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Dark Canopy von Jennifer Benkau [Rezension]

»sie sind keine menschen, weil sie nicht geboren werden.«

ist das so?

Das zwischen uns, das war wie der Wind. Stürmisch, pfeifend, eisig und rau, voller Zorn, aber ebenso mild, berührend oder zärtlich flüsternd. Solange es frei war, konnte es all das sein. Wenn wir es festhalten würden, blieb uns vermutlich bloß die Luft in den Händen.

S.369

Der Inhalt:

Joy hat sofort gespürt, dass sie in eine Falle getappt sind, als sie und Amber im Haus des Schneiders die Felle tauschen wollen. Doch hinterher macht sie sich Vorwürfe, denn sie ist entkommen und Amber nicht. Also wollen sie und ein paar andere Rebellen Amber befreien und vor den grausamen Percents retten, aber ihr Plan misslingt. Nun ist Joy selbst auch eine Gefangene. Viel schlimmer, sie ist Soldat. Sie wird nun bis zum Chivvy ausgebildet, zufällig ihr Geburtstag, um in einer finalen Jagd um ihr Leben und gleichzeitig den zukünftigen Gesellschaftsstatuts eines Percents zu kämpfen. Während der Monate des Trainings verändert sich Joys anfänglich feindliche Beziehung zu dem Percent Neél, der sie ausbildet. – Und sie werden ungleich komplizierter, denn sie bemerkt, dass die Percents nicht alle zwangsläufig „Monster“ sind. Joy pokert inzwischen nicht mehr nur um ihr Leben, es geht um viel mehr, das hat sie inzwischen begriffen. Aber auch rechtzeitig?

Wenn es ein Buch für die Ewigkeit geben sollte, dann doch bitte „Dark Canopy“

„Dark Canopy“ ist eines derjenigen Bücher, die man beim Lesen vergöttert und sich wünscht, dass sie niemals enden mögen. Im Grunde genommen passiert gar nicht einmal so viel und dennoch liegt in den Worten dieses Buches eine ganze Welt, die mich ununterbrochen gefangen hielt und der ich mich nicht mehr entziehen konnte. Für nur einen Tag kämpfte ich an der Seite von Joy und Neél für eine Zukunft, die zum Scheitern verurteilt schien und der reichte aus, mir die Geschichte und die in ihr lebenden Figuren ins Herz zu brennen.

Durch Unwissenheit und scheinbar grausamen Tatsachen wird Spannung auf höchstem Niveau erzeugt, die nicht einen Augenblick lang nachlässt.

Eine Heldin mit Sympathien, Mut und Schwächen

Nicht immer sympathisierte ich mit der Protagonistin Joy und dennoch verspürte ich selten so viel Adrenalin einen Charakter zu begleiten, wie bei Joy. Mutig, starrköpfig, klug, emotional, tapfer und noch so viel mehr und auch das macht „Dark Canopy“ aus und gleichzeitig unbestechlich.

Es gab Momente, in denen ich die Personen am Liebsten mal kräftig durchgeschüttelt hätte, weil dieses ständige „Umeinanderherumschleichen“ irgendwann unerträglich zu werden drohte, andererseits lebt diese Erzählung hauptsächlich von den verschiedensten Emotionen, Gegensätzen und „einander entdecken“.

[…] immer, immer, immer und immer wieder einzigartige Lesemomente“

Aus einer Welt, die scheinbar nichts mehr mit der unsrigen gemein hat, schuf Jennifer Benkau mit der Zeit logische Zusammenhänge und Erklärungen, die auf unserer heutigen Gesellschaft aufbauen.

Ganz besonders genossen habe ich ihren Schreibstil, der durch atemberaubende sprachliche Bilder (Personifikationen) ein ganz eigenes Leben führte. Obwohl die Grundstimmung eher düster ist und dieser Roman förmlich nach Beklemmung und Depression schreit, vermischte Jennifer Benkau durch diese Art des Schreibens die Nacht mit dem Tag und so durfte ich immer, immer, immer und immer wieder einzigartige Lesemomente genießen.

Ich klebte zwar regelrecht an den Seiten fest und genoss jeden Satz wie süße und bittere Schokolade zugleich, allerdings war ich dennoch oft zum Nachdenken angehalten. Die Kapitelanfänge sind sehr besonders und äußerst gelungen gestaltet und teilweise ergaben sie erst Sinn, nachdem ich das Kapitel gelesen hatte und mir dann erneut die Kapitelüberschrift vergegenwärtigte. Beispiel:

„im augenblick der angst ist kein platz mehr für freundschaft oder feindschaft. da will man bloß nicht länger allein sein.“ Kapitel 22 oder siehe oben, den ersten Satz der Rezension!!

In „Dark Canopy“ treffen zwei „ähnlich“ intelligente Lebensformen aufeinander und irgendeiner muss ja „gewinnen“, bzw. regieren und wie das Leben für die Menschen mit einem „ebenbürtigen“ Gegner dann aussieht? – Lest es!

Mein endgültiges Urteil:

In einer möglichen Zukunftsform beschreibt die Autorin eine so extrem süchtig machende Geschichte, dass sie beinahe schon verboten werden müsste.

Zwischen Liebe, Rebellionen, den Ausmaßen katastrophaler Fehler unserer jetzigen Generation mit DNA-Tests und-embryonalen-Experimenten manövriert sich ein kluger Faden hindurch, der aus diesen und anderen Themen eine wunderbare Kette knüpft – die angereichert mit allen guten Dingen, die eine bombastische Lektüre ausmacht – unbedingt gelesen werden will.

Lesenswert. Prickelnd. Hochspannend.

Mehr gibt es zu „Dark Canopy“ nicht zu schreiben, nur dass es ein verdammt guter Auftakt zu einer dystopischen Duologie ist, die allen anderen Dystopien davon laufen könnte.

Bitte mehr und bitte die Fortsetzung. Jetzt!

Bewertung

Trailer:

Thematik:
Zukunft

Percent/Mensch Konflikt

Selbstfindung

Rebellion

Liebe

Kampf | Krieg | Mut | Tapferkeit

Dunkelheit | Nacht

Genexperimente

Hoffnung

Allgemeine Buchinformationen:

Jennifer Benkau
» Dark Canopy «
1. Auflage 2012
528 Seiten, 15.0 x 22.0 cm
ISBN 978-3-8390-0144-8
Hardcover
18,95 € (D)
19,50 € (A)

Leseprobe!

Zu „Dark Canopy“ bei Script5

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22 thoughts on “Dark Canopy von Jennifer Benkau [Rezension]”

  1. YES, YES, YES!! Mit sochen Bewertungen machen wir im Grunde Werbung für das Buch – und DIESES Buch hat das auch verient!!
    Ist Neél nicht ein anbetungswürdiger Charakter??? Ich schwärme! Der Schluss war sooo schlimm 😦
    Freue mich, dass das Buch ein 2-Teiler wird. Sieht man auch selten….
    Schön geschriebe, passend ausgedrückt!
    Liebste Grüße,
    Damaris

    Gefällt mir

    1. Ja, beim Schluss ist das Adrenalin durch mich gerast und ich habe mehrere Male die Seite umgedreht und inspiziert in der Hoffnung, da würden noch ein paar Wörtchen kommen, aber nööööö… Jennifer Benkau scheint eine sadistische Ader zu haben und vergnügt sich an unseren Qualen! 😉

      Nee, aber das Ende *heul*

      Neél… Alleine dieser Name… Obwohl er außergewöhnlich ist (der Name) kann ich ihn mir sogar mal auf Anhieb merken, habe da manchmal so meine Probleme.

      Ich könnte den auch ununterbrochen anschmachten. Und der Werbeeffekt, an den habe ich auch gedacht und mir gaaaaanz viel Mühe für dieses WUNDER-Buch gegeben :D.
      Über Reni habe ich auch gesehen, dass du es schon gelesen/rezensiert hast. Ich werde in den nächsten Tagen mal vorbeischauen und deine Rezi genießen 🙂

      Liebste (HELLE) Grüße,
      Charlousie

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  2. Eine schöne Rezi…das Buch werde ich mir als nächstes wohl kaufen. Ich habe davon jetzt echt schon soviel pos. gelesen das ich immer neugieriger darauf werde!

    Darf ich anmerken dass die gelbe Farbe in deinem Post ganz schwierig zu lesen ist…zumindest auf dem Laptop!

    LG Luminchen

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    1. Hi Luminchen!
      Sicher darfst du das anmerken. Hmmm, das Problem ist, dass ich es super gut sehen kann und wenn ich es jetzt änder, hat vermutlich wieder jemand anderes Probleme mit der Darstellung…
      Es ist bestimmt zu hell? – Ich gucke mal, ob ich noch ein dunkleres Gelb einbauen kann, hatte halt geguckt, ein halbwegs zum Cover farblich „passendes“ Gelb zu finden! 🙂

      Und zu „Dark Canopy“ JAAAAA, das MUSST du echt lesen, es ist so TOLL, TOLL, TOLL!!! 😀

      Viele Grüße und lieben Dank für deinen Besuch!

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  3. Schön, dass es dir so gut gefallen hat. 🙂
    Letztens hab‘ ich eine Mini-Leseprobe davon gelesen und davon war ich schon begeistert. Waren aber leider nur drei Seiten…fand ich voll doof. 😀

    Lieben Gruß,
    Jessica

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    1. Nur drei Seiten? Ich würde dir empfehlen mal mit 400 anzufangen und dann wenn es gefällt die restlichen 500 auch noch zu lesen! 😛
      Spaß beiseite, es ist echt der Hammer, lies es, so schnell du kannst! 😀

      Grüße,
      Charlousie

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        1. Ich drücke dir die Daumen. Oder hoffe, dass es einfach mal vom Himmel herunter fällt! 😛 😀 *hrhr*. Vielleicht trifft es dich ja genau auf den Kopf, ohne dich zu verletzen und auch noch unbeschadet zu bleiben… Wer weiß, wer weiß?

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  4. Dieser Begeisterungssturm begeistert mich auch!!! Was anderes habe ich nach deinem Kommi bei mir aber auch NICHT erwartet. Ich kann dir nur zusimmen! Ein wirklich tolles Buch, das „immer, immer, immer und immer wieder einzigartige Lesemomente“ schafft. Ich brauchte übrigens auch etwas länger als sonst. Denn ich wollte jeden einzelnen Satz genießen und das war auch gut so – Schätze gab es darunter zu Genüge. Wo bleibt nur die Fortsetzung? 🙂

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Das wär’s gewesen. Bei dir lobe ich es und die Rezension ist dann ein Verriss^^
      Ja, ich habe auch jeden Satz genossen. Bin immer noch erstaunt, dss „Dark Canopy“ so gut war. Denn das Cover gefällt mir zwar, aber da habe ich schon welche gesehen, die mich mehr begeisterten. Jetzt, nachdem ich den Inhalt kenne, ist es natürlich total passend, aber wooooo, ich WILL JETZT die Fortsetzung lesen!!!!! 😦

      Viele Grüße,
      Charlousie

      Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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