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Der Duft von Lavendel von Martina Sahler [Rezension]

Nicht mehr reden, nur noch spüren.

S. 193

Der Inhalt:

Köln, 1811:

Fina möchte von den Männern nichts wissen, die ihr Vater ihr immer vorstellt. Denn es sind hässliche, dicke, alte Lustmolche. Aber Fina wird irgendwann keine Wahl mehr bleiben, was sie auch versucht, denn ihr Vater ist nur ein Schmuggler, der dafür sorgen will, dass es seiner Tochter besser ergeht als ihm, damit sie niemals auf der Straße landet. Aber Finas Entschluss steht fest. Lieber bettelt sie auf den Pflastern Kölns, als das Bett mit einem dieser Widerlinge zu teilen. Doch am Liebsten würde sie ihrem Märchenprinzen nahe kommen, den sie beobachtet, wenn sie heimlich unter dem Fenster der Knabenschule lauscht, um das Lesen und Schreiben zu lernen. Es sind nur Träume, aber sie sind das Einzige, was ihr geblieben ist. Aber es kommt der Tag, da wird aus Finas Traum Realität und sie steht ihrem Märchenprinzen in Fleisch und Blut gegenüber, was soll sie ihm in so einem Moment nur sagen?

Eine gelungene Verknüpfung zwischen „Wie ein Kuss von Rosenblüten und „Der Duft von Lavendel“

Der Duft von Lavendel“ zeichnet sich durch eine ernstere Atmosphäre aus. Die Protagonistin Fina wird in einem jungen Alter mit schwierigen Problemen konfrontiert und in eine kriminelle Seite des Lebens eingeführt. Dadurch schien dieses Buch in diesen Punkten realistischer. Der von Martina Sahler gewählte Zeitpunkt der Handlung ermöglichte es der Autorin einerseits an historische Aspekte anzuknüpfen und andererseits einen roten Faden zwischen „Wie ein Kuss von Rosenblüten“ und „Der Duft von Lavendel“ zu spinnen. Somit erfährt man zunächst die Stimmung und Euphorie der Menschen, als die Franzosen nach Köln kommen und wie sich dieser Frohsinn in Unzufriedenheit gewandelt hat. Unzufriedenheit deswegen, da Napoleon – verrückt wie er nun einmal war – England durch eine Kontinentalsperre bezwingen wollte, letztlich besonders die unteren Bevölkerungsschichten hart um ihr Überleben kämpfen mussten und das Schmuggeln begannen, weil sie sich nicht anders zu helfen wussten.

Mein persönliches Highlight war Finas individuelles Schicksal, gekoppelt an das von Billa, Toni, Sophie und ihren Jean (Schäng ;-)). Natürlich war es des Zufalls zuviel, dass diese Menschen sich auf den Straßen Kölns fanden, dennoch war es enorm schön zu lesen, wie es den vier Figuren ergangen ist und wie nun Fina dort hinein passt. Wie es des Zufalls zuviel war, gestaltete sich auch die Auflösung des Konflikts ein wenig zu märchenhaft, doch darüber kann ich gut hinwegsehen, wenn ich bedenke, welche Freude mir „Der Duft von Lavendel“ beim Lesen bescherte!

Diese Freude rührte von den wunderschönen Gedankengängen Finas her, die sich bestens eignete, um ein mögliches Schicksal der damaligen Zeit zu portraitieren.

Die Epoche der Romantik bringt die Seiten zum Schwingen und Klingen

Die aufkommende Epoche der Romantik war den Charakteren Alexandre und Fina wie auf den Leib geschnitten. Obwohl jene Epoche damals noch nicht als solche angesehen und auch der Begriff selbst erst später geprägt wurde, wie Martina Sahler extra noch einmal in kurzen Worten anführt, integrierte sich diese Facette glänzend in die Gesamthandlung und half mir, mich mit einzelnen Passagen zu identifizieren, bzw. etwas wiederzuerkennen und eigene Assoziationen herzustellen.

So konnte ich selbst bei Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ zwar keine Leidenschaft ausmachen, die Empfindungen der Personen aus „Der Duft der Lavendel“ aber zumindest nachvollziehen, als „Werther“ von ihnen thematisiert wurde. Das gilt für weitere poetische Anspielungen, die der Geschichte Martina Sahlers eine tiefere Note verliehen.

Als einziger Kritikpunkt wäre für mich vielleicht die Verliebtheit eines Charakters, den ich nicht weiter benennen möchte. Denn die verliebten Gefühle kamen wie aus dem Nichts und wirkten dadurch unausgereift.

Mein endgültiges Urteil:

Wie ein Kuss von Rosenblüten“ und „Der Duft von Lavendel“ muss man zusammen betrachten, weil sie zusammen gehören wie Pech und Schwefel. Letzteres ist zwar ohne Ersteres verständlich, es fehlt dann aber an Tiefe und Bezugspunkten.

Ich habe mich erneut vollkommen in der Geschichte versinken lassen können, mit der Protagonistin gelitten und eine Reise auf den Flügeln deutsch-französischer Geschichte erlebt.

Der Duft von Lavendel“ ist ein weiteres Werk aus der Reihe „Liebe in allen Zeiten“, was ich empfehlen möchte und von der ersten, bis zur letzten Seite genoss.

Bewertung

Thematik:

Weiterentwicklung zum 19. Jahrhundert

Frankreichs Einfluss auf Deutschland

Napoleon

Schmuggelgeschäfte

Armut

Träumereien

Liebe

Selbstfindung

Poetik

Literatur (Bsp: Goethe)

Romantik Epoche

Allgemeine Buchinformationen:

Aus der Reihe: Liebe in allen Zeiten
Klappenbroschur, mit Flocking
240 Seiten
Ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-522-50144-6
Preis: 12,95 €
Österreich: 13,40 €, Schweiz: 20,50 sFr

Zu „Der Duft von Lavendel“ beim Planet-Girl-Verlag

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11 thoughts on “Der Duft von Lavendel von Martina Sahler [Rezension]”

  1. Wow, das ist ja mal ein tolles Cover. „Wie ein Kuss von Rosenblüten“ – das ist der erste Band der Reihe? Habe ich das richtig verstanden? Gibt es dazu auch eine Rezi hier? 🙂

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    1. Hallo Anna-Lisa!
      Ja, das hast du richtig verstanden! „Wie ein Kuss von Rosenblüten“ ist Band 1 und habe ich auch rezensiert! 🙂
      Die anderen Bände der Reihe wie „Das leise Lied der Liebe“ oder „Der Zauber eine Augenblicks„“ und Ein Herz auf Flügeln zart. Du findest die Rezensionen immer im Rezensionsindex, aber ich habe sie dir hier mal verlinkt, so dass sie sich in einem neuen Tab öffnen, wenn du die Titel jetzt anklickst! 😀

      Viele Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar!
      Charlousie

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      1. Hey 🙂
        Danke fürs Zusammenfassen der Links. Ich habe mir jetzt „Wie ein Kuss von Rosenblüten“ bestellt. Hoffe, mir gefällt das Buch so gut wie dir. ^^

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  2. Hallo Charlousie,

    ja , da hast Du dir wirklich mal einen netten Liebesschmöcker ausgesucht.

    Genau meine Geschmacksrichtung.Kommt auf meine Wunschliste.

    LG..karin..

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  3. Von der Reihe sollte ich wirklich mal mehr ausprobieren. Wie gesagt mit meinem letzten Buch dieser Reihe von Helen Abele hatte ich einen vollen Glückstreffer gelandet. Dieses hier klingt auch wieder sehr schön und landet gleich mal auf meiner persönlichen WuLi. Bei dir zu stöbern wird langsam teuer! 😀

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Reni

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    1. Dasselbe kann ich nur von dir sagen. Du stellst die Bücher immer so furchtbar schmackhaft vor, da komme ich jedes Mal mehr als nur in Versuchung! 😀
      Aber besser aus dieser Reihe fand ich Katrin Lankers Werk und „Das leise Lied der Liebe“. Diese beiden sind auch super genial, keine Frage, aber mein Herz schlug bei den anderen einfach ein bisschen schneller, wenn du verstehst, was ich meine…
      Dir auch noch einen wundervollen (hoffentlich nicht ZU verschneiten) Sonntag, Charlousie

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  4. Hallo Charlousie,

    ja schauen wir mal, leider ist Weihnachten gerade erst vorbei….wenn ich das gewusst hätte.

    Schnief…LG..Karin..

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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