrohter denn je. Isabellas Vater gibt nicht auf, seinen Sohn zu rächen und setzt alle Hebel in Bewegung, um eine legale Treibjagd zu veranstalten.

Sam ist auf der Suche nach Grace und verzweifelt bei dem Gedanken, sie vielleicht nie wieder zu sehen. Immer mehr Mädchen verschwinden und auch Isabella und Cole haben mit ihren eigenen Stolperfallen zu kämpfen. Da scheint Cole unverhofft doch noch ein Heilmittel gefunden zu haben…

Nach dem Sommer Ruht das Licht In deinen Augen…

In deinen Augen“ ist der dritte Band von Maggie Stievaters Trilogie, die rund um Mercy Falls angesiedelt ist. Die Titel der einzelnen Hörbücher kann man zusammengesetzt in einem Satz anordnen: „Nach dem Sommer ruht das Licht in deinen Augen“. Dieses, sowie die Gestaltung der Bücher und Hörbücher, finde ich ziemlich gelungen und passt genial auf die melancholische Schreibweise der Autorin.

In deinen Augen“ besitzt viele Ähnlichkeiten zu seinen Vorgängern. Leider war mir die triste Poesie dieser Geschichte schon so vertraut, dass ich mich mit dem Hören ziemlich schwer tat und große Probleme hatte, den richtigen Zugang zu finden. Die verschiedenen HörbuchsprecherInnen lasen wie gewohnt gut betont und in einem angenehmen Tempo, riefen aber im Gegensatz zu „Ruht das Licht“ keine Gänsehaut oder ähnliches hervor. Eine neue Stimme und Perspektive ist in der weißen Wölfin eingeführt worden, die auch schon in den Vorgängern ihren Auftritt hatte, dort jedoch von der Außen- und nicht in der Innenansicht. Mich jedoch verwirrte die Stimme dieser Perspektive, da ich sie kaum von Grace’s oder Isabellas unterscheiden konnte.

Der Handlungsverlauf verlief meistens etwas zäher und schwappte dickflüssig vor sich her. Inhaltlich überraschte Maggie Stiefvater mich zwar, doch durch dieses gemächliche Tempo fehlte das Leben in „In deinen Augen“

Ein packendes Finale

„In deinen Augen“ aufgeklappt

Insgesamt kam mir die vorherrschende Atmosphäre ziemlich depressiv und trübsinnig vor, was gemeinsam mit der beginnenden, kalten Jahreszeit ein doppelter Miesmacher ist und mich eher frösteln ließ, als zum kuscheligen Hörbuch Lauschen vorm Kamin einlud. Da die ersten beiden Hörbücher ebenfalls ziemlich traurig anmuteten, hat sich Maggie Stiefvater in ihrer Schwermut übertroffen, was mir einfach zu viel des Guten (bzw. „Schlechten“) war.

Mein endgültiges Urteil:

Mir fehlt leider die inhaltliche Intensität, die unabhängig von der super gut umgesetzten Hörbuchproduktion, meinen Eindruck trübt. Neben den bereits angesprochenen negativen Aspekten glaube ich aber fest daran, dass wahre Fans von dieser Trilogie ihren Himmel in dieser Produktion finden könnten. Obwohl ich zwischendurch auch ergriffen war, hatte ich von Beginn an so meine Schwierigkeiten mit dieser Geschichte, weswegen ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben kann!

Bewertung

Thematik:

Werwölfe

Lebenssinn

Zusammenhalt

Depression

Heilmittel

Soziale Strukturen

Allgemeine Hörbuchinformationen:
Stiefvater, Maggie »
In deinen Augen
Erscheinungsdatum: 01.09.2012
ISBN: 978-3-86231-191-0
6 CD(s) – 409 min.
Lesung
Kids
EUR 19,99
Zu „
In deinen Augen“ bei der Audio Verlag

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