Buchrezensionen, Rezensionen

Ascheträume von Maurizio Temporin [Rezension]

Wenn schwarzer Schnee fällt, wird die Welt zu Asche

Der Inhalt:

Thara hat seit Jahren eine unheilbare „Schlafkrankheit“. Tagsüber kann sie sich kaum wachhalten und nur zur Morgen- und Abenddämmerung ist sie so Energiegeladen wie andere Menschen auch. Doch seit neuestem fällt sie manchmal plötzlich in eine Ohnmacht, um sich kurz darauf in einer fremden Welt wiederzufinden. Einer ungemütlichen und bösen Welt, denn sie besteht nur aus Asche. Bis sie Nate in ihr trifft. Thara weiß noch nicht wie, aber es gibt Parallelen zwischen Nates Existenz und Gedächtnislosigkeit in der Welt aus Asche, dem Cinerarium, und ihrer realen Welt. Denn Thara ist ohne Vater aufgewachsen und bekommt immer stärker den Verdacht, dass ihre Mutter, die beharrlich schweigt, ein großes Geheimnis vor ihr verbergen möchte. Eine Zeit lang rätseln Thara und Nate ergebnislos herum, während ihre Gefühle zueinander wachsen. Doch dann schlägt die Welt aus Asche, so scheint es, plötzlich zurück und verfolgt Thara bis in ihre ‚richtige‘ Welt und sie weiß, wenn sie nicht bald alle Geheimnisse der Vergangenheit aufdeckt, ist nicht nur Nate verloren…

Ein schleppender und enttäuschender Einstieg in Maurizio Temporins italienisches Jugendbuch

Hohe Erwartungen führen öfters zu Enttäuschungen und meine Enttäuschung beim Lesen von „Ascheträume“ hält sich ebenfalls alles andere als in Grenzen.

Das Cover ist wunderschön, der Titel und der Klappentext versprechen eine mystische und abwechslungsreiche, vielleicht auch einen spannende (wenn es denn nicht zu viel verlangt ist?) Geschichte. Bekommen habe ich zunächst einen mühsamen Einstieg, der mich an eine neutrale Schilderung von Berichten erinnerte. Eine Handlung löste die andere ab und obwohl die meisten Beziehungen zueinander klar waren, fehlten dennoch jegliche Übergänge oder Stimmungserzeuger. Zeitweise dachte ich wirklich, genauso würde ich eine Anzeige für die Polizei auch formulieren.

So werden aus Leseträumen „Ascheszenarien“ im Kopf

Überrascht war ich, als sich der Autor nach gut der Hälfte auf einmal der Sinnhaftigkeit eines Romans entsann und ich tatsächlich das Gefühl bekam, endlich eine halbwegs vernünftige Handlung mitzuverfolgen.

Irgendwann kann man ein Werk aber leider nicht mehr retten, wenn vorher die Hälfte schon hinter einer Tür verschlossen wurde, deren Schlüssel man zerstörte. So waren beispielsweise meine Toleranzen gegenüber den Dummheiten der Protagonistin komplett gegen null gesunken. Das führte dazu, dass ich selbst im zweiten Teil dieses Buches an vollkommen normalen Stellen, die ansonsten belächelt werden, beinahe an die Decke ging und ‚der Schlüssel‘ weiterhin verschollen blieb.

Allerdings und das bewundere ich andererseits beinahe schon an Maurizio Temporin: Immerhin blieb er seinem Titel treu, zumindest dem Teil mit der ‚Asche‘, denn träumen konnte ich weniger. Worauf ich hinauswill ist, dass er getreu seiner Welt aus Asche, nicht aufgab und selbst aus der Asche zum Schluss noch etwas recht passables entstand.

‚Blumen-Vampire‘ – Was ist das?

Plötzlich haben zwar sogar Vampire ihren Auftritt und dann auch noch und das war echt der Gipfel, der mich wirklich abschoss ‚Blumen-Vampire‘, (Bitte WIE sauge ich einer Blume ‚Blut‘ oder was auch immer, aus den nicht vorhandenen Arterien, Venen und Adern, aus??) aber Maurizio Temporin führt seine LeserInnen weiterhin voller Mut und unerschrocken konsequent durch seine Welt.

Ich sollte mich für die harschen Worte entschuldigen, denn am Ende haben sogar mich gewisse violette und regenbogenfarbene Augen gebannt, die Idee der parallelen Welt aus Asche war doch begeisternd und immerhin: Prolog, vielleicht noch das erste Kapitel und dann noch die letzten Seiten waren wirklich toll und ich könnte mir vorstellen, dass andere einen besseren Zugang zu „Ascheträume“ finden könnten. Außerdem gab es gelegentlich kleine Abbildungen, die nicht nur ungewöhnlich, sondern wirklich perfekt in die ‚Handlung‘ passten. Ein kleiner Spalt in der Tür könnte schon Wunder wirken. Da die spannende Handlung leider erst auf den letzten Metern anfing, bin ich noch am überlegen, ob ich mich an eine Fortsetzung wagen möchte.

Mein endgültiges Urteil:

Einzig und alleine, weil der Protagonist Nate und die Grundidee mich so überzeugen konnten, kann ich „Ascheträume“ niemals die schlechteste Wertung zukommen lassen. Allerdings ist es immer noch weit von einer Empfehlung entfernt.

Die Leseprobe hatte mir extrem zugesagt, entspricht aber absolut nicht dem, was einem später im Gesamtpaket erwartet. Wer also unsicher ist, sollte entweder noch „freundlichere“ Rezensionen studieren oder in der Buchhandlung einen näheren Blick ins Buch werfen.

Ascheträume“ besitzt viel Potenzial, das der Autor teilweise durch einen „grottigen“ Schreibstil zerstörte und teilweise durch nicht überzeugende Charaktere. Insgesamt kommen noch einige andere Faktoren hinzu, doch die sollen zunächst reichen, ich werde mir den Namen des Autors erst einmal nicht merken, höchstens, um ihm aus dem Weg zu gehen. Das wären dann einmal 2,5 Sterne.

Bewertung

Thematik:

Parallelwelt

Schlafkrankheit

(Blumen;-))Vampire

Geheimnisse | Mysterien

Vergangenheit

Feuer

Violett

Blumen | Iris

Liebe

Allgemeine Buchinformationen:

MAURIZIO TEMPORIN
ASCHETRÄUME
ROMAN
448 Seiten · Klappenbroschur
Übersetzung: Gaby Wurster
Orginaltitel: »Iris. Fiori di Cenere«
€ 14.99 (D) / € 15.50 (A) / sFr 21.90
ERSCHEINT AM 12. März 2012
ISBN 978-3-492-70244-7
Zu „Ascheträume“ bei ivi

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17 thoughts on “Ascheträume von Maurizio Temporin [Rezension]”

    1. Ich weiß…
      Aber es wird besser, ehrlich, aber so richtig „toll“ oder „lesenswert“… ist es leider NIE 😦
      Zumindest nicht für mich.
      Kopf hoch, Augen zu (haha, als ob das beim Lesen ginge 😉 😛 !! ) und durch!!
      Grüße,
      Charlousie

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      1. Ich glaube aber auch, dass es eher schwerer wird LeserInnen zu finden, denen es NICHT gefällt 🙂
        Somit also eher kein Wunder, dass es mir so gut gefiel, bei der GIGANTISCH guten Story und der grandiosen Umsetzung!! 🙂

        Bye,
        Charlousie

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  1. Oh. Schade, das es dir nicht so gut gefallen hat..
    Aber das andere Buch vom Ivi-Verlag soll wohl sehr gut sein, „Frostkuss“. Hast du schon was von gehört?
    Hast du „Starters“ schon angefangen? Ich bin schon gespannt auf deine Rezension. 😛

    Lieben Gruß,
    Jessica

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    1. Jetzt hat sich dein Kommentar zwischenzeitlich irgendwie versteckt. Habe ihn beinahe übersehen (*grrrml*)
      Ja, mit „Ascheträume“ fand ich auch richtig schade. „Frostkuss“ habe ich eine Leseprobe gelesen, aber noch keine Meinungen dazu gelesen, mal sehen, OB ich es mir noch „antun“ wede 🙂
      „Starters“ habe ich noch nicht begonnen, aber bald, bald, bald…
      Sag mal, sieht die Schriftart in der Rezension von „Ascheträume“ irgendwie komisch aus im Vergleich zu den anderen oder findest du irgendetwas „unstimmig“? Habe zwei (nette) Rückmeldungen bekommen und bin mir noch etw. unsicher, was ich genau verändern könnte/sollte.
      Liebe Grüße,
      Charlousie

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      1. Na sowas. 😀 Aber gut, das du ihn doch gesehen hast. 😛
        Okay. Dann warte ich mal auf noch ein paar mehr Rezensionen. 😉
        Ja, das ist mir auch aufgefallen. Die Schrift ist anders wie bei deinen anderen Rezensionen. Die kommt mir irgendwie härter vor, wenn du weißt, was ich meine. ;D
        Aber irgendwie veränderst du oft die Schrift, oder? Ich habe gerade mal geschaut und ich glaube dreimal eine unterschiedliche Schrift gesehen. 😉

        LG Jessica

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        1. HI!
          Joa, ich habe zurzeit ein wenig „herumexperimentiert“, bzw. zum jeweiligen Buch „passendere“ Schriften gewählt. Zumindest war das mein Plan. Wusste ja nicht, dass das für diese „derbe“ Verwirrung sorgt. Bleibe also weiterhin bei meinem lieben „American Typewriter/Courier New“ und hoffe, dass dann alle (me inclusive) zufrieden sind.
          Liebste Grüße und danke für deinen netten, Kommentarreichen Besuch,
          Charlousie

          Gefällt mir

    1. Hi Melanie,
      hmmmmm, was genau meinst du mit „Der Schriftart“. Ist sie nicht richtig dargestellt, kannst du sie nicht richtig lesen, ist sie verzerrt, zu klein, zu…?
      Würdest du mir das vielleicht beschreiben, denn ich kann mir wenig darunter vorstellen, um es ggf. zu verändern, denn bei mir sieht es „normal“ aus *grübel* (Schon die zweite Rückmeldung in dieser Richtung).
      Vielen Dank aber!
      Liebe Grüße,
      Charlousie

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      1. Hallo Charloise,

        die Schriftart bei „Ascheträume“ und „Skandal im Königshaus“ ist bei mir eine andere als bei deinen anderen Artikel. Nach Word MS ist es die Schriftart „Algerian“.
        – Scheint aber ein IE-Problem zu sein, in Firefox ist bei mir alles i.o.

        Liebe Grüße,
        Melanie

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        1. Huhu!
          Also, dass sie eine andere ist, ist schon beabsichtigt. Allerdings müsste es „Apple Braille“ sein und die Überschriften die Schriftart „Apple Chancery“. Aber ich glaube, ich ändere sie wieder in „American Typewriter“, bzw. „Courier New“ um, wenn es scheinbar einige verwirrt! 🙂 Ich wollte eig. ein wenig Abwechslung haben, aber so ist es auch in Ordnung!! 😀
          Danke also für die Rückmeldung! (Auch wenn ich keine Ahnung habe, was ein IE-Problem ist ;-))

          Viele Grüße!!
          Charlousie

          Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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