Buchrezensionen, Rezensionen

Milas Lied von Britta Keil [Rezension]

Die Nacht ist ein schönes Kleid.

Dein Kuss malt meine Lippen rot.

Rot steht mir gut.

Heute trage ich Mond im Haar.

Mond steht mir gut.

So muss es für immer sein.

Solange du bist, bin ich schön.

Deine Worte sind Lieder.

Hör nicht auf zu sprechen.

Wenn du schweigst, bin ich taub.

S. 58

 Der Inhalt:

Rike hat den ganz großen Schritt gewagt. Sie ist vom Land weggezogen in die Großstadt Berlin. Sie hat sich abgenabelt, ganz alleine und ihre beste Freundin Hannah zurückgelassen.

Jetzt studiert sie, Soziologie. Ein Fach, was ihr vermitteln soll, wie sie die Menschen verstehen lernt oder wie die Menschen überhaupt denken. Dennoch scheint genau das ihr Problem zu sein: Denn trotz Berlin, trotz Studium und trotz recht passablem Leben ist sie so unglaublich alleine und weiß im Grunde genommen nicht, was sie da den lieben langen Tag genau tut. Da trifft sie während ihrer Schicht in der Kneipe auf Mila, die ein Lied auf ihrer Gitarre performt. Ein Lied nur, aber es reicht aus, um die beiden miteinander zu verbinden, denn sie werden sich wiedersehen und ein Abenteuer erleben, was den Rahmen von Rikes bisherigem, eingeengtem Leben sprengen wird.

 Denn sie wissen nicht, was sie tun“

 Das Jugendbuch „Milas Lied“ soll sicherlich zum Nachdenken anregen und obwohl es das einerseits getan hat, ging das bei mir in die falsche Richtung. Anstatt gerührt von der literarischen Schönheit dieses Romans zu sein, grübele ich immer noch, welche Botschaft die Autorin Britta Keil damit vermitteln wollte.

Es gibt verschiedene Aspekte, die sie anspricht. Beispielsweise ein illegaler Aufenthalt in Deutschland oder wie sehr Musik alles in der Welt miteinander verbinden kann.

Letztlich aber kann ich mir keinen Reim zu „Milas Lied“ machen und habe das Gefühl, bis zum Ende vor verschlossener Türe zu stehen. Zwischendurch glaubte ich, sie würde sich einen Spalt öffnen, aber vielleicht war das nur Einbildung?

Auf jeden Fall schade, denn Britta Keil bewies Schreibtalent durch sarkastische, ironische und einfach lustige Gedankengänge, die ihre Protagonistin Rike wunderbar zum Ausdruck bringt.

Die Handlung baut durch eine zweite Perspektive jeweils am Anfang eines Kapitels Spannung auf und hält ebenfalls zum Nachdenken an und obgleich ich inzwischen weiß, wem ich die zweite Perspektive zuzuordnen habe, erweckt auch das den Funken nicht mehr zum Leben.

Die Protagonistin dreht sich sehr um sich selbst, symbolisiert damit aber stellvertretend entweder einen ganz bestimmtem Typ Mensch oder sogar eine ganze Generation, die ihrem Leben durch Facebook Sinn verleihen oder relativ einsam durch ihr Leben wandeln; Menschen, die gefangen in ihren Gedanken, tief in ihrem Inneren dasselbe wünschen; eine Seele, die sie versteht, mit der sie sich verbinden können, die ihnen vielleicht sogar vorgibt, was sie selbst als Sinn und Ziel ansehen können.

Vielleicht ist das schon der ganze Hintergrund des Romans, der zugegebenermaßen gar nicht einmal so klein ist?

– Aber ich weiß es einfach nicht.

Da kommt mir spontan die Liedzeile „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ in den Sinn und auch das würde sich in das Puzzle-Bild einfügen. Denn trotz dem Soziologiestudium weiß Rike quasi gar nicht, was tut und ist unfähig mit anderen Menschen zu kommunizieren. Rast- und Ziellos.

Mein endgültiges Urteil:

Zumindest habe ich das Ende verstanden, was definitiv Platz für Hoffnung bietet. (Glaube ich jedenfalls).

Hin und hergerissen von einem Werk, was sprachlich ohne Frage gelungen ist und durch außergewöhnliche Charaktere Abwechslung beweist, wusste Britta Keil mich dennoch nicht komplett zu fesseln. Sie hinterließ bei mir lediglich das Gefühl von „Dummheit“. Nämlich, dass ich zu dumm wäre, das zu verstehen, was da von ihr zwischen den Zeilen implizit suggeriert wird und dadurch fühle ich mich gleichzeitig in gewisser Weise leer.

Das mag zutreffen und „Milas Lied“ trifft somit keine Schuld und meine 3,5 Sterne sind unberechtigt, aber wenn es so ist, kann ich es auch nicht ändern.

Bewertung

Thematik:

Gesellschaft und Individuum

Studium

Berlin

Soziologie

Musik (Gitarre)

Nachtleben

Gesellschaftsentwicklung

Illegaler Aufenthalt in Deutschland

Allgemeine Buchinformationen:

Junge Erwachsene

160 Seiten

Britta Keil

Ravensburger-Buchverlag

14,3 x 21,5 cm

Gebunden

14,99 €

ISBN: 978-3-473-35324-8

Zum Buch: Klick!

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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