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Die Schattenträumerin von Janine Wilk [Rezension]

Der Inhalt:

Francesca die Medici ist die Einzige in ihrer Familie, die noch diesen Namen trägt, der von einer langen mächtigen Ahnenfolge erzählt. Als sie mal wieder für ein paar Wochen ihre Verwandten in Venedig besucht und sich auf einige schöne Tage mit ihrer Cousine freut, ahnt sie noch nicht, dass die finanziellen Probleme der Familie einige Umstrukturierungsmaßnahmen fordern und Venedig sie nicht mit so offenen Armen empfangen wird, wie sie es gewohnt ist.

Denn ein Fluch liegt schon seit vielen Jahrhunderten auf der Stadt und begehrt nun endlich das einzufordern, was ihm zusteht. Francesca leidet unter schlimmen Albträumen, die sich in Italien sogar noch verstärken und zu allem Übel auch noch mit diesem ominösen Fluch in Verbindung zu stehen scheinen. Aber wie soll sie sich, ihre Familie und die Stadt, die sie so liebt, retten, wenn das Böse ihr sowohl bei Tag, als auch bei Nacht auflauert und all ihre Geheimnisse gegen sie verwendet? – Francesca muss sich beinahe ganz alleine gegen unvorstellbare Gefahren wenden, doch eine Alternative bleibt nicht und so riskiert sie mehr als nur ihr Leben, um verschüttete Wahrheiten aufzudecken und die Lösung für all ihre Probleme herauszufinden. Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn jede Nacht werden die Träume qualvoller…

Venedig vom Wasser verschluckt?

Die Schattenträumerin“ von Janine Wilk ist ein rundum stimmiges Werk. Jedes Detail sitzt, von der Gestaltung, die sich im Buchinneren fortsetzt, über die einzelnen Figuren, das Grundgerüst der Handlung, dem Ort des Geschehens und der Atmosphäre.

So findet man sich im märchenhaften wie gleichzeitig sehr gruseligen Venedig wieder und betrachtet es mehr aus den Augen der Einheimischen. Verwinkelte Gässchen, dunkle Plätze, rutschige Brücken und rundherum das Wasser sorgen für den ultimativen Gänsehautfaktor, wenn die gerade einmal dreizehnjährige Francesca di Medici einem uralten Fluch auf die Spur kommen muss, um ihre Familie und Venedig vorm Untergang zu bewahren.

Dafür verflechtet Janine Wilk historische Fakten mit unserer modernen Zeit und webt so eine intensive Lesereise, die bis in die verborgensten Winkel dringt. Die ehemals wirklich existente Familie „di Medici“ schmiegt sich perfekt in die Handlung und regt zu eigenen Recherchen über den Buchinhalt hinaus an.

Die Brücke zwischen Humor und Gänsehaut

Die Protagonistin ist ein sympathischer Charakter, der für das junge Alter einige Bedrohungen vielleicht zu souverän lösen kann, ansonsten aber authentisch auch die anderen Personen dieses Buches ansteckt und für allgemeine Heiterkeit sorgt. So entstehen trotz der Bedrohungen, die besonders im Schlaf wirken, helle Momente, die mich manches Mal zum Lachen brachten. Mit einer engelsgleichen Sogwirkung rauschte ich durch jede Seite und hatte mit dem bildhaften Schreibstil der Autorin keine Probleme. Die einzelnen Kapitel sind teilweise etwas lang, obwohl sie inhaltlich nicht langatmig, dafür aber „endlos“ scheinen.

Träum ich oder wach ich?“

Die Trennung von Traum und Realität, Fiktion und Non-Fiktion werden mit fortschreitender Handlung immer unklarer, so dass zunächst nicht immer sofort ersichtlich ist, ob die Figuren gegenwärtig tatsächlich Schaden nehmen können oder nicht. Solche Grenzverwischungen intensivieren die Spannung. Obgleich es weitaus brutalere Szenen in anderen Werken gibt und sich „Die Schattenträumerin“ in diesem Fall durch Zurückhaltung locker auch für Jüngere eignet, war die Spannung und Angst immer wieder beinahe unerträglich, weil Janine Wilk über das Lesen hinaus für atemlose Sekunden und rasantes Herzklopfen sorgt.

Mein endgültiges Urteil:

Venedig droht vom Wasser erobert zu werden und in den Fluten zu vergehen. Gleichzeitig kämpft eine junge Heldin aus der Ich-Perspektive um das Überleben ihrer Familie und das auf höchstem, energiegeladenem Niveau.

Holt die Taschenlampen, das Knabberzeug und eine Kuscheldecke heraus, denn wenn „Die Schattenträumerin“ ‚träumt‘ ist niemand vor ihr sicher und gute Vorbereitungen sollten unbedingt getroffen werden.

Ich habe Janine Wilks Werk über alle Maßen genossen und kann diesen Einzelband für alle Semester, die Realität vermischt mit Fiktion und mächtigen Flüchen mögen, dringlichst weiterempfehlen.

Bewertung

Thematik:

Venedig

Wasser

Fluch

Macht Geld

Familienclan

Dämon

Buch im Buch

Allgemeine Buchinformationen:

Gebunden, mit UV-Spotlackierung
384 Seiten
Ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-522-50270-2
Preis: 14,95 €
Österreich: 15,40 €, Schweiz: 21,90 sFr
Erscheinungstermin: 26.01.2012
Zu „Die Schattenträumerin“ bei Planet-Girl

Vielen Dank an die Autorin Janine Wilk, den Planet-Girl-Verlag und Lovelybooks für diese tolle und aufschlussreiche Leserunde!
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6 thoughts on “Die Schattenträumerin von Janine Wilk [Rezension]”

  1. Deine Rezi liest sich mal wieder phantastisch!!! Das Buch werde ich wohl mal im Auge behalten, obwohl mein Geldbeutel langsam geizig wird – die Sommerpläne bezahlen sich schließlich nicht von alleine. Aber du machst mir ein Buch mal wieder sehr schmackhaft. Schäme dich! 😉

    LG Reni

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  2. Hach, ich schiebe dieses Buch schon seit langem auf meiner Wunschliste hin und her. Hatte als erstes Buch von J. Wilk „Lilith Parker“ gelesen und fand dies recht gut.
    Jetzt setz ich die Schattenträumerin wieder weiter nach oben. ^^

    Gefällt mir

    1. Gut so!! 😀
      „Lilith Parker“ kenne wiederum ich nicht. Sollte es dann aber mal auf meinen Wunschzettel setzen, denn diese Autorin ist einfach etwas für mich 😉
      Grüße,
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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