Buchrezensionen, Rezensionen

Arm sind die anderen von Pete Smith [Rezension]

Der Inhalt:

Als Sly am 23. Dezember von einer kleinen Tour durchs Nachtleben nach Hause kommt, ist seine Mutter Rosie verschwunden. Lediglich eine Nachricht hat sie hinterlassen. Auf dem Spiegel und mit Lippenstift geschrieben. Doch da Sly noch ein Jugendlicher ist und seine drei kleinen Geschwister samt Opa versorgt werden wollen, muss er sich schleunigst eine Lösung einfallen lassen. Sie haben kein Geld mehr und können sich an niemanden wenden, ohne dass das Jugendamt auf sie aufmerksam wird und Sly fühlt sich einfach nur überfordert. Außerdem bleibt da noch die Sorge, dass ihrer Rosie etwas passiert sein könnte.

Sly begibt sich auf die Suche und seine Schwester Enja passt zeitweise auf den kleinen Flo und den schon recht vernünftigen, 10-jährigen Inno auf.

Während andere „Weihnachten“ – Das Fest der „Nächstenliebe“ feiern, holt Sly sich von seinen Geschwistern Unterstützung und sie führen ihre Suche zusammen fort. Denn gemeinsam sind sie stark und gemeinsam ist ihre Hoffnung größer, ihre Mutter noch wiederzufinden.

Eine eindringliche Botschaft, die mir nahe ging

 „Arm sind die anderen“ hat mich sehr viel zum Nachdenken gebracht. Da ich es im Rahmen einer Leserunde las, sind meine „Leseeinheiten“ in fünf Abschnitte eingeteilt worden. Diese Abschnitte waren sehr hilfreich für mich, denn sie führten mich wie bei einem Etappenlauf tiefer und tiefer in die Materie hinein und ich konnte mich ab einem bestimmten Punkt der Botschaft dieses Buches nicht mehr entziehen.
Beeindruckt hat mich, mit wie einfachen Mitteln und wenigen Worten Pete Smith eine gewagte Geschichte auf die Beine stellt, die in diesem Falle Fiktion sein mag, leider aber nur allzu stark an unsere Realität anlehnt, um auf die Zustände um uns herum aufmerksam zu machen!

 Ein aussagekräftiger Titel, der hält, was er verspricht

Ich glaube, ich habe noch nie einen Titel gelesen, der mich auf den ersten Blick so ansprach wie „Arm sind die anderen“. Ohne dass ich Cover oder Klappentext gesehen hätte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt und das erfreuliche, der Titel ergibt sehr, sehr viel Sinn und reicht alleine schon aus, um viel, viel, viel nachzudenken.

Die Charaktere kommen alle gut zur Geltung, obwohl aus der Sichtweise des Jugendlichen Slys erzählt wird, der die Verantwortung für seine kleinen Geschwister, samt leicht debilem Opa übernehmen muss, als ihre Mutter Rosie plötzlich verschwindet.

Pete Smith hat seine Figuren also durch äußere Erlebnisse und Einschätzungen von Sly charakterisiert, dennoch wirkten sie alle lebendig auf mich und ich habe mich gut in sie hineinversetzen können.

Manche, aber wirklich sehr wenige Momente wirkten ein wenig unschlüssig. Die Geschichte insgesamt jedoch überzeugte durch ihren gut durchdachten Aufbau und die Feinheiten, die ich beim Lesen immer wieder bemerkte und die „Arm sind die anderen“ so nachvollziehbar gestalteten.

 Ein Aufruf an die LeserInnen und ein bisschen mehr Empathie

 Wer seine Augen vor der Armut und den zum Teil haltlosen Zuständen auf der Welt und direkt vor unseren Haustüren nicht verschließen möchte, sollte als einen möglichen ersten Schritt dieses Buch lesen und für sich selbst vielleicht die einen oder anderen Selbstreflexionen starten.

Damit ist noch kein Elend beseitigt, es hilft aber dem Verständnis verschiedener Bevölkerungsschichten und eventuell mehr Aufmerksamkeit im eigenen Umfeld. Pete Smith hält nicht dazu an in jeder Nachbarin oder alleinerziehenden Mutter eine überforderte Frau zu sehen. Auch nicht dazu, arbeitslose Menschen als generell verantwortungslos, ungebildet und faul zu betrachten. Im Gegenteil: Er schildert eine dramatische, durchaus leere Lebenssituation, in der dennoch Mut zur Hoffnung (und umgekehrt) bleibt und die beweist, dass es nicht auf finanziellen Reichtum ankommt. Dass es noch viel mehr Faktoren zu beachten gilt, durch die sich „Reichtum“ definieren lässt und dass eigentlich nur diejenigen Arm sind, die das nicht erkennen können!

 

Mein endgültiges Urteil:

Ich möchte „Arm sind die anderen“ gerne empfehlen, da es mich vom ersten Moment an gebannt hat und der Inhalt durchaus gelungen ist.

Für meinen Geschmack vielen ein paar Mal zu oft Kraftausdrücke, die andererseits als authentischer zu bewerten sind, mir dennoch nicht zusagten. (Letztlich BLEIBT das Geschmackssache).

Eine Unterhaltungslektüre für „nebenher“ hat Pete Smith nicht geschrieben, dafür eine verdammt gute Geschichte, die gelesen werden will und in kurzen prägnanten Kapiteln viel aussagt.

Ich wünschte, mehr Menschen würden die Ansichten aus „Arm sind die anderen“ teilen, dann könnte man unsere Welt insgesamt als „reicher“ betrachten als sie momentan ist und am Schluss gibt es immer noch einen Hoffnungsschimmer.

Bewertung

Thematik:

Armut

(Familien)zusammenhalt

Soziale Stellungen und Schichten

Behörden

Verantwortung

Hoffnung

Mut

Allgemeine Buchinformationen:

Arm sind die anderen
Verfasser: Pete Smith
ab 14 Jahren
13,5 x 21,5 cm
160 Seiten
EUR: 12,95 CHF: 20,50
ISBN: 978-3-8000-5635-4

Zu „Arm sind die anderen“ im Ueberreuter-Verlag!

Zur Leserunde bei Lovelybooks!

 

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