Buchrezensionen, Rezensionen

Trix Solier – Odyssee im Orient von Sergej Lukianenko [Rezension]

Bei einer Erstbegegnung von Mensch und Drache geben sich beide Seiten gegenseitig Rätsel auf. Wenn ich die Antworten auf deine Fragen kenne, habe ich das Recht, dich zu töten. Wenn nicht, trennen wir uns in Frieden. […] Meine […] Frage: Hundert Mäntel und alle ohne Knöpfe – was ist das?“

S. 23

Der Inhalt:

Trix Solier ist etwas unzufrieden. Da hat er in seinen jungen Jahren schon zahlreiche Gefahren erfolgreich gemeistert und dem Königreich einen ehrenvollen Dienst erwiesen und trotzdem muss er sich nun als einfacher Zauberlehrling mit niederen Arbeiten abgeben. Dabei sind die Arbeiten an sich für Trix nicht einmal so schlimm, lediglich die Eintönigkeit zerrt an ihm, und wie sehr er doch seine Freunde vermisst, allen voran die schöne Tiana…

Doch eines Tages, als sein Meister Radion Sauerampfer ausgegangen ist, landet ein Drache auf dem Dach des Zauberturms und fordert von Trix‘ Meister die noch schuldige Gefälligkeit ein. Da Trix als Radion Sauerampfers Lehrling an dessen Stelle verpflichtet ist die Schuld zu begleichen, begleitet er gemeinsam mit der meistens munteren Annette den Drachen kurz darauf in seine Heimat. Doch der für Trix bereits überwältigende Ritt auf dem Rücken des Drachens ist erst der Anfang seiner Odyssee. Denn dieses Mal geht es um Leben und Tod. Schwieriger noch: Trix muss in einer fremden Kultur über seine Grenzen hinaus handeln, um den Untergang der Welt, wie er sie kennt, zu verhindern.

Eine beachtenswerte Fortsetzung

Sergej Lukianenko hat mit Trix Soliers Reise in den Orient schon das zweite und glorreiche Abenteuer eines jungen Zauberlehrlings verfasst, der sich nach Abenteuern sehnt und seinen Platz in der Welt zu finden sucht. Diese Fortsetzung steht dem ersten Band in nichts nach und kann auch problemlos ohne seinen Vorgänger genossen werden.

Sergej Lukianenko schafft ein weitschweifiges Abenteuer, das in drei Teile gegliedert ist.

TRIX NIMMT ÜBEL

TRIX SPINNT RÄNKE

TRIX ZIEHT IN DEN KAMPF

Angelegt auf knapp 600 Seiten stellt es einen dicken Wälzer dar, der aber auch einiges zu bieten hat.

So wird Trix zu Beginn von einem Drachen auf den Plan gerufen (und wo es einen Drachen gibt, gibt es sicherlich noch mehr), hat die Fee Annette an seiner Seite, bei der man nie so genau bestimmen kann, ob sie nun nach ihrem eigenen Interesse handelt oder für das Gemeinwohl aller und begegnet außerdem erneut seinen „Feinden“, den Vitamanten.

Lasst euch verführen vom heldenhaften Zauber des Orients

Mir gefiel besonders gut die orientalische Umsetzung, die einerseits gewährleistete, dass Sergej Lukianenko sich in seinen bombastischen Abenteuern nicht wiederholte und andererseits besitzt „Trix Solier – Odyssee im Orient“ so seinen ganz eigenen Charme, der von gänzlich anderen und atemberaubenderen Faktoren geprägt ist, als sein Vorgänger. Aus diesem Grunde eignet sich aus meiner Sicht dieser Band stärker zum Versinken in einer fremden Welt, da sie noch intriganter, die Situation noch unlösbarer, das Abenteuer noch größer und der Zusammenhalt der Freunde noch stärker scheint.

Wie gewohnt weiht sich der Autor auch in dieser Geschichte einem heiteren Ton, der zum Schmunzeln einlädt, den Verstand fordert und lebhafte Bilder heraufbeschwört. Auf jeder einzelnen Seite schwingt Ironie mit, die mal mehr mal weniger unterschwellig den Ton der Erzählung angibt.

So zahlreich und unzählbar die Sandkörner der Wüste sind, genauso verstrickt und undurchschaubar gestaltet sich der temporeiche Handlungsverlauf, der nicht immer von schnellen Ereignissen und Taten lebt, dafür hin und wieder von flotten Unterhaltungen, vertrackten Wortspielen, weisen Sprüchen und oberschlauen (besserwisserischen) Kommentaren.

Über manche Langatmigkeiten kann großzügig hinweggesehen werden

Somit findet das Leserherz in „Trix Solier – Odyssee im Orient“ eine reichlich fantastische Geschichte, in deren Mittelpunkt ein Held steht, der genau das richtige Maß an Selbstbewusstsein und Unsicherheiten an den Tag legt, eine spektakuläre Reise in den Orient, die einige Überraschungen bereithält und nicht zuletzt eine wortgewandte Sprache, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern dürfte.

Manches Mal erschienen mir manche Passagen zu lang, weil die Gespräche sich zogen oder die Figuren auf der Stelle zu treten schienen, was wiederum ein gewisses Maß an Authentizität beweist, da im richtigen Leben auch nie alles flutscht.- Obgleich diese Art der schon märchenhaft anmutenden Erzählung nicht ernsthaft mit der Realität verglichen werden kann.

Zum Teil hätte ich mir kürzere Kapitel gewünscht, da dies (bei mir) oft ein besseres Lesegefühl entstehen lässt.

Mein endgültiges Urteil:

Sergej Lukianenkos Werk ist für alle Abenteurer unter euch oder diejenigen, die schon lange davon träumen und es nie wagten, sich in die weite Welt zu begeben. An der Seite von Trix Solier und seinen schillernden Freunden ist vieles möglich und das Beste daran, man kann selbst entscheiden wie weit man gehen möchte. Denn am Ende bleibt auch diese Geschichte nur ein Buch, das mit dem Zuklappen beendet wird, doch vielleicht regt gerade dieses Abenteuerbuch den Einen oder Anderen übers Lesen hinaus zum Entdecken der Welt an.


Bewertung

Thematik:

(Orientalische) Reisen

Abenteurer

Zauberer

Fantastische Wesen (Bspw.: Feen, Drachen)

Intrigen

Machtspiele

Sultane

 

Allgemeine Buchinformationen:

Sergej Lukianenko
Trix Solier – Odysee im Orient
Roman
EUR 17,99
Übersetzt aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann
ISBN 978-3-407-74339-8
1. Auflage 2012
Zu „Trix Solier – Odyssee im Orient“ bei Beltz

Vielen Dank an Beltz & Gelberg + BdB für dieses erquickliche Leseexemplar

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