Archiv für den Monat Juli 2012

Wunder wie diese von Laura Buzo [Rezension]

Der Inhalt:

Die 15-jährige Amelia findet ihr Leben nicht besonders aufregend. Ihr Vater erscheint ihr tyrannisch, ihre Mutter mit ihrem Vollzeitjob und dem Haushalt überfordert, während sie selbst sich in ihrer scheinbaren Sozialen-Inkompetenz verliert. Irgendwann beschließt sie daher, nebenher zu jobben und lernt sogleich ihren neuen, charmanten Arbeitskollegen kennen, der die Arbeit spannender und aufregender gestaltet. Schnell fühlt Amelia sich immer mehr zu ihm hingezogen und kann gleichzeitig nicht verstehen, wieso ein 21-jähriger Typ, der einfach mit jedem kann, sich ausgerechnet mit ihr abgeben sollte. Für Amelia ist es eine Achterbahnfahrt der Gefühle und was ist es für Chris?

  Das wird sie vielleicht noch herausfinden…

Ein „Wunder“-Buch !

Dieses Buch kommt mir im wahrsten  Sinne des Wortes wie ein richtiges Wunder vor. Ich begann zu lesen und konnte meine Augen einfach nicht mehr von den Seiten lösen. Anfangs fand ich Amelias Gedankengänge aus der Ich-Perspektive „interessant“, gelegentlich witzig und dann plötzlich wechselt die Autorin Laura Buzo die Perspektive, so dass ich vollkommen in meiner kleinen Bücherwelt gemeinsam mit Amelia und Chris versunken bin.

Chris ist nämlich das Objekt von Amelias Begierden und es ist schwer, ihn aus Amelias Schilderungen so richtig einzuschätzen.

Als die Autorin ihn zu Wort kommen lässt, heben sich seine Persönlichkeit und seine Gedankengänge stark von Amelias ab. Zum einen sind seine Parts in Tagebuchform verfasst und zum anderen ist es Laura Buzo unheimlich gut gelungen sowohl die weibliche, als auch im Gegenzug die männliche Wahrnehmung wiederzugeben.

Für Tagebuschreiber und Vielleser

Ich bin der Meinung, dass viele mit „Wunder wie diese“ nichts anzufangen wissen, weil es weder eine gewaltige Botschaft, noch eine dramatische Liebesgeschichte oder am Ende heldenhaft sterbende Charaktere beinhaltet. Es begleitet einfach nur zwei Menschen für einige Monate durch ihr Leben und drückt aus zwei verschiedenen Blickwinkeln aus, wie Menschen sich in verschiedenen Stadien fühlen können und warum.  (Liebe gibt es natürlich trotzdem!)

Ich habe mich komplett mit diesem Roman identifizieren können, nicht zuletzt auch deswegen, weil ich selbst eine Tagebuchschreiberin bin und mir Chris‘ Einträge gar nicht so unbekannt waren. Laura Buzo hat einen Roman verfasst, der in seiner eigenen Sprache zu mir gesprochen hat und  manchmal hatte ich das Gefühl,  manche Worte wären nur für mich in „Wunder wie diese“ genommen worden und auch das grenzt schon wieder an ein Wunder ;-).

Ein kleines Stückchen Leben

Diese Geschichte ist in ihrer Form nicht unbedingt wesentlich besonderer als andere, sie besitzt auch keine nennenswerten Höhepunkte oder vertrackten Komplikationen, die sich am Ende ganz anders auflösen, als man es vorher vermutete. Dieser Roman spiegelt lediglich ein kleines Stückchen Leben wieder und er wirkt für LeserInnen auch nur, wenn man sich mit Amelia und Chris anfreunden kann. Gelingt das nicht, sind 300 Seiten „gefangen“ in den verschachtelten Gedankengängen dieser beiden wohl eine kleine Qual. Das Besondere hingegen ist, dass er wie eine Spezialanfertigung genau auf mich passt und mir zur richtigen Zeit, die richtigen Worte übermittelte.

Ich habe die verschachtelten Gedankengänge geliebt, die manchmal witzig sein konnten, oft aber tiefsinniger, als es auf den ersten Blick scheint und gleichzeitig herrlich unkompliziert ihren eigenen „Wort-Tanz“ auf den Seiten aufführen.

Mein endgültiges Urteil:

Wunder wie diese“ sprüht in meinen Augen nur so vor subtiler Genialität. Wer bisher weder Tagebuch geschrieben, noch viel gelesen hat, sollte Laura Buzos Werk allerdings meiden. Allen anderen rate ich, dieses Erstlingswerk erst einmal anzulesen und dann in sich zu horchen, ob eine gedankliche „Schwesternschaft“ zwischen Amelia und einem selbst wohl realistisch ist oder nicht. Wem solche Formulierungen in dieser Rezension „spanisch“ vorkommen und sie gerne so richtig verstehen würden, der sollte „Wunder wie diese“ lesen – es am Besten auch noch mögen – und dann verstehen, warum es in einer Bewertung an dieses Buch einfach nur angebracht ist.

Die volle Punktzahl für dieses fantastische Werk!

Bewertung

Thematik:
Erwachsenwerden

Selbstfindung

Land der Träume“ (Woolworth)

Altersunterschiede

Tagebuch

Briefe

Literatur

Leben

Allgemeine Buchinformationen:
Seitenzahl : 304
Maße: 211.00 mm / 144.00 mm / 35.30 mm
Einbandart: gebunden
Ausstattung: Mit UV-Lackierung
Erscheinungstermin: 09.05.2012
Preis
14.99 €

Ab 12 Jahren, ISBN: 978-3-401-06733-9
Zu „Wunder wie diese“ bei Arena

Blogger Aktion von dtv für „Die Besessene“

Wie schon bei „Finding Sky“, versuche ich auch bei „Die Besessene“ von S. B. Hayes  mein Glück, um eines von 40 Vorableseexemplaren zu erhalten, die der dtv-Verlag als Blogger-Aktion ausgeschrieben hat! (Dieses Mal hoffentlich mit mehr Erfolg! ;-))

Was ihr dafür tun müsst? – Lest >>>hier<<< nach!

Ich kann an dieser Stelle zumindest schon einmal verraten, dass ihr den Buchtrailer posten solltet! 😉

Ich wünsche euch noch einen wundervollen Tag,

alles Liebe,

Charlousie

Dead Beautiful – Unendliche Sehnsucht von Yvonne Woon [Rezension]

Es war alles nur für dich“, S. 404

Der Inhalt:

Renée vermisst sie alle so. Ihre toten Eltern und Dante, der jetzt einen Teil ihrer Seele in sich trägt. Ihre Hoffnungslosigkeit wird noch größer, als sie von ihrem Onkel auf eine neue Schule geschickt wird, die nur für Wächter ist. Dort wird sie merkwürdigerweise eine der Besten, obwohl sie sich nicht einmal anstrengt und eigentlich nur einen Weg sucht, Dante irgendwie zu retten. Doch dann taucht sie immer wieder in Visionen ab, die sie bald als fremde Erinnerungen identifizieren kann. Wem gehören diese Erinnerungen und was sollen sie ihr sagen? Renée spürt, dass sie Gefahr beherbergen, aber sie könnten ihr auch den Schlüssel zu all ihren Problemen bringen…

Ein riesiger Spannungsbogen hinein ins Endlose

Yvonne Woon ist mit ihrem Debütwerk bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Umso erfreulicher ist es, dass mich der zweite Teil „Dead Beautiful – Unendliche Sehnsucht“ zwar nicht mehr so unerwartet überraschen konnte, aber durchaus mit seinem Vorgänger mithalten kann und mich auf neuen Pfaden herumführte.

Die LeserInnen erwartet eine Mischung aus einer überlebensnotwendigen, kriminalistischen Suche, ebenso die Suche nach dem Sinn des Lebens, philosophischen Fragen und neben der Liebe noch weiteren „normaleren“ Teenagerproblemen.

Während die Protagonistin Renée auf der Schwelle des Erwachsenwerdens steht, ist sie gezwungen, sich mit den gerade genannten Themen auseinandersetzen, um ihre große Liebe Dante zu retten. Dafür muss sie sich in dunkle Abgründe wagen, die manchmal auch menschlicher Natur sind. Somit erwartet einen immer mal wieder der ultimative Kick auf der Horror-Ebene und ein riesiger Spannungsbogen, der ins endlose zu führen scheint.

Eine dichte Fortsetzung

Leider beginnt diese Spannung nicht von der ersten Seite an zu greifen. Der Übergang und die Verflechtung vom ersten auf den zweiten Band sind zwar sehr gut gelungen, allerdings ist der Einstieg zunächst recht langsam. Im Vergleich zu der rasanten Entwicklung, die viele Höhepunkte findet und in einem schon sehr gekonnten kleinen Finale mündet – das einen Vorgeschmack auf das Finale im Abschlussband bietet – ist dieser langsame Einstieg kaum der Rede wert.

Besonders dicht erscheint „Dead Beautiful – Unendliche Sehnsucht“, wenn Yvonne Woon die Welt der Wächter für ihre LeserInnen näher erklärt und damit viele unschlüssige Fragen aus dem ersten Band auflöst und gekonnt mit Spannungsschleifen verziert.

Renée glänzt in ihrer Glaubwürdigkeit als Einzelkämpferin, die aus der Ich-Perspektive zwischendurch enorme Zweifel an ihren wahren Gefühlen und Wünschen bekommt, da sie zunehmend merkwürdige Symptome bekommt, die es als LeserIn zu entdecken lohnt und die bereits eine gute Vorlage für die Fortsetzung bieten könnten.  

Der Schreibstil folgt dem Beispiel des Vorgängers und beweist ein zweites Mal die solide Leistung und das Talent von Yvonne Woon.

Mein endgültiges Urteil:

Yvonne Woon hat jede Menge Licht ins Dunkel gebracht und eine lesenswerte Fortsetzung kreiert, die mich nun sehnsuchtsvoll dem dritten Band entgegenfiebern lässt.

Für alle hoffnungslosen Romantikerinnen, die es gerne ordentlich eingeheizt bekommen und eine tolle Handlung neben den liebestechnischen Elemente zu schätzen wissen.

Letztlich bekommt dieses Werk statt der 4,5 Sterne, glatte 5 Sterne, dafür aber recht knapp, einfach weil mich der erste Band etwas mehr „schocken“ konnte.

Bewertung

Thematik:

Untote

Seele

Philosophie

Trauer

Verlust

Leben und Tod

Krimi

Liebe

Teenagerprobleme

Freundschaft

Internat

Intrigen

Allgemeine Buchinformationen:

dtv Hardcover
Aus dem Amerikanischen von Nina Frey
Hardcover
Deutsche Erstausgabe
420 Seiten
Ab 14
ISBN 978-3-423-76049-2
1. Auflage, Juli 2012
16,95€
Zu „Dead Beautiful – Unendliche Sehnsucht“ bei dtv

Die Sommer-Challenge von Idealo: „Sag Idealo, wo du diesen Sommer liest“ !

Foto: Idealo

So wie viele andere BloggerInnen diesen Sommer, möchte auch ich mich an der Sommerchallenge von Idealo beteiligen und euch meinen Lieblingsleseplatz im Haus zeigen, wenn es draßen regnet! Im Bett lese ich abends am Liebsten, aber in letzter Zeit verschlägt es mich immer öfter auf diese gemütliche „Matratze“, die so bequem und gemeinsam mit der Decke der kuscheligste Ort im ganzen Haus ist! 🙂

Warum ist dieser Platz so anziehend für mich? Das ist ganz einfach: Ich nenne diesen Platz meine „Lesekommode“, obwohl auf der Kommode eigentlich nur eine (super bequeme) Matratze drauf liegt. Diese ist aber in Kombination mit dem Kissen so bequem, dass ich manchmal nicht mehr aufstehen möchte. Die Decke tut bei kalten Tagen ihr übriges und dann ist da natürlich noch die Ausrichtung meiner „Lesekommode“. Ich kann nämlich direkt aus dem Fenster blicken und das lässt beim Lesen mitunter Zeit für kurze Denkpausen, die ganz automatisch eintreten und das Fenster ist einfach PERFEKT dafür…

Da fehlt mir natürlich nur noch EIN Buch in diesem Lesesommer, damit er samt Leselieblingsplatz ideal(o? ;-)) wird!

Und zwar Cassandra Clares „City of fallen Angels“!

Wollt ihr auch euren Leselieblingsplatz teilen?- Dann folgt dem Link auf Idealo und lest euch die Rahmenbedingungen durch. Denn das schöne an dieser Challenge, es gibt tolle, tolle Preise!

Wo lest ihr also am Liebsten?

Die Wildrose von Jennifer Donnelly [Rezension]

Der Inhalt:

Willa ist immer noch in den Bergen rund um den Himalaya. Ihr einstiger Traum: zerstört. Seitdem sie ihr Bein verloren hat, fühlt sie sich gefangen in einem Körper, der ihr nicht das geben kann, was ihre Seele braucht: Den Sieg über den Berg.

Auch Seamie denkt noch manchmal an Willa. Doch dann lernt er in England die junge, bezaubernde und charmante Jennie kennen und verliebt sich in sie. Alles läuft gut, bis plötzlich Willa wieder vor der Tür steht. Doch die Liebe zwischen ihr und Seamie ist durch die schmerzliche Vergangenheit kaputt gegangen, oder?

Ein Buch für jede einzelne Nacht im Leben

Wenn es irgendein Buch schaffen sollte, jemanden Nächtelang durchlesen zu lassen, dann ist es unangefochten „Die Wildrose“ von Jennifer Donnelly.

Dies ist ein Roman, der sich durch Freuden, durch Wutausbrüche, durch Gefühlsachterbahnen, durch Tränen, durch witzige Momente und Einzigartigkeiten auszeichnet. Wohlgemerkt, dies alles bei den Figuren. Die Figuren erleben so vieles und das nun schon in einer dritten Geschichte, die unabhängig gesehen werden kann; allerdings immer noch die altbekannten Charaktere beherbergt, die einem bereits durch die Vorgänger ans Herz wuchsen. Das, was die Figuren alles erleben, erleben die LeserInnen mit und gerade so impulsiv und jedes Mal unter die Haut fahrend, dass man es teilen möchte. Ich habe unzählige Male das Lesen unterbrochen, nur um der allerersten Person in meiner Nähe die aktuellen Spannungen und unerträglich komplizierten Zustände des Romans zu erzählen.

Ein neues historisches Feld und die Suche nach dem Seelenpartner

Dabei liegt der Fokus nicht nur auf einem Pärchen. Involviert sind neue Randfiguren, bekannte Gesichter und ein weiteres historische Feld. Konflikte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So nimmt beispielsweise der 1. Weltkrieg eine große Rolle im Leben der Charaktere ein und ist ein nicht unerheblicher Spannungsfaktor, wenn es um Spionagemachenschaften und allerlei Intrigen und Überlebenskämpfe geht. Jennifer Donnelly schafft zwischen Historischem und ergreifenden Schicksalen Berührungspunkte, die regelmäßig Herzrasen, (positive) Frustrationen, sowie Freudenausbrüche hervorrufen können.

Die Hauptmotivation der Figuren scheint immer die Liebe zu sein, eine Liebe, die die Suche nach ‚dem‘ einen Seelenpartner beinhaltet. Eine Suche, die eigentlich die Suche nach sich selbst ist und zwischen den verschiedensten täglichen Schwierigkeiten manchmal unterzugehen droht.

Dieser Geschichte wohnt vielmehr inne, als bloß Liebe. Die wechselnden Perspektiven aus der dritten Sicht beschleunigen das Lesetempo und gewähren immerzu gerade genug Einblicke, um das höchste Maß an munter vor sich hin köchelnder Spannung zu schüren und bei jeder sich bietenden Gelegenheit Öl ins Feuer zu gießen.

Ein aussichtsloses Abenteuer im Loopingtempo?

Jennifer Donnelly ist eine Meisterin im verstricken einzelner Begebenheiten und darin, die verschiedenen Menschen aufs Verworrenste in ein scheinbar aussichtsloses Abenteuer stürzen zu lassen. Bis zum Schluss bleiben die Fäden unsichtbar, so dass jede Seite zum immer wiederkehrenden Looping wird. Die Entwicklung der Handlung spielt dabei eine nicht ganz unerhebliche Rolle, denn sie ist überwältigend. Zugegeben, als einziger Makel könnte der etwas langwierige Einstieg gesehen werden, der aber von Nöten ist, um das Tempo dann dermaßen anzuziehen.

Erneut ist in „Die Wildrose“ ein ruhmreiches Werk entstanden, das ich vielleicht sogar als Jennifer Donnellys bisher Bestes ansehen würde.

Insgesamt schuf diese Autorin eine Trilogie, die ausnahmslos jedes Leserherz höher schlagen lassen sollte.

Mein endgültiges Urteil:


Alles, was ich außer einer uneingeschränkten Empfehlung zu sagen habe ist, dass ich mir gewünscht hätte, ewig an diesem Buch sitzen zu dürfen und es nie, nie, nie, niemals enden zu lassen. Lasst euch dieses Stück Weltgeschichte in Form eines feinen Buches nicht entgehen, denn ihr könntet die Lektüre eures Lebens verpassen.

Bewertung

Thematik:

Selbstfindung

1. Weltkrieg

Frauenrechte (Wahlrecht)

Politik

Regierung

Spionage

Himmelfahrtskommandos

Psyche

Liebe

Allgemeine Buchinformationen:

Jennifer Donnelly
Die Wildrose
Roman
Erschienen: 02.05.12
Aus dem Amerikanischen von Angelika Felenda
752 Seiten
Kartoniert
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 14,90
ISBN: 9783492300384
Zu „Die Wildrose“ bei PIPER

Funkensommer von Michaela Holzinger [Rezension]

Der Inhalt:

Hannah hat nie jemand gefragt, ob sie auf einem Bauernhof leben möchte und trotzdem wächst sie auf einem auf. Das alleine wäre nicht so schlimm, wenn nicht seit einigen Monaten ihr großer Bruder Raphael als Hilfe ausgefallen wäre, der plötzlich auf das Getreide und die ganzen Körner allergisch reagiert. Während es Raphaels Traum war, den Hof eines Tages zu übernehmen, muss Hannah jetzt für zwei schuften und hasst es. Dabei sehen ihre Eltern nicht einmal, wie Raphael sich mehr und mehr verändert und seine Ausschweifungen auch Hannahs Seelenglück gefährden. Denn Hannah ist verliebt, aber das … darf niemand wissen …

Poesie, die beflügelt

Funkensommer“ von Michaela Holzinger ist für mich ein sehr besonderes Buch. Es ist nicht immer perfekt, aber es ist erstaunlich kraftvoll und wunderbar poetisch.

Die Autorin webt eine ganz zarte Geschichte um eine Jugendliche, die einen ganz einzigartigen Sommer erlebt, indem sie nach vielen Höhen und Tiefen sich selbst findet, wofür die Autorin in jedem Kapitel magische Worte zu finden scheint.

Ein Märchengeflecht für den Sommer

Die Gestaltung unterstreicht den Inhalt und bewirkt, dass „Funkensommer“ zu einem wahren Märchengeflecht für den Sommer heranreift. Ein gelber Buchschnitt, eine sommerliche Blume ziert jeden Kapitelanfang und der Einband ist in einem mittelblau gehalten, das an den Himmel erinnert, welcher wiederum in der Geschichte immer wieder eine kleinere Rolle spielt.

Die unstillbare Sehnsucht

Ich weiß nicht, wie es der Autorin gelungen ist, aber sie hat es geschafft, mit bloßen Worten die Sehnsucht einzufangen und diese Sehnsucht, die eigentlich zur Protagonistin Hannah gehört, zu meiner eigenen zu machen.

Dabei dürfte eher die Minderheit der Jugendlichen auf einem Bauernhof aufwachsen und sich mit Konflikten konfrontiert sehen, die sich um das bäuerliche Leben drehen. Dabei kann man auch gerade diese Konflikte auf „allgemeinere“ Haushalte übertragen und auch die Suche Hannahs nach ihrem Glück ist so bewegend und bildreich beschrieben, dass sich viele damit identifizieren dürften.

Manchmal war mir der Schreibstil zu viel (bzw. etwas „schmalzig“), wenn beispielsweise in nur einem Absatz das Verb „verbrannt“ und weitere Variationen dieses Wortes in Form von Adjektiven und Nomen verwendet wurden. Doch das sind die wenigen Ausnahmen.

Zart und fesselnd

Insgesamt findet man in dieser Lektüre eine zarte und fesselnde Geschichte, deren wunderschönes Aussehen den noch fragileren und atemberaubenden Inhalt wiederspiegelt. Stille Wasser sind bekanntlich tief, denn ich habe zuvor weder ein Buch aus dem Verlag „Freies Geistesleben“ gelesen, noch etwas von der Autorin Michaela Holzinger gehört.

Wer aber so schreiben kann, wird die Leserherzen im Sturm erobern können, denn „Funkensommer“ besitzt eben diesen einen Funken, der mich entzündet hat, so dass ich jetzt für dieses Buch brenne.

Mein endgültiges Urteil:


So schwer „Funkensommer“ durch den Klappentext vielleicht zu ergründen ist, desto besser ist es am Ende. Wer sich unsicher ist, sollte die ersten paar Seiten dieses Buch lesen, denn in meinen Augen reichen die aus, um in der Geschichte gefangen zu sein.

Wer dieses Buch irgendwo entdeckt, sollte mindestens zwei Blicke dafür übrig haben, denn es ist ein wahnsinniger Fehler, „Funkensommer“ unbeachtet zu lassen. Dieser Autorin gebührt mein höchster Respekt, denn sie hat mit einer eigentlich schlichten Geschichte, tiefe Gefühle in mir hervorgerufen und eine permanente Spannung kreiert, die ich bisher nur selten erleben durfte!

Bewertung

 

Thematik:

Erste Liebe

Ein Sommermärchen

Allergien

Drogen

Teenagerprobleme

Bauernhof

Freundschaft

Liebe

Leben

Erwachsenwerden (sich durchsetzen)

Allgemeine Buchinformationen:
Michaela Holzinger
Funkensommer
Verlag Freies Geistesleben
15,90 €
253 Seiten
Sonderausgabe mit gelbem Farbschnitt
Zu „Funkensommer“ bei Freies Geistesleben

Vielen Dank an BdB und den Verlag Freies Geistesleben für dieses brillante Leseexemplar!

Blackout – Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg [Rezension]

Für einen Abbruch war es ohnehin zu spät […] Sie hatten gewusst, dass es Opfer geben würde. Viele Opfer. […]

Jetzt aufzugeben hieße, wieder klein beizugeben. Wieder den anderen die Räume des Handelns und der Interpretation zu überlassen. Dieser Gesellschaft, die vom Geld besessen war und von Macht, von der Ordnung und der Produktivität und der Effizienz, vom Konsum, von der Unterhaltung und vom Ego und davon, wie sie möglichst viel von allem an sich reißen konnte. Für die Menschen nicht zählten, nur Profitmaximierung. Für die Gemeinschaft nur ein Kostenfaktor war. Umwelt eine Ressource. Effizienz ein Gebet, Ordnung ihr Schrein und das Ego ihr Gott. Nein, sie konnten jetzt nicht aufhören.                                                                                 S. 323

Der Inhalt:

Blackout: Ein Totalausfall. Die Energieversorgung gerät aus dem Gleichgewicht und plötzlich ist von jetzt auf gleich der ganze Stromhaushalt in Europa zusammengebrochen. Schlimmer noch, es will einfach nicht gelingen, die Atomkraftwerke, Turbinen und ganzen Stromerzeuger wieder hochzufahren und ans Netz zu bringen.

Niemand glaubt Piero Manzano, als er die Ursache für den plötzlichen Stromausfall herausfindet. Als ehemaliger Hacker und nicht immer vorbildlicher Staatsbürger Italiens, stößt er auf taube Ohren. Doch gerade aufgrund seiner Vergangenheit, ist er mit als Einziges dazu in der Lage, die Zeichen zu lesen und richtig zu deuten. Wird er die Welt rechtzeitig retten können, wenn sie ohne Strom im totalen Chaos versinkt?

Ein Roman, der bestechend gut aufgebaut und gegliedert, für ein flottes Lesetempo sorgt

Blackout – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg schildert ein „Was-wäre-wenn-Szenario“, das mit einem Europa ohne Stromversorgung spielt und das über einen längeren Zeitraum. Dafür verwendet der Autor mehrere Perspektiven, beispielsweise die eines Hackers, der gleichzeitig der Protagonist ist, parallel werden die Bemühungen der Regierungen dargelegt, während (seltener) die Verursacher der Stromkrise aus dem anonymen Raum zu Wort kommen. Das hat zur Folge, dass der Autor seinen LeserInnen einen breiten Rundumblick gewährt, der den Inhalt zum einen stichfester wirken lässt und es zum anderen vereinfacht, sich in die Geschehnisse hineinzufinden, denn so ist ein größeres Identifikationspotenzial vorhanden. Die Verflechtungen der einzelnen Sichtweisen und Charaktere untereinander nimmt mit fortschreitender Handlung zu und wertet das Buch sehr auf, da nicht nur der Stromausfall alleine im Fokus steht, sondern auch den einzelnen Schicksalen eine große Bedeutung zugesprochen wird. Gegliedert ist dieser Roman in Tage, was ebenfalls einen guten Überblick verschafft und dafür Sorge trägt, die Geschehnisse als LeserIn in einem zeitlichen Rahmen einzuordnen.

Durch die ständig wechselnden Perspektiven, die über den ganzen Globus innerhalb Europas verstreut liegen, entsteht – gerade zu Beginn und gen Ende hin – ein unglaubliches Tempo, das die LeserInnen drängt, immer weiter, weiter und weiter zu lesen.

Ebenso dicht und erschreckend realistisch ist das von Marc Elsberg gezeichnete Szenario. Es ist gar nicht so schwer zu erreichen und scheint nach den jüngsten Ereignissen (Fukushima etc.) auch immer weniger abwegig.

Die Auflösung des Romans transportiert eine wertvolle Botschaft und glänzt – abgesehen von dem einen oder anderen überflüssigen Kapitel – auf höchster Ebene.

Das Nachwort des Autors war ebenso gut, wie aufklärend und nötig, um dieses packende und erschreckende Buch verarbeiten zu können und hat mir geholfen, über den einen oder anderen Makel großzügiger hinwegzusehen.

Im Mittelteil leidet „Blackout – Morgen ist es zu spät“ an Tempoverlusten und tritt inhaltlich eine Weile auf der Stelle

Ein größerer Makel ist beispielsweise der Mittelteil, der in meinen Augen viel an Brisanz verlor und das Lesen sehr erschwerte. Die Handlung wurde zu sehr gedehnt und hätte einige Kürzungen ruhig vertragen können, denn es mag zwar die Authentizität wahren, zu beschreiben, wie sich die verschiedensten Institutionen im Kreis drehen; allerdings ist es letztlich doch immer nur dasselbe oder ähnliches. So liegt der Fokus gerade in der besagten Mitte sehr darauf herauszufinden, wo der Fehler im Stromzusammenbruch liegt und auch das ist ein Prozedere, was ich mir weniger ausführlich gewünscht hätte. So ist es doch unter Umständen wesentlich interessanter, die Motivation der Täter zu erfahren oder die Fäden in dieser Richtung rechtzeitig zu weben. Gelegentliche Kapitel aus Tätersicht sorgten immer mal wieder für die Andeutung eines solchen Fadens, den Marc Elsberg aber immer wieder einreißen lies.

Der „heroische“ Protagonist und eine erwachsenere Zielgruppe

Der Protagonist füllt seine Rolle gut und ausreichend aus, wird an manchen Stellen aber sehr glorifiziert und zu sehr als klassischer bzw. „moderner Held“ gefeiert, was auf ein sonst so klischeefreies und robustes Werk eher weniger passen mag.

Blackout – Morgen ist es zu spät“ ist eher für Ältere geeignet. Jüngere können es zwar lesen, allerdings setzt diese Lektüre gewisse Fachkenntnisse und Begrifflichkeiten voraus, die man einfach erst ab einem bestimmten Alter intus haben kann. Wenn einem diese Begriffe fehlen, versteht man nur die Hälfte, es wird viel von der Atmosphäre eingebüßt und das stelle ich mir bei 800 Seiten recht langweilig vor.

Gemäß des obigen Zitates ist es für mich aber am Schockierendsten festzustellen, dass ich z.T sogar Sympathien gegenüber den Überzeugungen der Täter hegte, den es ist verständlich, dass diese etwas an der herrschenden Ordnung verändern möchten. 

Mein endgültiges Urteil:

Marc Elsberg hat einen sehr empfehlenswerten Thriller kreiert, der mich hoch beeindruckt hat und einmal mehr beweist, dass unser System brüchiger ist, als man manchmal wahrhaben oder glauben möchte.

Ich kann dieses rasante Leseabenteuer sehr empfehlen, auch denjenigen, die langsamer und weniger lesen.  Wer auf den ersten Seiten von „Blackout – Morgen ist es zu spät“ gepackt wird, erleidet quasi einen „Blackout“ und muss sich ganz schnell durch die Seiten kämpfen, um die vielen Facetten und Informationen so schnell wie möglich in sich aufzunehmen. Außerdem regt es stark zum Nachdenken an und vielleicht beginnt man für sich selbst Vorkehrungen zu treffen, die niemals schaden, sondern im Extremfall nur nützen können.

Ein solides Buch, das genau den richtigen Punkt in unserer Zeit getroffen hat und damit sehr gekonnt und geschickt an einigen Stellen gerechtfertigte Kritik ausübt!

Bewertung

Trailer:

Thematik:
Stromausfall

Europa

Anarchie

Regierungsvorgänge

Kritik an der bestehenden Gesellschaftsordnung

Konzerne

Strom

Politik

Hacker

Atomkraft

Evakuierung

Gesellschaft

 

Allgemeine Buchinformationen:

Marc Elsberg
BLACKOUT. Morgen ist es zu spät
Roman
Originalausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 800 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0445-8
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50
Verlag: Blanvalet
Zu „Blackout – Morgen ist es zu spät“ bei Blanvalet

Über uns Stille von Morton Rhue [Rezension]

Mir läuft es kalt über den Rücken. Bis vor Kurzem  ist meine größte Angst noch gewesen, dass Dad mich zur Strafe für irgendetwas, was ich getan habe, verhauen könnte. Dann ist plötzlich die Angst vor einem Angriff der Russen da gewesen. Und jetzt habe ich Angst vor diesen Erwachsenen, die sich darüber streiten, wer von uns leben darf und wer sterben muss.

S. 131-132

 

Der Inhalt:

Scott hat sich mit seinem besten Freund Ronnie geprügelt, weil der behauptet hat, sein Vater sei ein Trottel, da der als einziger im Ort einen Bunker gebaut hat. Doch die Bedrohung des Atomkriegs rückt immer näher und die Vorkehrung einen Bunker zu bauen scheint immer weniger lächerlich. Und dann kommt der Abend, an dem sie alle in den Bunker flüchten müssen. Aber die Berechnungen von Scotts Dad gehen nicht auf. Denn der hat den Bunker nur für seine Familie, also vier Personen gebaut, jetzt aber sind sie mehr, denn die anderen haben um ihr Leben gekämpft, als es darum ging, in den Bunker zu kommen oder zu sterben…

Wenn die Welt in nur einem Augenblick zerstört wird

Über uns Stille“ ist ein Werk, das so ganz anders ist, als ich es erwartet habe. Morton Rhue versetzt seine LeserInnen zurück in das Amerika der 60er Jahre zum Zeitpunkt der Kubakrise. Es gibt einige Werke, die sich mit Szenerien beschäftigen, in denen es um verseuchtes Land durch atomare Strahlungen geht und darum, wie fragil unsere Existenz doch scheint, wenn alles, was wir kennen, innerhalb eines Augenblicks ausgelöscht werden kann.

Vermutlich hatte ich zu sehr die Bilder von „Die Wolke“ im Kopf, denn Morton Rhue ist in meinen Augen recht ungewöhnlich an dieses Thema herangeschritten, so dass es mir gelegentlich schwer fiel, mich auf den Inhalt angemessen zu konzentrieren. Da wäre einmal der Zeitraum und dann wählt er zudem die Sichtweise eines cirka 12-jährigen Jungen, dessen Perspektive kapitelweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Als LeserIn wird man direkt mit der Extremsituation konfrontiert, in der Scott mit seiner Familie in den Bunker flüchten muss, da der Krieg zwischen Amerika und den Russen beginnt. Im weiteren Handlungsverlauf wird nach und nach deutlich gemacht, weshalb Scotts Familie überhaupt einen Bunker gebaut hat und wieso es wohl soweit kommen konnte.

Dafür ist die von Morton Rhue gewählte Perspektive wiederum recht pfiffig, weil sie es ihm – als Geschichteninitiator – und den LeserInnen erlaubt, die Themen unvoreingenommen zu betrachten, sich leichter eine eigene Meinung zu bilden und die ganzen Geschehnisse subtiler, dafür aber genauso wirkungsvoll umrissen werden.

Eine einfache Haupthandlung, die vertracktere Randthemen streift

So beschränkt sich das Themengebiet nicht nur auf die Krise eines bevorstehenden Atomkriegs. Morton Rhue greift ebenso weitere amerikanische, gesellschaftliche Konflikte auf, die zu der Zeit herrschen. Beispielsweise die Rassentrennung von Schwarzen und Weißen.

Über uns Stille“ ist also ein gleichzeitig einfaches Buch, das dennoch auf einer sehr komplexen Ebene wirkt.

Allerdings hat es mich nicht immer vollständig packen können. So schön es auch geschrieben war, so viel Wahrheit und ungeschminkte Momente es auch besitzt, der letzte Funke fehlte mir. Ich verspürte nicht den Drang, es in einem Stück lesen zu müssen, obwohl es mit 240 Seiten, kurzen Kapiteln und einer recht großen Schrift gerade die richtige Länge für jüngere LeserInnen hat.

Außerdem spukt seit Jahren in meinem Hinterkopf Morton Rhues „Boot Camp“, was mir von ihm bisher am Besten gefallen hat und das mich bis heute nicht mehr los gelassen hat, so dass „Über uns Stille“ im Vergleich eventuell einfach nur verlieren konnte.

Mein endgültiges Urteil:

Über uns Stille“ ist ein altersgerechter Roman für Jugendliche, weil er präzise die wichtigsten Kernpunkte aufgreift und trotz manch unlogisch erscheinender Passagen wichtige Aspekte anspricht, die ich wärmstens empfehlen kann. Es ist nie verkehrt sich in Erinnerung zu rufen, wie kostbar jeder Augenblick des Friedens ist und dass jedes Atomkraftwerk und jede Atomwaffe auf der Welt, eine zu viel ist, denn diese könnten unseren Frieden von Jetzt auf Gleich beenden!

Bewertung

Thematik:

Atomkrieg

Segregation (Rassentrennung)

Kommunismus

Atombunker

Überleben

Leben

Allgemeine Buchinformationen:


Preis: 14,99 € (D), 15,41 € (A)
Alter: Junge Erwachsene
Größe: 14,3 x 21,5 cm
Einband: Gebunden
Autor: Morton Rhue
Seitenzahl: 256
Zu „Über uns Stille“ beim Ravensburger Buchverlag

Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für dieses Leseexemplar innerhalb der Leserunde bei Lovelybooks, also auch mein Dank an Lovelybooks! 🙂

Nachwuchs im Sommerbuchregal

Mein Koffer ist wieder da!!! 🙂

Er kam schon heute um 08:30 Uhr an und soweit ich es gesehen habe, ist auch alles noch da!

Nun zu meinen Neuzugängen. Drei schöne Bücher haben mich während meiner Abwesenheit erreicht.

Ihr seht dort „Wunder wie diese“ von Laura Buzo. Erinnert mich an den Titel von „Tage wie diese„. Mir sagt hier das Cover so zu.

Daneben steht „Über uns Stille“ von Morton Rhue, was ich für eine Leserunde auf Lovelybooks bekommen habe und auch schon gelesen habe. Morgen dürfte meine Rezension erscheinen!

Zuletzt seht ihr „Funkensommer“ von Michaela Holzinger. Das habe ich bei BloggDeinBuch gewonnen und die Gestaltung ist atemberaubend. Der Buchschnitt ist komplett Gelb, so ein richtig schönes Sonnengelb und innen ist jeder Kapitelanfang auch so schöööön und der Inhalt bisher… Formidable!

Was hattet ihr so an neuen Bucherrungenschaften?

Wir beide, irgendwann von Jay Asher und Carolyn Mackler [Rezension]

Der Inhalt:

Emma hält dieses „Facebook“ zunächst für einen Scherz. Doch dann gibt ihr 30-jähriges Ich in der Zukunft Details aus Emmas Leben preis, die nicht gefälscht sein können. Also zeigt sie die Seite ihrem ehemaligen besten Freund Josh, dessen Zukunft wesentlich rosiger aussieht, als ihre eigene.

Josh hingegen bereut, dass er Emma vor 6 Monaten zum falschen Zeitpunkt seine Gefühle offenbart hat, denn es hat ihr sonst so gutes Verhältnis zerstört. Doch „Facebook“ zeigt ihm, dass aus ihm mal ein glücklicher Mann werden wird.

Emma hingegen setzt alles daran, ihre Zukunft zu verändern, was zwangsläufig auch seine beeinflusst, denn die Zukunft gefällt Emma so gar nicht und es dauert nicht lange, da sieht sie Josh auf einmal doch mit ganz, ganz anderen Augen…

Keine Nostalgie, aber eine große Verbundenheit zu Emma und Josh

Wir beide, irgendwann“ von Jay Asher und Carolyn Mackler ist ein Jugendbuch, das 1996 spielt, zu einer Zeit, als Facebook noch niemandem ein Begriff war. Dennoch entdecken die beiden Protagonisten Emma und Josh auf Emmas neuem Computer eine Seite mit diesem Namen und merken schnell, dass es sich bei den Profilen auf Facebook wohl um ihre zukünftigen Ichs handelt.

Nostalgische Gefühle rief die Erzählung der beiden Autoren bei mir zwar nicht hervor, allerdings eine große Verbundenheit zu den beiden Charakteren, da diese durch die Sprache und der von den Autoren angedichteten Geschichte eine Seele eingehaucht bekommen.

Locker und dennoch ernst und mit Tiefe behaftet

Wir beide, irgendwann“ kann als lockere Sommergeschichte gewertet werden, die von den ganz normalen Problemen amerikanischer Teenager aus den 90er Jahren berichtet. Genauso gut dürfen sich die LeserInnen auf eine tiefere Reise einlassen, die eine ganz prägnante Botschaft am Ende setzt und uns verdeutlichen kann, wie wichtig es ist, die Gegenwart zu leben, denn die Zukunft, wird immer nur eine Vorstellung der Zukunft bleiben und niemals wirklich „fühlbar“ eintreten.

Jay Asher und Carolyn Mackler spielen mit gegenwärtigen Taten Emmas und Joshs um zu zeigen, was die kleinste Veränderung in der Zukunft bewirken könnte. Die Kapitel erzählen abwechselnd je einmal aus Emmas, dann aus Joshs und dann wieder aus Emmas Sicht usw. usf. Dadurch entsteht ein unheimliches Tempo und den beiden Autoren ist es geglückt, gleichzeitig Kontraste zu ziehen, denn Emma und Josh reagieren beide ganz anders auf die möglichen Formen ihrer Zukunft.

Das Innenlayout unterstreicht wie auch schon beim Erstlingswerk („Tote Mädchen lügen nicht“) des Autors Jay Asher die Handlung, welche oft Pfade beschreitet, mit denen ich als Leserin nie gerechnet hätte.

Folglich hatte ich mit diesem Werk ein paar vergnügliche Stunden, die sich durch Witze, Ernsthaftigkeiten und nachdenklich stimmende Anstöße auszeichneten.

Kein Highlight

Leider blieb bei mir dieser berühmte „Wow-Effekt“ aus und ich kann dieses Buch nicht zu meinen Favoriten zählen. (Das erging mir bei „Tote Mädchen lügen nicht“ genauso).

Nichtsdestotrotz findet sich in „Wir beide, irgendwann“ ein flottes Abenteuer, das vielschichtige und entdeckenswerte Seiten besitzt, die ich allen neugierigen und interessierten LeserInnen nur empfehlen kann, denn etwas beinahe vollkommen Neues, haben diese Autoren mit Sicherheit auf die Beine gestellt.

Mein endgültiges Urteil:

Eine kurzweilige Lektüre, die fesselnde und attraktive Parts besitzt. Wer einmal ein Jugendbuch der ganz anderen Art beschnuppern möchte, könnte sich in „Wir beide, irgendwann“ genau richtig fühlen. 4 von 5 Sternen für ein spritziges Sommerbuch, das durch gegenwärtige und zukünftige sowie durch virtuelle und reale Eindrücke lebt.

Bewertung

Thematik:

Jugend

Highschool(Zeit)

Erwachenswerden

Liebe

Pubertät

Gegenwart genießen

Zukunft beeinflussen

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Allgemeine Buchinformationen:

Jay Asher, Carolyn Mackler
Wir beide, irgendwann
Originaltitel: The Future of Us
Originalverlag: Penguin / Razorbill US
Aus dem Amerikanischen von Knut Krüger
Deutsche Erstausgabe
Ab 12 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, ca. 400 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16151-7
€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 25,90

Leseprobe!
Zu „Wir beide, irgendwann“ bei cbt!

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