Buchrezensionen, Rezensionen

Die Herren der Unterwelt 01 – Schwarze Nacht von Gena Showalter [Rezension]

Der Inhalt:

Ashlyn wird gesagt, es sei eine Gabe, aber für sie sind die Stimmen in ihrem Kopf ein Fluch. Sie kann jede Unterhaltung, die je stattgefunden hat „mithören“, wenn sie sich am entsprechenden Ort aufhält. So hat sie nie einen Moment der Ruhe, alle Gespräche stürzen auf einmal auf sie herab. Freunde hat sie auch keine, denn immer findet sie heraus, was andere über sie denken und meistens sind es eher Beleidigungen wie Freak oder Sonderling.

Dennoch hat sie einen Job. Dem Paranormalen Institut für Übernatürliches hilft sie, Kreaturen aufzuspüren, die sie dann untersuchen können. Als sie ein neuer Auftrag nach Budapest führt, lauscht sie mehreren Unterhaltungen, die von Engeln oder Dämonen sprechen. Darin sind sich die Leute nie so ganz einig. Man weiß, dass sie große Kraft besitzen und viel Gutes tun. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Ashlyn Hoffnung, man könne sie lehren, die Stimmen in ihrem Kopf zu kontrollieren und so begibt sie sich auf die Suche nach diesen „Engeln“. Doch stattdessen findet sie sich in einem Albtraum wieder. Denn nun hat Gewalt sie in seinen Fängen und ist nicht bereit, sie so schnell wieder gehen zu lassen.

Die dunkelste Versuchung…

Noch nie traf der Satz Die dunkelste, hässlichste und brutalste Versuchung seit es Romane gibt so sehr zu, wie in Gena Showalters „Die Herren der Unterwelt 01 – Schwarze Nacht“.

Inspiriert durch die griechischen Mythen, wird allerlei Ekliges, Verruchtes, Leidenschaftliches, Mysteriöses und Brutales thematisiert. So wird aus einem Zeus und Prometheus, der täglich aufs Neue seine Leber von einem Adler im Kaukasus fressen lassen muss, um für Seine Taten zu büßen, ganz schnell die menschliche Verkörperung der Dämonen Gewalt (Maddox), Schmerz (Reyes) und Tod (Lucien), die gebunden durch einen Fluch, Gewalt immer um Mitternacht brutal in den Tod schicken müssen. Gena Showalter nimmt kein Blatt vor den Mund und mutet ihren LeserInnen so einiges zu und ich würde sofort eine Altersgrenze auf diesen Inhalt legen. Dennoch oder gerade WEIL er so verboten wirkt, webte er seine dunkle Verlockung auf mich und drängte mich die Geschichte in nur einem Rutsch zu verschlingen.

Und nicht immer ist es Liebe

Selbstsicher wird man von den Figuren dieses Werkes durch eine nachtschwarze Geschichte geführt und kommt niemals aus dem Tritt. Während die Liebesgeschichte zwischen Ashlyn, die eine besondere Gabe besitzt und Maddox (Gewalt) die Handlung dominiert, ist das Spektrum dennoch recht groß und man ahnt, dass Gena Showalter noch längst nicht alle Geheimnisse enthüllt hat, die in der Unterwelt so lauern mögen. Abgesehen davon wird in diesem Roman keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinn abgehandelt. Vielmehr handelt es sich um ein vertracktes Geflecht aus dunklen Begierden, fremdgesteuerten, dämonischen Forderungen und unschuldigem Vertrauen.

Von „Der Jungfrau in der Not“

Meine Kritik richtet sich an die Figur Ashlyn selbst, die als Charakter und in ihrer Persönlichkeit zwar zu überzeugen weiß, gelegentlich aber ins Weinerliche abdriftet und zu oft „die Jungfrau in Nöten“ spielt. So ist sie entweder Ohnmächtig, wehrlos, schlafend im Bett, in Maddox Armen oder entführt.

Obgleich mir das Tempo der Story zusagte, war der Zeitintervall, indem die zwei Protagonisten ihre Gefühle füreinander entdeckten und entwickelten dermaßen kurz, dass es auf mich unrealistisch wirkte. Wie lange braucht man in einer Beziehung wohl, um (auf hypothetischer Ebene) sein eigenes Leben für das des Partners zu opfern?- Bei manchen vielleicht nur ein Blick, bei anderen vielleicht nie?- Zumindest entkräftete dies ein wenig die Glaubwürdigkeit der Figuren, als auch die Tiefe ihrer Beziehung.

Bestechende Nebenhandlung und ein roter Faden

Hingegen grandios eingebunden waren die weiteren Figuren, die wie Spielbälle über ein imaginäres Schachbrett fegten und jede zuvor geglaubte Ordnung vernichteten. Dieses ist den wechselnden Perspektiven zu verdanken, die sich entgegen meiner Erwartungen über die Protagonisten hinaus erstreckten. So entstehen gelungene Nebenhandlungen und ein roter Faden, dem man gerne über mehrere Bände dieser Serie hinweg folgt.

Mein endgültiges Urteil:

Ich bin überzeugt, nur einen Bruchteil dessen, was Gena Showalter noch im Gepäck besitzt, genossen zu haben und freue mich schon auf weitere Abenteuer. „Die Herren der Unterwelt 01 – Schwarze Nacht“ ist sexy, liebreizend, temperamentvoll und kampfwütig. So etwas habe ich noch nie gelesen oder habt ihr schon einmal die Gedanken von Promiskuität mitverfolgen können? Wer auf „böse Jungs“ steht, schon einmal etwas von der „Büchse der Pandora“, Titanen, Göttern und Dämonen gehört hat, wird sich Hals über Kopf in die Herren der Unterwelt verlieben. Für „Liebe“ reichte es bei mir noch nicht aus, denn ich bin mir sicher, Gena Showalter kann dieses bereits hohe Niveau noch steigern, weswegen ich für diesen gelungenen Auftakt 4 Sterne vergebe.

Bewertung

Thematik:

Dämonen

Griechische Mythologie

Legenden

Sagengestalten

Unterwelt

Budapest

Die Büchse der Pandora

Gewalt | Schmerz | Lust | Promiskuität | Katastrophe

Liebe

Kämpfe | Schlacht

Machtwechsel ( Götter → Titanen)

Allgemeine Buchinformationen:

GENA SHOWALTER
Die Herren der Unterwelt 1 – Schwarze Nacht
ISBN 978-3-89941-641-1
8,95 EUR [D] 9,20 EUR [AT] 13,50 sFr [CH]
416 Seiten
ISBN eBook 978-3-89941-925-2 8,49 EUR [D]
Zu „Die Herren der Unterwelt 01 – Schwarze Nacht“ bei MIRA

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8 Gedanken zu „Die Herren der Unterwelt 01 – Schwarze Nacht von Gena Showalter [Rezension]“

    1. Daumen hoch! 🙂
      Hast du auch die anderen Bände?- Ich mag ja schon auf jeden Fall weiterlesen, nur weiß ich nicht genau „wann“ usw. usf. Vor allen Dingen interessiert mich die Geschichte von Schmerz (Reyes) momentan mehr als die von Tod (Lucien), weil Reyes im ersten Band einfach vieeeeeeel mehr zu Wort kommt und so automatisch höher gehandelt wird 😉 (Ich weiß, dir sagt das jetzt nicht so viel, aber schreiben wollte ich es mal^^)
      LG,
      Charlousie

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      1. Nee, ich hab nur Band 1. hab den mal ertauscht und da liegt er nun. ^^
        Ich glaub, ich hab aber ein paar weitere Bände in Ebookformat…mal sehen, kommt auf den ersten Band an. 😉 Im Moment bin ich grad eher auf nem normalen Liebesromantripp ohne paranormale Elemente.^^
        LG!

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        1. Band 1 ist aber doch schon mal ein guter Einstieg 😉
          Wieso schaffst du dir nur immer so viele eBooks an? 😛 Dieses Elektro-Zeugs verleitet SEHR dazu, den Überblick zu verlieren. Aber wenn du auf diesem Tripp bist, ist „Als die Liebe zu Elise kam“ genau richtig. Obwohl 0 Schmalz dabei ist, dennoch einfach nur toll…

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        2. Definitiv. *lach*
          Ach…nee. Ich hab da ein sehr gutes Ordnungssystem. 🙂 Ich habs nur nicht im Kopf, aber auf dem PC ist das total ordentlich. ^^
          Ich hab nichts gegen Schmalz! *lach* Ich überlege, ob ich es mir für den Sommerurlaub aufhebe oder jetzt lese…

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        3. Hauptsache ist doch, DASS du es liest 🙂

          Okay, im PC ist vieles recht „ordentlich“ da hast du vollkommen recht. Ich neige aber dennoch bereits den Überblick zu verlieren, dabei besitze ich gar nicht sooooooooo viele eBooks… 😉

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        4. Ja…ach, ich hab auch viel mehr normale Bücher wie eBooks! 😉

          Sag mal…wie war das jetzt eigentlich mit dem Tauschen? Ich weiß schon nicht mehr, auf welchem Post wir darüber gesprochen haben. 😉

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        5. Direkt unter der Bücherbasar-Seite. Wollte gerade vorbeischauen und dir war drunter schreiben. Hatte in der letzten Woche so gar keine Zeit und war eig. auch nicht online. Ich gehe mal „rübergucken“ 🙂

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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