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Erben des Mondes – Grimoire Lunaris von Stefanie Hasse [Rezension]

Anmerkung, 22.07.13:

Die Autorin hat diesem Buch den neuen Namen “Schwarzer Rauch” und ein neues Cover gegeben. D.h. “Die Erben des Mondes” und “Schwarzer Rauch” sind dieselbe Geschichte, nur das letzteres eine überarbeitete und leicht getunte Version ist. Hier kommt ihr zur Blogtour vom Buch!

Inmitten dieser glitzernden Pracht, wie auf Diamanten gebettet, liegt ein unnatürlich großer blutroter Vollmond, dessen Umrisse flackern, als würde er brennen. Es wirkt so unecht. Und doch ist es so faszinierend und zieht mich wie magisch an. Ich weiß nicht, ob Minuten oder Stunden, vielleicht sogar Tage, vergangen sind, seit ich meinen Blick nach oben gerichtet habe. Ich fühle mich wie in der Unendlichkeit.

S. 14

Der Inhalt:

Victoria kann kaum realisieren, dass sie wirklich eine der Erben des Mondes sein soll, die besondere Fähigkeiten in Form von Gaben erhalten und innerhalb einer eigenen Gesellschaft aufsteigen können und die Geschicke der Welt lenken.

Aber noch weniger rechnete sie damit, dem schönen Darian zu verfallen, der trotz ihrer mentalen Fähigkeiten des Gedankenlesens äußerst geschickt einige dunkle Seiten vor ihr verheimlichen kann.

Jene Geheimnisse sind es, die später einmal über das Schicksal aller Erben des Mondes entscheiden könnten. Als Victoria in der Hoffnung ein paar ungeklärte Fragen beantwortet zu bekommen das Buch Grimoire Lunaris findet, weiß sie nicht, dass sie mit das mächtigste Buch, was es überhaupt gibt in den Händen hält und die dunkle Seite nur darauf wartet, ebenjenes in die Finger zu bekommen und in ihrem unwissenden Besitz ist es nicht gerade das, was man als Sicherheit bezeichnen kann… Die Weichen im Kampf von Gut und Böse sind gestellt und so beginnt ein Wettstreit zwischen beiden Parteien, wer wird siegen?

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite garantiert!

Lasst euch entführen in eine Welt voller mondbeschienener Kräfte. Ich hatte wenig Ahnung, wohin mich Stefanie Hasses Erstlingswerk „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ führen würde, dass ich mich aber in solch einer außergewöhnlichen, dichten und toll umgesetzten Geschichte wiederfinden würde, habe ich nicht erwartet.

Sicherlich hat dieser Roman ein paar kleine Schwächen, doch wenn ich bedenke, wie mitreißend es von der ersten bis zur letzten Seite war und wieviel Vergnügen mir das Lesen bereitete, ist es kaum der Rede wert.

Der Anfang ist vielleicht etwas holprig, was aber den ungewöhnlich und letztlich verteufelt guten Aufbau zuzuschreiben ist.

Eine die Mondsucht befriedigende Geschichte

Auf verschiedenen Zeitebenen und teilweise wechselnden (Ich)Perspektiven, erzählt Stefanie Hasse eine fiktionale Geschichte, deren Zentrum die Macht des Mondes ist, durch welchen wiederum sich eine ganze „Gruppierung“ gebildet hat, so eine Art Magier, aber auch eine „böse“ Gegenseite, die Hexen und Hexer.

Durch die größtenteils sympathische Protagonistin namens Victoria wird man genau wie sie neu in diese Welt eingeführt und begreift erst mit der Zeit den Aufbau und die Machtverhältnisse dieses Gefüges, das verborgen und parallel zu den Menschen existiert.

Die Atmosphäre von „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ war von Anfang an spürbar und eine klischeefreie Zone, was wenigen Autoren gelingt. Auf diese Art und Weise faszinierten mich die Worte schon, als ich noch etwas skeptisch war und zunächst mit einer kleinen Verwirrung zu kämpfen hatte und sie sorgte außerdem dafür, dass ich von den kleinen Makeln nicht genervt war, was ansonsten oft der Fall ist, sondern mich weiterhin auf das Wesentliche der Geschichte konzentrierte.

Eine stilistisch einmalige Geschichte, die mit einigen „Regeln“ bricht und mehr als 08|15 zu bieten hat

In Beziehungsdingen verzichtete Stefanie Hasse auf die beliebte „’wir-tanzen-umeinanderherum-Methode‘, weil nur das den LeserInnen einen Kick verschafft“ und schuf klare Fronten und verlor dennoch nie (!) die Spannung aus dem Blick.

Wenn es beim Schreiben eines Buches ungeschriebene, aber irgendwie dennoch geltende Regeln geben sollte, würde ich behaupten, dass Stefanie Hasse sich über ein paar hinwegsetzte, indem sie ihre LeserInnen plötzlich vor Mauern in Form von festgelegten Tatsachen stellte, mittendrin den ersten Perspektiven-Wechsel einschob, so dass der vorherige Stil zunächst gebrochen wurde und andere Kleinigkeiten. Diese Art des Schreibens wird nicht jedem zusagen, wenn man sich jedoch darauf einlässt und den Gedanken dahinter durchdrungen hat, wird man eine geniale Fantasy-Geschichte genießen, die mehr als das 08|15-Format zu bieten hat.

Aufgepeppt wurde der Inhalt zusätzlich durch eingestreute Sagengestalten, neue Interpretationen von bekannten Mythen und Legenden, die sich nahtlos an die Kernhandlung anschmiegten.

Mein endgültiges Urteil:

Stefanie Hasse hat ihrem Debüt „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ nicht nur äußerlich eine wunderschöne Hülle selbst gemalt (!!), sondern auch inhaltlich eine Handlung kreiert, die sie durch Stilbrüche, unerwartete Wendungen und liebenswerte Charaktere so richtig einheizte und immer wieder scharf würzte. (Das Innenlayout ist übrigens ebenso sehenswert und schön).

Einige Fragen sind bewusst offen gelassen worden, allerdings nicht nach dieser für den Leser unbefriedigende oder hilflose Manier, sondern auf einer schönen Ebene, so dass ich nun voller Freude auf die Fortsetzung warte.

Empfehlen kann ich diesen außergewöhnlichen Roman, der wirklich völlig von den derzeit den Buchmarkt überflutenden Fantasy-Werken abweicht, denjenigen, die einmal etwas Neues lesen möchten, sich einmal im fantastischen Genre versuchen wollen oder generell allem offen gegenüber stehen.

Abschließend muss ich noch loswerden, dass ich nicht übertreibe, wenn ich behaupte, dass selbst einige allseits bekannte Fantasy-Autoren sich in einigen Dingen durchaus eine Scheibe von Stefanie Hasses „Schreibe“ abschneiden könnten. Denn solch einen bedingungslosen Spaß hatte ich bei einer Lektüre schon lange nicht mehr und dass ich ein Buch wirklich so gar nicht mehr weglegen möchte und dem Sog dermaßen ausgeliefert bin, ist inzwischen auch schon ein Kunststück!

Bewertung

Trailer:

Thematik:
Mond(macht) | Erben

Schicksal

Propheten | Mentalisten

Gaben

Energieflüsse

Selbstfindung

Mythen | Legenden | Sagen(gestalten)

Fantasy

Nacht

Magie

Liebe

Allgemeine Buchinformationen:
19,90 €
Books on Demand
ISBN 978-3-8448-0304-4,
Paperback,
336 Seiten

Zu „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ bei BoD

Autorinnenwebsite: ‚Erbendesmondes

Vielen Dank an Stefanie Hasse für dieses vergnügliche Leseexemplar!
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10 Gedanken zu „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris von Stefanie Hasse [Rezension]“

  1. Ich muss gestehen, dass ich von dem Buch eigentlich vorher noch gar nicht gehört habe, aber als ich das mit den Sagen und Mythen gelesen hab, bin ich doch hellhörig geworden.
    Normalerweise lese ich nicht gerne wechselnde Ich-Perspektiven in einem Buch, aber das hier klingt sehr verlockend

    Gefällt mir

    1. Huhu!
      Dann muss ich wohl ebenfalls gestehen, dass ich vorher auch noch nichts von dem Buch gehört hatte! 🙂
      Aber das ist bei BoD-Büchern oft (bei mir) der Fall UND es ist ja auch noch recht neu!
      Und die Mythen finde ich deswegen auch sehr gut (gerade in dieser Geschichte), weil sie „echt“ wirken und nicht nur mal sporadisch vorkommen, sondern die Geschichte quasi zusammenhalten und das Fundament bilden. Eine super Umsetzung und empfehlenswert³
      Danke für deinen Besuch,
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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