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Die Poison Diaries – Liebe ist stärker als der Tod von Maryrose Wood und J. Northumberland [Rezension]

Es gibt eine Kraft des Wachsens und eine Kraft des Vergehens, miteinander verbunden in ewigem Tanz. Die Kraft des Wachsens nennt man Eros; sie ist die Liebe. Und die Kraft des Vergehens ist jene, die von den Griechen Thanatos genannt wird, der Tod, der Heiler, der die Lebenden von ihren Qualen erlöst.

S. 183

Der Inhalt:

Cirka 18. Jahrhundert:

Jessamine hat die Vergiftungen ihres Vaters überlebt. Aber ihr einziger Lebensgrund ist verschwunden. Weed. Doch ihr Vater verschweigt ihr die Wahrheit. Möchte ihr weismachen, er sei davon gelaufen, als sie ihn am dringendsten benötigte. Oleander nutzt die Distanz zwischen Jessamine und Weed sofort aus. Er flüstert ihr seine Gedanken zu, lullt sie ein, vergiftet Jessamines Verstand, bis sie ihm hörig ist und eine grausame Tat begeht, die sie sich von den Menschen abwenden lässt. Mit dieser Abwendung ist scheinbar alle Hoffnung verloren und Oleander triumphiert im Sieg, doch Weed ist fest entschlossen Jessamine zu retten.

Alles ist miteinander verbunden, so wie Eros und Thanatos

Dieses Buch ist das reinste Wunderwerk. So bildlich und poetisch, dass es einem die Tränen in die Augen treiben möchte.

Durch die Natur, einer anrührenden und brillant scharfen Geschichte unternimmt die Autorin einen Versuch das Gleichgewicht in der Welt und den Sinn des Lebens zu erklären.

Wo Licht ist, fällt auch Schatten, eine unbestreitbare Balance liegt in allen Dingen auf der Welt. Es gibt Heilpflanzen und es gibt Giftpflanzen. „Die Poison Diaries“ sind mehr als nur ein Buch, was man liest und dann wieder vergisst. Es ist beinahe schon ein historisches Zeugnis, denn es führt ebenfalls vor Augen, wie die Menschen sich in einem längst vergangenem Jahrhundert dem wissenschaftlich fundierten Wissen annäherten, was wir heute besitzen. Beispielsweise, dass Pflanzen den Sauerstoff herstellen, den wir zum Atmen brauchen und dergleichen Erkenntnisse.

Nicht immer war dieses Macht bergende Wissen so frei zugänglich.

So funktioniert die Welt: Aus der Perspektive von Menschen und Pflanzen

Fesselnd wird diese Geschichte durch die übernatürlich wirkende Komponente, die Maryrose Wood und J. Northumberland in den Inhalt hineinflochten. Pflanzen, die zu Wort kommen und die ihre obskure Verderbtheit über die Welt bringen wollen. Eine sich im Gleichgewicht befindende Geschichte, die aus der Perspektive des Pflanzenreichs und der Menschen erzählt. Aus der Sichtweise von Weed und von Jessamine. Aus den Blickwinkeln von Gut und Böse, um zu begreifen, wie die Welt funktioniert.

Ein rares Buchjuwel

Die Protagonisten Jessamine und Weed erleben beide eine fundamentale Weiterentwicklung, die sich einem Setzling gleich der Sonne entgegenreckt. Gemeinsam mit diesen beiden Charakteren und Setzlingen, entfaltet sich auch die ganze Pracht, Verästelung und Tragweite von „Die Poison Diaries“. Erneut war ich gebannt von diesem ungewöhnlichen Stil des Erzählens, der, wie der Titel dieses Buches bereits suggeriert, teilweise in Tagebuchform verfasst ist.

Ich bin tief berührt und hätte mir gewünscht, diese magische Erzählung würde niemals enden. Solch eine kostbare Schönheit hat man nur selten das Glück lesen zu dürfen und dennoch gibt es sie, diese raren Buchjuwelen.

Mein endgültiges Urteil:

Sicherlich wird nicht jede/r mit dieser feinen Art der Poesie und zarten Zwischentönen, die ihr eigenes Lied summen und ihre eigene Sprache verbergen, etwas anfangen können. Doch wer den ersten Band von „Die Poison Diaries“ mochte, wird in diesem Werk noch reicher belohnt werden.

Ich hoffe, dass viele ihre Augen öffnen und erkennen können, wie allumfassend das ist, was Maryrose Wood aus der Idee J. Northumberlands formte und dafür weniger Worte bedurfte, als manch andere quälende und nie enden wollenden Bücher.

Eine Liebesgeschichte ohne Grenzen, ein Reich, das die ganze Welt umschließt und ein Hauch von Gift und Eros fördernder Magie zugleich. „Die Poison Diaries“ muss man gelesen haben, denn es eröffnet eine vollkommen neue Sicht auf uns und die Welt.

Steh auf, Hexe!“, brüllt er, so dass alle ihn hören können. Er reißt mich auf die Füße und dreht mein Antlitz meinen Anklägern zu. Ich will mich mit den Armen bedecken, mit den Haaren. Dann, mit einem rauen Schrei, packt Rye den Bund meines Rocks und reißt ihn mir vom Leib. Wieder schreie ich auf. Er tritt hinter mich und packt mich um die Taille.

S. 125

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Pflanzenreich

Gleichgewicht

Leben & Tod

Liebe

Eros Thanatos

Historik

Reisen

Gift

Heilmittel

Bestechung

Allgemeine Buchinformationen:

Maryrose Wood
Die Poison Diaries
Roman
Hardcover
Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,40 | SFR 21,90
ISBN: 978-3-8414-2125-8
Zu „Die Poison Diaries – Liebe ist stärker als der Tod“ bei FJB

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1 thought on “Die Poison Diaries – Liebe ist stärker als der Tod von Maryrose Wood und J. Northumberland [Rezension]”

  1. Du wieder! Nur du schaffst es, dass mich ein Buch, das ich eigentlich schön längst abgeschrieben habe, nun plötzlich wieder interessiert. Ich habe den ersten Band (ich gestehe) mal aussortiert, weil ich so viel schlechtes darüber gelesen habe. Ja, ja, manchmal sollte man sich wirklich seine eigenen Meinung bilden. Wirklich schön geschrieben und ganz ohne Spoiler, so, dass ich Teil 1 noch ganz unbefangen lesen kann … wenn ich ihn mir eventuell mal wieder ertausche. 🙂

    Liebe Grüße
    Reni

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