Archiv für den Monat März 2012

Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick von Jennifer E. Smith [Rezension]

Hadley schließt die Augen, nur einen Moment, und als sie sie wieder aufschlägt, ist das Flugzeug weg.

Wer hätte gedacht, dass vier Minuten alles ändern können?

S. 9

Der Inhalt:

Hadley Sullivan hat zwar seit Monaten gehofft, dass sie die Hochzeit ihres Vaters nicht miterleben muss, dass sie den Flieger jedoch um knappe vier Minuten verpasst, hätte sie niemals ernsthaft gedacht, noch wirklich gewollt. Auf dem Flugplatz begegnet Hadley einem Jungen, der ihr besser gefällt, als ihr lieb ist. Als die Beiden im Flugzeug dann nebeneinander sitzen, sich immer besser kennenlernen und wie alte Bekannte herumblödeln können, spürt Hadley, dass sie diesen Jungen nur ungern wieder ziehen lassen möchte.

Doch auf dem Londoner Flugplatz verlieren sie sich aus den Augen und Hadley muss immer noch zu der Hochzeit ihres Vaters… Aber wozu gibt es schließlich das Schicksal und die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick?

Wie aus einer „Banalität“ ganze Luftschlösser hoch oben zwischen den Wolken entstehen

Jennifer E. Smith hat aus der Ich-Perspektive Hadleys einen sehr anregenden Roman geschrieben, der nicht nur Jugendlichen verdeutlicht, dass es manchmal nur eines Augenblicks bedarf, um ein Leben in eine komplett andere Richtung zu stoßen.

Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick“ besticht durch eine beinahe schon als „banal“ zu bezeichnende Situation, die auf der Begegnung zweier Menschen fußt. Diese Banalität wirkte auf mich unglaublich realistisch und bot viel Identifikationspotential, denn es entstand in mir der Eindruck, dass sich solche Begegnungen so oder so ähnlich tatsächlich schon zugetragen haben könnten oder es zukünftig wieder tun werden.

Jennifer E. Smith verzichtet dabei gänzlich auf fehl am Platz wirkende, aufdringliche Poesie oder kitschige Anspielungen. Vielmehr verwendet sie geistreiche und „normale“ Gedanken, die zwischen den Worten viel Freiraum für eigene Überlegungen und poetische Züge lassen. So wirkt eine „gehobenere“ Poesie im Hintergrund, die durch die verhüllten Anspielungen wesentlich mehr Wirkungen entfalten kann. Für mich schienen damit ebenfalls die vermittelten Gefühle der einzelnen Personen noch tiefer und glaubwürdiger.

Eine glaubwürdige Protagonistin, der man gerne „lauscht“ und deren Geschichte Anstöße zum Nachdenken bietet

Die Autorin greift das Leben der Jugendlichen Hadley auf, die sich an einem Schlüsselmoment ihres Lebens befindet. Dabei ist der Handlungsaufbau sehr geschickt als Spannungstreiber verwendet worden. Denn die Rückblenden (Im Präteritum geschrieben) haben gleich mehrere Funktionen:

Eine ist die Unterfütterung Hadleys als Figur, wodurch der Protagonistin mehr Authentizität und Tiefe zugeschrieben werden kann. In der zweiten Funktion schaffen die Rückblenden einerseits Verbindungsstellen aus Vergangenem und aktuellen Momenten (Im Präsens verfasst) und tragen andererseits dafür Sorge, dass quasi mehrere „Geschichtchen“ parallel ablaufen, die am Ende zu einer großen Gemeinsamen auslaufen.

Die beiden unterschiedlichen Tempi grenzen zwar die Vergangenheit vom Gegenwärtigen ab, brachten mich aber auch z.T etwas aus dem Leserhythmus.

Ein Buch zum Weinen und Lachen zugleich

Zusätzlich gliedert sich diese Erzählung in Uhrzeiten, welche sowohl die verschiedenen Ortszeiten (USA und Europa) unterstützt, als auch den LeserInnen einen beständigen Orientierungspunkt in der Handlung selbst ermöglicht. Außerdem greift die Autorin damit nebenher noch die Komponente unserer irgendwie IMMER gehetzten Gesellschaft auf.

Dieses Buch ist wahrlich etwas für all diejenigen, die nicht mehr an die Liebe auf den ersten Blick glaubten und für die, die sich noch einmal in Erinnerung rufen wollen, wie es sein könnte.

Witzige Unterhaltungen, ernste Augenblicke und heitere Stimmungen wirken, verknüpft durch einen roten Faden, der die Haupthandlung markiert, in einem lebendigen, spritzigen und erfrischendem Wechselspiel. Da lief es nicht nur den Buchfiguren heiß und kalt über den Rücken…

Mein endgültiges Urteil:

Ohne Kitsch und scheinbar aus dem Leben heraus erlebte ich eine Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen haben könnte. Die Leichtigkeit dieser Handlung, verbunden mit verschiedenen Schauplätzen, obwohl man sich hauptsächlich mit den zwei Figuren in einem Flugzeug befindet und quasi zwischen den Wolken feststeckt, hat mich schwer beeindruckt

Eine Geschichte zum Träumen, zum Abheben, zum Lachen und zum Weinen. Sehr berührend und sehr tiefgründig. Wenn etwas stirbt, kann aus diesem Moment etwas Neues geboren werden, das hat diese Autorin sehr schön hervorgehoben.

Jennifer E. Smith ist eine grandiose Schriftstellerin, die ein Meisterwerk der versteckten Botschaften und mehrschienigen Begebenheiten schuf, so dass „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick auf vielen Ebenen sein volles Potential ausschöpfte.

Ein brillierender Roman mit Figuren, die nicht nur Jugendliche einmal für eine Flugzeuglänge begleiten möchten, auch Erwachsene dürften sich mit nur einem Blick in dieses Cover und seine durch den Inhalt noch toppende Geschichte begeistern lassen.

Es grenzt schon an Sünde, dieses Buch zu verschmähen!

Bewertung

Thematik:

Der Zauber eines Augenblicks

Liebe auf einen Blick

Hochzeit

Familienprobleme

Scheidungskind

Flugzeug(„Abenteuer“)

Unterhaltungen

Allgemeine Buchinformationen:

übersetzt von Ingo Herzke
Gebunden mit Schutzumschlag
15 x 22 cm
224 Seiten
ISBN 978-3-551-58273-7
€ (D) 16,90
€ (A) 17,40 / sFr 24,50

Leseprobe!
Zu „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf einen Blick“ bei CARLSEN

Sommerfalle von Debra Chapoton [Rezension]

Eddie war verknallt. Becky war das tollste Mädchen der Schule. Er konnte sich nicht erinnern, wann er begonnen hatte, sie zu mögen. Alle seine Katzen hatte er nach ihr benannt. Da gab es Rebbie, Becker und Lil Beck. Manchmal beobachtete er sie draußen beim Werkzeugschuppen, wo sie Mäuse jagten und mit ihnen spielten. Er konnte ebenso still sitzen wie sie, und er imitierte ihre Bewegungen, schnappte nach Phantasieopfern, schlug sie mit den Klauen tot und verschlang die hilflosen Nager genüsslich. Eddie aß natürlich keine Mäuse, sondern er stellte sich dabei vor, dass er einem bestimmten Mädchen auflauern und es festhalten würde, um es zu küssen.

S. 12

Der Inhalt:

Rebeccas Leben ist schön. Sie ist beliebt, sie schreibt gute Noten, sie ist ausgeglichen, hat einen charmanten Freund und ist einfach nur glücklich. Was sie nicht weiß: „Spasti-Eddies“ Leben ist weniger schöner als ihres. Als kleiner Junge verlor er bei einem schrecklichen Unfall seinen Vater und zurück blieb nur seine Mutter, die herrisch, befehlshaberisch und einem Kind gegenüber komplett unverschlossen bleibt. Ed selbst merkt es nicht, aber insgeheim sehnt er sich nicht nur nach der Liebe Beckys, wie er glaubt, sondern würde außerdem gerne ein Stückchen von der Geborgenheit abbekommen, die ihr zuteil wird. Dabei hat Edward im Grunde genommen schon ausgesorgt. Durch erfolgreiches Handeln auf dem Immobilienmarkt hat Edward seine finanzielle Unabhängigkeit gewonnen. Dennoch ist er der Überzeugung, Rebecca zu brauchen und so tut er das, was er aus Liebe zu ihr für ihr und sein Bestes hält: er entführt sie, um sich mit ihr ein neues und schönes Leben aufzubauen. Wird er rechtzeitig begreifen, dass man Gefühle nicht erzwingen kann?

Ein raffiniertes Buch, das ganz anders ist, als es Titel und Cover zunächst vermitteln

Sommerfalle“ ist ein psychologisch tiefgründiger Roman, der in einer extrem gut durchdachten und clever strukturierten Geschichte viele Themen berührt, einiges aufklärt und dennoch manches im Dunkeln lässt.
Meine einzige Kritik richtet sich an den ivi-Verlag selbst, der leider aus der ernsten und messerscharf rasanten, ausgefeilten Geschichte – denn da sitzt wirklich jeder Satz perfekt – eine zum Inhalt so unpassende inadäquate Covergestaltung wählte. Dasselbe gilt für den Titel. Obgleich mir beides zusagte, könnte es vom Inhalt jedoch ein komplett falsches Bild vermitteln. Weder misst die Autorin Debra Chapoton dem Sommer eine außerordentliche Bedeutung zu, noch ist der Schmetterling ein wichtiges Objekt des Inhalts. Eine Katze wäre beispielsweise wesentlich stimmiger gewesen, allerdings hätte sie vermutlich weniger neugierig auf den Inhalt gemacht?- So aber erwartete ich eine „rosarotere“ Story, die mal nur „ganz nett“ der Unterhaltung dienen würde.

Debra Chapoton bietet einen phänomenalen Spannungsbogen, weil jederzeit alles möglich ist

Stattdessen bannte mich Debra Chapoton vom Anfang, bis zum Ende. Ein heftiger und äußerst ansprechender Sog entsteht durch Perspektiven und -Zeitwechsel. Ich fühlte mich wie in einer Blase gefangen, denn jederzeit war alles möglich. Die Variablen schienen unendlich und gemeinsam mit den Figuren „switchte“ ich zwischen einer sehr weit zurückliegenden Vergangenheit, einer Gegenwart und einer jüngsten Vergangenheit hin und her. Teilweise klärte sich erst im Nachhinein oder im Verlauf des Kontextes, wo genau man sich nun befand oder wer man gerade war. Nie war ich dabei verwirrt oder überfordert. Denn kleine Hinweise, die die Leselust anstachelten und Aufklärung ermöglichten, rundeten jede noch so kurze Szene ab.

Ein Lesemuss

Geboten werden einem in „Sommerfalle“ unter anderem ausführliche Einblicke in die Gedankenwelten verschiedener Charaktere, die „aufeinander“ treffen. Einem „Katz-und-Maus“-Spiel gleich, führt Debra Chapoton sowohl ihre LeserInnen als auch ihre Figuren selbst an der Nase herum und was mir am Besten gefiel: sie hatte es nicht nötig alles aufzudecken oder gesondert explizit zu erwähnen. Vieles kann man sich selbst im Kopf zusammenreimen, manches wird Vermutung bleiben und insgesamt: das Gebilde, bzw. das Konstrukt, auf dem diese Geschichte aufgebaut ist, ist wahrlich nur genial und MUSS gelesen werden.

Keine Klischées, keine „Schema F“ Geschichte!- Gut durchdacht, simpel und sehr wirkungsvoll

Hingegen meiner Erwartungen wird man hier nicht mit einer weiteren eingebildeten Schönheit konfrontiert, die das Zentrum ihres eigenen Universums bildet und nicht bemerkt, wie sie andere verprellt. Debra Chapoton löst sich von stereotypischen Mustern, schafft Neues, ergänzt das Eine mit dem Anderen, vertauscht die Rollen, schafft Sympathien und Antipathien in Einem und fügte ständig noch eine weitere Komponente hinzu, als ich schon glaubte, noch mehr kann sie gar nicht bieten. Noch nie habe ich mit einem Täter, der zeitgleich mit der Durchleuchtung seiner Vergangenheit zum größten Opfer von allen wird, so sehr gelitten wie hier und geriet selbst in einen Widerstreit meiner Gefühle, als ich versuchte verschiedene, moralische Stufen gegeneinander abzuwägen und dennoch auf kein passables Ergebnis kam.

Mein endgültiges Urteil:

Präzise und auf den Punkt gebracht berauschte ich mich in „Sommerfalle“ (im Englischen „Edge of Escape“) an wahnsinnig tollen Charakteren, weil diese sowohl schöne als auch hässliche Wesenszüge besitzen und damit ein höchstmaß an Authentizität garantieren, einfach nur dadurch, dass es in der Realität ähnlich ist. Desweiteren berauschte ich mich an einem beinahe schon gruselig guten Inhalt, der durch Abwechslung, Spannung, Tempo (!) und vollkommener Offenbarung glänzt. Und zu guter letzt berauschte ich mich an Parallelen, tief verwurzelten Verstrickungen und einem Gesamtpaket, was wesentlich mehr zu bieten hat, als es die vom ivi-Verlag ersonnen Verpackung zunächst vermuten lässt.

Mein geheimster Tipp vom Geheimen und ein Buch, dem ich tausende von LeserInnen wünsche.

Bewertung

Thematik:

Entführung

Hetzjagd

Trauma(ta)

Psychische Störung

Katzenpsychologie (Jagd & Beute)

Obsession

Multiple Persönlichkeit (?)

Beziehungen

Highschool

USA

Allgemeine Buchinformationen:

DEBRA CHAPOTON
SOMMERFALLE
THRILLER
320 Seiten · Klappenbroschur
Übersetzung: Henriette Zeltner
Orginaltitel: »Edge of Escape«
€ 12.99 (D) / € 13.40 (A) / sFr 18.90
ERSCHEINT AM 12. März 2012
ISBN 978-3-492-70265-2
Zu „Sommerfalle“ bei ivi

Zusammen mit den Sonnenstrahlen, wird es auch im Buchregal voller und bunter

Bonjour!

Eine weitere (für mich) ereignisreiche Woche ist verstrichen. Inklusive fehlender Internetverbindung am Wochenende. Warum sie gerade immer da herumzicken muss?- Naja, dann hänge ich eben ein wenig mit dem „Image of the Week“ zurück und mit den Rezensionen und eben auch den Neuzugängen! 😀
Der Artikel war für Samstag geplant, aber was du heute kannst besorgen, das verschiebe auf (über, über, über)morgen! 😉
Aber die Sonne macht schon gute Laune, oder?
Und dieser Anblick beschert mir ebenfalls BESTE Laune:

Neuzugänge

Von links nach rechts seht ihr:

Sommerfalle“ von Debora Chapoton, was ich bereits letzte Woche wie im Rausch durchgelesen habe, weil es so UNGLAUBLICH gut war/ist!!


„Will & Will“ von David Levithan und John Green

Die Schattenträumerin“ von Janine Wilk, für (Trommelwirbel) eine Leserunde auf Lovelybooks, direkt nach OSTERN im April! 🙂 – Danke liebste Glücksfee und dem Thienemann-Verlag. Nanni wird auch dabei sein und darüber freue ich mich TOTAL!!

Wolfszeit“ von Nina Blazon

Der Duft der Unsterblichen“ von Luiné de Cousser, was ich zum Rezensieren gewonnen habe. Danke an den Scholz-Verlag

Und „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick“ von Jennifer E. Smith. Das habe ich auch bereits verschlungen und es war ebenso großartig wie „Sommerfalle“. Zumindest fast so gut, aber immer noch 5 Sterne!

Es folgen also bald die Rezensionen zu erstem und letztem Buch!

Wie war eure Woche so?

Smalltown Girls – Der Tod kommt selten allein von Josephine Mint [Rezension]

Eine Geschichte über die eigene Band, Verrat & Liebe – und eine schreckliche Vision

Der Inhalt:

Seit Charlie ihre beste Freundin Lu aus Versehen wegen Linus versetzt hat, ist alles anders. Aber eigentlich war es das auch schon vorher. Seit Jakobs Tod. Denn Charlie spürt, dass etwas an dem plötzlichem Tod von Lus Bruder nicht in Ordnung ist. Doch Lu möchte nichts mehr von Charlie wissen. Dabei ist es so wichtig, dass Lu ihr zuhört, denn Charlie hatte diese Bilder in ihrem Kopf. Erschreckend reale Bilder, die ihren, Lus und den Tod eines fremden Mädchens zeigten. Obwohl Lu zugibt, diesen „Traum“ ebenfalls gehabt zu haben, leugnet sie die ernst zu nehmende Gefahr.

Allerdings sprechen die Anzeichen eine ganz andere Sprache und ob sie es wahrhaben wollen oder nicht, die Mädchen stecken schon viel tiefer in einer Bedrohung, dessen Tragweite sie noch nicht zu überblicken vermögen und die bald ihr Leben beenden könnte, als sie glauben.

Werden Charlie und Lu sich noch rechtzeitig zusammenraufen und die Prophezeiung abwenden?

Ein temporeicher Einsteig, der sich kontinuierlich steigert und einen tollen Höhepunkt verspricht

Smalltown Girls – Der Tod kommt selten allein“ ist eine auf drei Bände angelegte Jugendbuchserie, die aus der Perspektive der drei Hauptfiguren je eine spannende, miteinanderverwobene Geschichte erzählen.

Der erste Band hat mich durch seine Spritzigkeit, Authentizität, Würze und lebendigen Figuren positiv überrascht.

Charlie und ihre beste Freundin Lu erleben eine turbulente Zeitspanne, die verbunden mit den „ganz normalen“ Problemen eines jeden Teenagers in mysteriöse, ängstigende und gruselige Situationen abdriftet. Gelungen ist der Autorin Josephine Mint die Mischung aus Leichtigkeit und Fröhlichkeit, die Charlies Wesen eigentlich ausmachen und der dunklen Grundstimmung; denn was harmlos beginnt, steigert sich im Laufe der Ereignisse zu einem ausgewachsenem Horrorszenario, das immer nachvollziehbar, immer rasant und dennoch immer auf dem Boden der Tatsachen bleibt.

Neben einem optisch hervorragendem Cover, was sich perfekt an die Geschehnisse des Romans anschmiegt, überzeugt auch die inhaltliche Komponente und hat mich nicht mehr losgelassen.

So habe ich den Figuren ihre kleinen Eskapaden, das Entdecken der ersten großen Liebe, ihre Streits, ihre Versöhnungen, ihre Ängste, Zweifel, kurz: Ihr ganzes Sein komplett abgenommen.

Eine ausgewogene, kontrastreiche Balance, die mit den Typen von drei verschiedenen Mädchen zu spielen weiß

Durch die verschiedenen „Mädchentypen“ wird es den LeserInnen erleichtert, sich mit mindestens einem Mädchen zu identifizieren und gleichzeitig entstehen schöne Kontraste. Dabei sei erwähnt, dass Charlie derart glaubwürdig, eigentlich zur Identifikation ausreichen sollte.

Kleine Nebenhandlungen und Schauplätze sorgen für Abwechslung, wobei Josephine Mint nie die Haupthandlung aus den Augen verliert und auch in diesem Bereich eine ausgewogene Balance beweist.

Viele Fragen, wenig Antworten

Eine kleine Kritik habe ich trotz allem. Unabhängig davon, ob eine Geschichte als Trilogie geplant ist oder nicht, möchte ich von einen einzelnem Buch bereits überzeugt werden können. „Smalltown Girls – Der Tod kommt selten allein“ hat das geschafft und das Ende besser ausklingen lassen, als ich erwartete. Aber und das ist ein recht großes ‚aber‘: Es sind viel zu viele Fragen offen geblieben und große Geheimnisse als Balast in den nächsten Roman „mitgeschleppt“ worden. Ich bin zuversichtlich, dass sich alles noch aufklären wird, aber so wie der „Abschluss“ momentan ist, ist er mir zu unvollständig und „lose“. Das kann einige LeserInnen stören, so wie mich, muss es aber nicht.

Mein endgültiges Urteil:

Josephine Mint ist das Pseudonym für jede der drei Autorinnen, die jeweils einen Band dieser „tödlich guten“ Trilogie schreiben.

Der flüssige Schreibstil, gepaart mit den unkomplizierten Entwicklungen, die dennoch eine gewisse Tiefe vermitteln konnten, halfen mir, mich komplett in „Smalltown Girls – Der Tod kommt selten allein“ hineinfallen zu lassen. Die Handlung ist zwar sehr kurz, dafür knackig und ich bin froh, trotz kleiner Kritik, die mich leider einen gesamten Stern abziehen lässt, mich gemeinsam mit Charlie auf die Reise in ein (für sie) unfreiwilliges gefährliches Abenteuer gemacht zu haben. Fortsetzung, ich komme!

Bewertung

Trailer:

Thematik:
Freundschaft | Zusammenhalt | Eifersucht | Rache | Streit

Kleinstadtfeeling

(Die erste große)Liebe

Erwachsen werden

Prophezeiung

Leben & Tod | Feuer

Drogen

Musik | (Luft)Gitarre

Allgemeine Buchinformationen:

Josephine Mint
Smalltown Girls – Der Tod kommt selten allein
Roman
EUR 14,95
ISBN 978-3-407-81106-6
1. Auflage 2012
256 Seiten
Gebunden
Zu „Smalltown Girls – Der Tod kommt selten allein“ bei Beltz

Vielen Dank an Lovelybooks, den Beltz-Verlag und die drei Autorinnen Josephine Mint für das Leseexemplar und diese spaßige und coole Leserunde!

By the time you read this, I’ll be dead von Julie Anne Peters [Rezension]

SIE BEENDEN IHR LEBEN IN 23 TAGEN

In der Zeit, als sie dastanden und mich beobachteten, wie ich sie beobachtete, betete ich: Bitte, drück mir ein Kissen aufs Gesicht. Pack mich am Hals. Erstich mich. Erschieß mich. Erlöse die anderen von meinem Leiden.

Wieso hast du einen solchen Versager zur Welt gebracht? Warum konntest du nicht zugeben, dass ich hoffnungslos und fett war, und aufhören zu wollen, dass ich dazugehöre? Diese Welt war nicht für mich bestimmt. Ich wurde zu früh geboren, oder zu spät. Zu mangelhaft.

 S. 82

Der Inhalt:

Daelyn hat es schon mehrmals versucht und ist jedes Mal gescheitert. Sie hat nur einen Wunsch und der ist es, zu sterben. Deswegen meldet sie sich bei einer neuen Internetseite an, die ihr die Entscheidung am Schluss erleichtern und sie bis zu ihrem Ende begleiten soll. In einem Forum mit verschiedenen Unterthemen können sich die User austauschen und in einer speziellen Rubrik verschiedene Suizidarten mit einem Ranking versehen studieren. Für Daelyn ist es unglaublich lang, doch die einzige Voraussetzung der Seite sind es, 23 Tage zu warten. Doch am Ende ist sie bereit, diese Tage abzuwarten und bis dahin alles zu planen und sich aus dem Leben ihrer Eltern zu löschen. Was sie nicht einplant, ist Santana, der hartnäckig mit ihr in Kontakt tritt. Daelyn wittert eine weitere Falle, sie zu verspotten und ignoriert ihn, aber Santana lässt sich nicht ignorieren und trägt selbst ein schweres Geheimnis, was seinen baldigen Tod zur Folge haben könnte.

Wenn der Tod der einzige Ausweg zu sein scheint…

By the time you read this, I’ll be dead“ behandelt eine Geschichte, die sich mit dem Thema Mobbing und suizidalen Gedanken auseinandersetzt. Solch eine Thematik ist sicherlich weder für den Autor, noch für die LeserInnen leicht zu verarbeiten. Zumindest nicht, wenn es so tief dringt, wie in diesem Werk und es nicht nur als eine „tragische und Mitleiderhaschende“ Story angelegt ist. Mit viel Fingerspitzengefühl baut Julie Anne Peters ein Gerüst, indem sich Protagonistin und LeserIn zeitgleich den Wunden und Erlebnissen ihrer Vergangenheit stellen. Die beim Lesen von mir empfundene Spannung ist dabei dem „Countdownartigen“ Aufbau zuzuschreiben, der mit der Anmeldung auf einer Internetseite, die die Erlösung durch Selbstmord zum Ziel hat, startet.

Eine Protagonistin, die stärker ist, als sie selbst weiß und 23 Tage Zeit hat, um sich für oder gegen das Leben zu entscheiden

So begleitet man Daelyn für 23 Tage, bis sie laut „Durch-das-licht.com“ frühestens bereit sein kann für ihren Tod. Oberflächlich gesehen sind es 23 Tage, die durch eine gelungene Innengestaltung des Buches positiv unterstrichen werden und den Charakter dieser Geschichte unterstützen. Oberflächliche 23 Tage, die zusammen mit den Fragen der Internetseite das gesamte Leben eines Menschen durchleuchten und Daelyn zur Selbstreflexion anregen und damit auch unter der Oberfläche kratzen. Auf diese Art und Weise werden viele Gesichtspunkte angesprochen, die man mehr beiläufig „konsumiert“, weil die Atmosphäre beim Lesen von Anfang bis zum Ende hochgradig gespannt ist und tiefe Betroffenheit auslösen kann, vor allen Dingen aber Empathie.

Die Erzählungen selbst sind aus der Ich-Perspektive Daelyns formuliert, was eine große Authentizität garantiert. Dennoch erhält man Einblicke in den Kummer der Eltern, die nicht verstehen können, warum ihr Kind nicht mehr leben will und alles versuchen, um sie „zurückzuholen“ und wird gleichzeitig mit einem Schicksal konfrontiert, das im Gegensatz zu Daelyn vielleicht keine Wahl für Leben oder Tod haben wird, weil es eine Krebskrankheit hat; obwohl Daelyn von sich selbst ebenfalls annimmt, keine Wahl zu haben. Diese verschiedenen Sichtweisen sind sehr wichtig, um die Geschichte als Gesamtes zu begreifen und sorgen dafür, dass „By the time you read this, I’ll be dead“ trotz des traurigen Themas so unglaublich lesenswert ist.

Ein perfektes Buch in Aufbau, Gestaltung und Inhalt, was zum Nachdenken anregt und Mitgehen animiert

Julie Anne Peters fordert zwischen den Zeilen zum Hingucken und aktiven Mitwirken auf, um unsere Gesellschaft sozusagen besser zu gestalten. Denn wenn man ehrlich ist, hat man nie gewollt, dass sich jemand wirklich das Leben nimmt, nur weil jemand einmal zu viel einen „bösen Scherz“ in diese Richtung machte.

Julie Anne Peters beschönigt nichts und legt mit diesem Jugendbuch eine intensive Lesereise hin, bei der einige an ihre Grenzen stoßen könnten. Die Kunst in diesem Werk ist, dass trotz der subjektiven Einfärbungen Daelyns eine ständige Objektivität durch die Autorin vermittelt wird, da verschiedene moralische Ansichten gegeneinander gestellt werden.

Mein endgültiges Urteil:

By the time you read this, I’ll be dead“ ist ein Werk, was mich sehr bewegt hat und dass ich ausnahmslos jedem empfehlen kann, wer sich einmal näher mit Suizid und Mobbing auseinandersetzen möchte, einer Grauzone in unserer Gesellschaft, die dringend durchleuchtet werden sollte, weil sie uns alle etwas angeht.

Am Ende lässt einem die Autorin die Wahl und bietet im Anhang Fragen und Kontaktadressen an, die einem helfen das Gelesene zu verarbeiten und auf die eigene Realität anzuwenden, um Anzeichen zu erkennen oder sich selbst Hilfe zu holen.

Der Inhalt ist zudem Jugendgerecht und zeitgleich ebenso gut für ältere Semester geeignet, denn wie gesagt, für dieses Thema ist man nie zu alt, auch wenn es vornehmlich die jüngere Generation betrifft.

Für mich ist Julie Anne Peters Buch eines der besten, die ich je gelesen habe, denn es ist Gefühl, es ist Wahrheit, es ist Schmerz, es ist Scham und es ist Leben und Tod zugleich.

Bewertung

Trailer:

Ich würde meinen Eltern gerne sagen: „Wenn ihr mir helfen wollt, helft mir zu sterben.“

S. 82

Thematik:

Mobbing (in allen nur erdenklichen Formen)

Übergewicht

Freundschaft

Soziale Kontakte

Isolation

Schmerz | Kummer

Suizid(Versuche)

Internetseiten

Präventionen

Allgemeine Buchinformationen:

Julie Anne Peters
21st Century Thrill: By the time you read this, I’ll be dead
12,95 EUR [D]
256 Seiten
Klappenbroschur
Alter: 14
ISBN: 978-3-440-12817-6
Art.-Nr.: 12817
21,6 x 13,8 cm

Leseprobe!
Zu „By the time you read this, I’ll be dead“ bei KOSMOS

Mary Quinn – Skandal im Königshaus von Y.S. Lee [Rezension]

Der Inhalt:

Immer wieder verschwinden kleine Kostbarkeiten aus dem Buckingham Palace in London. Das Königshaus wird davon nicht arm, allerdings sind es Familienerbstücke und so wünscht es, dass jemand den Dieb aufdeckt. Da ist natürlich sofort Mary Quinn gefragt, die sich getarnt als Dienerin im Palast einschleust. Doch leider bleiben ihre Recherchen wochenlang ohne nennenswerte Erfolge, bis plötzlich der Thronerbe, Edward von Wales, in einen Skandal verwickelt wird. Mary zieht ungewollt die Aufmerksamkeit des Jungsporn auf sich, der sich von der Verantwortung, ein zukünftiger Regent zu sein, erdrückt fühlt und in den Kreisen der Dienerschaft als Schwächling und Heulsuse gilt. Marys Mitleid mit ihm hält sich in Grenzen, doch durch ihn erfährt sie wichtige Informationen, und bald schon führen ihre Ermittlungen in gefährlichere Regionen. Das Leben Ihrer Hochwohlgeburtheiten im Palast ist bedroht, doch zeitgleich ergibt sich in Marys eigenem Privatleben und Vergangenheit etwas Neues. Nun muss sie sich fragen, wem sie mehr verpflichtet ist. Den Majestäten oder sich selbst? – Dann taucht auch noch der ihr den Kopf verdrehende James Easton auf und es scheint, als wäre sie auf seine Hilfe angewiesen… Kann Mary zwischen Liebestaumel, Pflichtbewusstsein, Verantwortung und ihrer eigenen Identität noch einen kühlen Kopf bewahren?

Band 3 kann mit seinen Vorgängern nicht ganz mithalten und ist dennoch ein heißer Lesetipp

In „Meisterspionin Mary Quinn – Skandal im Königshaus“ hat die Autorin Y.S. Lee ihren dritten Roman rund um die junge Heldin auf den Buchmarkt gebracht. Leider fällt er im Vergleich zu seinen Vorgängern etwas ab, bleibt aber nach wie vor ein heißer Favorit und mein Lesetipp.

Schön bei diesen Romanen rund um lebensgefährliche Geheimnisse, verborgenen Intrigen und skandalösen Eifersuchtstiraden, ist der immer wechselnde Schauplatz. Während Mary Quinn als Dienstmädchen in einem adeligen Haushalt anfängt, ermittelt sie in ihrem zweiten Fall auf der Baustelle für den berühmten Big Ben und in diesem dritten Band ist sie auf dem Treppchen sogar nach oben geklettert und agiert nun direkt im Königshaus des 19. Jahrhunderts unter Queen Victoria, wo sie einer heißen Fährte auf der Spur ist.

Ein roter Faden zieht sich durch alle drei Teile, die von Mary Quinns Charme bestickt, Außergewöhnliches bieten

Mein kleines Problem hatte ich mit (für meinen Geschmack) viel zu vielen Umgebungs- und Raumbeschreibungen. Einerseits besitzt so etwas einen gewissen Charme und viele werden gerade das sehr anregend finden, mich allerdings interessierten mehr die Dialoge, Gefühle, Gedanken und Fortschritte in Marys Ermittlungen. Teilweise war es in diesem Bereich zu viel des Guten, doch wirklich „schlecht“ oder langweilig empfand ich Y.S. Lees Romans zu keiner Zeit.

Der rote Faden rund um den attraktiven James Easton, der manchmal Kontrahent und manchmal „Knieweichmacher“ in einem ist, setzt sich auch im dritten Teil fort und führte dazu, dass ich unbedingt wissen musste, wie es ausgeht und ein kontinuierliches Kribbeln beim Lesen empfand.

Ebenso gekonnt aufgelöst wie einst eingeleitet, klärt die Autorin auch das Geheimnis um Marys Herkunft und ihren Vater, zumindest teilweise. Manche Geschehnisse aus der Vergangenheit lassen sich wohl nie aufdecken, doch auch darin wurde ich überrascht: Y.S. Lee schien zunächst den einen Pfad für die Handlung anzuvisieren, um sich dann doch in eine ganz andere Richtung zu drehen. Diese Wendungen sorgten für Spannung und bewiesen mir einmal mehr das Erzähltalent Y.S. Lees.

London im 19. Jahrhundert und mitten drin eine lernresistente junge Dame, die ihren eigenen Kopf benutzt und sich nicht auf die Herren in der Gesellschaft verlässt

Die sehr konservative und sittliche Zeit verleiht den Abenteuern dieser begeisternden Heldin Pepp, denn gerade diese sind es, die ihr am Meisten entgegenwirken. Aufgrund ihrer Aufgeschlossenheit, muss sie so manche Kränkungen hinnehmen und viele Aspekte ihrer Persönlichkeit unterdrücken. Die Stadt London als Kulisse ist selbstverständlich ebenso wenig zu verachten und verleiht mit den bereits genannten Komponenten diesem Roman eine tolle und lesenswerte Atmosphäre.

Obgleich „Skandal im Königshaus“ etwas weniger spannend und packend als „Ein verhängnisvoller Auftrag“ und „Eine fast perfekte Tarnung“ ist, würde ich niemals „nein“ zu einem weiteren Abenteuer sagen!

Mein endgültiges Urteil:

Ich bin mir nicht sicher, ob es einen weiteren Band um „Meisterspionin Mary Quinn“ geben wird. Ich empfinde zwar alles zu meiner vollsten Zufriedenheit abgeschlossen, doch ein weiterer Band ist auch nicht vollkommen auszuschließen.

Wer nun neugierig auf die hübsche, wortgewandte, selbstbewusste und risikobereite Dame namens Mary Quinn geworden ist, sollte unbedingt mit dem ersten Band „Mary Quinn – Ein verhängnisvoller Auftrag“ anfangen. Die Investition lohnt sich und LeserInnen, denen Bücher viel zu schnell zu Ende gehen, können direkt in den ebenso niveauvollen Fortsetzungen weiterlesen.

Spionagetätigkeiten hält man zwar verborgen, doch Mary Quinns Fertigkeiten sollte man an die große Glocke (am Besten sogar den Big Ben ;-)) hängen, denn ihre Geschichte ist eine der schönsten Bücher, die ich je las und die sich sowohl für Jüngere (8-12) als auch Erwachsene eignet.

Bewertung

Thematik:

Spionagetätigkeiten | Schmuck | Diebe

Königshaus | Intrigen

19. Jahrhundert

(Londoner)Gesellschaft

Anschlag | Mord

Skandal

Opium

China

Vergangenheit

Eigene Identität | Zurück zu den Wurzeln

Allgemeine Buchinformationen:

HARDCOVER AUSGABE
Euro 14,95 [D] 15,40 [A]
SFR 21,90
Skandal im Königshaus
Meisterspionin Mary Quinn 3 von Y.S. Lee in den Warenkorb legen
dtv Hardcover
Aus dem Amerikanischen von Eva Riekert
Hardcover
Deutsche Erstausgabe
408 Seiten
Ab 12
ISBN 978-3-423-76039-3
1. Auflage, März 2012

Zu „Mary Quinn – Skandal im Königshaus“ bei dtv

Ascheträume von Maurizio Temporin [Rezension]

Wenn schwarzer Schnee fällt, wird die Welt zu Asche

Der Inhalt:

Thara hat seit Jahren eine unheilbare „Schlafkrankheit“. Tagsüber kann sie sich kaum wachhalten und nur zur Morgen- und Abenddämmerung ist sie so Energiegeladen wie andere Menschen auch. Doch seit neuestem fällt sie manchmal plötzlich in eine Ohnmacht, um sich kurz darauf in einer fremden Welt wiederzufinden. Einer ungemütlichen und bösen Welt, denn sie besteht nur aus Asche. Bis sie Nate in ihr trifft. Thara weiß noch nicht wie, aber es gibt Parallelen zwischen Nates Existenz und Gedächtnislosigkeit in der Welt aus Asche, dem Cinerarium, und ihrer realen Welt. Denn Thara ist ohne Vater aufgewachsen und bekommt immer stärker den Verdacht, dass ihre Mutter, die beharrlich schweigt, ein großes Geheimnis vor ihr verbergen möchte. Eine Zeit lang rätseln Thara und Nate ergebnislos herum, während ihre Gefühle zueinander wachsen. Doch dann schlägt die Welt aus Asche, so scheint es, plötzlich zurück und verfolgt Thara bis in ihre ‚richtige‘ Welt und sie weiß, wenn sie nicht bald alle Geheimnisse der Vergangenheit aufdeckt, ist nicht nur Nate verloren…

Ein schleppender und enttäuschender Einstieg in Maurizio Temporins italienisches Jugendbuch

Hohe Erwartungen führen öfters zu Enttäuschungen und meine Enttäuschung beim Lesen von „Ascheträume“ hält sich ebenfalls alles andere als in Grenzen.

Das Cover ist wunderschön, der Titel und der Klappentext versprechen eine mystische und abwechslungsreiche, vielleicht auch einen spannende (wenn es denn nicht zu viel verlangt ist?) Geschichte. Bekommen habe ich zunächst einen mühsamen Einstieg, der mich an eine neutrale Schilderung von Berichten erinnerte. Eine Handlung löste die andere ab und obwohl die meisten Beziehungen zueinander klar waren, fehlten dennoch jegliche Übergänge oder Stimmungserzeuger. Zeitweise dachte ich wirklich, genauso würde ich eine Anzeige für die Polizei auch formulieren.

So werden aus Leseträumen „Ascheszenarien“ im Kopf

Überrascht war ich, als sich der Autor nach gut der Hälfte auf einmal der Sinnhaftigkeit eines Romans entsann und ich tatsächlich das Gefühl bekam, endlich eine halbwegs vernünftige Handlung mitzuverfolgen.

Irgendwann kann man ein Werk aber leider nicht mehr retten, wenn vorher die Hälfte schon hinter einer Tür verschlossen wurde, deren Schlüssel man zerstörte. So waren beispielsweise meine Toleranzen gegenüber den Dummheiten der Protagonistin komplett gegen null gesunken. Das führte dazu, dass ich selbst im zweiten Teil dieses Buches an vollkommen normalen Stellen, die ansonsten belächelt werden, beinahe an die Decke ging und ‚der Schlüssel‘ weiterhin verschollen blieb.

Allerdings und das bewundere ich andererseits beinahe schon an Maurizio Temporin: Immerhin blieb er seinem Titel treu, zumindest dem Teil mit der ‚Asche‘, denn träumen konnte ich weniger. Worauf ich hinauswill ist, dass er getreu seiner Welt aus Asche, nicht aufgab und selbst aus der Asche zum Schluss noch etwas recht passables entstand.

‚Blumen-Vampire‘ – Was ist das?

Plötzlich haben zwar sogar Vampire ihren Auftritt und dann auch noch und das war echt der Gipfel, der mich wirklich abschoss ‚Blumen-Vampire‘, (Bitte WIE sauge ich einer Blume ‚Blut‘ oder was auch immer, aus den nicht vorhandenen Arterien, Venen und Adern, aus??) aber Maurizio Temporin führt seine LeserInnen weiterhin voller Mut und unerschrocken konsequent durch seine Welt.

Ich sollte mich für die harschen Worte entschuldigen, denn am Ende haben sogar mich gewisse violette und regenbogenfarbene Augen gebannt, die Idee der parallelen Welt aus Asche war doch begeisternd und immerhin: Prolog, vielleicht noch das erste Kapitel und dann noch die letzten Seiten waren wirklich toll und ich könnte mir vorstellen, dass andere einen besseren Zugang zu „Ascheträume“ finden könnten. Außerdem gab es gelegentlich kleine Abbildungen, die nicht nur ungewöhnlich, sondern wirklich perfekt in die ‚Handlung‘ passten. Ein kleiner Spalt in der Tür könnte schon Wunder wirken. Da die spannende Handlung leider erst auf den letzten Metern anfing, bin ich noch am überlegen, ob ich mich an eine Fortsetzung wagen möchte.

Mein endgültiges Urteil:

Einzig und alleine, weil der Protagonist Nate und die Grundidee mich so überzeugen konnten, kann ich „Ascheträume“ niemals die schlechteste Wertung zukommen lassen. Allerdings ist es immer noch weit von einer Empfehlung entfernt.

Die Leseprobe hatte mir extrem zugesagt, entspricht aber absolut nicht dem, was einem später im Gesamtpaket erwartet. Wer also unsicher ist, sollte entweder noch „freundlichere“ Rezensionen studieren oder in der Buchhandlung einen näheren Blick ins Buch werfen.

Ascheträume“ besitzt viel Potenzial, das der Autor teilweise durch einen „grottigen“ Schreibstil zerstörte und teilweise durch nicht überzeugende Charaktere. Insgesamt kommen noch einige andere Faktoren hinzu, doch die sollen zunächst reichen, ich werde mir den Namen des Autors erst einmal nicht merken, höchstens, um ihm aus dem Weg zu gehen. Das wären dann einmal 2,5 Sterne.

Bewertung

Thematik:

Parallelwelt

Schlafkrankheit

(Blumen;-))Vampire

Geheimnisse | Mysterien

Vergangenheit

Feuer

Violett

Blumen | Iris

Liebe

Allgemeine Buchinformationen:

MAURIZIO TEMPORIN
ASCHETRÄUME
ROMAN
448 Seiten · Klappenbroschur
Übersetzung: Gaby Wurster
Orginaltitel: »Iris. Fiori di Cenere«
€ 14.99 (D) / € 15.50 (A) / sFr 21.90
ERSCHEINT AM 12. März 2012
ISBN 978-3-492-70244-7
Zu „Ascheträume“ bei ivi

Zuwachs in der Buchfamilie

Nachdem mich meine Internetverbindung so grandios im Stich gelassen hat am Wochenende und ich jetzt gucken muss, wie ich die ganzen „in der Warteschleife hängenden“ Artikel einplane, folgt hier direkt der Erste! 😀

Auf dem ersten Bild seht ihr die Bücher, die ich bereits gelesen habe.

  • Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ von Stefanie Hasse. Das habe ich bereits (am Wochenende) rezensiert und war ehrlich NUR begeistert!
  • Mary Quinn – Skandal im Königshaus“ von Y.S. Lee und
  • Ascheträume“ von Maurizio Temporin streiten sich momentan noch darum, wer auf LeseLust & LeseLiebe zuerst seine Rezension bekommt 😉 Ich tippe mal auf „Ascheträume“, ein kleiner „Verriss“!

Die Bücher von unten nach oben:

  • Starters“ von Lissa Price. Ich habe es bereits beim Coverdopplungs-Artikel erwähnt und bin sehr gespannt auf dieses Werk. Hoch gehandelt wird es im Internet zumindest 😉
  • Das Zweite ist „By the time you read this, I’ll be dead“ von Julie Anne Peters. Das ist ihr neuestes Werk und was soll ich sagen? – Ich habe alle Bücher von ihr gelesen, die es nur gibt.(Zumindest diejenigen, die in deutscher Sprache erschienen) Ich begann einmal ihr Werk „Luna“  (ATEMBERAUBEND!!) zu lesen und dann lieh ich mich nacheinander alle anderen Romane von dieser Dame aus. Die waren hauptsächlich so richtig großartig
  • Das nächste ist „Poison Diaries 2“ von Maryrose Wood und J. (der Duchess von) Northumberland. Ich war eine der wenigen, die den ersten Band so genial und erfrischend anders fand. Allerdings ist das Cover schon extrem…. so wie das Erste? Stünde da keine „2“, ich könnte es kaum auseinander halten. So schön ich das Cover auch finde, etwas ungünstig ist es doch! 😦
  • Ganz oben (auf dem Ehrenplatz :D) THRONT hoheitsvoll „Die Tyrannin“ von Karen Miller. Im Sommer habe ich unter „Coverenthüllungen“ bereits erzählt, wie sehr ich mich darauf freue. Ich LIEBE, LIEBE, LIEBE ihre Bücher, speziell jedoch die „Godspeaker“-Trilogy. ENDLICH gibt es den finalen dritten Band. Ich habe bisher nur das erste Wort gelesen und das lautete: „Dmitrak“ und sofort war es (wirklich) am Kribbeln. Noch möchte ich mir den (BITTE GUTEN) Abschluss aufheben, aber ich bin sooooooooo sehnsüchtig gespannt. Das solltet ihr unbedingt lesen.

Bevor ihr ein weiteres Highlight zu sehen bekommt, meine aktuelle („tolle“) Lektüre, die ich mir noch ein wenig antun muss. 😦

Beschäftigung Woyzeck“. Joa, man muss sich auf eine Deutsch-Klausur natürlich gut vorbereiten, aber Georg Büchners „Woyzeck“ ist nicht gerade mein Favorit unter den Schullektüren.

Daneben seht ihr noch die CD von den Cranberries. Das Album heißt „Roses“ und ich wollte euch mal die schönen Farben zeigen.

Das weitere „Highlight“:

Jetzt habe ich solange gewartet und nun ist es da:

  • Touched“ von Corrine Jackson. Ich habe mal eine Leseprobe gelesen und die klang dermaßen verlockend für mich. Welches Buch ist schön, schöner am Schönsten? – Mehr gibt es definitiv NICHT dazu zu sagen. Vorerst…
  • Smalltown Girls – Der Tod kommt selten allein“ von Josephine Mint ist für eine (was wohl? ;-)) Leserunde auf Lovelybooks. Das Cover fasziniert mich und die Namen der drei Figuren, besonders Charlie und Lu finde ich jetzt schon großartig. Habe es beinahe ausgelesen und es lohnt sich bisher. Eine spannende und flotte Jugendbuchlektüe. Und die Karte oben drauf lag im Buch und ist echt niedlich. Könnt ihr sehen, was darauf steht? (Das Buch als Luftgitarre verwenden :D)

Ich weiß, dass war jetzt so einiges, es hat sich aber auch ein wenig angesammelt, denn ich habe insgesamt echt lange auf einzelne Bücher gewartet. Aber jetzt ist alles da, alles ist gut und ihr könnt euch auf schöne Rezensionen freuen. Spätestens in meinen Osterferien. (APRIL!!)

Habt ihr eines derselben Bücher gekauft/bestellt/erhalten/gelesen? – Oder (ein) andere(s) ?? 😀 Eine schöne Woche wünsche ich allen, ganz viel Sonne, wenig Bahnstreiks (morgen ist bei uns schon wieder einer !! >_<) und vieeeeel gute Laune, bzw. ganz viel Wissen für Klausuren!!

Charlousie

PS: Das Coverraten freut sich auch über einen Besuch! 😉

Erben des Mondes – Grimoire Lunaris von Stefanie Hasse [Rezension]

Anmerkung, 22.07.13:

Die Autorin hat diesem Buch den neuen Namen “Schwarzer Rauch” und ein neues Cover gegeben. D.h. “Die Erben des Mondes” und “Schwarzer Rauch” sind dieselbe Geschichte, nur das letzteres eine überarbeitete und leicht getunte Version ist. Hier kommt ihr zur Blogtour vom Buch!

Inmitten dieser glitzernden Pracht, wie auf Diamanten gebettet, liegt ein unnatürlich großer blutroter Vollmond, dessen Umrisse flackern, als würde er brennen. Es wirkt so unecht. Und doch ist es so faszinierend und zieht mich wie magisch an. Ich weiß nicht, ob Minuten oder Stunden, vielleicht sogar Tage, vergangen sind, seit ich meinen Blick nach oben gerichtet habe. Ich fühle mich wie in der Unendlichkeit.

S. 14

Der Inhalt:

Victoria kann kaum realisieren, dass sie wirklich eine der Erben des Mondes sein soll, die besondere Fähigkeiten in Form von Gaben erhalten und innerhalb einer eigenen Gesellschaft aufsteigen können und die Geschicke der Welt lenken.

Aber noch weniger rechnete sie damit, dem schönen Darian zu verfallen, der trotz ihrer mentalen Fähigkeiten des Gedankenlesens äußerst geschickt einige dunkle Seiten vor ihr verheimlichen kann.

Jene Geheimnisse sind es, die später einmal über das Schicksal aller Erben des Mondes entscheiden könnten. Als Victoria in der Hoffnung ein paar ungeklärte Fragen beantwortet zu bekommen das Buch Grimoire Lunaris findet, weiß sie nicht, dass sie mit das mächtigste Buch, was es überhaupt gibt in den Händen hält und die dunkle Seite nur darauf wartet, ebenjenes in die Finger zu bekommen und in ihrem unwissenden Besitz ist es nicht gerade das, was man als Sicherheit bezeichnen kann… Die Weichen im Kampf von Gut und Böse sind gestellt und so beginnt ein Wettstreit zwischen beiden Parteien, wer wird siegen?

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite garantiert!

Lasst euch entführen in eine Welt voller mondbeschienener Kräfte. Ich hatte wenig Ahnung, wohin mich Stefanie Hasses Erstlingswerk „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ führen würde, dass ich mich aber in solch einer außergewöhnlichen, dichten und toll umgesetzten Geschichte wiederfinden würde, habe ich nicht erwartet.

Sicherlich hat dieser Roman ein paar kleine Schwächen, doch wenn ich bedenke, wie mitreißend es von der ersten bis zur letzten Seite war und wieviel Vergnügen mir das Lesen bereitete, ist es kaum der Rede wert.

Der Anfang ist vielleicht etwas holprig, was aber den ungewöhnlich und letztlich verteufelt guten Aufbau zuzuschreiben ist.

Eine die Mondsucht befriedigende Geschichte

Auf verschiedenen Zeitebenen und teilweise wechselnden (Ich)Perspektiven, erzählt Stefanie Hasse eine fiktionale Geschichte, deren Zentrum die Macht des Mondes ist, durch welchen wiederum sich eine ganze „Gruppierung“ gebildet hat, so eine Art Magier, aber auch eine „böse“ Gegenseite, die Hexen und Hexer.

Durch die größtenteils sympathische Protagonistin namens Victoria wird man genau wie sie neu in diese Welt eingeführt und begreift erst mit der Zeit den Aufbau und die Machtverhältnisse dieses Gefüges, das verborgen und parallel zu den Menschen existiert.

Die Atmosphäre von „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ war von Anfang an spürbar und eine klischeefreie Zone, was wenigen Autoren gelingt. Auf diese Art und Weise faszinierten mich die Worte schon, als ich noch etwas skeptisch war und zunächst mit einer kleinen Verwirrung zu kämpfen hatte und sie sorgte außerdem dafür, dass ich von den kleinen Makeln nicht genervt war, was ansonsten oft der Fall ist, sondern mich weiterhin auf das Wesentliche der Geschichte konzentrierte.

Eine stilistisch einmalige Geschichte, die mit einigen „Regeln“ bricht und mehr als 08|15 zu bieten hat

In Beziehungsdingen verzichtete Stefanie Hasse auf die beliebte „’wir-tanzen-umeinanderherum-Methode‘, weil nur das den LeserInnen einen Kick verschafft“ und schuf klare Fronten und verlor dennoch nie (!) die Spannung aus dem Blick.

Wenn es beim Schreiben eines Buches ungeschriebene, aber irgendwie dennoch geltende Regeln geben sollte, würde ich behaupten, dass Stefanie Hasse sich über ein paar hinwegsetzte, indem sie ihre LeserInnen plötzlich vor Mauern in Form von festgelegten Tatsachen stellte, mittendrin den ersten Perspektiven-Wechsel einschob, so dass der vorherige Stil zunächst gebrochen wurde und andere Kleinigkeiten. Diese Art des Schreibens wird nicht jedem zusagen, wenn man sich jedoch darauf einlässt und den Gedanken dahinter durchdrungen hat, wird man eine geniale Fantasy-Geschichte genießen, die mehr als das 08|15-Format zu bieten hat.

Aufgepeppt wurde der Inhalt zusätzlich durch eingestreute Sagengestalten, neue Interpretationen von bekannten Mythen und Legenden, die sich nahtlos an die Kernhandlung anschmiegten.

Mein endgültiges Urteil:

Stefanie Hasse hat ihrem Debüt „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ nicht nur äußerlich eine wunderschöne Hülle selbst gemalt (!!), sondern auch inhaltlich eine Handlung kreiert, die sie durch Stilbrüche, unerwartete Wendungen und liebenswerte Charaktere so richtig einheizte und immer wieder scharf würzte. (Das Innenlayout ist übrigens ebenso sehenswert und schön).

Einige Fragen sind bewusst offen gelassen worden, allerdings nicht nach dieser für den Leser unbefriedigende oder hilflose Manier, sondern auf einer schönen Ebene, so dass ich nun voller Freude auf die Fortsetzung warte.

Empfehlen kann ich diesen außergewöhnlichen Roman, der wirklich völlig von den derzeit den Buchmarkt überflutenden Fantasy-Werken abweicht, denjenigen, die einmal etwas Neues lesen möchten, sich einmal im fantastischen Genre versuchen wollen oder generell allem offen gegenüber stehen.

Abschließend muss ich noch loswerden, dass ich nicht übertreibe, wenn ich behaupte, dass selbst einige allseits bekannte Fantasy-Autoren sich in einigen Dingen durchaus eine Scheibe von Stefanie Hasses „Schreibe“ abschneiden könnten. Denn solch einen bedingungslosen Spaß hatte ich bei einer Lektüre schon lange nicht mehr und dass ich ein Buch wirklich so gar nicht mehr weglegen möchte und dem Sog dermaßen ausgeliefert bin, ist inzwischen auch schon ein Kunststück!

Bewertung

Trailer:

Thematik:
Mond(macht) | Erben

Schicksal

Propheten | Mentalisten

Gaben

Energieflüsse

Selbstfindung

Mythen | Legenden | Sagen(gestalten)

Fantasy

Nacht

Magie

Liebe

Allgemeine Buchinformationen:
19,90 €
Books on Demand
ISBN 978-3-8448-0304-4,
Paperback,
336 Seiten

Zu „Erben des Mondes – Grimoire Lunaris“ bei BoD

Autorinnenwebsite: ‚Erbendesmondes

Vielen Dank an Stefanie Hasse für dieses vergnügliche Leseexemplar!

Dark Angels‘ Summer 01 – Das Versprechen von Kristy & Tabita Lee Spencer [Rezension]

Eine verlassene Farm voller Erinnerungen an glückliche Tage.

Ein Schwarm unheimlicher Vögel, der darüber kreist.

Zwei Schwestern, so unterschiedlich wie Tag und Nacht.

Und eine Liebe, die sich niemals erfüllen darf.

Ich bin der, der dich mehr lieben wird als irgendjemand auf dieser Welt“

S. 339

Der Inhalt:

Es ist der erste Sommer seit sieben Jahren, indem die Schwestern Dawna und Indie zurückkehren nach Whistling Wing. Der erste Sommer, nachdem ihre Granny gestorben ist. Der Sommer, der 33 magische Tage bereithält, während derer sie beide genau gleich alt sind. Genau 17 Jahre. Und es ist der Sommer, indem sich ihre Bestimmung offenbaren wird, von der sie bisher nichts ahnten, obwohl ihre Granny ihnen jeden Sommer alles beibrachte, was sie wissen mussten, wenn sie eines Tages einen beinahe aussichtslosen Kampf gegen das Böse in der Welt kämpfen müssten. Doch kann man gewinnen, wenn man seine große Liebe dafür töten und sich gegen sich selbst stellen muss? Und kann man gewinnen, wenn der Schwesternzusammenhalt alles ist, was man hat, obwohl am Ende nur eine von ihnen leben kann? Wer wird sich opfern müssen und werden Dawna und Indie rechtzeitig ihre Stärken erkennen?

Top oder Flop“?

Ich bin recht unentschlossen, was dieses Werk angeht. Einerseits verstanden sich die beiden Geschwister Kristy Spencer & Tabita Lee Spencer darauf zeitweise eine fesselnde Geschichte zu kreieren, von der ich unbedingt wissen wollte, worauf alles hinausläuft und was mich nach der nächste Weggabelung erwarten würde, andererseits fehlte mir das Kribbeln beim Lesen und dieses besondere Gefühl der Gewissheit, gerade eine der schönsten Geschichten überhaupt zu lesen.

Die Grundidee ist wirklich klasse, auch wenn ich sie nach dem ersten Band von insgesamt vier noch nicht komplett überblicken kann, bzw. der Sinn noch nicht vollkommen von den Autorinnen offenbart wurde.

Von Engeln, Vögeln und zwei gut aussehenden Kerlen

Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen“ lebt hauptsächlich von den Gegensätzen der beiden Schwestern Indie und Dawna. Während ihre Erinnerungen an vergangene Sommer gemeinsam mit ihrer Granny ihnen immer wieder vermitteln, dass es wichtig ist, zusammenzuhalten und auf ihre Macht zu vertrauen, bewegen sie sich doch immer wieder voneinander fort. Neben einer unnatürlich unreifen Mutter und sehr spirituellen Besuchern in ihrem zu Hause, die gemeinsam mit ihrer Mutter auf die Erleuchtung durch Engel hoffen und mit ihnen „channeln“, sorgen Vögel, denen Alfred Hitchcocks gar nicht so unähnlich, für die nötige Portion Spannung. Diese beiden Faktoren werden zusätzlich von zwei unterschiedlichen und interessanten männlichen Charakteren ergänzt, die mal mehr, mal weniger menschlich oder auch fleischlich unangekündigt auftauchen und genauso plötzlich wie sie gekommen sind, wieder verschwinden.

Kontraste zwischen den Geschwistern Indie und Dawna

Die Unterschiede der beiden Schwestern wurden nicht nur inhaltlich vertieft, sondern auch gestaltungstechnisch elegant umgesetzt, so dass ich a) immer wusste, aus welcher Perspektive ich gerade die Situationen erlebe und b) eine klare Trennlinie zwischen den Persönlichkeiten geschaffen wurde.

Zeitweise verhielten sich die besagten Schwestern unverhältnismässig begriffsstutzig, während sie in anderen Situationen mit ungeheurer Kombinationsgabe glänzten. Ein etwas unlogischer Widerspruch, der mich manchmal ins Stocken brachte, sowie die Sprache des Romans, vornehmlich die Sprache von Indie: Es mag authentisch sein und teilweise benutze ich diese Begriffe auch, aber in jedem Kapitel von „kotzen“ „Quatsch“ „Kack-‚XYZ’“ und dergleichen zu lesen, wird irgendwie langweilig.

Leider finde ich, dass einige kräftige Kürzungen dem Tempo dieser Handlung nicht geschadet hätten. Obgleich ich niemals gelangweilt war, hätten einige Wiederholungen, bzw. zu starke Ähnlichkeiten leicht vermieden werden können.

Außerdem hatte die richtige Handlung gerade erst begonnen. Endlich wird kaum noch hinter dem heißen Brei herumgeredet und schon ist es vorbei…

Mein endgültiges Urteil:

Ein magischer Sommer, gruselige Funde, schauderhafte Morde, übernatürliche Engel und mittendrin zwei Teenager, die keine Ahnung haben, was ihr „Auftrag“ ist.

Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen“ ist schwer einzuschätzen und vielleicht sollte man einige Seiten in das Buch hineinlesen, um zu entscheiden, ob es einem zusagt oder nicht.

Auf jeden Fall spielen Gefühle eine große Rolle, Erinnerungen, Gedankenübertragungen von zwei Schwestern, unerschütterlicher Mut und eine Komik, die sich wirklich zu lesen lohnte.

In Sternen ausgedrückt sind das (ganz) knappe 4 Sterne.

Bewertung

Thematik:

Spirituelle Mächte

Schwestern(Magie)

Engel

Gut & Böse

Selbstfindung | Stärke

Sommer

Portal

Allgemeine Buchinformationen:

Seitenzahl 488
Maße 216.00 mm / 165.00 mm / 52.35 mm
Einbandart gebunden
Ausstattung Mit Schutzumschlag
Erscheinungstermin 02.01.2012
Preis 18.99 €
Ab 14 Jahre
ISBN978-3-401-06784-1
Zu „Dark Angels‘ Summer 01 – Das Versprechen“ bei Arena

Danke an Buchbegegnungen für dieses Leseexemplar im Rahmen der Jugendbuch-Challenge 2012
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