Archiv für den Monat Februar 2012

Spiegelkind von Alina Bronsky [Rezension]

Der Inhalt:

Juli hat irgendwie noch nie so richtig zu den anderen gepasst. Obwohl sie sich immer angleichen konnte, so fühlte sie sich dennoch fremd. Als ihre Mutter plötzlich verschwindet und die verwüstete Wohnung von einer Entführung zeugt, hält es aber niemand für nötig den Fall weiterzuverfolgen. Also geht Juli den Dingen selbst auf die Spur und entdeckt ein Erbe, was ihr mehr Nach- als Vorteile bringen könnte. Denn Julis Mutter war keine gewöhnliche Frau. Sie war eine Phee. In Julis Gesellschaft schlimmer verachtet als die Freaks. Und auch ihr Vater verschweigt Juli etwas Wichtiges, das spürt sie. Aber manche Sachen bleiben lieber verborgen, denn was Juli aufdeckt, übersteigt beinahe ihr Vorstellungsvermögen.

Ein Zeitwechsel von Gegenwart und Vergangenheit, der einen Faden spannt und letztlich zum Reißen bringt

Anfangs habe ich die Botschaft dieses Romans nicht verstanden. Aber Alina Bronsky behandelte sie so intensiv und stieß ihre Figuren und somit mich immer wieder darauf, dass ich es gar nicht übersehen konnte.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der im Präsens verfasst ist. Die normale Handlung ist im Präteritum erzählt. Ich erwähne das, weil es mich zunächst irritierte. Irgendwann erreicht man wohl den Zeitpunkt, indem sich die Szene des Prologs abspielt und schon schrieb Alina Bronsky im Präsens weiter.

Spiegelkind“ hat es mir wahrlich nicht leicht gemacht und ich hatte riesige Probleme mich mit dem Inhalt und den Figuren zu identifizieren. Dabei hat die Autorin etwas komplett Neues aufgebaut und mich mit guten Einfällen überrascht.

Die ganze Zeit über spannte sich in meinem inneren ein hauchdünner Faden, zum Zerreißen gespannt und als die Erzählzeit auf Präsens umsprang, riss er und mir wurde auf einmal klar, welch kostbares Wunderwerk ich in der Hand hielt.

Ein schwerer Einstieg, der sich lohnt und nachdenklich stimmende Botschaften an die Oberfläche zerrt.

Denn trotz meiner Einstiegsschwierigkeiten, wusste Alina Bronsky „Spiegelkind“ einen interessanten Charme zu verleihen. So habe ich wunderschöne Metaphern genossen, die präzise gesetzt viel mehr Wirkung entfalteten, als wenn die Autorin ihr Werk damit zugekleistert hätte.

Als der besagte Faden in mir riss und mir die Botschaft wie ein innerer Film vor den Augen ablief, sah ich parallel dazu die erschreckende Erkenntnis, dass unsere Gesellschaft ähnlich aufgebaut ist. Sicherlich ist es in „Spiegelkind“ stilistisch überspitzt dargestellt, aber auch in unserer Welt gibt es Länder und Kulturen oder auch einfach nur Menschen, die so denken, wie Alina Bronsky es in „Spiegelkind“ thematisiert. Das stellt sie so raffiniert an, dass man es bemerken kann, aber nicht muss. So dass sich die Lektüre für Jüngere, noch unbedarftere Menschen eignet, aber auch für Erwachsene. So lädt Alina Bronsky einem zum Nachdenken ein, aber man ist nicht dazu gezwungen. Es schien mir so, als zeigte die Autorin mir eine Tür und ob ich hindurchgehen wollte oder nicht, überließ sie mir.

Ja, so kann man es ausdrücken. „Spiegelkind“ symbolisiert für mich eine Tür und ich habe sie durchschritten und dadurch inspiriert viel nachgedacht.

Mein endgültiges Urteil:

Was verbirgt sich hinter den mysteriösen Pheen? Welche indirekte und so eiskalt gute Kritik übt Alina Bronsky mit ihrem Roman „Spiegelkind“?

Ich hätte es euch gerne erzählt, doch ich bin der Auffassung, dass dieses Werk seinen Zauber, der sich von hinten nach vorne aufrollt, nur dann entfalten kann, wenn man es ohne Vorkenntnisse auf sich wirken lässt.

Spiegelkind“ ist teilweise ein ruhigerer Roman, der sich mit vielen Fragen und Ungewissheiten auseinandersetzt und er ist der erste Roman seit Langem, der es in keiner Weise auf irgendeine Liebe zwischen zwei Menschen anlegt, sondern auf eine Liebe zwischen und unter den Menschen überhaupt.

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Normalos

Freaks

Pheen

Gesellschaft

Welt- und Menschenbild

Wahrheiten und Lügen

Minderheiten

Unterdrückung

Manipulation

Allgemeine Buchinformationen:

Seitenzahl
304
Maße
216.00 mm / 160.00 mm / 36.41 mm
Einbandart
gebunden
Ausstattung
Mit Schutzumschlag
Erscheinungstermin
01.01.2012
Preis
14.99 €
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Sternenfeuer – Gefährliche Lügen von Amy Kathleen Ryan [Rezension]

Du wirst angegriffen. Du wirst entführt. Du wirst belogen.

Aber gibst du auf?

Niemals.


Hunger, das war dieser quälende Schmerz, den er nun in seinen Gelenken spürte.[…] Das Einzige, das er neben seinem Hunger zu fühlen imstande war, war seine Wut. Er hatte ihre Eltern gerettet, hatte sein Leben für sie riskiert, und sie ließen ihn sterben. Er hasste sie alle.

S. 339-340

Der Inhalt:

Obwohl alle von Waverly erwarten mit sechzehn ihren Freund Kieran zu heiraten und schnell Kinder zu bekommen, fällt ihr der letzte Schritt dazu schwer. Sie ist das erste Mädchen, was auf der Empyrean geboren ist. Einem von zwei Raumschiffen, die auf dem Weg ins weite Universum einen Planeten mit der ersten Generation von Menschen ansiedeln sollen. Waverlys Probleme erscheinen geradezu lächerlich, als die New Horizon Kontakt zur Empyrean aufnimmt und bekannt gibt, dass auf ihrem Raumschiff alle Frauen unfruchtbar geworden sind. Niemand ahnt, dass die Menschen der New Horizon nicht zögern, Gewalt anzuwenden, wenn ihnen nicht geholfen wird. Und so kommt es, dass Waverly und Kieran getrennt werden und die Mädchen sich an Bord der New Horizon befinden, fruchtbar, jung und so unglaublich formbar… Waverly ist einige der Wenigen, die nicht aufgeben wollen und sich von den Lügen der Erwachsenen nicht beirren lässt. Doch sind das tatsächlich alles Lügen?- Was ist, wenn sie gerade zum ersten Mal in ihrem Leben die Wahrheit hört und ihre ganze Existenz bisher, auf einer fatalen Unwahrheit basiert?

Trotz der Raumschiffe, wusste Amy Kathleen Ryan eine fesselnde und beklemmende Atmosphäre zu erzeugen

Es ist selten, dass ich gar keine Ahnung von dem habe, was ich gleich lesen werde. Somit war „Sternenfeuer – gefährliche Lügen“ eine wahre Überraschung und in den ersten Seiten war ich mehr als skeptisch und beinahe schon enttäuscht. Denn ich bin kein Fan von Geschichten, die sich auf Raumschiffe beschränken und dementsprechend eine eingeschränkte Struktur vorgeben. Folglich bedarf es einer großen Erzählung, mutigen Helden und viel Schreibkunst mich in solch einem ungünstigen Schauplatz zu begeistern. Letztlich ist es Amy Kathleen Ryan gelungen!!

Sternenfeuer – Gefährliche Lügen“ ist in verschiedene Abschnitte aufgeteilt, die abwechselnd jeweils aus der Sichtweise der Protagonisten Kieran und Waverly erzählen. Diese Gliederung ist sinnvoll, weil sich die Wege dieser Figuren gezwungenermaßen trennen. Am Ende trägt diese wechselnde Perspektive stark zur Erhöhung der Spannung bei, doch zu Beginn war ich ausschließlich von einem Abschnitt gelangweilt. Ich finde es recht unspektakulär ungefähr hundert Seiten über die Reparaturen eines Raumschiffes zu lesen. Mögen diese Reparaturen und daraus resultierenden Probleme noch so trickreich und raffiniert beschrieben sein.

Im Hintergrund wirken große Mechanismen, die ein breites Themenspektrum abdecken und geschickt zum Nachdenken auffordern

Letztlich ist es der Autorin gelungen eine ganz einfache Botschaft in einem recht komplexen Gebilde abzudecken. Die Mission, auf der sich die Menschen auf den beiden Raumschiffen befinden, dient doch nur dazu, die Spezies Homo Sapiens als solche im Universum zu erhalten. Ein Ziel, was die Menschheit seit jeher hat. Zu Zeiten der Besiedelung von Amerika fanden die Kolonisten eine ökologische Nische und veränderten ihren Stanpunkt und nun wird das ganz einfach auf größere Dimension ausgedehnt.

Trotz dieses offensichtlichen Überlebenswillens unserer Spezies, gelingt es Amy Kathleen Ryan durch Zwischentöne tiefgreifendere Probleme zu thematisieren, die vor allen Dingen in den moralischen Bereich der Ethik fallen. So wird der zentrale Konflikt, den die entführten Mädchen auf der New Horizon haben, besonders den Utilitaristen viel Stoff für Diskussionen geben. Doch nicht nur Fachsimpler werden von „Sternenfeuer – Gefährliche Lügen“ inspiriert. Jede/r ‚Durchschnittsleser/in‘ wird über viel sinnieren können und für sich selbst Schlüsse ziehen.

Hinzu kommt eine emotionale und persönliche Geschichte der Charaktere. Eine Liebesgeschichte, die im Hintergrund stark wirkt, jedoch nicht das gesamte Geschehen lenkt.

Was wünscht man sich von einer Geschichte mehr?

– Zunächst einmal nichts, jedoch hat mir die Umsetzung in allen Punkten nicht immer zugesagt, wie ich im oberen Teil dieser Rezension bereits anmerkte.

Die Kritik stellt sich inzwischen nicht einmal gegen die Raumschiffe selbst, denn das ist nun einmal der Schauplatz der Handlung und wer das nicht akzeptiert, sollte „Sternenfeuer – Gefährliche Lügen“ nicht lesen. Allerdings ist es eine Kritik gegen den Anfang der Geschichte, der mir sehr schwerfiel und einzelne Parts, die im Vergleich zum starken Hauptteil ein sehr schwaches Bild abgeben.

Mein endgültiges Urteil:

Sternenfeuer – Gefährliche Lügen“ ist vermutlich der extremste Science Ficition Roman, den ich bisher gelesen habe. Gut möglich, dass ich aus diesem Grund schwerer zu überzeugen war oder in Ermangelung an Erfahrung durch fehlende Vergleichsmöglichkeiten leichter zu beeindrucken.

Auf jeden Fall ist die Atmosphäre dieses Werkes sehr beklemmend und trotz mancher Lichtblicke eine Geschichte, die wenig Lust auf die Zukunft macht.
Für mich dennoch ein sehr gelungener Einstieg in eine neue Saga, die sich inhaltlich und Gestaltungstechnisch (sehr) sehen lassen kann und die ich definitiv weiterverfolgen werde.

Dennoch muss ich ein kleines bisschen abziehen, weil es kleine Durststrecken gab und so bleiben für dieses außergewöhnliche Werk immer noch 4,5 Sterne.

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Zukunft

Ökologische Nische

Raumschiff

Universum

In-Vitro-Fertilisation

Erwachsen werden

Mission“ Mensch

Menschenwürde

Philosophie | Ethik

Biologie | Ökologie

(Zukunfts)- Träume

Gesellschaftsstruktur | Hierarchien

Paniksituationen | Kontrollverlust

Allgemeine Buchinformationen:
AUTOR(EN) Amy Kathleen Ryan
VERLAG PAN
ORIGINALTITELSky Chasers 1: Glow
SEITENZAHL 432 AUSSTATTUNG HC + SU HC
PREIS EUR (D) 16,99 ISBN3-426-28361-1
ISBN 978-3-426-28361-5
ERSCHEINUNGSTERMIN 01.03.2012
GENRE Fantasy
Zu „Sternenfeuer – Gefährliche Lügen“ bei Droemer-Knaur

Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards von Ivo Pala [Rezension]

Der Inhalt:

Svenya ist ständig auf der Flucht und das Leben als junges Mädchen auf der Straße ist hart. Sie muss knochenschwere Jobs bewältigen, oft hungern und unter kalten Brücken schlafen. Aber alles ist besser, als wieder in das Waisenhaus zu gehen, aus dem sie geflohen ist, denn dort wartet nur der perverse Charlie.

Aber in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages, soll Svenyas Schicksal eine unerwartete Wendung nehmen. Sie wird von Elben heimgesucht. Dunkelelben und Lichtelben. Beide wollen sie für ihre Seite gewinnen, aber auf welche gehört sie? Svenya bleibt skeptisch, denn als Straßenkind kann zu viel Vertrauen einem das Leben kosten. Doch als die Elben Svenya ihre Bestimmung offenbaren und sie so etwas wie eine Zuflucht findet, scheint sie endlich ein zu Hause gefunden zu haben. Aber die Gefahr ist nach wie vor ungebrochen, denn es wartet nach Svenyas Ausbildung eine schwierige Prüfung auf sie und nicht allen in ihrem neu entstehenden Freundeskreis ist zu trauen…

Willkommen im Reich der Elben!

Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ ist keine Durchschnittslektüre, sondern eine fantastische Geschichte, in der man unbedingt für einige Stunden abtauchen möchte.

Während sich die Handlung, die Charaktere und die Spannung meistens auf einem hohen Niveau befinden, entführt Ivo Pala seine LeserInnen in ein schon überirdisch anmutendes Reich, was sich direkt unter Dresden befindet.

Dabei ist der Hauptschauplatz gerade mal das provisorische Heim der Elben, denn eigentlich streben die verschiedenen Mächte – Dunkelelben und Lichtelben – dem Ziel entgegen, wieder in ihre richtige, noch paradiesischere Heimat zurückkehren zu können. Aus den verschiedensten Motiven hindern sie sich gegenseitig darin und sind in einem kleinen, schon Jahrtausende andauernden Kampf verstrickt, der auch das Schicksal der Menschheit beinhaltet; die natürlich mal wieder nichts davon ahnen.

Ein aus vielen Schichten bestehendes Elben-Abenteuer, das durch seine Schwächen Sympathie sammelt

Ich muss dem Autor zu Gute halten, dass er mit einem strategisch cleveren Aufbau seiner Handlung so einige fesselnde Momente und kleine Höhepunkte kreieren konnte. Der zentrale Konflikt, von dem ausgehend sich weitere Ränke, Intrigen und Krisenherde entwickeln, passt perfekt zu allen anderen Gegebenheiten des Romans. Ivo Pala schafft mehrere Ebenen, auf denen parallel wichtige Szenarien ihre Geschichte erzählen und verleiht einzelnen Momenten Tiefe, indem immer mal wieder fremde Kulturen, wie die nordische Mythologie, einbindet; gegenwärtige Momente auf 2000 zurückliegende Jahren aufbaut, und zu guter letzt: Einblicke in beide Lager der Elben gibt. Leider hielt die kribbelnde Spannung bei mir nicht ununterbrochen an und obgleich mir auch die weniger fiebrigen Lesemomente zusagten, sackte die Atmosphäre immer mal wieder etwas ab. Es wird, nebenbei bemerkt, unglaublich viel und für meinen Geschmack z.T zu ausführlich gekämpft.

Altmodische Elben sind im HighTech- Zeitalter des 21. Jahrhunderts angekommen

Ansonsten hat Ivo Pala einen starken Kontrast gezeichnet. Er vereint die bekannten Verhaltensweisen und Charakterzüge der Elben mit dem modernen Zeitalter des 21. Jahrhunderts. So musste ich oft schmunzeln, wenn in der Höhle der Elben plötzlich ein elektrischer Alarm losgeht und sowieso alles mit den technischen Komforts unserer Zeit ausgestattet ist. Diese Kombination ist eine der treibenden Kräfte, die diesen Plot so unwiderstehlich gestalten, trotz der Makel.

Auch in den Charakteren selbst meine ich wenige Male Widersprüche entdeckt zu haben. Hauptsächlich in der Protagonistin Svenya, die ansonsten wunderbar ausgearbeitet kein einzige Klischee erfüllt und eine steile Kurve nach oben bestreitet, dadurch dass sie Fehler macht, dazu lernt und sich erkennbar und nachvollziehbar weiterentwickelt.

Insgesamt leider ein Makel zu viel, die am Schluss das Gesamtbild etwas trüben

Zum Ende stieß ich auf vermehrte Rechtschreib- oder Druckfehler und in der gesamten Geschichte stolperte ich gelegentlich über Sätze, die ich mehrmals lesen musste, weil sie dermaßen unglücklich formuliert, im ersten Moment keinen Sinn ergeben oder dem Zuwiderliefen, was die Figuren in „Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ eigentlich anstreben.

Alles in allem sollte man sich von diesen Kleinigkeiten aber nicht vom Lesen abhalten lassen. Denn Ivo Pala hält ein großartiges Abenteuer bereit, was man sich nicht entgehen lassen möchte. Dieser Auftakt zu einer großartigen Saga hat die Macht zu verzaubern und durch tolle Komponenten zu bestechen.

Mein endgültiges Urteil:

Ich habe lange nicht all die Überraschungen enthüllt, die ihr in „Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ entdecken könntet.

Ich vergebe zwar ’nur‘ 4 Sterne, weil ich überzeugt bin, dass die Fortsetzung das hier noch nicht voll ausgeschöpfte Potenzial toppen kann, doch die Tendenz geht stark nach oben.

Für Fantasy-LeserInnen ist dieses Werk ein absolutes Lesemuss.

Eine Mischung aus (abstrusen und abwechslungsreichen) fantastischen Elementen, die eine starke Verbindung zur Realität besitzen und nicht ein einziges Klischee bedienen. „Die Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ ist endlich einmal etwas Anderes, was man nicht verpassen darf und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Elben

Traditionen

Mythologien

Innere Stärken, Selbstbewusstsein

Krieg

Widerstandsgeist

Realität und Fiktion verschmolzen

Zwei Welten

Pflichtbewusstsein

Flucht

Magie

Freundschaft | (Liebe? ;-))

Allgemeine Buchinformationen:
Ivo Pala
Elbenthal-Saga
Die Hüterin Midgards
Sauerländer
ISBN: 9783411809226
Gebunden
384 Seiten
Format: 220 x 153 x 48 mm
März 2012
19,99 € (D), 32,90 SFr (CH), 20,60 € (A)

Zur „Elbenthal-Saga 01 – Die Hüterin Midgards“ bei Sauerländer

Merci Beaucoup an den Sauerländer-Verlag für dieses Leseexemplar und die so schön begleitete Leserunde auf Lovelybooks!

Immortal Beloved II – Ersehnt von Cate Tiernan [Rezension]

Die große Liebe zweier Unsterblicher, die einst die größten Feinde waren.

Ich will dich.“ Reyns tiefe, eindringliche Stimme schien von allen Seiten zu kommen.

S. 7

Der Inhalt:


Inzwischen hat sich Nastasja in River‘s Edge ganz gut eingelebt. Doch je ruhiger und ausgeglichener sie psychischer wird, desto stärker drängt ihr Unterbewusstsein sie, ihre traumatische Vergangenheit zu bewältigen. Allerdings ist sie noch nicht bereit mit all ihren Fehlern und grausamen Taten konfrontiert zu werden. Außerdem hat sie immer noch zwei Probleme, die sie viele Nerven rauben. Etwas Böses und Dunkles ist in ihrer Umgebung am Werk. Kommt diese Dunkelheit vielleicht von ihr selbst oder ist ihr alter Freund Incy doch auf der Suche nach ihr? Ist sie in River‘s Edge sicher und inzwischen stark genug ihm entweder zu widerstehen oder sogar entgegen treten zu können? Ihr zweites Problem sitzt Nastasja direkt vor der Nase: Es ist Reyn. Der wunderschöne, liebreizende Reyn, über den sie am Liebsten jedes Mal herfallen würde, wenn sie ihn sieht. Wäre da nicht seine Vergangenheit, in der er ihre komplette Familie abschlachtete. Und da ist sie wieder: Ihre unrühmlich Vergangenheit. Nastasja kommt einfach nicht um sie herum und spürt, dass sie den Schlüssel für alles bereithalten könnte. Aber ist sie wirklich bereit den letzten Schritt in ihr Innerstes zu wagen und ihre eigene Dunkelheit bis in den letzten Winkel zu erhellen?

In kleinen Etappen bis zur „ganz großen“ Spannung, ein unwiderstehliches Tempo!

Immortal Beloved 02 – Ersehnt“ hat mich vor allen Dingen durch seine Mischung aus Humor, vermischt mit Spannung bestechen können. Meine Planung für den Anfang zunächst einmal 100 Seiten zu lesen, löste sich in Luft aus, als ich dem magischen Sog (und die Geschichte setzt sich sogar wirklich mit Magie auseinander ;-)) vollkommen schutzlos erlag und ungebremst durch die gesamte Geschichte raste.
Dies ist hauptsächlich durch ebenjene Spannung verschuldet. Mit kleinen Höhepunkten weiß die Autorin Cate Tiernan immer wieder zu verführen und gemeinsam mit den sorgsam ausgearbeiteten Charakteren erklimmt man so manche Gipfel. Als Leserin spürte ich, dass diese kleinen Höhepunkte auf das große Ereignis am Ende hinzielten und auch bei diesem wurde ich nicht enttäuscht.

„Immortal Beloved – Entflammt“ & -„Ersehnt“ verschmelzen elegant ineinander und vertiefen eine flüssige Geschichte

Immortal Beloved 02 – Ersehnt“ knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an und charakterisiert sich überwiegend durch Rückblicke aus Nastasjas Vergangenheit. Dadurch wird die Komponente der Unsterblichen insgesamt näher beleuchtet und gleichzeitig bekommt Nastasja als Figur wesentlich mehr Substanz. Ihre Persönlichkeit und das darin eingeschlossene Verhalten, welches diese Geschichte so unglaublich gut macht, ist nun nachvollziehbar und transparenter. Man muss nicht mehr nur dieses augenscheinliche „verwöhnte“ Teenager-Girl sehen, das trotz der unzählig gelebten Jahrhunderte auf der Entwicklungsstufe einer Pubertierenden stehen geblieben zu sein scheint. So bekam ich das Gefühl, durch das langsame Entdecken und Verstehen Nastasjas den Inhalt von „Immortal Beloved 02 – Ersehnt“ zu durchdringen und nun auch einige Apsekte aus dem ersten Teil besser zu verstehen.

Der Gegensatz zwischen „Gut und Böse“

Die Fortsetzung ist deswegen so erfrischend, weil sie eine Weiterentwicklung der Geschehnisse beinhaltet und gleichzeitig auch einen Fortschritt der einzelnen Charaktere herausarbeitet, die mir alle immer vertrauter und (größtenteils) sympathischer wurden. Cate Tiernan beschreibt nicht ausschließlich die Schönheit. Mit Ecken und Kanten setzt sie Akzente in der dominierend „hässlichen“ Vergangenheit Nastasjas. „Immortal Beloved 02 – Ersehnt“ lebt von der Schönheit, die der Welt innewohnt und den die Autorin bravourös einzufangen wusste und parallel von den unschönen Dingen im Leben, die uns prägen und ein Teil von der Vergangenheit werden können. Gerade diese Vergangenheit der Protagonistin, die einige Konflikte mit sich bringt, sorgt für so einige Handlungsfäden in der gegenwärtigen Geschichte und wurde prickelnd in das Gefüge dieser Geschichte, aber auch der Trilogie eingebettet.

Mein endgültiges Urteil:


„Immortal Beloved 02 – Ersehnt“ ist eine Mischung aus dunkler, gefährlicher und sogbehafteter Spannung, die durch helle Lichtmomente kontrastiert wird. Cate Tiernan greift Fantasie-Gestalten auf, die als die üblichen Verdächtigen gelten, sich in der „Immortal Beloved“-Trilogie allerdings ganz anders definieren und somit zu einem Lesehighlight heranreifen. Mit der persönlichen Note über verleugnete Gefühle, emotionale Schwächen, Bindungsängste, Identitätsfindungen- und Krisen, finsteren Obsessionen, leidenschaftlicher Liebe und als Spitze auf dem Eisberg ein einmaliger mit Ironie versetzter Sarkasmus, kann ich den zweiten Teil von „Immortal Beloved“ jedem Fan aus dem Fantasy und Jugendbuch-Genre nur dringend ans Herz legen.
Ratsam ist es, mit dem ersten Band „Entflammt“ zu beginnen und dann direkt in der Fortsetzung weiterzulesen. Ich ersehne derweil den dritten Band und hoffe, dass dieser die hohe Messlatte halten kann!

Bewertung

Trailer zum ersten Band „Entflammt“:

Thematik:
Unsterblichkeit
Obsessionen
Bindungsängste
Persönlichkeitsentwicklung / Findung
Vollkommenheit
Magie
Das Gute und das Böse in den Dingen
Historik
Abhängigkeit(-s Verhältnisse)
Liebe

Allgemeine Buchinformationen:
Cate Tiernan
Immortal Beloved, Band 2
» Ersehnt «
Aus dem Amerikanischen von Simone Wiemken
ab 13, 1. Auflage 2012
400 Seiten, 15.0 x 22.0 cm
ISBN 978-3-7855-7344-0
Hardcover
17,95 € (D)
18,50 € (A)
Leseprobe!

Zu „Immortal Beloved 02 – Ersehnt“ beim Loewe-Verlag

Zu meiner Rezension von >>>>>“Immortal Beloved I – Entflammt“<<<<<

Eine unsterbliche Liebe 01 – Kuss des Tigers von Colleen Houck [Rezension]

Eine Liebe für die Ewigkeit

Ich drehte mich langsam um und erblickte einen gut aussehenden Mann direkt hinter mir. Er war vielleicht Anfang zwanzig. […]

Das glänzende schwarze Haar, das sich in seinem Nacken leicht lockte, hatte er sich aus dem Gesicht gestrichen. Seine Augen waren jedoch das Faszinierendste an ihm. Es waren die Augen meines Tigers, dasselbe dunkle Kobaltblau.

Er streckte die Hand aus und sagte: „Hallo, Kelsey. Ich bin’s, Ren.“

S. 124

Der Inhalt:

Kelseys Schicksal verändert sich, als sie während ihres Ferienjobs in einem Zirkus dem weißen Tiger Dhiren gegenüber steht. Mit seinen blauen Augen und dem beinahe schon menschlichen, intelligenten Blick durchdringt er ihr Herz. Ihr Job geht zwar nur zwei Wochen, doch die reichen aus, dass sie dem Tiger immer näher kommt. Oft besucht sie ihn, liest ihm vor, malt seine atemberaubende und eindrucksvolle Gestalt. Sie weiß, dass er ein Raubtier und ebenso gefährlich wie majestätisch ist, dennoch scheint es ihr manchmal, als würde der Tiger sie wirklich verstehen.

Als dann Mr. Kadam aus Indien anreist und Dhiren dem Zoo abkauft, um ihn in Indien in einen artgerechten Nationalpark zu überführen, freut sich Kelsey für das Glück ihres Freundes und ist dennoch traurig, ihn ziehen lassen zu müssen.

Doch Mr. Kadam hat geplant, sie mitzunehmen, denn hinter den blauen Tigeraugen steckt tatsächlich mehr, als Kelsey und alle anderen wahrnehmen können. Dhiren ist in Wirklichkeit ein verfluchter indischer Prinz und Kelsey das Mädchen, was den Fluch brechen könnte…

 Stell dir vor…

Stell dir das orientalische Abendland vor. Stell dir vor, wie es dich durch seine fremde Kultur verzaubert und an „Tausendundeine Nacht“ erinnert. Stell dir vor, du könntest deiner Liebe gegenüber stehen: Einem indischen Prinzen. Stell dir dann noch vor, auf ihm lastet ein Fluch und er ist dazu gezwungen ein Tiger zu sein. Nur für wenige Augenblicke eines jeden Tages kann er seine menschliche Gestalt annehmen. Mit diesen Themen weiß die amerikanische Autorin Colleen Houck in „Eine unsterbliche Liebe – Der Kuss des Tigers“ zu betören.

 Trotz Fehler eine sympathische Handlung, die mich komplett überzeugte

Obwohl dieser Roman nicht vollkommen perfekt ist, wurde er gerade durch seine wenigen Schwächen nur noch sympathischer und attraktiver für mich.

Anfangs beispielsweise stieß ich einige Male auf ein paar merkwürdig konstruierte Sätze, die ich mehrmals hintereinander lesen musste, um den Sinn in mich aufzunehmen. Somit stockte mein Lesefluss. Doch nach spätestens 100 Seiten kam das nicht einmal mehr vor und Colleen Houck hat mich tiefer und tiefer hineingeführt in ihre von fesselnder Anmut und Schönheit geprägte Erzählung. Wirklich, dieser Roman ist unglaublich ästhetisch.

Da ich ein großer Katzen-Fan bin, haben mich gerade die Komponenten rund um den weißen, wunderschönen Tiger bannen können. Die Autorin hat ihre Arbeit wunderbar erledigt und ein glitzerndes Paradies geschaffen, das noch von den unerreichbaren Sehnsüchten lebt, sich von den Fantasien ihrer LeserInnen in ungeahnte Höhen hinaufschraubt und eine wundersame Magie wirkt, sofern man sich darauf einlassen kann und nur einmal den richtigen Zugang erwischt.

 Keine „Gänsehaut“-Lektüre, dennoch absolut fesselnd und mit absolutem Suchtfaktor

Ich empfand die Situation und die Abenteuer der beiden Gefährten Kelsey und Ren (Dhiren) niemals als ernsthaft bedrohlich oder in dem Maße spannend, dass mein Herz bald zu explodieren drohte. Dennoch konnte ich mich dem Sog dieser reizenden Geschichte niemals entziehen und habe mich jedes Mal von neuem voller Elan in die Worte gestürzt. Ich schließe daraus, dass „Eine unsterbliche Liebe – Der Kuss des Tigers“ überwiegend von seinen mehr als ausgezeichneten und genialen Figuren getragen wird.

Eine neue Idee, die sich durch die bombastische Umsetzung von anderen Jugendbüchern abhebt

Ein fantastisches Abenteuer der Superlative, ein wahres Juwel unter allen derzeitigen Jugendbüchern.

Tiefe Gefühle, wahre Emotionen, prächtige Hintergrundkulissen und eine ausgewogene Balance sorgten für ein Leseerlebnis, das ich um nichts auf der Welt hätte verpassen mögen.

Gelegentlich mischten sich symbolische Bedeutungen in die Handlung, so beispielsweise der schwarze und der weiße Tiger, durch die sich bereits erste Konflikte für den nächsten Band abzeichnen. Zum Ende hin hat sich die Hauptfigur Kelsey dauerhaft ein wenig dumm benommen und auch im Mittelteil z.T zu wenig hinterfragt, was mich etwas nervte und dennoch hat die Autorin niemals auch nur einen Moment meiner Aufmerksamkeit eingebüßt. Das spricht doch wohl von großer Kunst, wenn man mit Vergnügen gegen die Interessen der Handlungsakteure wettert und dennoch permanent gefesselt ist.

Mein endgültiges Urteil:

Dass man von einer Geschichte nicht genug bekommen kann, ist selten. „Eine unsterbliche Liebe – Der Kuss des Tigers“ wickelte mich schamlos um seinen kleinen Finger und ich trauere noch immer den formvollendeten Figuren und reizenden Erlebnissen hinterher. Sofort würde ich am Liebsten die Fortsetzung „Eine unsterbliche Liebe – Der Pfad des Tigers“ beginnen und mich erneut so fallen lassen, wie ich es bei diesem Auftakt zu einer mehr als nur gelungenen Saga tat.

Unsterblich gut! 😉

Bewertung

 Trailer:

Ich sah in seine blauen Augen und flüsterte: „Ich wünschte, du wärst frei.“

S. 56

Thematik:

Märchen

Prinzen|Fluch|Liebe

Dschungel

Indien (fremde Kultur)

Raubkatzen

Erwachsen werden

Magische Aufgaben

Rätsel

Allgemeine Buchinformationen:

Colleen Houck

Kuss des Tigers. Eine unsterbliche Liebe

Roman

Originaltitel: Tiger´s Curse

Originalverlag: Splinter

Aus dem Amerikanischen von Beate Brammertz

Deutsche Erstausgabe

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, ca. 544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-453-26773-2

16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 24,50

Zu „Eine unsterbliche Liebe – Der Kuss des Tigers“ bei HEYNE Fliegt

Cover von Band zwei: „Eine unsterbliche Liebe 02 – Der Pfad des Tigers“:


So sehr ich das Cover von diesem Band auch liebe: Mit dem Cover zum zweiten Band bin ich NICHT einverstanden, denn der andere WICHTIGE Tiger ist schwarz und nicht rot! Siehe zum Vergleich das englische Cover!:

Hörbuch Tiger's Quest

[Neuzugänge] Immer wieder Wochenends kommt der …

… nee, nicht der Weihnachtsmann, aber der Postbote! 🙂 Hurra! Ich gebe zu, dass ich zwei Sachen selbst von der Post holte, aber das ist es mir natürlich wert.

Zeit für die Bilder:

  • „Stadt aus Trug und Schatten“, das Cover wirkt in Natura 100x beser und fühlt sich beinahe wie ein Einband aus Leinen an. Bin echt auf dieses Debüt der Autorin Mechthild Gläser gespannt!
  • „Immortal Beloved 02 – Ersehnt“ von Cate Tiernan. Wenn ich den Artikel direkt beim Erhalten des Buches geschrieben hätte, stünde hier jetzt so etwas wie: Mensch, was habe ich Band 01 geliebt und klasse gefunden. „Immortal Beloved 01 – Entflammt“ war irre schön zu lesen, hoffentlich kann Band 02 mithalten. Da ich „ERSEHNT“ inzwischen aber verschlungen habe, kann ich nur betonen, wie TOLL auch die Fortsetzung ist, die gut mit seinem Vorgänger mithalten kann! 😀
  • Das dritte Buch im Bunde ist „Julischatten“ von Antje Babendererde. Das ich vermutlich aber NICHT rezensieren werde. Denn ich habe noch nie ein Buch von der lieben Frau Babendererde rezensiert, weil ich diese „Indianer“ irgendwie lieber im Stillen und nur für mich genießen möchte. Falls das einen Sinn ergibt…

Next picture:

  • „Die Elbenthal-Saga – Die Hüterin Midgards“ von Ivo Pala. Ich finde, auf den ersten Blick erscheint dieses Buch recht unscheinbar, aber es hat einen bestechlichen Metallic-Effect, den ich hier mal versuchte einzufangen! (Deswegen lässt es sich aber auch echt, echt schlecht fotografieren, wie man am obigen Ergebnis sehen kann!)Es erscheint übrigens am 1. März und ich habe es mit mehr Glück als Verstand für eine Leserunde auf Lovelybooks gewonnen! 🙂 Danke an den Sauerländer-Verlag! :
  • „Sternenfeuer – gefährliche Lügen“ von Amy Kathleen Ryan kam ebenfalls sehr überraschend. Und zwar vom Verlag, ein Vorablesebuch zum Testlesen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, weil ich mich nicht bewarb und gar nichts… Aber da ich das Buch sowieso total gerne lesen wollte, finde ich es natürlich klasse!! Erscheint übrigens auch am 1. März! Ich habe mich sofort in das Cover verliebt und dieser Titel dazu… KLINGT das nicht einfach nur UMWERFEND??? *freufreufreu*

Habt ihr irgendwelche neuen Bücher diese Woche gewonnen, gekauft oder als Leseexemplar erhalten? Übrigens geht es hier entlang zum aktuellen Coverraten mit kleinem Gewinnspiel! 🙂

Wie ein Flügelschlag von Jutta Wilke [Rezension]

Ich wurde mit jeder Bahn leichter. Bis ich endlich wieder abhob und flog.

S. 88


Mika. Für eine Weile dachte ich, dass ich ihn einfach vergessen hätte. Jetzt weiß ich, dass das nicht stimmt. Mika ist in meinem Kopf. Die ganze Zeit. Aber er darf dort nicht sein. Nie mehr. An Mika zu denken, heißt, in seine Augen zu sehen, die so voller Wärme sind. Wie kann ich an Wärme denken, wenn es um Melanie doch so kalt geworden ist? An Mika zu denken, bedeutet Sehnsucht, und Sehnsucht ist Leben. Aber Melanie ist tot.

S. 163

Der Inhalt:

Jana besitzt ziemlich wenig und hat doch so viel. Seitdem sie durch ein Stipendium das Internat besucht und dort eine professionelle Förderung und Ausbildung im Schwimmen erhält, hat sich ihr Traum beinahe schon erfüllt. Letztlich geht es Jana nicht um das Gewinnen oder den Wettkampf und die Jagd nach Medaillen beim Schwimmen. Sicherlich ist es ein schöner Nebeneffekt und dass niemand – abgesehen von Melanie – mit ihr mithalten kann, schadet auch nicht. Aber Jana möchte nur schwimmen und atmen. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist ihr Leben. Die anderen scheinen das anders zu sehen und ihrem geschmeidigen, eleganten, schnellen Schwimmstil zu misstrauen. Die Einzige, die sich überhaupt mit „Der Stipendiatin“ abgibt, ist Melanie. Das schmeckt den anderen noch weniger. Denn Melanie ist beliebt, Melanie ist schön und beinahe auf derselben Leistungsstufe wie Jana. Doch dann ist Melanie tot und die wildesten Verdächtigungen beginnen. Niemand hat sie wirklich gekannt und auch Jana hat große Probleme das Puzzle rund um ihren Tod richtig zusammenzusetzen. Je näher sie der Lösung kommt, umso gefährlicher wird es für sie selbst. Melanies Bruder Mika fleht sie an, aufzuhören, solange es noch geht und obwohl ihr Herz in seiner Gegenwart so heftig klopft, muss Jana weiter forschen. Denn sie möchte wieder schwimmen und atmen können. Denn es ist das Einzige, was sie hat.

Spannung, Schönheit, Tempo und Authentizität in formvollendeter Perfektion miteinander vereint

Selten bekommt man das Glück eine Geschichte zu lesen, von der man denkt, dass man sie – wäre man dazu in der Lage – ganz genauso geschrieben hätte! Von der ersten bis zur letzten Sekunde war ich gefesselt. Jutta Wilke hat eine grandiose und einmalig funkelnde Geschichte kreiert, die auf vielen Ebenen zu bestechen weiß. „Wie ein Flügelschlag“ ist realitätsnah, unglaublich spannend, abwechslungsreich, wird getragen von authentischen Charakteren und spricht viele Aspekte an, mit denen sich die LeserInnen furchtbar leicht identifizieren dürften.

Die Bedeutung des Covers und Gestaltung des Buches wird schnell ersichtlich. Denn die Protagonistin Jana fühlt sich beim Schwimmen so als ob sie flöge und frei von allem wäre, was sie belastet und worum sich ihre Gedanken drehen. Gerade das Wie ein Flügelschlag wird immer wieder aufgegriffen, so dass zwischen einzelnen Momenten eine gute Überleitung und Verbindung geschaffen wird und dieses Werk auf mich sehr harmonisch, gut durchdacht und genial wirkte. Das gilt ebenfalls für andere parallel laufende kleine „Geschichtchen“ und Brücken, die sich nebenher auf das große Ereignis „zuranken“ und ein wasserdichtes Leseerlebnis bescheren.

Berührend, bravourös bannend, bezirzend und außerdem brutal ehrlich

Noch nie hat mich eine Geschichte so sehr berührt wie Jutta Wilkes zweiter Roman „Wie ein Flügelschlag“. Während ich bei „Holundermond“ schon begeistert war, bin ich bei diesem Roman sprachlos und von dem Geschick der Autorin überraschenderweise überrannt worden. Die Kapitel haben sich in meine Gedanken gebrannt und die Handlung war dermaßen gut gegliedert, dass ich gar nicht anders konnte, als dem stetigen Strom zu folgen und am Ende in einer Wasserkaskade den Wasserfall hinunterzustürzen.

Des Weiteren ist die Handlung gespickt von wunderschönen und immer in den Moment passenden Metaphern, so dass in jeder einzelnen Situation die Atmosphäre stimmte. Teilweise habe ich mich gegruselt, weil ich sehr vieles von mir selbst in „Wie ein Flügelschlag“ wiedergefunden habe, speziell von der Figur Jana, die mich durch ihre transparenten Gedankengänge, berechtigten Zweifel, Ängste und ihren unbestreitbaren Mut das Richtige zu tun, von sich überzeugen konnte.

Überhaupt hat mich jede einzelne Person in diesem „Stück“ überzeugt, da durch sie vieles angesprochen, manchmal nur kurz gestreift und dennoch mit der nötigen Tiefe behandelt wird. Kurz gesagt bedeutet dies, mit wenigen Worten hat Jutta Wilke sehr, sehr viel ausgedrückt.

Wenn aus dem Lesen ‚mehr‘ wird und es nur eines einzigen ‚Flügelschlages‘ bedarf, um sich in eine Geschichte zu verlieben

Zwischendurch vergaß ich sogar, dass ich am Lesen war und fühlte mich so, wie Jutta Wilke Janas Gefühlszustand von „Freiheit“, „Fliegen“ und „Schwimmen“ veranschaulicht.

Wie ein Flügelschlag“ setzt sich mit dem Druck von Leistungssportlern und der Konkurrenz unter solchen auseinander. Außerdem damit, wie manche Menschen in jungen Jahren durch überforderte Elternteile dazu gezwungen sind, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen und z.T. darunter leiden, schneller als andere Jugendliche erwachsen zu werden. Gleichzeitig zeichnet Jutta Wilke gerade in diesen (sozialen) Bereichen Kontraste, indem sie beide Seiten umzeichnet. Letztlich und das zeugt von Hoffnung, zählt gerade beim Sport – in „Wie ein Flügelschlag“ das Schwimmen – nur die Leistung und dann sind alle, wirklich alle, gleich.

Mein endgültiges Urteil:

Ich würde am Liebsten Loblieder auf „Wie ein Flügelschlag“ singen, was mir mehr als nur gefallen hat. Niemals, niemals werde ich dieses Abenteuer vergessen, dass beinahe mein eigenes hätte sein können!

Mit jedem Satz grub sich die Handlung tiefer unter meine Haut, näherte sie sich meinem Herzen und meiner Seele an. So etwas Wunderbares habe ich selten, wenn überhaupt noch gar nicht gelesen.

Ich übertreibe auch nicht, wenn ich behaupte, dass mein Körper dasselbe wie mein Kopf zu empfinden schien, denn ihn überzog eine Dauergänsehaut.

Ich habe noch lange nicht alle löblichen Aspekte dieses Jugendbuches erwähnt und könnte noch seitenweise in diesem Schema weiterverfahren, hoffe aber, dass diese kleine Auswahl ausreichend davon überzeugt, Jutta Wilkes Werk unbedingt zu lesen.

Wer das Risiko eingehen möchte, um den Wasserfall hinunterzustürzen (natürlich nur im übertragenen Sinne ;-)), wer darüber hinaus gerne Jugendbücher liest, die eine reale Thematik anschaulich aufgreifen und sensibel behandeln und sich nochmals darüber hinaus in ein großes, großes Abenteuer stürzen möchten, sollten keine Sekunde zögern und sich „Wie ein Flügelschlag“ sofort kaufen oder wünschen, aber am Besten sofort lesen.

Ich habe dieses Buch geliebt!

Ich falle und falle und da, wo der Aufprall meinem Sturz ein Ende Setzen müsse, tut sich der Boden unter mir auf und ich falle weiter. Und die Wahrheit fällt unbarmherzig mir mir, hält mich fest umklammert und denkt nicht daran, mich loszulassen. Melanie ist tot.

S. 155

Bewertung

Thematik:

Leistungssport (Konkurrenzkampf)

Internat

Soziale Schichten

Macht, Geld und Einfluss

Schwimmen (Leben)

Symbolische Bedeutungen (- diese auf andere Gegebenheiten übertragen)

Freundschaft

Verantwortung

Erwachsen werden

Mord (ermitteln)

Liebe (Verliebt sein)

Allgemeine Buchinformationen:

Wie ein Flügelschlag

ISBN: 9783649605669

Coppenrath Verlag

Format: 14,2 cm x 21 cm

Seiten: 288

ab 12 Jahren

Freundschaft, Krimis & Thriller, Liebe

14,95 €

Zu „Wie ein Flügelschlag“ beim Coppenrath-Verlag

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Coppenrath-Verlag und Jutta Wilke für diese ausgezeichnete Leserunde und in diesem Rahmen für  das Leseexemplar!

DANKE…

Ich sage Danke, für eure vielen Kommentare. Danke für die vielen neuen Bekanntschaften. Danke für all diejenigen, die meine Artikel und Rezensionen lesen, eine Rückmeldung geben und einfach allen aktiven und passiven LeserInnen meines Blogs LeseLust & LeseLiebe. Des Weiteren: Danke an all die Verlage, Autoren und Mitblogger, die mich unterstützen und das Bloggen erst zu dem Highlight machen, das es inzwischen für mich geworden ist! DANKE, dass ihr mir die Treue haltet und es solange mit mir ausgehalten habt

***DANKE*** 

Danke, denn gestern hatte ich den

100.000

Besucher !

Beweisbild! 😀

Ihr seid einfach wundervoll und da ich im Januar so „unsagbar“ viele Gewinnspiele veranstaltete, nehme ich mich im Februar etwas zurück und ihr habt stattdessen die Chance auf etwas, ganz, ganz, ganz Kleines im Rahmen des aktuellen Coverratens! Viel Spaß und *Aufeuchanstoß* !

Übrigens gibt es LeseLust & LeseLiebe jetzt seit rund 16 Monaten, mit über 300 Rezensionen (::YAY::), beinahe 600 Artikeln, 24 Kategorien, 30 Seiten, 43 Widgets, ca. 2.700 Schlagwörtern/Tags und schon über 3.300 Kommentaren von euch! 

Liebste Grüße,

Charlousie

Edit, 10.02.2012: Ich habe gerade meinen 600. Artikel veröffentlicht! Die Rezension zu Jutta Wilkes sehr zu empfehlenden „Wie ein Flügelschlag„!


Schatten des Dschungels von Katja Brandis & Hans-Peter Ziemek [Rezension]

Zählen ein paar Menschenleben, wenn du die ganze Welt retten kannst?

[…] Falk sagt nichts, hebt nur die Hände, umschließt mein Gesicht damit. Unendlich sanft streichen seine Fingerspitzen über meine Wangen. Und plötzlich sind wir im Einklang wie selten zuvor. Vielleicht liegt es an diesem Ort, der mir so wichtig ist, der ein Teil von mir ist. Wie Wächter, Gefährten umgeben uns die Bäume, hier kann ich mich fallen lassen und werde nur spüren, wie weich der Boden ist.

Vertraust du mir?“, flüstert er.

S. 85

Der Inhalt:

Katharina, genannt Cat weiß es noch nicht. Doch schon bald wird sie auf dieser Demo den jungen Mann Falk kennenlernen. Es wird zunächst keine ungewöhnliche Demo sein, denn mit und für „Living Earth“ hat sie schon vieles bestritten. Irgendwann wird auf dieser Demo die Polizei auftauchen und die Veranstaltung nicht gewaltfrei beenden. Das führt dazu, dass Cat und Falk sich näher kommen, als sie gemeinsam fliehen. Es führt auch dazu, dass sich ihre Wege erneut kreuzen und sie sich ineinander verlieben. Am Ende fliegen sie nach Guyana, um ihren Planeten zu retten. Doch nicht so, wie Cat annahm. Denn die kleine Gruppe und Vertrauenspersonen von Falk haben eine Biochemische Waffe entwickelt, die sie „Last Hope“ nennen und auf die Welt loslassen wollen. Cat ringt lange mit der Entscheidung, ob sie dem zustimmen möchte oder nicht, denn ein Nein würde bedeuten, auch Falk zu verlieren. Dann überschlagen sich die Ereignisse und es kämpfen plötzlich nicht mehr Cat, Falk und die anderen um ihr Überleben, sondern die ganze Welt!

– Aber noch weiß Cat das nicht, denn noch steht sie in München und lernt gerade den jungen Falk auf dieser Demo mit ihrer Organisation „Living Earth“ kennen…

Zunächst gemächlicher, dann jedoch hoch brisant

Schatten des Dschungels“ ist ein wirklich eindringlicher Öko-Thriller, der tief unter die Haut geht und sich dort wie eine Krankheit im Blutkreislauf verbreitet. (–>Positiv) Bei mir hat das Lesen dieses Buches einiges bewirkt. Anfangs empfand ich „Schatten des Dschungels“ gerade auch im Vergleich zu „Ruf der Tiefe“ als gemächlicher und weniger spektakulär. Da mir schon immer das Element Wasser lieber war, liegt es ziemlich sicher daran, dass mich da die Faszination für die Tiefen des Ozeans schneller fesseln konnten.

Es ist wahr, dass diese Geschichte langsamer beginnt und sich einige Seiten warm läuft, aber dann geht es so richtig rund. Als ich nach der Hälfte des Romans eine Pause einlegte, habe ich gemerkt, wie nahe mir die Erlebnisse der gut ausgearbeiteten Figuren gehen.

Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek beschreiben ein Szenario, das momentan in ferner Zukunft zu schweben scheint, doch so wie die starke Protagonistin Cat für ihre Ziele und dann um ihr Überleben kämpfen muss, wirkt es nicht mehr ganz so fern und undenkbar.

Grenzüberschreitungen: Wenn Prinzipien und Ziele sich im Weg stehen

Die Geschichte ist ein Auf und Ab der Gefühle. Zwischen dem Wunsch das Richtige zu tun und auf diesem Weg ein paar Opfer zu bringen oder selbst genau zu der Ursache zu werden, die alles zerstört. Es passiert oft unbemerkt, dass man man schnell die Grenze überschreitet, in der Absicht einen tapferen Dienst auszuführen.

Auf gefühlvolle und bunte Art und Weise (ich spiele auf die gut ausgeschmückten Parts im Dschungel an), nähert sich das Autorenduo der Thematik des Öko-Terrorismus. Eine gefährliche Waffe, die effektiv die noblen Ziele so mancher Gruppierungen realisieren könnte, aber in den falschen Händen manipulativ wieder nur für Macht und Geld und noch mehr Macht und Geld eingesetzt wird.

Durch die Gefühlswelten der Hauptpersonen stechen verschiedene Pläne heraus, werden moralische Hintergründe beleuchtet und vor allen Dingen darauf hingewiesen, dass die Gefahr für unseren Planeten real ist. Irgendwann habe ich beim Lesen den Punkt überschritten, bei dem ich mich mit den geschriebenen Worten „infizierte“ und komplett identifizieren konnte. Noch ist es Fiktion, aber wie lange noch?

Sachinformationen geschickt in eine extrem spannende Geschichte eingebettet, die von vorne bis hinten zu überzeugen weiß

Mich lässt diese spannungsgeladene Handlung nicht mehr los, die eher auf einer unterbewussten Ebene arbeitet und mich ununterbrochen zum Nachdenken anregt.

Die Autoren füttern ihre LeserInnen ununterbrochen mit Sachinformationen, das allerdings so geschickt, dass es einem erst später bewusst wird. Die Sachinformationen, gepaart mit dieser authentischen Geschichte, zwangen mich förmlich zum Nachdenken und ich denke, dass ich so schnell nicht mehr damit aufhören kann oder werde. Das Resultat fürs Lesen dieses Romans ist für mich also die Selbstreflexion.

Die beiden Autoren siedeln ihre Handlung ein paar Jahre in der Zukunft an: Im Jahre 2025. Genauso wie in ihrem Werk „Ruf der Tiefe“ erfährt man in einem Nachwort ein paar knappe Hintergründe, die sehr wichtig waren, um das Gelesene zu verdauen und zu verarbeiten.

Dass man annehmen könnte, dass dieser Plot eines Tages Realität würde, beweist die Genialität dieser Geschichte und ist vielleicht das Beste, was ich jemals lesen werde, wenn es darum geht, endlich aufzuwachen und zu handeln.

Mein endgültiges Urteil:

Schatten des Dschungels“ ist vergleichbar mit einem Film aus dem Genre Psycho-Thriller. Meistens fangen diese Filme ganz, ganz harmlos, beinahe belanglos an, bis sie ihre tiefen (stille Wasser sind tief) offenbaren und man plötzlich gefangen ist. Genau das passierte mir mit dieser Geschichte. Ich habe sie maßlos unterschätzt. Am Ende konnte ich die Tränen nur mühsam unterdrücken, schien am ganzen Körper eine Gänsehaut zu haben und wäre am Liebsten in ein Parallel-Universum entflohen, um dem schändlichen Verhalten unserer „Rasse“ Mensch zu entkommen.

Bewertung

Trailer:

Ich sinke, sinke, sinke, tief in die Dunkelheit hinein, und wehre mich nicht mehr dagegen.

S. 257

Thematik:

Natur und Umwelt

Naturschutz

Dschungel (Tropen, Guyana)

Klima

Liebe

Ziele

Manipulation

(Pharma)Konzerne, Macht, Geld

Ökoterrorismus

Biowaffe

Zukunft

Hier findet ihr eine tolle Website der Autorin Katja Brandis und hier eine noch tollere Seite >>>Schatten des Dschungels<<< zum Roman, auf der ihr extrem hilfreiche Hintergrundinformationen bekommen könnt!

Allgemeine Buchinformationen:

Katja Brandis / Hans-Peter Ziemek

Schatten des Dschungels

Roman

EUR 16,95

ISBN 978-3-407-81107-3

1. Auflage 2012. 416 Seiten.

Gebunden.

Ab 13 Jahre

Zu „Schatten des Dschungels“ bei Beltz & Gelberg

Danke an Buchbegegnungen für dieses Leseexemplar im Rahmen der Jugendbuch-Challenge 2012

Rebellen der Ewigkeit von Gerd Ruebenstrunk [Rezension]

Was, wenn die Ewigkeit nur einen Wimpernschlag entfernt ist…?

Wir wissen heute, dass es unendlich viele Universen gibt, die alle gleichzeitig existieren. […] Jedes Mal, wenn wir uns zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden, wechseln wir in ein anderes Universum, in dem es nur die Möglichkeit gibt, für die wir uns entschieden haben. Aber die anderen Universen, in denen wir uns für eine andere Möglichkeit entscheiden, existieren auch und entwickeln sich weiter.“

S.297

Der Inhalt:

Valerie hat lange überlegt. Doch dann steht sie schon in den Räumen von Tempus Fugit um einige Jahre ihres Lebens gegen Geld zu verkaufen. Geld, das sie dringend braucht, um ihrer Mutter die lebenswichtigen Operationen bezahlen zu können und selbst auch noch über die Runden zu kommen. Wenn Valerie die Konsequenzen gekannt hätte, die ein Zeithandel mit sich bringen kann, hätte sie sich vielleicht anders entschieden. Oder vielleicht gerade deshalb. Denn so kreuzt sie auf dem Rückweg den Weg vom jungen Willis. Fahrradkurier und in diesem Augenblick gerade auf der Flucht vor zwei üblen Typen. Nur gut, dass er und Valerie beinahe von der Frau umgefahren werden, der er eine wichtige Sendung überstellen soll. Die drei hat das Schicksal zusammengeführt, denn das Universum verschiebt sich und droht sich auf unabsehbare Art und Weise zu verändern. Noch kann diese Entwicklung aufgehalten werden, aber wie das geht, weiß nur eine handvoll Menschen. Die Rebellen der Ewigkeit und ihr Feind ist das mächtigste Imperium der Welt. Denn Tempus Fugit hält die Zeit in seinen Händen…

Das Schicksal versteckt sich hinter einer einzigen Entscheidung

Unsere Leben wird täglich von unseren Entscheidungen beeinflusst. Nur eine einzige Entscheidung kann unser Schicksal in eine komplett andere Richtung lenken. Somit besteht unsere Welt aus tausenden von Möglichkeiten, die parallel und zeitgleich nebeneinanderher existieren. Eine Möglichkeit ist es „Rebellen der Ewigkeit“ in die Hand zu nehmen und es zu lesen. Es ist nämlich so gut, dass ich es schon als explosiv, scharfsinnig und als unverzichtbar betiteln würde.

Die Thematik in dieser Geschichte, nämlich die Zeit, ist eine, die uns seit jeher umtreibt und auch immer umtreiben wird. Und irgendwann könnte es die Zeit sein, die unser Universum zerstört.

Kritik, Leichtigkeit und Humor miteinander vereint! – Rebellen der Ewigkeit verführt in jeder Hinsicht

Aus diesen Themen, nur noch breiter gefächert und wesentlich detaillierter als ich es hier aufführen könnte, bastelte Gerd Ruebenstrunk seinen Einzelroman „Rebellen der Ewigkeit“, der mich auf allen Ebenen mächtig beeindruckte. Dieses Werk ist einerseits kritisch und spricht eine eindeutige Warnung aus, wohin unser System führen könnte, wenn wir die falschen Menschen die Macht ergreifen lassen oder auch fortschrittliche Erfindungen aus kommerziellen Machtzwecken missbraucht werden. Andererseits schwingt in manchen Worten eine ungewohnte Leichtigkeit mit und verleiht der Handlung, und den in ihr wohnenden Charakteren, Lebendigkeit und einen unverwechselbaren Charme. Sogar die Art und Weise wie der Autor seine Figuren einander kennen lernen lässt und ihre Pfade mit einander verflicht, ist bewundernswert.

Ein Aufbau, der sowohl die Spannung fördert, als auch eine realitätsnahe und dadurch authentische Geschichte entstehen lässt

Dabei besticht „Rebellen der Ewigkeit“ besonders durch seinen Aufbau, der sich abwechslungsreich, kreativ und flüssig lesen lässt. Die LeserInnen erhalten einen großen Überblick über das Gesamtszenario, indem Gerd Ruebenstrunk nicht ausschließlich seine Hauptcharaktere erzählen lässt, sondern Einblicke über weniger wichtige, dritte Personen gewährt. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass der Autor weiß, wovon er spricht, dadurch dass er auch die Zeiträume, in denen sich die Handlung abspielt, genauso wie die Orte, nicht nur auf einer lokalen Ebene beschränkt. Er bezieht die gesamte Welt ein und integriert Nebenschauplätze, die tragend für die Erkenntnisse der eigentlichen Haupthandlung sind. Als Leserin verlor ich mich also in verschiedenen Handlungsfäden, die alle irgendwann wieder zusammenlaufen und „Rebellen der Ewigkeit“ einfach das gewisse Etwas verliehen.

Eines ist gewiss, dieser Roman besitzt Klasse und Charme. Durch seine Authentizität und erfrischend neue Umsetzung einer gar nicht so unverbrauchten Idee, bewies mir dieser Autor, dass er die Zeit sein Werk zu lesen, mehr als wert ist. Mehr noch: Man verpasst sehr viel, sollte man auf diese brillante Geschichte verzichten wollen.

Mein endgültiges Urteil:

Hinter diesem Buch steht ein großer Kopf, der mit seinem wachen Verstand und viel scharfsinn eine Geschichte kreierte, die komplett ohne Klischees oder plattgetretene Strukturen auskommt. Neben kritischen Elementen, überzeugten mich die vielseitigen Figuren, die ich sofort in mein Herz einschloss, eine fieberhafte Geschichtsgrundlage, die zu unbeschreiblichen Höhepunkten aufstrebte und ein Schreibstil, der punktgenau das auszudrücken vermochte, was in bestimmten Situationen angebracht war.

Ginge es nach mir, würde „Rebellen der Ewigkeit“ eine Pflichtlektüre werden, die Spaß bringen kann und dennoch Neues lehrt und durch ihre äußere Gestaltung besticht.

Ein absoluter Favorit von mir, weil Gerd Ruebenstrunk der Zeit seinen eigenen Stempel aufdrückt und nicht jeder von sich behaupten kann, die Zeit irgendwie beeinflusst zu haben! 😉 Etwas derart dynamisches, unkompliziertes und dennoch labyrinthartiges Gestänge habe ich noch nie gelesen.

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Zeit

Zeithandel

Ewigkeit

Kommerzielle Interessen gegen die gesamte Menschheit
Gier und Macht der Menschen

Rebellion

Erwachsenwerden

Physik/Mathematik (Quantentheorien)

Parallele Universen

Privatdetektive

Geheimdienst

Politische und gesellschaftliche Strukturen

Science Fiction Szenario

Allgemeine Buchinformationen:

Gerd Ruebenstrunk

Rebellen der Ewigkeit

Ab 12 Jahren / 416 S.

21,4 cm x 15,5 cm

17,99 € [D]

18,50 € [A], CHF 25,90

ISBN 978-3-7607-6539-6

Zu „Rebellen der Ewigkeit“ bei arsEdition

Dankeschön bei arsEdition und BloggDeinBuch für die Unterstützung!

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